Sonntag, 18. Dezember 2011

Betriebsratswahlen bei Weltbildplus gehen weiter

Der Gesamtbetriebsrat von Weltbildplus/Jokers hat vergangene Woche wieder Wahlvorstände für mehrere Filialen benannt. Falls noch weitere Filialen einen Betriebsrat haben möchten, weil sie erkannt haben, daß sie bei dem Verkauf von Weltbild und der dann möglicherweise stattfindenen Zerschlagung, Umstrukturierung etc. ziemlich schutzlos dastehen werden:

Dann bitte unbedingt bis zum 19.12.11 beim GBR melden, damit wir für euch noch die Teilnahme an der im Januar in Kassel stattfindenen Wahlvorstandsschulung organisieren können.

Später eingehende Anfragen sind selbstverständlich auch möglich, nur wird das dann mit der Schulung im Januar aus organisatorischen Gründen nicht mehr klappen. Im nächsten Jahr können bei Bedarf aber wieder neue Wahlvorstandsschulungen stattfinden.

Der GBR weist nochmals eindringlich darauf hin:

EINE BR WAHL OHNE WAHLVORSTAND IST NICHTIG!!!

Diese Wahl hätte keinen Bestand, wäre vor jedem Arbeitsgericht anfechtbar. Erspart euch unnötige Konflikte, Unsicherheiten und Zeitverzögerungen und sorgt für einen ordnungsgemäßen Ablauf der BR Wahl.

Der GBR von Weltbildplus ist dabei behilflich.

Samstag, 17. Dezember 2011

Thalia solidarisch mit Weltbild

Vergangene Woche hat den Betriebsrat eine Solidaritätserklärung der KollegInnen von Thalia erreicht:

Liebe Betriebsratsmitglieder,
lieber Kollege Peter Fitz,

für Euren Einsatz um einen Zukunftstarifvertrag und gegen die Zerschlagung der Verlagsgruppe Weltbild senden wir Euch solidarische Grüße.

Wir hoffen, dass mit der heutigen Betriebsversammlung ein klares Signal gegenüber den Bischöfen gesetzt werden kann, was die Belegschaft sich gefallen lässt und was nicht.
Einen großen Schritt in Richtung Transparenz und interner Kommunikation habt Ihr, bzw. die ver.di-Betriebsgruppe ja auch mit dem Blog getan, den wir ebenfalls aufmerksam verfolgen.
Hoffentlich gelingt es, dass sich auch im Filialnetz von Weltbild plus jetzt verstärkt Betriebsräte gründen.

Falls wir – über die ideelle Unterstützung hinaus – irgendetwas für Euch tun können, lasst es uns bitte wissen.

Herzliche Grüße
i.A. des Betriebsrats von Thalia Berlin
Thomas Sielemann

Wir hier in der Blog-Redaktion finden das richtig klasse: Mögen "die da oben" sich ruhig ihren Kampf um Marktanteile liefern. "Wir hier unten" halten zusammen. Danke und Grüße von Weltbild-ver.di an die KollegInnen von Thalia.

Freitag, 16. Dezember 2011

Süddeutsche: "Für die Kirche bleibt genug"

Ein Kommentar in der Süddeutschen bringt auf den Punkt, was viele MitarbeiterInnen bei Weltbild denken: Das ignorante Verhalten der Bischöfe sei ein "Armutszeugnis". Weiter heißt es:

"Die Bischöfe sollten also ihrem gottgegebenen Auftrag nachkommen: Wer im Weltbild-Sortiment Moral predigt, sollte diese auch beim eigenen Wirtschaften berücksichtigen und ethische Regeln nicht vergessen. Ein von den Beschäftigten gewünschter Zukunftstarifvertrag würde zwar unter Umständen den Wert der Gruppe schmälern. Doch gerade bei einem kirchlichen Unternehmen sollte der Mensch Vorrang vor Profit haben."

So sieht es aus, liebe Bischöfe! Am besten gleich noch einmal lesen und sich vor allen Dingen den letzten Satz dieses Kommentars gut merken:

"Immerhin haben erst die Mitarbeiter Weltbild zu einem florierenden Unternehmen gemacht. Da dürfte noch genug für die Kirche übrig bleiben."

Wir sind gespannt, was Herr Halff am Dienstag bei der ersten Tarifrunde anbietet!

Presse-Schnipsel

Ankündigung der Betriebsversammlung und Forderungen der Gewerkschaft ver.di in der Augsburger Allgemeinen

Bericht über unsere Betriebsversammlung im Buchreport

Auch der Augsburger Allgemeinen ist unsere Betriebsversammlung einen Artikel wert

Das Augsburger Allgemeine Forum, wo sehr fleißig diskutiert wird

Post an die Bischöfe - Süddeutsche Zeitung

Buchreport berichtet über eine schlechte Idee der Geschäftsleitung: Betriebsvereinbarung statt Zukunftstarifvertrag

Weltbild Verkauf sorgt für Unruhe - Merkur Online

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Offener Brief einer Kollegin aus dem Bereich Lager/Versand

Ich wende mich heute als Mitglied von ver.di an die Kolleginnen und Kollegen, die leider noch nicht Mitglied bei ver.di sind. Bei Weltbild bin ich schon seit fast 20 Jahren beschäftigt und von Anfang an bin ich Gewerkschaftsmitglied. Die Arbeit in Lager/Versand ist körperlich anstrengend und die flexible Arbeitszeit familienunfreundlich. Trotzdem habe ich immer gerne bei Weltbild gearbeitet und möchte das auch weiterhin.

Bei jedem Streik habe ich mich mit auf die Straße gestellt, obwohl ich manchmal Angst hatte. Oft habe ich mich darüber geärgert, dass die Kolleginnen und Kollegen, die nie mitmachen, auch die tarifliche Erhöhung bekommen haben. Viele verdienen besser als wir in Lager/Versand und belächeln uns, wenn wir streiken. Verzichtet auf die tariflichen Vorteile hat aber bisher noch keiner! Ich verdiene nicht viel Geld und habe immer meinen ver.di-Beitrag gezahlt.

Nach der Betriebsversammlung am Montag bin ich frustriert. Ständig wird erzählt, dass wir mehr Mitglieder in der Gewerkschaft brauchen, um den Zukunftstarifvertrag duchzusetzen. Ich bin in der Gewerkschaft! Bringt mich das jetzt weiter, wenn nicht genügend Menschen mitmachen? Was wird dann aus dem Zukunftstarifvertrag?

Mein Brief wendet sich an die Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren die tariflichen Vorteile "mitgenommen" haben ohne etwas zu tun. Bitte lasst uns jetzt nicht im Stich! Wir müssen wenigstens dieses eine Mal alle etwas beitragen.

Bitte stellt diesen Brief ins Blog, in der Hoffnung das es was bringt. Ich habe Angst meine Arbeit zu verlieren, weil wir nicht genügend getan haben für uns.

Eine Kollegin aus Lager/Versand

Dienstag, 13. Dezember 2011

Betriebsvereinbarung wäre juristisch wertlos

Die Geschäftsführung hat dem Betriebsrat einen Vorschlag gemacht: Anstelle eines Zukunftstarifvertrages soll eine Betriebsvereinbarung geschlossen werden. Das ist aber juristisch nicht möglich.

Das Betriebsverfassungsgesetz sagt eindeutig: Der Betriebsrat darf keine Vereinbarungen schließen, die tarifliche Regelungen beinhalten. Weil der Erhalt der tariflichen Bindung ein zentraler Punkt des Zukunftstarifvertrags ist, wäre jede Betriebsvereinbarung in dieser Sache juristisch wertlos.

Warum schlägt die Geschäftsführung dem Betriebsrat eine Vereinbarung vor, die vor keinem Gericht Bestand hätte und den neuen Eigentümer nicht binden würde? 

Die zentralen Forderungen der Belegschaft sind ausschließlich über einen Tarifvertrag abzusichern, den nur die Gewerkschaft ver.di mit den Eigentümern schließen kann. So will es das Gesetz. Das können sich weder der Betriebsrat noch die Geschäftsführung aussuchen.

Zu den Terminvorschlägen für eine erste Verhandlungsrunde hat sich die Geschäftsführung übrigens noch nicht geäußert. So werden weitere Aktionen vor Weihnachten immer wahrscheinlicher.

Montag, 12. Dezember 2011

Betriebsversammlung: Bischöfe drücken sich – Belegschaft kämpferisch

Auf der Betriebsversammlung in der Schwabenhalle präsentierte sich eine kämpferische Belegschaft. Über 1.000 waren der Einladung des Betriebsrats gefolgt und forderten, was ihnen zusteht: den Zukunftstarifvertrag, der Arbeitsplätze und Tarife nach dem Verkauf sichern wird. "Denkt an eure Kinder!", rief eine Kollegin gegen Ende der Veranstaltung ins Publikum: "Wir müssen jetzt kämpfen, und gemeinsam schaffen wir das auch!"

Die Forderungen der Belegschaft sind bekannt:
• Keine betriebsbedingten Entlassungen innerhalb der nächsten 4 Jahre
• Tarifbindung. Der Tarif regelt unter anderem Einkommen, 37,5 Stundenwoche, 30 Tage Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld…
• Keine Zerschlagung der Unternehmensgruppe
• Fortbestand aller gültigen Betriebsvereinbarungen, z. B. zur Arbeitszeit, Pausenregelungen, Prämien usw.
• DBH-Beteiligungen (Weltbildplus, Hugendubel etc.) bleiben im Konzern
• Erhalt des Standorts Augsburg

Bischöfe drückten sich
Zur Betriebsversammlung waren auch die Bischöfe Marx (München) und Zdarsa (Augsburg) als Vertreter der Weltbild-Gesellschafter eingeladen. Beide drückten sich und sagten ab. Begründung: Terminstress in der Vorweihnachtszeit und der Hinweis, man könne als einzelner nicht für die Gesellschafter sprechen. Das solle der Aufsichtsrat tun. Aber der war ebenfalls nicht erschienen, genauso wenig wie die Geschäftsführung von Weltbild.

"Ich bin jetzt sauer!", brachte ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck die Stimmung der MitarbeiterInnen auf den Punkt. "Wir haben hier Antworten erwartet." Antworten auf existenzielle Fragen der Belegschaft, die man jetzt mit aller Macht einfordern werde: "Es gibt Zeiten, da muss man etwas für sich tun – kämpfen!"

Verhandlungsangebot von ver.di steht
Die Tarifkommission hat den Zukunftstarifvertrag bereits letzte Woche an die Geschäftsführung übergeben. Und drei Termine genannt, an denen verhandelt werden kann: den 19., 20. und 21. Dezember. Die Gewerkschaft erwartet umgehend Antwort und ernsthafte Verhandlungen. "Wir wollen nicht bloß reden, sondern schnell weiterkommen", betonte Verhandlungsführer Stefan Kraft, ver.di-Landessekretär aus München.

Wenn Bischöfe und Geschäftsführung sich weiter wegducken ist das "ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten!", stellte Thomas Gürlebeck klar. Dann stehen der Weltbild-Belegschaft alle Möglichkeiten offen – bis hin zum Streik. Von der Reaktion der Geschäftsführung hängt es jetzt ab, ob es noch zu Aktionen vor Weihnachten kommen wird.

Bilder und Botschaften von der Betriebsversammlung am Montag

Die Weltbild-Belegschaft will wissen, wie ihre Zukunft aussieht. Der Betriebsrat trug dem riesigen Interesse Rechnung und mietete zur Betriebsversammlung kurzerhand die Schwabenhalle. Die Beschäftigten kamen mit eigens gecharterten Bussen zum Messegelände.

Am Eingang empfingen die KollegInnen plakative Aussagen von Papst Benedikt. Die Belegschaft will wissen: Sind das bloß Lippenbekenntnisse, oder nimmt es die Kirche mit ihren sozialen Verpflichtungen ernst? Die Stimmung ist gut, die KollegInnen selbstbewusst: "Gemeinsam werden wir es schaffen!"

Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz am Rednerpult. Er berichtete, was BR und Gewerkschaft in wenigen Tagen auf die Beine gestellt haben: Tarifkommission und Verhandlungsdelegation stehen, der Zukunftstarifvertrag liegt unterschriftsreif vor. Die MitarbeiterInnen werden laufend in Betriebsversammlungen und über dieses Blog informiert. Der Arbeitskreis Öffentlichkeit hat zahlreiche Pressekontakte hergestellt und sorgt für Berichterstattung in den Medien. Eine ver.di-Betriebsgruppe mobilisiert die Belegschaft: Das Potential zum Arbeitskampf steht. Es hängt von der Geschäftsführung ab, was als nächstes geschieht.

Die eingeladenen Bischöfe Marx und Zdarsa hatten den Weltbild-MitarbeiterInnen einen Korb gegeben. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Josef Trutt füllte die Lücke auf seine Weise: Den Zukunftstarifvertrag hatte er als Nikolaus nicht dabei. Aber Tausende von Postkarten, die von MitarbeiterInnen unterschrieben demnächst auf den Schreibtischen der Bischöfe landen werden.



Wer nicht kommen will, muss lesen. Mit diesen Postkarten macht die Weltbild-Belegschaft deutlich, was sie zu Recht erwarten darf: einen Zukunftstarifvertrag, der Arbeitsplätze und Tarife sichert. So sieht das übrigens auch Hans Gilg, der als Gastredner der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) einen Gastauftritt hatte: "Ihr habt Weltbild groß gemacht. Mein Weihnachtswunsch ist der Zukunftstarifvertrag für euch – weil ihr ihn euch verdient habt!" (Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)


Die vollbesetzte Schwabenhalle: ein ungewohnter Anblick für Uwe Kramm, der als Vorsitzender des Konzernbetriebsrats Weltbild/DBH von München zur Betriebsversammlung gekommen war. Er versprach bestmögliche Unterstützung der KollegInnen in den Filialen bei Aktionen im Kampf um den Zukunftstatrifvertrag. Die Absicherung ist für Filialen und Stammhaus gleichermaßen wichtig. Kramm wies auf die enge Verflechtung von DBH und Weltbild hin. In Augsburg hängen zum Beispiel 70 Arbeitsplätze in der Filialbelieferung sowie ganze Abteilungen in Marketing und IT von der Fortführung des Filialgeschäfts ab. Umgekehrt wissen die KollegInnen in rund 300 Filialen bundesweit, das ohne Weltbild der Vorhang fällt: "Wir müssen diesen Kampf gemeinsam führen!" 


Ver.di-Landessekretär Stefan Kraft ist der Verhandlungsführer der Tarifkommission. Er ging deutlich gestärkt aus der Betriebsversammlung hervor: "Heute haben Sie mit den Füßen abgestimmt und sind zu dieser Veranstaltung gekommen. Das zeigt dem Arbeitgeber, wie wichtig Ihnen der Zukunftstarifvertrag ist." Kernpunkt des ZTV ist laut Kraft die Patronatserklärung in §10: Hier wird unmissverständlich geregelt, dass der neue Eigentümer die Zusagen der jetzigen Inhaber einhalten muss: "Das wird Herr Halff den Kaufinteressenten eben beibringen müssen." Ob der Zukunftstarifvertrag unterschrieben wird, hängt laut Kraft vor allem von der Belegschaft ab: "Freiwillig werden die Arbeitgeber uns nur eines geben: NICHTS! Es wird passieren, was Sie zulassen." Am Ende der Versammlung traten mehrere KollegInnen spontan in die Gewerkschaft ver.di ein. 

Betriebsratswahlen bei Weltbildplus: bald 8 weitere Betriebsräte

Eine Mitteilung vom Gesamtbetriebsrat Weltbildplus:

Der Gesamtbetriebsrat (GBR) von Weltbildplus hat letzte Woche auf einer außerordentlichen Sitzung 6 neue Wahlvorstände benannt. Zwei Wahlvorstände hatten sich bereits vorher gebildet. Diese Kolleginnen und Kollegen möchten aktiv ihre Arbeitsbedingungen mitgestalten. Zudem haben sie den ersten Schritt in Richtung Zukunftssicherung getan.

Alle Vereinbarungen, die der GBR im Hinblick auf Interessenausgleich, Beschäftigungssicherung und Sozialplan erzielen sollte, gelten originär erstmal nur für die Filialen mit Betriebsrat. Deshalb sollten sich alle MitarbeiterInnen jetzt ganz ernsthafte Gedanken machen, ob und wie sie einen Betriebsrat in ihrer Filiale installieren können. Diesbezügliche Fragen beantwortet der GBR sehr gern: gbr-welt-bild-plus@web.de

Wenn ihr an der Wahlvorstandsschulung im Januar in Kassel teilnehmen möchtet und die formalen Voraussetzungen in der Filiale habt, könnt ihr euch noch bis zum 19.12. beim GBR melden. Die nächsten Wahlvorstandsschulungen finden dann erst wieder im Laufe des nächsten Jahres statt..

Filialen ohne BR stehen passiv und machtlos da, wenn es zu einer Spaltung des Unternehmens kommt.

Die Augsburger Kolleginnen und Kollegen vom Betriebsrat der Verlagsgruppe Weltbild erwarten wichtige Entscheidungen über den Verkauf von Weltbild bereits in den nächsten Wochen. Die entscheidenen Weichen werden jetzt gestellt. Also auch für uns in den Filialen höchste Zeit, uns richtig aufzustellen.

Der BR von Weltbild in Augsburg kann nichts für die Filialen tun

Es sei nochmals darauf hingewiesen: Der Betriebsrat der Verlagsgruppe Weltbild ist zuständig für die Kolleginnen und Kollegen in Augsburg. Diese haben auch einen Tarifvertrag, nämlich den Tarifvertrag für Buchhandel und Verlage in Bayern. Das hat sonst kein einziges Bundesland. In den anderen Bundesländern gilt der jeweilige „Einzelhandelstarifvertrag“. Hinter den Kolleginnen und Kollegen in Augsburg steht unsere Gewerkschaft ver.di. Nur ver.di und die Tarifkommission darf mit dem Arbeitgeber über einen Zukunftstarifvertrag verhandeln.

Wer davon profitieren möchte, sollte sich jetzt bei ver.di organisieren: online Mitglied werden

Sonntag, 11. Dezember 2011

Heilger Bimbam: Die Sonntagssprüche von Kardinal Marx (Folge 1)

Da Kardinal Marx wenig Zeit hat, seine sozialethischen Predigten vor uns zu halten und wir am Sonntag auch nicht alle Gelegenheit haben, seine Predigten in München anzuhören, bieten wir hier im Blog einen neuen Service an. Wir haben uns Zeit genommen, Marx' Gedanken aus dem Buch "Das Kapital", erschienen im Pattloch Verlag, zur Besinnung zu bringen - Sonntag für Sonntag, in kleinen Häppchen. Es soll uns Wegweiser der Güte und Menschenfreundlichkeit seines Autors sein.

Beginnen wir mit dem Vorwort, wo auf Seite 7 steht, dass die Katholische Kirche in der Katholischen Soziallehre eine sozialethische Botschaft besäße, die sich letztlich aus dem Evangelium selbst ergäbe. Nach dieser spannenden Erkenntnis beginnt Kardinal Marx seinen berühmten Vorgänger gleichen Namens, Karl Marx, direkt anzureden und schreibt ihm, dass die kirchliche Soziallehre ja letztlich ein ganz ähnliches (nicht gleiches) Interesse verfolge wie er, Karl Marx: Nämlich soziale Ungerechtigkeiten aufzudecken und anzuprangern. Sie wolle den Armen und Ausgebeuteten, also denen, die in unserer Gesellschaft keine Lobby haben, eine Stimme geben und ihnen zu ihrem Recht verhelfen. Demnach werden auch wir von der Katholischen Soziallehre berücksichtigt, denn wir hatten ja in der Würzburger Bischofssitzung ebenfalls keine Lobby und gehören in unserer Gesellschaft sicher nicht zu den Reichen, wenn wir am Band Bücher verpacken.

Solche Gedankengänge bestätigt Kardinal Marx auf Seite 13 seines Buches, indem er sich ausdrücklich hinter das Grundgesetz stellt und schreibt, dass Eigentum verpflichte und sein Gebrauch zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen solle. Wir können daraus schließen, dass sich Kardinal Marx mit aller Kraft dafür einsetzen wird, dass wir nicht arbeitslos werden und der Allgemeinheit zur Last fallen. Immerhin sind wir ja zu einem Teil in seinem Eigentum.

Mit dieser beruhigenden Sonntagsbotschaft von Kardinal Marx wünscht euch ver.di einen frohen Sonntag - bis zur Folge II der Sonntagssprüche von Kardinal Marx.

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