Samstag, 26. November 2011

Unser Wort zum Sonntag: Wo steht die katholische Kirche in der modernen Gesellschaft?



Das dürfte Papst Benedikt XVI. freuen: Die Diskussion um Weltbild entwickelt sich in der deutschen Presselandschaft und in deutschsprachigen Internetforen immer mehr zu einer Diskussion über die Rolle der Kirche in der modernen Gesellschaft. Klare Aussage der überwiegenden Zahl der Meinungsäußerungen: Erst die Entweltlichung der Kirche, dann die Entkirchlichung der Welt. Meint: Die Kirche soll sich von allen ihren weltlichen Firmen und Beteiligungen trennen (Brauereien, Buchhandlungen, Immobilienbesitz, Banken etc.). Das ist genau das, was auch Papst Benedikt XVI. von "seiner" Heimatkirche fordert. Und: Der Staat soll sich entkirchlichen. Sprich: Er soll aufhören, eine immer kleiner werdende Bevölkerungsgruppe zu subventionieren und ihre Institutionen durch die Einziehung der Kirchensteuer gegenüber anderen religiösen Organisationen zu bevorteilen. Auch das scheint im Sinne von Papst Benedikt XVI. zu sein. Aber wie die Jünger Jesu am Ölberg geschlafen haben, als Christus daran ging seine Mission zu erfüllen, so scheinen die deutschen Bischöfe immer noch nicht den Weckruf gehört zu haben, der ihnen von dem Vertreter Gottes auf Erden zugerufen wird. Oder wollen Sie in gar nicht hören?

Es ist fleißigen und akribischen konservativ eingestellten Katholiken zu verdanken, den gesellschaftlichen Stein über Internetseiten wie kathnet oder kreuznet ins Rollen gebracht zu haben, der zu einer Neujustierung der katholischen Kirche in Deutschland führen wird: Zum Teil verlangen innerkirchliche Kreise, zum Teil außerkirchliche Kreise die Trennung von bisher in Deutschland Liebgewonnenem. Selbst hohen Kirchenführern wie dem Kölner Oberhirten Meisner dämmert, dass der jetzige Prozess zum Abschied vom - im Bild gesprochen - Mercedes führen muss. Am Ende wird die Kirche bescheidener werden müssen und im Panda - wieder im Bild gesprochen - fahren müssen. Aber das ist ganz jesuanisch: Der Sohn Gottes selbst hat keine Privilegien erbeten oder erhalten und selbst von seinen Jüngern gefordert: "Gebt Gott, was Gottes, und dem Kaiser, was des Kaisers ist."

Der Verkauf von Weltbild kann auf dem Weg zur Neujustierung der gesellschaftlichen Position der Kirche nur ein erster Schritt sein: Wir von der Gewerkschaft werden darauf achten, dass diese Neujustierung für die Beschäftigten von Weltbild so schmerzfrei wie möglich abläuft. Dabei werden wir die katholische Kirche immer an ihrem Grundgesetz, dem Neuen Testament, messen und jede Abweichung davon aufdecken. Das wird eine starke Gewerkschaft brauchen. Denn so wie wir die Stellungnahme der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands zur aktuellen Debatte über die Verlagsgruppe Weltbild GmbH verstanden haben, geht es den katholischen Bischöfen um einen Verkauf ohne Verzug. Das impliziert auch: ohne großes Federlesen. Dem werden wir uns mit allen in einem demokratisch verfassten Staat zur Verfügung stehenden Mitteln entgegen stemmen.


Auch in kirchlichen Medien setzt jetzt ein Nachdenken ein, ob der Notverkauf der Verlagsgruppe Weltbild eine weise Entscheidung der Bischöfe war:


Kommentar im unabhängigen katholischen Nachrichtenportal

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Kommentare:

  1. Euer Wort zum Sonntag bringt es auf den Punkt!

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  2. Schade eigentlich. Da versäumen es intelligente Menschen (ja, die Bischöfe sind gemeint!) jetzt die Gelegnheit beim Schopf zu fassen und richtig Einfluss zu nehmen auf das Weltbild Programm im Internet und den Filialen. Ein wenig mehr Demut hier, ein wenig mehr Durchsetzungsvermögen da (mehr Kirchliche, moralische, menschlichere Bücher in den Filialen) und schon kann ich im Lande richtig punkten. Schade, vertan die Chance!

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