Donnerstag, 13. Dezember 2018

Neues vom großen Umzug ...


... gibt es aktuell nicht zu berichten. Nach dem anfänglichen Aktionismus der Geschäftsführung, ist die konkrete Planung massiv ins Stocken geraten. Was ursprünglich noch dieses Jahr mit höchster Priorität über die Bühne gehen sollte, ist inzwischen eher kommentarlos auf 2019 vertagt worden.

Seit dem letzten Bericht über den Umzug hat sich faktisch nichts neues ergeben. Nach dem Gutachten der Sachverständigen, wurde dem Betriebsrat weder eine überarbeitete Planung des 3. Stocks bei Böwe vorgelegt, noch kamen irgendwelche Informationen zur zeitlichen Terminierung. 

Angeblich steht inzwischen die Belegung des gesamten Gebäudes und der Räumlichkeiten im Sigma Technopark.  Offen  ist dagegen noch, wie die neue Struktur in der Rumplerstraße aussehen soll.

Vereinbart war eigentlich, eine schrittweise Planung, bei der jeder Step abgesegnet werden sollte, bevor der nächste in Angriff genommen wird. Aber sei's drum ... 

Es ja eine Herzensangelegenheit der Geschäftsführung, die Abteilungen räumlich zusammenzuführen, um dadurch eine Erhöhung der Effektivität zu erzielen. Daher muss sie auch mit den entsprechenden Entwürfen in Vorleistung gehen und gibt damit den zeitlichen Rahmen vor. Der Betriebsrat hat dazu kein Mitspracherecht, wird aber bei diesem Stühlerücken genau darauf achten, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und sich die Arbeitsbedingungen für die Kollegen ausschließlich verbessern. Wann es  letztendlich zu einem Umzug kommen wird, ist dabei zweitrangig.

Das Gremium ist gespannt auf die neuen Pläne, die ihm angeblich  noch vor Weihnachten vorgelegt werden sollen ...

Montag, 10. Dezember 2018

Geschäftsführung kündigt die Überleitungsvereinbarung von 2014 -


- doch weshalb stellt das 2018 noch immer einen Angriff auf die Weltbild-Mitarbeiter dar?

Ein alter Vertrag aus der Insolvenz 2014, den die Geschäftsführung im November 2018 kündigt: man könnte zunächst glauben, "da kräht doch kein Hahn mehr danach". Bis er den Vertrag mal wieder aus der untersten Schublade kramt. Dort wird der Leser bei Punkt 10 stutzig:

Ein wichtiger Schutz vor Massenentlassungen fällt künftig flach.
Punkt 10: "Jeder weitere Personalabbau ist sozialplanpflichtig."

Dieser entscheidende Punkt von immer noch aktueller Relevanz: Dieser Vertrag hat dem Weltbild Betriebsrat weitreichende Rechte eingeräumt, um Kollegen im Falle von betriebsbedingten Kündigungen im Hause zu helfen. Ein Sozialplan kann nämlich nach Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) EIGENTLICH erst ab einer gewissen Menge an Entlassungen erzwungen werden. Die Überleitungsvereinbarung hat den Schwellenwert, ab dem eine Kündingswelle als "Massenentlasssung" gilt, bisher herabgesetzt und damit dem Betriebsrat ermöglicht, Betroffenen besser zu helfen.

Im Falle von Weltbild liegt der Schwellenwert bei 15% der Kollegen, bzw. mindestens 60 Kündigungen. Bleibt die Firma bei eventuellen künftigen Entlassungen mittels einer Salamitaktik unter diesen Werten, kann der Betriebsrat für die Betroffenen keinen Sozialplan mehr erzwingen. Also solch wichtige Punkte wie Abfindungshöhen, längere Kündigungsfristen, oder die Firma zunächst zum Angebot von Fortbildungen zu verpflichten, um Kollegen den internen Wechsel auf unbesetzte Sellen zu ermöglichen, etc. Wenn die Geschäftsführung also künftig auf die Idee kommt, hier und dort je 20 und da nochmal 30 Mitarbeiter hinaus zu werfen, ist dieser lästige Vertrag nun aus dem Weg.


Was heißt das nun für die Weltbild Mitarbeiter konkret?

Vor allem bedeutet es, dass sie im Falle von betriebsbedingten Kündigungen stärker auf sich gestellt sind. Der Betriebsrat kann unter der neuen Situation nur dadurch helfen, indem er Kündigungen widerspricht und begründet, weshalb diese unnötig sind. Was bringt das? Dass der Gekündigte vor dem Arbeitsgericht bessere Chancen hat, eine Abfindung zu erstreiten. Eine Wiedereinstellung in eine Firma, die einen nicht mehr will, kann man auch versuchen, zu erreichen. Ob man sich dort noch wohlfühlen würde, stünde auf einem anderen Blatt.

Was bedeutet das in einem größeren Zusammenhang?

Eine wichtige Frage, welche die Geschäftsführung wohl kaum offen beantworten wollen wird. Sie hat diesen Vertrag gekündigt. Hätte sie keine Pläne, was sie dadurch erzielen möchte, hätte sie die Überleitungsvereinbarung einfach weiterlaufen lassen können: solange keine Kündigungen geplant waren, hat der Vertrag absolut keinen Mehraufwand bedeutet. Also weshalb kündigt die Firma ausgerechnet zu einer Zeit, in der sie in allen Mitarbeiterversammlungen ihre hochfliegenden Pläne bejubelt, einen Vertrag, der nur im Falle von geplanten Entlassungen stört..?










 

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Gute Arbeit und guter Journalismus brauchen existenzsichernde Tarifverträge und Wertschätzung!


Weitersagen!

„Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein gerechtes Arbeitsentgelt“     Europäische Sozialcharta Artikel 5

Wieder einmal mehr hat sich Presse-Druck und Verlag, dort wo die Augsburger Allgemeine gedruckt wird, aus der Tarifbindung gestohlen. Diesmal traf es die Druckerei.  Und die Beschäftigten stellen sich nun die bange Frage, wer vom „Augsburger Weg“, wie die Arbeitgeber-Seite ihre Flucht aus den Tarifverträgen nennt, als nächstes getroffen wird.
Diese erneute Tarifflucht ist zu verurteilen und es gibt keinerlei nachvollziehbaren Gründe für diese Tarifflucht.
  • Presse Druck und Verlag steht finanziell bestens da.
  • Die Augsburger Allgemeine ist die Nummer 2, gemessen an der Auflage in Bayern
  • Fasst man Augsburger Allgemeine und Allgäuer Zeitung zusammen, ist sie die Nummer 1
  • Unberücksichtigt bleiben hier die Beteiligungen an der Main Post in Würzburg, dem Südkurier in Konstanz, sowie weiteren Medienunternehmen in Augsburg und Deutschland

Postkartenaktion gegen Tarifflucht und für Tarifverträge!



Der ver.di Bezirk Augsburg hat diese Postkartenaktion gestartet, um deutlich zu machen, dass dieser „Augsburger Weg der Tarifflucht“, zu korrigieren ist!

Die Postkarten können per Mail bei ver.di, Fachbereich 8 in Augsburg angefordert werden: rudi.kleiber@verdi.de. Diese können dann bei der nächsten ver.di-Geschäftsstelle bzw. in Augsburg abgegeben werden. Ihr könnt diese auch betrieblich sammeln und z. B. über eure Betriebsräte bei uns abgeben.

Wir senden diese dann an die Geschäftsführung von Presse-Druck weiter.

So darf ein Medienkonzern nicht mit seinen Beschäftigten umgehen!


Ausführliche Infos zum Thema findet ihr hier. 


Freitag, 23. November 2018

Abermals ungerechte Geschenke geplant


STEUERPOLITIK - Die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen

(Ein Kommentar aus der ver.di Zeitschrift publik 7/2018)

Dierk Hirschel leitet den Bereich Wirtschaftspolitik bei ver.di

Angela Merkel will wieder einmal Unternehmen be­schenken. Das schwarze Wirtschaftsministerium hat einen Steuersenkungsplan ausgeheckt. Die heimischen Firmen sollen um 20 Milliarden Euro entlastet werden. Bundes­wirtschaftsminister Peter Altmaier, CDU, will den Soli komplett abschaffen und höhere Abschreibungen auf Investitionen ermöglichen. Darüber hinaus sollen einbehaltene Gewinne geringer belastet, Forschungsausgaben steuerlich ge­fördert und nationale Steuersparmodelle geschützt werden. Die höheren Nettogewinne sollen dann Investitionen, Wachstum und Beschäftigung ankurbeln. Arbeitgeber-, Wirtschaftsverbände sowie wirtschaftsliberale Ökonomen applaudieren. Finanzminister Olaf Scholz, SPD, verweigert den schwarzen Steuersenkungsplänen aber seine Zustimmung.

Die deutsche Politik steht angeblich unter Druck. Konservativ-liberale Regierungen starteten einen internationalen Steuersen­kungswettlauf. Donald Trump in den USA, Emmanuel Macron in Frankreich und Theresa May in Großbritannien versprachen ihren Unternehmen mehr Netto vom Brutto. In den USA zahlen Unter­nehmen künftig nur noch 20 statt 35 Prozent. Paris will seine Gewinnsteuern von 33 auf 25 Prozent drücken. Und London möchte nach dem Brexit das steuergünstigste Land im Club der Industrie­nationen werden. Wenn Berlin beim Steuerwettbewerb nicht mitspiele, drohe die Republik ein Hochsteuerland zu werden. Der Preis dafür seien schrumpfende Investitionen.


Das ist ökonomischer Unfug. VW, Daimler, Siemens & Co können vor Kraft kaum laufen. Die deutschen Firmen erzielen gigantische Exportüberschüsse. Die Gewinne der 30 Börsenschwergewichte waren letztes Jahr auf Rekordniveau. Von mangelnder Wettbewerbs­fähigkeit keine Spur. Daran wird der aktuelle Steuersen­kungswettlauf wenig ändern. Wo ein Unternehmen investiert, hängt nicht vorrangig von der Steuerlast ab. Eine gute Verkehrsinfrastruktur, eine zuverlässige Energiever­sorgung, politische Stabilität, Rechtssicherheit, ein gutes Zulieferernetzwerk, die Qualifikation der Beschäftigten sowie die Größe und Lage des Absatzmarktes sind mindestens genauso wichtig.

Zudem investieren Unternehmen nicht automatisch mehr, wenn sie mehr Netto vom Brutto haben. Betriebe erweitern und moderni­sieren ihre Produktion nur bei ausreichender Nachfrage. Diese Erfahrung machten bereits Gerhard Schröder und Angela Merkel. Seit der Jahrtausendwende senkten sie den Steuertarif für Unter­nehmen von 51,6 auf 29,8 Prozent. Das entsprach einer jährlichen Entlastung von 22 Milliarden Euro. Der erhoffte Investitionsboom fiel aber aus. Die Investitionsquote schrumpfte sogar von 22,9 auf 20,3 Prozent. Die Steuerreformen verursachten so nur milliardenschwere Einnahmeausfälle und höhere Schulden. Anschließend fehlten Bund, Ländern und Kommunen das nötige Geld für Infrastruktur und Soziales.

Doch damit nicht genug. Steuergeschenke für Unternehmen sind auch in anderer Hinsicht sozial ungerecht. Die Steuereinnahmen aus Gewinn- und Vermögenseinkommen tragen nur noch ein Fünftel zum gesamten Steueraufkommen bei. Firmen zahlen auf ihre Ge­winne effektiv weniger als 20 Prozent Steuern. Viele Arbeitnehmer/in­nen haben eine höhere Steuerlast. Internationale Konzerne tricksen und täuschen, wo sie können. Getreu dem Motto: Legal, illegal, scheißegal. Kurzum: Die Unternehmen beteiligen sich heute nicht mehr angemessen an der Finanzierung des Gemeinwesens. Da wäre es wahnsinnig, die steuerpolitischen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und diesmal andere Ergebnisse zu erwarten.

Ein politischer Kurswechsel ist überfällig. Der Sozialstaat muss in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Die Republik steht im Gesund­heits- und Bildungswesen, beim Wohnungsbau, bei Digitalisierung, bei Energie und Verkehr vor großen Herausforderungen. Dafür brauchen wir künftig mehr und nicht weniger Staatseinnahmen. Höhere Steuern auf Gewinne, Kapitalerträge, große Einkommen und Vermögen sind zwar nicht einfach durchsetzbar – nicht zuletzt wegen des neu entfachten globalen Steuerwettbewerbs. Für die Merkel-Regierung lautet die Alternative aber nicht: Anpassen oder untergehen. Ein wirtschaftlich starker Nationalstaat kann auch in einer global und digital vernetzten Wirtschaft steuerpolitisch umverteilen. Der grenzüberschreitende automatische Informations­austausch und weniger Steueroasen machen es möglich. Selbst die berüchtigten Gewinnverlagerungen der Konzerne könnten durch internationale Vereinbarungen oder nationale Quellensteuern ausgebremst werden. Die große Koalition hat somit die Wahl zwischen einer gerechten Steuerpolitik und steuerpolitischer Reichtumspflege.


Dienstag, 20. November 2018

Kündigungsversuch: WELTBILD scheitert vor Gericht


Erfundene Vorwürfe und ehrverletzende Behauptungen 

rechtfertigen keine Kündigung des BR-Vorsitzenden


Die Plätze im Gerichtssaal reichten nicht für die vielen UnterstützerInnen, die zur Verhandlung über die Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD gekommen waren. Vor dem Gericht formierten sich Dutzende mit Fahnen und Bannern zum bunten Protest: „Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!“ Drinnen erging es den Vertretern des Arbeitgebers nicht besser. Sie konnten keinerlei Beweise für die Behauptung vorlegen, der Vorsitzende habe einen Mitarbeiter zum Blaumachen aufgefordert.

Wer am Montagmorgen nicht selbst dabei sein konnte, schickte ein Foto zur Unterstützung des Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD. Die DemonstrantInnen präsentierten über 100 Fotos von weiteren UnterstützerInnen aus ganz Deutschland.

Am Ende der Verhandlung riet der Vorsitzende Richter dem Arbeitgeber dringend, den Antrag zur Kündigung des Betriebsrats zurückzuziehen. Man müsse nicht immer alles auf die Spitze treiben, sagte das Gericht, das weder stichhaltige Beweise für die Vorwürfe des Arbeitgeber erkennen konnte, noch den Vorwurf als solchen für kündigungsrelevant hielt.

Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di überrascht das nicht: „Erfundene Vorwürfe und ehrverletzende Behauptungen reichen eben nicht, um einen Betriebsratsvorsitzenden aus dem Amt zu jagen.“ Aber der Gewerkschafter ist auch wütend: „Die Geschäftsführung will jetzt genau denjenigen loswerden, der in der höchst schwierigen Phase der Insolvenz unermüdlich für den Fortbestand des Unternehmens und die Beschäftigten gekämpft hat. Der Vorwurf, er solle einen Kollegen dazu angestiftet haben, WELTBILD zu schädigen, ist eine unerhörte Dreistigkeit.“

BR-Vorsitzender soll gehen, weil er unbequem ist

Viele Kolleginnen und Kollegen vermuten, dass die Geschäftsführung den BR-Vorsitzenden vor allem deshalb loswerden will, weil er unbequem ist und Konflikten nicht aus dem Weg geht. Gürlebeck teilt diese Einschätzung: „Hier wird die Sozialpartnerschaft mit Füßen getreten. Einen solchen Umgang mit Betriebsräten kann man nur verurteilen, und man muss sich fragen, welches Rechtsempfinden in der WELTBILD-Geschäftsführung vorherrscht.“

Die Urteilsverkündung ist für den 29.11.2018 vorgesehen. Bis dahin hat der Arbeitgeber Zeit, sich zu entscheiden, ob er das Betriebsrats-Mobbing weitertreiben oder wieder auf den Boden von Gesetz und Anstand zurückkehren möchte.

Montag, 19. November 2018

Die Kirchen an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats



Die Verbindungen zwischen dem WELTBILD-Betriebsrat und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) sowie der Betriebsseelsorge sind traditionell eng. Seit vielen Jahren arbeiten die InteressenvertreterInnen eng zusammen und haben gemeinsam einiges durchgesetzt. Erinnert sei hier an die schrittweise Abschaffung der Leiharbeit in der WELTBILD-Logistik und die Durchsetzung des Zukunftstarifvertrages 2011/12. 

Natürlich stehen die VertreterInnen der Kirchen auch im aktuellen Konflikt an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats und haben bei unserer Fotoaktion mitgemacht. Ebenfalls dabei: Ulrich Gottwald vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), dem evangelischen Pendant zur katholischen Organisation.

KAB und Betriebsseelsorge in Augsburg: Hans Gilg, Georg Steinmetz und Erwin Helmer.

Vereint an der Seite des WELTBILD-Betriebsrats: Renate Hofner (KAB) und Ulrich Gottwald (KDA). Daneben Lothar Rose (KAB) und Manfred Hufert vom Arbeitskreis "Menschen in Zeitarbeit".

Weitere VertreterInnen der KAB aus Bayern/Schwaben: Gerhard Wild, Martina Berndt-Hoffmann und Ewald Lorenz.

Wenn auch Sie unsere Foto-Aktion unterstützen wollen, können Sie sich hier unser Solidaritäts-Plakat herunterladen. Dann ausdrucken und einen Schnappschuss von Ihnen mit dem Plakat an die blogredaktion@web.de schicken. Vielen Dank!

Samstag, 17. November 2018

Immer mehr Menschen fordern: Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!


Das Interesse der Öffentlichkeit an den Vorgängen bei WELTBILD ist ungebrochen. Hier weitere Fotos von solidarischen Menschen, die das Vorgehen der Geschäftsführung ablehnen: "Betriebsrats-Mobbing passt nicht in unser WELTBILD!" 

Der Betriebsrat von IKEA in Eching und Renate Färber.

Peter Wendel, Aytekin Erayabakan, BR LIDL Logistik, und Alfred Kückner, der BR-Vorsitzende von Hörauf & Kohler

K.A. Finkel, Markus Völkl und Wolfgang Jell.

Wenn auch Sie unsere Foto-Aktion unterstützen wollen, können Sie sich hier unser Solidaritäts-Plakat herunterladen. Dann ausdrucken und einen Schnappschuss von Ihnen mit dem Plakat an die blogredaktion@web.de schicken. Vielen Dank!

Freitag, 16. November 2018

Erfolg mit Hilfe der ver.di: Drei Münchner Betriebsräte behalten ihre Jobs


Geschäftsführung zieht fristlose Kündigungen nach Solidaritätskampagne zurück:
Kündigungen sind vom Tisch

München – Bei "ResMed" in Martinsried bei München, einem Unternehmen, das auf Schlaf- und Atemstörungen spezialisiert ist, wurde kurz nach den Betriebsratswahlen gleich drei ver.di-Betriebsrät/innen auf einmal gekündigt (sh. ver.di publik 4_2018). ver.di stand den Betroffenen zur Seite und unterstützte sie beim Rechtsschutz.

Der zuständige Fachbereich „Besondere Dienstleistungen“ organisierte eine breit angelegte Solidaritätskampagne


Zahlreiche Betriebs- und ­Personalräte und viele einzelne ver.di-­Mitglieder beteiligten sich an der Aktion. Einige schrieben sogar direkt das Unternehmen oder ihre Krankenkasse an, um auf alternative Produkte umzusteigen oder ihre Verträge zu kündigen. Die große Solidarität zeigte bei der ­Geschäftsleitung Wirkung. Sie sah sich gezwungen, mit ver.di in einen Dialog zu treten, um über die Kündigungen zu reden. Zahlreiche Gespräche folgten. In ­enger Abstimmung mit dem Betriebsratsgremium, das hinter den gekündigten Kolleg/innen stand. Um den Konflikt zu deeskalieren, bot die Geschäftsleitung an, die Kündigungen nach den ersten Gerichtsterminen zurückzuziehen, wenn die Tendenz des Gerichts eindeutig sei.

Es dauerte mehrere Monate, bis die Termine endgültig feststanden. Die gekündigten Kolleg/innen waren wegen der fristlosen Kündigung bei der Arbeitsagentur gesperrt und bekamen kein Arbeitslosengeld. Damit ihre ­Existenz nicht gefährdet wurde, sprang ver.di ein. Alle drei bekamen sogenannte Gemaßregeltenunterstützung.


Erfolg auf ganzer Linie

Am Ende wurden die Kündigungen von ResMed zurückgenommen. Als Betriebsräte setzen sich die drei Kolleg/innen nun wieder für die Beschäftigten ein. Ein Erfolg auf ganzer Linie – dank Kollegialität und Solidarität.

Maren Ulbrich

aus : ver.di publik 7/2018

Donnerstag, 15. November 2018

Solidaritätsadressen des ver.di-Bundesvorstands


Der ver.di-Bundesvorstand führt die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands mit etwa 2.000.000 Mitgliedern. Auch in Berlin sind die Angriffe auf den Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD Thema. Die Führungsebene von ver.di steht hinter dem Betriebsrat in Augsburg. 

Mitglieder des ver.di-Bundesvorstands mit den Soli-Plakaten aus Augsburg (von oben links im Uhrzeigersinn): Gabriele Gröschl-Bahr, Dagmar König, Andreas Scheidt, Christoph Meister und Ute Kittel.

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Mittwoch, 14. November 2018

Wir sehen uns am Montag vor dem Arbeitsgericht…


Die Auseinandersetzung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat geht in die nächste Runde: Am kommenden Montag findet der Kammertermin zum Kündigungsverfahren gegen unseren Vorsitzenden statt. Kommt zum Arbeitsgericht und unterstützt den Betriebsrat gegen die Angriffe der Geschäftsführung:

Kundgebung vor dem Arbeitsgericht
am Montag, 19.11.2018, um 8:00 Uhr
Frohsinnstr. 2 (Nähe Theodor-Heuss-Platz)

Obwohl das Arbeitgericht bereits während des Gütetermins im Juli sehr deutlich gemacht hat, dass es wenig von den Vorwürfen gegen den Vorsitzenden hält, treibt die Geschäftsführung das Verfahren weiter. So will sie das Ansehen des Gremiums wie unseres Vorsitzenden untergraben und uns von anderen wichtigen Aufgaben abhalten.

Letztlich greift der Arbeitgeber mit seinem Vorgehen unserer Auffassung nach auch die Wahlentscheidung der Beschäftigten an. Die Belegschaft hat den amtierenden Betriebsrat erst im Januar mit einer Wahlbeteiligung von 75% gewählt. Dabei entfielen fast 70% der Stimmen auf die Liste unseres Vorsitzenden.

Eines ist auch klar: Wir werden uns nicht einschüchtern lassen, sondern eure Interessen weiterhin mit allen gebotenen Mitteln verteidigen und durchsetzen. Dazu ermutigen uns auch Hunderte UnterstützerInnen aus ganz Deutschland.

Dienstag, 13. November 2018

Betriebsräte aus der Region zeigen Gesicht


Wenn Unternehmen ihre Betriebsräte angreifen und sich gegen die gesetzliche Mitbestimmung vergehen, spricht sich das schnell herum. Andere Interessenvertretungen solidarisieren sich und zeigen Gesicht gegen das Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD. So ist der angeschlagene Versandhändler aus Augsburg in aller Munde: regional und überregional – leider nicht im positiven Sinn…

Der Betriebsrat von LEDVANCE schreibt: "Wir wünschen Euch viel Erfolg bei Eurem Kampf gegen diese Machenschaften!"

Die Kolleginnen und Kollegen von der DEHNER-Filiale in Königsbrunn stehen hinter dem Betriebsrat von WELTBILD. 
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Montag, 12. November 2018

Protest vor dem Augsburger Presseball


Eine rauschende Ballnacht – so beschreibt die Augsburger Allgemeine den Presseball in der Kongresshalle vergangenen Samstag. Was in der Berichterstattung der Zeitung wahrscheinlich nicht erwähnt wird, ist der Protest der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. 




Drucker und Gewerkschafter protestieren lautstark vor der Kongresshalle

Während sich drinnen die Eigentümerfamilie für ihr großes soziales Engagement feiern lässt, fürchten draußen die MitarbeiterInnen um ihr monatliches Gehalt. Denn wieder einmal möchte ein erfolgreiches Unternehmen Tarifflucht begehen und den Beschäftigten, die nachts die Zeitungen drucken, weniger bezahlen.



Trommeln und Trillerpfeifen vor dem roten Teppich 

Viele der eintreffenden Gäste blickten erstaunt, als sie vor der Kongresshalle mit einem lauten Pfeifkonzert begrüßt wurden. Mehrere Betriebsrätinnen verteilten Flugblätter an die Gäste, um zu verdeutlichen, weshalb diese Aktion stattfindet.




Ein starkes Zeichen gegen Tarifflucht

Druck aufbauen für die Beibehaltung des Tarifes: Das war das Ziel dieser gelungenen Kundgebung! Vor den vielen Gästen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wurde lautstark deutlich gemacht, dass man das Vorgehen des großen Medienunternehmens nicht akzeptiert.





Eine tolle Aktion! Dank an alle UnterstützerInnen, insbesondere an die Trommelgruppe!






Sonntag, 11. November 2018

"Was WELTBILD mit dem Betriebsrat macht, ist nicht in Ordnung!"


Uns erreichen jeden Tag Dutzende neuer Fotos. Nicht nur von anderen Betriebsräten und Gewerkschaften, sondern auch von Leserinnen und Kunden. Sie haben gute Wünsche und aufmunternde Worte im Gepäck: "Durchhalten!", "Nicht unterkriegen lassen!". Eine Haltung eint diese Menschen: "Was WELTBILD mit dem Betriebsrat macht, ist nicht in Ordnung!". 




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Freitag, 9. November 2018

Hinter dem WELTBILD-Betriebsrat steht eine starke Organisation


Kraftvolle Betriebsratsarbeit braucht einen politischen Rahmen und eine starke Organisation im Hintergrund. Deshalb sind viele WELTBILD-BetriebsrätInnen in der Gewerkschaft ver.di organisiert und engagiert. 

Sie setzen viel Freizeit und Energie ein, um Gewerkschaftsarbeit als ehrenamtliche FunktionärInnen aktiv mitzugestalten. Einige Betriebsratsmitglieder nehmen auch Ämter auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene wahr: zum Beispiel in der Landesbildungskommission. Die folgenden Schnappschüsse entstanden am Rande der letzten Kommissionssitzung in Nürnberg.

Landesbildungssekretärin Dr. Ursula Stöger von ver.di, Christoph Wagner-Neisinger, Personalratsvorsitzender der Stadt Regensburg, und der Bezirksgeschäftsführer der ver.di in Niederbayern Hartmut Veitengruber unterstützen ihre KollegInnen vom WELTBILD Betriebsrat. 
Weitere Mitglieder der Landesbildungskommission: Dirk Nagel, Regionalleiter von ver.di bildung+beratung in Bayern; Fritz Paschke; Peter Müller, Jugendbildungsreferent der ver.di-Jugend Bayern, und Wolfgang Schulz. 

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Donnerstag, 8. November 2018

"Wir sagen: Schluss mit dem Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD!"


Interessenvertretungen und GewerkschafterInnen aus ganz Bayern unterstützen den Betriebsrat von WELTBILD. Der unverschämte Angriff auf die Mitbestimmung durch Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries ist leider kein Einzelfall (wir berichteten). 

Aber immer wenn ein Gremium schikaniert wird, stehen alle zusammen und sorgen für eine breite öffentliche Wahrnehmung. In den letzten Jahren war keine einzige der BR-Kündigungen erfolgreich, aber alle mitbestimmungsfeindlichen Unternehmen haben Schaden an Ansehen und Umsatz genommen.

Mitmachen!

Wenn auch Sie unsere Foto-Aktion unterstützen wollen, können Sie sich hier unser Solidaritäts-Plakat herunterladen. Dann ausdrucken und einen Schnappschuss von Ihnen mit dem Plakat an die blogredaktion@web.de schicken . Vielen Dank!

Petri Friedrich, Betriebsrat bei Ilim Timber in Landsberg, und Nicole Bäcker mit BR-Vorsitzendem Helmut Tretter von SYNLAB Logistics 

Die Mitarbeitervertretung des Dominikus-Ringeisen-Werks in Breitbrunn (v.l.n.r.): Alexandra Ostermeier, Martin Thalhofer, Thomas Hofmann, Fikret Alabas, Henning Näveke und Anna Lutz-Genso

Von links nach rechts: Wolfgang Peitzsch, DGB Augsburg, Detlef Flechsel, Bezirksverbandsvorsitzender der IG BAU Schwaben und Erdem Altinisik, Rechtssekretär der ver.di im Bezirk Augsburg

Betriebsrat Ulrich Hehl von LINDE Gas, Kathrin Rottmann vom BR der Augsburger Allgemeinen und Elisabeth Namiri, Spezialistin für Gefährdungsbeurteilungen und Fach-Mediatorin Wirtschaft.

Aufruf zur Kundgebung am 10.11.2018


Man mag es kaum glauben - aber die schlechten Neuigkeiten aus unserem Wirtschaftsraum
hören nicht auf.

Diesmal sorgt die Augsburger Allgemeine für negative Schlagzeilen - quasi in eigener Sache.

Die Zeitung ist einer der größten Arbeitgeber der Region und steigt aus der Tarifbindung aus.

Aufruf zur Kundgebung
Lasst uns solidarisch zu den Druck-KollegInnen stehen und am Samstag, den 10.11.2018  gemeinsam ein Zeichen gegen die Tarifflucht der Augsburger Allgemeinen setzen.

Gemeinsam können wir eine Menge erreichen!

Quelle: ver.di Augsburg

Montag, 5. November 2018

Bildungszentrum in Brannenburg unterstützt Kampagne gegen Betriebsrats-Mobbing


Wo auch immer sich gerade GewerkschafterInnen treffen: Sie sprechen über die unsäglichen Angriffe der WELTBILD-Geschäftsführung auf den Betriebsrat und seinen Vorsitzenden. Diese Schnappschüsse sind auf einer Tagung im ver.di-Bildungszentrum in Brannenburg entstanden. Danke für eure Solidarität, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Obere Reihe von links: Norbert Großhauser-Fernau, Dolf Schießer, Werner Haub, Günther Hübner; Mitte: Dieter Hahne und Walter Lukas; untere Reihe: Werner Tomek, Emmy Simmerer, Stephan Kuchenbecker und Thomas Jacobi.  

Das Bildungszentrum "Haus Brannenburg" ist einer der wichtigsten Multiplikatoren der ver.di in Bayern. Innerhalb weniger Wochen sind hier über 1.500 unserer Protest-Postkarten an SeminarteilnehmerInnen aus ganz Deutschland verteilt worden. Manfred Weidenfelder leitet die Bildungsstätte; zusammen mit Bildungsreferentin Britta Klinkforth sagt auch er: "Stopp: Betriebsrats-Mobbing passt nicht in mein WELTBILD!"

Das Leitungsteam der ver.di-Bildungsstätte in Brannenburg: Bildungsreferentin Britta Klinkforth und Schulleiter Manfred Weidenfelder.
Wer den Betriebsrat bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting unterstützen möchte, kann hier unser Soli-Plakat herunterladen. Dann einfach ausdrucken und in die Handykamera halten. Den Schnappschuss schickt ihr bitte in voller Auflösung an blogredaktion@web.de . Vielen Dank!


Freitag, 2. November 2018

Die Betriebsräte von HUGENDUBEL und WELTBILD halten zusammen


Viele Jahre saßen sie gemeinsam im Konzernbetriebsrat. Die Pleite hatte die Betriebsräte von WELTBILD und HUGENDUBEL getrennt, aber sie halten weiter zusammen. Die KollegInnen von HUGENDUBEL unterstützen den WELTBILD-BR bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting durch die Geschäftsführung.

Andreas Krug, Ariane Kischel (stellv. Vorsitzende) und Berit Brusdeylins

Reinhard Lipke, Uwe Kramm (Vorsitzender) und Walter Rohn. 
Martha Mayr, Pankraz Görl und Jürgen Horn.

Wer den Betriebsrat bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting unterstützen möchte, kann hier unser Soli-Plakat herunterladen. Dann einfach ausdrucken und in die Handykamera halten. Den Schnappschuss schickt ihr bitte in voller Auflösung an blogredaktion@web.de . Vielen Dank!

Montag, 29. Oktober 2018

Welle der Solidarität für WELTBILD-Betriebsrat


Unsere Foto-Aktion läuft noch besser, als wir es uns erhofft hatten. Wir haben schon über 100 Bilder bekommen und täglich werden es mehr. Wir veröffentlichen die Fotos der UnterstützerInnen nach und nach hier im Blog.

Wer den Betriebsrat bei seinem Kampf gegen Mobbing und Union-Busting unterstützen möchte, kann hier unser Soli-Plakat herunterladen. Dann einfach ausdrucken und in die Handykamera halten. Den Schnappschuss schickt ihr bitte in voller Auflösung an blogredaktion@web.de . Vielen Dank!

Markus Brakonier, Silvia Horst und Petra Wendel von ESPRIT fordern die Geschäftsführung von WELTBILD auf: "Fair bleiben!". 

Unsere KollegInnen von SSI Schäfer Shop stärken uns den Rücken: Rainer Stockschläder, Jürgen Büchner und Heike Morgenschweis. Danke!

Was bei WELTBILD passiert, spricht sich überall herum. Auch Nicole Strathoff, Kathrin Sünder und Marlis Kriews von KAUFLAND stellen sich gegen die unfairen Angriffe der WELTBILD-Geschäftsführung.


Freitag, 26. Oktober 2018

Der Betriebsrat von WELTBILD braucht Ihre Unterstützung


Seit der Düsseldorfer Milliardär Walter Droege das früher kirchliche Unternehmen WELTBILD übernommen hat, ist bei dem Augsburger Buchversender kein Stein auf dem anderen geblieben. Von einstmals 2.500 Beschäftigten im Versandhandel sind gerade mal 350 übrig. Das Betriebsklima ist vergiftet, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit werden sträflich vernachlässigt. Allein der gewählte Betriebsrat bietet dem Despoten aus Düsseldorf mutig die Stirn.

Die Geschäftsführung um CEO Christian Sailer dagegen behindert seit Monaten die gesetzliche Mitbestimmung. Der Betriebsrat wird nicht informiert, Betriebsvereinbarungen werden gebrochen, es wird getrickst und gelogen, was das Zeug hält. Jetzt soll auch noch der verdiente Betriebsratsvorsitzende unter fadenscheinigen Vorwürfen fristlos gekündigt werden.

Sie unterstützen den Betriebsrat von WELTBILD und zeigen Gesicht für Fairness und Mitbestimmung: Stefanie Nutzenberger, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Leiterin des Fachbereichs Handel, Manfred Wirsch, Bundesfachgruppenleiter Groß- und Außenhandel sowie Sylwia Lech, ver.di-Sekretärin in Augsburg.

Die Geschäftsführung von WELTBILD beschuldigt den Betriebsratsvorsitzenden, einem Mitarbeiter zum Blaumachen geraten zu haben. Im Juli wurde die Kündigung erstmals vor dem Arbeitsgericht verhandelt. Der Arbeitgeber legte keinerlei Beweise vor, und der Vorsitzende Richter äußerte erhebliche Zweifel, ob der Vorwurf für eine Kündigung überhaupt ausreiche. Trotzdem treibt die Geschäftsführung das Verfahren weiter und macht im Betrieb Stimmung gegen Gewerkschaft und Interessenvertretung.

Deshalb bitten wir Sie heute um Unterstützung:

Zeigen Sie Gesicht und sagen „Stopp: Betriebsrats-Mobbing passt nicht in mein WELTBILD“. Dazu haben wir ein kleines Plakat vorbereitet, das Sie sich hier herunterladen und ausdrucken können. Halten Sie es bitte in die Handykamera und schicken Sie uns ein Selfie mit Plakat in voller Auflösung per E-Mail an unsere blogredaktion@web.de . Wir veröffentlichen die Bilder aller UnterstützerInnen hier im Blog.

Vielen Dank auch im Namen des WELTBILD-Betriebsrats.

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Jahresempfang von KAB und Betriebsseelsorge


Alle zwei Jahre laden die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und die Betriebsseelsorge Betriebsräte zu einem Empfang ein. Es geht um Erfahrungsaustausch und die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements. 

Heuer sprachen Ica Fritz, Reinhold Gebhard und Timm Boßmann vor rund 100 BetriebsrätInnen, PersonalrätInnen und MitarbeitervertreterInnen. Durch das Programm führte Hans Gilg von der katholischen Betriebsseelsorge.

Der Vortrag von Timm Boßmann machte die ZuhörerInnen betroffen. Sie versicherten dem Betriebsrat von WELTBILD ihre Unterstützung.
Ica Fritz und das Volksbegehren gegen den Pflegenotstand

Über Ica Fritz konnte man vor kurzem einen ausführlichen Artikel in der Augsburger Allgemeinen lesen. Sie ist Betriebsrätin im VINCENTINUM und eine der InitiatorInnen des Volksbegehrens gegen den Pflegenotstand in Bayern. Ihr anschaulicher Bericht an diesem Abend machte deutlich, wie dringend sich etwas ändern muss angesichts der extremen Belastungen der Pflegerinnen und Pfleger in ihrem Beruf ausgesetzt sind. Die Initiative jedenfalls ist ein riesiger Erfolg geworden: Innerhalb von 2 Monaten haben über 100.000 Menschen den Aufruf zum Volksbegehren unterstützt.

Wie man eine Insolvenz überlebt: Reinhold Gebhard

Zweiter Redner war Reinhold Gebhard. Der Betriebsratsvorsitzende der Firma TREVIRA aus Bobingen hat ebenso wie die WELTBILD Beschäftigten Erfahrungen mit einer Insolvenz.

TREVIRA, der Spezialist für Faserherstellung, war im Jahr 2011 zahlungsunfähig. Auch bei TREVIRA wurde die Kanzlei Schneider/Geiwitz als Insolvenzverwalter eingesetzt und ein neuer Eigentümer gefunden.
Die gute Nachricht von Reinhold Gebhard an das Publikum: Nach einer mehrjährigen schwierigen Übergangsphase hat sich TREVIRA mittlerweile stabilisiert und macht wieder Gewinne. Der Betriebsrat hat es geschafft, höhere Löhne für die Mitarbeiter zu erreichen und es werden viele junge Leute ausgebildet.

Auf Wandzeitungen konnten die rund 100 Gäste des Empfangs nachlesen, wie der Arbeitgeber WELTBILD den gewählten Betriebsrat angreift. Danach machten viele bei den Solidaritäts-Aktionen mit.

Solidarität mit dem Betriebsrat von WELTBILD

Die schwierige Situation bei WELTBILD kannten die meisten Anwesenden bereits aus der Presse. BR-Vorsitzender Timm Boßmann schilderte anschaulich, wie negativ sich die fortgesetzten Angriffe gegen den Betriebsrat auf die Stimmung im Betrieb auswirken. 

Das Gebaren der Weltbild Geschäftsführung stieß auf solches Unverständnis bei den ZuhörerInnen, dass gleich im Anschluss Dutzende von BetriebsrätInnen ihre Solidarität mit dem WELTBILD-Betriebsrat bekundeten. Sie unterschrieben Protestpostkarten der Gewerkschaft ver.di und nahmen an einer Fotoaktion teil.

Montag, 22. Oktober 2018

Playmobil - Der Irrsinn geht weiter


Sieht man nur den Output an bunten Plastikfiguren, mag man Geobra Brandstätter in Zirndorf gar nichts Bösen zutrauen. Das Unternehmen präsentiert sich aber in Sachen Unionbusting und miesen Methoden im Umgang mit Betriebsräten und Mitarbeitern in einem ganz anderen Licht. 


Hier im Blog wurde 2016 bereits über den letztlich gescheiterten Versuch berichtet die IG Metall-Liste bei der Betriebsratswahl mit ungesetzlichen Mitteln und Einschüchterung auszubooten (Playmobil - die dunkle Seite von niedlich). Dieses Vorgehen wurde vom Bundesarbeitsgericht in Erfurt in letzter Instanz abgestraft. Im Nachgang konnte dann endlich eine ordentliche Wahl abgehalten werden, aus der die Gewerkschaftsliste mit 9 Mandaten als stärkste Kraft im 21-köpfigen Gremium  hervorging. Die restlichen 12 Mitglieder stehen der Geschäftsführung näher als der Belegschaft, sind entweder beeinflussbar oder auf ihren eigenen Vorteil bedacht.


Wer aber glaubt, die Unternehmensführung hätte sich mit diesem Ergebnis abgefunden, irrt gewaltig. Von Anfang an wurden die 9 Betriebsratsmitglieder der IG-Metall-Liste unter Druck gesetzt und schikaniert. So gab es für sie unverhältnismäßig viele Abmahnungen, teils wegen schierer Nichtigkeiten, teils mit völlig absurden Begründungen. Darüber hinaus wurden ihnen Durchgangskarten für den Betrieb verweigert, so das sie an vielen Toren klingeln und auf Einlass warten mussten. Parallel dazu ging die Stimmungsmache gegen die Gewerkschaft munter weiter.


Im diesjährigen Hitzesommer fand sich nun endlich ein "Ansatzpunkt", die unbequemen Betriebsräte anzugehen. Unter dem Vorwand das Gebot der  "vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat" (§ 2 Abs. 1BetrVG) missachtet zu haben, wird versucht sie per Gerichtsbeschluss aus dem Gremium zu klagen. Dabei waren sie nur ihrer Pflicht nachgekommen, die gesetzlich garantierten Arbeitnehmerrechte zu wahren, was den Gesundheitsschutz in den klimatisch prekären Produktionsräumen angeht. Die Fenstergriffe waren dort auf Geheiß der Geschäftsführung schon länger abmontiert worden, was ein Lüften der Räume unmöglich machte und jetzt zu Temperaturen von 37°C in den Hallen führte.

Laut Arbeitsstättenverordnung muss der Arbeitgeber aber ab 30°C wirksame Maßnahmen ergreifen, um die Hitzebelastung zu reduzieren. Ab 35°C ist ein Arbeitsraum nicht mehr dauerhaft als solcher zu benutzen.

In dieser Situation haben die 9 Betriebsräte die Kollegen über Aushänge darauf hingewiesen, dass sie bei bei Temperaturen über 35°C einmal pro Stunde das Recht auf eine "EntwärmungsPhase" hätten, um zu trinken und sich an geeigneter Stelle abzukühlen. Aus Sicht des Arbeitgebers war dies ein eigenmächtiger Aufruf - ohne Beschluss des gesamten Gremiums - zu wiederholten 10-minütigen nicht genehmigten Arbeitsunterbrechungen.


Unfassbarerweise haben sich die anderen 12 Betriebsräte hinter das Vorhaben des Arbeitgebers gestellt und dessen Vorgehen unterstützt. So sollen gerade die Kollegen, die sich gegen unzumutbare Verhältnisse wenden und sich für das Wohl der Mitarbeiter einsetzen abgestraft werden. Dass sich der Rest der Mitarbeitervertretung damit als bloße Erfüllungsgehilfen der Geschäftsleitung offenbaren ist mehr als bitter.


Beim Gütetermin vor dem Nürnberger Arbeitsgericht wurde erwartungsgemäß keine Einigung erzielt und die Vorwürfen nicht zurückgenommen. Die Kammer wird nun im Januar 2019 mit ihrem Urteil den Fall in erster Instanz entscheiden.


Bei Weltbild steht der Betriebsrat bisher zum Glück geschlossen gegen die Anfeindungen der Geschäftsführung. Obwohl auch hier Kollegen im Gremium sitzen, die nicht der Gewerkschaft angehören, besteht doch weitgehend Einigkeit darüber, was die Aufgaben einer Mitarbeitervertretung sind und wem man verpflichtet ist - nämlich denjenigen, die im Unternehmen die Arbeit erledigen und die einen gewählt haben.

Gerade in Zeiten, wie diesen, in denen die Geschäftsleitung den Vorsitzenden massiv angreift und versucht aus dem Betrieb zu kicken, ist es wichtig die Hoffnung, sie könnten damit durchkommen, gar nicht erst aufkommen lassen. Nur diese Geschlossenheit, kann die Chefetage wieder zur Vernunft und konstruktiver Zusammenarbeit bringen.

Weltbild darf kein zweites Playmobil werden.

Freitag, 19. Oktober 2018

BR-Mobbing bei Aldi


Neben vielen wichtigen Themen, über die hier im Blog berichtet wird, ist das zentrale Thema augenblicklich das betriebene Betriebsrats-Mobbing, im speziellen die angedrohte fristlose Kündigung des BR-Vorsitzenden.

Leider stehen die Betriebsräte bei Weltbild nicht alleine vor dem Problem, sich gegen unfaire Methoden durch den Arbeitgeber wehren zu müssen.
Neben Lidl, Zara, Ihle - um nur ein paar Beispiele zu nennen, ist nun auch Aldi Nord negativ aufgefallen.

Mal wieder harte Bandagen bei Aldi


Ein Bericht von Andreas Haman, erschienen in der ver.di Handel Nr. 2, September 2018

Die gewinnträchtige Dicounter-Kette Aldi Nord ist einmal mehr in die Kritik geraten. Ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über den Konflikt um ein neues Arbeitszeitmodell hat kürzlich für ein starkes Medienecho gesorgt.
Insbesondere wird die Frage aufgeworfen, ob Aldi aus der Tarifbindung aussteigen will. Anlass ist eine Formulierung in den seit 2014 erneuerten Arbeitsverträgen. Dort heißt es jetzt, der arbeitsvertragliche Verweis auf die Tarifverträge gelte "nur solange der Arbeitgeber tarifgebunden ist".
Bei ver.di-Aktiven und engagierten Betriebsräten hat das für großes Misstrauen gesorgt. Einer von ihnen ist Uli Kring, Betriebsratsvorsitzender in der Aldi-Gesellschaft Bad Laaspe. "Ich sehe die riesige Gefahr, dass Aldi Nord einen Tarifausstieg plant", sagt er. Das Unternehmen selbst dementiert dies: Aldi stehe zu den Tarifverträgen. Die Arbeitsverträge seien lediglich an die neue Rechtsprechung angepasst worden und man wolle "auf gegenwärtig nicht absehbare Zeit in der Not vorbereitet sein", zitiert das Handelsblatt.

Der "Spiegel"-Bericht ist für den Discounter insbesondere deshalb ärgerlich, "weil wir einer großen  Öffentlichkeit mal wieder als schlechter Arbeitgeber vorgeführt werden", wie ein regionaler Geschäftsführer bereits vor einiger Zeit beklagte.
Starke Belege für das kritikwürdige Verhalten gibt es seit langem.

Illustration: BLEIFREI TEXTE + GRAFIK

Trotz neuer Zeiterfassung: Pausen- und Minutenklau


2014 begann Aldi Nord, außer neuen Arbeitsverträgen auch neue Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeit und zur Vergütung durchzuboxen, die einen großen Spielraum für Verschlechterungen bieten.
Zum Beispiel wird in einer Betriebsvereinbarung der pauschale Verzicht auf Mitbestimmung in Arbeitszeitfragen festgeschrieben. Über den Weg von Arbeitszeitkonten soll Mehrarbeit zu einem pauschal genehmigten Dauerzustand gemacht werden und keine Ausnahme mehr sein, so ein Einwand von Betriebsräten.

Zwei Betriebsräte leisten Widerstand


Auch eine inzwischen weitgehend eingeführte elektronische Arbeitszeiterfassung, die ver.di seit langem gefordert hatte, ist nach Auskunft von Insidern lückenhaft.
Arbeit vor und nach der eigentlichen Schicht sowie Pausenzeiten werden - anders als von Aldi Nord behauptet - oft nicht minutengenau erfasst.
Der erwähnte "Spiegel"-Artikel gibt wieder, dass anfänglich rund die Hälfte der damals 35 Betriebsratsgremien  die geplante Betriebsvereinbarung über ein neues Arbeitszeit- und Vergütungsmodell abgelehnt hatte. Diesen Zustand haben die regionalen Geschäftsführer dann mit zum Teil erpresserischen Methoden verändert, über die erstmalig in ver.di Publik ausführlich berichtet worden ist: Es wurde mit der Schließung von Standorten, der Ausgliederung des jeweiligen Fuhrparks oder der Abgabe von Teilen des Filialnetzes gedroht.
Dieses Vorgehen und die sichere Zustimmung von Betriebsratsmehrheiten aus dem Dunstkreis der arbeitgeberfreundlichen  AUB haben dazu geführt, dass Aldi Nord fast überall zum Ziel gekommen ist. Nur noch zwei von ver.di-Mitgliedern  geführte Betriebsräte, in Bad Laaspe und in Horst, leisten Widerstand. "Wir sprechen uns mit Nachdruck gegen Einschüchterungen und Drohungen durch Vorgesetzte aus. Arbeitsverträge, die die Bedingungen für die Beschäftigten verschlechtern, lehnen wir ab", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Unser gemeinsames Ziel ist Tarifsicherheit und ungehinderte betriebliche Mitbestimmung." 
(Bericht: Andreas Haman)


Wir wünschen den engagierten Betriebsräten Bei Aldi Nord viel Kraft in ihrem Kampf um faire Arbeitsbedingungen.

Quelle: Ver.di Handel Nr. 2 (Beilage der Ver.di Publik), September 2018

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Angst in Unternehmen und was sie bewirkt


Die meisten von uns werden das Gefühl kennen.
Angst vor dem Chef, Angst davor, die Arbeit nicht rechtzeitig genug oder nicht gut genug zu erledigen, Angst davor, Aufgaben zu bekommen, die man nicht bewältigen kann, Angst, die Arbeit zu verlieren, Angst, dass die Firma pleitegeht.
Es gibt unendlich viele Ängste und in den meisten Firmen herrscht eine Angstkultur.

Sogar die, die bei den Mitarbeitern die meisten Ängste auslösen, die sogenannte Führungsschicht, haben selber auch viele Ängste - nicht dass wir Mitleid bekommen würden.
Aber es schadet uns.

Sie fällen Entscheidungen nicht, aus Angst, die falsche Entscheidung zu fällen.
Sie wählen immer den Weg des geringsten Risikos, was dazu führt, dass Innovation und Kreativität keinen Platz bekommt.
Das kennt jeder von uns, denken wir nur an die großen und behäbigen Industrieschiffe, die ihre Produkte zwar weiterentwickeln, aber immer im eingefahrenen Gleis bleiben.
Die Produkte werden größer, schneller, meist auch teurer, aber im Prinzip unverändert.

Ein Chef, der mit Härte und Druck seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen antreiben will, erreicht genau das Gegenteil.
Angst blockiert die Denkfähigkeit, macht den Menschen physisch und psychisch krank und sorgt für Fehler.
Je nach Veranlagung reagiert der unterdrückte Mitarbeiter mit Rückzug, Dienst nach Vorschrift, bloß nichts riskieren oder mit Wut, Desinteresse und Rachegelüsten.

Wir kennen aus eigener Erfahrung das Sicherheitsdenken, das Pingpong - jeder schiebt die Verantwortung auf einen anderen und will sie selbst nicht übernehmen.
Bei uns Weltbildlern kommt dann noch die Sorge um die Zukunft dazu, die Sorge, was die nächste Entlassungswelle bringt, die Sorge, was Düsseldorf als nächstes ausbrütet.

Die Führungsschicht dürfte vor Droege gehörige Angst haben, er feuert ja gerne mal.
Allerdings bekommen sie ein ordentliches Schmerzensgeld, da kann man schon mal gute Miene zum bösen Spiel machen, jeder Monat zählt - manch einer mag im Monat mehr verdienen als ein normaler Arbeitnehmer im Jahr, da könnte man sich früh zur Ruhe setzen, wenn man eine Weile durchhält und nicht alles für Luxusgüter oder Geliebte verjubelt.

Wie kann die Kehrtwende geschafft werden ?
Wie kann man in einer Firma die Angst abschaffen und Vertrauen aufbauen ?
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Druck wird von oben nach unten weitergegeben - nicht von allen - es gibt auch gute Vorgesetzte, die den Druck von ihren Mitarbeitern abschirmen.
Und natürlich gibt es auch Führungspersonal, welches eine merkwürdige Vorstellung von Führung hat.
Die kann man nur bändigen, wenn über Ihnen jemand Vernünftiges ist, der das unterbindet.

Unter Linkedin findet man einen sehr gut geschriebenen Artikel zu Angst in Unternehmen, der das Thema sehr schlüssig aufbereitet:

Anne M. Schüller: Die Angst muss weg! Angst macht Unternehmen langsam und dumm


Freitag, 12. Oktober 2018

Der Umzug - ein Zwischenbericht


Die Geschäftsführung hat dem Betriebsrat inzwischen die Planung zur Belegung des
3. Stocks im Böwe-Gebäude vorgelegt. Dieser ist der neuralgische Punkt des ganzen Umzugs, da hier der gesamte Einkauf zusammengezogen werden soll. Schon auf den ersten Blick schienen mehrere Räumer kritisch oder überbelegt zu sein.

Da sich das Gremium sich im Rahmen diese Großprojekts mit den gesetzlichen Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung ArbStättV, die die Mindestanforderungen für Sicherheit und Gesundheitsschutz regelt, nicht hinreichend vertraut sah, beschloss man einen Fachmann als externen Berater hinzuzuziehen. Darüber hinaus sollte auch der Vorwurf vermieden werden, eine Ablehnung beruhe weniger auf objektiven Tatsachen, als vielmehr auf schierer Blockadehaltung. 

Der bestellten Beraterin Frau Fuchs von der Gesellschaft für Gute Arbeit mbh wurden die bisherigen Planungsunterlagen übergeben und ein Treffen vereinbart, bei dem eine Begehung der gesamten Räumlichkeiten im Böwe-Gebäude mit besonderem Focus auf den 3. Stock durchgeführt wurde. Im Nachgang beschaffte der Gesundheitsausschuss nach weiteren Gesprächen mit den Kollegen detaillierte Informationen zum realen Platzbedarf (Muster, Archiv, etc.) und den Besonderheiten der jeweiligen Tätigkeiten. Auf dieser Basis erstellte Frau Fuchs ein erstes Teilgutachten, das im Wesentlichen die Einschätzung des Betriebsrats stützte. Mehrere Räume, vor allem ein Großraunbüro, wären mit der geplanten Anzahl an Mitarbeitern deutlich überbelegt. Die aktuelle Planung sei damit unter dem Gesichtspunkt der ArbStättV nicht zulässig und müsse dringend überarbeitet und entzerrt werden.

Bin einem Gespräch mit der Geschäftsführung zeigte sich diese überraschend einsichtig. Es wurde schnell die Möglichkeit in Betracht gezogen Teile des Einkaufs auf den 2. Stock auszulagern, was ja immer noch eine große räumlichen Nähe aller Kollegen brächte, die bisher überhaupt nicht gegeben ist. Die neue, überarbeitet Planung dieses ersten Umzugsschritts liegt aktuell aber noch nicht vor.

Nach Meinung des Betriebsrats muss die Planung sukzessive in mehreren Schritten erfolgen, wobei einer den nächsten bedingt. Wenn der 3. Stock in der zukünftigen Belegung soweit den gesetzlichen Vorgaben entspricht, sollen die anderen Etagen des Böwe-Gebäudes folgen. Ist dies soweit erledigt, folgen die anderen Räumlichkeiten im Sigma Technopark und der Rumplerstraße. Erst wenn für alle Abteilungen in allen Gebäuden die Planungen vorliegen und keine Bedenken bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz mehr bestehen, wird der Betriebsrat seine finale Zustimmung erteilen. Es wird also keine Zustimmung zu einzelnen Planungsabschnitten geben, sondern nur zum Gesamtpaket.

In der aktuellen Situation ist der mehrfach in Aussicht gestellte Umzug in ein ganz neues Gebäude, das ausreichend Platz für alle Mitarbeiter bietet nicht realisierbar, so dass der Ist-Zustand auch längerfristig weiter bestehen bleiben wird. Deshalb ist es besonders wichtig und auch eine Chance im Zuge des Umzugs die Verhältnisse für die Mitarbeiter spürbar zu verbessern. Dies betrifft nicht nur eine Entzerrung der auch jetzt schon teilweise grenzwertigen Bürobelegungen, sondern auch längst fällige Maßnahmen zur klimatischen Verbesserung (Heizung, Klimatisierung und Luftfeuchtigkeit) und zum Schallschutz.

Wenn dies gelingt, könnten am Ende doch noch alle Seiten von einem Umzug profitieren.





Mittwoch, 10. Oktober 2018

Gericht rügt WELTBILD


Die Geschäftsführung von WELTBILD verbreitet das Märchen, sie sei grundsätzlich zur guten Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat bereit. Nur der Betriebsratsvorsitzende und dieses Blog hier störten die perfekte Harmonie, möchten Manfred Ries und Christian Sailer der Belegschaft gern weismachen… 

Wer die Konflikte bei WELTBILD genau beobachtet und mit Betroffenen spricht, weiß es besser. Ries und Sailer geben ihre mitbestimmungsfeindlichen Positionen erst auf, wenn ein Gericht sie dazu zwingt. Das wird dann als Zugeständnis an den Betriebsrat verkauft. 

Kürzlich wurden zwei Verfahren, die der Betriebsrat beim Augsburger Arbeitsgericht eingeleitet hatte, beendet: Einmal ging es um die wiederholte Missachtung der Betriebsvereinbarung „Flexible Arbeitszeit“, ein anderes Mal um den durchsichtigen Versuch, das Mitbestimmungsrecht bei Neueinstellungen zu umgehen.

Die Verletzung der Betriebsvereinbarung hatte der Betriebsrat monatelang moniert: Immer wieder zog der Arbeitgeber Beschäftigte zu Mehrarbeit heran ohne den Betriebsrat zu informieren, geschweige denn eine Genehmigung einzuholen, wie es die Betriebsvereinbarung vorschreibt. In einem Fall setzte der Arbeitgeber einen Kollegen sogar gegen das ausdrückliche Verbot des Betriebsrats am Wochenende in Bor ein. Nachdem mehrere Gespräche und schriftliche Mahnungen nichts gefruchtet hatten, reichte der Betriebsrat eine Klage gemäß § 23 Abs. 3 BetrVG ein.

Verstöße des Arbeitgebers gerichtlich festgestellt

Vor Gericht wurde nun im Rahmen eines Vergleichs festgestellt: 1. Der Arbeitgeber hat mehrfach gegen die BV verstoßen; 2. Der Arbeitgeber wird keine Mehrarbeit mehr ohne Genehmigung des Betriebsrats anordnen oder dulden – insbesondere nicht im Bereich „Social Media“, wo die Verstöße besonders eklatant waren und regelmäßig stattgefunden haben; 3. Der Arbeitgeber wird sämtliche Führungskräfte zur korrekten Durchführung der BV „Flexible Arbeitszeit“ schulen; diese Schulungen werden bis Ende Oktober 2018 durchgeführt und von VertreterInnen des Betriebsrats begleitet; 4. ab November 2018 erhält der Betriebsrat jeden Monat eine Auflistung aller geleisteten Stunden Mehrarbeit. 

Damit ist der Rechtsstreit um die Betriebsvereinbarung „Flexible Arbeitszeit“ zumindest vorerst erledigt. Sollte der Arbeitgeber nochmals gegen die Vereinbarung verstoßen oder Verstöße dulden, wird der Betriebsrat unverzüglich ein weiteres Verfahren einleiten. Das dürfte dann die Androhung und Verurteilung zur Zahlung eines Ordnungs- und/oder Zwangsgeldes im vier- bis fünfstelligen Bereich zur Folge haben. 

Warum der Arbeitgeber die Regelungen der BV so hartnäckig ignoriert hat, ist mit gesundem Menschenverstand nicht nachzuvollziehen. Die Betriebsvereinbarung ist ein rechtskräftiger Vertrag, der dem Arbeitgeber und den ArbeitnehmerInnen jeweils spezifische Vorteile bringt und sich seit über 20 Jahren bewährt hat. Eine klassische Win-Win-Situation also. Warum muss der Betriebsrat die Herren Ries und Sailer mit einem Gerichtsverfahren zwingen, sich an ihren Teil der Abmachung zu halten? 

BR stimmt Vergleich zu, um Betroffene zu schonen

Im zweiten Fall, der am selben Tag vor dem Arbeitsgericht verhandelt wurde, ging es um die Umgehung der Mitbestimmung des Betriebsrats bei Einstellungen. Über die Hintergründe haben wir hier bereits ausführlich berichtet. Der Richter machte aus seiner Verärgerung keinen Hehl und kritisierte den Versuch des Arbeitgebers den § 99 BetrVG auszuhebeln mit deutlichen Worten.

Dann schlug er einen Vergleich vor: Der Arbeitgeber gibt zu, dass die Einstellung des/der Beschäftigten bei der WELTBILD GmbH & Co. KG erfolgt und beteiligt den Betriebsrat entsprechend. Der wiederum wird die Anhörung zur Einstellung erneut prüfen und beharrt zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf einer Aufhebung. Die Prozessvertreter des Betriebsrats stimmten diesem Vergleich zu, um dem/der betroffenen KollegIn eine unangenehme Zeugenbefragung durch das Gericht zu ersparen. 

Warum schlagen Sailer und Ries alle Angebote des BR aus?

Der Betriebsrat hat damit einmal mehr bewiesen, dass für ihn das Wohl der Kolleginnen und Kollegen an oberster Stelle steht. Um dieses Wohl zu wahren, ist es aktuell notwendig, dem Arbeitgeber Grenzen aufzuzeigen. Auch mit juristischen Mitteln, und auch dann, wenn es vordergründig einige Dinge verkompliziert. Erst wenn Manfred Ries und Christian Sailer akzeptiert haben, dass die MitarbeiterInnen von WELTBILD Rechte haben und den gewählten Betriebsrat entsprechend dieser Rechte beteiligen, wird die Situation wieder einfacher. 

Angebote des Betriebsrats gab es in den vergangenen Monaten zuhauf. Leider haben sich Ries und Sailer auf ihren arbeitnehmerfeindlichen Positionen eingemauert und mit der beabsichtigten Kündigung des BR-Vorsitzenden eine rote Linie überschritten. Die Fortsetzung der Verhandlungen in der Einigungsstelle Anfang November bietet noch einmal die Chance, die Situation zu befrieden. Aber dazu gehören Zwei. Falls die Geschäftsführung tatsächlich mit dem Betriebsrat und seinem Vorsitzenden zusammenarbeiten möchte, hat sie dort die Gelegenheit das zu beweisen.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Turamichele: Zeichen setzen gegen Betriebsrats-Mobbing


Rund zwei Monate ist es jetzt her, seit das Augsburger Arbeitsgericht große Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden angemeldet hat. Wer gehofft hatte, dass sich Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries nun besinnen und das aussichtslose Verfahren abblasen, sieht sich getäuscht. Statt dessen läuft das Betriebsrats-Mobbing auf Hochtouren. Dagegen haben die Gewerkschaft ver.di und die WELTBILD-Vertrauensleute jetzt ein Zeichen auf dem Augsburger Rathausplatz gesetzt.

Beim Turamichele-Fest am vergangenen Wochenende schickten GewerkschafterInnen über 100 Protestpostkarten auf eine luftige Reise. Herr Sailer kriegt schon bald wieder Post von überall her…
Augsburger Allgemeine 29.09.18
Vordergründig simuliert die Geschäftsführung Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. In Wahrheit hat sich an der Haltung zur Mitbestimmung nichts geändert: Verfahren werden verzögert, Termine hinausgeschoben. Beim Gesundheitsschutz hat sich immer noch nichts bewegt. Der Betriebsrat wird weiterhin nur auf konkrete Nachfrage informiert, wenn er bereits selbst herausgefunden hat, was die GF gerade wieder plant. Bei Einstellungen wird versucht, die Schutzrechte der Betriebsverfassung zu umgehen. MitarbeiterInnen werden drangsaliert und unter Druck gesetzt, usw. usf.

Arbeitgeber gießt Öl ins Feuer

Solange sich daran nichts ändert, wird der Konflikt weitergehen. Ein Konflikt übrigens, der nicht an der Person des Betriebsratsvorsitzenden hängt. Bei dem Streit geht es um die Grundregeln des Miteinanders im Betrieb, menschlichen Anstand und die gesetzlich verankerte Mitbestimmung. Dafür steht der Betriebsrat geschlossen als Gremium. Die Angriffe des Arbeitgebers auf eine einzelne Person bewirken nichts, außer weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Und sie halten WELTBILD öffentlich im Gespräch. Ob die negative Berichterstattung über Betriebsrats-Mobbing die Marke sympathischer machen und umsatzfördernd wirken, darf allerdings bezweifelt werden…


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