Dienstag, 28. Juli 2015

Droeges nächster Schachzug: ALSO-Logistik planvoll in die Pleite


Heute morgen informierte ALSO-Geschäftsführer Reiner Wenz den Betriebsrat über den Insolvenzantrag unserer Logistik. Die ALSO AG verweigert der Augsburger Tochter jede weitere Finanzierung. 

Gleichzeitig meldet eben diese ALSO AG ein Umsatz-Plus von 11,9 % gegenüber Vorjahr auf insgesamt 3,67 Milliarden Euro Umsatz. Auch der Gewinn vor Steuern stieg trotz der Verluste in Augsburg von 30,5 Mio. auf 36,2 Mio. Dem gegenüber stehen Verluste bei ALSO in Augsburg von 4 Mio. im ersten Halbjahr. Die  Insolvenz ist damit eine freie Entscheidung der Gesellschafter der ALSO AG, deren Kopf und Mehrheitsgesellschafter Walter Droege ist.

Parallelen zwischen LesensArt und ALSO

Nach der undurchsichtigen Insolvenz bei LesensArt ist die Plan-Insolvenz von ALSO der nächste Schritt im Masterplan von Droege. Der Milliardär verfolgt offenbar weiter das Ziel, den Markenkern von WELTBILD zu isolieren und daraus schnellen Gewinn zu ziehen. So wurde die Insolvenz der ALSO gezielt herbeigeführt: 1. Durch das Abziehen der Aufträge von WELTBILD, indem das Werbebudget extrem reduziert und gleichzeitig der Einkauf bei Großhändlern forciert wurde, die selbst ausliefern. 2. Durch die Verhinderung des Drittgeschäfts, indem dafür notwendige und bereits vereinbarte Investitionen nicht getätigt wurden.

Der Zeitpunkt kurz vor dem nächsten Treffen der Einigungsstelle legt die Vermutung nahe, dass Droege um den Sozialplan herumkommen möchte, den seine VertreterInnen in der Einigungsstelle bereits vorgelegt hatten. Dieser Entwurf enthielt genau dieselben Regelungen, die von der Gewerkschaft im Sozialtarifvertrag 2014 ausgehandelt worden waren. Möglicherweise versucht Droege nun eine ähnliche Taktik wie beim Verkauf der WELTBILD-Filialen an LesensArt und der darauf folgenden Pleite: Die Mitarbeiterinnen und deren Familien sind dem Milliardär keinen Euro wert.

Wie geht es die nächsten Wochen weiter?

PLAN-Insolvenz heißt, dass die Geschäftsführung (Reiner Wenz) im Amt bleiben soll, unterstützt durch den Sachwalter einer Insolvenzverwaltung, der ihn im Namen der Gläubiger kontrolliert. Der Betrieb wird aufrecht erhalten. Derzeit kümmert sich ein  Anwalt aus Düsseldorf um die Organisierung des Insolvenzgeldes. Eigentlich wäre heute die Gehaltszahlung fällig gewesen, voraussichtlich müssen die KollegInnen der ALSO mit einer 1 Woche Verzögerung rechnen. Grundsätzlich ist das Einkommen der Menschen für 3 Monate gesichert.

Der Betriebsrat hat heute wenige Stunden nach dem Gespräch mit Wenz eine erste  Betriebsversammlung durchgeführt und die KollegInnen über die Ereignisse informiert. Fest steht bereits, dass Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di die Ansprüche der Belegschaft im einzurichtenden Gläubiger-Ausschuss vertreten wird. Alles weitere ist momentan offen. Der Betriebsrat wird sich mit seinen Beratern und Anwälten besprechen und auch Kontakt mit Arndt Geiwitz aufnehmen. Zunächst muss ausgelotet werden, was realistische Ziele und Möglichkeiten in dieser schwierigen Situation sind, dann wird sofort die Belegschaft informiert. Der Termin für die Betriebsversammlung am kommenden Dienstag bleibt deshalb bestehen.

Kommentare:

  1. Schön,das am 1.August Miete ,Strom und vieles mehr abgebucht werden.Schlecht ist das kein Gehalt eingegangen ist,ich hoffe nur mein Vermieter hat Verständnis das die Miete ein paar Tage später bezahlt wird.
    Besch..... ist auch das die Ferien beginnen und manche Kollegen mit Ihrem(wohlverdienten) Geld am Wochenende in den Urlaub fahren wollen.Ich finde das zum koz.....das sich der Herr Dröge alles erlauben kann,und nicht zur Rechenschaft gezogen wird.

    AntwortenLöschen
  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nanana ... auch wenn ich inhaltlich nicht widersprechen will, aber derartige Beleidigungen dürften eigentlich im Blog nicht veröffentlicht werden!

      Löschen
    2. Du hast Recht: Formalbeleidigungen sind nicht erlaubt und auch nicht erwünscht. Wir haben den Kommentar entsprechend "bereinigt":

      Das kann ich dir sagen. Weil wir in Deutschland leben und der "Deutsche" dafür bekannt ist das er zwar meckert aber nicht protestiert. In Frankreich wäre der Hermann heute nicht so locker und unaufgehalten fröhlich grinsend nach hause gegangen. Da hätten die Mitarbeiter das Büro besetzt und ordentlich auf den den Tisch geschlagen. Auch ich hab einen Sohn den ich nun erklären muss, daß es am Montag nicht für 3 Tage ins Allgäu geht. Schönen Dank dafür DroegeXXX.

      Löschen
  3. Wenn ich das jetzt wieder lese und höre bin ich so endlos froh letztes Jahr im September Weltbild verlassen zu haben. Auch wenn ich den Job den ich damals dann begonnen habe jetzt wieder los bin - was im Nachhinein auch so besser war, so war meine Entscheidung doch goldrichtig!!! Habe inzwischen auch wieder was Neues! Mir kam dieses überschnelle Übereinkommen mit Droege "über Nacht" von Anfang an sehr komisch vor. Mir tut echt jeder leid der noch bei Weltbild beschäftigt ist, und jetzt wieder um sein Job bangen muss. Dieses Affentheater geht jetzt schon seit 1,5 Jahren so und anstatt den Karren aus den Dreck zu ziehen, wird er noch weiter in ihn hineingefahren. Einerseits vermisse ich Weltbild, andererseits wenn ich das so lese Weine ich Weltbild überhaupt keiner Träne mehr nach.

    Allerdings muss ich auch sagen dass wenn ich manche Kommentare hier lese mir schon wieder schlecht wird. Ihr hättet das Heft selbst in der Hand gehabt von Weltbild zu gehen anstatt auf euren Hintern zu sitzen und sich zu denken "Mir wird schon nichts passieren" - Jetzt bekommt ihr nämlich eure Quittung. Das sind harte aber ehrliche Worte. Ich wünsche allen Ex-Kollegen und Kolleginnen viel Kraft und Erfolg den ganzen Scheiß schon wieder durchstehen zu müssen!!!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Simon, ich glaube nicht das meine Kollegen mit dem Gedanken "Mir wird schon nix passieren" geblieben sind, sondern es aus dem Grund das Sie einen Funken Hoffnung in die ganze Geschichte
      gesetzt haben.Nämlich nach dem Motto "Die Hoffnung stirbt zum Schluß".
      Leider ist Sie jetzt gestorben.

      Löschen
  4. Ja.. Ja.. Du hast ALLES richtig gemacht und wir hier alles verkehrt.. Ist schon in Ordnung..

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Noch-Weltbildler,
    ich bin in der glücklichen Lage, einen neuen Job zu haben, den ich mir in den letzte Monaten gesucht habe. Ich kann Euch nur raten, macht dies auch. Weltbild wird es so nicht mehr lange geben. Ab Oktober läuft das Jahr Bestandsschutz ab. Danach können Eure Gehälter gekürzt, die Arbeitszeiten verlängert und die Urlaubszeiten verkürzt werden. Und mit Sicherheit wird dies passieren. Verlasst Euch nicht auf den Schutz durch den Betriebsrat. Obwohl der BR sehr engagiert ist, sind auch seine Mittel begrenzt. Siehe Beispiel "Lesensart" und jetzt die Insolvenz der Logistik. Das ist alles sehr schade und traurig. Helft Euch selbst und sucht Euch woanders einen Job. Die Marionetten an Geschäftsführern haben mit Sicherheit die Ansage, Weltbild mit Absicht runter zu wirtschaften. Wenn dies nicht so sein soll, dann sind diese zwei kleinen Männer einfach nur komplett unfähig. Herr Dröge will Gewinn sehen, wie auch immer... . Es wird auch niemanden Hr. Dröge daran hindern, auch Weltbild wieder den Geldhahn zuzudrehen. Dann wäre die nächste Insolvenz fällig und die Mitarbeiter sind alle ganz schnell entlassen...und das das funktioniert sieht man gerade an der Logistik..

    AntwortenLöschen
  6. Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, in dieser Welt, dann nicht bei Euch hier. Traurig und unmenschlich.

    AntwortenLöschen

Sie können Ihre Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählen Sie dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Sie unter einem Pseudonym schreiben wollen, wählen Sie die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.