Donnerstag, 16. Mai 2013

Tausende kämpfen für tarifliche Existenzsicherung – Große Beteiligung am Amazon-Streik


Presseinfo. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat, nachdem bereits in den vergangenen Tagen mehrere tausend Beschäftigte die Arbeit niedergelegt haben, am Dienstag abermals mehrere tausend Beschäftigte in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zu Warnstreiks aufgerufen. In zahlreichen Städten unter anderem in München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Darmstadt, Essen und Düsseldorf unterstrichen die Beschäftigten in Demonstration und Streikversammlungen ihre Forderungen für eine spürbare Entgelterhöhung in der anstehenden Tarifrunde. Gleichzeitig kämpfen die Beschäftigten von Amazon in Bad Hersfeld und Leipzig für eine tarifliche Absicherung.

Streik bei REWE/Tengelmann am Mittwoch in Eching.
„Nach den ersten Verhandlungen in acht Bundesländern bestätigt sich, dass das, was die Arbeitgeber schönfärberisch als ‚Modernisierung‘ verkaufen wollen, in der Realität nichts anderes bedeutet als die drastische Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von rund drei Millionen Beschäftigten. Ob Eingriffe bei der Arbeitszeit, Kürzung von Nacht- und Spätzuschlägen oder schlechtere Bezahlung für Verkaufstätigkeiten und Niedriglöhne für Warenverräumung: Es geht hier nicht um überholte Berufsbilder wie Fahrstuhlführer oder Kaltmamsell in den Tarifverträgen, wie es der Arbeitgeberverband regelmäßig der Öffentlichkeit weis machen will. Tatsächlich geht es den Arbeitgebern um Kostensenkung durch schlechtere Bezahlung der Beschäftigten. Diesen Weg gehen wir nicht mit“, kritisiert Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Eine „Tarifreform light“ mit dem Ziel, den Menschen in die Taschen zu greifen, werde es mit ver.di nicht geben. „Ein zukunftsfähiger Tarifvertrag, der die Belange der Beschäftigten, nicht die Gewinne der Aktionäre und Eigentümer im Blick hat, sieht anders aus“, unterstreicht die Gewerkschafterin.

Die Beschäftigten im Einzelhandel erwarteten in der laufenden Tarifrunde zu Recht eine spürbare Entgelterhöhung, doch hätten die Arbeitgeber bislang ein konkretes Angebot verweigert. Stattdessen versuchten sie, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern. „Tarifverträge schützen vor Arbeitgeberwillkür und setzen existenzielle Mindeststandards, die wir gemeinsam mit den Beschäftigten verteidigen werden“, betont Nutzenberger.

Erstmals kam es am Dienstag auch zu ganztägigen Streiks der Beschäftigten bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld. Die Beschäftigten kämpfen darum, zukünftig unter den Schutz von Tarifverträgen zu gelangen und existenzsichernde Arbeitsbedingungen zu erreichen. "Mehr als 1.500 Menschen in der Früh- und Spätschicht haben sich an den Streiks bei Amazon beteiligt. Das ist ein starkes Signal und macht deutlich, wie groß das Bedürfnis der Menschen nach einem verbindlichen tariflichen Schutz ist“, unterstreicht die Gewerkschafterin.

Nach dem Abbruch von Gesprächen mit der Geschäftsführung von Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld über einen Anerkennungstarifvertrag hatten sich die Beschäftigten an den beiden Standorten mit über 97 Prozent für Streiks ausgesprochen.

Kommentare:

  1. Wareneingangsbucher schreibt:
    Ist zwar nicht ganz das Thema, ein Vorschlag zur Güte. Könnte unser Betriebsrat sich nicht mal dafür einsetzten das Weihnachts-und Urlaubsgeld monatlich anteilig augezahlt wird. Diese beiden Auszahlungen dieser tariflichen Leistung ( Sonderzahlung+ freiwillige Weltbildzulage ) kosten derart hohe Steuern das ich regelmäßig fast ausflippe was ich an Unsummen bezahlen muss. Fast 1900.- EUR Abzüge Steuern und Sozialleistunge im Mai und auch ( je ) November das ist abnormal.

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  2. Man könnte beispielsweise jährlich für Brutto 488 EUR also monatlich einen Benzingutschein über 44 .- EUR erhalten. Sich einen Teil des Urlaubsgeldes in monatlichen Benzingutscheinen auszahlen zu lassen wäre eine große Einsparung.
    Um für 488 .- tanken zu gehen muss ich sonst fast doppelt so viel Brutto verdienen.
    Kleine Beispielsrechnung:

    1000.- Brutto Urlaubgeld --> du bekommst etwa 50 % also 500.-netto raus bei Steuerklasse 1. Das wars.

    Anders bei Benzingutscheinen:
    Benzingutschein über 488.- plus 500.- EUR Brutto Urlaubsgeld ---> du bekommst Benzin für 488.- und netto 250.- EUR ausgezahlt. Macht also eine Kaufkraft für dich von 750.- EUR. Also fast 250.- EUR mehr für dich pro Jahr. Das entspricht knapp einer verdi Mitgliedschaft. Also allemal ein Grund auch für verdi mehr für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu tun.
    Ausserdem hat ein Betriebsrat Vorteile zu beantragen:
    80 Betr. ver. ges: Allgemeine Aufgaben ( des Betriebsrates )
    1 (2 ) Maßnahmen die dem Betrieb und der Belegschaft dienen zu beantragen.

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  3. Liebe Kollegen,
    insgesamt würde ich sagen, dass Verhandlungen über Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder soziale Zulagen wie Gutscheine von der Gewerkschaft und nicht vom Betriebsrat ausgehandelt werden.
    Die Gewerkschaft hat auch mehr Hebel als der Betriebsrat, zumindest, wenn die Arbeitnehmer hinter der Gewerkschaft stehen und sich in der Gewerkschaft organisieren.

    Ich bin nicht übermässig fit in Steuerrecht und wie das mit den Sozialabgaben läuft.
    Aber ich bin sicher, dass spätestens mit der Lohnsteuer/Einkommenssteuererklärung das Jahresgehalt genau gleich besteuert wird, egal, ob die Zulagen monatlich oder auf einmal ausgezahlt werden, eventuell bekommt man eben bei Einmalzahlungen dann etwas Steuer zurück, bei monatlich nichts.
    Bei den Sozialabgaben könnte es sogar sein, dass man bei hohen Einmalzahlungen etwas spart, aber vielleicht gibt es da auch schon eine fiese Umrechnung auf 12 Monate, um mehr abzukassieren.
    Aber Hand aufs Herz, wer wird das Geld bei monatlicher Überweisung auf ein Sparkonto einzahlen, um Geld für Urlaub oder Weihnachten zu haben ?

    Benzingutschein:
    Ich schätze, das muss dann als geldwerter Vorteil oder ähnliches ganz normal versteuert werden. Sonst könnten die Arbeitgeber ja steuersparend ihre Arbeitnehmer mit Naturalien bezahlen.
    Nette Idee, aber so leicht läßt sich das Finanzamt sicher nicht austricksen.

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  4. Google mal die Worte " Benzingutschein+ Chef " da kannst du nachlesen das es staatlicherseits eine Menge Vergünstigungen gibt. Man kann sich sein Gehalt bis zu einer bestimmten Grenze eben auch anteilig in Benzingutscheine oder auch in Kindergartengebühren auszahlen lassen und das steuer - und sozialabgbenfrei. Das kann natürlich auch jeder mal selber beim Chef nachfragen.

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  5. OK, wieder was gelernt.
    Wobei die 44 Euro Obergrenze für alle Sachbezüge gemeinsam gilt.
    Keine Ahnung, was Weltbild alles unter Sachbezüge bucht, z.B. Kantinenzuschuss oder Mitarbeiterrabatt wären Kandidaten, auch Dienstwageninhaber haben vermutlich Pech.
    Und die Kollegen, die mit Fahrrad oder öffentlichem Verkehr anreisen, die müssen dann schauen, dass sie den Gutschein mit Abschlägen weiterverscherbeln.

    Übrigens sparen die Kollegen mit den Gutscheinen nichts, die aufgrund von wenig Gehalt und familiärer Situation wenig oder keine Steuern zahlen, die haben bloss den Aufwand...

    Als guter Bürger empfinde ich es auch als Gschmäckle, hier praktisch ein Steuerschlupfloch zu nutzen, um Urlaubsgeld am Fiskus vorbeizuschleusen, ich würde als Gesetzgeber eher die Möglichkeit abschaffen, Gehalt über Benzingutscheine auszuzahlen...

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  6. Du gehörst zu denjenigen die jede Idee und jeden Vorschlag der nicht aus den Reihen der Bekannten kommnt einfach niederzumachen. Viele Betriebe geben ihren Mitarbeitern in Zeiten des teuren Benzins als Anerkennung einen Benzingutschein. Ich wollte diese Möglichkeit einfach hier mal erwähnen. Und sofort kommt jemand der wahrscheinlich aus dem BR kommt und macht das nieder. Typisch für diesen BR. Beispielsweise zahlt Weltbild freiwillig einen Zuschuss zum Weihnachtsgeld der mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit immer weiter steigt. Warum soll es nicht möglich sein das der BR hier mit der Geschäftsleitung verhandelt das man sich diesen Zuschlag eben auch als Benzingutschein ausbezahlen lassen kann. Da hätte man dann einfach mehr davon. Das gleiche kann für die Prämie der Jubiläen gemacht werden auch wenn das leider bald abgeschafft wird. Ich habe hier eine Idee unterbreitet und der BR sollte da einfach mal nachhaken ob es für uns bei Weltbild eine Möglichkeit gibt so etwas zu nützen. Und das als Steuerschlupfloch zu bezeichnen ist dämlich. Das sind vom Staat genehmigte Möglichkeiten für Unternehmer für seine Beschäftigten kleinere Erleichterungen zu verschaffen. Absurd und dumm so etwas als Steuerschlupfloch zu bezeichnen. Dann kannst du ja auch gleich mal fordern das Kinderfreibeträge abgeschafft werden denn da entgeht dem Staat auch eine Menge Geld . Hauptsache immer dagegen. Typisch für einige im BR.

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    1. Also wie du jetzt drauf kommst, dass du hier mit dem BR diskutierst, kann ich nicht recht nachvollziehen. Man kann hier doch vielleicht auch mal diskutieren, ohne auf den BR einzudreschen. Ich zumindest fände das erholsam!

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  7. wenn die Argument ausgehen, wird es beleidigend...17. Juni 2013 um 09:17

    Dumm und dämlich sind Bezeichnungen, die in einem Blog eigentlich nicht stehen sollten.
    Löschen oder stehen lassen, damit sich der Schreiber dadurch selbst bloßstellen kann und zeigen kann, wessen Geistes Kind er ist ?

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