Mittwoch, 20. Februar 2019

GF an Belegschaft: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?


Immer wenn es für Käpt’n Kirk von der Enterprise so richtig eng wurde, griff er zum Communicator und befahl: „Beam me up, Scotty!“ Dieser kleine Trick ließ schon die Kiefer unzähliger Monster in die interstellare Leere schnappen. Daran mag sich Christian Sailer erinnert haben, als er am Horizont wieder einmal ein paar hässliche Pleitegeier ihre Runden drehen sah. Aber anstatt sich selbst in Luft aufzulösen, nimmt der WELTBILD-CEO gleich die ganze Belegschaft mit auf seinen Sternen-Trip. Mitarbeiterversammlung heißt das dann, und viele Lichtjahre von der Wirklichkeit entfernt dringt die Geschäftsführung in Galaxien vor, die nie ein Düsseldorfer zuvor gesehen hat...

Den Auftakt macht Tobias Winstel, der seit Jahresbeginn den Buchbereich leitet. Er hat fleißig zur WELTBILD-Historie recherchiert und berichtet der erstaunten  Belegschaft, dass sie „in den letzten vier Jahren eine tolle Geschichte hingelegt“ habe. „Eine tolle Geschichte“ – so kann man es natürlich auch nennen, wenn von 2.300 KollegInnen rund 2.000 ihren Arbeitsplatz verlieren. Man kann das aber auch eleganter sagen: Für den neuen Leiter Online-Marketing, der sich im Anschluss vorstellt, ist die Insolvenz schon nur noch eine „Saure-Gurken-Zeit“. Eine Episode, die mit seinem Erscheinen abgeschlossen ist.

Diese Steilvorlage lässt sich der stets gut gelaunte Märchenonkel Christian natürlich nicht entgehen. Er spricht im Folgenden selbst von einer „Sauren-Gurken-Zeit, die wir aber in kurzer Zeit gedreht haben...“ Die darauf folgenden Aussagen zur wirtschaftlichen Lage sind dann etwas widersprüchlich: Mal „haben wir ein leichtes Plus“, dann ging im zweistelligen Millionenbereich „Umsatz verloren“, doch das Ergebnis sei „positiv“ – wenn auch „unter Plan“ bzw. „Vorjahr“.

Neu: die „Weniger-ist-Mehrwert-Theorie“

Kurz bevor sich gar keineR mehr auskennt, verrät der inspirierte Versandhandelsstratege sein Erfolgsrezept: „Weniger Filialen, weniger Kataloge – aber die Ersparnis ist größer als die Umsatzverluste.“ Und schon ist sie geboren, ganz frei nach Marx: die Weniger-ist-Mehrwert-Theorie.

Während die Belegschaft noch über diese betriebswirtschaftliche Vision staunt und nachzurechnen versucht, was das für ihre Arbeitsplätze bedeutet, kriegt der Clown Executive Officer schon wieder die Kurve: 2019 greife die „Wachstumsinitiative!“ Die legendären 3 - 5% Umsatzwachstum, die bereits für 2017 und 2018 versprochen waren – jetzt kommen sie, ganz bestimmt...

In dem Stil geht es weiter. Der neue Marketing-Chef Ferdinand Mahr hat durch beherzte „Marketing Analytics“ herausgefunden, dass die KundInnen von Weltbild in der Mehrzahl alt und weiblich sind. Während die Belegschaft recht verhalten auf diese nicht völlig neue Erkenntnis reagiert, zeigt sich CEO Sailer begeistert: „Ich war total überrascht: von unseren Neukunden sind fast 50% unter 45!“ Mehr als die Hälfte also älter. So sieht Zukunft aus – man muss nur ganz fest die Augen zusammenkneifen.

Sklaventreiberei als Verbesserungsprozess

Oder die Zähne zusammenbeißen. Das dürften unsere KollegInnen in Tschechien derzeit tun. Geschäftsführer Nummer 4, Bjoern Minnier, berichtet aus Bor: Dort laufe es super, seit man die Arbeitsleistung jedes einzelnen Mitarbeiters elektronisch erfasse. Der persönliche Leistungsreport werde nicht nur im Betrieb öffentlich ausgehängt, sondern es gebe auch Einzelgespräche mit den ArbeitnehmerInnen, deren Leistung unter einer willkürlich festgelegten Benchmark liege. Wenn auch das nicht fruchte, tausche man die „Ressource“ eben aus. Kein Problem, weil „wir beschäftigen dort zum größten Teil Leiharbeiter“.

Wenn AMAZON sowas macht, kommt das im Fernsehen und Günter Wallraff spricht den Kommentar dazu. Bei WELTBILD läuft das inzwischen unter „Prozessoptimierung“. Damit kennt sich Bjoern Minnier als ehemaliger Unternehmensberater der Droege-Gruppe natürlich sehr gut aus.

Am Ende wird es dann noch mal unterhaltsam – MitarbeiterInnen dürfen Fragen stellen: „Wenn es alles so gut läuft, warum zahlen wir unsere Rechnungen nicht?“ Da wird ein Herr Sailer ganz verständnisvoll und geradezu altväterlich: „Sehen Sie, ich will das mal so erklären: Wir bauen hier sozusagen gerade ein Haus…“ Da müsse man sein Geld eben zusammenhalten und deshalb „gehen wir beim Bezahlen von Rechnungen nicht in die Offensive“. Interessanter Ansatz, und wenn unsere Geschäftspartner das in Gänze verstanden haben, schicken sie die Mahnung vor der Rechnung. Oder wie eine Kollegin es ausdrückte: „Das Haus wird nicht fertig, wenn die Maurer abhauen, weil sie keinen Lohn bekommen.“ Beifall der Belegschaft, Lippenpressen bei Sailer.

Umzug: der Geschäftsführer redet Unsinn

Leider nicht fest genug, denn schon auf die nächste Frage rutscht ihm wieder eine Lüge als Antwort heraus: Wie es mit dem Umzug aussehe, möchte eine Kollegin wissen. „Prima“, sagt Sailer: Der Betriebsrat habe Vorschläge vorgelegt, die er jetzt an Personalchef Manfred Ries, respektive den Leiter der Zentralen Dienste, zur Umsetzung weitergegeben habe. Im März, suggeriert Sailer, könne umgezogen werden.

Wahr ist: Der Betriebsrat hat ein arbeitswissenschaftliches Gutachten anfertigen lassen, das belegt, was die Betroffenen ohnehin schon lange wissen. 80% der geplanten Arbeitsplätze entsprechen nicht den gesetzlichen Vorschriften. Die Neuplanung ist aber Aufgabe des Arbeitgebers. Der Betriebsrat hat keine neue Planung gemacht, sondern der GF nur einen gutgemeinten Tipp gegeben: Ohne die Anmietung weiterer Büroflächen wird es nicht funktionieren.

So weit, so wenig Neues unter der Sonne. Aber ganz zum Schluss erinnern wir uns an einen Satz, der dem ersten Redner herausgerutscht ist: „Ich bin erst 5 Wochen da“, hatte Tobias Winstel zu Beginn gesagt, „aber es kommt mir vor wie 5 Jahre.“ Ja genau, so fühlt sich WELTBILD an. Beam me up, Scotty…!

Dienstag, 19. Februar 2019

Die Beschäftigten stärken!


Die internationale Arbeitsorganisation (ILO) feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Diese UN-Sonderorganisation, an der Arbeitgeber und Gewerkschaften mitwirken, veröffentlicht jährlich einen Lohnreport. In ihrem jüngsten Bericht zeichnet die ILO ein trauriges Bild der Entwicklung der Arbeitseinkommen.
In den großen Industrieländern stiegen die preisbereinigten Löhne zwischen 1999 und 2017 um insgesamt nur neun Prozent. Dies entspricht einem jährlichen Plus von mickrigen 0,5 Prozent. Ursächlich dafür ist einerseits die schwache und krisenhafte Wirtschaftsentwicklung, andererseits die schlechte Durchsetzungsmacht der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften.

Bereits seit Anfang der 1980er Jahre ist der Anteil der Löhne am Volkseinkommen stark gesunken, der der Kapitaleinkommen gestiegen. Dies ist kein Ergebnis vermeintlicher Sachzwänge der Globalisierung oder Digitalisierung, sondern Ergebnis neoliberaler Politik.

Die Deregulierung der Arbeitsmärkte, Privatisierungen und der Umbau der sozialen Sicherungssysteme führten zu einem starken Zuwachs prekärer Jobs und von Niedriglöhnen. Die Tarifverträge wurden geschwächt. Wenn die Löhne wieder kräftiger steigen sollen, muss die Verhandlungsmacht der Beschäftigten politisch gestärkt werden. Der Neoliberalismus muss durch eine soziale Politik überwunden werden.


ver.di Bundesvorstand
Bereich Wirtschaftspolitik
10179 Berlin
Dieser Artikel wurde von den Kollegen von H.C. Beck übernommen.
Herzlichen Dank - http://chbeck-verdi.blogspot.com/

Freitag, 15. Februar 2019

Fusion Karstadt und Kaufhof


Seit  Jahren kämpfen die großen Warenhäuser Karstadt und Kaufhof gegen Billiganbieter wie Primark aber auch gegen den Online-Giganten Amazon.
Karstadt hatte zuletzt auf Grund eines,mit der ver.di abgeschlossenen Sanierungstarifvertrags, gerade so die Kurve bekommen, die Kaufhof Filialen laufen defizitär.

Um am Markt weiterhin bestehen zu können, planten die beiden Warenhaus-Riesen zu fusionieren. Dieser Fusion stimmte das Bundeskartellamt im November 2018 zu.

Karstadt/Kaufhof- Filialen finden sich europaweit an 243 Standorten. Das Unternehmen beschäftigt rund 32.000 MitarbeiterInnen.

Die Ankündigung der Unternehmensleitung Karstadt/Kaufhof aus der Tarifbindung auszusteigen, bestürzte nicht nur die Beschäftigten sondern auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Wie soll die Zukunft aussehen?


Im Januar 2019 fand ein Spitzengespräch zwischen der ver.di und den Gesamtbetriebsräten von Karstadt und Kaufhof statt.

Am 31.01.2019 gab die ver.di die folgende Pressemitteilung heraus.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Gesamtbetriebsräte der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof haben in einem Spitzengespräch mit der Unternehmensführung deutlich erklärt, dass ein Zukunftskonzept nur unter Einbeziehung der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft erfolgreich sein könne. An dem Treffen in Berlin nahmen auch der Eigner der Signa-Holding René Benko, CEO Stephan Fanderl, die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Peter Zysik (Kaufhof) und Jürgen Ettl (Karstadt) und ihre Stellvertreter sowie der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske und ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger teil.

Die Unternehmensführung von Karstadt/Kaufhof erklärte in dem Gespräch, sie erwarte von den Kaufhof-Beschäftigten einen Beitrag in Höhe von 70 Millionen Euro zur Sanierung des Unternehmens. Die Signa-Holding wolle ihrerseits im Frühjahr eine Finanzspritze in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags zur Stützung von Kaufhof bereitstellen. Auch würde kein Geld abgezogen, sondern reinvestiert.

Scharfe Kritik übte ver.di an der Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. "Die bisherige Informationspolitik des Unternehmens und die Ankündigung, aus der Tarifbindung auszuscheren, war weder sachdienlich noch förderlich für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Einseitiges Handeln verhindert Vertrauen", sagte Stefanie Nutzenberger. "Eine Tarifflucht und die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband ohne Tarifbindung stellt für die Beschäftigten eine Provokation dar". Ein Zukunftskonzept müsse von den Beschäftigten mitgestaltet werden.

Das Unternehmen seinerseits stellte klar, eine Tariflösung für Kaufhof und Karstadt mit ver.di anzustreben. Die ver.di-Forderungen sind eindeutig. Nutzenberger: "Wir brauchen eine Beschäftigungs- und Standortsicherung - auch für die 40 Doppelstandorte und ein Bekenntnis zur Tarifbindung. Dann sind wir auch bereit, über ein Zukunftskonzept zu verhandeln", so Nutzenberger.

Die Gewerkschaft will die Tarifkommissionen von Kaufhof und Karstadt noch im Februar zu gemeinsamen Beratungen über die nächsten Schritte und Maßnahmen zusammenrufen. Bis dahin sollen die Eckpunkte eines Zukunftskonzepts des Unternehmens inklusive eines möglichen Arbeitnehmerbeitrages schriftlich vorliegen und den Tarifkommissionsmitgliedern plausibel dargelegt werden.

Quellen:
- WiWo
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bundesvorstand www.verdi.de

Mittwoch, 13. Februar 2019

Prima Klima?


Jede/r Zweite hat Angst, mit dem Vorgesetzten über Probleme zu sprechen


Unterstützung durch Kollegen gut, Kommunikation mit Vorgesetzten schwierig:  Beschäftigte in Deutschland bewerten das Klima in ihrem Unternehmen differenziert. Während ein gutes Klima Motivation und Wohlbefinden fördert, führen mangelnde Wertschätzung und destruktives Führungsverhalten häufig zu Stress und Gesundheitsproblemen.


Fast die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland hat Angst, gegenüber ihren Vorgesetzten Probleme anzusprechen. Das zeigt eine Auswertung des "DGB-Index Gute Arbeit". Doch die Zahlen zum Betriebsklima in Deutschland zeigen auch positive Seiten: Die Solidarität unter Kolleginnen und Kollegen ist groß.

44 Prozent der Beschäftigten geben laut "DGB-Index  Gute Arbeit" an, dass es in ihrem Betrieb nur in geringem Maß oder gar nicht die Möglichkeit gibt, Probleme gegenüber den Vorgesetzten oder der Geschäftsführung offen anzusprechen.

Dabei spielt die Größe des Betriebs offenbar eine wesentliche Rolle: Kleinbetriebe mit weniger als 20 Beschäftigten werden hinsichtlich des Betriebsklimas etwas positiver bewertet als mittlere und größere Unternehmen. Allerdings traut sich auch in den Kleinbetrieben jede/r Dritte (34 Prozent) nicht, gegenüber Vorgesetzten offen seine Meinung zu sagen.

Und: Jede/r dritte Beschäftigte (32 Prozent) erfähr von den Vorgesetzten nur geringe oder gar keine Wertschätzung für die eigene Arbeit.

Solidarität unter den Beschäftigten groß

Ein deutlich positiveres Bild zeigt sich beim Betriebsklima innerhalb der Belegschaft: 85 Prozent aller Beschäftigten sagen, dass sie sich auf große Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen verlassen können.


Allerdings könnten viele Betriebe noch mehr tun, um diese Kollegialität auch zu fördern: Gut ein Drittel der Beschäftigten (35 Prozent) ist der Meinung, dass Kollegialität im Betrieb gar nicht oder nur in geringem Maß gefördert wird.

Wie die Beschäftigten die sozialen Bedingungen im Betrieb bewerten, steht hier:

DGB-Studie Gute Arbeit


Quelle: die Kollegen des Hugendubel ver.di blog

Montag, 11. Februar 2019

Umzug: So nicht, sagt der Betriebsrat


Der Betriebsrat hat beschlossen, dem Umzug in seiner jetzigen Planung zu widersprechen. Die Einhaltung wesentlicher Mindestvorgaben der Arbeitsstättenverordnung und des technischen Regelwerks ist nicht sichergestellt. Nach dem Soll-Ist-Vergleich von aktueller Planung und Arbeitsschutzregelwerk ist absehbar, dass vor allem im BÖWE-Gebäude die Gefährdungsbeurteilung wesentliche Mängel im Bereich der Verkehrswege, der Funktions- und Bewegungsflächen, des Lärmschutzes, des Umgang mit Gefahrstoffen und gegebenenfalls auch des Brandschutzes zeigen wird. In diesem Fall dürfen an diesen Arbeitsplätzen keine Beschäftigten eingesetzt werden.

Wer den Einlassungen von CEO Christian Sailer auf der Betriebsversammlung genau zugehört hat, dem ist eine wundersame Wandlung vom Paulus zum Saulus aufgefallen. Am Anfang lobte Sailer die genaue Analyse der Pläne und sicherte zu, alle entsprechenden Gesetze einhalten zu wollen. Einige Sätze weiter sprach er davon, alles zu "versuchen", um die Gesetze "wenn möglich" einzuhalten. Und am Ende hieß es dann, man solle ihm doch mal eine Firma zeigen, die tatsächlich alle Vorschriften einhalte, das gehe ja gar nicht…

Keine Ausreden mehr – Gesetze gelten auch für WELTBILD

Wir möchten die Geschäftsführung deshalb nochmals an die Fakten erinnern. Bei der aktuellen Planung wurden folgende Mindestanforderungen an die Gestaltung von Arbeitsstätten nicht berücksichtigt:

  • Verkehrs- und Bewegungsflächen dürfen sich nicht überlagern. Das heißt, bei nebeneinanderliegenden Bildschirm-Arbeitsplätzen ist mit einer Tiefe von 1,60 Meter für Stuhl, Bewegungsfläche und Verkehrsweg zu kalkulieren. Befindet sich hinter dem Schreibtisch ein Regal/Schrank so ist zusätzlich die Funktionsfläche bzw. der Sicherheitsabstand in Ansatz zu bringen.
  • Von besonderer Bedeutung sind die Verkehrswege. Es ist zwingend sicher zustellen, dass Beschäftigte jederzeit ungehindert ihren Arbeitsplatz betreten und verlassen können. Hierfür ist – neben den oben genannten Mindestflächen – auch sicher zu stellen, dass keine Utensilien, wie Ordner, Accessoires, Kleinmöbel etc. den Weg zum und vom Arbeitsplatz verstellen.
  • Brennbare Produkte und solche, die im Falle einer Temperaturerhöhung schmelzen oder zu starker Rauchentwicklung neigen, sind grundsätzlich nicht in Arbeitsplatznähe zu lagern. Hierfür ist bereits bei der Planung sicher zu stellen, dass ausreichend geeignete Lagerflächen zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls sind bei der Konzeptionierung dieser Lagerflächen besondere Anforderungen des Brandschutzes und die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung zu beachten. Es ist nicht von „haushaltsüblichen Mengen“ auszugehen.
  • Bei der Planung wurde der Lärmschutz nicht ausreichend berücksichtigt: Es ist davon auszugehen, dass der Dauerschallpegel insbesondere in den Mehrpersonenbüros im BÖWE-Gebäude deutlich über 55 dbA liegen wird, außer es werden umfassende Lärmschutzmaßnahmen bei der Planung berücksichtigt und zugleich die Flächenbelegung reduziert.

BR-Vorschlag: Weitere Räume bei SIGMA anmieten

Unter Berücksichtigung der oben genannten Mängel ist – nach grober Schätzung – davon auszugehen, dass die Mindestvorgaben der Arbeitsstättenverordnung nur dann eingehalten werden können, wenn die Belegung des BÖWE-Gebäudes um ca. 20% reduziert wird (bezogen auf die Mehrpersonenbüros).

Der BR regt daher eine stärkere Belegung des SIGMA-Gebäudes an, und schlägt vor, dort weitere Räumlichkeiten anzumieten. Denn auch bei der Belegung der Gebäude SIGMA und in der Rumplerstraße gibt es erhebliche Belegungsprobleme, die ebenfalls die oben genannten Punkte betreffen.

Montag, 28. Januar 2019

Betriebsversammlung Teil 4: Geheim, geheim!


Unmittelbar im Anschluss an die Betriebsversammlung erreichte den Betriebsrat ein E-Mail des Geschäftsführers Christian Sailer. Der CEO war mit seiner Performance auf der Versammlung offenbar unzufrieden und machte seinem Ärger Luft, indem er schon wieder BR-Mitglieder mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen bedrohte. 

Ihm sei berichtet worden, schrieb Sailer, dass ein Mitglied des Gremiums die Folienpräsentation seines Berichts zur wirtschaftlichen Lage abfotografiert habe. Das sei aber alles vertraulich, streng geheim usw. … Untergang des Abendlandes also, falls die Zahlen in falsche Hände gerieten. Dazu zählt der CEO in seinem Schreiben auch die „Gewerkschaft“ – gemeint war wahrscheinlich die Redaktion dieses Blogs.

Wir können Sie beruhigen, Herr Sailer. In diesem Blog sind noch niemals Umsatzzahlen oder Deckungsbeiträge veröffentlicht worden. Und der Gewerkschaft haben Sie Ihre Folien selbst gezeigt: Deren Mitglieder saßen nämlich zuhauf in der Versammlung.

Also hören Sie auf mit den albernen Scheingefechten! Greifen Sie die offensichtlichen Probleme an, und lösen Sie diese, anstatt ständig die Interessenvertretung zu attackieren. Weder die Gewerkschaft noch der Betriebsrat können irgendetwas dafür, dass WELTBILD nicht aus der Krise kommt.

Die Wahrheit ist: Es gibt ganz konkrete und bekannte Schwierigkeiten – mit den Lieferanten, mit der Auslieferung und im ganzen Haus umständliche und fehlerhafte Prozesse, die selbst mit der doppelten Anzahl von Personal nicht zeitgerecht abzuarbeiten wären.

Darum sollten Sie sich kümmern, statt Zahlen schönzureden und alle zwei Wochen eine neue Strategie auszurufen. Am Ende noch ein gut gemeinter Tipp: In dieser Situation ein paar Indianer rauszuschmeißen und dafür im Dutzend billiger neue Häuptlinge einzustellen – das ist ganz sicher nicht die Lösung des Problems!

Samstag, 26. Januar 2019

Betriebsversammlung Teil 3: Warum widerspricht sich die Geschäftsführung selbst?


Im Februar 2018 hatte Personalleiter Manfred Ries weitere Stellenstreichungen angekündigt. Rund 40 KollegInnen sollten auf die ein oder andere Art entsorgt werden. Der Protest des Betriebsrats ließ den Arbeitgeber kalt – bis das Gremium den Konflikt um die Arbeitsplätze vor das Arbeitsgericht brachte. Seither bestreitet die Geschäftsführung, dass Ries' Äußerungen tatsächlich so gemeint waren.

Diese Frage spielt bei den Verfahren vor dem Arbeitsgericht eine wichtige Rolle, weil sich der Betriebsrat bei seinen Zustimmungsverweigerungen auch auf den geplanten Personalabbau bezieht. Obwohl ein Gedächtnisprotokoll des BR-Vorsitzenden vorliegt, leugnen die gegnerischen Anwälte die Personalreduktion in den einschlägigen Verfahren. Als „Beweis“ führen sie an, dass es ja faktisch gar keinen Abbau, sondern in Summe sogar einen Personalaufbau gegeben habe. Dem aber widersprach auf der Betriebsversammlung am 17. Januar CEO Christian Sailer höchstpersönlich: Er erklärte vor versammelter Belegschaft eine Verringerung von 341 auf 317 Köpfe im Laufe des Jahres 2018.

Alles nur Missverständnisse und Zeitungsenten?

Offenbar wissen die Männer an der Spitze von WELTBILD selbst nicht mehr genau, was sie wollen bzw. was sie gerade tun. Sicher ist dagegen: Dass der für 2018 geplante Personalabbau nicht deutlich schmerzhafter ausgefallen ist, ist einzig der Widerständigkeit des Betriebsrats zu verdanken, der sich mit Händen und Füßen gegen eine weitere willkürliche und sinnlose Personalreduktion wehrt.

Leider sind die Pläne der Geschäftsführung immer noch nicht vom Tisch. Am 17. November 2018 konnte jedeR in der Augsburger Allgemeinen nachlesen, dass Christian Sailer auch in Augsburg einen weiteren Personalabbau anstrebt…

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Der Betriebsrat verwies kürzlich vor Gericht auf diesen Artikel als Beleg für die Pläne der Geschäftsführung. Daraufhin erklärte Personalchef Manfred Ries dem Richter, der Reporter habe Herrn Sailer eben falsch verstanden bzw. falsch zitiert. Dabei stammt der Bericht aus der Feder von Stefan Stahl, dem Leiter der Wirtschaftsredaktion der Augsburger Allgemeinen. Er ist bekannt – und in gewissen Kreisen auch gefürchtet – für seine bohrenden Nachfragen.

Es darf als sehr unwahrscheinlich gelten, dass sich ein erfahrener und renommierter Journalist „verhört“ hat. Und selbst wenn: Falls ein verantwortungsvoller Geschäftsführer in einem so wichtigen Punkt völlig falsch verstanden wird, dann bittet er doch um Richtigstellung in der Zeitung  – oder er informiert zumindest sofort intern die Belegschaft, dass es ein Missverständnis gegeben hat…

Nichts davon ist geschehen, und das hat Gründe: Es handelt sich nämlich um ein Missverständnis ganz anderer Art. Die Geschäftsführung von WELTBILD missversteht Personalplanung als kurzfristiges Steuerungsinstrument betriebswirtschaftlicher Ergebnisse. Anders gesagt: Wenn es – aus welchen Gründen auch immer – Defizite gibt, dann werden einfach ein paar Leute rausgeschmissen, und die Bilanz ist wieder in Ordnung.

Clown Executive Officer 

Dass diese simple Rechnung nicht aufgeht, sieht jeder, der WELTBILDs Abstieg unter der Düsseldorfer Herrschaft verfolgt hat. Nur CEO Christian Sailer nicht, der auf der Betriebsversammlung allen Ernstes erklärt hat, man befinde sich im „Jahr 3 nach der Insolvenz“ und WELTBILD habe vor der Pleite ja auch nur 500 MitarbeiterInnen in der Augsburger Verwaltung gehabt.

Für Nicht-WELTBILD-ler und den aktuellen CEO zum Mitschreiben: Vor der Pleite, die sich am 10. Januar 2019 zum 5. Mal gejährt hat, waren rund 1.300 VerwaltungsmitarbeiterInnen in der Augsburger WELTBILD-Zentrale angestellt. Weitere 1.200 KollegInnen sorgten im eigenen Versandzentrum für eine pünktliche und fehlerfreie Auslieferung der Kundenbestellungen. Insgesamt waren es also 2.500 MitarbeiterInnen allein in Augsburg. Deutschlandweit standen bei WELTBILD und den verbundenen Unternehmen, darunter die damals deutlich größeren Filialketten, rund 6.500 Menschen in Lohn und Brot.

Als er auf seinen Fauxpas aufmerksam gemacht wurde, reagierte der WELTBILD-Chef wütend: Offenbar hätten die vielen Leute ja auch nichts genutzt, an irgendwas sei der Laden schließlich pleite gegangen. Dieser Einwurf kam sehr gut an bei den MitarbeiterInnen, von denen viele seit 20, 30 Jahren bei WELTBILD sind und das Unternehmen mit aufgebaut haben.

Was der CEO sonst noch so zum Besten gegeben hat?

Fortsetzung folgt…

Freitag, 25. Januar 2019

Betriebsversammlung Teil 2: Darüber streiten WELTBILD und Betriebsrat vor Gericht


Noch nie in der 70jährigen Geschichte von WELTBILD standen sich Geschäftsführung und Betriebsrat so oft vor dem Arbeitsgericht gegenüber. Auf der Betriebsversammlung am 17. Januar 2019 fasste BR-Vorsitzender Timm Boßmann den Stand der juristischen Auseinandersetzungen zusammen. Für viele überraschend war sicher die Erkenntnis, dass nur vier der Verfahren seit Februar 2018 vom Betriebsrat eingeleitet wurden.

Die 4 Verfahren des Betriebsrats

Verfahren 1: Bereits im April 2018 zeigte der Betriebsrat die fortgesetzten Verstöße gegen die Betriebsvereinbarung „Flexible Arbeitszeit“ beim Arbeitsgericht an. Dieses Verfahren wurde am 19. September 2018 mit einem Vergleich abgeschlossen, der mehrere gerichtliche Auflagen für den Arbeitgeber beinhaltete. Erst danach war die Personalleitung bereit, über eine Regelung mit dem Betriebsrat zu sprechen. Diesen Sachverhalt haben wir im ersten Teil unseres Berichts zur Betriebsversammlung ausführlich dargestellt.

Verfahren 2: Hier ging es um die Einsetzung der Einigungsstelle zu den Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für den Personalabbau im Logistikkompetenzzentrum und die Ausgliederung von Beschäftigten in die WELTBILD FIlial GmbH.

Dieses Verfahren hat der Betriebsrat am 17. April 2018 vor dem Augsburger Arbeitsgericht gewonnen. Einen Tag vor Ablauf der Einspruchsfrist am 9. Mai hat der Arbeitgeber eine juristisch völlig aussichtlose Beschwerde beim Landesarbeitsgericht in München eingelegt und so das Ende des Verfahrens nochmals um 3 Monate hinausgezögert. Das Landesarbeitsgericht bestätigte den Augsburger Richterspruch erwartungsgemäß und damit endete dieses Verfahren am 25. Juli 2018.
Leider hat die Einigungsstelle bislang keine Ergebnisse gebracht, außer dass der Arbeitgeber die Überleitungsvereinbarung von 2014 gekündigt hat. Wir berichteten hier ausführlich.

Verfahren 3: Obwohl diese Einigungsstelle noch nicht abgeschlossen ist, hat der Arbeitgeber mehrere KollegInnen und Kollegen in die WELTBILD Filial GmbH ausgegliedert. Dabei wurde zum Teil massiver psychologischer  Druck seitens der Personalleitung aufgebaut, um die KollegInnen in eine Gesellschaft zu zwingen, die keinen Betriebsrat hat, und die faktisch ohne Vermögen ist, aus dem im Falle einer Insolvenz Abfindungen gezahlt werden könnten.

Der Betriebsrat hatte dagegen vorgeschlagen, eine Regelung zu treffen wie im Falle der Übergänge in die Jokers GmbH und die Editionen GmbH. Diese beiden Gesellschaften werden als gemeinsame Betriebe mit der WELTBILD geführt. Das heißt: im Falle von Personalmaßnamen bestehen – auch finanzielle! – Ansprüche gegenüber der WELTBILD und der bewährte Betriebsrat bleibt für die KollegInnen zuständig.

Nachdem die Geschäftsführung das rigoros ablehnt, hat der BR eine Klage bei Gericht eingereicht, das feststellen soll, dass der gemeinsame Betrieb faktisch ohnehin besteht und entsprechend zu verfahren ist, egal ob die Geschäftsführung darin einen eigenen Vorteil sieht oder nicht. Der Kammertermin in diesem Verfahren wird am 17. April diesen Jahres sein.

Verfahren 4: Im Betriebsverfassungsgesetz gibt es zwei Paragraphen, die eine Beteiligung des Betriebsrats an der Personalplanung des Unternehmens gesetzlich vorschreiben. Das sind der § 92, der diese sogenannte „Unterrichtungs- und Beratungspflicht“ konkreter beschreibt und der § 92a, der den Arbeitgeber zwingt, verschiedene Maßnahmen der Beschäftigungssicherung mit dem Betriebsrat zu beraten und die Vorschläge des Betriebsrats in diesem Zusammenhang zumindest ernsthaft zu prüfen.

Beides findet bei WELTBILD – natürlich –  nicht statt. Deshalb hat der BR das Gericht bemüht, dem Arbeitgeber aufzugeben, seinen Verpflichtungen zukünftig nachzukommen. Dieses Verfahren läuft ebenfalls noch und der nächste Termin findet am 14. März statt.

Die meisten Prozesse hat der Arbeitgeber eingeleitet

Im Gegenzug hat der Arbeitgeber insgesamt 10 Verfahren gegen den Betriebsrat eingeleitet. Es handelt sich dabei um Zustimmungsersetzungsverfahren im Zusammenhang mit Neueinstellungen. Im Laufe des letzten Jahres hat der Betriebsrat in 12 von insgesamt 31 Neueinstellungen seine Zustimmung verweigert. Das hatte unterschiedliche Gründe, zum Beispiel,

  • weil die Neueinstellung auf einem Arbeitsplatz erfolgen sollte, den auch eineR der gekündigten Beschäftigten aus dem Logistikkompetenzzentrum hätte übernehmen können, oder 
  • weil neue MitarbeiterInnen für eine Position eingestellt werden sollten, die bereits von einem oder einer KollegIn besetzt ist. Das hat in der Vergangenheit schon einmal dazu geführt, dass nach einer solchen Neueinstellung die Person, welche die Stelle bis dahin innehatte, regelrecht weggemobbt wurde. Deshalb ist der BR in diesem Zusammenhang besonders kritisch.
  • weil dem Betriebsrat wichtige Informationen fehlen, was der oder die Neueingestellte in Abgrenzung zu den anderen KollegInnen in der Abteilung überhaupt tun soll. Aber die Personalleitung weigert sich offenbar aus Prinzip, Stellenbeschreibungen zu verfassen und schaltet auf stur – um den Preis eines teuren Gerichtsverfahrens…
  • Last but not least hat der Betriebsrat einen kleinen Teil der Einstellungen auch deshalb verweigert, weil sie dem geplanten Personalabbau gegenüberstehen: Im Februar letzten Jahres hat Personalchef Ries dem BR-Vorsitzenden mitgeteilt, dass der Personalstand auf unter 300 Beschäftigte gesenkt werden soll. Wenn gleichzeitig neues, zusätzliches Personal eingestellt wird, heißt das nichts anderes, als das für jede Person, die neu kommt, eine andere, die derzeit da ist, gehen muss. Dem kann ein Betriebsrat, der seine Verantwortung ernst nimmt, nicht zustimmen! 

Ob und in welchem Umfang die Geschäftsführung weitere Arbeitsplätze streichen möchte, war auch im weiteren Verlauf der Versammlung Thema.

Fortsetzung folgt…

Donnerstag, 24. Januar 2019

Betriebsversammlung Teil 1: Zusammenarbeit mit der GF bleibt schwierig


Bei der ersten Betriebsversammlung des Jahres am vergangenen Donnerstag platzte der Versammlungsraum aus allen Nähten. „Schön wieder hier zu sein!“, begrüßte Timm Boßmann die Belegschaft. Der Betriebsratsvorsitzende spielte damit auf den gescheiterten Versuch der Geschäftsführung an, ihn mit haltlosen Anschuldigungen zu kündigen. Die KollegInnen quittierten das mit donnerndem Beifall.

Boßmann bedankte sich für die Unterstützung durch ver.di und andere  Gewerkschaften, für den Beistand der KAB/Betriebsseelsorge und bei weiteren Organisationen, PolitikerInnen sowie zahllosen Privatpersonen, die bundesweit gegen die ungerechtfertigte Kündigung Position bezogen hatten.

Am meisten habe ihn aber die starke Solidarität im Betrieb gefreut, sagte der Vorsitzende: „Ich glaube, ich bin noch nie in meinem ganzen Leben so oft gefragt worden, wie es mir geht! Liebe Kolleginnen und Kollegen: Danke, es geht mir gut.“ Applaus!

Weil die Geschäftsführung nach der Niederlage vor Gericht eine verzerrte Version des Ergebnisses per E-Mail an die Belegschaft verschickt hatte, stellte Boßmann abschließend klar, was bei der Gerichtsverhandlung Ende November tatsächlich herausgekommen war: „Es hat keinen Vergleich irgendeiner Art gegeben. Ich habe keine Abmahnung für irgendeine Verfehlung bekommen. Der Arbeitgeber hat vom Gericht in keiner Weise Recht bekommen, sondern ist zu 100% gescheitert.“

Ungenügend: Umzugspläne und Gesundheitsschutz

BR-Mitglied Hannes Walk berichtete Neuigkeiten zum geplanten Umzug innerhalb der bestehenden Firmengebäude. Inzwischen liegen dem Betriebsrat dazu die kompletten Pläne der Geschäftsführung vor. Sie entsprechen in weiten Teilen aber nicht den gesetzlichen Vorschriften, wie die Sachverständige Tatjana Fuchs von der Gesellschaft für Gute Arbeit eindrucksvoll ausführte.

Danach musste Betriebsrätin Manuela Natterer wieder auf den Dauerbrenner „Psychische Gefährdungsbeurteilung“ zu sprechen kommen. Bereits Ende 2016 hatte  eine arbeitswissenschaftliche Untersuchung gravierende Belastungen offenbart. Trotzdem hat die Geschäftsführung bis heute keinerlei Schritte zu einer Verbesserung der Situation unternommen. Das wichtige Thema wird deshalb Ende Februar in einer gerichtlichen Einigungsstelle gemeinsam mit Sachverständigen verhandelt.

Neue Betriebsvereinbarung stärkt digitales Geschäft

Im Anschluss stellte die stellvertretende Vorsitzende Dolores Sailer eine neue Betriebsvereinbarung vor. Die BV „Mehrarbeit im Marketing“ ergänzt die BV „Flexible Arbeitszeit“ und schafft arbeitsrechtlich korrekte und gesundheitlich vertretbare Möglichkeiten, die Marketing-Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken auch am Wochenende zu betreuen.

Damit reagiere der Betriebsrat auf die Veränderung der Arbeitsaufgaben im Zuge der Digitalisierung des Handels, führte Boßmann ergänzend aus: „Diese Betriebsvereinbarung ist der Beweis, dass es gelingen kann, die Erfordernisse des Geschäfts mit den Rechten und den gesundheitlichen Bedürfnissen der Beschäftigten unter einen Hut zu bringen. Man muss nur miteinander reden und bereit sein zu verhandeln. Dann geht das auch!“ Leider sei es keiner Geschäftsführung zuvor jemals so schwer gefallen, mit dem Betriebsrat konsensorientiert zusammenzuarbeiten.

So war es auch bei den Wochenendeinsätzen im Bereich Marketing, erzählte Dolores Sailer. Der BR musste tatsächlich vor das Arbeitsgericht ziehen, damit ein Richter der Geschäftsführung erklärt, was ihre Pflichten aus der Betriebsvereinbarung „Flexible Arbeitszeiten“ sind. Und selbst nach dem Prozess hat Personalchef  Ries eine Betriebsvereinbarung zunächst abgelehnt und wollte das Thema lieber outsourcen als eine vernünftige Vereinbarung zu treffen. Erst nachdem sich das als – vorhersehbarer – Rohrkrepierer erwiesen hatte, war vernünftig zu reden. Einmal am Verhandlungstisch wurde innerhalb weniger Tage eine Vereinbarung getroffen, von der jetzt beide Seiten gleichermaßen profitieren.

Fortsetzung folgt…

Dienstag, 15. Januar 2019

Einladung zur Betriebsversammlung


Die erste Betriebsversammlung von Weltbild 

im Jahr 2019 findet statt am 

Donnerstag, den 17.01. um 13:30 Uhr in der Böwe-Kantine. 


Alle Beschäftigten von Weltbild Deutschland sind herzlich eingeladen und können daran teilnehmen. 

Hierzu ein Hinweis: 
Betriebsversammlungen haben Vorrang vor anderen Terminen im Betrieb. Andere Termine sollten in diesem Zeitraum nicht angesetzt bzw. nach Möglichkeit verschoben werden. 

Auf der Tagesordnung stehen wichtige Themen, die die gesamte Belegschaft betreffen:
So zum Beispiel der aktuelle Stand des von der Geschäftsführung geplanten Umzuges innerhalb der vorhandenen Räumlichkeiten. Dieser Umzug betrifft nahezu alle Abteilungen. Außerdem die Frage, wie es mit der Betriebsvereinbarung zur Senkung der psychischen Belastungen weitergeht.

Die fortschreitende Digitalisierung gab Anlass für eine Betriebsvereinbarung zur Mehrarbeit im Bereich Marketing, die kürzlich abgeschlossen wurde. Der Betriebsrat informiert über die Regelungen, die nun gelten.


Weitere Themen werden sein:
Die gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber
Die Einigungsstelle zum Personalabbau
Die wirtschaftliche Lage: Informationen zum letzten Weihnachtsgeschäft (Herr Sailer)
Und die variablen Gehaltsbestandteile der außertariflich Beschäftigten.

Neben Hans Gilg von der Betriebsseelsorge wird diesmal Tatjana Fuchs als Gast dabei sein, die den Weltbild-Betriebsrat in Fragen des Arbeitsschutzes mit ihrem Fachwissen berät.





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