Freitag, 18. Februar 2011
Im Netz entdeckt: Wiki Gute Arbeit
Das Wiki Gute Arbeit ist eine Plattform für den Informations- und Wissensaustausch für alle Interessierten sowie gewerkschaftliche und gewerkschaftsnahe Expertinnen und Experten zu den Themen Qualität der Arbeitsbedingungen, Arbeitsgestaltung und Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Es stellt zudem vertiefende Informationen zum DGB-Index "Gute Arbeit" und zu Projekten in diesem thematischen Umfeld zusammen. Autorinnen und Autoren sind stets willkommen: Wiki Gute Arbeit
Neues ver.di-Blog aus Brandenburg
Und schon wieder dürfen wir uns über Zuwachs in unserer ver.di-Blog-Familie freuen:
ver.di-Infoblog des BLB
Die KollegInnen vom Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen befinden sich derzeit in den Tarifverhandlungen: Die Beschäftigten der Länder fordern nach mehreren knappen Jahren 50 Euro + 3%. Die Gegenseite (Verhandlungsführer ist der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring) zeigt sich noch widerspenstig. Die Länderkassen seien leer, heißt es.
Dazu gibt es auf der Seite der KollegInnen auch ein ausführliches Interview mit Möllring.
Mittwoch, 9. Februar 2011
Tarifrunde....da war doch noch was.....
Nun, da der Frühling naht, ist die Unterschrift endlich da. Die gedruckten Fassungen sind in Arbeit; Diese werden dann an ver.di-Mitglieder verschickt bzw. verteilt.
Dienstag, 8. Februar 2011
Achtung Kostenfalle: Vorkasse beim Arzt und in der Apotheke sind riskant!
Montag, 7. Februar 2011
Leiharbeit: ein Niedriglohnsektor - Das muss sich ändern!
DGB-Newsletter Arbeitsmarkt vom 07.02.10:
Die Verleihbranche bleibt ein extremer Niedriglohnsektor. Trotz wirtschaftlicher Erholung steigt das ohnehin sehr hohe Verarmungsrisiko der Leiharbeitskräfte weiter an. Mehr als jede(r) achte Leiharbeitnehmer bzw. -arbeitnehmerin verdient so wenig, dass die staatliche Fürsorge einspringen und den niedrigen Lohn auf das gesellschaftliche Existenzminimum anheben muss. Ein sozialversicherter Job kann hier häufig kein menschenwürdiges Leben sicher stellen. Nicht einmal 20 Prozent der in der Leiharbeit sozialversicherten Vollzeitbeschäftigten verdiente 2009 im Monat mehr als 2.000 € brutto. Die Lohnkostenunterschiede zwischen Arbeitskräften in der Leiharbeit und den Einsatzbetrieben sind enorm.
Leiharbeitskräfte verdienen im Schnitt 40 bis 50 Prozent weniger, je nach Qualifikation und Einsatzbetrieben schwankt dies jedoch. Leiharbeit wird längst nicht nur dafür eingesetzt, um betriebliche Auftragsspitzen abzufangen, sondern mehr und mehr auch um die Lohnkosten massiv zu drücken und tarifliche Regelungen in den Einsatzbetrieben zu unterhöhlen. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert.
Deswegen wird diesem Jahr der Betriebsrat einen Betriebsvereinbarung zum Thema Leiharbeit verhandeln.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Als (Werk-)Student zu verdi: Das lohnt sich!
Viele Firmen greifen gerne auf die Unterstützung von Werkstudenten zurück.
Besonders für befristete Aufgaben und Teilzeit-Jobs bieten sich die hauptamtlichen Unibesucher an: sie sind jung und brauchen das Geld …
Gerade mit der Bezahlung hapert es aber bei vielen Unternehmen. Immerhin vergütet Weltbild auch seine ca. 100 Werkstudenten nach Tarif – allerdings wird grundsätzlich die niedrigste Tarifgruppe (TG I) eingesetzt. Für Neueinsteiger wird mithin aktuell ein Stundenlohn von 12,42 Euro bezahlt, nach einem Jahr erhalten sie 13,12 Euro (jeweils inkl. anteiligem Weihnachts- & Urlaubsgeld, sowie Urlaubsabgeltung).
Das ist sicher nicht schlecht im Vergleich zu den 5,40 Euro, die eine große Augsburger Bäckereikette ihren Werkstudenten bezahlt. Aber es muss auch noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, besonders wenn man sieht, dass Werkstudenten bei Weltbild doch recht anspruchsvolle Tätigkeiten (bei New Media, e-Commerce, Werbung etc.) übernehmen.
Wer hier tätigkeitsgerecht eingruppiert werden will, kann dies problemlos erreichen, indem er
Mitglied bei verdi wird. Wer seine Mitgliedschaft im Personalbüro meldet und dokumentiert, hat
Anspruch auf korrekte Eingruppierung, d.h. in der Regel TG III. Das macht sich auf dem Gehaltszettel doch positiv bemerkbar.
Empfehlenswert ist der Gang zum Personalbüro allerdings nur für WerkstudentInnen, die einen
Arbeitsvertrag bis zur Exmatrikulation haben – bei Terminbefristung (Ende des Semesters etc.) könnte der Einsatz bei Weltbild ansonsten möglicherweise nicht verlängert werden …
P.S.:
Neben dem monetären Vorteil durch die Gewerkschaftsmitgliedschaft erhalten verdi-Mitglieder u.a. den kompletten Arbeitsrechtschutz. Außerdem bietet eine Gewerkschaft natürlich vielfältige Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren und für sich selbst und seine Mitmenschen Interessen zu vertreten und durchzusetzen. Sicherlich kein schlechtes »Praktikum« für die moderne Arbeitswelt … Der Monatsbeitrag beträgt auch für Studenten 1% des monatlichen Brutto-Verdienstes.
Dienstag, 18. Januar 2011
Neues aus der Kantine
Das Gute vorweg: Der Umbau der Kantinen-Küche ist fertig, seit 08.11.2010 wird dort frisch für die Cafeteria gekocht. Jetzt soll drei Monate getestet werden, danach wird entschieden, was mit der Kantine (als Essensausgabe) geschehen soll.
Die schlechte Nachricht: Die Geschäftsleitung erwägt, zukünftig nur noch in der Cafeteria Essen anzubieten. Das hieße auch, im Sommer gäbe es keinen Biergarten mehr. Dies fänden wir sehr schade, da gerade im Sommer der Biergarten immer sehr gut besucht war. Um einen reibungslosen Ablauf in der Cafeteria zu gewährleisten, müsste man auch dort einen Umbau tätigen, was mit Kosten verbunden wäre. Außerdem würde der Charakter der Cafeteria unter dem Umbau leiden. Viele mögen den Charme jetzt schon nicht mehr, es riecht nach Essen und ist kein ruhiger Rückzugspunkt mehr für ein persönliches Gespräch.
Freitag, 31. Dezember 2010
Das Wort zum (letzten) Freitag (des Jahres 2010): Same procedure
Es ist wieder soweit. Schnell noch den Sekt kalt stellen, den Nudelsalat abschmecken und die Raketenbatterien auf der Terrasse platzieren. Diesmal vielleicht so ausrichten, dass die Mini-Pershings direkt Nachbar Hempels überdimensionierte Sat-Schüssel …? Aber nein, so gemein sind wir nicht, auch wenn Obersaubermann Hempel uns mit seinem Laubbläser-Tick im Herbst wieder den letzten Nerv geraubt hat. Raten Sie mal, wo er die Blättermassen mit seiner 2600-Watt-»Panzerfaust« hingepustet hat?
Friedlich wollen wir das alte Jahre verabschieden und freudig das neue begrüßen. Freudig? Mit einer rechtzeitig verabreichten Dosis Alloholl wird das schon gelingen. Da glauben wir dann bereits um 21 Uhr, dass im nächsten Jahr Wunder geschehen werden: Mehr netto vom brutto – hossa! Und Rex Gildo wird selig gesprochen.
Ach, fast hätt’ ich’s vergessen: Beim Fondueset muss ich ja noch einen Ölwechsel machen. Und wo hat sich bloß die CD-Box mit den Golden Oldies versteckt? Ohne die beruhigende Einstimmung durch vertraute Sounds und Songs der Vergangenheit (»I Can’t Get No Satisfaction«) weigere ich mich, den Null-Uhr-Schritt in eine ungewissen Zukunft zu tun. Wer weiß, was uns das Jahr 2011 alles bescheren wird. Die Autobahn-Vignette? Die Fruchtsaft-Steuer? Den Solidaritätszuschlag (für Portugal und Spanien)? Die Umrüstung der Supermarkt-Einkaufswagen auf 5-Euro-Scheine? Die Rückkehr von Lothar Matthäus zum FC Bayern (als Cheftrainer)? Die Rückkehr von Möllemann … Nein, das ist medizinisch nicht möglich. Aber wer weiß, was alles in Guido Westerwelles Albträumen so passiert …
Jetzt brauche ich aber wirklich einen Schluck. Vielleicht schon mal den Roten öffnen? Achherrje, der hat einen Kunstkorken – ist so hartnäckig wie Berlusconi. Dann halt ein Schwedenpils. Ein Prosit auf die schlauen Nordländer. Haben auf den Euro verzichtet.
Jetzt blökt mein Handy. Es ist Willi. Fragt, ob wir »Dinner for one« schauen. Wenn nicht, dann bliebe Elke zu Hause, hätte sie gesagt, denn ohne James und Miss Sophie wäre Silvester nicht Silvester. Oh my god! Ich sage, dass wir im Gästezimmer noch einen kleinen Fernseher stehen haben, verschweige aber, dass der Lautsprecher kaputt ist.
Dann höre ich meinen Sohn rufen: »Papa, wo ist eigentlich der Schokoladenbrunnen, den uns Tante Sabine mal geschenkt hat?«
»Den hat sich Sir Toby letztens ausgeliehen und noch nicht wieder zurückgebracht«, antworte ich ihm. »Immer das gleiche mit deinen Freunden», erwidert mein Sprössling, »wenn du ihnen etwas borgst, bringen sie es nie zurück.«
»Da hast du recht«, rufe ich, »aber macht nichts, wir können die Schokolade doch auch in der Mikrowelle schmelzen«. »Okay Papa. Aber gibt das nicht wieder so eine Sauerei wie letzes Jahr mit dem Käsefondue?« »Auch am Silvesterabend kann man dem Schicksal nicht entrinnen«, entgegne ich meinem klugen Kind und öffne noch ein Bier. »The same procedure as every year. Skål!«
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Silvester-Grüße von ver.di
Mittwoch, 29. Dezember 2010
Heiße Diskussion um Kidoh-Umfrage
Selten hat ein Picker-Artikel soviel Resonanz ausgelöst, wie die Veröffentlichung der Kidoh-Umfrage. Das ist erfreulich. Zumal das Echo in Summe positiv ist: das haben nicht nur die BetriebsrätInnen erfahren, die den Picker persönlich verteilt haben, sondern das belegen auch die vielen zustimmenden Rückmeldungen im BR-Büro.
Der Gesprächsbedarf ist offenbar riesig. Das zeigt auch die rege und kontroverse Diskussion in diesem Gewerkschafts-Blog. Innerhalb des Kidoh-Teams gibt es sehr unterschiedliche Wahrnehmungen bezüglich der Arbeitsbedingungen. Allein das ist schon ein wichtiger Beleg dafür, dass hier etwas grundsätzlich nicht stimmt!
Zur Kritik an Fragebogen und Auswertung
Ärgerlich sind die pauschalen Unterstellungen, der Fragebogen sei nicht richtig ausgewertet worden. Es wurden 30 Fragebögen verschickt, davon kamen 20 zurück und wurden nach zwei Wochen ausgewertet. Eine Antwortquote von 66% ist gut und bringt repräsentative Ergebnisse. Das kann jeder bestätigen, der sich ein bisschen mit Statistik beschäftigt hat. Die Antworten kamen genau zur Hälfte von Tarif-MitarbeiterInnen und AT-lern. Auch das beweist, dass es sich keinesfalls um einige wenige Unzufriedene handelt.
Einige KollegInnen monieren, die Fragen und Antworten seien tendenziös gestellt. Richtig ist aber, dass bei vielen Fragen schlicht Fakten abgefragt wurden, z.B. die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden. Die Stimmung in der Abteilung konnte jedeR anhand einer Skala von 1 bis 10 bewerten. Bei allen anderen Fragen gab es immer eine absolut positive und eine extrem negative Antwortmöglichkeit. Dazwischen waren Aussagen platziert, die in ihrer Bewertung zwischen den beiden Polen lagen. Wenn die Stimmung bei Kidoh tatsächlich so fantastisch wäre, wie uns einige KommentatorInnen hier weismachen wollen, hätte der Fragebogen durchaus die Möglichkeit geboten, das in der Umfrage zum Ausdruck zu bringen. Die Ergebnisse sehen aber nun mal anders aus. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Deshalb muss sich bei Kidoh dringend etwas ändern!
Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Um diese Veränderungen in Gang zu setzen, hat der Betriebsrat parallel zu der Umfrage auch andere Maßnahmen ergriffen. So wurde die Geschäftsleitung von Kidoh aufgefordert, ein aktuelles Abteilungs-Organigramm inklusive klarer Vertretungsregelungen beizubringen. Dazu wurden auch Stellenbeschreibungen der einzelnen MitarbeiterInnen eingefordert. Auf dieser Grundlage und unter Einbeziehung der Umfrageergebnisse werden Anfang des Jahres Gespräche zwischen dem Betriebsrat, der Personalleitung und der Geschäftsleitung von Kidoh stattfinden. Der BR hat einen umfangreichen Forderungskatalog vorbereitet, um die Situation bei Kidoh für alle MitarbeiterInnen nachhaltig zu verbessern.
Die Umfrage ist also nur der Auftakt für einen lange überfälligen Veränderungsprozess. Dass dieser '"Startschuss" etwas laut geraten ist, liegt in erster Linie an den Umfrageergebnissen selbst, die auch für den BR überraschend negativ waren. Neben den bereits veröffentlichten Fakten gibt es viele weitere Ergebnisse, die belegen, dass die Geschäftsleitung den gemeinsamen, kooperativen Rahmen verlassen hat. Wenn die Geschäftsführung zusieht, wie in einem Bereich Gesetze systematisch verletzt werden, zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz, muss der Betriebsrat einschreiten. Erst wenn ein Konsens über die Mindestbedingungen vernünftiger Arbeit hergestellt ist, können Betriebsrat und Geschäftsleitung gemeinsam und konstruktiv an einer nachhaltigen Verbesserung der Situation arbeiten. Darauf freuen wir uns!