Mittwoch, 12. August 2015

Vernichtung statt Sanierung: Droege lässt die Maske fallen


Nach monatelangem Ringen um einen Sanierungsplan für WELTBILD/ALSO setzt Walter Droege auf eine Vernichtungsstrategie und gefährdet damit den Fortbestand der gesamten Gruppe. Die vorsätzlich herbeigeführte Insolvenz der ALSO-Logistik in Augsburg ist der letzte Trumpf des Milliardärs aus Düsseldorf. Sein Ziel: die MitarbeiterInnen der Logistik sollen ohne einen angemessenen Sozialplan billig entsorgt werden, die Betriebsratsstrukturen zerschlagen und regulär Beschäftigte im großen Stil durch LeiharbeiterInnen ersetzt werden.

Zuvor hatten Droeges Anwälte die Einrichtung einer gerichtlichen Einigungsstelle gegen den Betriebsrat durchgesetzt. Der Vorsitzende dieser Einigungsstelle, der Arbeitsrichter Holger Dahl, forderte Walter Droege im Juli auf, persönlich an den Verhandlungen um die Zukunft des Augsburger Unternehmens teilzunehmen. Daraufhin veranlasste Droege die Insolvenz des Logistik-Bereichs. Offenbar hatte Droege erkannt, dass er Massenentlassungen zum Nulltarif auch über eine Einigungsstelle nicht erzwingen kann, und sich daraufhin für eine perfide Strategie entschieden: Er nutzt nun das Insolvenzrecht als Waffe gegen die Beschäftigten und ihre Interessenvertretung. So sollen die Beteiligungsrechte des Betriebsrats und die vertraglichen Ansprüche der MitarbeiterInnen aus der Überleitungsvereinbarung von 2014 vom Tisch gefegt werden.

Beim Einstieg hatte Droege 2014 folgende Punkte vertraglich mit Betriebsrat und Gewerkschaft vereinbart: • Kündigungen nur als letztes Mittel nach Ausschöpfung aller Alternativen (Kurzarbeit, zeitweiser Verleih von Arbeitskräften an andere Unternehmen, freiwilliges Ausscheiden mit Abfindung) • kein Einsatz von LeiharbeitnehmerInnen, solange in der Logistik noch Unterbeschäftigung besteht • Sozialplanleistungen und eine Transfergesellschaft wie 2014, falls doch Kündigungen notwendig sein sollten • Verhandlungen zum Abschluss eines Haustarifvertrags.

Stattdessen hat Reiner Wenz, Eigenverwalter der insolventen ALSO-Logistik in Augsburg, dem BR gestern ein E-Mail ausgehändigt. Dieses Mail richtete sich nicht an den Betriebsrat, sondern es handelte sich um das Schreiben eines Anwalts an einen anderen Anwalt. Beide stehen mittelbar in den Diensten von Walter Droege, der mit diversen und ständig wechselnden Rechtsvertretern seit Monaten jeden Verhandlungs-Fortschritt verhindert. Aktuell sind auf Arbeitgeberseite vier unterschiedliche Kanzleien beauftragt. Worin deren Auftrag genau besteht, ließ sich bisher nicht abschließend klären.

In dem Mail werden mehrere Forderungen formuliert, die ALSO Deutschland angeblich gegenüber dem Augsburger Betriebsrat aufstellt:
Zitat:
a) Personalabbau von 300 Vollzeitstellen zum 1.9.2015 (Abfindung maximal mit Faktor 2,5; insgesamt maximal 2,3 m€).
b) Kündigung aller Betriebsvereinbarungen zum 1.9.2015 (Wochenarbeitszeit, Urlaubstage, Sonderurlaub, Weihnachtsgeld, etc.).
c) Anwendung logistischer Tarifvertrag.
d) Keine Sozialauswahl.
e) Aufnahme von Leiharbeit.
Wenn diese Forderungen nicht erfüllt werden, droht laut Wenz die Schließung der Logistik noch vor dem 1. Oktober.

Ein verhandlungsfähiges Konzept liegt dagegen weiterhin nicht vor. Stattdessen verweisen die beteiligten Anwälte darauf, dass sie sich erst einarbeiten müssten. So wird der enge Zeitraum bis zur Insolvenzeröffnung am 1. Oktober bewusst vertan. Der aktuelle Geschäftsführer der Logistik, Interims-Manager Reiner Wenz, kann keinerlei Expertise im Bereich Logistik vorweisen und hat bis heute keinen einzigen eigenen Vorschlag zur Lösung der Misere beigetragen. Aus Sicht des Betriebsrats gehört auch das zur perfiden Strategie des Walter Droege: Chaos in die Verhandlungen bringen, Zeit schinden und dann die Insolvenzordnung nutzen, um Fakten zu schaffen und die Mitarbeiter billig zu entsorgen.

Wie geht es weiter? Am 24.8. ist die nächste Sitzung der Einigungsstelle und möglicherweise die letzte Chance auf eine vernünftige Einigung. Der Betriebsrat verlangt die Einhaltung der geltenden Verträge einschließlich der Haftungsvereinbarung mit der nicht insolventen ALSO Mobility GmbH für Sozialplanansprüche der Logistik-MitarbeiterInnen. Wir brauchen zeitnah einen runden Tisch mit den Anteilseignern, der Politik und dem BR und ver.di als Beteiligten. Dass die Logistik geräuschlos entsorgt wird, werden wir nicht zulassen.

Kommentare:

  1. "Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte" (Max Liebermann)
    Diese Worte beschreiben noch am ehesten, was man bei soviel Geld -und Machtgier empfindet. Droege Shane on you...

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    1. "Shame on you"?
      Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert....

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  2. Danke BR das du uns die in die Insolvenz gefürt hast. Danke für die Nichterfüllung deiner Aufgaben, ihr seit die Letzten.... du Bosmann undFitz und Seiler und Bernhart Winniich wünsche euch die Pest an den Halz,

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    1. Sorry, aber das ist der dümmste Kommentar hier auf dem Blog aller Zeiten. Btw: Flüche kommen auf einen selbsr zurück. Ach ja: Hals schreibt man mit S

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    2. @Anonym12. August 2015 um 20:50: Geben sie es zu, der Post ist von Ihnen Herr Droege. Netter Versuch mit der schlechten Rechtschreibung.

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    3. kindische unqualifizierte hetze anonym 20:50. Schenk die ein Spezi bringt Buchstaben zurück

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  3. So wie sich der Herr Droege verhält sieht mir das nach einem groben Rechtsbruch aus. Er verstößt gegen das Betriebsverfassungsgesetz welches Arbeitgeber und Betriebsrat verpflichtet vertrauensvoll und mit dem Willen zu einer Einigung zu verhandeln. Das tut die Arbeitgeberseite offenbar überhaupt nicht. Wenn Herr Droege der Aufforderung des Richters zur Einigungsstelle zu erscheinen nicht nachkommt dann fehlt ihm offenbar der Wille zur Einigung mit dem Betriebsrat. Man sollte ihn deswegen verklagen.Das ist verantwortugnslos und fahrlässig. Es geht um viele Einzelchicksale. Hunderte sollen entlassen werden.Diesem Herr muss klar gemacht werden das er sich so nicht verhalten kann. Das er so nicht handeln kann.Für mich ist der Droege eine widerliche kapitalistische Heuschrecke die mit windigen Anwälten daherkommt und Gewinnmaximierung betreiben will die mit Niedriglohn, Leiharbeit, Entlassungen und Abbau von Arbeitnehmerrechten erreicht werden soll. Ein deutscher Kapitalist mit finstersten Methoden. Droege hau ab. Typen wie dich wollen wir in Augsburg nicht. Dieser Herr sollte zwangsenteignet werden. Zu viel Geld in der Hand einer Person ist ungesund für die Gesellschaft.

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  4. Der nette Kollege vom 12. August 2015 um 20:50 Uhr hat überhaupt keine Ahnung von dem was da abgeht, er hat nichts verstanden und schreibt nur Müll. Ist er noch bei ALSO, bekommt er noch Geld von ALSO, hat der schon mal überlegt wo er ohne Betriebsrat wäre? Wenn alle so denken würden, ständen wir schon lange auf der Strasse. Ich bin froh das es den Betriebsrat gibt und drück ihm weiter die Daumen, weil ich meinen Arbeitsplatz im Lager brauche und auch das Geld. Auch wenn es vom Dröge kommt. Ich kann dem ich kann dem Kommentar von 01:07 Uhr nur zustimmen.

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  5. was heist das im Klartext, das am 01.09.2015 für die 300 Leute schon Schluß ist?
    Was bekommen dann diese Personen? (Lohnfortzahlung, Abfindung, usw.....)
    Oder gibt es trotzdem noch Kündigungsschutz je nach zugehörigkeit?
    Oder ist das die Hammermethode, Türe zu und Schluß?

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    1. Bei "Türe zu uns Schluss" wären es ja noch deutlich mehr als 300 Stellen. Lohnfortzahlung ist zumindest für den September gesichert, weil wir ja sowieso Insolvenzgeld kriegen (sollte auch "Anonym 06:55" verstehen, er bekommt auch kein Geld mehr von Also). Offiziell Ende dürfte für den großen Teil der Belegschaft dann der 30.09. sein. Abfindung? Sozialplan? Tja, man wird sehen, welche perfiden Ideen unser Ex-Arbeitgeber noch hat.

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    2. Arschtritt und Schluss ist aktuell die gängige Praxis bei LesensArt! NB: Das sind die "ehemaligen" WB-Plus-Filialen, die früher ´mal für ordentlich Feuer im Augsburg-Kessel sorgten...Schon vergessen?

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  6. Danke für die gute Zusammenfassung, das bringt es auf den Punkt.
    Aber der Kollege mit dem Kommentar vom 12.08. um 20:50 sollte vielleicht darüber nachdenken ob es nicht sinnvoll ist sich eine Auszeit zu gönnen. Wenn man nach all dem was die letzen Monate passiert ist immer noch nicht schnallt, dass es allein dem BR zu verdanken ist dass so viele von uns noch hier sitzen und ihr Geld bekommen, sollte man vielleicht die Reißleine ziehen - denn da muss ich von Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen ausgehen.
    Der BR hat uns also in die Insolvenz geführt? Wirklich? Und wie das? Weil sie sich seit Monaten für unser Wohl einsetzen und sich den unfairen Mitteln entgegenstellen die ein Herr Dröge und Co. sich so einfallen lassen? Weil er sich - mal Klartext gesprochen - für deinen Arsch einsetzt?
    Wo wären wir denn ohne BR? Mal darüber nachgedacht? Wohl kaum. Aber wenn man dann bei 24 Urlaubstagen, keine Sonderleistungen (Weihnachts- und Urlaubsgeld usw.) und bei einer 40 -42 Stundenwoche dransitzt, evlt. noch ne 20-30% Gehaltskürzung bekommt, dann gehts wieder los, gell?! Scheiß BR, haben sich nicht für uns eingesetzt bla bla. Man muss nicht zu 100% allem zustimmen was Verdi und der BR tun, aber man sitzt nicht in den Verhandlung und weiß nur ansatzweise was da abgeht.
    Also ein bisschen mehr Respekt für die Menschen die dafür sorgen wollen, dass du und wir unsere jetzigen Leistungen behalten können bzw. die die nicht vor einer Kündigung bewahrt bleiben können, so weich wie möglich fallen!

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    1. Ich bin von Zerrath (LesensArt Insolvenzverwalter) am 15. 7. fristlos gekündigt worden. Bekomme, ohne, dass ich auf dessen zynischen Begründungen reagieren könnte, keinen Cent an Insolvenzzahlungen. Stehe vor dem Nichts. Unser BR tut das Ganze ab als "neckischen Betriebsunfall", na, der kann mich ´mal Am Sonnabend besuchen...Seit 2009 bin ich zahlendes ver.di-Mitglied!

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    2. Bei LesensArt werden die Urlaube rechtswidrig mit der Zeit der Freistellungszeit verrechnet...GBR VOBISCUM??!!

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    3. Ist ja alles recht und schön, aber man sollte noch weiter denken : Geiwitz hat Anteile und verhält sch still. Die Firma Trenkwalder gehört Dröge mehrheitlich
      und hat an die 70000 Mitarbeiter weltweit auch viele bei Amazon. Was liegt da näher als zu versuchen die meisten Festangestellten bei Also Logistik loszuwerden und eventuelle Spitzen durch Trenkwalder aufzufangen. Da ist sichereres Geld verdient und keine Ausfälle durch Krankmeldungen. Darum hat Verdi recht: Der Standort Augsburg der Also Logistik soll vernichtet werden um den Rest durch Leiharbeit zu bewerkstelligen und wenn möglich mit Amazon zu verschmelzen. Der Herr Wenz versucht deswegen, ganze Arbeit zu leisten. Ob die Insolvenz Absicht ist oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen aber das Ganze stinkt zum Himmel.









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    4. Den Zusammenhang mit Amazon verstehe ich jetzt nicht ganz, aber egal. In einem Punkt muss ich aber widersprechen: Bei ALSO hat Geiwitz offenbar KEINE Anteile. Ehrlich gesagt hat das viele überrascht, als es bei der letzten BV aufkam. Geiwitz hat nur bei Weltbild (Retail) Anteile. Wann und warum dessen Anteile an der Logistik "verloren" gingen würde mich auch interessieren, wurde wohl "vergessen" zu kommunizieren. Aber man kommt ja immer mehr zu dem Schluss, dass ALLES seit dem Einstieg von Dröge einem äußerst perfiden Masterplan folgt, bei dem es in erster Linie um das möglichst billige Entsorgen der Altlasten (und hier vor allem des Personals) geht. Siehe Lesensart (selten so gelacht!) und jetzt die Insolvenz der Logistik. Insgesamt eine Schande für jedes (angeblich) zivilisierte Land.

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    5. da ging nichts verloren, das war von Anfang an so. Die Logistik wurde an die ALSO verkauft, und mit der hat Herr Geiwitz nichts zu tun. Und die ALSO ist auch kein Teil von Weltbild.

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  7. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  8. Ich finde, dass es Zeit wird, dass ein Admin den Post oben korrigiert, auch wenn der Zensurperson die Beschimpfung im Klartext anscheinend gefällt.
    Ein A.......H reicht um zu wissen was gemeint ist.
    Und, NEIN ich bin nicht mit Dreoge verwand.

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    1. Da haben Sie Recht. Der Kommentar ist offenbar versehentlich "durchgerutscht". Persönliche Beleidigungen sind hier nicht erwünscht und werden umgehend entfernt. Hiermit geschehen, danke für den Hinweis.

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  9. Und das gleiche Prozedere zieht Droege dann auch noch mit Weltbild durch. Ich bin mir nicht sicher, wer bei den Vertragsverhandlungen vor 1 Jahr geschlafen hat... aber so wie es aussieht, hat Droege die deutlich besseren Karten... Schade.. leider zeigt auch dieses Beispiel wie machtlos Verdi bei wirklichen Problemfaellen ist.

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  10. Die Drohung das Insolvenzgeld nicht rechtzeitig auszubezahlen? Was ist dran?

    @ Tim was werdet ihr unternehmen?

    Vill schreibt ihr was dazu...informiert die Öffentlichkeit....stopft dem A.... das Maul

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  11. Ich brauche meinen Lohn also was ist an der Drohung vom Wenz dran?

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