Dienstag, 6. Juli 2010

Fairness und Respekt - und das SAP-Projekt


Das sind zwei Begriffe, die vor allem im Sport eine sehr gewichtige Rolle spielen. Gerade aktuell zur Fussball-WM. Ohne Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner läuft ein Spiel schnell aus dem Ruder, wird gefoult und beleidigt. Das Ergebnis sind dann viele gelbe, manchmal aber auch die rote Karte. Die Spieler repräsentieren auch ein Land, und sind nicht nur zum Selbstzweck oder zum eigenen Vergnügen auf dem Platz.

Manchmal habe ich das Gefühl, das auch bei uns im Hause Weltbild diese beiden Begriffe völlig in den Hintergrund getreten sind. Bei den Betroffenen Mitarbeitern bricht des öfteren mal der Frust durch, man sucht nach jeder sich bietenden Möglichkeit, der Geschäftsführung den Spiegel vorzuhalten, wie unfair und respektlos doch mit der Belegschaft umgegangen wird:

Wenn Mitarbeiter dann in den entsprechenden großen Stellen- und Immobilienportalen die neu ausgeschriebenen Angebote finden, und sogar Ihre eigenen Büros schon zur Vermietung angeboten werden, ist der Frust natürlich groß. Man traut der GL nicht mehr, man fühlt sich als Spielball und fragt sich, was wohl als nächstes kommt. Man publiziert das untereinander an schwarzen Brettern, es findet sich der eine oder andere Kommentar wieder, der dann deutlich übertrieben der eigentlichen Sache nicht mehr gerecht wird.

Leider hat es die GL versäumt, von Anfang an mit wirklich offenen Karten zu spielen und eine ehrliche Informationspolitik zu betreiben. Infos verspätet tröpfchenweise herauszugeben und FIT-Internas (WIKI) sind da nicht genug! Diesen Schuh muss sie sich anziehen! Keiner von uns lebt in einer rosa Wolke! Jeder ist realistisch genug zu wissen, dass die GL ein legitimes Recht hat, das Unternehmen so zu verändern, wie es die wirtschaftlichen Umstände erfordern! Dazu gehört auch ein Wechsel der IT-Landschaft, oder das Abstoßen unwirtschaftlicher Immobilien, wenn entsprechender passender (!) Ersatz vorhanden ist.

Diese Informationen gehören aber aus Respekt und Fairness vorab der betroffenen Belegschaft mitgeteilt. Ein naives „pssst, nichts weitersagen!“, aber es trotzdem der ganzen Welt (!) per Internet publik zu machen, ist lächerlich. Eine faire und offene Informationspolitik heißt: „Ich respektiere Dich, ich will Dir nichts verheimlichen, ich gebe Dir rechtzeitig die Möglichkeit, Dich darauf einzustellen.“ So wäre viel Ärger von vornherein vermieden worden, die Stimmung deutlich besser.

Nachdem ja immer noch viele Fragen offen sind, was die Zukunft der Belegschaft und damit das Schicksal jedes einzelnen und die von Weltbild allgemein (Gespenst „Verkauf“ lebt immer noch!) anbelangt, wäre ein erster Schritt in diese Richtung jetzt dringend nötig, damit der faire Umgang miteinander nicht völlig untergeht. Und deshalb zu Guter Letzt zur Erinnerung nochmal Zitate aus dem eigenen Unternehmensbild von Weltbild:
Punkt 8,2: „Wir sind transparent gegenüber dem Kunden, der Öffentlichkeit und untereinander. Punkt 10: „Alles, was wir sind, sind wir durch unsere Mitarbeiter. Alles, was wir ändern, verbessern oder erneuern wollen, setzt informierte und motivierte Mitarbeiter voraus.“
Es ist nur eine Frage der persönlichen Ethik und Moral, das zu befolgen oder nicht.
Oder: Wollen wir weiter gegeneinander Stimmung machen, oder können wir es schaffen, eine tiefgreifende Umwälzung im Unternehmen im GEGENSEITIGEN Respekt so gut wie möglich durchzuführen ?

Ein Altgedienter

Kommentare:

  1. immer wieder sind hier (zurecht) kritische berichte über den umgang und die informationspolitik der GL mit den mitarbeitern zu lesen. alles schön und gut - aber statt mal ein zeichen zu setzen und die GL aufzuschrecken, hält man einfach still. Beispiel Sommerfest: Alle gehen hin, also denkt die GL, dass die Mitarbeitetr zufrieden sind! Warum nicht mal eine firmeninterne Veranstaltung geschlossen boykottieren anstatt trotz dem Ärger über die GL überall hinzugehen, nur weil es gratis Essen und Trinken gibt?

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  2. Eine nette Idee, ich fürchte bloß, daß es der GL völlig egal ist, ob die Mitarbeiter zufrieden sind oder nicht, sonst würde sie die Mitarbeiter nicht so schlecht behandeln.

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  3. wenns der GL egal wär, dann würden keine sommer- und jahresausklangsfeiern stattfinden...

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  4. Ok, das Argument kann ich nicht entkräften !

    Betrachten wir es einfach als das Zuckerl, das die Käfig-Legehenne ab und zu bekommt, damit sie fleissig Eier legt, bis sie zum Suppenhuhn verarbeitet werden kann.
    Ich habe in den Jahren meiner Tätigkeit für Weltbild viele Gegenbeispiele erlebt, die nur den Schluß zulassen, daß die Mitarbeiter der GL ...egal sind.
    Laßt uns doch alle in die Gewerkschaft eintreten und richtig streiken, statt nur Symbole zu setzen !

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  5. Gewerkschafter8. Juli 2010 um 23:36

    "Laßt uns doch alle in die Gewerkschaft eintreten…" – endlich sagt das mal wer! Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass es in der Regel nicht die Gewerkschaftsmitglieder sind, die von Entlassungen u.ä. betroffen sind?! Da trauen sich die Arbeitgeber nämlich nicht ran. So hilft die Mitgliedschaft bei Ver.di nicht nur, gemeinsame Interessen wie Tarifverträge durchzusetzen, sondern hilft einem auch ganz konkret persönlich. Also auf: Alle eintreten – gemeinsam sind wir stark!
    Mehr über ver.di erfahren und eintreten

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