Donnerstag, 3. Februar 2011

Als (Werk-)Student zu verdi: Das lohnt sich!

  
Viele Firmen greifen gerne auf die Unterstützung von Werkstudenten zurück.
Besonders für befristete Aufgaben und Teilzeit-Jobs bieten sich die hauptamtlichen Unibesucher an: sie sind jung und brauchen das Geld …

Gerade mit der Bezahlung hapert es aber bei vielen Unternehmen. Immerhin vergütet Weltbild auch seine ca. 100 Werkstudenten nach Tarif – allerdings wird grundsätzlich die niedrigste Tarifgruppe (TG I) eingesetzt. Für Neueinsteiger wird mithin aktuell ein Stundenlohn von 12,42 Euro bezahlt, nach einem Jahr erhalten sie 13,12 Euro (jeweils inkl. anteiligem Weihnachts- & Urlaubsgeld, sowie Urlaubsabgeltung).

Das ist sicher nicht schlecht im Vergleich zu den 5,40 Euro, die eine große Augsburger Bäckereikette ihren Werkstudenten bezahlt. Aber es muss auch noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, besonders wenn man sieht, dass Werkstudenten bei Weltbild doch recht anspruchsvolle Tätigkeiten (bei New Media, e-Commerce, Werbung etc.) übernehmen.

Wer hier tätigkeitsgerecht eingruppiert werden will, kann dies problemlos erreichen, indem er
Mitglied bei verdi wird. Wer seine Mitgliedschaft im Personalbüro meldet und dokumentiert, hat
Anspruch auf korrekte Eingruppierung, d.h. in der Regel TG III. Das macht sich auf dem Gehaltszettel doch positiv bemerkbar.

Empfehlenswert ist der Gang zum Personalbüro allerdings nur für WerkstudentInnen, die einen
Arbeitsvertrag bis zur Exmatrikulation haben – bei Terminbefristung (Ende des Semesters etc.) könnte der Einsatz bei Weltbild ansonsten möglicherweise nicht verlängert werden …

P.S.:
Neben dem monetären Vorteil durch die Gewerkschaftsmitgliedschaft erhalten verdi-Mitglieder u.a. den kompletten Arbeitsrechtschutz. Außerdem bietet eine Gewerkschaft natürlich vielfältige Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren und für sich selbst und seine Mitmenschen Interessen zu vertreten und durchzusetzen. Sicherlich kein schlechtes »Praktikum« für die moderne Arbeitswelt … Der Monatsbeitrag beträgt auch für Studenten 1% des monatlichen Brutto-Verdienstes.
   

Kommentare:

  1. ganz schön perfide, auf diese art und weise neue verdi-mitglieder zu gewinnen;-)
    nein, ich hab nichts gegen die gewerkschaft - aber diese aussagen hier bzgl. werkstudentenbezahlung sind doch etwas realitätsfremd!
    a) kenn ich persönlich keinen werkstudenten, der sagt: "die bezahlung bei weltbild ist sch...e" - im gegenteil: alle sind zufrieden! und ich kenne nicht nur 2 oder 3...
    b) wenn die werkstudenten (noch) mehr verdienen, dann überschreiten sie schneller gewisse finanzielle grenzen (kindergeld, bafög, absetzbarer lohn von studenten) und MÜSSEN dann kürzer treten, sprich: sie sind weniger im Haus. Das ist bei uns schon mehrmals aufgetreten und alles andere als gut, wenn die benötigte Unterstützung dann pausieren muss, um keinen Ärger mit dem Fiskus zu bekommen.

    Ich will auch nicht behaupten, dass die Arbeiten für Werkstudenten nicht anspruchsvoll sind - aber so langweilen sie sich wenigstens nicht und lernen dazu noch was für die Zukunft!

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  2. sehr geehrter Abteilungsleiter,
    wusste gar nicht, dass es schlecht ist, mit weniger Arbeitszeit mehr zu verdienen. So bleibt dem Werkstudenten doch etwas mehr Zeit für seine Haupttätigkeit, nämlich das Studium. Vielleicht haben Sie auch schon mal von Equal Pay gehört, gleicher Lohn für gleiche Tätigkeit. Warum sollte das für Werkstudenten nicht gelten? Das ist im Hause Weltbild bereits gängige Praxis und keiner der Werkstudenten hat sich bisher meines Wissens über eine zu hohe Bezahlung beschwert. Außerdem kenne ich keinen Werkstudenten, der sich während seines Studiums langweilen würde

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  3. Hallo Anonym 15:21,

    mit "perfide" hat diese Aussage nun überhaupt nichts zu tun!
    Es ist nur gerecht das ver.di Mitglieder auch von den Vorteilen ihrer Mitgliedschaft profitieren! Per Gesetz sollte festgelegt werden, dass tarifliche Leistungen auch nur an Mitglieder der jeweiligen Gewerkschaft gewährt werden dürfen!
    Das wäre gerecht!

    Perfide ist für mich das Verhalten von all denen die das was Gewerkschaft erreicht hat nutzen, selbst aber kein Stück dafür tun. Im Gegenteil oft genug noch lamentieren wie schlecht Gewerkschaft doch ist.

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  4. Berthold Schleidt, ver.di8. Februar 2011 um 15:50

    Gut, dass es noch Leute gibt die zu den Ursachen etwas zu sagen haben.
    Wir haben als Gewerkschaft damals von der Geschäftsführung verlangt, dass alle Beschäftigten von Weltbild unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags fallen.
    Der damalige Personalchef hat sich insofern darauf eingelassen als dass er zugesagt hat, dass bei Weltbild alle die Werkstudenten die Mitglied der Gewerkschaft sind die Leistungen aus den Tarifverträgen gewärt wird. Bei den Gehältern mach sich das ab dem 2. Tätigkeitsjahr deutlich bemerkbar.
    So ist das

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  5. Hallo "anonym 16 Uhr" und "jetztreichts",
    muss euch enttäuschen, bin kein abteilungsleiter, der gerne kleine mitarbeiter und werkstudenten ausbeutet. bin selber nur angestellt und auf werkstudenten angewiesen - und wenn die jetzt mehr verdienen und dadruch weniger da sind, dann ist das toll für die. für micht bedeutet das aber selbe arbeit, weniger unterstützung - und ihr glaubt nicht allen ernstes, dass man dann einfach so noch nen weiteren werkstudenten bekommt, nur weil die jetzt weniger da sind? zudem war ich auch mal werkstudent und ich weiss aus eigener erfahrung wie das ist, wenn auf einmal das finanzamt von den eltern das kindergeld der letzten 2 jahre zurückverlangt - leider wird keinem werkstudenten bei der einstellung gesagt, wo die verdienstobergrenze ist, deswegen passiert sowas unvermittelt.
    und mehr verdienen bei weniger arbeitszeit, das wär was, was ich mir auch für uns angestellte wünschen würde. aber nein, man kriegt verträge vorgesetzt, die die stempelkarte umgehen und das interessiert den betriebsrat/verdi nicht!

    und he: von mir aus sollten wirklich nur die leute von den vereinbarungen der gewerkschaft profitieren, die auch mitgleid sind. nur leider wird sich das nicht durchsetzen lassen. und selbst wenns so wär: was würden die leute dann machen, wenns bei verdi mal wieder 1,1% mehr gibt, während in anderen branchen 5% ausgehandelt werden? bekommen die mitglieder dann die differenz von verdi bezahlt? ich glaube nicht, deswegen sollte man sich mit der realität abfinden - und wenn unsere größte sorge die gehälter der werkstudent sind, dann muss es uns echt sehr sehr gut gehen...nur sehen wir nichts davon.
    ach ja, das mit dem langweilen hat sich auf die arbeit bei uns, nicht das studium bezogen.

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  6. Guten Tag!
    Ich meld' mich hier mal als Werkstudent zu Wort.
    Generell ist es so, dass man sich echt nicht über die Bezahlung beschweren kann. Da kenn ich viele andere Jobs (auch aus eigener Erfahrung), die deutlich schlechter bezahlt sind.

    Was mich aber schon interessieren würde - und da oben im Artikel verheimlicht wird: Wie viel macht das denn nach 24 Monaten Betriebszugehörigkeit aus, wenn man in TG III gestuft wird?
    Denn es ist schön und gut, wenn man mehr bekommt (auch unabhängig von irgendwelchen Grenzen), wenn dann 1% an verdi geht und es vielleicht nur 0,5% mehr sind...
    Viele Grüße!

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  7. Hallo Werkstudent,
    ich habe das mal anhand der ab 1.7.2011 gültigen Tarife (ist ja nicht mehr so lange hin)ausgerechnet. Das wäre ein Stundenlohn von dann immerhin 16,69 Euro in der Stunde in der TG III. Ich denke das ist kein Pappenstiel im Vergleich zum jetzigen Stundenlohn. Klar wird in anderen Betrieben wesentlich weniger bezahlt, wir sind hier in der glücklichen Lage auf das Tarifwerk des Bayrischen Buchhandels und Verlage zugreifen zu können. Und eine Bezahlung unter Tarif darf nich stattfinden. Wenn man als Werkstudent dann mehr verdient, muss man auch etwas weniger arbeiten und kann mehr Zeit auf sein Studium verwenden!

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