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Freitag, 10. Januar 2020
WELTBILD-Konsolidierung: Versand und Filialbetriebe jetzt in einer Gesellschaft
Bisher wurden Filialgeschäft und Versandhandel bei WELTBILD in zwei getrennten GmbH abgebildet. Zum Jahreswechsel wurden die beiden Vertriebswege in einer Gesellschaft zusammengefasst. Die Interessenvertretungen bewerten die Vereinigung grundsätzlich positiv als Zeichen der weiteren Konsolidierung. Auch die parallele Rückführung zwischenzeitlich abgetrennter Gesellschaften wie buecher.de in die WELTBILD Holding ist ein gutes Zeichen. Sie zeigt das Vertrauen des Gesellschafters in das Geschäftsmodell.
Die Vereinigung von Filialen und Versand erfolgte juristisch in der Form einer "Anwachsung". Etwas vereinfacht bedeutet das: Die Weltbild Filialvertrieb GmbH und Co. KG wurde aufgelöst, ihre Besitzstände und Verpflichtungen gingen 1:1 an die WELTBILD GmbH & Co. KG über. In der Folge wechselte auch der Arbeitgeber für die Beschäftigten. Sämtliche früheren WBF-Angestellten sind seit 01.01.2020 Angestellte der WELTBILD GmbH & Co. KG.
Keine Betriebsänderung
Dieser Vorgang ist keine Betriebsänderung im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes und damit weder mitbestimmungspflichtig noch gibt es einen Grund für einen Interessenausgleich. Letzteres schon deshalb nicht, weil keinem der betroffenen MitarbeiterInnen irgendwelche Nachteile entstanden wären, die man ausgleichen müsste/könnte.
Trotzdem besteht eine Informationspflicht des Arbeitgebers gegenüber dem Betriebsrat, die dieser auch gewissenhaft erfüllt hat. Der Sachverhalt wurde dem Gremium ausführlich dargestellt und alle Fragen dazu beantwortet. Außerdem haben sowohl der Gesamtbetriebsrat der Filialen als auch der BR in Augsburg die Möglichkeit erhalten, den Vorgang durch Anwälte und Sachverständige unserer Wahl prüfen zu lassen. Die Ergebnisse dieser Prüfung liegen nun vor.
Die Juristen unterscheiden zwischen "gesellschaftsrechtlichen" und "betrieblichen" Strukturen. Gesellschaftsrechtlich ändert sich durch die Anwachsung einiges, betrieblich aber nichts, weil die Leitungsstrukturen und die Arbeitszusammenhänge sowohl in den Filialen als auch in der Augsburger WBF-Zentrale unverändert bleiben. Deshalb sind die Veränderungen für die Beschäftigten faktisch nicht spürbar.
Mitbestimmung neu aufgestellt
Etwas anders sieht es im Bereich der Mitbestimmung aus. Die Vereinigung erforderte die formale Erneuerung des Gesamtbetriebsrats und des Wirtschaftsausschusses des Betriebsrats. Diese Neukonstituierung haben die Interessenvertretungen gestern gemeinsam vollzogen, und zwar so, dass sich auch hier faktisch nichts ändert: Julia Käding und Daniel Schmitz sind weiterhin die Vorsitzenden des GBR. Das Gremium heißt jetzt nur anders, nämlich "Gesamtbetriebsrat der WELTBILD GmbH & Co. KG/Jokers GmbH & Co. KG" – die Weltbild Filialvertrieb GmbH und Co. KG existiert ja nicht länger, ist also aus dem Namen des Gremiums verschwunden. Der Wirtschaftsauschuss muss unter den neuen Voraussetzungen auf der Ebene des GBR gebildet werden. Auch das wurde pragmatisch gelöst: Im Wirtschaftsausschuss sitzen jetzt die Mitglieder der Vorgänger-Ausschüsse gemeinsam.
Außerdem erzielten die BetriebsrätInnen wir Einigkeit über die Geltungsbereiche der bestehenden Betriebsvereinbarungen: Die Betriebsvereinbarungen der WELTBILD GmbH & Co. KG, die mit dem dort bestehenden Betriebsrat geschlossen wurden, gelten weiterhin für alle Beschäftigten am Standort Augsburg, also auch für die KollegInnen des früheren Gemeinschaftsbetriebs der Filial-Verwaltung.
Die Betriebsvereinbarungen, die mit dem Gesamtbetriebsrat der früheren Weltbild Filialvertrieb GmbH & Co. KG in originärer Zuständigkeit oder per Übertragungsbeschluss geschlossen wurden, gelten weiterhin für sämtliche MitarbeiterInnen der Filialbetriebe von Jokers und WBD inklusive der GebietsverkaufsleiterInnen, die den Wirtschaftsräumen zugeordnet wurden.
Betriebsvereinbarungen gelten weiter
Der neue Gesamtbetriebsrat hat ein entsprechendes Schriftstück vorbereitet und geht davon aus, dass der Arbeitgeber dieses ebenfalls unterzeichnet, da hier letztlich nur die ohnehin bestehende Rechtslage nochmals klargestellt wird.
Faktisch ändert sich also auch im Bereich der Interessenvertretung nichts: Der Augsburger Betriebsrat unter dem Vorsitz von Timm Boßmann und Dolores Sailer bleibt für die Betriebe und Gesellschaften am Standort Augsburg zuständig (also die WELTBILD Deutschland, Jokers und die Editionen), der GBR unter dem Vorsitz von Julia Käding und Daniel Schmitz kümmert sich um die Belange der MitarbeiterInnen in den Filialen von WELTBILD und JOKERS.
Dienstag, 20. November 2018
Kündigungsversuch: WELTBILD scheitert vor Gericht
Erfundene Vorwürfe und ehrverletzende Behauptungen
rechtfertigen keine Kündigung des BR-Vorsitzenden
Die Plätze im Gerichtssaal reichten nicht für die vielen UnterstützerInnen, die zur Verhandlung über die Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD gekommen waren. Vor dem Gericht formierten sich Dutzende mit Fahnen und Bannern zum bunten Protest: „Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!“ Drinnen erging es den Vertretern des Arbeitgebers nicht besser. Sie konnten keinerlei Beweise für die Behauptung vorlegen, der Vorsitzende habe einen Mitarbeiter zum Blaumachen aufgefordert.
Am Ende der Verhandlung riet der Vorsitzende Richter dem Arbeitgeber dringend, den Antrag zur Kündigung des Betriebsrats zurückzuziehen. Man müsse nicht immer alles auf die Spitze treiben, sagte das Gericht, das weder stichhaltige Beweise für die Vorwürfe des Arbeitgeber erkennen konnte, noch den Vorwurf als solchen für kündigungsrelevant hielt.
Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di überrascht das nicht: „Erfundene Vorwürfe und ehrverletzende Behauptungen reichen eben nicht, um einen Betriebsratsvorsitzenden aus dem Amt zu jagen.“ Aber der Gewerkschafter ist auch wütend: „Die Geschäftsführung will jetzt genau denjenigen loswerden, der in der höchst schwierigen Phase der Insolvenz unermüdlich für den Fortbestand des Unternehmens und die Beschäftigten gekämpft hat. Der Vorwurf, er solle einen Kollegen dazu angestiftet haben, WELTBILD zu schädigen, ist eine unerhörte Dreistigkeit.“
BR-Vorsitzender soll gehen, weil er unbequem ist
Viele Kolleginnen und Kollegen vermuten, dass die Geschäftsführung den BR-Vorsitzenden vor allem deshalb loswerden will, weil er unbequem ist und Konflikten nicht aus dem Weg geht. Gürlebeck teilt diese Einschätzung: „Hier wird die Sozialpartnerschaft mit Füßen getreten. Einen solchen Umgang mit Betriebsräten kann man nur verurteilen, und man muss sich fragen, welches Rechtsempfinden in der WELTBILD-Geschäftsführung vorherrscht.“
Die Urteilsverkündung ist für den 29.11.2018 vorgesehen. Bis dahin hat der Arbeitgeber Zeit, sich zu entscheiden, ob er das Betriebsrats-Mobbing weitertreiben oder wieder auf den Boden von Gesetz und Anstand zurückkehren möchte.
Montag, 19. November 2018
Die Kirchen an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats
Die Verbindungen zwischen dem WELTBILD-Betriebsrat und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) sowie der Betriebsseelsorge sind traditionell eng. Seit vielen Jahren arbeiten die InteressenvertreterInnen eng zusammen und haben gemeinsam einiges durchgesetzt. Erinnert sei hier an die schrittweise Abschaffung der Leiharbeit in der WELTBILD-Logistik und die Durchsetzung des Zukunftstarifvertrages 2011/12.
Natürlich stehen die VertreterInnen der Kirchen auch im aktuellen Konflikt an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats und haben bei unserer Fotoaktion mitgemacht. Ebenfalls dabei: Ulrich Gottwald vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), dem evangelischen Pendant zur katholischen Organisation.
KAB und Betriebsseelsorge in Augsburg: Hans Gilg, Georg Steinmetz und Erwin Helmer.
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Vereint an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats: Renate Hofner (KAB) und Ulrich Gottwald (KDA). Daneben Lothar Rose (KAB) und Manfred Hufert vom Arbeitskreis "Menschen in Zeitarbeit".
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Weitere VertreterInnen der KAB aus Bayern/Schwaben: Gerhard Wild, Martina Berndt-Hoffmann und Ewald Lorenz.
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Samstag, 17. November 2018
Immer mehr Menschen fordern: Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!
Das Interesse der Öffentlichkeit an den Vorgängen bei WELTBILD ist ungebrochen. Hier weitere Fotos von solidarischen Menschen, die das Vorgehen der Geschäftsführung ablehnen: "Betriebsrats-Mobbing passt nicht in unser WELTBILD!"
Der Betriebsrat von IKEA in Eching und Renate Färber.
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Peter Wendel, Aytekin Erayabakan, BR LIDL Logistik, und Alfred Kückner, der BR-Vorsitzende von Hörauf & Kohler
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K.A. Finkel, Markus Völkl und Wolfgang Jell.
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Wenn auch Sie unsere Foto-Aktion unterstützen wollen, können Sie sich hier unser Solidaritäts-Plakat herunterladen. Dann ausdrucken und einen Schnappschuss von Ihnen mit dem Plakat an die blogredaktion@web.de schicken. Vielen Dank!
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Donnerstag, 15. November 2018
Solidaritätsadressen des ver.di-Bundesvorstands
Der ver.di-Bundesvorstand führt die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands mit etwa 2.000.000 Mitgliedern. Auch in Berlin sind die Angriffe auf den Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD Thema. Die Führungsebene von ver.di steht hinter dem Betriebsrat in Augsburg.
| Mitglieder des ver.di-Bundesvorstands mit den Soli-Plakaten aus Augsburg (von oben links im Uhrzeigersinn): Gabriele Gröschl-Bahr, Dagmar König, Andreas Scheidt, Christoph Meister und Ute Kittel. |
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Mittwoch, 14. November 2018
Wir sehen uns am Montag vor dem Arbeitsgericht…
Die Auseinandersetzung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat geht in die nächste Runde: Am kommenden Montag findet der Kammertermin zum Kündigungsverfahren gegen unseren Vorsitzenden statt. Kommt zum Arbeitsgericht und unterstützt den Betriebsrat gegen die Angriffe der Geschäftsführung:
Kundgebung vor dem Arbeitsgericht
am Montag, 19.11.2018, um 8:00 Uhr
Frohsinnstr. 2 (Nähe Theodor-Heuss-Platz)
Obwohl das Arbeitgericht bereits während des Gütetermins im Juli sehr deutlich gemacht hat, dass es wenig von den Vorwürfen gegen den Vorsitzenden hält, treibt die Geschäftsführung das Verfahren weiter. So will sie das Ansehen des Gremiums wie unseres Vorsitzenden untergraben und uns von anderen wichtigen Aufgaben abhalten.
Letztlich greift der Arbeitgeber mit seinem Vorgehen unserer Auffassung nach auch die Wahlentscheidung der Beschäftigten an. Die Belegschaft hat den amtierenden Betriebsrat erst im Januar mit einer Wahlbeteiligung von 75% gewählt. Dabei entfielen fast 70% der Stimmen auf die Liste unseres Vorsitzenden.
Eines ist auch klar: Wir werden uns nicht einschüchtern lassen, sondern eure Interessen weiterhin mit allen gebotenen Mitteln verteidigen und durchsetzen. Dazu ermutigen uns auch Hunderte UnterstützerInnen aus ganz Deutschland.
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Dienstag, 13. November 2018
Betriebsräte aus der Region zeigen Gesicht
Wenn Unternehmen ihre Betriebsräte angreifen und sich gegen die gesetzliche Mitbestimmung vergehen, spricht sich das schnell herum. Andere Interessenvertretungen solidarisieren sich und zeigen Gesicht gegen das Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD. So ist der angeschlagene Versandhändler aus Augsburg in aller Munde: regional und überregional – leider nicht im positiven Sinn…
| Der Betriebsrat von LEDVANCE schreibt: "Wir wünschen Euch viel Erfolg bei Eurem Kampf gegen diese Machenschaften!" |
| Die Kolleginnen und Kollegen von der DEHNER-Filiale in Königsbrunn stehen hinter dem Betriebsrat von WELTBILD. |
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Sonntag, 11. November 2018
"Was WELTBILD mit dem Betriebsrat macht, ist nicht in Ordnung!"
Uns erreichen jeden Tag Dutzende neuer Fotos. Nicht nur von anderen Betriebsräten und Gewerkschaften, sondern auch von Leserinnen und Kunden. Sie haben gute Wünsche und aufmunternde Worte im Gepäck: "Durchhalten!", "Nicht unterkriegen lassen!". Eine Haltung eint diese Menschen: "Was WELTBILD mit dem Betriebsrat macht, ist nicht in Ordnung!".
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Freitag, 9. November 2018
Hinter dem WELTBILD-Betriebsrat steht eine starke Organisation
Kraftvolle Betriebsratsarbeit braucht einen politischen Rahmen und eine starke Organisation im Hintergrund. Deshalb sind viele WELTBILD-BetriebsrätInnen in der Gewerkschaft ver.di organisiert und engagiert.
Sie setzen viel Freizeit und Energie ein, um Gewerkschaftsarbeit als ehrenamtliche FunktionärInnen aktiv mitzugestalten. Einige Betriebsratsmitglieder nehmen auch Ämter auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene wahr: zum Beispiel in der Landesbildungskommission. Die folgenden Schnappschüsse entstanden am Rande der letzten Kommissionssitzung in Nürnberg.
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Donnerstag, 8. November 2018
"Wir sagen: Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!"
Interessenvertretungen und GewerkschafterInnen aus ganz Bayern unterstützen den Betriebsrat von WELTBILD. Der unverschämte Angriff auf die Mitbestimmung durch Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries ist leider kein Einzelfall (wir berichteten).
Aber immer wenn ein Gremium schikaniert wird, stehen alle zusammen und sorgen für eine breite öffentliche Wahrnehmung. In den letzten Jahren war keine einzige der BR-Kündigungen erfolgreich, aber alle mitbestimmungsfeindlichen Unternehmen haben Schaden an Ansehen und Umsatz genommen.
Mitmachen!
Wenn auch Sie unsere Foto-Aktion unterstützen wollen, können Sie sich hier unser Solidaritäts-Plakat herunterladen. Dann ausdrucken und einen Schnappschuss von Ihnen mit dem Plakat an die blogredaktion@web.de schicken . Vielen Dank!
| Petri Friedrich, Betriebsrat bei Ilim Timber in Landsberg, und Nicole Bäcker mit BR-Vorsitzendem Helmut Tretter von SYNLAB Logistics |
| Die Mitarbeitervertretung des Dominikus-Ringeisen-Werks in Breitbrunn (v.l.n.r.): Alexandra Ostermeier, Martin Thalhofer, Thomas Hofmann, Fikret Alabas, Henning Näveke und Anna Lutz-Genso |
| Von links nach rechts: Wolfgang Peitzsch, DGB Augsburg, Detlef Flechsel, Bezirksverbandsvorsitzender der IG BAU Schwaben und Erdem Altinisik, Rechtssekretär der ver.di im Bezirk Augsburg |
| Betriebsrat Ulrich Hehl von LINDE Gas, Kathrin Rottmann vom BR der Augsburger Allgemeinen und Elisabeth Namiri, Spezialistin für Gefährdungsbeurteilungen und Fach-Mediatorin Wirtschaft. |
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Montag, 5. November 2018
Bildungszentrum in Brannenburg unterstützt Kampagne gegen Betriebsrats-Mobbing
Wo auch immer sich gerade GewerkschafterInnen treffen: Sie sprechen über die unsäglichen Angriffe der WELTBILD-Geschäftsführung auf den Betriebsrat und seinen Vorsitzenden. Diese Schnappschüsse sind auf einer Tagung im ver.di-Bildungszentrum in Brannenburg entstanden. Danke für eure Solidarität, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Das Bildungszentrum "Haus Brannenburg" ist einer der wichtigsten Multiplikatoren der ver.di in Bayern. Innerhalb weniger Wochen sind hier über 1.500 unserer Protest-Postkarten an SeminarteilnehmerInnen aus ganz Deutschland verteilt worden. Manfred Weidenfelder leitet die Bildungsstätte; zusammen mit Bildungsreferentin Britta Klinkforth sagt auch er: "Stopp: Betriebsrats-Mobbing passt nicht in mein WELTBILD!"
| Das Leitungsteam der ver.di-Bildungsstätte in Brannenburg: Bildungsreferentin Britta Klinkforth und Schulleiter Manfred Weidenfelder. |
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Freitag, 2. November 2018
Die Betriebsräte von HUGENDUBEL und WELTBILD halten zusammen
Viele Jahre saßen sie gemeinsam im Konzernbetriebsrat. Die Pleite hatte die Betriebsräte von WELTBILD und HUGENDUBEL getrennt, aber sie halten weiter zusammen. Die KollegInnen von HUGENDUBEL unterstützen den WELTBILD-BR bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting durch die Geschäftsführung.
| Andreas Krug, Ariane Kischel (stellv. Vorsitzende) und Berit Brusdeylins |
| Reinhard Lipke, Uwe Kramm (Vorsitzender) und Walter Rohn. |
| Martha Mayr, Pankraz Görl und Jürgen Horn. |
Wer den Betriebsrat bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting unterstützen möchte, kann hier unser Soli-Plakat herunterladen. Dann einfach ausdrucken und in die Handykamera halten. Den Schnappschuss schickt ihr bitte in voller Auflösung an blogredaktion@web.de . Vielen Dank!
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Montag, 29. Oktober 2018
Welle der Solidarität für WELTBILD-Betriebsrat
Unsere Foto-Aktion läuft noch besser, als wir es uns erhofft hatten. Wir haben schon über 100 Bilder bekommen und täglich werden es mehr. Wir veröffentlichen die Fotos der UnterstützerInnen nach und nach hier im Blog.
Wer den Betriebsrat bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting unterstützen möchte, kann hier unser Soli-Plakat herunterladen. Dann einfach ausdrucken und in die Handykamera halten. Den Schnappschuss schickt ihr bitte in voller Auflösung an blogredaktion@web.de . Vielen Dank!
| Markus Brakonier, Silvia Horst und Petra Wendel von ESPRIT fordern die Geschäftsführung von WELTBILD auf: "Fair bleiben!". |
| Unsere KollegInnen von SSI Schäfer Shop stärken uns den Rücken: Rainer Stockschläder, Jürgen Büchner und Heike Morgenschweis. Danke! |
| Was bei WELTBILD passiert, spricht sich überall herum. Auch Nicole Strathoff, Kathrin Sünder und Marlis Kriews von KAUFLAND stellen sich gegen die unfairen Angriffe der WELTBILD-Geschäftsführung. |
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Freitag, 26. Oktober 2018
Der Betriebsrat von WELTBILD braucht Ihre Unterstützung
Seit der Düsseldorfer Milliardär Walter Droege das früher kirchliche Unternehmen WELTBILD übernommen hat, ist bei dem Augsburger Buchversender kein Stein auf dem anderen geblieben. Von einstmals 2.500 Beschäftigten im Versandhandel sind gerade mal 350 übrig. Das Betriebsklima ist vergiftet, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit werden sträflich vernachlässigt. Allein der gewählte Betriebsrat bietet dem Despoten aus Düsseldorf mutig die Stirn.
Die Geschäftsführung um CEO Christian Sailer dagegen behindert seit Monaten die gesetzliche Mitbestimmung. Der Betriebsrat wird nicht informiert, Betriebsvereinbarungen werden gebrochen, es wird getrickst und gelogen, was das Zeug hält. Jetzt soll auch noch der verdiente Betriebsratsvorsitzende unter fadenscheinigen Vorwürfen fristlos gekündigt werden.
Deshalb bitten wir Sie heute um Unterstützung:
Zeigen Sie Gesicht und sagen „Stopp: Betriebsrats-Mobbing passt nicht in mein WELTBILD“. Dazu haben wir ein kleines Plakat vorbereitet, das Sie sich hier herunterladen und ausdrucken können. Halten Sie es bitte in die Handykamera und schicken Sie uns ein Selfie mit Plakat in voller Auflösung per E-Mail an unsere blogredaktion@web.de . Wir veröffentlichen die Bilder aller UnterstützerInnen hier im Blog.
Vielen Dank auch im Namen des WELTBILD-Betriebsrats.
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Donnerstag, 25. Oktober 2018
Jahresempfang von KAB und Betriebsseelsorge
Alle zwei Jahre laden die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und die Betriebsseelsorge Betriebsräte zu einem Empfang ein. Es geht um Erfahrungsaustausch und die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements.
Heuer sprachen Ica Fritz, Reinhold Gebhard und Timm Boßmann vor rund 100 BetriebsrätInnen, PersonalrätInnen und MitarbeitervertreterInnen. Durch das Programm führte Hans Gilg von der katholischen Betriebsseelsorge.
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| Der Vortrag von Timm Boßmann machte die ZuhörerInnen betroffen. Sie versicherten dem Betriebsrat von WELTBILD ihre Unterstützung. |
Ica Fritz und das Volksbegehren gegen den Pflegenotstand
Über Ica Fritz konnte man vor kurzem einen ausführlichen Artikel in der Augsburger Allgemeinen lesen. Sie ist Betriebsrätin im VINCENTINUM und eine der InitiatorInnen des Volksbegehrens gegen den Pflegenotstand in Bayern. Ihr anschaulicher Bericht an diesem Abend machte deutlich, wie dringend sich etwas ändern muss angesichts der extremen Belastungen der Pflegerinnen und Pfleger in ihrem Beruf ausgesetzt sind. Die Initiative jedenfalls ist ein riesiger Erfolg geworden: Innerhalb von 2 Monaten haben über 100.000 Menschen den Aufruf zum Volksbegehren unterstützt.
Wie man eine Insolvenz überlebt: Reinhold Gebhard
Zweiter Redner war Reinhold Gebhard. Der Betriebsratsvorsitzende der Firma TREVIRA aus Bobingen hat ebenso wie die WELTBILD Beschäftigten Erfahrungen mit einer Insolvenz.
TREVIRA, der Spezialist für Faserherstellung, war im Jahr 2011 zahlungsunfähig. Auch bei TREVIRA wurde die Kanzlei Schneider/Geiwitz als Insolvenzverwalter eingesetzt und ein neuer Eigentümer gefunden.
TREVIRA, der Spezialist für Faserherstellung, war im Jahr 2011 zahlungsunfähig. Auch bei TREVIRA wurde die Kanzlei Schneider/Geiwitz als Insolvenzverwalter eingesetzt und ein neuer Eigentümer gefunden.
Die gute Nachricht von Reinhold Gebhard an das Publikum: Nach einer mehrjährigen schwierigen Übergangsphase hat sich TREVIRA mittlerweile stabilisiert und macht wieder Gewinne. Der Betriebsrat hat es geschafft, höhere Löhne für die Mitarbeiter zu erreichen und es werden viele junge Leute ausgebildet.
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Auf Wandzeitungen konnten die rund 100 Gäste des Empfangs nachlesen, wie der Arbeitgeber WELTBILD den gewählten Betriebsrat angreift. Danach machten viele bei den Solidaritäts-Aktionen mit.
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Solidarität mit dem Betriebsrat von WELTBILD
Die schwierige Situation bei WELTBILD kannten die meisten Anwesenden bereits aus der Presse. BR-Vorsitzender Timm Boßmann schilderte anschaulich, wie negativ sich die fortgesetzten Angriffe gegen den Betriebsrat auf die Stimmung im Betrieb auswirken.
Das Gebaren der Weltbild Geschäftsführung stieß auf solches Unverständnis bei den ZuhörerInnen, dass gleich im Anschluss Dutzende von BetriebsrätInnen ihre Solidarität mit dem WELTBILD-Betriebsrat bekundeten. Sie unterschrieben Protestpostkarten der Gewerkschaft ver.di und nahmen an einer Fotoaktion teil.
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Mittwoch, 3. Oktober 2018
Turamichele: Zeichen setzen gegen Betriebsrats-Mobbing
Rund zwei Monate ist es jetzt her, seit das Augsburger Arbeitsgericht große Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden angemeldet hat. Wer gehofft hatte, dass sich Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries nun besinnen und das aussichtslose Verfahren abblasen, sieht sich getäuscht. Statt dessen läuft das Betriebsrats-Mobbing auf Hochtouren. Dagegen haben die Gewerkschaft ver.di und die WELTBILD-Vertrauensleute jetzt ein Zeichen auf dem Augsburger Rathausplatz gesetzt.
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| Beim Turamichele-Fest am vergangenen Wochenende schickten GewerkschafterInnen über 100 Protestpostkarten auf eine luftige Reise. Herr Sailer kriegt schon bald wieder Post von überall her… |
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| Augsburger Allgemeine 29.09.18 |
Arbeitgeber gießt Öl ins Feuer
Solange sich daran nichts ändert, wird der Konflikt weitergehen. Ein Konflikt übrigens, der nicht an der Person des Betriebsratsvorsitzenden hängt. Bei dem Streit geht es um die Grundregeln des Miteinanders im Betrieb, menschlichen Anstand und die gesetzlich verankerte Mitbestimmung. Dafür steht der Betriebsrat geschlossen als Gremium. Die Angriffe des Arbeitgebers auf eine einzelne Person bewirken nichts, außer weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Und sie halten WELTBILD öffentlich im Gespräch. Ob die negative Berichterstattung über Betriebsrats-Mobbing die Marke sympathischer machen und umsatzfördernd wirken, darf allerdings bezweifelt werden…
Dienstag, 24. Juli 2018
BR-Kündigung vor Gericht: Keine Beweise und Zweifel am Kündigungsgrund
Vor dem Augsburger Arbeitsgericht ging es gestern laut und bunt zu. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu einer Solidaritäts-Kundgebung für den Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD aufgerufen. Rund 70 KollegInnen und VertreterInnen anderer DGB-Gewerkschaften sowie der Betriebsseelsorge kamen zur Unterstützung und setzten ein starkes Signal.
| Stopp, Herr Sailer! Betriebsrats-Mobbing passt nicht in unser WELTBILD. |
In seiner Begrüßung bezog sich ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck auf eine Mail, die vor dem Termin von der Geschäftsführung an alle MitarbeiterInnen von WELTBILD gesendet wurde: Man habe gar nicht anders reagieren können, nachdem man von besorgten Mitarbeitern über die angeblichen Verfehlungen des Betriebsratsvorsitzenden informiert worden sei, hieß es darin. "Doch!", rief Thomas Gürlebeck; "Natürlich hätte man anders reagieren können. Da wo ich herkomme, spricht man erstmal miteinander, bevor man auf Grund von irgendwelchen Verdächtigungen aktiv wird." In der Tat hat die Geschäftsführung bis heute nicht mit dem Betriebsratsvorsitzenden über die Vorwürfe gesprochen, stattdessen treiben Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries die Kündigung bei Gericht weiter voran.
WELTBILD hat keine Beweise für Vorwürfe
Aber es durfte schwierig werden, den Betriebsratsvorsitzenden aufgrund haltloser Unterstellungen zu feuern. Arbeitsrichter Markus Nieberle-Schreiegg ließ gestern deutlich durchblicken, dass er die Beweislage als außerordentlich dünn einschätzt und darüber hinaus Bedenken hat, ob der Vorwurf an sich überhaupt die Entlassung eines Betriebsrats rechtfertigen könnte: „Selbst wenn die Äußerung so gefallen sein sollte, habe ich erhebliche Zweifel, ob es nicht eine Abmahnung getan hätte“, zitiert die Augsburger Allgemeine den Richter.
Thomas Gürlebeck bringt es auf den Punkt: „In dem gestrigen Gütetermin kam sehr schnell heraus, dass die WELTBILD-Geschäftsführung keinen einzigen Beweis für die geplante Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden hat. Bei solchen Anschuldigungen keinen einzigen Beweis beizubringen, macht einen fassungslos." So sieht es auch der Anwalt des Betriebsratsrats, Rüdiger Helm aus München: "Im Moment klingt mir das alles recht seifig… sehr, sehr unkonkret und möglicherweise erfunden."
Darum gibt es für Thomas Gürlebeck auch nur eine vernünftige Reaktion des Arbeitgebers: "Klug wäre, wenn die Geschäftsleitung ein Zeichen setzt, von der geplanten Kündigung Abstand nimmt und sich beim Betriebsratsvorsitzenden entschuldigt!“ Wer die Verbocktheit von Christian Sailer und Manfred Ries kennt, glaubt indes nicht an solch erwachsenes Verhalten.
Soli-Bündnis gegründet
Deshalb hat die ver.di im Rahmen der Kampagne „Finger weg von unserem Betriebsrat“ nun auch noch ein Soli-Bündnis ins Leben gerufen. Innerhalb kürzester Zeit haben sich Kolleginnen und Kollegen aus unzähligen Betrieben und DGB Gewerkschaften mit dem Betriebsratsvorsitzenden solidarisch erklärt. Unter anderem der ver.di Landesbezirksvorstand, der ver.di Landesfachbereichsvorstand Handel, der DGB Bezirksvorstand, der ver.di Bezirksvorstand Augsburg, die AfA Augsburg, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, die katholische Betriebsseelsorge Deutschland.
Weitere Informationen zu dem gestrigen Gütetermin am Augsburger Arbeitsgericht finden Sie in der Augsburger Allgemeinen und einem Fernsehbeitrag von Augsburg TV.
Mittwoch, 18. Juli 2018
Kommenden Montag: Solidaritätskundgebung vor dem Arbeitsgericht
Das Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD geht weiter. Wie berichtet hat die WELTBILD-Geschäftsführung die Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats zur Kündigung seines Vorsitzenden beim Arbeitsgericht beantragt. Am kommenden Montag, 23. Juli 2018, um 10:15 Uhr tagt das Gericht in Augsburg zum ersten Mal zu diesem Thema.
Die Gewerkschaft ver.di ruft vor dem Gerichtstermin zu einer Solidaritätskundgebung auf. „Es ist erschreckend mit welcher Aggressivität die WELTBILD Geschäftsführung um den Düsseldorfer Gesellschafter Dröge gegen den Betriebsratsvorsitzenden vorgeht. Am liebsten hätte man ihn nach altem „Gutsherrenstil“ einfach an die Luft gesetzt. Die haltlosen Behauptungen werden sich als Rohrkrepierer der Geschäftsleitung rausstellen. Auf Grund der vielen Solidaritätsbekundungen aus vielen Betrieben und allen Bereichen der Gesellschaft wollen wir dies auch auf einer Solidaritätskundgebung vor dem Gericht zeigen. Es ist ja leider nicht das erste Mal in Augsburg, dass ein Unternehmen einen Betriebsrat mit unlauteren Mitteln aus dem Job drängen will. Die Augsburger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind bei solchen Angriffen immer solidarisch auf Seiten der Arbeitnehmervertreter“, erklärt der zuständige ver.di Sekretär, Thomas Gürlebeck.
Betriebsräte sind Schutzschild der Beschäftigten
„BetriebsrätInnen sind vor allem bei solch aggressiven Geschäftsführungen die letzte Schutzmauer für die Beschäftigten. Sie sorgen dafür, dass Rechte im Betrieb nicht nur auf dem Papier existieren, sondern auch durchgesetzt werden. Gelingt es Arbeitgebern aktive BetriebsrätInnen zu erledigen, erledigen sich damit auch vielfach die Schutzrechte der Beschäftigten,“ führt Hubert Thiermeyer, Fachbereichsleiter Handel in ver.di Bayern aus.
Zeichen setzen vor dem Augsburger Arbeitsgericht
Zeichen setzen vor dem Augsburger Arbeitsgericht
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft auf zu einer
Demo vor dem Arbeitsgericht, Frohsinnstraße 2
Montag, den 23.7.2018, ab 9:30 Uhr
Das Motto der Demo ist: „Finger weg von unserem Betriebsrat“. Kommt massenhaft und setzt ein starkes Zeichen für die Mitbestimmung im Betrieb!
Montag, 9. Juli 2018
Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD
Die Nachricht traf die ohnehin gebeutelte Restbelegschaft bei WELTBILD wie ein Guss kaltes Wasser: Der Betriebsratsvorsitzende soll fristlos gekündigt werden. Der direkte Angriff auf die demokratisch gewählte Interessenvertretung ist ein weiterer Tiefpunkt in der Auseinandersetzung um die Sanierung des ehemaligen Vorzeigeunternehmens. Nach einer Betriebsversammlung am Montag unterzeichneten die anwesenden Beschäftigten eine Unterstützungserklärung für ihren BR-Vorsitzenden: „Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“.
Denn bei WELTBILD läuft schon lange nichts mehr rund. Im vergangenen Jahr hatte Gesellschafter Walter Droege aus Düsseldorf die Schließung der Logistik in Augsburg gegen den erbitterten Widerstand des Betriebsrats durchgesetzt. Seither kämpft der Versandhändler mit massiven internen Problemen. Die Beschäftigten sind ratlos angesichts der irrlichternden Strategie der Unternehmensführung.
Und nun das: Der langjährige Betriebsrat war erst Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit im Amt bestätigt worden. Im Februar kündigte die Geschäftsführung einen weiteren Personalabbau an, dem sich der Betriebsrat entschlossen entgegenstellte. Nachdem der Arbeitgeber gemerkt hat, dass er gegen den kompetenten und engagierten Betriebsrat nicht durchkommt, greift er nun zu schmutzigen Tricks.
Schmutzige Tricks der Geschäftsführung, um den Betriebsrat loszuwerden
„Es ist typisch, was hier die Geschäftsführung von WELTBILD vorhat. Um die planlosen Strategien des Gesellschafters, Herrn Dröge aus Düsseldorf, gegen jede Vernunft und den Willen der Belegschaft durchzusetzen, will man den Betriebsratsvorsitzenden auf ganz schäbige Art und Weise aus dem Unternehmen entsorgen. Mit schmutzigen Tricks und ehrverletzenden Behauptungen will man den starken und beschäftigtenorientierten Betriebsrat einschüchtern und schwächen. Die Geschäftsführung will so Angst und Verunsicherung im Unternehmen schüren, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken und weiter die Arbeitnehmerrechte massiv einzuschränken“, erklärt der zuständige ver.di Sekretär, Thomas Gürlebeck.
„Der Vorwurf an den Betriebsratsvorsitzenden er habe aktiv zu Straftaten angestiftet ist skandalös und sucht seines Gleichen. Wir werden uns das nicht bieten lassen. Ab heute werden wir mit einer Postkartenaktion, die direkt an den Geschäftsführer Herr Sailer gerichtet ist, die Kampagne „Finger weg von unserem Betriebsrat" starten. Wir werden die Kundinnen und Kunden von WELTBILD informieren, wie mit Arbeitnehmerrechten und insbesondere mit Betriebsräten bei WELTBILD umgegangen wird. Die WELTBILD-Geschäftsführung und der Gesellschafter Walter Dröge sind gut beraten, wenn sie diese Sauerei stoppen,“ ergänzt Gürlebeck.
Dienstag, 3. Juli 2018
Darf es ein bisschen mehr sein?
Diesen Satz kennt jeder, der mal einkaufen war. Dass dieser Satz auch bei Weltbild mal gelten würde, ist neu. Aber seit Juni 2018 sind es jetzt 4, in Worten vier, Geschäftsführer. Das heißt, auf einen Geschäftsführer kommen knapp 90 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Vor der Insolvenz kam man mit nur 3 Geschäftsführern aus, das entsprach damals ca. 670 Mitarbeiter pro Geschäftsführer.
Der Verschleiß an Geschäftsführern bei Weltbild ist seit der Insolvenz ziemlich groß. Manche hatten eine kurze Verweildauer, manche eine etwas längere. Etliche sind nicht freiwillig gegangen. Andere sind schnell und leise verschwunden. Die meisten waren nicht aus der Branche und entsprechend zäh gestaltete sich die Zusammenarbeit.
In den letzten 4 Jahren waren es im Versandhaus und den Filialen in Deutschland bislang 13 Geschäftsführer, die sich die Klinke in die Hand gegeben haben. Das ist eine Hausnummer und zeugt nicht von Kontinuität. Sondern eher von Chaos, weil jeder Einzelne seine Duftmarke in der Firma setzen will.
Aktuell umfasst die Führungsriege einen Einkäufer, einen Filialisten, einen Unternehmensberater und einen Zahlen-Mensch als Geschäftsführer. Fehlt nur noch ein Marketing-Spezialist. Aber nein, die betreffende Führungskraft hat das Haus gerade verlassen. Welcher Multi-Channel-Versender braucht auch schon Werbung? Immerhin ist genügend Erfahrung im Haus, wird aber leider nicht abgerufen. Wie in vielen anderen Abteilungen auch.
Was bezweckt Droege mit 4 Geschäftsführern? Diese 4 müssen sich ja untereinander einigen.
Und jeder Einzelne wird sich auch gut darstellen wollen bei Herrn Droege. Ob das möglich ist?
Schlagworte:
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