Mittwoch, 3. Dezember 2014

Ein kurzes Update zum Fall der Fälle


Die Zeichen stehen auf Sturm im Hause Retail! Da von der Geschäftsführung und dem Investor keine klaren Ansagen gemacht werden, wie der zukünftige Weg aussehen soll und gleichzeitig gebetsmühlenhaft von der Notwendigkeit "personeller Anpassungen" gesprochen wird, ist die Angst vor einer Kündigung verständlicherweise groß.

Wie aber sehen die Regelungen aus, wenn es zum Äußersten kommt?

Zum einen ist die Insolvenz mit dem Einstieg von Droege beendet und der eingeschränkte Kündigungsschutz damit aufgehoben. Zum anderen aber wurde der Manteltarifvertrag, der vielfach die Kündigungsfristen bei Weltbild geregelt hat, diesen Sommer vom Arbeitgeberverband gekündigt.
Das bedeutet, dass es aktuell drei Regelungen bezüglich der Kündigungsfristen gibt:
  1. Es gelten die im Arbeitsvertrag festgelegten Fristen.
  2. Ist dort nichts konkret geregelt, sind für alle ver.di-Mitglieder, die bereits vor der Kündigung des Manteltarifvertrags beigetreten sind, die dortigen Regelungen weiterhin gültig. Diese betragen X Monate zum Quartalsende in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit: • unter 5 Jahren: 6 Wochen • ab 5 Jahren: 3 Monate • ab 8 Jahren: 4 Monate • ab 10 Jahren: 5 Monate • ab 12 Jahren: 6 Monate  
  3. 
Bei KollegInnen, die nicht in der Gewerkschaft sind, werden die Kündigungsfristen im BGB § 622 geregelt. Das Arbeitsverhältnis kann demnach mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden. Es gelten dann entsprechend der Betriebszugehörigkeit folgende Fristen: • ab 2 Jahren: 1 Monat • ab 5 Jahren: 2 Monate • ab 8 Jahren: 3 Monate • ab 10 Jahren: 4 Monate • ab 12 Jahren: 5 Monate • ab 15 Jahren: 6 Monate
Ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung besteht leider nicht.
Ob es Abfindungen gibt und wie hoch diese ausfallen, wird erst im Zuge des Interessenausgleichs vom BR mit der Geschäftsführung verhandelt. Ohne diesen Interessenausgleich kann jeder Arbeitnehmer mit guten Erfolgsaussichten gegen seine Kündigung eine Kündigungsschutzklage einreichen. Um eine solche Klage mit unkalkulierbarem Ausgang zu vermeiden, versuchen viele Arbeitgeber das Ausscheiden des Arbeitnehmers über eine Abfindung zu „erkaufen“, wenn dieser die dreiwöchige Klagefrist verstreichen lässt.
Auch die Gründung einer etwaigen Transfergesellschaft ist Bestandteil der Verhandlungen, zum Interessenausgleich im Rahmen eines Sozialplans.

In der aktuellen Situation, ohne schlüssiges Konzept und ohne erkennbaren Willen, Weltbild zu sanieren, wird sich der BR sich nicht auf Verhandlungen einlassen. Droege kann sich also schon Mal auf ein Welle von Klagen einstellen. 
Jeder wie er es verdient!

Kommentare:

  1. Ich verstehe, dass ihr nicht viel mehr im Moment sagen könnt. Ihr seid aber die Einzigen, die im Moment überhaupt etwas sagen. Jedem, der zwischen den Zeilen lesen kann, ist klar, was jetzt kommt. Damit ist die Hängepartie nun bald zu Ende. Glück für diejenigen von uns, die schon etwas Neues in der Tasche haben, Pech für die von uns, die auf der Straße sitzen. Ich werde jedenfalls klagen, wenn ich entlassen werde. Für mich ist der Glaube an Recht und Gerechtigkeit und ein Unternehmertum, das kreativ und sozial ist, mit dem Untergang von Weltbild endgültig dahin. Wenn ich dürfte und könnte, würde ich die Bischöfe und Droege am nächsten Baum aufhängen.

    AntwortenLöschen
  2. Dann wird der einzige Weg zu weniger Arbeitsplätzen wohl über eine weitere Insolvenz gehen. Wenn man nicht verhandelt und auch die Leute nicht mehr bezahlen kann, gibt es gar keinen anderen Ausweg.

    AntwortenLöschen
  3. Schade, dass es keine echten Unternehmer mehr gibt, sondern nur noch Geldvermehrer, egal mit welchen gesellschaftlich rücksichtslosen Mitteln. Wenn die so weitermachen, sehe ich schwarz für den sozialen Frieden dieser Gesellschaft. Aber Vernichter von Arbeitsplätzen wie Droege können ja auf die Bahamas. Sollen sie doch hin, wo der Pfeffer wächst.

    AntwortenLöschen
  4. damit habt Ihr das ausgesprochen was wir alle denken.
    Was bedeutet
    "versuchen viele Arbeitgeber das Ausscheiden des Arbeitnehmers über eine Abfindung zu „erkaufen“, wenn dieser die dreiwöchige Klagefrist verstreichen lässt."

    Bedeutet dies, dass der Arbeitgeber die Klagefrist verstreichen lässt, oder der Arbeitnehmer?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ 10:09: Nachdem der Arbeitgeber nur in den seltensten Fällen gegen seine eigene Kündigung klagen wird ist natürlich die Frist für den Arbeitnehmer (also z.B. Dich) gemeint. D.h. im Klartext: Wenn der AG Dir kündigt und Dir ein Abfindungsangebot macht kannst Du entweder unterschreiben oder innerhalb 3 Wochen Ärger machen.

      Löschen
  5. Ich finde, dass wir alle abwarten sollten, was wirklich kommt. Eine Insolvenz ist doch jetzt nur Spekulation.

    AntwortenLöschen
  6. Der Post bedeutet was? Uns flattern Kündigungen ins Haus?

    AntwortenLöschen
  7. So dann ist es ALSO soweit :-(

    AntwortenLöschen
  8. Immer diese Schwarzmalerei. Denke mit Droege die Firma zum Spaß gekauft hat. Also mal Kopf hoch wird schon irgendwie

    AntwortenLöschen
  9. wir sind froh das wir unsere abfindung noch bekommen am März naja das hatt doch jeder gewusst das es soweit kommt mit weltbild 2.0 ???????!!!!!!!!!!!
    das es nichts wird Droege geld noch in geldbeutel u.ab in die urlaub
    Mein Geld,mein Firma,egal mit die arbeiter
    gr.Exmietarbeiter

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Exmi(e)tarbeiter,
    ja genau. Mach Urlaub. Jeder hat gewusst, daß es so kommt.? Schlaues Kerlchen.
    Leider werden und müssen wir dich enttäuschen.
    WIR werden alles daran setzen, daß es bald wieder bergauf geht. Versprochen.!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. .. wir sind schon über dem Berg, jetzt geht es richtig bergab .

      Löschen
    2. Jawohl!! Irgendwie ziehen wir die Karre schon aus dem Dreck!

      Löschen
    3. DANKE Du hast mir die Worte aus dem Mund genommen,genau das selbe wollte Ich den EXmi(e)tarbeiter schreiben!!!
      Wir lassen uns nicht kleinkriegen!!!
      ALS Ich bei Weltbild vor ca.30 Jahren anfing,haben damals nur ca.100 Leute gearbeitet.Ich hoffe das es niemehr so klein wird!Wenn ich dann solche Aussagen von Exmi(e)tarbeiter hoere,geht mir echt der Hut hoch.

      Löschen
    4. naja dann mal viel glück ich treffe noch mit mitarbeiter von weltbild fast jeden tag die sagen aber was anderes
      u.haben kein lust mehr zu kämpfen ich gebe sie auch recht die sind mit ihre nerven kaputt u.schauen nicht mehr so gut aus wie ich sie kenne leider
      ich habe kein zeit für urlaub zu machen ich sehr viel arbeiten u.arbeitsklima sssuuuupppper

      ettäuschen wir ?????????? !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      Gr Exmietarbeiter

      Und noch was ganz von oben reden sie schon das es bald zu ende ist

      Löschen
    5. @Anonym 17:31 und 17:22
      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Oben steht dass es bergAB geht.

      Löschen
    6. Hallo Exmi(e)tarbeiter,
      tu uns bitte einen Gefallen und hör endlich auf Müll zu schreiben. Ich habe "Lust" zu kämpfen. WIR kämpfen und werden weiterkämpfen. Notfalls werden wir auch die Kolleginnen und Kollegen, die nervlich angeschlagen sind, dazu motivieren mitzukämpfen. Es wird weitergehen. Du darfst uns dann gerne aus der FERNE beobachten.
      Danke.

      Löschen
    7. Na wo geht's bergauf es sieht so aus tief im Keller versprochen!!!!!! Naja

      Löschen
  11. Michael Lichtenstern5. Dezember 2014 um 14:11

    Wünsche allen noch verbliebenen Mitarbeitern alles GUTE und viel Kraft.Ich glaube an euch! :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Michel,
      ich finde es nett ,auch wenn Du nicht mehr bei Weltbild arbeitest' das Du immer noch an Deine "alten Kollegen"denkst und immer wieder einen Blick in das Infoboard wirfst.
      Das sind halt die langjaehrigen Mitarbeiter,auch wenn Sie nicht mehr bei Weltbild arbeiten die das Thema"Weltbild"immer noch beschaeftigt.Mir geht es genauso,ich habe auch viele Jahre hier gearbeitet und Weltbild ist und war immer ein Teil von mir.

      Löschen

Sie können Ihre Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählen Sie dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Sie unter einem Pseudonym schreiben wollen, wählen Sie die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.