Samstag, 10. Dezember 2011

Farbe bekennen! Oder: Die Freiheit der Entscheidung

Es gehört mit zu den Gesetzmäßigkeiten unseres Lebens, unseres Alltags, dass wir immer wieder vor einer Entscheidung stehen, im Berufsleben wie im privaten Bereich. Nicht immer ist so eine Entscheidung frei, oft ist sie von Zwängen oder Notwendigkeiten begleitet, und manchmal treffen wir die Entscheidung zähneknirschend und mit einem unguten Gefühl. Doch wir entscheiden uns. Wir sagen ja oder nein, wir machen mit – oder lassen es.

Jetzt ist wieder so ein Zeitpunkt gekommen, wo wir uns entscheiden müssen. Und die Entscheidung könnte wesentlich folgenreicher sein, als vielleicht manch eine/r vermuten mag. Denn es geht um viel.

Es geht um einen sicheren Arbeitsplatz, um ein gesichertes finanzielles Einkommen, um den Erhalt von guten Arbeitsbedingungen und vieles mehr. Und es hängt (auch) von unserer Entscheidung ab, ob wir auf diese wichtigen »Fundamente« unseres Leben auch in den nächsten Jahren bauen, mit ihnen planen können – oder nicht. Ich rede hier von Fundamenten, wie sie ein fester Job bei Weltbild in Augsburg bieten kann – und (bislang) für viele geboten hat.

Ja, ich bin dabei, ich mach‘ mit! Das ist hier die richtige Entscheidung. Ja, ich setze mich aktiv dafür ein, das der von der Gewerkschaft verdi und dem Weltbild-Betriebsrat geforderte Zukunftstarifvertrag abgeschlossen wird, dass die Weltbild-Geschäftsführung diesen Vertrag – mit Zustimmung der Bischöfe – unterzeichnet. Damit auch nach einem Verkauf des Unternehmens all das erhalten bleibt, was sich die Weltbild-Kolleginnen und -Kollegen mit ihrer Arbeit, mit ihrem Engagement für die Firma verdient haben.

Ja, ich bekenne Farbe – und beteilige mich an gewerkschaftlichen und betrieblichen Aktionen, die helfen, das legitime Ziel eines Zukunftstarifvertrages durchzusetzen. Und ja, ich unterstütze die Gewerkschaft bei ihrem Kampf für die Interessen der Weltbild-Mitarbeiter auch finanziell – indem ich verdi-Mitglied werde (was übrigens eine Reihe von Vorteilen bringt).

Soziologen und andere Geisteswissenschaftler sprechen seit einigen Jahren von einer wachsenden Entsolidarisierung innerhalb der Gesellschaft, Viele Menschen würden immer egoistischer und hätten keinen Blick für die Nöte und Bedürfnisse ihrer Nachbarn oder Arbeitskollegen. Wir lebten in einer Welt der Einzelkämpfer, ist da zu lesen. Ich (allein), mit meinem Fähigkeiten, werde das schon schaffen, auch ohne die Hilfe von anderen, sei eine weit verbreitete Einstellung.

Das mag so sein. Aber für jeden einzelnen Menschen bedeutet es auch: Das muss nicht so sein! Denn jeder hat die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen: so oder so. Und es ist eine Binsenweisheit, das ein Zusammenschluss mehrerer Menschen eine größere Macht hat und mehr Einfluss besitzt, als ein einzelnes Individuum. Die Geschichte hat dies längst bewiesen.

Der große Münchener Schriftsteller Alfred Andersch hat in seinem Buch »Die Kirschen der Freiheit«, dem Bericht seiner Fahnenflucht während des Zweiten Weltkriegs – und auch in späteren Werken – den Wert und die Wichtigkeit der absoluten Freiheit jedes Einzelnen, sich in bedeutenden und existenziellen Lebenssituationen zu entscheiden, in den Mittelpunkt gerückt. Anderschs Freiheitsbegriff ist allerdings auch eng verknüpft mit den Begriffen „Verantwortlichkeit“ und „ethisches Handeln“. Der Mensch ist also nicht nur frei, sondern er hat auch Verantwortung zu tragen.

Jeder Weltbild-Mitarbeiter sollte in diesem Sinne seine Freiheit nutzen, um eine verantwortliche (und solidarische) Entscheidung zu treffen. Damit hilft er sich selbst – und er hilft natürlich seinen Kolleginnen und Kollegen.

Kommentare:

  1. Hugendubel-Verdi-Blog10. Dezember 2011 um 18:44

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Ein wirklich guter Artikel. Er sollte viele zum Nachdenken und dann zum aktiven Handeln motivieren.
    Gemeinsam sind wir stark.
    Solidarität ist sehr wichtig. Ich hoffe, es werden mehr werden, die sich aktiv einsetzen und gemeinsam etwas erreichen wollen.

    Auf geht's und packen wir's an.

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  3. Achtung liebe Leute: Bitte postet hier keine kompletten Artikel sondern nur Auszüge mit entsprechendem Link zum Weiterlesen. Zum Beispiel so:

    Interessanter Artikel aus der Internet-Zeitung Kontext:

    Auszug:
    Zwei Brüder treten gegen die deutschen Bischöfe an. Nicht weil sie Ungläubige wären. Nein, sie sind fromm, haben einen basisdemokratischen Verlag und wollen nicht dulden, dass die Kirche Geschäfte mit Sex macht – mit dem katholischen Weltbildverlag. Nun haben die Bischöfe beschlossen, sich von ihrem sehr weltlichen Unternehmen zu trennen. Und daran sind die katholischen Rebellen aus Immenried im Allgäu nicht unschuldig.

    Weiterlesen unter:
    http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2011/12/die-pornojaeger/

    Den Kommentar vom 3.1.12 (der die erste Hälfte des Artikels komplett zitiert) musste ich löschen, weil wir sonst sehr schnell urheberrechtliche Probleme hier im Blog kriegen.

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