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Donnerstag, 30. Juni 2016

Kapital umfairteilen - unten entlasten, oben belasten


In den vergangenen Jahren hat in Deutschland eine bis dahin unvorstellbare Umverteilung des Reichtums von unten nach oben stattgefunden. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat so gut wie nichts auf der hohen Kante – dagegen besitzen die reichsten zehn Prozent mehr als 60 Prozent des Vermögens. Der Anteil am Volksvermögen, der erarbeitet wird, ist drastisch gesunken.
Von der Finanz- und Wirtschaftskrise wurden die Reichen nur kurzfristig tangiert, obwohl sie wesentlich dazu beigetragen haben. Inzwischen geht es für sie wieder steil nach oben: 860.000 Dollar-Millionäre leben heute in Deutschland – sechs Prozent mehr als zu Zeiten der Krise. Derweil müssen sich immer mehr Menschen mit Niedriglöhnen über Wasser halten.

Der Staat blutet finanziell aus

Nicht nur die Unternehmen drücken auf die Kosten – der Staat ebenso. Gekürzt wurde in den vergangenen Jahren vor allem bei Erwerbslosen und den Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Aber auch öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur gelten vielerorts als nicht mehr bezahlbar: 60 Prozent der Gemeinden planen drastische Einschränkungen ihrer Leistungen.
Dennoch verbreiten die Reichen und ihre politischen Vertreter Jubelmeldungen über unerwartet hohe Steuereinnahmen und fordern – wie üblich – Steuersenkungen. Tatsache aber ist: Der Staat nimmt heute 35 Milliarden Euro weniger ein als vor der Krise. Die positiven Meldungen resultieren allein aus der Differenz zwischen einer pessimistischen Steuerschätzung und der tatsächlichen Entwicklung.
Keine Frage also: So kann und darf es nicht weitergehen. Tatsächlich hat der Staat immer weniger Geld für notwendige öffentliche Aufgaben. Bibliotheken, Schwimmbäder und Beratungsangebote werden abgebaut oder die Zutrittspreise dafür erhöht: Wer nicht genug Geld hat, kann sie nicht nutzen. Das ist nicht nur äußerst ungerecht, sondern auch fatal für ein demokratisches Gemeinwesen. 

Eine Steuerreform ist überfällig

ver.di fordert deshalb grundlegende Steuerreformen: Die Reichen müssen endlich angemessen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben beitragen. Die Gewerkschaft hat ein einnahmeneutrales Konzept für eine gerechtere Lohn- und Einkommenssteuer vorgelegt. Das Motto: Unten entlasten – oben belasten. Zum einen verlangt ver.di, dass der Eingangssteuersatz nicht länger viel steiler ansteigt als bei höheren Einkommen. Zum zweiten sollten ab 60.000 Euro Jahreseinkommen für einen Alleinstehenden 50 Prozent an den Staat gehen, ab zwei Millionen Euro 80 Prozent. Das ist keineswegs besonders hoch gegriffen; in den 1990er Jahren lag der Spitzensteuersatz bei 53 Prozent. Außerdem müssen die Finanzämter die Chance bekommen, die Angaben der Steuerpflichtigen besser zu kontrollieren. 

Auch Vermögende und Erben müssen zahlen

Ein besonderer Skandal ist, dass seit 1997 in Deutschland keine Vermögenssteuer mehr erhoben wird. Sie muss schnellstens wieder eingeführt werden. Auch die Erbschaftssteuer trägt bisher so gut wie nichts zur Finanzierung der Staatsaufgaben bei. Jährlich werden schätzungsweise 150 bis 250 Milliarden Euro vererbt – Geld, dem nicht die geringste eigene Leistung der Begünstigten gegenübersteht. Doch nur etwa vier Milliarden Euro davon landen bei den Länderfinanzministern. Im Klartext: Der durchschnittliche Steuersatz auf Erbschaften liegt bei mickrigen 2 Prozent.
Außerdem liegen seit Jahren Vorschläge für eine Finanztransaktionssteuer auf dem Tisch. Sogar Kanzlerin Angela Merkel führte sie nach der Finanzkrise im Munde – doch umgesetzt wurde davon bisher nichts. Stattdessen hat sich der Staat zur Rettung maroder Banken extrem verschuldet.

Auf den Punkt gebracht

Seit Jahren magert der Staat zugunsten weniger Bürger/innen und Unternehmen immer weiter ab. Zugleich geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf. Die Finanz- und Wirtschaftskrisen verschärfen die Lage weiter. Nicht zuletzt im Interesse von Gerechtigkeit und Gemeinwohl fordert ver.di eine grundlegende Wende in der Steuer- und Finanzpolitik. 
Quelle. www,verdi.de

Mittwoch, 17. Februar 2016

Veranstaltung: Prekäre Arbeit


Wir stellen an dieser Stelle gerne einen Veranstaltungshinweis der Betriebsseelsorge in den Blog. 

Montag, den 22.02., sprechen mehrere Redner im Haus St. Ulrich in Augsburg zum Thema "Prekäre Arbeit". 


Hier geht es um Arbeitsverhältnisse, die den Menschen keinen gesicherten Lebensunterhalt bieten, sondern genau das Gegenteil bewirken, nämlich ihn ausbeuten. Einer der Redner ist Hans Gilg, den wir seit Jahren als engagierten Betriebsseelsorger kennen. Ebenso wie Erwin Helmer, der als Moderator durch den Abend führt. Als Gast ist ein ehemaliger Goldsucher aus Brasilien eingeladen, der berichten wird, wie die Arbeitsverhältnisse in einem der sogenannten "Schwellenländer" aussehen.



Bei Interesse bitten wir um kostenlose Anmeldung beim Veranstalter:
KAB-Bildungswerk der Diözese Augsburg e.V., Weite Gasse 5, 86150 Augsburg

Tel: 0821/3166-3515; email: bildungswerk@kab-augsburg.org


Sonntag, 19. April 2015

Unten sparen, oben vergolden


Das ist ungerecht


Vier Top-Verdiener bei WELTBILD beziehen zusammen ein Jahresgehalt deutlich über 1.000.000 Euro. 

Weitere Führungskräfte – oft aus dem Netzwerk der Droege-Gruppe – werden angestellt. Während die Oberen das Geld mit dem Koffer nach Hause tragen, fordert Droege eine Reduzierung der Personalkosten um 10 Millionen Euro. Dieses offensichtliche Missverhältnis sollen wir mit unseren Arbeitsplätzen bezahlen. Nein!

Montag, 30. September 2013

Es ist schade - ein Statement der KAB und Betriebsseelsorge


Liebe Beschäftigte der Firma Weltbild,

Es ist schade,
dass nun schon wieder so viel Unruhe und Unsicherheit im Betrieb ist.

Es ist schade,
dass eine normalerweise seriöse Zeitung, wie die FAZ ohne Grundlage Horrormeldungen verbreitet, die einem Unternehmen viel Schaden zufügen können.

Es ist schade,
dass ich Kommentare lesen muß, in denen sich Menschen voller Schadenfreude über das angebliche „Aus“ von Weltbild austauschen.

Es ist schade,
dass sich die Anteilseigner noch immer nicht auf die Modalitäten einer Stiftung einigen konnten.

Nochmal möchte ich eure Würde in den Mittelpunkt stellen. Wie der Arbeiter-Kardinal Joseph Cardijn schon vor vielen Jahrzehnten gesagt hat, ist jede und jeder von euch mehr wert als alles Gold und Geld dieser Erde.

Darum wünsche ich euch

•    dass die Anteilseigner die Stiftungslösung sehr zügig vorantreiben und damit unmissverständlich zum Ausdruck bringen: „Wir stehen zu Weltbild“.
•    dass dadurch wieder Sicherheit und Ruhe in die Firma einkehren – und nicht nur bei euch, den Beschäftigten, sondern auch bei euren Familien und Angehörigen.
•    dass es der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und den Beschäftigten gelingt mit neuen Konzepten „Weltbild“ gut aufzustellen und somit klug auf den Wandel in dieser Branche zu reagieren.

Weltbild ist eine gute Firma:
Leiharbeit wurde drastisch reduziert, die Bezahlung erfolgt nach Tarif und ein Betriebsrat hilft, dass in vielen Bereichen gute Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
Das muss so bleiben und bei allem muss immer der Satz im Mittelunkt stehen: Hier arbeitet ein Mensch

Hans Gilg, Betriebsseelsorger Diözese Augsburg
Diakon Erwin Helmer, Diözesanpräses der KAB

Donnerstag, 24. Januar 2013

Verdi Aktivitäten 2013


Was steht auf der Agenda für dieses Jahr? Welche Schwerpunkte stehen bei verdi aktuell an?

Hier ein kleiner Überblick:

1. Verdi unterstützt ein breites Bündnis von Organisationen und Verbänden zum Thema "Umverteilung", um die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter auseinander gehen zu lassen. Weitere Infos unter www.umfairteilen.de

2. Fortsetzung der Aktion "Gerecht geht anders". Hier geht es z.B. um…

Prekäre Beschäftigung (so soll es ohne stichhaltige Gründe keine befristeten Anstellungen geben)

• Equal Pay für Leiharbeit (Leiharbeiter sollen genau so viel verdienen wie die Stammbelegschaft)

• Aspekte der Demografie-Entwicklung (altersgerechtes Arbeiten und Nachwuchsförderung)

Die Eindämmung von Werkverträgen mit denen Lohndumping betrieben wird.

3. Und nicht zuletzt die Unterstützung der europaweiten Aktion "Wasser ist Menschenrecht",
die erste europäische Bürgerinitiative unter dem Motto: Wasser ist ein öffentliches Gut und keine Handelsware. Ziel ist es, die Privatisierung der Wasserversorgung zu verhindern. Hier erfahrt ihr, wie man die Aktion unterstützen kann: www.verdi.de

Dies und noch so einiges mehr gilt es, dieses Jahr anzugehen.
Viel zu tun im Jahr der Bundestagswahl!


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Fritz Schösser in Augsburg: "Sozial geht anders!"

Zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem ehemaligen Vorsitzenden des DGB Bayern, Fritz Schösser, unter dem Titel „Sozial geht anders – Politische Alternativen der Gewerkschaften“ lädt der DGB Augsburg ein:

Donnerstag, 25. Oktober 2012, um 18:00 Uhr, 
Gasthof „Bayerischer Löwe“, Ulmer Str. 30
Die Veranstaltung schließt an eine Reihe von Infoständen des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften in der Augsburger Fußgängerzone im Juni und Juli diesen Jahres an. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen „Prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Mindestlohn, gerechte Besteuerung, Rente und Pflege“.

Fritz Schösser – wer ihn kennt, weiß,
dass der ehemalige DGB-Vorsitzende
ein mitreißender Redner ist.

Samstag, 25. Februar 2012

Augsburg: Aktionstag zur unsicheren Arbeit am unsichersten Tag des Jahres, Mittwoch 29.02.2012 18:00 Uhr


Dieser Tag ist der Gedenktag für den unsichersten und prekärsten "Heiligen" Prekarius bzw. Prekaria.
Prekarius/a ist das Symbol für alle Menschen, die in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen leben, gegen Leiharbeit, gegen andauernde Befristungen und Armutslöhne.
Entstanden aus Demütigung und menschenunwürdigen Verhältnissen und aus der Hoffnung auf eine gerechte, menschliche und liebevolle Welt.

Den unsichersten Tag des Jahres - einen Tag - der nur alle vier Jahre im Kalender steht - nehmen Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Christliche Arbeiterjugend (CAJ) in Augsburg in Kooperation mit attac Augsburg zum Anlass, auf die unbefriedigende Situation hinzuweisen.

Daher findet am Mittwoch, dem 29.2.2012 ab 18:00 Uhr, eine öffentliche Aktion zur unsicheren Arbeit in Deutschland statt.
Leiharbeit, befristete und geringfügige Beschäftigung, Solo-Selbständige, Generation Praktikum usw...

Neben der Beschreibung der aktuellen Situation um 18.00 Uhr wird es bei der anschließenden Veranstaltung auch um mögliche Auswege aus der Misere gehen.
"Sankt" Prekarius




CAJ, KAB und attac laden zu folgenden Veranstaltungen ein: 


18.00 Uhr auf dem Fuggerplatz
"Entwicklung und Ausmaß der unsicheren Beschäftigung"



 19.00 Uhr im Tagungszentrum Annahof
"Wege aus der Armutsfalle - leben und arbeiten, aber anders"






 
"Seit Jahren haben wir es mit einer Zunahme der unsicheren Beschäftigung zu tun. Nicht nur Leiharbeit und befristete Beschäftigung, sondern auch geringfügige Anstellung oder unbezahlte Praktika sind an der Tagesordnung. Diese Beschäftigungsverhältnisse machen bereits heute ein gedeihliches Auskommen unmöglich, über Anwartschaften für die Rente braucht man dabei überhaupt nicht nachzudenken."

"Die Würde der Arbeit misst sich an der Person" Kompendium Kath. Soziallehre 271

Deshalb weg mit der Leiharbeit - her mit existenzsicherndem Lohn !

Dienstag, 8. Februar 2011

Achtung Kostenfalle: Vorkasse beim Arzt und in der Apotheke sind riskant!

   
Zu Beginn des Jahres 2011 sind im Gesundheitswesen zahlreiche neue Gesetzesregelungen in Kraft getreten. So sollen nach den Worten des Bundesgesundheitsministers, Patient/innen mehr Wahlfreiheit erhalten. Dazu wurden die Möglichkeiten zur „Kostenerstattung“ ausgeweitet und eine „Mehrkostenregel“ bei Medikamenten eingeführt.
 
Der Begriff „Kostenerstattung“ signalisiert, dass die Krankenkasse die Kosten auch erstattet. Tatsächlich ist es aber so, dass zwischen 60 und 75 Prozent  der Behandlungskosten beim Arzt nicht von der Kasse erstattet werden, sondern vom Patienten bezahlt werden müssen. Patient/innen und nicht die Kasse sind dem Arzt gegenüber in der Pflicht. Und gezahlt werden muss selbst dann, wenn die Kasse überhaupt nichts erstattet – z.B. wenn es sich um keine Kassenleistung handelt, oder der Arzt die Leistung nicht in der geforderten Qualität erbracht hat. Das gleiche gilt in der Apotheke. Auch hier ist der Patient oder die Patientin gegenüber dem Apotheker in der Zahlungspflicht, unabhängig davon, wie viel die Kasse zahlt.

So kann die vermeintliche Wahlfreiheit schnell zur riskanten Kostenfalle werden. Über 600.- EUR kann dann der Besuch beim Radiologen kosten. Immerhin noch rund 250.- EUR sind es dann im Schnitt beim Internisten. Und wie im Spielcasino geht’s in der Apotheke zu. Auf bis zu 90 Prozent des Arzneimittelpreises bleiben die Patient/innen sitzen. Was die Krankenkasse wirklich beim gewählten Medikament erstattet, weiß nicht einmal der Apotheker.  

Deshalb warnt die Gewerkschaft ver.di vor der Inanspruchnahme dieser Neuregelung. Weitere detaillierte Informationen zu den zahlreichen Neuregelungen im Gesundheitswesen finden ver.di-Mitglieder hier: Gesundheitspolitik bei ver.di
   

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