Montag, 7. Mai 2018

Exodus in der Weltbild-IT


In der Weltbild-IT gab es in den letzten Wochen eine ungewöhliche Häufung von Eigenkündigungen, sogar in der Führungsebene.
Zu diesem Thema erreichte uns ein Schreiben eines IT-Mitarbeiters, in welchem er die Situation der Mitarbeiter schildert:

Es hagelt gerade Eigenkündigungen von Mitarbeitern in der Weltbild-IT.
Das ist die Quittung für die menschenverachtende Vorgehensweise der Droege-Geschäftsführer und Ihres Anführers Droege in Düsseldorf.

Nach der x-ten Kündigungswelle der Geschäftsführung ist wohl die letzte Motivation, hier noch weiterzumachen, verbraucht worden.

Wodurch soll denn ein Mitarbeiter motiviert werden, bei einer Firma mit Problemen zu bleiben, wenn er auch bei einer anderen Firma arbeiten könnte, der es gut geht ?
Das kann nur funktionieren, wenn die Firma eine Einheit bildet, eine Familie, die sich durch schwere Zeiten durchkämpft und Licht am Horizont sieht.
Aber weder das eine noch das andere ist der Fall.

Die Mitarbeiter werden seit vier Jahren verunsichert durch eine Kündigungswelle nach der anderen, das hält kein Mensch auf Dauer aus.
Sie werden von der Geschäftsführung vera....t, die Beschwerden nicht ernst nimmt, die seit Jahren keinen Finger gerührt hat, irgendetwas an den Zuständen zu verbessern, die die Mitarbeiter in High- und Low-Performer (die zu entlassen sind) einteilt.

Es werden mit fadenscheinigen Begründungen langjährige Mitarbeiter entlassen, die sich in dieser Firma aufgearbeitet haben.
Es wird zusätzlich zu einer fristgerechten Kündigung auch noch eine absurd begründete fristlose Kündigung ausgesprochen, um den Druck auf den betroffenen Mitarbeiter zu erhöhen.

Selbstverständlich hat es schon seit der Insolvenz keine Gehaltserhöhungen gegeben.
Das sind jetzt schon vier Jahre, da kommen schon ein paar Prozente zusammen, die man woanders inzwischen mehr verdienen könnte.

Ein Massnahmenkatalog zur psychischen Gefährdungsbeurteilung, der in etlichen Workshops von vielen Mitarbeitern zusammen engagiert erstellt und vorgeschlagen wurde, wird seit über einem Jahr (kaum zu fassen) einfach von der Geschäftsführung ignoriert.

Dass sich die beteiligten Mitarbeiter und der Rest der Firma daraus ableiten können, dass die Mitarbeiter eigentlich nur ein lästiges Übel sind, liegt für jeden einigermaßen sozial kompetenten Menschen auf der Hand.

Ein Motivationstreffen der IT mit der Geschäftsführung erreichte genau das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung, da der Geschäftsführer den IT-Mitarbeitern außer Platitüden nichts anbieten wollte.
Er hat kein Geld für Arbeitsmittel, für Weiterbildung, für Gehaltserhöhungen.

Absurd wird es, als er die Prioritätenliste der Projekte nicht an die IT-Mitarbeiter weitergeben will.
Sie sollen gleichzeitig an verschiedenen Projekten arbeiten, ohne zu wissen, welche wichtiger und welche unwichtiger sind...

Auch ein Firmenorganigramm wird nicht weitergegeben, so dass die IT-Mitarbeiter nicht wissen, wer gerade für was der Ansprechpartner ist...
Allenfalls würde er diese Dinge mal mitbringen und herzeigen - wer ein gutes Gedächtnis hat, ist klar im Vorteil !

Dazu kommt dann noch das Hüh und Hott der Geschäftspolitik.
Projekte werden begonnen, gestoppt, durch andere, wichtigere ersetzt, dann das ganze wieder umgekehrt usw.
Projekte werden am Tag der Produktivsetzung abgesagt.

Man geht vollkommen unvorbereitet und planlos mit der Logistik ins Ausland, ist softwaretechnisch darauf nicht vorbereitet und zahlt heute mehr als mit der eigenen Logistik vorher und hat sich aber viele Probleme damit eingehandelt.

Mal ist Online wichtig, dann erkennt man den Katalog als wichtig, dann kommt wieder eine Kehrtwende zu Online.
Man wiederholt Fehler aus der Vergangenheit, Dinge von denen die Mitarbeiter abraten, macht es trotzdem und fällt damit natürlich auf die Nase.

Man entlässt langjährige Experten und holt sich von extern teure neue Mitarbeiter, die einen großen Schaden durch Experimente verursachen und trennt sich dann für viel Geld wieder von diesen.

Die Liste wäre noch beliebig verlängerbar, aber das sind wohl genug Gründe, warum Mitarbeiter die Firma verlassen, die es nicht nötig haben, sich hier weiter veralbern zu lassen.

Da die IT aber sowieso schon unverantwortlich unterbesetzt ist, ist der Herr Unternehmensberater, der Herr Investor, der nichts investiert, diese cholerische Sparversion von Donald Trump, der Mitarbeiter bei Besprechungen anschreit und zusammenscheißt, der "hire and fire" eine ganz neue Bedeutung gibt, der Mitarbeiter entlassen lässt, deren Nase ihm nicht passt oder die ihm widersprechen, der "unser" Weltbild nur durch Lügen und falsche Versprechungen überhaupt in die Finger bekam, dabei, uns endgültig kaputt zu sparen.


Kommentare:

  1. Unglaublich was da abgeht! Es stellt sich wirklich die Frage wie das Geschäft laufen soll wenn bald niemand mehr da ist der den Laden am laufen halten kann!
    Und das schlimmste was einer Firma passieren kann ist wenn know how verloren geht. Mitarbeiter sind Kapital, nicht Unkosten.

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  2. Sie kapieren es nicht, egal ob in der IT, Einkauf, Marketing, Kundenservice usw. Überall das Gleiche :-(

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  3. Ich bin auch in der IT, aber mir ist nicht bekannt, dass hier jemand gekündigt worden wäre. Alle die ich kenne sind aus eigenen Stücken gegangen. Ich glaube, der Verfasser der Nachricht hat sich hier einen Bärendienst erwiesen und wirft ein insgesamt schlechtes Bild auf die IT. Es gibt hier immer noch sehr viele motivierte Mitarbeiter. Wünsche hat jeder, das ist klar und wir haben diese auch klar ausgedrückt. Auch in dem "Motivationstreffen in der IT" muss man den Chefs zu Gute halten, dass versucht wurde, auf die Wünschen und Anliegen einzugehen.

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    1. Diesen Kommentar kann nur ein Manager geschrieben haben. Ich bin auch aus der IT und wenn Sie "auf die Wünschen und Anliegen einzugehen" die in der Realität gelieferten Worthülsen meinen, OK - wenn nicht haben Sie sehr große Wahrnehmungsprobleme. Auch "Es gibt hier immer noch sehr viele motivierte Mitarbeiter." Ich sehe hier, weder viele, noch hoch motivierte Mitarbeiter. Wenn die Kündigungsfrequenz so bleibt (wovon aufgrund fehlender Gegenmaßnahmen auszugehen ist) hat sich das Problem bald eh von selbst gelöst.

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    2. Auf Wünsche eingehen? Es wurde viel geredet, aber nichts konkret beschlossen und umgesetzt. Es gibt auch nur geringfügig erkennbare Gegenmaßnahmen. Die Hauptprobleme bleiben bestehen.

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  4. Da bist Du wohl schlecht informiert, bei der letzten Kündigungswelle wurde sehr wohl mindestens einem IT-Mitarbeiter gekündigt, einem wurde jetzt in der Probezeit gekündigt, mindestens eine Mitarbeiterin hat unter ungeklärten Umständen "freiwillig" die Firma verlassen, es wurde mit einem Mitarbeiter ein Aufhebungsvertrag gemacht und schließlich sollte in der IT wieder ein Mitarbeiter gekündigt werden, das hat sich aber jetzt wohl durch die vielen Eigenkündigungen erledigt.
    Es war auch gar nicht von Kündigungen in der IT die Rede, sondern von Eigenkündigungen.
    Und die Frage ist, warum die sich gerade so häufen und ob wohl jemand aufwacht und weitere verhindert, bevor es zu spät ist.

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  5. Ist doch verständlich, wenn viele unter den aktuellen Umständen Weltbild den Rücken kehren und nicht mehr an die Zukunft von Weltbild glauben.
    Man hört auch aus verschiedenen Quellen, dass wir bisher weit dem gesteckten Plan bleiben. Das macht nicht gerade Mut.

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    1. Egal wie dem auch sei. Es zeigt auf jeden Fall, dass einiges im Unternehmen nicht stimmt. Evtl. liegt das Problem auch an der IT-Führung!?

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