Donnerstag, 5. Dezember 2019

Klimawandel muss nichts Schlechtes sein ...


Am 28. November 2019 lud der Betriebsrat die Belegschaft zur letzten Betriebsversammlung des Jahres ein, die nach den Zeiten harter Auseinandersetzung mit der Geschäftsführung, von schier unglaublicher Harmonie geprägt war.

Zu Beginn begrüßte der BR-Vorsitzende Timm Boßmann die Kolleginnen und Kollegen, sowie CEO Christian Sailer, Björn Minnier und Personalchef Manfred Ries aus der Geschäftsleitung. Er betonte, dass sich die Zusammenarbeit der Betriebsparteien in den letzten Monaten wieder deutlich verbessert hat. "Wir haben uns wieder zusammengerauft" umschrieb er den langen Weg zurück zu einem normalen und konstruktiven Umgang.
Dadurch wurde es endlich auch wieder möglich, in vielen wichtigen Punkten, Positives für die Belegschaft und das Unternehmen zu erreichen. Grundlage dafür ist ein regelmäßiger, offener Informationsaustausch, lösungsorientierte Verhandlungen und die Bereitschaft die Perspektive der anderen Seite im Blick zu behalten.  
Mit der Beteiligung des Betriebsrats an der Personalplanung, sowie der Anerkennung des gemeinsamen Betriebs der Weltbild GmbH & Co. KG und der Weltbild Filialvertriebsgesellschaft, sind  dann auch die zwei elementaren Streitpunkte beigelegt worden. 
Im Fortgang der Veranstaltung stellten dann Mitglieder des Gremiums die weiteren Ergebnisse der Arbeit des Betriebsrats vor.

  Der große Umzug  (Dirk Neu) 
Angestrebt war die Zusammenführung von bisher räumlich getrennten Abteilungen bereits im Herbst 2018. Da die ersten Planungen für sehr viele Kollegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen mit sich gebracht hätten und auch zentrale Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung nicht eingehalten wurden, hat der Betriebsrat seine Zustimmung verweigert und Nachbesserungen gefordert. Erst durch die Anmietung neuer Büroflächen konnte das Projekt dann im September 2019 durchgeführt werden. Bei Feinjustierungen und Nachbesserungen wurde auf dem "kurzen Dienstweg" zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung zügig Einigkeit erzielt, so dass sich das Ergebnis für beide Seiten positiv gestaltet hat. Vor allem für die Mitarbeiter war das Stühlerücken dann letztlich ein Gewinn, was die Qualität ihrer neuen Arbeitsplätze angeht. Dass aber nicht alles eitel Sonnenschein ist, deutet sich im Bereich Marketing an, wo aufgrund von Neueinstellungen bereits wieder ein gewisser Platzmangel herrscht. Der BR wird auf diesen Bereich ein besonderes Auge haben, damit nicht wieder eine unzulässige Verdichtung stattfindet.

Betriebsvereinbarungen im Bereich Software (Jürgen Puschmann)
Der zentrale Punkt bei neu eingeführten Programmen und Veränderungen an bereits verwendeter Software ist, dass der Schutz der MitarbeiterInnen gewährleistet sein muss. Es gilt zu verhindern, dass eine personenbezogene Auswertung mit dem Ziel einer Leistungskontrolle durchgeführt werden kann. Zusätzlich müssen die Zugriffsrechte für bestimmte Usergruppen und die Dauer der Datenspeicherung festgelegt sein. Ausnahmen können nur mit Erlaubnis des Betriebsrats gemacht werden.
Zu folgenden Programmen wurden Betriebsvereinbarungen geschlossen, beziehungsweise bereits bestehenden mit verbindlichen Ergänzungen versehen:
  • neue SAP Systeme
  • JIRA-Service-Desk
  • neue Drucker
  • AFI (Rechnungs-Genehmigung)
In Planung:
  • neues Zeiterfassungssystem
  • Windows 10
Maßnahmen zur Senkung der psychischen Belastung (Hannes Walk)
In der seit 2016 verschleppten und vor sich hindümpelnden Umsetzung notwendiger Verbesserungen für die Belegschaft, hat sich im Zuge der von HR-Chef Ries einberufenen Einigungsstelle, wirklich viel getan. So sind inzwischen in allen Bereichen Maßnahmen umgesetzt worden oder stehen zumindest kurz davor. 
  1. Zur Bekämpfung der körperlichen Beschwerden aus sitzender Tätigkeit und Bildschirmarbeit fanden mehrere Workshops statt. Dort wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Rückenbeschwerden, Nackenschmerzen und Verspannungen mit keinen Übungen selbst zu Leibe rücken kann.   
  2. Im Zuge des großen Umzugs wurden die räumlich bedingten Defizite der einzelnen Arbeitsplätze, soweit es möglich war, beseitigt oder zumindest deutliche Fortschritte erzielt.
  3. Zur Verbesserung des allgemeinen Arbeitsklimas, vor allem was  Führungsstil und  Wertschätzung durch die Vorgesetzten angeht, haben die Betriebsparteien verbindliche Führungsleitlinien vereinbart. Hervorzuheben ist, dass den Führungskräften von Seiten der Geschäftsführung Zeit für ihre Führungsaufgaben neben dem Tagesgeschäft eingeräumt wird und auch Unterstützung in Form von Schulungen zugesagt wurde. Es wird auch eine doppelte  Evaluierung zum Stand Umsetzung erfolgen. Der Betriebsrat führt eine Mitarbeiterbefragung zum Führungsstil durch  und parallel gibt es Feedbackgespräche der Geschäftsleitung mir den Führungskräften. Eine Betriebsvereinbarung ist bereits unterschrieben und die Belegschaft wird zeitnah ausführlich darüber informiert.
  4. Zur Optimierung von "hakeligen" und umständlichen Arbeitsabläufen, wird demnächst eine Art Prozessanalyse durchgeführt bei der Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten ermittelt werden sollen. Es geht dabei sowohl um die verwendeten Arbeitsmittel, als auch um die Abläufe im Allgemeinen, sowie Kompetenzen und Kommunikation. Dies wird vom Betriebsrat begleitet und soll den KollegInnen unnötigen Stress bei der tägliche Arbeit nehmen.
 Sicherheit im Betrieb und  Gesundheitsschutz (Manuela Natterer)
  • Es gibt jetzt endlich in allen Gebäuden ausreichende Benennungen und vollständige Listen mit Erst- und Brandschutzhelfern
  • Alle in den Büros verwendeten Elektrogeräte sind geprüft worden und entsprechen den nötigen Sicherheitsanforderungen
  • Über Begehungen wurde sicher gestellt, dass alle Arbeitsplätze die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung erfüllen
  • Durch eine Vorverlegung der Arbeitszeit, hatten die KollegInnen die Möglichkeit der Sommerhitze in ihren Büros zu entgehen 
  • Wo es angebracht ist, wurden Klimageräte und Luftbefeuchter angeschafft
Nach dem Bericht zu Tätigkeit des Betriebsrats hatte CEO Christian Sailer das Wort. Er informierte die Belegschaft über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und die laufenden und geplanten Aktivitäten, um Weltbild weiter zu entwickeln und nach vorn zu bringen.
Wirtschaftlich liegt das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr über dem Stand des Vorjahrs und über den für 2019 geplanten Umsätzen. Ausschlaggebend für das finale Ergebnis wird allerdings das Weihnachtgeschäft sein, für das er persönlich positive Erwartungen hat. Kern des Erfolgs sind eine Erhöhung der Margen und die Fokussierung auf Eigenproduktionen, die es nur bei Weltbild gibt. Ein entscheidender Schritt hierbei war die Gründung einer eigenen Einkaufsgesellschaft in China. Positiv wirkte sich auch die Schließung unrentabler Filialen aus und die Tatsache, dass der Versand über unser Lager im tschechischen Bor jetzt besser funktioniert.
Der Trend neue Sortimente zu integrieren hat gut funktioniert und wird im nächsten Jahr weiter fortgesetzt. Er nannte hier die Bereiche Ernährung, Spititualität und Gesundheit. Auch die Digitalisierung soll weiter vorangetrieben  werden. Positiv bewertete Sailer die Einbindung neuer Marken, wie Orbisana und Gärtner Pötschke, die nächstes Jahr weiter ausgebaut werden sollen. Nach seiner Darstellung scheint sich Weltbild nun endlich wieder auf Erfolgskurs zu befinden ...
Am Ende seines Vortrags informierte er die Belegschaft über eine geplante Änderung in der Unternehmensstruktur. Wie in der Schweiz und Österreich, sollen  nun auch in Deutschland die Filialen nicht mehr über eine separate Gesellschaft betrieben werden. Er kündigte an, dass die Weltbild Filialvertriebsgesellschaft im Zuge einer "Anwachsung" noch dieses Jahr in der Weltbild GmbH & Co. KG aufgehen wird. Für die Angestellten würde sich durch diesen Schritt nichts ändern, vielmehr würde die Struktur der Weltbild Gruppe nun klarer und transparenter, was für zukünftige Kreditgeber ein positives Zeichen ist. 

 Zum Abschluss der Veranstaltung trat nochmals Timm Boßmann ans Rednerpult und ergänzte die Liste der abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen um zwei weitere:
  1. Für die außertrariflich angestellten Mitarbeiter wurde die Möglichkeit festgeschrieben, ihren variablen Gehaltsanteil von Zielerreichungsprämien zu entkoppeln und den faktischen "Gehaltsverzicht" über einen Freizeitausgleich in Form von zusätzlichen Urlaubstagen zu kompensieren.
  2. Die Vergütung von Praktikanten wurde einheitlich geregelt und die maximale Praktikumsdauer auf 6 Monate festgelegt ,um sie nicht als billige Arbeitskräfte weiter beschäftigen zu können.

Dann, nach knappen zwei Stunden, bedankte sich Timm Boßman für das zahlreiche Erscheinen und wünschte den KollegInnen eine schöne und entspannte Weihnachtsfeier, die direkt im Anschluss stattfand.

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