Dienstag, 20. November 2018

Kündigungsversuch: WELTBILD scheitert vor Gericht


Erfundene Vorwürfe und ehrverletzende Behauptungen 

rechtfertigen keine Kündigung des BR-Vorsitzenden


Die Plätze im Gerichtssaal reichten nicht für die vielen UnterstützerInnen, die zur Verhandlung über die Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD gekommen waren. Vor dem Gericht formierten sich Dutzende mit Fahnen und Bannern zum bunten Protest: „Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!“ Drinnen erging es den Vertretern des Arbeitgebers nicht besser. Sie konnten keinerlei Beweise für die Behauptung vorlegen, der Vorsitzende habe einen Mitarbeiter zum Blaumachen aufgefordert.

Wer am Montagmorgen nicht selbst dabei sein konnte, schickte ein Foto zur Unterstützung des Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD. Die DemonstrantInnen präsentierten über 100 Fotos von weiteren UnterstützerInnen aus ganz Deutschland.

Am Ende der Verhandlung riet der Vorsitzende Richter dem Arbeitgeber dringend, den Antrag zur Kündigung des Betriebsrats zurückzuziehen. Man müsse nicht immer alles auf die Spitze treiben, sagte das Gericht, das weder stichhaltige Beweise für die Vorwürfe des Arbeitgeber erkennen konnte, noch den Vorwurf als solchen für kündigungsrelevant hielt.

Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di überrascht das nicht: „Erfundene Vorwürfe und ehrverletzende Behauptungen reichen eben nicht, um einen Betriebsratsvorsitzenden aus dem Amt zu jagen.“ Aber der Gewerkschafter ist auch wütend: „Die Geschäftsführung will jetzt genau denjenigen loswerden, der in der höchst schwierigen Phase der Insolvenz unermüdlich für den Fortbestand des Unternehmens und die Beschäftigten gekämpft hat. Der Vorwurf, er solle einen Kollegen dazu angestiftet haben, WELTBILD zu schädigen, ist eine unerhörte Dreistigkeit.“

BR-Vorsitzender soll gehen, weil er unbequem ist

Viele Kolleginnen und Kollegen vermuten, dass die Geschäftsführung den BR-Vorsitzenden vor allem deshalb loswerden will, weil er unbequem ist und Konflikten nicht aus dem Weg geht. Gürlebeck teilt diese Einschätzung: „Hier wird die Sozialpartnerschaft mit Füßen getreten. Einen solchen Umgang mit Betriebsräten kann man nur verurteilen, und man muss sich fragen, welches Rechtsempfinden in der WELTBILD-Geschäftsführung vorherrscht.“

Die Urteilsverkündung ist für den 29.11.2018 vorgesehen. Bis dahin hat der Arbeitgeber Zeit, sich zu entscheiden, ob er das Betriebsrats-Mobbing weitertreiben oder wieder auf den Boden von Gesetz und Anstand zurückkehren möchte.

Montag, 19. November 2018

Die Kirchen an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats



Die Verbindungen zwischen dem WELTBILD-Betriebsrat und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) sowie der Betriebsseelsorge sind traditionell eng. Seit vielen Jahren arbeiten die InteressenvertreterInnen eng zusammen und haben gemeinsam einiges durchgesetzt. Erinnert sei hier an die schrittweise Abschaffung der Leiharbeit in der WELTBILD-Logistik und die Durchsetzung des Zukunftstarifvertrages 2011/12. 

Natürlich stehen die VertreterInnen der Kirchen auch im aktuellen Konflikt an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats und haben bei unserer Fotoaktion mitgemacht. Ebenfalls dabei: Ulrich Gottwald vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), dem evangelischen Pendant zur katholischen Organisation.

KAB und Betriebsseelsorge in Augsburg: Hans Gilg, Georg Steinmetz und Erwin Helmer.

Vereint an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats: Renate Hofner (KAB) und Ulrich Gottwald (KDA). Daneben Lothar Rose (KAB) und Manfred Hufert vom Arbeitskreis "Menschen in Zeitarbeit".

Weitere VertreterInnen der KAB aus Bayern/Schwaben: Gerhard Wild, Martina Berndt-Hoffmann und Ewald Lorenz.

Wenn auch Sie unsere Foto-Aktion unterstützen wollen, können Sie sich hier unser Solidaritäts-Plakat herunterladen. Dann ausdrucken und einen Schnappschuss von Ihnen mit dem Plakat an die blogredaktion@web.de schicken. Vielen Dank!

Samstag, 17. November 2018

Immer mehr Menschen fordern: Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!


Das Interesse der Öffentlichkeit an den Vorgängen bei WELTBILD ist ungebrochen. Hier weitere Fotos von solidarischen Menschen, die das Vorgehen der Geschäftsführung ablehnen: "Betriebsrats-Mobbing passt nicht in unser WELTBILD!" 

Der Betriebsrat von IKEA in Eching und Renate Färber.

Peter Wendel, Aytekin Erayabakan, BR LIDL Logistik, und Alfred Kückner, der BR-Vorsitzende von Hörauf & Kohler

K.A. Finkel, Markus Völkl und Wolfgang Jell.

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Freitag, 16. November 2018

Erfolg mit Hilfe der ver.di: Drei Münchner Betriebsräte behalten ihre Jobs


Geschäftsführung zieht fristlose Kündigungen nach Solidaritätskampagne zurück:
Kündigungen sind vom Tisch

München – Bei "ResMed" in Martinsried bei München, einem Unternehmen, das auf Schlaf- und Atemstörungen spezialisiert ist, wurde kurz nach den Betriebsratswahlen gleich drei ver.di-Betriebsrät/innen auf einmal gekündigt (sh. ver.di publik 4_2018). ver.di stand den Betroffenen zur Seite und unterstützte sie beim Rechtsschutz.

Der zuständige Fachbereich „Besondere Dienstleistungen“ organisierte eine breit angelegte Solidaritätskampagne


Zahlreiche Betriebs- und ­Personalräte und viele einzelne ver.di-­Mitglieder beteiligten sich an der Aktion. Einige schrieben sogar direkt das Unternehmen oder ihre Krankenkasse an, um auf alternative Produkte umzusteigen oder ihre Verträge zu kündigen. Die große Solidarität zeigte bei der ­Geschäftsleitung Wirkung. Sie sah sich gezwungen, mit ver.di in einen Dialog zu treten, um über die Kündigungen zu reden. Zahlreiche Gespräche folgten. In ­enger Abstimmung mit dem Betriebsratsgremium, das hinter den gekündigten Kolleg/innen stand. Um den Konflikt zu deeskalieren, bot die Geschäftsleitung an, die Kündigungen nach den ersten Gerichtsterminen zurückzuziehen, wenn die Tendenz des Gerichts eindeutig sei.

Es dauerte mehrere Monate, bis die Termine endgültig feststanden. Die gekündigten Kolleg/innen waren wegen der fristlosen Kündigung bei der Arbeitsagentur gesperrt und bekamen kein Arbeitslosengeld. Damit ihre ­Existenz nicht gefährdet wurde, sprang ver.di ein. Alle drei bekamen sogenannte Gemaßregeltenunterstützung.


Erfolg auf ganzer Linie

Am Ende wurden die Kündigungen von ResMed zurückgenommen. Als Betriebsräte setzen sich die drei Kolleg/innen nun wieder für die Beschäftigten ein. Ein Erfolg auf ganzer Linie – dank Kollegialität und Solidarität.

Maren Ulbrich

aus : ver.di publik 7/2018

Donnerstag, 15. November 2018

Solidaritätsadressen des ver.di-Bundesvorstands


Der ver.di-Bundesvorstand führt die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands mit etwa 2.000.000 Mitgliedern. Auch in Berlin sind die Angriffe auf den Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD Thema. Die Führungsebene von ver.di steht hinter dem Betriebsrat in Augsburg. 

Mitglieder des ver.di-Bundesvorstands mit den Soli-Plakaten aus Augsburg (von oben links im Uhrzeigersinn): Gabriele Gröschl-Bahr, Dagmar König, Andreas Scheidt, Christoph Meister und Ute Kittel.

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Mittwoch, 14. November 2018

Wir sehen uns am Montag vor dem Arbeitsgericht…


Die Auseinandersetzung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat geht in die nächste Runde: Am kommenden Montag findet der Kammertermin zum Kündigungsverfahren gegen unseren Vorsitzenden statt. Kommt zum Arbeitsgericht und unterstützt den Betriebsrat gegen die Angriffe der Geschäftsführung:

Kundgebung vor dem Arbeitsgericht
am Montag, 19.11.2018, um 8:00 Uhr
Frohsinnstr. 2 (Nähe Theodor-Heuss-Platz)

Obwohl das Arbeitgericht bereits während des Gütetermins im Juli sehr deutlich gemacht hat, dass es wenig von den Vorwürfen gegen den Vorsitzenden hält, treibt die Geschäftsführung das Verfahren weiter. So will sie das Ansehen des Gremiums wie unseres Vorsitzenden untergraben und uns von anderen wichtigen Aufgaben abhalten.

Letztlich greift der Arbeitgeber mit seinem Vorgehen unserer Auffassung nach auch die Wahlentscheidung der Beschäftigten an. Die Belegschaft hat den amtierenden Betriebsrat erst im Januar mit einer Wahlbeteiligung von 75% gewählt. Dabei entfielen fast 70% der Stimmen auf die Liste unseres Vorsitzenden.

Eines ist auch klar: Wir werden uns nicht einschüchtern lassen, sondern eure Interessen weiterhin mit allen gebotenen Mitteln verteidigen und durchsetzen. Dazu ermutigen uns auch Hunderte UnterstützerInnen aus ganz Deutschland.

Dienstag, 13. November 2018

Betriebsräte aus der Region zeigen Gesicht


Wenn Unternehmen ihre Betriebsräte angreifen und sich gegen die gesetzliche Mitbestimmung vergehen, spricht sich das schnell herum. Andere Interessenvertretungen solidarisieren sich und zeigen Gesicht gegen das Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD. So ist der angeschlagene Versandhändler aus Augsburg in aller Munde: regional und überregional – leider nicht im positiven Sinn…

Der Betriebsrat von LEDVANCE schreibt: "Wir wünschen Euch viel Erfolg bei Eurem Kampf gegen diese Machenschaften!"

Die Kolleginnen und Kollegen von der DEHNER-Filiale in Königsbrunn stehen hinter dem Betriebsrat von WELTBILD. 
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Montag, 12. November 2018

Protest vor dem Augsburger Presseball


Eine rauschende Ballnacht – so beschreibt die Augsburger Allgemeine den Presseball in der Kongresshalle vergangenen Samstag. Was in der Berichterstattung der Zeitung wahrscheinlich nicht erwähnt wird, ist der Protest der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. 




Drucker und Gewerkschafter protestieren lautstark vor der Kongresshalle

Während sich drinnen die Eigentümerfamilie für ihr großes soziales Engagement feiern lässt, fürchten draußen die MitarbeiterInnen um ihr monatliches Gehalt. Denn wieder einmal möchte ein erfolgreiches Unternehmen Tarifflucht begehen und den Beschäftigten, die nachts die Zeitungen drucken, weniger bezahlen.



Trommeln und Trillerpfeifen vor dem roten Teppich 

Viele der eintreffenden Gäste blickten erstaunt, als sie vor der Kongresshalle mit einem lauten Pfeifkonzert begrüßt wurden. Mehrere Betriebsrätinnen verteilten Flugblätter an die Gäste, um zu verdeutlichen, weshalb diese Aktion stattfindet.




Ein starkes Zeichen gegen Tarifflucht

Druck aufbauen für die Beibehaltung des Tarifes: Das war das Ziel dieser gelungenen Kundgebung! Vor den vielen Gästen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wurde lautstark deutlich gemacht, dass man das Vorgehen des großen Medienunternehmens nicht akzeptiert.





Eine tolle Aktion! Dank an alle UnterstützerInnen, insbesondere an die Trommelgruppe!






Sonntag, 11. November 2018

"Was WELTBILD mit dem Betriebsrat macht, ist nicht in Ordnung!"


Uns erreichen jeden Tag Dutzende neuer Fotos. Nicht nur von anderen Betriebsräten und Gewerkschaften, sondern auch von Leserinnen und Kunden. Sie haben gute Wünsche und aufmunternde Worte im Gepäck: "Durchhalten!", "Nicht unterkriegen lassen!". Eine Haltung eint diese Menschen: "Was WELTBILD mit dem Betriebsrat macht, ist nicht in Ordnung!". 




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Freitag, 9. November 2018

Hinter dem WELTBILD-Betriebsrat steht eine starke Organisation


Kraftvolle Betriebsratsarbeit braucht einen politischen Rahmen und eine starke Organisation im Hintergrund. Deshalb sind viele WELTBILD-BetriebsrätInnen in der Gewerkschaft ver.di organisiert und engagiert. 

Sie setzen viel Freizeit und Energie ein, um Gewerkschaftsarbeit als ehrenamtliche FunktionärInnen aktiv mitzugestalten. Einige Betriebsratsmitglieder nehmen auch Ämter auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene wahr: zum Beispiel in der Landesbildungskommission. Die folgenden Schnappschüsse entstanden am Rande der letzten Kommissionssitzung in Nürnberg.

Landesbildungssekretärin Dr. Ursula Stöger von ver.di, Christoph Wagner-Neisinger, Personalratsvorsitzender der Stadt Regensburg, und der Bezirksgeschäftsführer der ver.di in Niederbayern Hartmut Veitengruber unterstützen ihre KollegInnen vom WELTBILD Betriebsrat. 
Weitere Mitglieder der Landesbildungskommission: Dirk Nagel, Regionalleiter von ver.di bildung+beratung in Bayern; Fritz Paschke; Peter Müller, Jugendbildungsreferent der ver.di-Jugend Bayern, und Wolfgang Schulz. 

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