Freitag, 31. Juli 2009

Betriebsversammlung – Ihre Meinung ist gefragt!


Am Donnerstag hat der Betriebsrat zwei Betriebsversammlungen im Kuppelsaal abgehalten. Neben Tarifverhandlungen, Gesundheitsschutz und anderen Themen ging es vor allem um die laufende Restrukturierung und die Zukunft des Unternehmens. Unsere Kollegin Dolores Sailer hat ausgeführt, dass die Restrukturierung in den betroffenen Abteilungen im Schnitt 26% Personalabbau zur Folge hatte. Insgesamt verloren 38 Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz. Viele weitere wurden versetzt oder zu anderen Firmen "verschoben".

Was meinen Sie? Ist der Personalabbau in dieser Form wirklich notwendig? Wie funktioniert der Arbeitsalltag in den betroffenen Abteilungen: Sind auch die Aufgaben reduziert worden, oder sind die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen jetzt heillos überlastet? Eröffnet die Entlassungswelle wirklich Chancen für die Zukunft?

Nutzen Sie die vollkommen anonyme Kommentarfunktion in diesem Blog und sagen Sie hier Ihre Meinung!

Am Ende der Versammlung hielt Herr Halff eine ausführliche Rede über die Zukunft des Unternehmens: Sind die Aussagen der Geschäftsführung glaubwürdig? Meinen Sie, wir sind auf dem richtigen Weg? Wie geht es Ihrer Meinung nach bei Weltbild weiter?

Und auch das würde uns interessieren: Wie fanden Sie den Auftritt Ihres Betriebsrates? Werden Ihre Interessen so vertreten, wie Sie sich das wünschen? Was macht der Betriebsrat richtig? Worauf sollte er in Zukunft mehr Wert legen?

Hier ist die richtige Stelle, um Ihre Meinung loszuwerden oder sich Luft zu machen. Nutzen Sie dieses Blog zur Kommunikation mit dem Betriebsrat und Ihren KollegInnen und Kollegen! Machen Sie jetzt mit und stellen Sie Ihren Kommentar vollkommen anonym online!

Kommentare:

  1. Das Komische fand ich wo Herrn Halff die Müttern, die im Mutterschutz sind, als Ausgeschiedene betrachtet hat. Diese Frauen haben ihren Arbeitsvertrag noch. Oder habe ich da was verpasst?

    Weiterhin war die Rede von Herr Halff wie die Wirkung eine Schmerztablette. Irgendwann lässt die Wirkung nach und die Schmerzen kommen wieder, meistens heftiger.

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  2. Die Halff-Rede war rhetorisch brillant, aber bei genauerem Hinhören auch voller Halbwahrheiten oder zumindest Ungereimtheiten. Z.B. bzgl. des Verkaufs unserer niederländischen Beteiligung. Wenn das wirklich soviel Geld in die Weltbild-Kassen gespült hat und wir nun so grundsolide finanziert sind, wie Halff das dargestellt hat: Warum werden dann eigentlich die Leute rausgeschmissen?
    Oder die Sache mit den Veränderungen in der Geschäftsführung: Das als "25% Personalabbau" zu bezeichnen, ist eine Unverschämtheit gegenüber den Kolleginnen und Kollegen die Weltbild vor Erreichen einer "Geschäftsführer-Altersgrenze" (interessant, dass die nur bis 60 arbeiten müssen!) und ohne irgendwelche Beraterverträge auf die Straße gesetzt hat.
    Als Betriebsrat würde ich mir überlegen, ob ich dem Geschäftsführer wirklich soviel Raum in der Veranstaltung überlassen muss. Auch wäre eine Terminierung seines Redebeitrags irgendwo in der Mitte der Versammlung besser: Dann könnte der Betriebsrat bei Ungereimtheiten gleich nachhaken und Rede und Redner möglicherweise ein bisschen "entzaubern"!

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  3. Herr Fitz hat auf der BV den Beitrag von einem Kollegen vorgelesen. Es ging um die Unternehmensleitlinien im Zusammenhang mit den Kündigungen. Fand ich interessant, ging aber zu schnell. Könnte man den Text nicht vielleicht hier veröffentlichen? Würden bestimmt viele gern lesen!

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  4. Danke erst einmal für die Möglichkeit, hier anonym seine Meinung sagen zu können.

    Die Rede von Herrn Halff war okay. Natürlich hat er nicht gesagt, dass er und andere Führungskräfte in den letzten Jahren viel versäumt haben, den Medienwandel falsch eingeschätzt haben, am Vergangenen zu lange festgehalten haben. Hätte man ihn richtig eingeschätzt, hätte man schon vor Jahren Personal abgebaut bzw. in Abteilungen Personal eingestellt, für die man andere Voraussetzungen braucht, als sie bisher im Unternehmen gebraucht werden. Man hätte sich z. B. ein Kreativlabor gegönnt, in dem Leute darüber nachdenken, was der Medienwandel mit einem Verlag und Unternehmen wie uns macht und die begonnen hätten, neue Erlösmodelle und Geschäftsgebiete auszuprobieren und aufzubauen.

    Da nun Weltbild aufgewacht ist, führt meiner Meinung nach kein Weg an der eingeschlagenen Linie vorbei. Allerdings erwarte ich mir von Dr. Driever, Dr. Beer und Herrn Halff etwas mehr als Einsparungen beim Kaffeeausschank oder Putzpersonal bzw. dass sie ihren Dienstwagen etwas länger fahren (wie viel länger?). Und ich erwarte mir mehr als den Abbau von Arbeitsplätzen. Das ist keine Kunst. Neue Ideen sind gefragt, nicht nur Rollerverkäufe oder Frühstücksbrettchen mit Salami. Das kann jeder. Aber die Frage ist doch: Was kann nur Weltbild? Wo liegt unsere Zukunft. Die Antwort darauf war in Halffs Rede äußerst dünn. Um in seinem Bild zu bleiben: A 8. Ja, dann sind wir A 8. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass er (oder einer seiner Compagnons oder Berater) schon weiß, wo die Weltbild-A 8 überhaupt hinführt.

    Auf dem Weg, den er jetzt eingeschlagen hat, führt sie meiner Meinung dahin, dass am Ende die Weltbild-Belegschaft wieder in das alte gelbbeige Gebäude passt - gegenüber dem weißen Rundbau.

    Das ist mir zu wenig. Und auch das, was der Betriebsrat abgeliefert hat, ist mir zuwenig. Das ständige Gejammere, lieber Herr Halff, können Sie sich bitte nicht nochmal überlegen, ob Sie nicht den oder jenen nicht entlassen ... Das bringt überhaupt nichts in den Zeiten von Wirtschaftskrise und Medienwandel, in denen wir leben. Statt dessen sind auch aus dieser Ecke kreative Ideen gefragt. Soll sich der Betriebsrat doch mal in anderen Medienunternehmen umschauen, wie es dort läuft, wie die versuchen, mit der Krise umzugehen. Welche Modelle gibt es, kreativ einen Tanker wie Weltbild aus der Krise zu führen. Da sind nicht Controller gefragt, sondern Leute mit Zukunftsvorstellungen, die eine neue Arbeitsbasis geben könnten. Und wer, wenn nicht die Gewerkschaft hat Einblicke in viele andere Unternehmen und Versuche, mit der Situation klarzukommen.

    Also: Ich erwarte mir von beiden Seiten etwas mehr. Wenn unsere Geschäftsführung ihr Geld wert ist, dann bitte etwas mehr Kreativität. Wenn die Gewerkschaft und der Betriebsrat wirklich Arbeitsplätze retten oder sogar aufbauen will, dann bitte konstruktiv mit der Geschäftsführung arbeiten: Wenn wir das so machen oder hier einen neuen Erwerbszweig aufbauen, brauchen wir nicht die und die Leute entlassen.

    Aber so, wie ich es im Moment sehe, sind beide Seiten dazu (noch) nicht in der Lage. Nur: Allzuviel Zeit hat Weltbild in der jetzigen Form nicht mehr.

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  5. Also ich habe nicht gehört, dass der Betriebsrat "gejammert" hätte. "Diesen oder jenen nicht entlassen" – wann soll das denn gesagt worden sein, von wem? Richtig ist, dass der BR jede Kündigung prüft und danach in den meisten Fällen widerspricht, weil die "Sozialauswahl" nicht gestimmt hat oder zumindest sehr fragwürdig ist. Aber das wurde auf der BV gar nicht thematisiert. Vielmehr wurde dazu aufgerufen, sich zu solidarisieren und gemeinsam mit dem BR zu agieren. Von Jammerei keine Spur! Es braucht halt' Leute und Zusammenhalt, wenn man sich wehren will.
    Auf mich hat der Betriebsrat auf dieser Versammlung in Summe einen guten Eindruck gemacht. Trotzdem braucht er mehr Unterstützung von den Angestellten (also uns!), wenn er wirklich kämpferisch agieren soll. Da muss sich jeder an die eigene Nase packen!
    Ein Letztes noch: Wie kommst du auf die Idee, dass es Aufgabe des Betriebsrats sein sollte, ein neues Geschäftskonzept zu entwickeln, um das Unternehmen zu retten??? Das ist doch nun wirklich Aufgabe der Geschäftsführung/-leitung. Dafür werden die schließlich bezahlt! (und sicher nicht zu knapp)

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  6. Mir ist aufgefallen, daß Herr Halff mehrmals aufgefordert hat, zu ihm persönlich zu kommen um seine Kritik loszuwerden.
    Na, den möchte ich sehen, der hingeht und sagt: "Ich finde daß nich in Ordnung was sie mit den Mitarbeitern machen Herr Halff!"
    Lachhaft

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  7. es gibt ein "Kreativlabor"... aber davon abgesehen, ob dieses es drauf hat.
    die ganzen "oberen" kreativen, die die schlussendlich bestimmen können, was passiert; die sind einfach schon zu lange "an der macht". ewig der selbe einheitsbrei. in anderen firmen ist es selbstverständlich, dass diese leute nach 2-3 jahren ersetzt werden um frischen wind reinzubringen.

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  8. Bin mir nicht sicher, daß es hilfreich wäre die GL immer auszutauschen. Es gibt auch den Spruch "neue Besen kehren gut". Ich glaube für ein Unternehmen ist es eher hinderlich, wenn ständig "Neue" kommen und wieder an der "Sparschraube drehen"!
    Wichtiger ist es aus meiner Sicht, die Kreativität der Belegschaft zu nutzen und deren Ideen ernst zu nehmen und nicht in die Ablage P für Papierkorb zu entsorgen.

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