Freitag, 27. Januar 2012

Das Wort zum Freitag: Spargel-Downtime in der Tiefgarage


E-Mail-Alltag bei Weltbild


Büroarbeit ohne E-Mails? No way! Doch die Nutzung eines elektronischen Nachrichten-Systems ist nicht nur für die zuverlässige Erledigung des Jobs unabdingbar, sondern sorgt auch viel Kurzweil und Abwechslung. E-Mails sind das Salz in der Arbeitsalltags-Suppe!

Es kommt immer wieder vor, dass E-Mails eine Art DNS des Bürotages bilden, dem grauen Joballtag Farbe verleihen, dem faden Arbeitscocktail mit Absonderlichkeiten, Rätselhaften und Komischem Geschmack und Würze verleihen. E-Mails können Emotionen wecken, können uns zum Lachen bringen – oder zum Weinen.

Hier eine Auswahl von E-Nachrichten, die an einem ganz normalen Arbeitstag so eintrudeln:

»Der schwarze Golf mit dem Kennzeichen A – XY 666 wurde angefahren …« – eine Meldung von den Zentralen Diensten. Da hat wohl wieder jemand vor der alten Kantine geparkt. Klar, dass sein Volkswagen dort für die LKW-Piloten Freiwild ist!

»Wartungsarbeiten am Speicher-System (NAS) am Sonntag von 8.00 bis 13.00 Uhr.« Erstens kenne ich nur NASA, und zweitens gibt’s für meine Sunday-morning-Programmierung nur zwei Einstellmöglichkeiten: Schlafen oder Frühschoppen.

»Kurzfristige Downtime WBMS-System SOFORT!« Ein Klassiker der DTP-Hotline. Manche sagen auch: Running gag! Dabei ist es bitterernst, wenn das besagte System streikt. Kaffeeholen ist angesagt. Das Koffein und der Begriff »Downtime« regen meine Fantasie an: Downtime, Showdown, High Noon, Shootout, Rauchende Colts, durchgebrannte WBMS-Sicherungen, Einschusslöcher im Server … Aber alles nur ganz kurzfristig!

»Spargel« – für viele eine erlösende Nachricht vom Buchladen-Team! Endlich wieder »Klasse 1 weiß dick« oder – für 2 Euro das Kilo billiger – die »Hofsortierung«; was immer das auch bedeuten mag. Ich esse lieber Brokkoli.

»Neues Faxgerät«, mailt uns eine Abteilungs-Kollegin. Halleluja! Nachdem es auch der letzte technisch wenig talentierte Kollege endlich geschafft hat, das zu faxende Blatt mit dem Aufdruck oben einzulegen, ist das Handling beim neuen Gerät jetzt wieder genau umgekehrt. Aber wir sind ja flexibel – und alte Gewohnheiten haben wir ruckzuck abgelegt … hahaha! (Seit gestern gibt es schon wieder einen neues Gerät, das Faxen macht: jetzt wieder von oben – oder unten?

»Fahrrad in TG.« Ja wie? Ach so: TG bedeutet Tiefgarage. »Wer hat ein Fahrrad auf dem TG-Stellplatz 13 abgestellt?« Ich war’s nicht. Und wenn ich so etwas machen würde, dann sicherlich nicht auf Nr. 13!

»Schweizer Schoki.« Eine wirklich verführerische Meldung. Unser lieben KollgenInnen aus der Schweiz haben uns wieder einen großen Karton Mini-Schokolädchen mitgebracht. Leider ist der Vorrat zu 99 % aufgebraucht, wenn mich diese Nachricht erreicht. Höchstens ein paar Zartbitter-Ladenhüter sind noch übrig. Wie schokogeil kann eigentlich eine Weltbild-Abteilung sein? …

»Zeitwirtschaft – spätestes Arbeitsende 16:52 Uhr«. Dieses E-Mail hat mir nicht meine Stammkneipe gesendet, sondern die um mein korrektes Arbeitszeit-Handling besorgte Personalabteilung. Ein wirklich netter Zug von den KollegInnen im Altbau, merci! Leider decken sich meine Pläne nicht mit den Empfehlungen: Ich mach’ nämlich heute schon viel früher Schluss – wenn nicht noch der Papst stirbt!

Bis ich den Computer runterfahre, treffen natürlich noch jede Menge wichtiger E-Mails ein. Es sind die üblichen Verdächtigen aus der beliebten Rubrik »Vermisst, verloren, verschollen, gefunden«. Da geht es um fast alles, was nicht niet- und nagelfest ist: von der Geldbörse über die Lesebrille bis zur Halskette. Außerdem die verzweifelten Hilferufe, wie z.B.: Wo ist bloß der Urlaubsplan, wer hat meinen Handwagen gesehen, wo hat sich das Schneidebrett versteckt?

Und dann noch das ganz alltägliche E-Mail-Graubrot – das übliche Nachrichtenfutter halt: Terminverlegungen, runde Jubiläen und Geburtstage, defekte Drucker, Katalog-Umpaginierungen, Ein- und Ausladungen etc. pp.

So, für heute ist das genug E-Traffic. Halt – schnell noch das eine Mail, das soeben frisch eingetroffen ist. »Neue Ausgabekennzeichen«. Na prima!

Kommentare:

  1. Total verärgert und vergrätzt27. Januar 2012 um 09:32

    Seid ihr jetzt völlig ausgetickt? Oder wollt ihr uns zum Zorn reizen? Wir wollen hier keine Jokers Plaudereien lesen, sondern erfahren, was Stand der Dinge ist.

    Und da scheint ihr im Moment von dem Eigentlichen ablenken zu wollen, nämlich davon, dass ihr nichts, aber auch gar nichts erreicht.

    Jetzt muss man schon das Augsburger Käseblatt lesen, um zu erfahren, was ihr tut. Nämlich gar nichts. Heute Morgen lese ich dort, dass ihr mit 11 (in Worten: elf!) Mann (war auch eine Frau dabei oder dürfen Frauen nur als Putze ins Bischofspalais?) beim Zsardasch-Fürsten wart. Ein Stündchen nett geplaudert habt und der Bischof echt besorgt ist. Schön, dass ihr ihm mal wieder gute Presse beschafft habt, aber rausgekommen ist nichts. Nullkommanull.

    Ein Aufsichtsratssitz für uns? Nein. Irgendeine Zusage? Nein. Mitsprache, wenn wir wie Viehzeug verkauft werden? Nein. Beschäftigungssicherung? Nein. Nix, nix, nix ...

    Ehrlich gefragt: Wie viele Hofknickse habt ihr vor Hochwürden gemacht? Hat es euren Besuch wirklich gebraucht, damit dieser studierte Fachmann in Sachen Erotik und Esoterik begreift, was er für 6.400 Menschen angerichtet hat oder anrichtet?

    Aber vielleicht habt ihr ja auch nett über die vielen schönen Sachen geplaudert, die Weltbild jetzt für die Besänftigung der Rechtsaussen-Katholiken tun darf? Ein bisschen Esoterik aus dem Programm schmeißen und dafür mehr fromme Gebetbücher verkaufen ...

    Naja, viel könnt ihr ja nicht besprochen haben. Bis elf Männecken vorgestellt sind, der bischöfliche Pressesprecher gesprochen hat, sich alle gesetzt haben und die graue Hausschwester den Kaffee oder Tee gebracht hat, ist die Stunde ja schon rum gewesen, in der ihr beim Bischof wart. Eine Stunde! Da habt ihr bestimmt ganz intensiv die Probleme gewälzt: Was passiert, wenn wir zerschlagen werden, wenn wir zu teuer verkauft werden, wenn jetzt immer mehr Leute das Schiff verlassen, wenn uns niemand kaufen will, wenn durch die Programmausdünnung Arbeitsplätze verloren gehen, was unter einer Kündigung wegen Verkauf und einer betriebsbedingten Kündigung zu verstehen ist, wie Weltbild in Zukunft ausgerichtet wird etc.

    Aber gut. Ich weiß jetzt endlich, was ihr den ganzen Tag tut. So ein hochkarätiges Treffen muss ja strategisch vor- und nachbereitet werden, man muss hier und da wirbeln und Bugwellen vor sich herschieben ...

    Ich bin wirklich gespannt, was bei all eurem - in meinen Augen sinnlosen - Herumwirbeln rauskommt. Würde mich wundern, wenn es mehr wäre als nullkommanullkommanullkommanull Prozent höhere Abfindungen.

    AntwortenLöschen
  2. Lieber Anonym,
    achte bitte auf deinen Tonfall und lass' die unsachlichen Unterstellungen. Die aktuelle Pressemitteilung zu unserem Besuch bei Zdarsa steht (wie immer) unter www.zukunftstarifvertrag.de online. Und zwar seit gestern Abend!
    Wenn du die Verhandlungsstrategie der Tarifkommission nicht gut findest, bring dich selber ein. Zum Beispiel auf der nächsten Mitgliederversammlung von ver.di.
    Last but not least: Es geht uns nicht um höhere Abfindungen, sondern um Arbeitsplatzsicherheit.

    AntwortenLöschen
  3. Frage eines nicht-Verdi-Mitglieds.
    Der Zukunftstarifvertrag gilt nur für Verdi-Mitglieder und ist damit nicht zwingend für Nichtmitglieder gültig.
    Stimmt diese Aussage denn überhaupt?
    Wenn ja, welche Lösung hat der Betriebsrat für Nichtmitglieder?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tatsächlich habe ich schon gehört, das neue Inhaber wirklich nur den Gewerkschaftsmitgliedern die vereinbarten Konditionen zugestanden haben. Ist doch klar, das versucht werden wird Stellen abzubauen .Da wird alles versucht um Kosten zu sparen. Dies geschieht meistens bei neuen Inhabern. Daher verlang ver.di bei dem Zukunftstarifvertrag auch diese sogenannte Patronatsklausel. Mit dieser verpflichtet sich der neue Mehrheitsinhaber die Forderungen des Zukunftstarifvertrages zu erfüllen. Da der Verhandlungspartner / Tarifpartner ver.di ist, gilt das natürlich nur für ver.di Mitglieder. Ich würde jedem Weltbildmitarbeiter dringend empfehlen sofort bei ver.di einzutreten. Nehmt endlich zur Kenntnis das in Deutschland die Gewerkschaften die rechtlich anerkannten Verhandlungspartner der Arbeitgeber sind. Sicherheit geben nur die Ergebnisse/Verträge die dann von beiden Seiten unterschrieben worden sind. Alle anderen müssen selber schauen wo sie bleiben.

      Löschen
    2. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

      der nächste Lagerverkauf Lagerverkauf von NICHT-VERDI-Mitarbeitern findet am Dienstag, den xy.07.2013 statt. Für Kapitalistenschweine ist wieder von 15:30 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet. Sie erhalten auf die bischöflichen "Schnäppchenpreise" nochmals 30 % Rabatt. Auf Elektronikartikel wie Vibratoren etc. erhalten Sie einen Rabatt von 10 %.

      Bitte halten Sie beim Einlass Ihren Mitarbeiterausweis von Weltbild bereit.

      Ebenfalls bitten wir Sie, keine VERDI-Angehörigen mitzubringen, da wir ihnen keinen Einlass zur Verkaufstombola gewähren können.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Weltbild-Verkausteam

      Löschen
    3. @Anonym Jan 27, 2012 05:17 AM:
      Wenn man sich Weltbild so überhaupt nicht mehr zugehörig fühlt, sollte man weiterziehen. Bitte.

      Löschen
    4. Klingt nach A... kriecher aus Aindling oder AIC. Selber durch Vetternwirtschaft ins Unternehmen gekommen und jetzt über engagierte Kollegen herziehen.

      Löschen
  4. Schade dass sich hier nur Krawallbürsten unverschämt zu Wort melden.
    Dieser Beitrag ist nett zu lesen aber leider
    so interessant wie der berühmte Sack Reis
    und unterstreicht das so mancher nur zum Kaffeetrinken und unwichtiger
    Mails lesen in die arbeit kommt.
    so nette Zeilen wie Diese finden sich in so vielen blabla blogs.
    schade.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. wenn das hier facebook wäre, würde ich bei diesem kommentar "gefällt mir" klicken

      Löschen

Sie können Ihre Kommentare vollständig anonym abgeben. Wählen Sie dazu bei "Kommentar schreiben als..." die Option "anonym". Wenn Sie unter einem Pseudonym schreiben wollen, wählen Sie die Option "Name/URL". Die Eingabe einer URL (Internet-Adresse) ist dabei nicht nötig.

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.