Sonntag, 15. Juli 2018

Führung bei WELTBILD: Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt


Hand aufs Herz: Wenn Sie wüssten, dass Ihre Anstellung nur dazu dient, eine verdiente Kollegin um ihren Arbeitsplatz zu bringen – würden Sie den Job dann überhaupt haben wollen? Eben!

An dieser Stelle berichteten wir bereits über die unsäglichen Erpressungs-Manöver, die Personalleiter Manfred Ries gerade gegen langjährige MitarbeiterInnen fährt. Es geht darum, KollegInnen, die seit über 10 Jahren bei WELTBILD arbeiten, in das Tochterunternehmen Weltbild-Filialvertrieb zu zwingen. Warum? Bei WELTBILD gibt es einen nachwirkenden Tarifvertrag und einen aktiven Betriebsrat – in der Zentrale des Filialvertriebs gibt es beides nicht.

MitarbeiterInnen von WELTBILD sollen sich also objektiv schlechter stellen, indem sie erst einen Aufhebungsvertrag unterschreiben und dann zu einem anderen, viel schlechteren Arbeitgeber wechseln. Nicht einmal einen Betriebsübergang, wie ihn das Bürgerliche Gesetzbuch in so einem Fall vorsieht, gönnt der Personalleiter den KollegInnen.

Wer nicht mitmacht, wird knallhart rausgedrängt, und das geht so: Zuerst wird die eigene Stelle im Filialvertrieb neu ausgeschrieben. Aktuell geht es um die Positionen

Category Manager stationärer Handel (m/w) Schwerpunkt: Ratgeber / Kinderbuch
und
Category Manager stationärer Handel (m/w) Schwerpunkt: Belletristik / Sachbuch

Wenn neue MitarbeiterInnen für die Positionen gefunden sind, wird denen, die das bisher bei WELTBILD gemacht haben, gekündigt. Wenn es ganz widerlich läuft, dürfen sie vorher ihre NachfolgerInnen noch einlernen. Und wer sich weigert, fliegt fristlos. Auch der taktische Missbrauch außerordentlicher Kündigungen gehört durchaus ins Führungsrepertoire von Personalleiter Manfred Ries und CEO Christian Sailer. Nachzulesen hier und hier nochmal.

Bei einem solchen Arbeitgeber nicht anheuern zu wollen, ist gar keine Frage der Moral, sondern eine Entscheidung der Vernunft? Da haben Sie auch wieder recht.

Freitag, 13. Juli 2018

Betriebsrat setzt in Gesundheitsfrage auf Einigungsstelle


Über die desolaten Ergebnisse der 2016 bei Weltbild durchgeführten  Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastungen und die darauffolgende Untätigkeit der Geschäftsführung wurde hier bereits mehrfach berichtet. Im März dieses Jahres schien dann doch noch Bewegung in die Sache zu kommen, als HR Chef Ries selbst Vorschläge einbrachte und sich zu Verhandlungen über eine Betriebsvereinbarung bereit erklärte. So sollte ein generelles Vorgehen zu dem Thema und vor allem konkrete Maßnahmen festgeschrieben werden. 

Der Vorschlag des Personalchefs, in Zusammenarbeit mit der Betriebskrankenkasse ProVita, deren Verwaltungsratsvorsitzender er zufälligerweise ist, ein Bewegungsprogramm für Mitarbeiter einzuführen und seine Zustimmung zu einen Workshop für Führungskräfte (ebenfalls über die BKK) schien erst einmal positiv. Dies sollte durch die vom Gesundheitsausschuss erarbeiteten weiterführenden Maßnahmen ergänzt werden, so dass nun endlich Gesamtpaket geschnürt werden könnte, um die Missstände anzugehen. . 
Bestandteil der BV sollten daher auch noch folgende Punkte sein:

  • Festlegung von Führungsleitlinien  plus eine Appellationsstelle, die bei Schwierigkeiten angerufen werden kann
  • Veröffentlichung eines Unternehmens-Organigramms
  • Aktualisierung der Tätigkeitsbeschreibungen und gegebenenfalls der Arbeitsverträge, da viele Kollegen schon lange mit mehr und neuen Aufgaben betraut sind
  • Erfassung der wichtigsten Arbeitsprozesse aus der sich Verbessrungsmöglichkeiten ableiten lassen, die sowohl die Mitarbeiter entlasten, als auch das Unternehmen stärken
  • Bedarfsanalyse zu Arbeitsmitteln oder Software aus der man eine Priorisierungsliste erarbeiten kann, um bei finanziellem Spielraum schnell regieren und beschaffen zu können
Nach mehreren Verhandlungsterminen wurde aber klar, dass  Ries nicht bereit war 
wesentlich mehr als seine eigenen Vorschläge zu akzeptieren. So sollte eigentlich nur das Angebot der Krankenkasse übernommen werden. Darüber hinaus wollte er das Organigramm bereitstellen und vielleicht über Führungsleitlinien reden, gegebenenfalls auch eine Appellationsinstanz in Betracht ziehen. Die Erfassung der Arbeitsprozesse und eine systematische Bedarfsermittlung wurden als reine Sache der GF rundweg abgelehnt. Dass das zu den Aufgaben der GF gehört bestreitet der Betriebsrat ja nicht. Aber die Tatsache, dass viele Stressoren dasher kommen und in diesem Bereich seit 2016 nichts passiert ist, ist der Grund, weshalb diese Themen zwingend festgeschrieben werden müssen.

Mit nur "Turnen", einer eintägigen Veranstaltung zur Schulung von Führungskräften und einem Organigramm verhöhnt die Geschäftsführung die Mitarbeiter und ignoriert weitgehend den Kern des Problems, was deutlich zeigt welche Wertschätzung  sie den Kollegen tatsächlich entgegen bringt. 

Die Hoffnung vernünftige Ergebnisse zu erzielen und festzuschreiben wurde final  enttäuscht. In weiteren Verhandlungen läge mehr Verschleppungstaktik als die realistische Möglichkeit doch noch ein adäquates Maßnahmenpaket zu erarbeiten. Daher hat der Betriebsrat keine andere Wahl, als die Einigungsstelle anrufen, um über diesen leider kostspieligen Weg die Wachkomapatienten aus der Geschäftsführung zum Handeln zu bewegen.
Ein weiterer Grund eine neutrale Instanz einzuschalten, ist der dreiste Angriff auf die Mitarbeitervertretung, die mit dem Versuch den BR-Vorsitzenden zu kündigen, als offene Drohung zu verstehen ist. In dieser Situation hätte jedes Entgegenkommen des Betriebsrats den üblen Beigeschmack, unter dem aktuellen Druck Zugeständnisse zu machen. 
Der Betriebsrat vertraut darauf, dass auf diesem Weg die notwendigen Maßnahmen, nach so langer Verweigerung der Geschäftsführung, endlich in rechtsverbindlicher Form beschlossen werden können. Die Mitarbeiter hätten die mehr als verdient.

Mittwoch, 11. Juli 2018

Großer Umzug geplant


Weltbild lässt seine MitarbeiterInnen wandern. Wie wir schon hier im Blog berichtet haben, hat die Geschäftsführung Umzugspläne entwickelt, die einen Großteil der Beschäftigten betreffen. Dabei ist weit und breit kein neuer Standort in Sicht, sondern es soll noch dieses Jahr innerhalb der bestehenden Bürogebäude hin und her gezogen werden. 


Der Betriebsrat hat in der Betriebsversammlung am Montag die Belegschaft umfassend darüber informiert und auch gleich klar gemacht wie wenig er von diesem Vorhaben hält. Als habe Weltbild nicht schon genug Probleme, beabsichtigt man jetzt auch noch eine "Reise nach Jerusalem" zu starten. Denn der seltsame Plan führt dazu, dass das Hauptgebäude heillos überbelegt wird und die Beschäftigten sich fragen müssen, wie sie darin überhaupt Platz finden sollen.

Unerträglich volle Büroräume 

Darüber hinaus wurde von Seiten des BR auf weitere Kritikpunkte verwiesen, die den Brandschutz und den Arbeits- und Gesundheitsschutz betreffen. Man fragt sich, wie positive Impulse für das Unternehmen gewonnen werden sollen, wenn man die Kolleginnen und Kollegen so eng zusammen stopft, dass eine unerträgliche Raumsituation entsteht.

Da die Geschäftsführung auf der Versammlung wieder einmal durch Abwesenheit glänzte (man hat derzeit auch nur 4 Geschäftsführer - vielleicht sollte man noch mal aufstocken), blieb diese Frage unbeantwortet. Man wird sehen, wie sie sich die Firmenleitung weiter zu dem Thema verhält. Ob die schlecht durchdachten Pläne geändert und verbessert werden oder ob die Geschäftsführung trotz aller Kritik daran festhält. Und: Wann sie mit dem Betriebsrat überhaupt wieder Gespräche darüber führt.





Montag, 9. Juli 2018

Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD


Die Nachricht traf die ohnehin gebeutelte Restbelegschaft bei WELTBILD wie ein Guss kaltes Wasser: Der Betriebsratsvorsitzende soll fristlos gekündigt werden. Der direkte Angriff auf die demokratisch gewählte Interessenvertretung ist ein weiterer Tiefpunkt in der Auseinandersetzung um die Sanierung des ehemaligen Vorzeigeunternehmens. Nach einer Betriebsversammlung am Montag unterzeichneten die anwesenden Beschäftigten eine Unterstützungserklärung für ihren BR-Vorsitzenden: „Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“.

Denn bei WELTBILD läuft schon lange nichts mehr rund. Im vergangenen Jahr hatte Gesellschafter Walter Droege aus Düsseldorf die Schließung der Logistik in Augsburg gegen den erbitterten Widerstand des Betriebsrats durchgesetzt. Seither kämpft der Versandhändler mit massiven internen Problemen. Die Beschäftigten sind ratlos angesichts der irrlichternden Strategie der Unternehmensführung.

Und nun das: Der langjährige Betriebsrat war erst Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit im Amt bestätigt worden. Im Februar kündigte die Geschäftsführung einen weiteren Personalabbau an, dem sich der Betriebsrat entschlossen entgegenstellte. Nachdem der Arbeitgeber gemerkt hat, dass er gegen den kompetenten und engagierten Betriebsrat nicht durchkommt, greift er nun zu schmutzigen Tricks.

Schmutzige Tricks der Geschäftsführung, um den Betriebsrat loszuwerden

„Es ist typisch, was hier die Geschäftsführung von WELTBILD vorhat. Um die planlosen Strategien des Gesellschafters, Herrn Dröge aus Düsseldorf, gegen jede Vernunft und den Willen der Belegschaft durchzusetzen, will man den Betriebsratsvorsitzenden auf ganz schäbige Art und Weise aus dem Unternehmen entsorgen. Mit schmutzigen Tricks und ehrverletzenden Behauptungen will man den starken und beschäftigtenorientierten Betriebsrat einschüchtern und schwächen. Die Geschäftsführung will so Angst und Verunsicherung im Unternehmen schüren, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken und weiter die Arbeitnehmerrechte massiv einzuschränken“, erklärt der zuständige ver.di Sekretär, Thomas Gürlebeck.

„Der Vorwurf an den Betriebsratsvorsitzenden er habe aktiv zu Straftaten angestiftet ist skandalös und sucht seines Gleichen. Wir werden uns das nicht bieten lassen. Ab heute werden wir mit einer Postkartenaktion, die direkt an den Geschäftsführer Herr Sailer gerichtet ist, die Kampagne „Finger weg von unserem Betriebsrat" starten. Wir werden die Kundinnen und Kunden von WELTBILD informieren, wie mit Arbeitnehmerrechten und insbesondere mit Betriebsräten bei WELTBILD umgegangen wird. Die WELTBILD-Geschäftsführung und der Gesellschafter Walter Dröge sind gut beraten, wenn sie diese Sauerei stoppen,“ ergänzt Gürlebeck.

Dienstag, 3. Juli 2018

Darf es ein bisschen mehr sein?


Diesen Satz kennt jeder, der mal einkaufen war. Dass dieser Satz auch bei Weltbild mal gelten würde, ist neu. Aber seit Juni 2018 sind es jetzt 4, in Worten vier, Geschäftsführer. Das heißt, auf einen Geschäftsführer kommen knapp 90 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Vor der Insolvenz kam man mit nur 3 Geschäftsführern aus, das entsprach damals ca. 670 Mitarbeiter pro Geschäftsführer.

Der Verschleiß an Geschäftsführern bei Weltbild ist seit der Insolvenz ziemlich groß. Manche hatten eine kurze Verweildauer, manche eine etwas längere. Etliche sind nicht freiwillig gegangen. Andere sind schnell und leise verschwunden. Die meisten waren nicht aus der Branche und entsprechend zäh gestaltete sich die Zusammenarbeit.

In den letzten 4 Jahren waren es im Versandhaus und den Filialen in Deutschland bislang 13 Geschäftsführer, die sich die Klinke in die Hand gegeben haben. Das ist eine Hausnummer und zeugt nicht von Kontinuität. Sondern eher von Chaos, weil jeder Einzelne seine Duftmarke in der Firma setzen will.

Aktuell umfasst die Führungsriege einen Einkäufer, einen Filialisten, einen Unternehmensberater und einen Zahlen-Mensch als Geschäftsführer. Fehlt nur noch ein Marketing-Spezialist. Aber nein, die betreffende Führungskraft hat das Haus gerade verlassen. Welcher Multi-Channel-Versender braucht auch schon Werbung? Immerhin ist genügend Erfahrung im Haus, wird aber leider nicht abgerufen. Wie in vielen anderen Abteilungen auch.

Was bezweckt Droege mit 4 Geschäftsführern? Diese 4 müssen sich ja untereinander einigen.
Und jeder Einzelne wird sich auch gut darstellen wollen bei Herrn Droege. Ob das möglich ist?

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.