Samstag, 11. Januar 2014

Ver.di, Betriebsrat und Politik wollen Weltbild retten


Am heutigen Samstag trat erstmals ein Runder Tisch unter dem Vorsitz des Augsburger Oberbürgermeisters Dr. Kurt Gribl zusammen. Ziel: gemeinsam alle Kräfte zu mobilisieren, um den Fortbestand der Verlagsgruppe WELTBILD zu sichern, die gestern völlig überraschend Insolvenz angemeldet hatte. 

Mit dabei waren neben der Wirtschaftsreferentin Eva Weber der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz, ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann und der ver.di-Sekretär für den Handel in Augsburg, Thomas Gürlebeck. Außerdem waren die Vertreter der Handwerkskammer, der IHK und der Agentur für Arbeit mit am Tisch.

Beteiligte glauben an die Zukunft von WELTBILD

Nach eingehenden Gesprächen auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen sehen alle Beteiligten eine positive Fortführungsprognose für die Christliche Verlagsgruppe. Darum kann das Ziel des Insolvenzverfahrens nur die dauerhafte Fortführung des Unternehmens mit über 2.000 Arbeitsplätzen allein in Augsburg sein. „Wir fühlen uns in unserer Position gestärkt, dass WELTBILD ein Zukunft hat, wenn jetzt alle an einem Strang ziehen“, sagt Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz.

Ver.di Sekretär Thomas Gürlebeck sieht hier vor allem die katholischen Eigentümer in der Pflicht. „Es ist unfassbar, dass nach dem positiven Votum des Aufsichtsrats und der Banken jetzt die geistlichen Führer der Kirche ihre Beschäftigten zum Teufel jagen. Die Eigentümer sind in der Pflicht, die Existenzen der KollegInnen und ihrer Familien nachhaltig zu sichern. Der einzige und beste Weg dafür ist die Fortführung des Betriebs.“

Wie geht es weiter?

„Die Beschäftigten erwarten jetzt regelmäßige Informationen und eine offene Kommunikation“, sagt Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. „Das Schweigen der Geschäftsführung gestern ist keine Antwort auf die vielen existenziellen Fragen der Belegschaft.“ Betriebsrat und Gewerkschaft werden die KollegInnen regelmäßig auf Versammlungen und im Gewerkschaftsblog unter www.WELTBILD-verdi.de informieren.

Arbeitsagentur und Kammern haben dabei ihre Unterstützung zugesagt. Positive Signale gibt es auch von der Landesregierung in München. Laut Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl will auch Ministerpräsident Horst Seehofer alles für die MitarbeiterInnen tun, was sich im Laufe des Insolvenzprozesses als notwendig erweisen sollte.
Alle Beteiligten haben den Start des RundenTisches als positiv und wichtig für die Beschäftigten bewertet. Die Gespräche werden in den nächsten Wochen in enger Taktung fortgesetzt.

Erste Presse-Berichte über die Initiative von Gewerkschaft und Politik lesen Sie hier:


Bayerischer Rundfunk: Runder Tisch verbreitet Optimismus (Videos und Ton-Beiträge anklicken!)


Kommentare:

  1. Das Vorgehen der EX Eigentümer und der Kirche ist so Gottlos, war es schon oft in der Vergangenheit, und wird es auch in Zukunft sein.
    Deshalb sollte man beides auf ewig ignorieren und nicht essenziell behandeln.

    Aber diese Schönrederei von allen Seiten!!!
    Seit Jahren immer wieder das selbe.
    Mal ehrlich die Frage an Verdi, die Geschäftsführung, die BL´s.....haltet Ihr den Kleinen Mitarbeiter für so naiv und dumm?
    Mal ehrlich die Frage an die Mitarbeiterinnen...wollt Ihr die Wahrheit nicht sehen und seit so gutgläubig?
    Dann ist keinem mehr zu helfen.

    Denn das Schiff kann nur untergehen.
    Warum??? Weil jetzt genau in diesem Moment das passiert, was immer passiert (auch bei anderen ehemaligen Großunternehmen wie Quelle, Praktiker, Bahr etc. Es wird erst mal alles schöngeredet. Die Geschäftsleitung schweigt, statt den Hut zu nehmen, die BL´s bekommen wieder Ihren Text, den Sie an den MitarbeiterInnen aufsagen sollen...und alle machen erst mal so weiter wie bisher.

    Und mit dieser Haltung kann man eine Insolvenz nicht abwenden.

    Der Henker hat seine Arbeit getan, für die er letztes Jahr geholt wurde, und sein Geld kassiert.
    Der Rest nimmt jetzt seinen gewohnten lauf. Und die Oberen wechseln mit voll gestopften Geldbörsen zur nächsten Führungstätigkeit.
    Da kümmert sich keiner um die Menschen Im Versand, Lager, Verkauf und anderorts.

    ....Aber das wollt Ihr alle ja nicht hören und sehen. Wird schon alles gut. Ihr in Augsburg macht weiter wie gehabt, wir in der Filiale machen so weiter wie bisher und alles wird gut. AMEN




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    1. Und was genau tust DU?

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    2. Antwort auf die Frage was ich tue....ich bewerbe mich fleißig.
      Falls es um meine Tätigkeit geht...ich bin seit mehreren Jahren Filialmitarbeiter bei Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co.KG ;-)
      Und könnte hier Beispiel ohne Ende von Fehlanweisungen und Fehleinführungen in den Filialen nennen, wie z.B. Modullisten mit sinnlosen Artikeln.
      Dem Versuch deutschlandweit das selbe Bild und die gleiche Ware zu präsentieren. Und das obwohl man doch wissen sollte, das die nicht aufgeht.....aber ich will das hier jetzt nicht weiter vertiefen

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    3. "Der Rest nimmt jetzt seinen gewohnten lauf. Und die Oberen wechseln mit voll gestopften Geldbörsen zur nächsten Führungstätigkeit."

      Hmm, meinste, der Halff wechselt jetzt zur Amazon? Kleiner Scherz :P

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    4. wer weiß, wer weiß...dann soll er aber den Rest mitnehmen, und schon freut sich ein 3. Vielleicht ja Hugendubel, die einen Trennungsplan ja schon in der Schublade haben

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  2. Sehe ich genauso.
    Da hat endlich mal jemand die Wahrheit auf den Punkt gebracht.

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  3. Danke für diese klaren Worte!!!

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  4. Das ist doch alles ein Witz! Glaubt wirklich irgendwer wirklich dass der Betrieb noch zu retten ist? Es wird doch schon seit Jahren alles mögliche versucht und jetzt soll es auf einmal klappen? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und der kleine Mann bleibt auf der Strecke. Mir kommt das Grausen wenn ich an die vielen Menschen und Schicksale denke die damit in den Abgrund stürzen. Nicht nur für meine Familie bedeutet dies finanziellen Ruin. Teilweise arbeiten auch Ehepaare hier ... und auch für den Augsburger Arbeitsmarkt wird es verheerende Auswirkungen haben wenn auf einmal so viele zum Arbeitsamt rennen.
    Da wünscht man sich fast schon bei den hunderten von heimlichen Entlassungen der Vorjahre dabei gewesen zu sein ...

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  5. Ich denke, die Politik mit einzubinden ist eine sehr gute Idee. Vielleicht können Landesbürgschaften unsere mutlosen Gesellschafter überzeugen. Aber primär gilt es wohl abzuwarten wie der Insolvenzverwalter die Lage hier bei Weltbild einschätzt. Auch sollten bisher von der Insolvenz nicht betroffenen Teile des
    Unternehmens mit in die Überlegungen einbezogen werden, denn ohne Logistik / IT Weltbild werden auch diese Unternehmensteile nicht weiter existieren können.

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    1. Die Kirche ist renditegeil wie die Investmentbanker. In welchem der vielen sozialen kirchlichen Einrichtungen werden von der Kirche tatsächlich die Kosten übernommen. Meistens zahlt man nur einen geringen Anteil, behält aber die volle Kontrolle.
      Kostenübernahme durch den Staat wäre der Kirche also nur angenehm. Gewinne privatisieren und Kosten sozialisieren war schon immer das Motto der Kirche.

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    2. Unter
      Bezogen auf die Zeit, als es bei Weltbild noch Gewinne gab, steht unter:
      http://www.mediadb.eu/datenbanken/deutsche-medienkonzerne/verlagsgruppe-weltbild.html
      "Halff darf die Gewinne reinvestieren und zur Expansion nutzen. "


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  6. Was bringen die Schwätzer aus der Politik? Bis die sich auf Unterstützungen einigen ist der Zug doch längst abgefahren. Weltbild ist austauschbar. Welchen Mehrwert hat Weltbild und insbesondere ein von Insolvenz bedrohtes Unternehmen?
    Die rücksichtslose Entscheidung der Kirche war das Todesurteil für unsere Firma.
    Warum sollten die Politiker in ein paar Tagen noch ein Interesse haben? Wir sind doch schon wieder aus den Nachrichten. Ein Ex-Fußballer der sich nach seiner Karriere outet, über den wird tagelang in allen Medien berichtet. Eine Pleite wegen geldgieriger Kirche verschwindet schnell aus den Medien. War heute nicht einmal im BR eine Notiz Wert.

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    1. Ich finde die Hilfsangebote der PolitikerInnen wertvoll. Und wir haben es selbst in der Hand, ob die Medien weiter über uns und das kirchliche Versagen berichten. Lasst uns gemeinsam in der Öffentlichkeit präsent sein! Die Gewerkschaft und der Betriebsrat erarbeiten ab morgen eine große Kampagne. Ideen und Unterstützung von ALLEN MitarbeiterInnen ist willkommen und notwendig. Wir gehen auf keinen Fall lautlos unter!

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  7. Aufgehst Betriebsrat kämpft für uns,Weltbild kann weiter existieren es ist jede menge Potential da. Sucht mit 100% Überzeugung neue Investoren schiebt ihr die Kirche auf die Seite für immer. Teilerfolg tretet alle aus der Kirche aus.

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