Mittwoch, 11. Januar 2012

Ver.di bei WELTBILD: 10% mehr Mitglieder in sechs Wochen!

Heute Abend trafen sich die ver.di-Mitglieder von WELTBILD zur ersten Versammlung 2012 im großen Festsaal der Gaststätte "Grüner Kranz" in Lechhausen. Gut gelaunt und voller Tatendrang diskutierten die VerdianerInnen viele starke Ideen zur Durchsetzung des Zukunftstarifvertrages. Am Ende der Versammlung wählten die Mitglieder fünf Vertrauensleute für den Betrieb.

Timm Boßmann, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe, informierte über den aktuellen Verhandlungsstand und die Einschätzungen der Tarifkommission. Außerdem stellte er die Strategie von Gewerkschaft und Betriebsrat vor: Sie baut auf drei stabilen Säulen auf, über die an dieser Stelle nicht mehr verraten werden kann. Wir wissen ja, wie fleißig die Geschäftsführung unser ver.di-Blog studiert ;-)

Thomas Gürlebeck, Sekretär des Fachbereichs Handel in Augsburg, stellte als "Ehrengast" Ruth Hahn-Bauer vor. Die Vorsitzende des ver.di-Ortsvereins Augsburg hatte sich an diesem Abend Zeit genommen, um den WELTBILD-KollegInnen wertvolle Tipps zur Mobilisierung und Mitgliederwerbung zu geben.

Ruth Hahn-Bauer ist seit rund 30 Jahren Betriebsrätin bei der Deutschen Post. Dort sind über 80% der Belegschaft bei ver.di organisiert und haben höchst erfolgreich gute und sichere Arbeitsbedingungen durchgesetzt. So gibt es beispielsweise einen tariflich vereinbarten "Rationalisierungsschutz" für alle Mitglieder. D.h. niemand darf entlassen werden, wenn neue Technologien die Arbeitsabläufe verändern. Eine geradezu sensationelle Garantie im technologisch getriebenen Logistik-Sektor. Des weiteren sind bei der Post bis 2015 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, es gibt neue Altersteilzeit-Modelle, die sechs Jahre vor der Rente greifen, und und und.

Eine starke Motivation für die VerdianerInnen bei WELTBILD, die Organisierung noch weiter voranzutreiben. "In den letzten sechs Wochen haben wir 10 Prozent neue Mitglieder gewonnen", freute sich ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck. Gute Voraussetzungen, den Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD notfalls mit Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen!

Danach stellte Timm Boßmann die nächste geplante Aktion im Zusammenhang mit dem Zukunftstarifvertrag vor: Ein Fackelzug zum Dom, an dessen Ende die gesammelten Protest-Postkarten – inzwischen mehrere Tausend – dem Bischof überreicht werden sollen.

Die Demonstration findet voraussichtlich am übernächsten Wochenende statt. Sobald die Genehmigung vom Ordnungsamt vorliegt, informieren wir hier und im Betrieb über den genauen Termin und Ablauf.

Am Ende der Versammlung wählten die anwesenden Mitglieder fünf Vertrauensfrauen und -männer, die innerhalb von WELTBILD die Gewerkschaftsarbeit vorantreiben und auch ein verlängerter Arm des Betriebsrats sein werden. Alle Vertrauensleute wurden einstimmig gewählt. Bei den nächsten Mitgliederversammlungen wird die Gruppe voraussichtlich nochmals erweitert, so dass in naher Zukunft in allen Unternehmensbereichen direkte Ansprechpartner von ver.di zur Verfügung stehen.

Aktiv im Betrieb: die Vertrauensleute sind ganz nah dran an der Belegschaft und unterstützen den Betriebsrat. Von links nach rechts: Manuela Natterer, Stefan Migdalek, ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann, Dirk N., Jürgen Puschmann und Helene Vollrath. Viel Erfolg bei euren neuen Aufgaben!

Kommentare:

  1. VERDI WANTS YOU

    jede und jeder hat es jetzt hautnah miterlebt. Das Unternehmen Weltbild soll verkauft werden. Was wird jetzt kommen? Was wird mit meinem Arbeitsplatz? Werden neue Führungskräfte ins Unternehmen kommen? Wird umstrukturiert werden. Wird Weltbild überhaupt so bleiben wie es bisher ist?
    Das stinkt dir. Du brauchst einen sicheren Arbeitsplatz. Du hast Familie. Hast Pläne. Die stehen jetzt da mit einem dicken Fragezeichen dahinter.
    Deine Gewerkschaft ver.di weiß was zu tun ist. Sie haben Erfahrung mit solchen Konstellationen. Sie haben ähnliches schon woanders erlebt. Profitiere von diesem Wissen, profitiere von dieser Erfahrung. Trage mit dazu bei das unsere Gewerkschaft stärker und erfolgreicher wird.
    Der Arbeitgeber kann verkaufen. Doch die Gewerkschaft bleibt. Und unsere Forderungen bleiben ebenfalls. Und wir werden nicht locker lassen bis diese erreicht sind. Bleib nicht aussen vor.

    Verdi wants YOU, trete ein. Leiste deinen Beitrag. Lass deine Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich.

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  2. Zum einen: Dass ihr einen Zuwachs von 10 Prozent im Betrieb habt, ist ja schön, doch eigentlich müsste ja jede und jeder jetzt in die Gewerkschaft eintreten. 10 Prozent sind angesichts der Situation bei Weltbild nicht viel.

    Zum anderen: Wenig andere Branchen sind so im Umbruch begriffen wie die Medienbranche und da die Zeitungs- und Buchverlage. Wir bei Weltbild leben vom Buch. Und das wird immer mehr digital. Weltbild ist neben Apple und Amazon auch einer der großen Treiber der Digitalisierung im Buchbereich (siehe Pubbles, Trekstor, Tablet ...). Man muss nicht Sterndeuter sein, um zu sehen, dass der von Weltbild beschrittene Weg in diese Richtung weiter geht und es zum Abbau vieler Arbeitsplätze kommen wird, die jetzt noch vom Print-Buch leben (Filialen, Versand, Verwaltung ...). Sprich: Unabhängig von den Verkaufsplänen der Bischöfe braucht Weltbild jetzt eine starke Gewerkschaft, die den Wandel von der Gutenberg- in die Google-Facebook-Welt begleitet und für uns Mitarbeiter "vernünftig" abfedert.

    Nie war die Gewerkschaft so wertvoll wie heute.

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    1. Aufgeweckter Kopf12. Januar 2012 um 21:12

      In den Weltbild Filialen ist es ja bereits seit 2009 zu massiven Arbeitsplatzverlusten gekommen und dieses führt zu Arbeitsbedingungen, die in zwei Artikeln im "Hugendubel Blog" sehr gut beschrieben wurden:

      http://hugendubelverdi.blogspot.com/2011/12/entweltlichung-entmenschlichung.html#more

      und

      http://hugendubelverdi.blogspot.com/2011/05/das-weltbild-von-weltbild.html#more

      Wirklich sehr sehr lesenswert.
      In den Filialen sind bisher wenige gewerkschaftlich organisiert und dann passiert eben sowas ganz schnell und weitesgehend unbemerkt.

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  3. Wie blöd seid ihr denn? Einen Fackelzug zum Dom? Reicht es nicht, wenn die so genannten Christen Bücher bei uns im Lager verbrennen wollen? Fackelzug: Die Nazis haben 33 im Januar mit einem Fackelzug ihre Machtübernahme gefeiert. Welcher Idiot ist denn auf die Idee mit dem Fackelzug gekommen? Habt ihr denn 0 Gespür für Symbolik?

    Nehmt GRAB-LICHTER für euren Aufmarsch am Dom! Das wäre die richtige Symbolik. Die so genannten Christen tragen unsere Arbeitsplätze zu Grab. Und Grab heißt auch noch der Kulturbürgermeister, der sich für ein Medienunternehmen in seiner Kulturstadt Augsburg anscheinend die Bohne interessiert.

    Aber bei "Fackelzug" kann ich nur den Kopf schütteln! Daran werde ich nie und nimmer teilnehmen, Kollegen.

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  4. Fackelzug? Da schließe ich mich gerne mit Mistgabel an :-)))

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  5. ich gehöre auch zu den 10%

    wie schon in einem vorherigen Blog angekündigt, bin ich aus der römisch katholischen Kirche ausgetreten. Geht ganz einfach und ich bekomme mehr Geld raus am Ende des Monats.

    Bin verheiratet und Kinder sind bereits getauft, also für was soll ICH noch Geld an die Kirche zahlen?

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  6. Thema Fackelzug
    Der Kollege oder die Kollegin hat natürlich recht, dass Grablichter bei der Demo wesentlich unverfänglicher wären als Fackeln.
    Aber die kleinen Lichter sind auch weit weniger auffällig. Bei allem abwägen, halte ich den Vorwurf bzw. Vergleich mit 33 für zu plakativ und überzogen. Die Weltbild-Demo besitzt schließlich einen ganz anderen Charakter und ist weit entfernt von einer Parade. Ich denke, die Fackeln kann man durchaus vertreten und sollten niemanden davon abhalten teilzunehmen. (Aber den Hinweis auf Herrn Grab und die Grab-Lichter ist gut. Vielleicht kommen die Lichter bei anderer Gelegenheit doch noch zum Einsatz :-)

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