Mittwoch, 20. März 2013

Wettbewerbsvorteile für Amazon


Amazon hat zur Zeit keine gute Schlagzeilen.

Leiharbeiter verdienen weniger als versprochen, Leiharbeiter werden kontrolliert, werden von zweifelhaften Sicherheitsdiensten überwacht und schließlich in unbefriedigenden Unterkünften untergebracht.

Es gibt diverse Berichte, dass das Personal insgesamt nicht gut behandelt wird.
Schlechte Luft oder Schrittzähler für die Logistikmitarbeiter sind nur zwei Beispiele für die Beschwerden.

Amazon weigert sich, einen Tarifvertrag mit Ver.di abzuschließen.
Amazon lässt sich seine Arbeitskräfte teilweise vom Arbeitsamt finanzieren.
Amazon lagert Gewinne ins Ausland aus.
Amazon liefert ebooks von Luxemburg aus, weil man dort Umsatzsteuer sparen kann.

Das alles hat auch die Betriebsseelsorge Diözese Augsburg auf den Plan gerufen und zu einem offenen Brief an Frau von der Leyen veranlasst.

Bei aller Kritik sollen auch die Gegenstimmen zu Wort kommen.
So hat Amazon gerade im Raum Augsburg viele Menschen zu Arbeit gebracht, die vorher Probleme hatten, etwas zu finden.
Da dürfen sich die anderen Arbeitgeber gerne an die Nase fassen, die die Menschen im Regen stehen lassen und ihnen keine Chance geben.

Was bedeutet das alles für uns Weltbildler ?

Ein Arbeitgeber wie Amazon, der keine Tarifverträge hat, teilweise keine Betriebsräte, viele Leiharbeiter, Zeitverträge, Werksverträge, jedes Instrument zum Sparen ausnutzt, setzt alle anderen Arbeitgeber unter Druck.

Wer mit Amazon konkurrieren will, muss mindestens genauso scharf oder besser noch schärfer herangehen, um bestehen zu können.
Es entsteht eine Abwärtsspirale, gut zu beobachten auch insgesamt bei den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Deutschland.

Öffentliche Gelder für Amazon verzerren den Wettbewerb, wobei man bei diesem Argument nicht vergessen darf, dass es anderen Arbeitgebern auch möglich wäre, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben.

Aber diese Förderung sollte mit Augenmaß vergeben werden und nicht, wenn der Langzeitarbeitslose die Stelle ohne Förderung auch bekommen würde.

Und man sollte peinlichst darauf achten, dass das Förderungsziel der dauerhaften Beschäftigung auch erreicht wird und hier nicht nur öffentliche Gelder abgeschöpft werden und der Geförderte hinterher wieder arbeitslos ist.

Die Folgerung ist, dass die Vorgehensweise von Amazon den Wettbewerb verzerrt und Firmen benachteiligt, die tariflich zahlen, ihre Steuern in Deutschland zahlen und ihre Mitarbeiter anständig behandeln.
Das kann dann bei diesen Firmen Arbeitsplätze kosten, das muss man mal klar sagen.

Abhilfe könnte die Politik schaffen.
Abhilfe können wir schaffen.

Wir können die Politik beeinflussen, in dem wir am 1. Mai auf die Straße gehen und bei den Wahlen Parteien wählen, die sich dafür einsetzen, die Arbeitsverhältnisse zu verbessern.

Wir können die Gewerkschaft(en) unterstützen, die bei der Einführung von Betriebsräten helfen und Tarifverträge abschließen können.
Wir sind nicht hilflos, sondern gemeinsam stark.

Kommentare:

  1. Warum sagt Ihr nicht einfach offen, man solle die Linkspartei wähle? Das meint Ihr doch, oder? :P

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  2. Nein, das ist KEINE Wahlempfehlung für irgendeine Partei, sondern die Aufforderung sich an gewerkschaftlichen Aktionen zu beteiligen. Insbesondere an der DGB-Demonstration am 1. Mai. Als Gewerkschaft machen wir politische Arbeit, indem wir uns für die Interessen der ArbeitnehmerInnen einsetzen. Aber wir machen keine Parteipolitik. Das ist auch in der Satzung der ver.di so festgelegt (§5 "Einheitsgewerkschaft").

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  3. Gute Aktion von Erwin Helmer! Davon könnten sich unser lieber Kardinal Marx und seine Untergebenen in der Diözese München-Freising eine dicke Scheibe abschneiden.

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  4. Abhilfe könnte die Politik schaffen, wen die Politiker weniger Lügen aber mehr Arbeiten würden - vieleicht.
    Abhilfe können wir (Verdi)schaffen, aber nicht mit Leuten wie Gürlebeck - der weiss nicht einmal wann ein Tarifvertrag ausläuft!!!

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