Dienstag, 21. Februar 2017

„Ich reich dir die Hand“ - Willkommen im Betrieb - gewerkschaftliche Handlungsmöglichkeiten für die Integration von Geflüchteten


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute stellen wir Euch das nächste Seminar aus dem ver.di-Bildungsprogramm für die Mitglieder vor.
Nähere Infos finden sich auch unter www.verdi-bildungsportal.de.

Zur Erinnerung:
ver.di hat für die Mitglieder ein umfangreiches Bildungsprogramm, meist kostenlos und meist mit Fahrtkostenzuschuss.


„Ich reich dir die Hand“ -
Willkommen im Betrieb - gewerkschaftliche
Handlungsmöglichkeiten für die Integration von
Geflüchteten


vom 12.05.2017 bis 14.05.2017 in Beilngries-Paulushofen
Beginn: Freitag um 18:00 Uhr
Ende: Sonntag nach dem Mittagessen
Veranstaltungsnummer: 17/30/372

Teilnahmegebühr für Nicht-Mitglieder: € 235,00
(für ver.di Mitglieder aus Bayern trägt der
ver.di Landesbezirk die Teilnahmegebühr)


Für uns Gewerkschaften spielt die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt eine ganz besondere Rolle. Hier gilt es die Interessen und Bedürfnisse der Belegschaft und der Geflüchteten in Einklang zu bringen.
Wir müssen uns darüber unterhalten, wie es uns gelingen kann die gegenseitigen Ängste abzubauen und ein gemeinsames Miteinander zu schaffen.
Aber müssen wir wirklich Angst haben, wenn Menschen in unseren Betrieb kommen?
Nein! Wir haben doch in allen Jahren gelernt mit den verschiedenen Charakteren der Menschen umzugehen. Warum soll das jetzt anders sein?

Themen im Seminar:

  • Neue Mitarbeiter_innen bringen neue Kulturen mit, wie können die "alten" Kolleginnen und Kollegen sensibilisiert werden?
  • Wie kann das Eis gebrochen werden?
  • Wie geht man mit den Kolleg_innen um, die das Eis nicht brechen wollen?
  • Was können wir als Gewerkschafter_innen dazu beitragen, um die Integration der Geflüchteten zu unterstützen?


Sonntag, 19. Februar 2017

Dieter Hallervorden Clip


Aktueller den je: Ein Sketch zum Standort Deutschland.
Sehr witzig, aber auch erschreckend nah an der Wirklichkeit.




Donnerstag, 16. Februar 2017

Versammlung der ver.di Mitglieder von Weltbild und ALSO Augsburg



Es ist ein kleiner Saal in der Gaststätte Schwabenhaus an der Haunstetter Straße, dafür aber voll besetzt. Hier tauschten sich am Dienstag ver.di Miglieder der Weltbild GmbH und ALSO Logistik Augsburg rege aus. Vor nicht so langer Zeit durch pure Machtausübung auseinander geteilt, war die Stimmung der ehemaligen Verlagsgruppe-KollegInnen an diesem Abend geprägt von einem andauernden Kameradschaftsgefühl. Immer wieder warfen im Laufe des Abends KollegInnen Ihre Sorgen und Erfahrungen am Arbeitsplatz in den Raum und immer wieder herrschte große Einigkeit, wo die Probleme liegen - nicht auf Seiten der ArbeitnehmerInnen. Den Abend bestimmte folglich eine abgeklärte, aber einige Atmosphäre unter den ver.di Mitlgiedern.

Thomas Gürlebeck, ver.di-Sekretär für den Handel in Augsburg hatte eingeladen, um zusammen mit Betriebsratsvorsitzendem Peter Fitz und Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann nicht bloß einen Rückblick auf die letzten Jahre des Kampfes um Weltbild und seine Logistik zu geben, sondern auch um aktuelle Themen zu diskutieren und Tipps für bleibende und scheidende KollegInnen zu geben.

Gleich zu Beginn ging Thomas auf die KollegInnen aus der Logistik ein: Gürlebeck hob dabei hervor, wie sehr ehemalige KollegInnen, auf die er inzwischen in anderen Firmen wieder trifft, noch heute das soziale Geflecht unter den KollegInnen der alten Verlagsgruppe hervorheben - nicht zuletzt im Vergleich zu ihren jetzigen Arbeitsstätten. Dass die Schließung des Lagers zwar nicht letztendlich, aber doch immerhin fünf Mal immer noch weiter verzögert werden und Menschen in Lohn und Brot gehalten werden konnten, lag sicher auch am starken Netz aus KollegInnen, BR und Gewerkschaft. Hatten direkt nach der Insolvenz der Verlagsgruppe noch Arbeitsamt und Insolvenzverwaltung einfach nur einen Scherbenhaufen vor Augen, so konnten Gewerkschaft und BR, zusammen mit tapferer und fleißiger Belegschaft, aufzeigen, dass es sich bei Weltbild vielmehr um ein Puzzle handelte und jederzeit wieder zusammenbaubar.

Als dann Mitte 2014 der Vertreter Droeges auf der Betriebsversammlung noch vollmundig versprach, Droege wolle im Zuge des Betriebsübergangs keine weiteren Kündigungen aussprechen, waren wir alle erleichtert. Bald darauf war diese Äusserung Makulatur: Aufspaltung der Firma und unnötige und willentliche Pleite des Lagers folgten. Währenddessen steigt Walther Droege quasi unaufhaltsam in der Reichen-Liste der Deutschen auf und rückt bald dem Aldi Imperium auf die Pelle, wie BR-Vorsitzender Peter Fitz anmahnte. Vertrauen gewinnen geht anders. Unterdessen kämpfen Thomas Gürlebeck und ver.di nicht nur um die Zukunft der verbleibenden Weltbild GmbH, sondern auch mit Geschäftsführern, die sich die Klinke in der Firma in die Hand geben. Schwierig, hier ein Prognose abzugeben.

Den KollegInnen aus dem Lagerbereich empfahl Thomas, auch nach dem Ausscheiden bei der Stange und somit in der Gewerkschaft zu bleiben: Ein minimaler Beitrag macht dies für arbeitslose Gewerkschafter leichter und nur damit bleiben alle Vorteile der Mitgliedschaft erhalten - nicht zuletzt die Rechtsberatung. Bedenkt man, dass etwa ein Drittel aller Jobcenter Bescheide falsch sind, lohnt sich, eine starke Schulter zur Seite zu wissen. Desweiteren sollen die Kollegen aufpassen, welche Arbeit Ihnen die Arbeitsagentur unterzujubeln versucht: Leiharbeit und mies bezahlte x-beliebige Jobs sind nicht zwingend zumutbar. Auch hier berät ver.di Mitglieder weiter. Und auch nach Aufnahme einer neuen Arbeit, so Gürlebeck, sei für gute Arbeitsbedingungen entscheidend, sich weiter zu engagieren, zum Beispiel im Betriebsrat: Wo es einen gibt: unterstützen! Wo es keinen gibt: einen aufbauen! Wo es einen schwachen BR gibt: sich selbst zur Wahl stellen und es besser machen!

Ganz in diesem Sinne empfahl Timm Boßmann auch den KollegInnen, den existierenden BR und dessen Angebot zu nutzen und gleichzeitig diesen zu unterstützen: Timm empfahl dabei, wie immer, so auch jetzt, wachsam zu sein, wenn z.B. der Chef ganz locker und informell "quatschen" will - wenn man ohne einen Betriebsrat mitgeht, lässt man sich womöglich überhastet überrumpeln von plötzlichen Anwürfen und steht schnell schlecht da. Also: zum Mitarbeitergespräch nicht ohne einen BR! Gerade die Ende 2016 durchgeführte psychologische Belastungs-Untersuchung habe gezeigt, wie geschlaucht viele von uns seien. Nicht unerwähnt ließ Timm an dieser Stelle, wie sehr sich Geschäftsführung und Personalchef um die Verantwortung herum zu drücken versuchten: Dass sich viele von uns trotz schlechten Zustands ins Büro schleppten, zeige der Chefetage anhand der Krankheitsstatistik, dass offenbar doch alles in Butter sei. Welch Hohn für die Aufopferung der Mitarbeiter. Daher rief Timm die Verwaltungsmitarbeiter auch auf, sich für die Workshops zu melden, die kommen werden. Nur die KollegInnen werden Tacheles reden können, wie es ihnen unter den Problemen von Großraumbüro bis Bürokratismus tatsächlich zumute ist. Der BR wird in den mitbestimmungspflichtigen Sozial- und Gesundheitsthemen auch weiterhin auf Verbesserungen Eurer Arbeitsbedingungen drängen!

Freitag, 10. Februar 2017

Reiche können mehr zahlen!


Seit 1998 hat sich die Steuerbelastung der ärmeren Haushalte erhöht, die der Reichen wurde geringer. Denn die rot-grünen und die schwarzroten Koalitionen haben den Spitzensteuersatz gesenkt und indirekte Steuern erhöht.


Immer wieder heißt es, dass die oberen zehn Prozent über die Hälfte der Steuern zahlen. Verschwiegen wird, dass dabei nur die Einkommensteuer gemeint ist. Dass die oberen zehn Prozent durch sie stärker belastet werden, ist aber gerecht: Sie beziehen schließlich über ein Drittel der gesamten Einkommen.

Doch die weniger Begüterten zahlen weit überproportional Verbrauchsteuern, Mehrwertsteuer und andere indirekte Steuern. Insgesamt trägt das reichste Zehntel nur gut 40 Prozent der Steuern. Rechnet man die Sozialbeiträge mit, ist es sogar nur ein Drittel.

Was bedeutet das für die steuerliche Belastung?

So liegt die Steuerbelastung des oberen Zehntels mit 31 Prozent kaum höher als die des ärmsten. Selbst das reichste Prozent, mit über 10.000 Euro Monatseinkommen pro Person, zahlt nur 40 Prozent Steuern. Und die tatsächliche Belastung ist sogar noch niedriger, da ihre Einkommen und Vermögenszuwächse nur unvollständig erfasst werden.

Was fordert die ver.di?

ver.di fordert mehr Steuergerechtigkeit. Untere und mittlere Einkommensgruppen müssen entlastet werden. Die sehr hohen Einkommen und großen Vermögen können und müssen wieder mehr beitragen. Denn einen armen Staat können sich nur die Reichen leisten.





Quelle: WiPo, ver,di

Samstag, 4. Februar 2017

Mode und Qualität zum besten Preis – nur auf wessen Kosten?


Eine Mitteilung des 

H&M gibt sich in der Öffentlichkeit gerne verantwortungsvoll. Diesbezüglich schreibt H&M auf seiner Homepage: „Alle unsere Lieferanten sollen faire Gehälter zahlen, die die Grundbedürfnisse der Arbeitnehmer decken. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Beschaffungspraktiken von H&M. Eine weitere Komponente ist eine gut ausgebildete Belegschaft, deren Gehälter in Zusammenarbeit mit gewählten Gewerkschafts- oder anderen Arbeitnehmervertretern verhandelt und jährlich geprüft werden.“

Leider entspricht diese verantwortungsvolle und heile Welt, welche H&M seinen Kunden vorgaukelt, nicht dem, was die Näherinnen und Näher in den Zuliefererfabriken in Bangladesch tagtäglich erleben müssen. Dem Gesamtbetriebsrat liegen Informationen vor, dass in diesem Moment in Bangladesch – das Land in welchem H&M den Großteil seiner Ware produzieren lässt – erhebliche Menschenrechtsverletzungen erfolgen.

Ausgangspunkt ist die oben beschriebene „jährliche Überprüfung und Verhandlung der Gehälter in Zusammenarbeit mit Gewerkschafts- und Arbeitnehmervertretern“. Regierung und Unternehmen in Bangladesch arbeiten gemeinsam zusammen, um eine gewerkschaftliche Organisation der Näherinnen und Näher zu verhindern. Aktive Gewerkschafter, welche sich für mehr Gehalt eingesetzt haben, wurden inhaftiert - teilweise sogar unter Folter- und Todesandrohungen. Einigen Gewerkschaftern sowie deren Angehörigen wurden die Konten gesperrt, sodass sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können. 85 Fabriken wurden in Folge von Streiks und Protesten in Ashulia vom Management geschlossen und die Arbeiterinnen und Arbeiter entlassen. In 14 von diesen Fabriken gab es aktive Gewerkschaftsgruppen - auch die örtlichen Gewerkschafter haben ihre Arbeit verloren. Diese entlassenen Kolleginnen und Kollegen versuchten auch in anderen Fabriken Gewerkschaften aufzubauen. In weiteren 10 Fabriken in Ashulia arbeiten ebenfalls Gewerkschaftsmitglieder der ansässigen Gewerkschaft (NGWF). Diese wurden bislang zwar nicht entlassen, jedoch verloren andere Arbeiterinnen in diesen Fabriken ihre Anstellung. Dies bedeutet, dass die NGWF ihre Arbeit in 24 Fabriken faktisch einstellen musste. Von diesen 24 Fabriken produzieren 8 für H&M.

Wir, der H&M Sales Gesamtbetriebsrat fordern H&M dazu auf, unverzüglich Druck auf seine 8 Zulieferer in Ashulia auszuüben. Die Inhaftierungen müssen umgehend rückgängig gemacht werden, Menschenrechtsverletzungen müssen sofort unterbunden werden. Die Fabriken müssen unverzüglich wieder öffnen. Die Gewerkschafter sowie Kolleginnen und Kollegen sind umgehend ohne Gehaltsverluste wieder einzustellen, und den Forderungen nach höheren Löhnen muss nachgegeben werden. H&M muss seiner Verantwortung nachkommen und den leeren Worten auf der H&M Homepage endlich Taten folgen lassen! 

Die Gesamtbetriebsratsmitglieder von H&M haben diese Petition des globalen Gewerkschaftsverbands „IndustriALL“ unterzeichnet.

Montag, 30. Januar 2017

Superwahljahr 2017 und was die Gewerkschaften fordern


Fünf Wahlen stehen 2017 an: Die Bundespräsidentenwahl, drei Landtagswahlen und die Bundestagswahl im September. Der DGB hat seine Anforderungen an die Parteien zur Bundestagswahl bereits formuliert. Als Einheitsgewerkschaft ist der DGB parteipolitisch unabhängig, aber nicht neutral.


Im Wahljahr positioniert sich der DGB klar gegen Rechts. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann warnte bereits am 1. Mai 2016 in Stuttgart, dass die soziale Spaltung den Gegnern der Demokratie nütze. „Die Rechtspopulisten behaupten, sie seien die Partei des kleinen Mannes. Aber ihre politischen Programmpunkte bei der Steuer-, Renten- und Sozialpolitik zeigen, dass sie eine Partei der Besserverdiener ist, ohne Konzept, europafeindlich, menschenfeindlich und keine demokratische Alternative“, stellt der DGB-Vorsitzende klar. „Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften agieren als Einheitsgewerkschaften parteipolitisch ungebunden, aber nicht neutral“, betont Hoffmann.

Interessen der ArbeitnehmerInnen in den Mittelpunkt stellen

Um die Interessen der ArbeitnehmerInnen in den Mittelpunkt zu stellen, hat der DGB frühzeitig seine umfangreichen Anforderungen an alle Parteien formuliert. Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen setzt sich der DGB für eine solidarische und gerechte Flüchtlings- und Migrationspolitik ein. Alle EinwohnerInnen profitieren, wenn Defizite bei Wohnungsbau, Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur behoben werden. Um Integration zum Erfolg zu machen, muss die Politik gleiche Rechte und Pflichten für alle schaffen und die Ankommenden in Ausbildung und Beruf bringen.

Arbeit 4.0 im Sinne der Beschäftigten gestalten

Weitere Forderungen befassen sich mit der sich wandelnden Arbeitswelt. Die Digitalisierung birgt neue Chancen wie Entlastungen bei schwerer körperlicher Arbeit, aber auch steigende Ansprüche an die Beschäftigten. Der DGB fordert die Politik auf, die ArbeitnehmerInnen im Blick zu behalten: Starke Tarifbindung und mehr Mitbestimmung sind unerlässlich, um neue Formen der Arbeit – wie die Plattformarbeit – im Sinne der Beschäftigten zu gestalten. Begriffe wie Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Betrieb müssen neu definiert werden, um den Herausforderungen gerecht zu werden.

Flexibilität nicht auf Kosten der ArbeitnehmerInnen

Top-Thema für Betriebsräte und Beschäftigte ist die Arbeitszeit. Mobile Geräte schaffen größere Freiräume und flexiblere Möglichkeiten, seinen Job zu erledigen. Im Idealfall können Beschäftigte dadurch selbstbestimmter verschiedene Lebensphasen gestalten. Die Gewerkschaften wollen die Menschen aber gleichzeitig von entgrenzter und verdichteter Arbeit schützen, zum Beispiel durch ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit. „Wichtig ist, dass Flexibilität nicht auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten geht“, betont der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

Offensive für die Mitbestimmung

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften gehen bei der Mitbestimmung in die Offensive – die gesetzlichen Grundlagen müssen an die Entwicklungen des 21. Jahrhunderts angepasst werden. Hier sind die Parteien gefordert, zu handeln, damit Interessen- und ArbeitnehmervertreterInnen weiterhin die sich wandelnde Arbeitswelt gestalten können. „Wir müssen endlich den mitbestimmungspolitischen Stillstand überwinden“, so Hoffmann. Zentral ist aus Sicht des DGB, dass es Sanktionen gibt, wenn Betriebsratswahlen illegal beeinflusst oder verhindert werden.

Quelle:
www.dgb.de

Donnerstag, 26. Januar 2017

Neue Seminare: Wie lange wollen wir arbeiten? / Lateinamerika: Die Erben des Che Guevara


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute stellen wir Euch die nächsten zwei Seminare aus dem ver.di-Bildungsprogramm für die Mitglieder vor.

Nähere Infos finden sich auch unter www.verdi-bildungsportal.de.

Zur Erinnerung:
ver.di hat für die Mitglieder ein umfangreiches Bildungsprogramm, meist kostenlos und meist mit Fahrtkostenzuschuss.


Wie lange wollen wir arbeiten?
Arbeitszeitwünsche der Beschäftigen 


vom 24.03.2017 bis 26.03.2017 in Beilngries-Paulushofen 
Beginn: Freitag um 18:00 Uhr 
Ende: Sonntag nach dem Mittagessen 
Veranstaltungsnummer: 17/30/371 

Teilnahmegebühr für Nicht-Mitglieder: € 235,00 
(für ver.di Mitglieder aus Bayern trägt der 
ver.di Landesbezirk die Teilnahmegebühr) 

Die Arbeitgeber drängen auf eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit. Der demografische Wandel erhöht den Druck auf verbleibende abhängig Beschäftigte. Und zusätzlich steigen die Anforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben.

Wie werden sich die Arbeitsbedingungen in Bezug auf die Arbeitszeit verändern? 

Gewerkschaften stellen die Frage: „Wie muss sich die Arbeitszeit verändern, um abhängig Beschäftigten die Vereinbarkeit von Leben und Arbeit zu ermöglichen?“ 

Der Kampf um kürzere Arbeitszeiten ist für uns Gewerkschafter heute noch genauso aktuell wie früher. Er ist wichtig, um eine gerechte Verteilung der Arbeit zu gewährleisten, der Vereinbarkeit von Leben und Arbeit und nicht zuletzt der Muße zu dienen. 

Themen im Seminar sind: 

  • Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten (BRD, EU) zum Einklang von Leben und Arbeit
     
  • Gewerkschaftliche Positionen zum Thema Arbeitszeit
     
  • Historische Entwicklung der Arbeitszeiten
     
  • Arbeitsflexibilität vs. Arbeitszeitverkürzung
     
  • Welchen Einfluss haben Demografischer Wandel und die anstehende Digitalisierung auf die Arbeitszeit?
     
  • Gewerkschaftliche Handlungsmöglichkeiten
     
  • Wie können wir die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben überzeugen und wie können wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aktiv werden? 



Lateinamerika: Die Erben des Che Guevara 


vom 31.03.2017 bis 02.04.2017 in Brannenburg 
Beginn: Freitag um 18:00 Uhr 
Ende: Sonntag nach dem Mittagessen 
Veranstaltungsnummer: 17/30/379 

Teilnahmegebühr für Nicht-Mitglieder: € 235,00 
(für ver.di Mitglieder aus Bayern trägt der 
ver.di Landesbezirk die Teilnahmegebühr) 

Kooperationsseminar des Bildungswerkes der ver.di 
mit dem ver.di Bezirk München und ver.di Bayern. 


Das Wochenendseminar beschäftigt sich mit einem Kernthema der Gewerkschaften: International Denken und Handeln!

In Lateinamerika toben zur Zeit mörderische Klassenkämpfe auf dem Rücken der arbeitenden und arbeitssuchenden Bevölkerung. Tausende von Gewerkschafter_innen sind die Opfer in Kolumbien, Peru, Venezuela und anderswo. 

Unsere internationale Gewerkschaftsorganisation UNI AMERICA und zahlreiche politische und gewerkschaftliche Initiativen stemmen sich dagegen und wollen ein menschenwürdiges Leben in sozialer Gerechtigkeit.

Große lateinamerikanische und europäische Vorbilder sind in den Gewerkschaftszentralen abgebildet: Die französische Revolution, Marx, Simon Bolívar, Che Guevara... Mit unserem Kollegen Orhan Akman und anderen Kennern des Kontinentes werden wir Informationen sammeln, bündeln und Handlungsmöglichkeiten absprechen. 

  1. Zur Geschichte der Freiheitskämpfe in Lateinamerika
     
  2. Che Guevara, Kuba gestern und heute
     
  3. Arbeiterselbstverwaltung in Argentinien
     
  4. Die Kultur der Befreiung (Musik, Literatur, Malerei...)
     
  5. Erfahrungen der Klassen -und Gewerkschaftskämpfe in Peru und Kolumbien 


Unsere Seminarmethoden richten sich nach den Inhalten (Einführungsvorträge, Erfahrungsberichte, Arbeitsgruppen, Musik, Bilder....). Das Seminar versteht sich als einen ersten Schritt (in die richtige 
Richtung). 


Montag, 23. Januar 2017

Weltbild Outlet in Augsburg Lechhausen


In der Meraner Straße in Augsburg gibt es wieder einen Weltbild-Lagerverkauf. Zum Weihnachtsgeschäft ist der großflächige Laden neu eröffnet worden unter dem Label "Outlet".

Das ist einerseits ein gutes Signal. Andererseits zeigt es, wie widersprüchlich die Wege einer Unternehmensführung sein können: Denn gegen den Widerstand des Betriebsrates hat die Weltbild-Führung letzten Sommer durchgesetzt, den bekannten und beliebten "Schnäppchenmarkt" in der Steinernen Furt zu schließen. Angeblich, weil er nach der beabsichtigten Verlagerung der Logistik nicht mehr benötigt werde.





Zum Glück hat man sich mittlerweile anders besonnen und erkannt, dass dieser Verkaufskanal weiterhin wichtig ist. Das hätte man aber auch schon früher erkennen und einsehen können. Man denke nur an die MitarbeiterInnen, die durch die Schließung des alten Schnäppchenmarktes in die Transfergesellschaft wechseln mussten.

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres haben wir im Blog über dieses Thema berichtet und darauf hingewiesen, wie sinnvoll der bei Schnäppchenjägern beliebte Verkaufskanal auch künftig sein wird. Denn es gibt stets eine große Nachfrage nach technisch intakten Retouren, Bücher-Mängelexemplaren, Restbeständen und Lagerware.

Darüber hinaus muss ein Unternehmen wie Weltbild gerade am Stammsitz Augsburg Präsenz zeigen und deutlich sichtbar sein. Das sollte die Unternehmensführung in ihren weiteren Planungen nicht aus dem Blick verlieren. Insofern ist das neue Outlet durchaus auch ein positives Signal für die Kunden, die MitarbeiterInnen, das Unternehmen und die Stadt.

In dieser Hinsicht kommt man nicht umhin an einen anderen Unternehmensteil von Weltbild zu denken: Aber was die Verlagerung der Logistik nach Bor anbelangt ... da fehlen einem ohnehin die Worte!


Donnerstag, 19. Januar 2017

Sonntags frei - ein Gewinn für uns alle


Die Zeit in der erfundene Feste einen leichten Vorwand für Sonntagsöffnungen lieferten, geht zu ende. Ver.di und die vor zehn Jahren gegründete "Allianz für den freien Sonntag" fahren einen Erfolg nach dem anderen ein: Deutschlandweit hat es jede Menge Urteile gegen rechtswidrige Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsöffnung gegeben - ein Gewinn für die Beschäftigten im Handel.
Darüber hinaus wird mit diesen Entscheidungen die gesellschaftliche Bedeutung des Sonntags als wichtiger Zeitanker hervorgehoben: Als freier Tag , an dem die meisten Menschen ihre Freizeit mit Familie und Freunden oder auch in Vereinen gemeinsam verbringen können.
Ver.di warnt immer wieder davor, dass Ladenöffnungen an Sonntagen das Einfallstor für Sonntagsarbeit in vielen Bereichen sein können - Kitas und andere Betreuungseinrichtungen sind nur ein Beispiel. Gerade deshalb ist es wichtig, noch stärker auch auf kommunaler Ebene gemeinsam für den Sonntagsschutz zu aktiv zu werden.

Arbeitgeber wollen noch mehr Öffnungszeiten

Inzwischen versucht der Unternehmerverband HDI eine Gegenoffensive anzustoßen. Bundesweit fordert er zehn verkaufsoffene Sonntage, ohne dass wie bisher ein besonderer Anlass vorliegen müsste. Für eine generelle Sonntagsöffnung sprechen sich Karstadt-Chef Fanderl und die FDP aus.
"Diese Forderungen sind völlig absurd", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Auch der Verweis auf den Online-Handel sei fadenscheinig: "Konkurrenzdruck über das Internet lässt sich durch verkaufsoffene Sonntage nicht verhindern. Um im brutalen Verdrängungswettbewerb zu bestehen, sollten die Einzelhandelsunternehmen lieber in Beratung und Service investieren und die Beschäftigten durch vernünftige, existenzsichernde Bezahlung motivieren. Diese Stärken können die Händler jede Woche sechs Tage ausspielen,"

Alle höchstrichterlichen Urteile geben ver.di und den anderen Verbündeten der Sonntagsallianz recht. Zuletzt hatte das Bundesverwaltungsgericht im November 2015 eine bahnbrechende Entscheidung getroffen. Ver.di war in Bayern mit einer Klage gegen eine Sonntagsöffnung in der Gemeinde Eching erfolgreich - Motto: "Der Sonntag gehört den Menschen, nicht dem Kapital".
Auf dieses Urteil bezogen sich letztes Jahr auch die Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof, als sie es der Stadtverwaltung von Frankfurt am Main im April und Oktober untersagten, wegen einer Musikmesse bzw. der Buchmesse  die Läden stadtweit öffnen zu lassen.
Auch der Verwaltungsgerichtshof München, sowie das Oberverwaltungsgericht in Münster griffen die Argumentation der Bundesrichter auf und ließen eine Sonntagsöffnung nicht zu. Auch das OVG in Weimar entschied im September 2016, dass bereits durchgeführte Sonntagsöffnungen in Erfurt nicht gesetzeskonform waren und stoppte die  noch geplanten Termine.

Kernpunkte der aktuellen Rechtsprechung:

  • Die Veranstaltung, die den Anlass für die Sonntagsöffnung bietet, muss prägend sein. Sie müsste auch ohne Ladenöffnung mehr Besucher anziehen können, als die alleinige Sonntagsöffnung.
  • Um dies vorab zu ermitteln, muss - falls keine verlässlichen Erfahrungswerte vorliegen - eine Prognose erstellt werden. Die Öffnung selbst darf  lediglich als "Anhängsel" wahrgenommen werden.
  • Darüber hinaus muss ein räumlicher Bezug zwischen Veranstaltung und den geöffneten Geschäften bestehen. Ist eine Veranstaltung stark begrenzt, wie etwa  auf ein Messegelände, dürfen nicht kilometerweit entfernt davon Sonntagsöffnungen stattfinden. 
In fast allen Bundesländern hat ver.di und die Sonntagsallianz die Kommunen auf die Rechtslage hingewiesen, dennoch ist die Praxis rechtswidriger Genehmigungen nicht beendet.

Der Kampf um denn freien Sonntag geht weiter.

Montag, 9. Januar 2017

Die gesetzliche Rente stärken!


Unser Land wird immer reicher. Die Rentnerinnen und Rentner bekommen aber immer weniger vom Kuchen. Ihre Kaufkraft ist gesunken.

Wenn das so weiter geht, droht ein Teil der älteren Generation sozial abzustürzen. Der Grund: Die Leistungskürzungen in der Rente der letzten 20 Jahre schlagen immer stärker durch. 


Das Rentenniveau, also die Rente im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttoentgelt, lag vor 15 Jahren noch bei rund 53 Prozent. 2015 betrug es nur noch 47,6 Prozent. Neue Daten der Bundesregierung zeigen: Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann fällt das Rentenniveau bis 2030 auf 44 Prozent und bis 2045 auf 41,6 Prozent. Danach geht es weiter bergab! Die Folgen dieser Entwicklung werden dramatisch sein. Schon heute reicht die gesetzliche Rente häufig nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Immer mehr Menschen droht Armut im Alter, selbst wenn sie ein Leben lang gearbeitet haben. 

Wir brauchen einen Kurswechsel. Die Rente muss zukünftig wieder ein gutes Leben im Alter ermöglichen und Armut vermeiden. Das ist wichtiger als eine „Beitragsatzstabilität“, von der vor allem die Arbeitgeber profitieren. Denn für die Beschäftigten ist private Vorsorge auf eigene Kosten teurer. Deshalb fordert ver.di: Das Niveau der gesetzlichen Rente muss stabilisiert und wieder erhöht werden. Besondere Verbesserungen müssen für Niedrigverdienende und Erwerbsgeminderte kommen!

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.