Montag, 12. Dezember 2011

Betriebsversammlung: Bischöfe drücken sich – Belegschaft kämpferisch

Auf der Betriebsversammlung in der Schwabenhalle präsentierte sich eine kämpferische Belegschaft. Über 1.000 waren der Einladung des Betriebsrats gefolgt und forderten, was ihnen zusteht: den Zukunftstarifvertrag, der Arbeitsplätze und Tarife nach dem Verkauf sichern wird. "Denkt an eure Kinder!", rief eine Kollegin gegen Ende der Veranstaltung ins Publikum: "Wir müssen jetzt kämpfen, und gemeinsam schaffen wir das auch!"

Die Forderungen der Belegschaft sind bekannt:
• Keine betriebsbedingten Entlassungen innerhalb der nächsten 4 Jahre
• Tarifbindung. Der Tarif regelt unter anderem Einkommen, 37,5 Stundenwoche, 30 Tage Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld…
• Keine Zerschlagung der Unternehmensgruppe
• Fortbestand aller gültigen Betriebsvereinbarungen, z. B. zur Arbeitszeit, Pausenregelungen, Prämien usw.
• DBH-Beteiligungen (Weltbildplus, Hugendubel etc.) bleiben im Konzern
• Erhalt des Standorts Augsburg

Bischöfe drückten sich
Zur Betriebsversammlung waren auch die Bischöfe Marx (München) und Zdarsa (Augsburg) als Vertreter der Weltbild-Gesellschafter eingeladen. Beide drückten sich und sagten ab. Begründung: Terminstress in der Vorweihnachtszeit und der Hinweis, man könne als einzelner nicht für die Gesellschafter sprechen. Das solle der Aufsichtsrat tun. Aber der war ebenfalls nicht erschienen, genauso wenig wie die Geschäftsführung von Weltbild.

"Ich bin jetzt sauer!", brachte ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck die Stimmung der MitarbeiterInnen auf den Punkt. "Wir haben hier Antworten erwartet." Antworten auf existenzielle Fragen der Belegschaft, die man jetzt mit aller Macht einfordern werde: "Es gibt Zeiten, da muss man etwas für sich tun – kämpfen!"

Verhandlungsangebot von ver.di steht
Die Tarifkommission hat den Zukunftstarifvertrag bereits letzte Woche an die Geschäftsführung übergeben. Und drei Termine genannt, an denen verhandelt werden kann: den 19., 20. und 21. Dezember. Die Gewerkschaft erwartet umgehend Antwort und ernsthafte Verhandlungen. "Wir wollen nicht bloß reden, sondern schnell weiterkommen", betonte Verhandlungsführer Stefan Kraft, ver.di-Landessekretär aus München.

Wenn Bischöfe und Geschäftsführung sich weiter wegducken ist das "ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten!", stellte Thomas Gürlebeck klar. Dann stehen der Weltbild-Belegschaft alle Möglichkeiten offen – bis hin zum Streik. Von der Reaktion der Geschäftsführung hängt es jetzt ab, ob es noch zu Aktionen vor Weihnachten kommen wird.

Kommentare:

  1. warum denn abwarten? ein streik vor weihnachten wäre das beste. Die kirche wird davon nicht pleite gehen, bei 270 Milliarden Vermögen, wie die ZEIT geschrieben hat. Also, warum traut ihr euch nicht?

    Jetzt ist die beste Zeit zum Streik. Nach Weihnachten ist es nicht mehr so schmerzhaft für die Bischöfe.

    Wer nicht zu uns kommt, zu dem kommen wir: vor das Augsburger Bischofspalais!!! Sowas gibt schöne Bilder für die Presse!

    Was die Neokonservativen können, können wir schon lange, Kolleginnen und Kollegen.

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  2. Ein Streik ist gesetzlichen Regelungen unterworfen. Wenn Eigentümer bzw. Geschäftsführung keine Verhandlungsbereitschaft zeigen, können wir loslegen. Und dann wird ver.di auch zum Streik aufrufen. Aber eine Chance muss man dem Arbeitgeber laut Gesetz nunmal geben. Warten wir ab, wie Herr Halff reagiert.

    Die Idee mit dem Bischofspalais finde ich klasse – und das kann man immer machen…

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  3. Ich finde es ganz toll, wie engagiert ihr alle seid. Leider vermisse ich diese Aktionsbereitschaft in anderen Teilen der DBH. Hier ist man eher abwartend, schicksalsergeben und uninformiert bzw. hat keinen Schimmer, wie wir miteinander verflochten sind. Nicht alle, doch leider sehr viele.
    Wo ist der Biss?
    Das geht auch die DBH an! Wir sind alle miteinander verknüpft.

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  4. was ich gut fand auf der versammlung gestern war die Kampfbereitschaft, die zu spüren war, der Ärger, dass uns die Bischöfe nicht mal über einen Vertreter mit ihnen haben sprechen lassen und die Geschlossenheit und dass wir uns zur Wehr setzen!

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  5. von der Kirche im Stich gelassen, von Verdi unterstützt13. Dezember 2011 um 14:13

    Es ist schon sehr entlarvend, daß die obersten "Seelsorger" sich keine Zeit nehmen, sich um unsere Seelen zu sorgen.
    Stattdessen drücken sie sich mit Ausflüchten davor.
    Sie verstecken sich hinter Paragraphen und Gesellschafterverträgen.
    Dabei hätten Sie ohne weiteres als Christ hier antreten können und uns versichern können, daß sie alles tun, was in ihrer Kraft steht, damit keiner zu schaden kommt.
    Das kann man auch tun, wenn man nicht für alle Gesellschafter sprechen kann.
    Es ist ein Graus, wie weit da Anspruch und Wirklichkeit voneinander entfernt ist.

    Aber zum Glück gibt es Verdi, die uns die Möglichkeit bieten, uns zusammenzuschließen und für unsere Interessen zu kämpfen !

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  6. wir werden weder von der geschäftsführung noch von der kirche ernstgenommen, deshalb sofort unbefristet streiken.

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  7. Das geht leider nicht. Siehe auch den zweiten Kommentar von ver.di, einfach etwas weiter rauf scrollen.

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  8. dann halt am 22.12 und 23.12 streiken, wenn kein angebot kommt. es waren ja 3 termine von ver.di und betriebsrat zur auswahl da. streiken im januar, februar und märz bringt nur weltbild vorteile. da ist eh nichts los. es muß jetzt was kommen wo es weltbild weh tut.

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  9. Thomas Thielemann Betriebsrat Hamburg13. Dezember 2011 um 16:54

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Wenn die Empörung groß ist, muss man diese nutzen und sofort mit Aktionen reagieren.Bei solchen Auseindersetzungen spielt die Gegenseite fast immer auf zeit, damit der Dampf rausgeht.In der Regel hängt die Organisation von Widerstand von entschiedenen Leuten ab, die im Betrieb verankert sind.Beispielhaft nachzuverfolgen an Hand eines Filmes von Schweizer Waggon-Reparaturarbeitern in Bellinzona. Schaut euch mal den Film "Giu le mani" dazu an.Daraus lässt sich viel für eine solche Situation lernen.Zu beziehen bei http://www.artfilm.ch/giulemani.php
    Und wichtig ist auch, sofort mit Öffentlichkeitsarbeit zu beginnen, spektakuläre, phantasievolle Aktionen machen (Frauen und Kinder einbeziehen)damit die Medien drauf aufmerksam werden......
    solidarische Grüße Th.Thielemann Betriebsrat G+J Hamburg 040 37033073

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  10. Wer wie ich schon in anderen Betrieben ähnliches erlebt hat, der weiß, dass es jetzt auf Aktionen der Gewerkschaft ankommt.

    In einem Unternehmen, in dem ich früher beschäftigt war, hat es genau so angefangen wie jetzt: eine Versammlung nach der anderen, aber keine echten Informationen, unendliche Unsicherheit unter den Angestelten und Arbeitern. Und es hat gedauert und gedauert. Jeden Monat wurden Leute entlassen und man hat wieder Sitzungen gemacht und immer mehr Leute wurden nach den sozialen Bestimmungen entlassen. An Arbeiten war über viele Monate gar nicht mehr zu denken. Jeden Tag ein neues Gerücht, jeden Tag ... ach, was erzähle ich.

    mich erinnert das Ganze hier genau an das, was ich vor drei, vier Jahren woanders erlebt habe. Und ich kann nicht fassen, dass es angeblich sozial denkende Christen, ja sogar Bischöfe sind, die ein florierendes und noch einigermaßen vernünftiges Unternehmen mit ihren Aktionen und Entscheidungen in den Ruin treiben.

    Wenn ich nicht schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten wäre, würde ich es jetzt tun. Ich bin bin ins Innerste erschüttert, wie viel Dummheit anscheinend in dieser Katholischen Kirche regiert (ich war früher evangelisch). Das konnte ich mir nicht vorstellen. Gestern habe ich gehört, dass selbst ein Thema wie Yoga von den Bischöfen verboten werden soll oder einige das für unchristlich halten. andere erzählen mir, dass weltbild ein buch über buddha vernichten musste. geht´s noch? In welchem Jahrhundert leben wir?

    Die Sache macht mich zum Kirchenfeind und ich werde, wo ich kann, dafür eintreten, dass die Kirche enteignet wird. diese leute sind unzurechnungsfähig, ist meine meinung.

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  11. Dass die beiden Bischöfe den Schwanz einziehen war ja klar. Aber wo war der Generalvikar Beer? Hatte er nicht rumgetönt, dass er sich freue, die Weltbild-Mitarbeiter kennenzulernen? Die Betriebsversammlung wäre ja eine Chance gewesen, Kirchenpräsenz zu zeigen. Immerhin ist er ja die rechte Hand des Teufels -pardon - Bischof Marx!!!! >:(

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  12. Mein Vater war Metzger. Das Schwein hat er immer von hinten mit der Elektropistole getöttet. Das Schwein = Weltbild (wg. Porno). Der Metzger = konservative Katholiken und ihre Helfershelfer, die Bischöfe. Noch ist das Schwein Weltbild nicht tot. Wenn ihr der Metzger wärt: Hättet ihr Lust, dem leidenden Schwein in die Augen zu sehen?

    Und deshalb müssen wir uns denen machtvoll ins Gedächtnis bringen. Die sollen uns ins Auge sehen, diese Feiglinge und Angsthasen. Und dann sollen sie uns sagen: Ja, du bist ein Schwein und deshalb musst du getötet werden und ich fresse dich - schön mit Millionen dekoriert auf meinem gedrechselten Tisch in meinem marmorbelegten Bischofspalais vor den mit teuren Einlegearbeiten geschmückten Schränken und den kunsthistorisch wertvollen Bildersammlungen in Goldrahmen!

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  13. Was ich persönlich tun kann und werde, ist aus meiner römisch-katholischen Kirche auszutreten und in die Gewerkschaft einzutreten. Wieso soll ich noch Kirchensteuer zahlen???

    Bei der Gewerkschaft kann ich für mich einen Nutzen ziehen. Das ist doch auch die denkweise vom Vorstand und der Geschäftsleitung, oder nicht?!

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  14. An die Adresse der beiden eingeladenen, aber nicht erschienenen Bischöfe: "Feiglinge!"

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  15. Bei einer Demo vor dem Bischofspalais bin ich auch dabei.

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