Freitag, 10. Juni 2011

Streiks erfolgreich: 5% mehr Lohn im Einzelhandel Baden-Württemberg

 
Mit vielfältigen Aktionen und etlichen Streiks hat ver.di erfolgreich einen neuen Tarif für den Einzelhandel in Baden-Württemberg durchgesetzt:

• 3,0 % Erhöhung der Entgelte in 2011 mit zwei Nullmonaten
• 2,0 % Erhöhung der Entgelte in 2012 mit zwei Nullmonaten plus 50 € Einmalzahlung im April 2012

• 36 Werktage Wochen Urlaub für alle

• Regelung der AGG relevanten Themen im Manteltarifvertrag

Damit wurde für dieses Jahr eine tabellenwirksame Entgeltsteigerung von 3 % durchgesetzt. Es ist weiter gelungen, die Tariferhöhung in 2012 ebenfalls tabellenwirksam zu gestalten (die Arbeitgeber wollten das partout nicht). Als großen Erfolg sehen wir die Regelung an, dass es nun 36 Werktage Urlaub für alle Beschäftigten gibt, was eine Erhöhung der unter 24 jährigen Beschäftigten um 4 Tage bedeutet.

Die Parteien verhandelten gestern bis 4 Uhr in der Nacht. Detailfragen werden in späteren Redaktionsverhandlungen geklärt. Die Erklärungsfrist ist bis zum 18. Juni 2011.

Der Abschluss zeigt eindrucksvoll, was erreichbar ist, wenn sich ArbeitnehmerInnen organisieren und selbstbewusst für vernünftige Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen eintreten. Wir gratulieren dem streikstärksten Landesbezirk zu diesem Erfolg.

Kommentare:

  1. Ich denke das der Einzelhandel diese Lohnsteigerungen an die Kunden weitergeben wird.Somit bezahlen wir alle wieder und auch die Kolleginnen und Kollegen des Einzelhandels selber ihre Lohnerhöhungen. Irgendwie funktioniert dieses ganze System der Tarifverträge und der Streiks nicht richtig. Genauso bei den Bahnangestellten. Die bekommen mehr Lohn doch der Bahngast muss immer mehr für das Bahnfahren bezahlen. Wer fährt denn mit der Bahn? Doch nicht die Topmanager oder die Banker oder die Politiker? In Deutschland ist eine Lohn und Preisspirale im Gange die nicht wirklich für irgend jemanden zu einem echten Plus führt. Ausser für die die oben sitzen. Darüber sollten die Gewerkschaften mal nachdenken wenn sie immer wieder ihre tollen Erfolgsmeldungen veröffentlichen. Der Spaß hat schon seit langem irgendwie ein Loch. Das Bundesamt für Statistik belegt das schon lange. Nach Abzug der Inflation bleibt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon seit bald zwanzig Jahren nicht wirklich etwas übrig. Bestenfalls erhalten wir unsere Kaufkraft. Oft genug sieht es noch schlechter aus und die Kaufkraft sinkt. Wann wollen die Herren Gewerkschafter die ja teilweise vollbezahlte Funktioäre sind uns allen das mal erklären, das eigentlich seit Jahren nicht wirklich etwas vorangeht? Ich denke da muss endlich mal mehr nachgedacht werden.

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  2. Ich kann mich an eine frühere Zeit bei W....... erinnern...

    am Ende eines Geschäftsjahres kam es zum Mitarbeitergespräch mit dem Vorgesetzten. Man unterhielt sich über positives auch über negatives, privat und beruflich. Die berufliche Leistung wurde anerkannt, gefördert und auch dementsprechend entlohnt. Es wurde nicht gestreikt, da sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber problemlos verstanden. Abgegebene Versprechen beiderseits wurden eingehalten.

    heutiger Stand:
    - berufliche Leistung wird mündlich anerkannt, jedoch nicht mehr gefördert und auch nicht entlohnt.
    - Versprechen werden mündlich gemacht, jedoch kann man sich bis zum kommenden Geschäftsjahr nicht wirklich mehr daran erinnern.
    - Weiterbildung auf eigene Kosten zum Wohle der Firma und Kollegen, diese wird ebenfalls nicht anerkannt.
    - es kommt zu Streiks. Die Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird nicht mehr von Angesicht zu Angesicht geführt, nur über "Zwischenpersonen"
    - Hoffnung durch Streiks auf tarifliche Lohnerhöhung, da ein Weiterkommen innerhalb der Tarifgruppe nicht mehr möglich ist.
    - man wird aufgefordert (!) es außerhalb von W....... zu versuchen

    Anstatt den Stammarbeiter zu fördern und zu behalten, wird ein "neuer" zu einem weitaus höheren Tarif eingestellt.
    Bisher dachte ich persönlich, dies sei ein Einzelfall, jedoch scheint dies im ganzen Haus schon an der Tagesordnung zu sein.

    Soviel zu meinem Kommentar, der leider nicht ganz hier reinpasst, aber jedem bekannt sein sollte.

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