Montag, 14. Oktober 2013

Erstes Gespräch mit Geschäftsführung: Was wird aus dem WELTBILD-Kundendienst?


Betriebsrat will Bestand durch Optimierung sichern,
Geschäftsführung setzt einseitig auf Kostenreduzierung


In Augsburg trafen heute die VertreterInnen des Betriebsrats und der Geschäftsführung zu einem ersten Gespräch über die Zukunft des WELTBILD-Kundendienstes aufeinander. Obwohl der Arbeitgeber noch kein konkretes Konzept vorlegen wollte, wurde der Konflikt beim offenen Austausch der Standpunkte schnell deutlich.

BR pocht auf konstruktive Lösung

Der Geschäftsführung geht es – offenbar auch unter dem Druck der kirchlichen Eigentümer – um schnellstmögliche Kostensenkung. Der Betriebsrat hingegen bestreitet nicht, dass im Bereich CCC Handlungsbedarf besteht, aber er will konstruktiv verhandeln: "Wir wollen Gespräche über die Optimierung des Kundendienstes, damit dieser den bestmöglichen Beitrag zum Geschäftserfolg von WELTBILD leisten kann." So erklärte BR-Vorsitzender Peter Fitz das vorrangige Ziel der Beschäftigtenvertretung. Er machte deutlich: "Ein reines Kostensenkungsprogramm kommt für den Betriebsrat nicht in Frage."

Kirche misst mit zweierlei Maß

Den teils emotionalen Gesprächsverlauf kommentierte Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di so: "Bei uns ist der Eindruck entstanden, dass dieselben Gesellschafter, die über Jahre dabei zugesehen haben, wie Millionen für bischöfliche Protzbauten verschleudert wurden, hier MitarbeiterInnen und ihre Familien für kurzfristige und ziellose Kostensenkungen opfern."

Ohne CCC kein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft

Ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann fasste für die Beschäftigten zusammen: "Für den nachhaltigen Unternehmenserfolg ist ein qualifizierter und motivierter Kundendienst Grundvoraussetzung. Ohne die engagierten Kolleginnen und Kollegen im CCC wird es kein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft geben!"



Kommentare:

  1. Ich finde es schade, dass wir hier nur wichtig sind für das Weihnachtsgeschäft. Wir werden, meines Erachtens, immer gebraucht...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube, der Satz von Timm ist so zu verstehen, dass eine reibungslose Abwicklung des Weihnachtsgeschäfts fraglich ist, wenn alle wissen, dass wir danach eh rausfliegen sollen…

      Löschen
  2. Ich war letztes Jahr um diese Zeit auch einige Monate im CCC - über Zeitarbeit! Tja, erst wurden wir im Weihnachtsgeschäft verheizt und anschließend wieder abgesägt. Jetzt trifft es Euch, die "Festen". Natürlich zunächst nur die Kleinen, sprich CC-Agenten. Das ist eben die Reinform des heutigen Kapitalismus - die Kirche kümmert das herzlich wenig, die haben ihre Schäfchen im trockenen. Und auch Verdi wird Euch da nicht mehr helfen können.

    Irgendwann werden die billigen Dienstleister im nächsten Schritt dann wahrscheinlich durch deutschsprechende Türken oder Inder im Ausland ersetzt, wie es andere Konzerne auch schon getan haben. Billiger schlägt billig. Mein Rat: Sucht Euch Jobs in einem anderen Unternehmen. Gerüchten zufolge soll es noch vereinzelt Firmen geben, die dem Turbo-Kapitalismus trotzen, gut zahlen und halbwegs fair handeln.

    Ach ja, läuft SAP eigentlich inzwischen oder eiert Ihr immer noch mit der ES9000 rum?

    AntwortenLöschen
  3. Na sag uns mal wo wir uns bewerben sollen! :-)

    AntwortenLöschen
  4. Im Medienbereich hat z. B. der Ravensburger Verlag einen sehr guten Ruf :)

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im CCC, wir in den Filialen drücken euch die Daumen und senden solidarische Grüße. Lieber BR, danke dass ihr so kämpft! Was momentan abläuft ist einfach nur traurig und kontraproduktiv. Dass die Zahlen schlecht sind, und unter Umständen auch Befristungen auslaufen oder Leiharbeiter nicht mehr eingestellt werden, ist wahrscheinlich nicht vermeidbar. Aber was momentan in den Filialen undin Augsburg abläuft, ist eine Panikaktion, die keinem gut tut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem meisten Know-how lässt man ziehen, wo soll das nur hinführen...

    AntwortenLöschen
  6. Da ist es wieder, das Argument mit den kirchlichen Protzbauten. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wenn wir die schönen Dome oder Fürstbischöflichen Residenzen oder die Sankt-Ulrichs-Kirche nicht hätten, wie arm wären wir doch! Und diese "kirchlichen Protzbauten" haben mehr gekostet als die 31 Millionen von Limburg. Da sind sogar Menschen am Bau gestorben, waren ärmer als wir heute und haben solche Kunstwerke dennoch geschaffen. Weil sie an Gott geglaubt haben! Weil sie es zur Ehre Gottes getan haben. Und das fehlt heute: Die Ehrfurcht vor Gott. Für alles andere gibt man Geld aus, fürs eigene Vergnügen und den Urlaub und und und. Aber wer denkt daran, mal dafür zu spenden, dass neue schöne Kirchen gebaut werden können oder so ein schönes Bischofspalais wie in Limburg, an dem noch viele Generationen Freude haben werden. Sind wir denn alle zu Kulturbanausen geworden? Was bleibt von unserer Zeit an schönen Bauten?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schöne Kirchen und Prachtbauten sind wichtig. Aber nicht wenn von vornherein über die Kosten gelogen wird. Das Geld, dass ich spende, soll jemanden helfen, der es wirklich braucht. Und nicht einem Bischoff zu einer freistehenden Badewanne verhelfen.

      Löschen
    2. Also mal ganz ehrlich, wärend der neue Papst bescheidenheit prädigt wird immer noch Geld im grossen Stil verschwendet. Wo anders haben andere Menschen kein Dach über dem Kopf und müssen hungern.
      Diese Prachtbauten braucht kein Mensch, es ist nur die Eitelkeit von der Kirche wenn man es genauer betrachtet, dann erkennt man auch welchen Engel dieses (Eitelkeit) zur fall gebracht hat.
      Die Kirche sollte nicht äusserlich protzen sondern innerlich mit den werten und lehren der Jesus Christi

      Löschen
  7. Ich kann dieses Kostensenkungsargument langsam nicht mehr hören.
    Qualität kostet eben etwas.
    Wir könnten in Indien bestimmt auch Geschäftsführer finden, die den Geschäftsführer-Job für ein Zehntel des Geldes ausführen würden, laßt uns doch da mal einsparen !

    AntwortenLöschen
  8. Es ist immer leicht, Kosten zu senken, indem man Leute rauswirft. Dafür werden Unternehmensberatungen angeheuert, weil die Bosse keine Eier haben und jemanden brauchen, auf den sie die Entlassungen abschieben können. Dann kommen diese Besserwisser und Bestverdiener in Unternehmen wie Weltbild und stellen Hunderte von Leuten auf die Straße. Sehr einfallsreich. Statt sich mal zu überlegen, was z. B. aus unserem CCC gemacht werden könnte. Warum denn dort Leute entlassen? Warum nicht die Dienste, die unser CCC leistet, auf dem freien Markt anbieten? Die Mitarbeiter im CCC sind doch super und bestens ausgebildet? Das CCC ist doch kein Kostenfaktor, sondern eine Chance für Weltbild, zu neuen Einnahmequellen zu kommen. Wenn unsere CCCler doch besser sind als die von freien Callcentern, dann ist das doch eine Chance auf dem freien Markt.

    Dienstleistungen übernehmen für andere Firmen. Dieses Prinzip sollten sich mal die Unternehmensberatungen, die gerade Weltbild-Mitarbeiter im Dienst der Bischöfe und Banken streichen, hinter die Ohren schreiben. Das wäre mal kreativ und innovativ. Zu überlegen, was ich mit den einzelnen Dienstleistungen auf dem freien Markt machen kann statt die Leute einfach nur zu entlassen.

    Ich weiß, das ist anstrengender als einfach Stellen zu streichen, aber vielleicht könnten wir mit solchen Überlegungen den Turnaround schaffen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Angefressener Bücherwurm15. Oktober 2013 um 10:37

      Beim Stichwort Unternehmensberatungen fällt mir folgendes ein:

      Es war einmal ein Schäfer, der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete. Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein nagelneuer Cherokee Jeep auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des Jeeps, ein junger Mann in Brioni Anzug, Cerutti Schuhen, Ray Ban Sonnenbrille und einer YSL Kravatte steigt aus und fragt ihn:

      "Wenn ich errate, wieviele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eins?"

      Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe und sagt ruhig "In Ordnung".

      Der junge Mann parkt den Jeep, verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Internet auf eine NASA Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS Satellitennavigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150seitigen Bericht auf seinem Hi-Tech Minidrucker, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: "Sie haben hier exakt 1586 Schafe."

      Der Schäfer sagt: "Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus."

      Der junge Mann nimmt ein Schaf und lädt es in den Jeep ein. Der Schäfer schaut ihm zu und sagt: "Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Schaf dann zurück?"

      Der junge Mann antwortet: "Klar, warum nicht."

      Der Schäfer sagt: "Sie sind ein Unternehmensberater."

      "Das ist richtig, woher wissen Sie das?" will der junge Mann wissen.

      "Sehr einfach," sagt der Schäfer, "erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand hergerufen hat. Zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem, was ich mache, denn Sie haben sich meinen Hund ausgesucht."

      Löschen
  9. Schlimm, wenn's das CCC so hart treffen sollte. Aber das wird dann erst der Anfang sein, da können wir uns sicher sein.
    Erschreckend finde ich auch, dass in den von Halff in der Betriebsversammlung genannten Arbeitsgruppen, die sich mit 9 Kernthemen beschäftigen, nur Leute sitzen, die jahrelang die bestehenden Probleme ignoriert, wenn nicht gar durch ihren Führungsstil gefördert haben oder komplett weltfremd sind und vermutlich gar nicht wissen, was "Kunde" eigentlich bedeutet.
    Dann soll man diesen Arbeitsgruppen Vorschläge zukommen lassen (wenn man denn ne Idee hat), aber die Ansprechpartner werden ja nicht offiziell genannt.
    Da ist doch jetzt schon abzusehen, wohin das führt: ins Nichts!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In Bezug auf "wissen nicht, was "Kunde" bedeutet: Genau das denke ich mir auch immer! Man muss sich echt fremdschämen, für die tollen Ideen, die die da oben immer ausbrüten. Das "wir haben alle" Konzept für die Shops war jedenfalls ein tiefer Griff ins Klo :-) Vielleicht mal ein bisschen weniger nach Amazon schielen und ein bisschen mehr den Kunden in den Focus nehmen. Viel Zeit und Rumgeeiere können wir uns nicht mehr leisten.

      Löschen
  10. Wofür noch Unternehmensberater? Die aktuelle CCC-Leitung erreicht die gesteckten Ziele doch im Alleingang.

    AntwortenLöschen
  11. wenns nach mir ginge, würde ich noch Geschäftsführer einstellen. ob aus indien oder china ist egal. ich sage schon lange, weltbild hat viel zu viel mitarbeiter und viel zu wenige geschäftsführer.

    AntwortenLöschen
  12. ich finde es gut, dass sich die verdi leute dafür einsetzen, dass wir vom CCC nicht alle auf die Strasse gesetzt werden. selbst in der kirchen- und csufreundlichen Augsburger war zu lesen, dass nicht nur der limburger bischof Millionen für sich selbst ausgibt. auch andere bischöfe leben nicht schlecht in bayern. wundern die sich, dass die leute scharenweise aus der kirche austreten? ich habe es schon vor vielen Jahren gemacht und bin sehr glücklich, dass ich mit dem verein nichts mehr zu tun habe und die nicht von meinem geld 5er oder 7er BMW fahren.

    AntwortenLöschen
  13. Heute haben wir ja eine Einladung für Montag um 11.30 Uhr im Kuppelsaal erhalten. Hier wird Herr Halff und evtl. Frau Weigand mitteilen wie es im CCC
    weiter geht. Da die meisten Vorgänge schon von den Dienstleistern erledigt wird und wir hier im CCC nur noch das bearbeiten dürfen was von den Diestleistern nicht erledigt werden kann ( was sehr nervenaufreibend ist), sind wir mal gespannt ob es nächste Woche schon zu Kündigungen kommt. Der Betriebsrat wusste von dem Termin am Montag nichts. Sieht fast so aus als ob die GF nicht mit dem BR zusammenarbeitet. Frau Weigand hat ja seit 2 Jahren auf diesen Termin hingearbeitet und ist jetzt wohl am Ziel angekommen. Die Erfolgsprämie für Sie wird sehr hoch ausfallen !!

    AntwortenLöschen
  14. Tja das nennt man dann "Phönix aus der Asche" Wer hätte das damals gedacht, das unsere doch so tollen Dienstleister !!! wie Phönix aus der Asche auferstehen und unseren Kundendienst im neuen Glanz erstrahlen lässt.!!!!
    Ich hab mich damals echt überzeugen lassen das es richtig gut wird. Nur das wir nicht der Phönix sind hätt ich niemals gedacht.
    Ich finde das sehr traurig und frustrierend.

    AntwortenLöschen
  15. Desto wichtiger ist es am Mittwoch zum Abteilungsversammlung des BRs zu gehen. Versuchen wir doch gemeinsam die Entscheidung der obere Etage umzudrehen. Ich gehe zur beiden Versammlungen und werde kämpfen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klar gehe ich zu beiden Versammlungen,ich werde auch kämpfen denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zum Schluss.

      Löschen
  16. Fakt ist, dass Weltbild über Jahre im CCC gespart hat. Es wurde weder für Schulungen Geld ausgegeben, noch wurde in ein gutes System investiert. Dann kam SAP..... und ob sich das so lohnt ??? Absolut unübersichtlich, lange Bearbeitungszeiten... klick, klick, klick.. und nochmals klick, k e i n e schnelle Beantwortung möglich. Da hätte Weltbild wohl lieber nochmals in die ES 9000 investiert , das wäre nicht so teuer gewesen und man müßte jetzt nicht Mitarbeiter opfern. Darüber sollte die Geschäftsleitung mal nachdenken. Auf Führungsebene werden Fehlentscheidungen getroffen die die Mitarbeiter letztlich mit Ihrem Arbeitsplatz bezahlen

    AntwortenLöschen

Sie können Ihre Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählen Sie dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Sie unter einem Pseudonym schreiben wollen, wählen Sie die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.