Montag, 27. November 2017

Insolvenzgericht erlaubt Abschlagszahlung auf ALSO-Abfindungen


Es gibt Probleme mit den Abfindungen für die ehemaligen ALSO-Angestellten. Viele der KollegInnen drohen leer auszugehen, wenn sie ihre Abfindungen nicht noch in diesem Jahr erhalten. (Wir berichteten hier.) Mit dem Insolvenzverwalter Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf war über das Thema nicht zu reden. Deshalb hat der Betriebsrat mit einer Reihe von Maßnahmen Druck aufgebaut. Mit Erfolg. Der Insolvenzverwalter sagt jetzt: „Wir werden alles versuchen, dass die Arbeitnehmer noch in diesem Jahr eine Teilzahlung erhalten.“


Zuvor waren Schreiben des Betriebsrats, mehrere Telefonanrufe und sogar die Ankündigung einer Klage einfach ignoriert worden. Erst nachdem der Betriebsrat das zuständige Insolvenzgericht in Arnsberg um Hilfe gebeten hatte, wurde Dr. Kebekus plötzlich aktiv. Er beantragte eine Teilzahlung von 40% der Abfindung noch in diesem Jahr. Das entspricht ungefähr einem Monatsgehalt pro Person. Das Insolvenzgericht stimmte sofort zu. Nun liegt es nur noch an der Kanzlei Kebekus, ob die Betroffenen KollegInnen das Geld vor Weihnachten auf dem Konto haben.


Zähes Ringen des Betriebsrats brachte den Erfolg


„Das war eine ziemlich zähe Nummer“, berichtet BR-Vorsitzender Timm Boßmann. „Viele hatten die Hoffnung schon aufgegeben, aber wir haben trotzdem weiter Druck gemacht.“ Es sei einfach nicht akzeptabel gewesen, wenn die Opfer der gezielt herbeigeführten Insolvenz am Ende auch noch ihre Abfindungen verloren hätten. 


Nachdem die juristischen Fragen geklärt sind, muss der Insolvenzverwalter nur noch ausrechnen, wieviel jedeR erhält. „Die Berechnungsgrundlagen sind alle im Sozialplan festgeschrieben. Jetzt auszurechnen, wieviel 40% davon sind, sollte einer renommierten Kanzlei nicht schwer fallen“, vermutet Boßmann. Sobald die exakte Höhe der Teilzahlung feststeht, informiert der Insolvenzverwalter die EmfängerInnen schriftlich. 


Rest der Abfindungen kommt frühestens Mitte 2018


Der Rest der Abfindungen wird erst gezahlt, wenn die insolvente ALSO komplett abgerechnet sein wird. Das wird nicht vor Mitte nächsten Jahres der Fall sein, kann sich unter Umständen sogar noch länger hinziehen. Darauf hat der Betriebsrat dann keinen Einfluss mehr. 


„Uns war wichtig, dass unsere KollegInnen nochmal eine Art ‚Weihnachtsgeld‘ bekommen und damit z. B. Ihre Versicherungen am Jahresende zahlen können“, erklärt Boßmann. „Außerdem wollten wir verhindern, dass die Abfindungen mit Aufstocker-Leistungen nach dem Hartz-IV-Gesetz verrechnet werden. Dann hätte es schon wieder einseitig diejenigen getroffen, die ohnehin schon den höchsten Preis für die völlig verfehlte Geschäftspolitik von Walter Droege gezahlt haben.“


Kommentare:

  1. Vielen Dank für eure Bemühungen!
    Einigen von uns steht noch Geld von der Weltbild Insolvenz zu. Wisst ihr dazu auch etwas?

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    1. Glaub' nicht, dass da noch viel kommt. Am Ende hat Droege auch noch den Geiwitz abgezockt und die Anteile der Gläubiger ganz billig übernommen – so hört man zumindest… Die Abfindungen müssen aus der Masse bezahlt werden, und wenn die klein ist, gibt es entsprechend weniger, in unserem Falle wahrscheinlich gegen Null. Hauptsache der Milliardär aus Düsseldorf kann noch mehr Geld zusammenraffen. Es ist so eklig!

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  2. Hallo lieber Betriebsrat ich bin sehr stolz auf euch und ihr habt bewiesen das man immer Kämpfen muss und nie aufgeben soll! Danke Betriebsrat ! BERNIE

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  3. Super, dass da doch noch ein bischen geht in diesem Jahr. Dachte schon die Insolvenzmasse versickert in den Taschen von Kebekus und/oder unserem "gönnerhaften" Investor Dröge bzw. ALSO-CEO Gustavo Möller-Hergt.

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Eine Frage: Stehe ich in einem "Hauptarbeitsverhältnis" wenn ich noch in der Transfergesellschaft (GeDis) bin..? Wenn dem so ist werden die Abfindungen mit Steuerklasse 6 abgerechnet.! Bin mir nicht ganz sicher, was ich in dem Formular vom Kebekus ankreuzen soll.

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    1. „Ja“ bei Hauptarbeitsverhältnis ankreuzen und dazu ergänzen: „Transfergesellschaft GeDiS bis zum 31.12.2017“. Das mit der Steuerklasse stimmt leider, ist aber nicht wirklich schlimm, wird über den Lohnsteuerjahresausgleich wieder ausgeglichen.

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  6. Was soll man mit einem Gehalt anfangen,wenn man 10 Jahre dort verbracht hat oder länger,und die Leihfirma wird nicht dazu gerechnet.

    Das ist unglaublich...

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  7. Wer kann mir denn erklären wie die Insolvenzverwaltung auf einen Bruttolohn von ca. 1800 Euro kommt, obwohl dieser bei ca. 2300 Euro lag?

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    1. Bei mir waren es ca. 1000€ Differenz zu meinem Gehalt damals bei Weltbild/ALSO. Die Sache ist, für mich zumindest, zu komplex um es hier detailgetreu zu erklären. Es wurden anhand Betriebszugehörigkeit, ob eine Schwerbehinderung vorliegt oder nicht, ob man Kinder hat etc. etc. Punkte vergeben und somit das Bruttogehalt ermittelt. Letztendlich waren es nicht mal annähernd ein Monatslohn.. Naja, besser wie gar nichts.

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  8. Leute, ihr müsst das so sehen: Ein armer Schlucker wie dieser Herr Dröge muss auch schauen, wie er für seine Familie ein paar ärmliche Gaben unter den Weihnachtsbaum bringt. Da kann er doch auf euch keine Rücksicht nehmen.

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  9. Ja, die Hedda braucht wieder ein paar Bildle oder Objektle für ihre Kunstsammlung. Die kosten halt a mal a Geld. Ich kann das nachvollziehen. Vielleicht kriegt sie ja auch mal ´nen Preis als Kunstmäzenin. Des muss ma scho unterstützen.

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  10. Also ich bin sehr dankbar für die Bemühungen der Betriebsrates
    und habe mich sehr über diesen Teilerfolg gefreut.

    Und das, was man bekommen hat, ist doch zumindest mal soviel mehr wie nichts
    und in meiner momentanen Situation der Vollzeitpflege meiner Mami war das Geld
    eine total große Hilfe für mich/uns.

    Ich sage DANKE und wünsche uns allen ein gutes und glückliches 2018.

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