Donnerstag, 18. Januar 2018

ARBEITSZEIT - Immer mehr, schneller, länger


Die sogenannte "Verdichtung" der Arbeit nimmt immer mehr zu.

Davon sind wir schon lange betroffen, da nur noch ein Häuflein Mitarbeiter die Arbeit macht, die früher von einem Vielfachen an Kollegen erledigt wurde.
Durch die Entlassungen in Österreich wird sich wiederum für viele von uns ein Mehr an Arbeitsbelastung ergeben.
Was wird in der Schweiz passieren, fragen sich viele schon bange.

Im Dienstleistungssektor geraten die Arbeitnehmer immer mehr in die Klemme von Arbeitshetze und Zeitdruck.

Die "Vertrauensarbeitszeit" befreit den Mitarbeiter von Zeitgrenzen für seine Arbeitsdauer.
Er kann so viele Überstunden machen, wie er es für notwendig hält oder sich gezwungen fühlt, zu leisten.
Das lästige Arbeitszeitgesetz, welches tägliche und wöchentliche Arbeitszeiten begrenzt, haben die Arbeitgeber damit elegant ausgehebelt, da ohne Arbeitszeitbuchungen Überschreitungen schwer nachzuweisen sind.

Je höher der Druck ist, desto mehr unbezahlte Überstunden werden geleistet.
Über 20 Jahre nach der Durchsetzung der 35 Stunden-Woche sind wir leider in der Situation, dass mehr als die Hälfte der Beschäftigten zwischen 43 und über 48 Stunden pro Woche arbeiten.

Die Hälfte aller Überstunden wird unbezahlt erbracht und das klingt eher noch konservativ, wenn man sich Weltbild-Verhältnisse ansieht, wo der Geschäftsführer schon mal lobend bei der Weihnachtsfeier erwähnt, dass bei uns von früh morgens bis spät abends die Lichter brennen.

Die Arbeitgeber übergeben immer mehr die Verantwortung für das Gelingen der Aufgaben an die Arbeitnehmer. Das verpflichtet viele, mehr als für sie gesund ist, zu arbeiten. Ein weiterer Nebeneffekt ist der Gruppendruck, wer nicht mithält, wird ausgegrenzt.

Diese von den Arbeitgebern eingeführten perfiden Mechanismen wieder zu geordneten Arbeitsverhältnissen zurückzuführen, wird nur durch gemeinsame Anstrengungen der betroffenen Arbeitnehmer, der Gewerkschaften und der Betriebsräte gelingen.

Und Gewerkschaften funktionieren da am besten, wo möglichst viele der Mitarbeiter Mitglied sind, das können wir an den Branchen sehen, wo das so ist.
Das ist kein Selbstläufer, sondern ein Gemeinschaftsprojekt.

Ein Artikel zu dem Thema in publik Nr. 8:

ARBEITSZEIT
Immer mehr, schneller, länger
Hetze und Stress, das ist Alltag im Dienstleistungssektor
Von Marion Lühring

weitere Infos hier:

http://innovation-gute-arbeit.verdi.de/themen/arbeitszeit



Kommentare:

  1. Wenns ganz arg wird könnte vielleicht ein bisschen Zivilcourage einen Stein ins Rollen bringen:
    https://arbeitsunrecht.de/schwarzer-freitag-was-sind-deutsche-horror-jobs-3/#respond

    Externer Beobachter

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    1. „arbeitsunrecht.de“ verlangt für die Einstellung eines Beitrags eine gültige Email-Adresse, die - so “arbeitsunrecht“ - wieder gelöscht wird. Wer dem ganzen nicht traut kann sich über eine VPN-Verbindung von einem Mailanomysierer eine Kurzfrist-Mailadresse zuteilen lassen und den Anmeldeprozess über dessen Webinterface abwickeln. (z.B. „anonmails“) Die Gültigkeitsdauer ist wählbar - von meist einem Tag bis zu mehreren Wochen. Ein Beitrag auf „arbeitsunrecht“ dann ohne VPN macht das vorangegangene Procedere natürlich obsolet…
      Doch Vorsicht:
      Größenwahnsinnige Unternehmer machen Ihre Entscheidungen nicht unbedingt nur von wirtschaftlichen Überlegungen abhängig. Verletzte Eitelkeiten können eine Rolle spielen und diese Herrschaften zu unüberlegten Handlungen treiben. Mir selbst sind Fälle bekannt, die als Folge einer cholerischen Kurzschlussreaktion, Mitarbeiter ganzer Abteilungen den Arbeitsplatz gekostet haben. Stimmt also besser Euren Eintrag in einem vertraulichen Gespräch mit Eurem Betriebsrat ab.

      "arbeitsunrecht" - Newsletter Köln, den 23. Januar 2018

      • Aktionstag Freitag, der 13. April 2018 gegen Union Busting & Betriebsratsbehinderung.
      • H&M: Rassistische Werbung nur Spitze des Eisbergs
      • ver.di TV: Interview mit Werner Rügemer und Elmar Wigand auf youtube
      • TV+Radio: (Alb)traumjob Pilot
      • Termine: ArbG Frankfurt, 26. Januar | Karnevalsparty Köln, Dienstag 13. Februar

      Liebe Leser*innen und Mitstreiter*innen!
      Während der vergangene Aktionstag Schwarzer Freitag, der 13. Oktober H&M weiter erschüttert, stehen die kommenden Stichtage Freiitag, der 13. April & Freitag, der 13. Juli 2018 schneller vor der Tür als gedacht.
      Der Vorstand der aktion ./. arbeitsunrecht hat sich zu folgendem Vorgehen entschieden:
      • Freitag, der 13. April 2018 steht im Zeichen der anstehenden Betriebsratswahlen. Nennt uns bitte ab sofort Manipulationen, juristische Nachstellungen gegen Kandidaten, Einflussnahme der Geschäftsführung und ihrer verlängerten Arme auf freie demokratische Betriebsratswahlen.
      Wir fordern alle Mitglieder und Unterstützer_innen auf, vor Ort die Ohren offen zu halten und aktive Betriebsratskandidaten und -kandidatinnen sowie gewerkschaftsnahe Listen zu unterstützen!
      • Freitag, der 13. Juli 2018 wird ein Best-Of-Event. Wir verschicken ab Montag Briefe an das Management der bisherigen Ziel-Unternehmen: Neupack | KiK | Toys R Us | Median | H&M. Wir wollen außerdem den Kontakt zu Beschäftigten, Betriebsräten und Gewerkschafter_innen auffrischen, um die aktuelle Lage, Sorgen und Nöte zu erfragen. Also: Meldet euch!
      Diese Methode haben wir auch gewählt, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen und nicht zum Wanderzirkus zu verkommen.
      Für die Aktionen der Kampange "Jetzt schlägt's 13" benötigen wir noch Spenden. Wer also vor Karneval noch Geld loswerden möchte, um es nicht sinnlos zu vertrinken, kann es hier zu treuen Händen abgeben: https://aktion.arbeitsunrecht.de/de/freitag13-spende
      Wer das Geld lieber auf den Kopp hauen und Karneval mit uns feiern möchte, sei herzlich am Veilchensdienstag / Mardi Gras nach Köln eingeladen (siehe unten)!
      PS:
      Wir konnten es kaum glauben, aber der Schwarze Freitag, 13. Oktober 2017 hat tatsächlich den Absturz der H&M-Aktie eingeleitet! Die Kursverläufe sind eindeutig. Auch die Forschung rund um gewerkschaftliche Boykotte in den USA bestätigt eine verblüffend direkte Wirkung von Imagekampagnen & Boykott auf Börsenkurse.
      Ein ausführlicher Artikel zu den Hintergründen findet sich in der Fachzeitung für gewaltfreien Widerstand Graswurzelrevolution Nr. 426, die ab Donnerstag an Bahnhofskiosken zu kaufen ist. 

      Externer Beobachter

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