Donnerstag, 11. Dezember 2014

Geschäftsführung 
 lässt Gespräche mit 
 dem BR platzen


Am heutigen Donnerstag sollte ein weiterer Informationsaustausch mit der Geschäftsführung stattfinden. Die Arbeitgeberseite ließ den seit Wochen vereinbarten Termin platzen, indem sie den Augsburger Betriebsrat grob brüskierte. Was ist passiert?

Ende letzter Woche hat die GF ohne jede Rücksprache beschlossen, den Konzernbetriebsrat (KBR) zu der Besprechung hinzuzuziehen, zu der Peter Fitz als Vorsitzender des gemeinsamen Betriebsrats von Weltbild Retail und ALSO Logistics eingeladen hatte. Das Augsburger Gremium machte umgehend deutlich, dass der KBR  bei dem Termin nichts verloren habe. Es standen keine Themen auf der Tagesordnung, die den Konzern (also auch Weltbildplus) betroffen hätten:
"Nachdem wir (BR & GF in Augsburg) in den vergangenen Wochen ziemlich Mühe hatten, eine gemeinsame Gesprächsbasis herzustellen, halten wir die Anwesenheit eines weiteren Gremiums nicht für zielführend und bitten Sie, die KollegInnen wieder auszuladen. Eventuell können wir zu einem späteren Zeitpunkt unsere Gespräche – wo es allen Beteiligten sinnvoll erscheint – zusammenführen. Dazu müsste aber auch der KBR zunächst einen  gemeinsamen Standpunkt erarbeiten und durch Beschlüsse absichern. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine gemeinsame Gesprächsbasis und lehnen die Erweiterung unseres Kreises am Donnerstag ausdrücklich ab."
Zur großen Überraschung des Augsburger Gremiums beharrte die Geschäftsführung jedoch auf der Teilnahme des KBR. Das interpretiert der Augsburger BR so, dass der Arbeitgeber den Versuch unternimmt, die Verhandlungen über den Stellenabbau in Augsburg auf ein externes Gremium zu verschieben. Dabei dürfte folgende Überlegung ausschlaggebend sein: Der Augsburger BR hat im Interessenausgleich zum Betriebsübergang unter anderem zwei Ansprüche vertraglich gesichert: 1. Über Entlassungen kann erstmals im Januar 2015 verhandelt werden. 2. Bevor Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, müssen zunächst alle anderen Möglichkeiten erwogen und ausgeschöpft werden, z. B.: Kurzarbeit, Altersteilzeit, zeitweise Verleihung von Weltbild-MitarbeiterInnen in auftragsschwachen Zeiten, Freiwilligenprogramme etc.

Der Konzernbetriebsrat hat dagegen keinerlei Verträge mit dem Arbeitgeber geschlossen und damit eine ungleich schwächere Verhandlungsposition. Das weiß auch der KBR und hat im solidarischen Schulterschluss mit den KollegInnen in Augsburg auf das Ansinnen der GF reagiert:
"Der KBR hat erfahren, dass wir gegen den ausdrücklichen Willen des gemeinsamen Betriebsrats der Weltbild Retail GmbH & Co. KG und der ALSO Logistics Services GmbH in Augsburg zu dem Informationstermin am Donnerstag eingeladen worden sind. Das halten wir für schlechten Stil der Geschäftsführung.
Unsere Teilnahme ist dem Arbeitgeber offenbar so wichtig, dass er die KollegInnen in Augsburg brüskiert und ein Platzen der Gespräche riskiert. Daraus können wir nur schließen, dass wir in Augsburg nicht als Gäste einer Informationsveranstaltung geladen wurden, sondern dass mit uns verhandelt werden soll.
Das können wir ohne intensive Vorbereitung und entsprechende Beschlüsse im KBR nicht leisten. Deshalb sagen wir den Termin hiermit ab."
Für den Fortgang der geplanten Restrukturierungen bedeutet das Platzen des Termins, dass die Gespräche erst im Januar fortgesetzt werden können. Nachdem der Arbeitgeber zunächst den Eindruck höchsten Zeitdrucks vermittelte, ist die Torpedierung der Gespräche von dieser Seite überraschend.

Andererseits reiht sie sich ein in die Absage der Tarifverhandlungen und die Aufgabe der Verhandlungen über unsere Betriebsvereinbarungen. In beiden Fällen waren Gewerkschaft und Betriebsrat grundsätzlich bereit, über einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmerseite konstruktiv zu verhandeln. Die Geschäftsführung aber ist entweder nicht willens oder nicht in der Lage, diese Bälle aufzunehmen. Erstaunlich – wie so vieles in den letzten Wochen…

Kommentare:

  1. Wieso spricht sich der KBR nicht einfach mit dem BR ab und bleibt trotz Einladung diesen Gesprächen fern?

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    1. Warum der KBR der Einladung nicht gefolgt ist, steht doch oben. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

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    2. Da geht es doch nur darum, dass man sich brüskiert fühlt. Ist aber kein Grund, nicht mal über seinen Schatten zu springen. Und ich kann lesen, Du aber anscheinend nicht weiter denken.

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    3. Nein, es geht in erster Linie darum, dass BR und KBR unterschiedlich starke Verhandlungspositionen haben. Das haben wir oben doch ausführlich erklärt. Himmel…

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    4. Liebe Kollegen von Verdi, Ihr könnt nicht immer davon ausgehen, dass Kollegen die das geschriebene von Euch auch wirklich verstehen. Selbst ich hab das ganze insgesamt 3x mal gelesen um zu verstehen, was da steht. Also bitte ............

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  2. @BR: gibt es denn Freiwilligenprogramme ? wenn ja, wie sehen diese aus ?

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    1. Nein, solche Programme würden erst im Zuge eines Interessenausgleichs ausgehandelt.

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  3. Das ewige hin und her ist langsam zum kotzen. Sollen die doch Freiwilligenprogramm machen, dann sieht mann wieviele MA noch da bleiben.
    Das einzige possitive dabei wäre das endlich mal schluss ist mit dem Theater.

    Ob jetzt oder nächstes Jahr ist doch auch schon scheiss egal, zu mindest weiss man wo ran man ist.
    Und das es nur Retail trifft ist auch ein Märchen. Ihr solltet auch mal die Karten auf den Tisch legen.
    Was ist im Logistik geplant???????

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    1. Natürlich trifft es auch die Logistik. Das haben wir auf der letzten Betriebsversammlung auch mehr als deutlich gesagt. Hier liegt aber noch keine konkrete Forderung der GF vor, wie viele gehen sollen.

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  4. Wo liegt eigendlich der Unterschied zwischen KBR, GBR und unserem Br?

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    1. GBR = VertreterInnen aller Plus/Jokers-Filialen, die einen Betriebsrat haben (ca. 40 Mitglieder)
      BR Augsburg = der gemeinsame BR für Retail und Logistik (15 Mitglieder)
      KBR = je 2 Abgesandte vom GBR und dem BR Augsburg (4 Mitglieder)

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  5. Versteh ich nicht. Wenn mich jemand einlädt muß ich doch nicht davon ausgehen das ich in irgendwelche Verhandlungen treten soll. Zuhören geht doch immer.

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    1. Das kann im Zuge einer gerichtlichen Auseinandersetzung durchaus anders ausgelegt werden. Beweis dann mal, dass du nur zugehört und nicht verhandelt hast.

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  6. Ich würde GF vorschlagen, dass sie für die die gehen sollen/wollen gutes Angebot machen. 98% der betroffenen werden gehen, dessen bin ich mir sicher.
    BR sollte aufhören noch weiter an WB 2.0 glauben. Denn wenn die MA nicht mehr tun hat sich das erledigt.

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    1. Dazu müsste erst einmal klar sein, wie viele Menschen gehen können, ohne dass uns der Laden komplett zusammenbricht. Dem BR geht es darum, eine Firma zu erhalten, die funktionstüchtig ist. Sonst sind am Ende alle Arbeitsplätze weg. Die Wackelpartie ist anstrengend für alle, aber es bleibt kein anderer Weg.

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    2. Ihr braucht nur den Januar abwarten, wenn dann die TG2-ler verschwunden sind, die die Verlängerungsangebote abgelehnt haben, wird man sehen was in dem Laden noch rund läuft oder nicht. Sollte das Unternehmen dann nicht mehr richtig funktionieren, ist die Pokerei sowieso vorbei. Dann hat man sich ordentlich verzockt!!!! Denn es ist ja seit dem 1. April 2014 bekannt, dass bis zu 70 Menschen noch das Haus verlassen, und viele davon in Schlüsselpositionen. Wenn man dann mal schaut wieviele gute Leute aus 2.0 schon die Flucht ergriffen haben, dann kann einem nur Angst und Bange werden.

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    3. Hallo lieber GBR,ich vermisse die Informationen,die Frau Molthan immer wieder in früheren Zeiten an die Filialmitarbeiterinnen geschickt hat,es gibt doch Nachfolger.Die Lage in den Filialen ist doch der absolute Horror,die Zuteilungen der letzten Tage werden uns den Rest geben.Die Umsatzzahlen sind das Produkt des Einkäufers!!!

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    4. Der Einkäufer hat unbezahlten Urlaub genommen bis April 2015.

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    5. @ Anonym11. Dezember 2014 um 17:52

      Stimme voll und ganz zu. Ich vermisse ebenfalls die Informationen, die früher von Frau Molthan regelmäßig und sehr engagiert gekommen sind. Die hatte wenigstens mal den Mut unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen. Es gibt auf dem Papier wohl Nachfolger, aber da kommt nichts. Es drängt sich der Verdacht auf, das seit der Kündigung von Frau Molthan nicht mehr viel läuft und die meiste Arbeit doch wohl von ihr erledigt wurde. Wir könnten sie jetzt gut bei uns gebrauchen.

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    6. Auch Frau Molthan forderte immer, sich auch selbst zu engagieren. "Wer nicht handelt, wird behandelt" war stets unter ihren e-mails zu lesen. Die "Nachfolger auf dem Papier" haben für die sogenannten Verkaufshilfen in den Filialen schon zum 1.November den Mindestlohn von 8,50€ durchgesetzt. Und ,nur nebenbei, einen Interessenausgleich mit Sozialplan und Transfergesellschaft ausgehandelt, der es vielen ermöglicht, bezahlt einen neuen Job zu suchen. Im Interessenausgleich ist ebenso ein neues Personalkonzept, mit dem Ziel von mehr unbefristeten, qualifizierten und somit besser bezahlten Stellen enthalten. Siehe Infothek. Da kommt was! Was unternehmen Sie, um sich und anderen Alternativen zu erarbeiten? Richtig, auf Informationen und offen ausgesprochene, unbequeme Wahrheiten warten. Dem bin ich hiermit nachgekommen.

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  7. Warum wurde im Oktober im Vertrag festgelegt dass über Entlassungen erstmals im Januar 2015 verhandelt wird, wenn nicht bekannt war dass Entlassungen geplant waren?

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    1. Es wurde nicht festgelegt, DASS verhandelt wird, sondern WANN FRÜHESTENS verhandelt werden KANN. Hintergrund war, dass eine Umstrukturierung in der Logistik in der Tat angekündigt (und auch aus unserer Sicht nötig) war. Mit der Setzung eines "frühest möglichen" Verhandlungstermins wollten wir erreichen, dass eine Umstrukturierung mit dem Ziel Personalabbau unattraktiv wird. Abgesprochen war, dass Droege/ALSO Drittgeschäft generieren, um die Logistik auszulasten. Dafür sollte die Umstrukturierung die Voraussetzungen schaffen. Die Verhandlungsfrist war nur der Versuch sicherzustellen, dass es in die richtige Richtung geht. Und nein – bevor die Häme und das Gezeter hier wieder losgehen – die Taktik war leider nicht erfolgreich. Aber der BR ist nicht schuld, wenn sich Droege nicht an seine Versprechungen hält. Vertraglich war damals mehr nicht durchsetzbar.

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  8. Lieber Betriebsrat, ich sage hier einfach mal Danke für eure Arbeit. Wir haben ja alle enormen Druck und sind psychisch belastet. Trotzdem finde ich es bemerkenswert wie ihr den Druck nun schon seit über einen Jahr aushaltet ohne zu wanken oder nachzugeben. Daumen nach oben, egal was dabei rauskommt. Wenn ihr nicht so einen Einsatz hingelegt hättet, dann gäbe es uns sowieso nicht mehr. Haltet weiter stand und lasst euch nicht unterkriegen.

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  9. Wie kann ein BR GBR oder KBR einem sogenannten Umsatzwettbeweb in dieser Zeit zustimmen und dazu noch solche Anforderungen stellen an die Filialen? Sorry aber das ist unter aller Würde und dann wegen geplatzten Terminen einzunehmen. sicherlich stehende die Gewinner schon fest wir schaffen es nicht da wir gestern noch bei - 22% waren weil die Anforderungen nicht zu schaffen sind für uns. Man hätte sicherlich einen bessere Lösung finden können keinen Umsatzwettbewerb in dieser Zeit.

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  10. Ich sage es auch: Bewundernswert, wie ihr alle Anwürfe von allen Seiten als Betriebsrat oder Verdi-Mitglieder aushaltet. Die eigentlich Schuldigen an der Misere seid ja nicht ihr. Schon als Droege übernommen hat, wusste er, was er mit uns restlichen Mitarbeitern wollte: Uns vor die Tür setzen. Dass wir noch da sind, ist euch zu verdanken. Und wir stehen hinter euch, es dem so genannten Investor so bitter und teuer wie möglich zu machen, uns loszuwerden. Wir haben viele Jahre gezeigt, dass wir etwas können und bewegen. Wenn das jetzt nicht genutzt wird, sondern alles zerstört werden soll, wehren wir uns bis zum letzten Atemzug. Danke euch, dass ihr es für uns ertragt, als Verhinderer beschimpft zu werden. Ich finde es klasse, dass ihr verhindert, dass Herr Droege ratzfatz den Laden auf die Marke Weltbild bei buecher.de runterschrumpfen kann. Dort sind schon drei Geschäftsführer. Einer für buecher.de, einer für weltbild.de und einer für hugendubel.de. Mit kidoh.de und jokers.de rechnet keiner mehr, sonst hätten sie schon fünf Geschäftsführer.

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  11. Umsatzwettbewderb? Kann mir das einer bitte erkläen?

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    1. Irgend so 'ne Junker Aktion in den Filialen… Vielleicht sagt mal jemand von dort etwas dazu?

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    2. Wir sollen 85% des VJ-Umsatzes erreichen,um am Wettbewerb teilnehmen zu können...Dann gibts nach bestimmten Schlüssel eine "Sondergratifikation"Wenn wir nur die Hällfte des VJ-Umsatzes erreichen würden wären wir Helden,so siehts aus!Ich wünsche unserem BR gute Nerven und Durchhaltevermögen,.IHR habt bislang viel für uns erreicht!Herzlichen Dank dafür!Wir in den Filialen kämpfen,auch wenn wir kaum Unterstützung haben,weil die Ausrichtung der GL ja keine Fragen mehr offen lässt.Bis spätestens in 4 Wochen haben wir Klarheit über die weitere Vorgehensweise und wie sagte ein ehemaliger BL:Es gibt ein Leben ohne Weltbildplus....

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    3. Ganz ehrlich: Junkers beste Zeiten sind vorbei. Der gehört schon lange weg vom (Weltbild)-Fenster. Der kann nichts, weiß denkt aber das genaue Gegenteil von sich selbst.

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