Montag, 11. Juni 2018

Arbeitszeitverstoß bei WELTBILD


Der Betriebsrat bringt wiederholte Verstöße gegen die Arbeitszeitregelung vor dem Arbeitsgericht zur Anzeige. 


Bereits Mitte der 1990er-Jahre wurde bei Weltbild die Betriebsvereinbarung "Flexible Arbeitszeiten" abgeschlossen. Darin sind neben der Gleitzeit für die Büroangestellten auch die normalen Arbeitstage von Montag bis Freitag festgelegt. Mehrarbeit an den Wochenenden soll dabei die Ausnahme bleiben und wird natürlich auch tariflich höher bezahlt. 

Sofern es einleuchtende Gründe dafür gibt, ist es durchaus möglich mal übers Wochenende zu arbeiten. Allerdings muss der Arbeitgeber dafür die Zustimmung des Betriebsrats einholen. 

Dieses Vorgehen hat über viele Jahre funktioniert. Wenn es plausible Gründe dafür gab (z. B. wichtige Datentransfers am Wochenende, technische Probleme in der Logistik etc.) hat der Betriebsrat meist problemlos grünes Licht gegeben. In der Regel reicht eine formlose Mail des Abteilungsleiters oder der Personalabteilung als Grundlage für den Beschluss.

Im letzten Jahr allerdings kam es wiederholt zu Fällen, in denen die Mehrarbeit am Wochenende nicht angemeldet wurde. 

Schlimmer noch: Der Betriebsrat wurde nicht einmal darüber informiert, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Wochenende arbeiteten. Als das Gremium davon erfuhr, hat es die Führungsebene mehrmals auf die Betriebsvereinbarung hingewiesen, die grundsätzlich dem Schutz der Belegschaft dient, damit diese nach einer arbeitsreichen Woche, üblicherweise das Wochenende zur Erholung nutzen kann.

Nachdem die Hinweise wiederholt ignoriert wurden, hat der Betriebsrat diese Woche beim Arbeitsgericht eine Anzeige auf Unterlassung eingereicht. Denn offenbar wird bei WELTBILD derzeit die betriebliche Mitbestimmung zunehmend ignoriert. Man sollte der Führungsebene als Urlaubslektüre für diesen Sommer vielleicht einmal das Betriebsverfassungsgesetz mit in den Koffer packen.



1 Kommentar:

  1. Wenn das so weiter geht landen wir schon bald in einer feudalen Gutsherrengesellschaft in der wieder Frondienste eingeführt werden. Die Frechheit, Unverschämtheit und Ignoranz durch Arbeitgeber gegenüber geltendem Recht in Deutschland hat eine Grenze überschritten das die Politk endlich mal einschreiten sollte. Ein paar Millionen von Dröge an die Beschäftigten als Schmerzensgeld und wegen der dauernden Verstößte gegen geltendes Recht wären angebracht und vielleicht auch lehrreich für diesen Herren und seine Beauftragten.

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