Montag, 10. Dezember 2018

Geschäftsführung kündigt die Überleitungsvereinbarung von 2014 -


- doch weshalb stellt das 2018 noch immer einen Angriff auf die Weltbild-Mitarbeiter dar?

Ein alter Vertrag aus der Insolvenz 2014, den die Geschäftsführung im November 2018 kündigt: man könnte zunächst glauben, "da kräht doch kein Hahn mehr danach". Bis er den Vertrag mal wieder aus der untersten Schublade kramt. Dort wird der Leser bei Punkt 10 stutzig:

Ein wichtiger Schutz vor Massenentlassungen fällt künftig flach.
Punkt 10: "Jeder weitere Personalabbau ist sozialplanpflichtig."

Dieser entscheidende Punkt von immer noch aktueller Relevanz: Dieser Vertrag hat dem Weltbild Betriebsrat weitreichende Rechte eingeräumt, um Kollegen im Falle von betriebsbedingten Kündigungen im Hause zu helfen. Ein Sozialplan kann nämlich nach Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) EIGENTLICH erst ab einer gewissen Menge an Entlassungen erzwungen werden. Die Überleitungsvereinbarung hat den Schwellenwert, ab dem eine Kündingswelle als "Massenentlasssung" gilt, bisher herabgesetzt und damit dem Betriebsrat ermöglicht, Betroffenen besser zu helfen.

Im Falle von Weltbild liegt der Schwellenwert bei 15% der Kollegen, bzw. mindestens 60 Kündigungen. Bleibt die Firma bei eventuellen künftigen Entlassungen mittels einer Salamitaktik unter diesen Werten, kann der Betriebsrat für die Betroffenen keinen Sozialplan mehr erzwingen. Also solch wichtige Punkte wie Abfindungshöhen, längere Kündigungsfristen, oder die Firma zunächst zum Angebot von Fortbildungen zu verpflichten, um Kollegen den internen Wechsel auf unbesetzte Sellen zu ermöglichen, etc. Wenn die Geschäftsführung also künftig auf die Idee kommt, hier und dort je 20 und da nochmal 30 Mitarbeiter hinaus zu werfen, ist dieser lästige Vertrag nun aus dem Weg.


Was heißt das nun für die Weltbild Mitarbeiter konkret?

Vor allem bedeutet es, dass sie im Falle von betriebsbedingten Kündigungen stärker auf sich gestellt sind. Der Betriebsrat kann unter der neuen Situation nur dadurch helfen, indem er Kündigungen widerspricht und begründet, weshalb diese unnötig sind. Was bringt das? Dass der Gekündigte vor dem Arbeitsgericht bessere Chancen hat, eine Abfindung zu erstreiten. Eine Wiedereinstellung in eine Firma, die einen nicht mehr will, kann man auch versuchen, zu erreichen. Ob man sich dort noch wohlfühlen würde, stünde auf einem anderen Blatt.

Was bedeutet das in einem größeren Zusammenhang?

Eine wichtige Frage, welche die Geschäftsführung wohl kaum offen beantworten wollen wird. Sie hat diesen Vertrag gekündigt. Hätte sie keine Pläne, was sie dadurch erzielen möchte, hätte sie die Überleitungsvereinbarung einfach weiterlaufen lassen können: solange keine Kündigungen geplant waren, hat der Vertrag absolut keinen Mehraufwand bedeutet. Also weshalb kündigt die Firma ausgerechnet zu einer Zeit, in der sie in allen Mitarbeiterversammlungen ihre hochfliegenden Pläne bejubelt, einen Vertrag, der nur im Falle von geplanten Entlassungen stört..?










 

1 Kommentar:

  1. Na da haben wir doch auch den Grund wieso der BR Vorsitzende vor Gericht gezerrt wird, jeder weiß dass sich Timm nicht scheut kontra zu geben und für den AN zu kämpfen. Wäre er aus dem Weg, könnten wir uns das HalliGalli hier nicht vorstellen. Dass hier was geplant war, war uns gleich zu Beginn dieser absurden Schlammschlacht klar, nun haben wir den Salat. So langsam sollte auch die letzte Schlafmütze mal aufwachen und erkennen das die GF ein hinterfotziges Spiel spielt..... aber für manche ist es einfach zu spät. Aber nein, man fährt auch noch brav nach Bor und macht den Job von anderen die rücksichtslos rausgeworfen wurden! Immer wenn man denkt es geht nicht schlimmer.....sieht es unsere GF anscheinend als Herausforderung!!

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