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Sonntag, 17. Januar 2016

Die gewerkschaftliche Blogger-Bewegung wächst weiter


Zu Beginn des Jahres bietet sich eine gute Gelegenheit, um wieder mal auf den tollen Hugendubel-Blog zu verweisen. Dort findet sich ein Beitrag über mehrere neue Gewerkschafts-Blogs mit einem Zitat von Victor Hugo:

"Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist."





Einen Blog als zeitgemäßes Informationsmedium für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen jetzt auch ver.di Aktive von real-Supermärkten, der Wohnungswirtschaft, des VdK Sozialverbandes und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg. (Die Seite des Sozialverbandes ist momentan nicht online und wir hoffen, dass es sich dabei lediglich um ein technisches Problem handelt.)










Im Jahr 2009 als erstmals ein Verkauf von Weltbild in Erwägung gezogen wurde, entstand der ver.di Weltbild Infoblog. Zum damaligen Zeitpunkt echte Pionierarbeit. Die Gewerkschaft betrat damit in ihrer Historie Neuland, um die Öffentlichkeitsarbeit zu forcieren und stärker im Zeitalter der Digitalisierung zu verankern. Seither sind quer durch die Republik viele Blogs diesem Beispiel gefolgt und geben der gewerkschaftlichen Arbeit in den Betrieben ein Sprachrohr. Z.B. der Blog der Dehner-Gartencenter, OBI-Baumärkte, der Caritas, des C.H. Beck Verlages, Amazon und viele andere. Toll, dass die ver.di-Bloggergemeinde weiter wächst! 


Dienstag, 3. November 2015

Madsack und ver.di - ein starkes Team im Kampf




Was ist Madsack?


Am 01. März 1893 gründete August Madsack die Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co.KG in Hannover.
Das Kerngeschäft der Madsack Mediengruppe bilden regionale Tageszeitungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen, Hessen und Sachsen-Anhalt.
Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen vielseitig in weiteren Mediengattungen, wie beispielsweise im Hörfunk, bei TV-Produktionen oder in Anzeigenblättern.
Aber auch in Dienstleistungssektoren, wie etwa der Post, in der Logistik oder in Kundendiensten findet sich die Mediengruppe wieder.
Laut der Fachzeitschrift Media Perspektiven ist Madsack das viertgrößte Verlagshaus in Deutschland. (Media Perspektiven, Nr. 05/2014, S. 259)

Trotz guter wirtschaftlicher Lage stehen die Zeichen auf Sturm.

Zeiten im Umbruch


Am 02. Oktober 2013 kündigte die Führung der Madsack Mediengruppe einen Umbau des Konzerns an, welcher in der Agenda Madsack 2018 zusammengefasst wurde.
Die Gewerkschaft ver.di und der Madsacker Betriebsrat sehen in dieser Agenda aber nur eines: gravierende Nachteile für die Beschäftigten als Folge von altbekannten, unvorteilhaften Sparmaßnahmen, Niedriglöhne und Tarifflucht zu Gunsten des Profits.

Die Befürchtungen um den Arbeitsplatzverlust bestätigten sich erstmals, als im Juli 2014 das Kunden-Service-Center nach 117-tägigem Streik um einen Tarifvertrag geschlossen wurde.


Beschäftigten bei Madsack lassen sich nicht unterkriegen



Auch nach der im Juni 2015 angekündigten Schließung der kornzerneigenen Druckerei, die 180 MitarbeiterInnen den Job kosten wird, gibt die Belegschaft nicht auf.
Im Zusammenschluss mit der Gewerkschaft ver.di und der örtlichen  Politik starteten die Beschäftigten eine Reihe von öffentlich wirksamen Aktionen.

Neben Flugblättern und öffentlichen Briefen, gab es auch Aktions- und Informationsstände.
Aktionsstand in der Hannover Innenstadt am 12.09.2015,
erschienen in Madsack 2018Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover
Höhepunkt der bisher gestarteten Aktionen war ein Motorrad-Corso durch die Hannover Innenstadt, der am 29.08.2015 stattfand,
Das Video "50 schwere Maschinen gegen Madsacks Akt der Gewalt" hat sich bereits auf vielen Plattformen zum Beispiel bei Ver.di TV, Youtube oder Facebook verbreitet und unterstützt die betroffenen KollegInnen.




                                                                                                      Video: ver.di TV

Solidarität für Madsack


Die Beschäftigen der Madsack Mediengruppe sind aber nicht auf sich allein gestellt.
Viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie auch Dr. Max Matthiesen von der CDU haben sich zu den MitarbeiterInnen bekannt.
Zudem nutzen die Aktiven bei Madsack soziale Netzwerke, um auf sich aufmerksam zu machen und über den Fortgang des Unternehmens zu berichten.
Dafür haben sie auf Facebook eine Soli-Seite gegründet. Neben vielen aktuellen Informationen, findet man auch eine ganze Reihe von Fotos und Videos von Aktionen.
Den Link zur Facebook-Soli-Seite gibt es hier.

Wir wünschen den KämpferInnen bei Madsack für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass die gebündelte Kraft von Gewerkschaft, Politik und engagierten Beschäftigten positive Früchte tragen wird.

Quellenangaben:
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgesellschaft_Madsack
  • http://www.verdi.de/verditv
  • https://madsack2018.wordpress.com/category/madsack-2018/
  • Facebook

Mittwoch, 22. Juli 2015

Gratulation: 1.000.000 Seitenaufrufe beim Weltbild-ver.di-Blog


Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Weltbild, 

eine Million Besucherinnen und Besucher auf den Seiten eures Weltbild-Blogs – das ist ein Ereignis und Ergebnis engagierter Gewerkschaftsarbeit über viele Jahre hinweg. Chapeau!

Was vor Jahrzehnten das Schwarze Brett, die Betriebszeitung und Flugblätter zu gewährleisten hatten, eine betriebliche Öffentlichkeit, sieht im Zeitalter der Digitalisierung nicht nur anders aus, es funktioniert auch anders. Ihr habt die neuen Möglichkeiten der digitalen Technologien frühzeitig erkannt und 2009 für eure Gewerkschaftsarbeit die Konsequenz gezogen: www.weltbild-verdi.de war Pionierarbeit. Ein innovatives Medium für Antworten auf die Fragen und Probleme, die Kolleginnen und Kollegen bei Weltbild bewegen – und davon hat es in den vergangenen Jahren weiß Gott mehr als genug gegeben.

Frank Bsirske, Vorsitzender der ver.di
Unsere Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat einen starken, neuen Kommunikationskanal eröffnet, der weit über diesen einen Betrieb hinaus ausstrahlt. Das habt ihr tatkräftig unterstützt – vielen Dank auch für diese Art von gelebter Solidarität. Mittlerweile haben wir es auf eine stattliche Blog-Familie gebracht, die insgesamt rund fünf Millionen Seitenaufrufe stark ist.

Das Weltbild-ver.di-Blog wird ausschließlich von Aktiven im Betrieb betreut. Über 750 Artikel wurden geschrieben, die zu annähernd 5.000 Kommentaren ermuntert haben. Hier zeigt sich die neue „Lebensweise“ eines Weblogs gegenüber den herkömmlichen Medien der Betriebsöffentlichkeit des Printzeitalters. Die per Internet ausgelösten Dynamiken haben zur Weiterführung des Betriebs nach der Insolvenz beigetragen, somit Arbeitsplätze retten geholfen und die Vielfalt in der Verlags- und Vertriebslandschaft gestärkt.

Sicher habt ihr noch so manche schwierige Wegstrecke vor euch, für die ich euch bei der Gelegenheit schon mal viel Kraft und Erfolg wünsche.

Doch für den Moment gibt es etwas zu feiern – den millionenfachen Erfolg eures Weblogs – herzlichen Glückwunsch dazu!

Euer Frank Bsirske
Berlin, 22. Juni 2015

Mittwoch, 22. April 2015

WELTBILD-Pressestelle versucht Öffentlichkeit zu täuschen


Das Augsburger Arbeitsgericht hat heute beschlossen, den Betriebsrat in eine Einigungsstelle zu schicken. Der BR hat bereits angekündigt, gegen diesen Beschluss Rechtsmittel einzulegen. Die Pressestelle der WELTBILD Retail GmbH hat das Urteil zum Anlass genommen, heute eine bewusst irreführende Pressemitteilung herauszugeben. Darin heißt es unter anderem: "Darstellungen, wonach bei Weltbild 300 Stellen abgebaut werden sollen, sind falsch." Es ginge nur noch um einen Personalabbau von 60 Stellen, behauptet die Pressestelle.

Das ist eine verzerrte Darstellung: WELTBILD Retail GmbH und ALSO Logistics Services GmbH bilden einen gemeinsamen Betrieb, für den ein einziger Betriebsrat zuständig ist. Das ist vertraglich bei der Überleitung festgelegt worden, genauso wie eine gemeinsame Führungsvereinbarung. Das wissen die Beteiligten auf Arbeitgeberseite sehr wohl und haben dementsprechend auch die Einigungsstelle für den gemeinsamen Betrieb vor Gericht beantragt.

Entlassungen werden wahrheitswidrig kleingerechnet

Jetzt öffentlich etwas anderes zu behaupten, ist reine Taktik, um die Anzahl der geplanten Entlassungen wahrheitswidrig kleinzurechnen. Wir bleiben bei unserer Darstellung, dass in der Retail rund 100 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Die 60, von denen die Pressestelle spricht, sind rechnerische Vollzeitstellen, d. h. zwei 50%-Teilzeitbeschäftigte besetzen eine rechnerische Vollzeitstelle. Es sind also auf jeden Fall mehr Menschen betroffen als rechnerische Vollzeitstellen. Dazu kommt die Tatsache, dass derzeit vor allem hochqualifizierte Fachkräfte das Unternehmen verlassen (z. B. ITler und Marketeers), die selbstverständlich mit gleich qualifizierten Fachleuten ersetzt werden müssen, während im Bereich der SachbearbeiterInnen wie ursprünglich geplant gekündigt werden soll.

Im Bereich der Logistik stehen weiterhin 200 Arbeitsplätze auf der Streichliste. Macht zusammen 300 Arbeitsplätze.

Desweiteren spricht die Pressestelle von derzeit 1.372 Beschäftigten in der "Weltbild Gruppe (ohne Logistik)". Damit werden die MitarbeiterInnen in den Filialen mit in die Berechnung einbezogen. Die Filialen sind wiederum in einer eigenen GmbH aufgehängt, bilden aber im Gegensatz zur ALSO keinen gemeinsamen Betrieb mit der Retail. Während die Pressestelle also einerseits spaltet, was tatsächlich zusammengehört, zieht sie auf der anderen Seite etwas zusammen, was nicht vergleichbar ist: In den Filialen sind zum überwiegenden Teil Teilzeitkräfte und Aushilfen beschäftigt  – im übrigen sämtlich ohne tarifgebundene Arbeitsverträge. Also auch wieder ein Rechentrick, um die Zahl der 60 rechnerischen Vollzeitstellen möglichst klein erscheinen zu lassen.

Geändert hat sich gar nichts. Die Darstellung der Pressestelle ist falsch und eine unseriöse Augenwischerei, um die Belegschaft zu spalten und die Öffentlichkeit über den wahren Sachverhalt zu täuschen.

Dienstag, 18. Februar 2014

Besucht die Facebook-Seite "Wir sind Weltbild"


Unsere Solidaritäts-Aktion "Wir sind Weltbild" mit dem kämpferischen Herzen der Weltbild-MitarbeiterInnen hat auch den Weg zu Facebook gefunden. Unter diesem Namen findet Ihr Infos und Fotos rund um unsere Aktionen.

Wer auf Facebook unterwegs ist und sich die Seite anschaut, drückt bitte den "Gefällt mir"-Button und leitet die Seite auch unbedingt an alle seine Freunde und Bekannten weiter. Das Weltbild-Herz kann man natürlich auch als eigenes Profilbild verwenden und somit – zumindest vorübergehend – gleich auf den ersten Blick Flagge zeigen und seine Sympathie für Weltbild ausdrücken.




Wir können jede Unterstützung gebrauchen – und das größte soziale Netzwerk ist mittlerweile auch Teil des öffentlichen Raumes, in dem wir wahrgenommen werden wollen.

Verdi ist im Internet präsent: mit dem Weltbild-Blog, bei Twitter und bei Facebook. Engagierte VerdianerInnen haben gleich zu Beginn der Insolvenz eine Seite gebaut, auf der Ihr Bilder von unseren Aktionen findet, Kommentare und Meinungen posten und euch vernetzen und austauschen könnt.

Einfach mal reinschauen. Facebook ist nicht mit dem Blog vergleichbar. Hier stehen keine langen Beiträge, sondern alles folgt dem Motto: "In der Kürze liegt die Würze." Daher eignet es sich hervorragend, um immer mal wieder zwischendurch einen Blick aufs Geschehen zu werfen, z.B. auch vom Smartphone aus, während man im Bus sitzt oder auf die nächste Straßenbahn wartet...

Viel Spaß auf der Facebook-Seite "Wir sind Weltbild" – euch selber und all euren Freunden!


Samstag, 15. Februar 2014

Die Presse über Weltbild






In den letzten Wochen war Weltbild in den Zeitungen und im Rundfunk stets ein Thema. Hier einige ausgewählte Links, für alle, die die Berichterstattung noch einmal nachverfolgen möchten.

Der Deutschlandfunk beispielsweise prangert das fehlende Verantwortungsbewusstsein der katholischen Eigentümer an. Nicht nur in den letzten Monaten, sondern über die letzten Jahre hinweg.

Deutschlandfunk: Fulminanter Aufstieg, jäher Fall

Augsburgs Bürgermeister Kurt Gribl stellte sich hinter die Belegschaft und das Unternehmen. Er sagte der Presse, dass es für die Bewältigung der Krise unerlässlich sei, weiter bei Weltbild einzukaufen. Er appellierte an alle Kunden, weiterhin bei Weltbild zu bestellen.

Gribl appelliert an Weltbild Kunden

Der bayerische Rundfunk widmet sich ausführlich der letzten Betriebsversammlung und der eindrucksvollen Herz-Aktion der Beschäftigten im Anschluss an die Versammlung. Er berichtet aber auch über die Schwierigkeiten der aktuellen Konstellation Weltbild/Hugendubel/DBH.

Weltbild Insolvenz

Einen ausführlichen Bericht über die Betriebsversammlung sowie ein Interview mit dem Arndt Geiwitz sendete Augsburg-TV. Der Insolvenzverwalter äußerte sich darin optimistisch für ein Fortbestehen des Unternehmens Weltbild.

Augsburg-TV Filmbericht

Die Bischöfe sagten dem Unternehmen ein Unterstützung von 65 Millionen Euro zu. Wie die finanziellen Mittel allerdings genau eingesetzt würden sei "Sache der Verhandlungen", so berichtet das Handelsblatt.

Handelsblatt: Kirchen-Millionen


Dem Börsenblatt zufolge, steigen die Umsätze bei Weltbild wieder an. Trotz der Insolvenz bleibe das Geschäft derzeit stabil und die Lieferanten belieferten das Unternehmen weiterhin. Bis Ende Februar erwarte der Insolvenzverwalter erste Angebote möglicher Interessenten und Investoren.

Börsenblatt: Umsätze steigen wieder


Überall im Unternehmen spürt man die Anspannung. Die nächsten Wochen werden sicherlich mehr Klarheit bringen. Hoffentlich mit einem positiven Ausgang für möglichst viele Beschäftigte.





Mittwoch, 12. Februar 2014

Warum man gerade jetzt in die Gewerkschaft eintreten sollte



Nicht jeder ist von Haus aus gewerkschaftsnah eingestellt. Etwas ironisch möchte man sagen, sie sei für viele noch so etwas wie ein "rotes Tuch". Aber das muss ja nicht ein Leben lang so bleiben ...

Schließlich sieht man, was bei Weltbild gerade vor sich geht, und als was sich andere Institutionen derzeit entpuppen:

Die katholischen Eigentümer sehen die Insolvenz als Befreiungsschlag an, um sich von dem unliebsam gewordenen Unternehmen trennen zu können. Die Geschäftsführung hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Insbesondere Herr Halff, der sich gerne in der Rolle des Branchenprimus sah, konnte oder wollte nicht eingestehen, wie ernst die Lage bei Weltbild ist. Den Betriebsrat hat er im letzten Jahr unzureichend bis gar nicht, oder wenn überhaupt, viel zu spät informiert. "Wir wurden betrogen und getäuscht", konnte man auf der letzten Betriebsversammlung hören.
Einen Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hat man nie zugelassen, obwohl das bei der Größe des Unternehmens längst notwendig gewesen wäre.

Einzig und allein die Gewerkschaft setzt sich zusammen mit dem Betriebsrat vorbehaltlos für die Belange der Beschäftigten ein: personell, finanziell und organisatorisch!
Ver.di hat dem Betriebsrat den Wirtschaftssachverständigen Klaus Warbruck zur Seite gestellt.
Thomas Gürlebeck, ver.di Sekretär in Augsburg und Hubert Thiermeyer aus München, der Handels-Fachbereichsleiter für Bayern, stellen derzeit alle sonstigen Verpflichtungen hinten an, um sich für unser Unternehmen einzusetzen.

Ver.di finanziert unsere Plakate, Transparente, Flyer und Aufkleber, stellte Busse und Fahrer zur Verfügung für unsere Demo in Würzburg und unterstützt uns bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Der Rechtsanwalt Michael Huber (Kanzlei bell.helm.partnerInnen, München) steht auf Empfehlung der ver.di unserem Betriebsrat als Rechtsbeistand zur Seite.

Ohne die tatkräftige Unterstützung von ver.di, könnten wir viele Aktionen nicht planen und umsetzen! Durch den engen Schulterschluss mit der Gewerkschaft werden wir und der Betriebsrat bestmöglich unterstützt.

Wer jetzt Mitglied in der Gewerkschaft wird, läuft also keinen sozialromantischen Idealen hinterher und kämpft auch keinen Klassenkampf aus dem 19. Jahrhundert. Nein, wer jetzt Mitglied wird, tritt ganz pragmatisch für seine eigenen Interessen als Arbeitnehmer ein. Und er unterstützt all seine Kollegen und Kolleginnen im Kampf um die Arbeitsplätze bei Weltbild. Man zeigt sich solidarisch mit der Organisation, die uns Beschäftigte derzeit auf allen Ebenen unterstützt. Der Beitritt zur Gewerkschaft ist die höchste Form der Solidarität: mit sich selbst, den KollegInnen und allen Arbeitnehmern.

Nicht zuletzt: Als ver.di-Mitglied kann man jederzeit deren kostenlose Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Gerade in einer Krise wie dieser wichtiger denn je.


Freitag, 25. Oktober 2013

Trauermarsch von der City-Galerie zum Dom: WELTBILD verliert sein Gesicht



"WELTBILD verliert sein Gesicht" – Unter diesem Motto demonstrieren die Beschäftigten der Verlagsgruppe WELTBILD am 

Samstag, 26.10.2013
um 14:30 Uhr
ab Willy-Brandt-Platz 
(City-Galerie)


Die Geschäftsführer Carel Halff und Dr. Martin Beer wollen den WELTBILD-Kundendienst (CCC) komplett outsourcen. Damit werden rund 140 tariflich bezahlte Arbeitsplätze in Augsburg vernichtet. Zukünftig sollen sich Dienstleister u. a. in Leipzig um die WELTBILD-KundInnen kümmern.

Betriebsrat und Belegschaft haben in den letzten Wochen mehrfach das Gespräch mit der Geschäftsführung gesucht, um alternative Konzepte zu prüfen. Die Beschäftigten wollen das CCC optimieren, um die KundInnen ideal zu bedienen und gleichzeitig Kosten zu sparen. Allein: Carel Halff und Dr. Martin Beer hören nicht zu.

Stattdessen hat die Geschäftsführung jetzt das Arbeitsgericht angerufen, um den Betriebsrat in Verhandlungen über Abfindungen zu zwingen. Aus Sicht des BR und der Gewerkschaft sind Kündigungen das allerletzte Mittel. Bevor wir nicht darüber geredet haben, wie Entlassungen vermieden werden können, wollen wir nicht über Abfindungen feilschen. Wir verkaufen unsere KollegInnen nicht!

Außerdem glauben wir, dass WELTBILD ohne einen qualifizierten Kundendienst noch tiefer in die Krise rutscht. Jetzt sind kreative und nachhaltige Maßnahmen gefragt, die eine echte Antwort auf die veränderten Marktbedingungen darstellen. Mit kurzsichtigen Kostensenkungsprogrammen gefährdet die Geschäftsführung weitere Arbeitsplätze in Augsburg.

Dagegen demonstrieren wir am morgigen Samstag mit einem Trauermarsch. Nach einer kurzen Kundgebung vor der Citygalerie am Willy-Brandt-Platz um 14:30 Uhr ziehen wir durch die Fußgängerzone zum Dom.

Um schwarze Kleidung wird gebeten.


Hier noch der Hinweis auf einen lesenswerten Artikel in der StadtZeitung Augsburg.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Schallende Ohrfeige für die KollegInnen im CCC

PRESSE-ERKLÄRUNG des WELTBILD-Betriebsrats

Die offizielle Pressemitteilung der Geschäftsleitung zur Schließung des Customer Care Centers war eine schallende Ohrfeige ins Gesicht der Mitarbeiter, die kurz zuvor über ihre bevorstehende Kündigung informiert wurden.

Geschäftsführung vermittelt der Öffentlichkeit bewusst ein falsches Bild

Die Tätigkeitsbeschreibung des Kundenservice, die mit "Bestellerfassung, Telefondienst und Lieferanfragen" umrissen wird, ist schlicht unwahr und soll in der Öffentlichkeit vermitteln, dass eine teure, firmeneigene Abteilung mit derart schlichtem Betätigungsfeld wirtschaftlich nicht tragbar ist.

Faktisch ist das CCC das Herzstück der Kommunikation mit unseren Kunden, wenn diese Fragen jeglicher Art haben oder bei der Abwicklung des Versandgeschäfts Probleme aufgetreten sind.

Telefoniert wird – selbst im eigenen Callcenter – nur noch wenig. Die Mehrheit der Mitarbeiter unterstützt den schriftlichen Kundenservice. Dieser bearbeitet Briefe oder E-Mails direkt von unseren Kunden oder Weiterleitungen unserer externen Dienstleister, die dort nicht erledigt werden können, sei es wegen des immensen Zeitdrucks oder des schlechteren Schulungsstandes der Mitarbeiter. Es werden auch Teile der Buchhaltung bzw. Weiterleitungen aus diesem Sektor nach Möglichkeit erledigt, um unsere Debitoren zu entlasten.

Hochspezialisierte KollegInnen werden vom Arbeitgeber abqualifiziert

Daneben umfasst das CCC auch mehrere spezialisierte Fachabteilungen, wie zum Beispiel: Produktberatung, Sammler-Editionen, Nachforschung, eBooks und Eskalation.

Es ist nicht strittig, dass Weltbild externe Dienstleister braucht, nur werden die allein, mit unterbezahlten Mitarbeitern ohne Bezug zum Unternehmen niemals in der Lage sein den kompletten Service zur Zufriedenheit unserer Kunden zu gewährleisten.

Dafür sind Spezialisten mit fundierten Kenntnissen der internen Vorgänge und Fehlerquellen nötig.

Es mag sein, dass die Geschäftsleitung glaubt auf einen gewissen Prozentsatz verärgerter Kunden verzichten zu können, um kurzfristig die interne Kostenstruktur zu frisieren. Aber auf Dauer wird sich Weltbild, ohne einen überdurchschnittlichen Kundenservice nicht erfolgreich am Markt repositionieren können.

Dafür bedarf es eines firmeneigenen Kundendienstes, der durchaus noch optimiert werden kann, es aber nicht verdient hat, auf eine derartige Weise diskreditiert zu werden, um ein fragwürdiges Outsourcing zu legitimieren.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Weltbild sortiert schwule Literatur aus


Weltbild hat es mal wieder geschafft, negative Schlagzeilen zu produzieren.

Innerhalb kürzester Zeit konnte man in allen Medien, von Spiegel über Stern bis Süddeutsche und Augsburger Allgemeine usw. lesen, dass Weltbild schwule Liebesgeschichten aussortiert hat.
Diese haben offensichtlich keinerlei Bezug zu Pornos, sondern sind anscheinend einfach nur Liebesgeschichten.
Es heißt sogar, dass Weltbild alle Bücher des betreffenden Verlages aus dem Programm nehmen würde.

Dass solche Negativ-Schlagzeilen geschäftsschädigend sind, steht wohl außer Frage.

Wir haben es uns jetzt schon mit den strengen Katholiken verdorben, weil wir angeblich "Pornos" verkaufen.
Wir haben es uns mit allen verdorben, die etwas gegen Buchzensur haben, da sollten wir Deutschen sehr empfindlich sein.
Wir haben es uns mit allen verdorben, die etwas gegen die katholische Kirche haben und dort nichts einkaufen wollen, denn vor dem sogenannten "Porno-Skandal" wussten sicherlich viele Kunden gar nicht, wem Weltbild gehört.
Jetzt haben wir auch noch alle Kunden verärgert, die es nicht mögen, wenn man die Menschen nach ihren sexuellen Vorlieben sortiert und kategorisiert.

Was kommt als nächstes ?
Wir könnten versuchen, die emanzipierten Frauen zu verärgern, da könnten wir auch noch eine Menge Kunden vergraulen.

Zurück zum Anfang: hat das wirklich Weltbild gemacht ?
Haben das die vielen fleißigen Mitarbeiter gemacht, die auch bei Widrigkeiten mit großen Einsatz die Firma voranbringen wollen ?
Nein, natürlich nicht.
Man weiß nicht, wer das genau bestimmt, was aussortiert wird.
Ob das die Schere im Kopf ist, die im vorauseilenden Gehorsam im Sinne des Herrn arbeitet.
Oder ob die Anweisung direkt von "oben" kommt, von den katholischen Besitzern von Weltbild.
Falls das so ist, sollte man auch Ross und Reiter nennen und klar stellen, dass nicht Weltbild aussortiert, sondern der Herr Bischof sowieso wünscht, dass das Buch XYZ von Weltbild nicht verkauft wird !

Was ist eigentlich mit der Stiftung los ?
Würden wir dann immer noch der Zensur unterliegen ?
Wie lange braucht man eigentlich, um ein paar Unterlagen zu gestalten ?
Da ist ja der Flughafen in Berlin noch schneller fertig.
Mir kommt das langsam wie eine Verzögerungstaktik zum St. Nimmerleins Tag vor, um entweder alles beim Alten zu lassen oder Weltbild doch noch zu verkaufen, wenn es ein passendes Angebot gibt, was ich für die wahrscheinlichere Variante halte.

Falls das das Ziel ist, sollte man mit dem Zensurtheater aufhören, denn mit jeder Negativschlagzeile sinkt der Kaufpreis !

Dienstag, 9. April 2013

KBR macht Druck auf Arbeitgeber in Augsburg und München


Der Konzernbetriebsrat (KBR) ist die gesetzlich verankerte Plattform zum Informationsaustausch zwischen den Belegschaftsvertretungen der Konzernteile und ein Gremium für die strategische Zusammenarbeit der (Gesamt-)Betriebsräte. Derzeit sind VertreterInnen von Hugendubel, Weltbildplus, den Karstadt-Filialen und der Augsburger Verlagsgruppe im KBR vertreten. Die Zusammenarbeit der Interessenvertretungen untereinander funktioniert gut. Anders sieht es auf der Arbeitgeberseite aus: Die Geschäftsführungen in Augsburg und München erklären sich wechselseitig für nicht zuständig und lassen den KBR so regelmäßig ins Leere laufen.

Letzte Chance für außergerichtliche Einigung
Der KBR hat in den vergangenen Monaten mehrfach und nachdrücklich versucht, eineN AnsprechpartnerIn der Geschäftsführung auf Konzernebene benannt zu bekommen. Vergeblich. Erst die Ankündigung einer Klage auf Einsicht in den Gesellschaftervertrag zwischen Hugendubel und Weltbild hat jetzt Bewegung in das leidige Thema gebracht. Für die nächste KBR-Sitzung, die Mitte April in Augsburg stattfindet, erwarten die MitarbeitervertreterInnen einen verbindlichen Vorschlag der Arbeitgeber. "Sonst werden die gesetzlich verbrieften Rechte eben per Gerichtsbeschluss durchgesetzt", kündigt die stellvertretende KBR-Vorsitzende Dolores Sailer klare Konsequenzen an. Die Arbeitgeber haben jetzt eine letzte Chance, den Konflikt ohne Rechtsanwälte und die damit verbundenen Kosten beizulegen. 

Konzernweite Mitarbeiter-Zeitung geplant 
Um die KollegInnen in den Filialen regelmäßig über Neuigkeiten aus den Konzernteilen zu informieren, wird der KBR in Kürze eine gemeinsame Mitarbeiter-Zeitung herausbringen. Die Zeitung wird mehrmals im Jahr erscheinen und Berichte aus den unterschiedlichen Filialorganisationen und der Verlagsgruppe in Augsburg bündeln. 

"Mit der Zeitung wollen wir den Blick der KollegInnen in den Filialen auf das große Ganze erweitern",  erklärt KBR-Mitglied Timm Boßmann. "Jede Entscheidung, wie zum Beispiel die Schließung einzelner Filialen, steht in einem Konzern-Kontext – auch wenn die Arbeitgeber uns etwas anderes weismachen wollen. Wenn wir Arbeitsbedingungen verbessern und Arbeitsplätze sichern wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Die Schaffung von Transparenz und Wissen ist der erste notwendige Schritt in die richtige Richtung."

Weitere Schließungen bei Weltbildplus und Jokers
Auch in diesem Jahr werden die Verantwortlichen der DBH wieder zahlreiche Jokers- und Plus-Filialen schließen. Welche Standorte konkret betroffen sind, ist noch nicht vollständig bekannt. Auf jeden Fall stehen Schließungen in Bremen, Regensburg, Heidelberg und Augsburg auf dem Plan der Geschäftsführung. Insgesamt werden in 2013 wohl rund 20 Filialen dicht gemacht. 

Umso unverständlicher, dass es derzeit keine weiteren Betriebsratswahlen in den Plus- bzw. Jokers-Filialen gibt. Nur Betriebsräte vor Ort können angemessene Sozialpläne durchsetzen und die Folgen der Schließungen wenigstens etwas abfedern.

Gut verhandelt: Schließungen bei Karstadt liefen für MitarbeiterInnen glimpflich ab
Als gutes Beispiel mag die erfolgreiche Arbeit der Betriebsräte bei der DBH-Warenhaus gelten. Mehrere Filialen in Karstadt-Häusern wurden in jüngster Zeit geschlossen. Die Belegschaftsvertretung hat in allen Fällen gute Bedingungen für die MitarbeiterInnen erreicht, die zwischen einer Übernahme durch Karstadt oder angemessenen Abfindungen wählen konnten. Zum Teil wurden sogar zusätzliche Geldtöpfe für soziale Härtefälle verhandelt. Wenn man wirklich will, ist vieles möglich – aber ohne Betriebsrat geht gar nichts!

Weiland ist jetzt Hugendubel
Bei Hugendubel wurde die Integration der Weiland-Filialen abgeschlossen. Die DBH hat die traditionsreiche norddeutsche Buchhandelskette in den letzten Jahren schrittweise übernommen und in die Hugendubel-Organisation eingegliedert. Das hatte bereits den Verlust von Arbeitsplätzen in der Lübecker Weiland-Zentrale zur Folge. In den nächsten Monaten werden auch Filialen geschlossen: zum Beispiel in Guben, Husum und Neubrandenburg.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Verlagsgruppe Weltbild schließt Weltbild Polska



Gerne zitieren wir nicht aus kath.net, sind das doch die Leute, die Weltbild als Pornohändler verunglimpfen, obwohl Weltbild nur die Produkte anbietet, die auch in jedem anderen Buchhandel bzw. Buchladen erhältlich sind.
Aber in diesem Fall ist es nötig, scheint doch kath.net über Hintergrundwissen zu verfügen, welches wir als Weltbild-Mitarbeiter nicht haben.

So ist dort nachzulesen, dass Weltbild Polska 2013 geschlossen werden soll und die 320 Angestellten bereits über ihre bevorstehende Entlassung informiert worden seien.
Die Information stamme von Unternehmenssprecherin Eva Großkinski.
Schade Frau Großkinski, dass Sie vergessen haben, auch die Weltbild-Mitarbeiter darüber zu informieren und wir das wieder mal aus der "Zeitung" erfahren müssen.

Kurios, um es mal sehr vorsichtig auszudrücken, dass Weltbild erst im Frühjahr 2011 noch einen der größten Verlage in Polen, Swiat Ksiazki, von der DirectGroup Bertelsmann gekauft hat.
Der steht damit auch vor dem Aus.

Wir möchten lieber nicht wissen, wieviel Geld Weltbild im Polen-Abenteuer insgesamt versenkt hat.
Laut der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza hat das Unternehmen 2011 bei einem Umsatz von 37,4 Millionen Euro einen Verlust von 5 Millionen Euro gemacht.

Setzt man das in Relation zu dem Gezerre bei den letzten Tarifverhandlungen (geschätzter Umfang der Erhöhung im Bereich von 2 Millionen Euro), darf man sich schon ein bisschen darüber ärgern, dass Investitionsabenteuer über die Gehälter der Mitarbeiter wieder hereingespart werden.

Auch in Relation zum Jahresgewinn von Weltbild, der üblicherweise im zweistelligen Millionenbereich liegt, sind 5 Millionen Verlust in Polen ziemlich schmerzhaft.

Man fragt sich, was die polnischen und russischen Aktionen für die Weltbild-Mitarbeiter gebracht haben ?
Wir haben das Geld für diese Experimente erwirtschaftet und bezahlen dafür mit geringeren oder ausfallenden Lohnerhöhungen.

Falls die Engagements Gewinn erwirtschaftet hätten, wäre das den Mitarbeitern zu Gute gekommen ?
Wohl kaum, dann hätten wir vielleicht mit China weitergemacht.

Apropos, wie ist das mit Russland, auch dort sind wir anscheinend nicht mehr.
Habe ich da eine Mitteilung an die Mitarbeiter verpasst ?


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Arbeitszeit/Angestellte: Ampel ja, aber mit wesentlichen Einschränkungen …



Die Verhandlungen über eine Neuregelung der flexiblen Arbeitszeit für Angestellte sind ins Stocken geraten. Die Geschäftsführung überraschte den Betriebsrat mit heiklen und zum Teil unakzeptablen Forderungen und Inhalten.

Auf der Betriebsversammlung am 9. Oktober 2012 informierte Betriebsrat Peter Hellriegel die Weltbild-KollegInnen über den aktuellen Verhandlungsstand zur Betriebsvereinbarung »Flexible Arbeitszeit« für Angestellte (kaufmännisch/kreativer Bereich). Dabei machte er aus der Enttäuschung des Betriebsrats über den von der Geschäftsleitung vorgelegten »Gegenentwurf« keinen Hehl. 

Nach optimistisch anmutenden ersten Gesprächen, in denen auch der BV-Entwurf des Betriebsrates (mit einem Ampelmodell als Kern) inhaltlich detailliert vorgestellt worden war, sei das Betriebsratsgemium von den schriftlich vorgelegten »Korrekturen« und Ergänzungen der Verhandlungspartner negativ überrascht worden, so Peter Hellriegel. »Das waren dicke Brocken!«

Wenn der Entwurf der Geschäftsleitung in der vorgelegten Fassung akzeptiert und unterzeichnet würde, erklärte der Betriebsrat, bedeute dies eine wesentliche Verschlechterung gegenüber der jetzigen Regelung. »Dann können wir besser alles so belassen, wie es momentan sst«, meinte Peter Hellriegel – und wies darauf hin, dass die Betriebsvereinbarung, da ungekündigt, ja immer noch gültig sei.

Warum der Betriebsrat den Entwurf der Geschäftsleitung als so problematisch ansieht, erläuterte Peter Hellriegel an sechs Beispielen.

1. Geltungsbereich:
Während gemäß der aktuellen Vereinbarung die Teilnahme an der Zeiterfassung (Stempeln) für alle Mitarbeiter (bis auf Leitende Angestellte) vorgeschrieben ist, wünscht sich die Geschäftsleitung, dass in Zukunft nur Mitarbeiter der Tarifgruppen I bis V stempeln. Das sei nicht akzeptabel, meinte Peter Hellriegel – und wies darauf hin, dass man ja eher das Ziel verfolge, alle KollegInnen, auch die sogenannten »Zeitvouveränen«, wieder in die Zeiterfassung zurück zu holen, wie es in der gültigen Regelung im Grunde ja vorgesehen sei. (Dabei verwies er auch auf den vorherigen Beitrag von Timm Bossmann zum Thema Stempelkarte).

2. Zeitguthaben:
Zeitguthaben jenseits der Rahmenzeit (120 Plus- bzw. 60 Minus-Stunden) sollen in Zukunft »gekappt« werden.
Peter Hellriegel: Eien Kappung geleisteter Arbeiststunden sei unakzeptabel und müsse rechtlich geprüft werden!

3. Arbeitszeitkonto-Zuschläge:
Die bisherige Wahlmöglichkeit, nach Ablauf des Geschäftsjahres (30. Juni) angefallene Plus-Stunden (mit dem tariflichen Zusschlag von 25%) sich auszahlen zu lassen oder als Freizeit auf dem Zeitkonto zu belassen, soll wegfallen. Es soll nur noch ausgezahlt werden! Mit dem Betriebsrat sei dies nicht zu machen, meinte Peter Hellriegel. Im Interesse der Beschäftigten müsse die Wahlmöglichkeit bleiben.

4. Das Ampelmodell
… soll zwar gelten – aber mit einer Ausnahme: Mindestens einmal im Geschäftsjahr soll das Arbeitszeitkonto auf plus 10 bzw. minus 10 Stunden zurückgeführt werden. Der Betriebssrat halte das für unsinnig, so Peter Hellriegel, da diese im Widerspruch zum Ziel einer grundsätzlichen und vor allem dauerhaften Ampelregelung stehe.

5. Bei Unstimmigkeiten
.… zwischen einem Mitarbeiter und seinem Vorgesetztem über den Ausgleich des Arbeitszeitkontos (wie und wann bekomme ich frei, wenn ich Stunden abbauen will),soll die bisher im Regelwerk vorgesehene Schlichtungsstelle komplett wegfallen. Im Konfliktfall könnten Kollegen ja von ihrem im Betriebsverfassungsgesetzt verankerten Beschweredrecht Gebrauch machen, das müsse ausreichen, so der Hinweis von Herrn Seher bei der Vorstellung des Entwurfs der Geschäftsleitung. Dies sei eine nicht hinnehmbare Verschlechterung, erwiderte Peter Hellriegel auf der Betriebsversammlung.

6. Mehrarbeit:
Bei Bedarf soll, zusätzlich zum Arbeitszeitkonto des Ampelmodells, ein separates Mehrarbeitszeitkonto eingeführt werden. Die Mehrarbeit soll dann also außerhalb der Grenzen des Ampelmodells  geleistet werden – und zum Monatsende mit Zuschlag ausgezahlt werden. Für den Betriebsrat sei dies nicht nachvollziehbar, so Peter Hellriegel, da damit die Ampelregelung außer Kraft gesetzt werde.

Am Schluss seines Beitrages informierte Peter Hellriegel darüber, dass der Betriebsrat jetzt einen Arbeitszeit-Experten als Berater hinzuziehen werde, der die Vorschläge der Geschäftsleitung auch nach rechtlichen Gesichtspunkten prüfen solle. Danach werde sich das Gremium ausführlich beraten.

Grundsätzlich sei der Betriebsrat dann bereit, weiter zu verhandeln. Vielleicht sei ja doch noch (in den wesentlichen Punkten) eine Einigung zu erreichen. Allerdings müsse eine Verschlechterung gegenüber der jetzigen Arbeitszeit-Regelung ausgeschlossen werden! »Wie wollen ja eine Verbesserung und Reformierung der Vereinbarung, keine Verschlechterung«, meinte Peter Hellriegel.  Über die weitere Entwicklung der Dinge wolle man die Weltbild-MitarbeiterInnen aktuell informieren.

Freitag, 30. März 2012

Geschafft: Die Homepage des Betriebsrats ist online!


Als der Betriebsrat im Januar 2010 neu gewählt wurden, haben sich seine Mitglieder unter anderem das Thema Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahnen geschrieben. Der Betriebsrat, das ist unsere feste Überzeugung, ist kein Geheimrat. Im Gegenteil: Nur im Schulterschluss mit der Belegschaft können BR und Gewerkschaft eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, mehr Gerechtigkeit im Betrieb und die Sicherung von Arbeitsplätzen erreichen. Information und Transparenz ist die Grundlage jedes gemeinsamen Erfolgs. Der Zukunftstarifvertrag, den wir jüngst gemeinsam erkämpft haben, ist dafür das beste Beispiel.

Wissen wächst, indem man es teilt
Getreu diesem Motto hat der BR in den zurückliegenden Monaten viel bewegt: Die Reanimierung der WELTBILD-Betriebszeitung unter dem neuen Namen “Picker” ist wahrscheinlich der sichtbarste Erfolg dieser Bemühungen. Aber auch diverse Flugblatt-Aktionen und regelmäßige Betriebsversammlungen sind Bausteine einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb. Im Hintergrund lief dabei immer das aufwändigste Projekt mit: Die Gestaltung einer eigenen Betriebsrats-Homepage im Intranet von WELTBILD.

Den “Picker”, Flugblätter und Betriebsversammlungen wird es selbstverständlich weiter geben. Die neue Homepage ist ein zusätzlicher Kanal für alle WELTBILD-MitarbeiterInnen, um sich schnell und bequem über die Projekte und Angebote des Betriebsrats zu informieren. Sie ist nur innerhalb des Unternehmens unter der URL "betriebsrat.weltbild.com" aufrufbar.

Ergebnis gemeinsamer Anstrengung
An dieser Homepage haben viele fleißige Kolleginnen und Kollegen mitgearbeitet. Zum einen die Mitglieder des Betriebsrats, die Fotos, Texte und Ideen geliefert haben. Zum anderen aber auch KollegInnen aus anderen Bereichen, die den BR mit ihrem Fachwissen und ihrem Einsatz unterstützt haben. Ganz besonders dankt der Betriebsrat den KollegInnen aus der IT, die sich um all die Sachen gekümmert haben, von denen unsereins wenig oder gar nichts versteht ;-)

Der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit wird die BR-Seite in Zukunft pflegen und aktuell halten. Als Admins fungieren Dolores Sailer und Timm Boßmann.

Inhaltlich verantwortlich ist allein der Betriebsrat der Verlagsgruppe WELTBILD.

Mittwoch, 22. Februar 2012

SPD Augsburg: Solidarität mit WELTBILD-Belegschaft

Auch Augsburgs PolitikerInnen beobachten, was bei WELTBILD passiert. Ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann war heute zum Politischen Aschermittwoch der Augsburger SPD eingeladen, um über die Verhandlungen zum Zukunftstarifvertrag zu berichten. Wolfgang Kreissl-Dörfler, Mitglied des Europäischen Parlaments, Ulrike Bahr, Augsburger Parteivorsitzende, und der SPD-Fraktionschef im Rathaus, Stefan Kiefer, hörten genau hin, als Boßmann die Ängste der Beschäftigten schilderte und die Forderungen des Zukunftstarifvertrages vor über 100 ZuhörerInnen erläuterte. Wichtigster Punkt, da waren sich alle einig, ist die Sicherung der Arbeitsplätze von mehr als 2.000 Beschäftigten in Augsburg.

Neben Timm Boßmann berichteten auch die Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Bänsch (manroland) und Willi Sattler (Osram) aus ihren Betrieben. Links im Bild: Gastgeber Michael Knuth, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD. 

Freitag, 3. Februar 2012

Presseschau


Ein paar neue Anmerkungen von Kardinal Marx zum Thema Weltbild, Kirchensteuer, Gott und den Teufel.
Sogar das Bistum Augsburg berichtet über das Treffen mit Bischof Zdarsa.

Auch das Münchner Kirchenradio befasst sich mit dem Thema Weltbild.
Und die Österrreicher.

Wenn sich die Katholiken als nächstes genauso intensiv mit der Durchsetzung des Zukunftstarifvertrags beschäftigen, könnten wir das Thema schnell erledigen.

Ein Bericht über das Treffen mit dem Bischof in der Süddeutschen.

Die Stadtzeitung zum Treffen mit Bischof Zdarsa, in welchem der Bischof Weltbild zum Tendenzbetrieb ernannte, in dem die Mitbestimmungsgesetze eingeschränkt wären.

Wer wissen will, wie wir in die Situation überhaupt gekommen sind, kann immer wieder gerne was über die Brüder Müller nachlesen.
Kurioserweise scheint Ihnen der Sturm, den sie ausgelöst haben, langsam ein bißchen zu viel zu werden, denn sie halten den Weltbild-Verkauf für die falsche und unkreativste Lösung.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Presseschau: BR und ver.di sorgen weiter für Öffentlichkeit

Erinnern Sie sich an 2008? Damals flogen die Verkaufspläne der Weltbild-Gesellschafter nur durch eine Focus-online-Meldung auf. Irgendwer wollte die verlogene Geheimnistuerei von Kirche und Geschäftsführung nicht mitmachen und hat geplaudert. Nur so erfuhren wir – die MitarbeiterInnen von Weltbild – vom Verkauf unseres Unternehmens: durch die Presse!

2009: Erst Beruhigungspillen, dann Entlassungen
Als die Katze aus dem Sack war, hat Carel Halff die üblichen Beruhigungspillen verteilt und gesagt: "Es ändert sich nichts!" Die Presseabteilung von Weltbild hat derweil einen "sauberen" Job gemacht: Nach einigen wenigen Meldungen in der Branchenpresse und der Augsburger Allgemeinen war das Thema öffentlich vom Tisch.

Anschließend musste die Braut hübsch gemacht werden: Massenhafte Kündigungen waren die Folge. Und was stand in der Zeitung? Quasi nichts! Entsprechend sang- und klanglos gingen Entlassungen und Umstrukturierung über die Bühne. Viele engagierte KollegInnen mussten gehen, die Arbeit wurde nicht weniger. Deshalb ist der Druck auf uns alle noch weiter gewachsen. Das Gefühl der MitarbeiterInnen: "Wir kommen gar nicht vor. Niemand interessiert sich dafür, was mit uns passiert!"

BR und ver.di haben dazugelernt
Aus dieser Erfahrung heraus haben Betriebsrat und Gewerkschaft 2011 ganz besonderen Wert auf eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Wir geben in kurzem Abstand Pressemitteilungen heraus und dokumentieren alles im Internet. Hier in diesem Blog und unter www.zukunftstarifvertrag.de. Mit Erfolg: Das Thema "Weltbild-Verkauf" ist bundesweit in die Medien gekommen. Die Branchenpresse, regionale Blätter und Massenmedien wie die Süddeutsche haben berichtet und unsere Forderungen öffentlich gemacht. So – und nur so – können wir Druck auf unsere Gesellschafter ausüben und dafür sorgen, dass diesmal niemand seinen Arbeitsplatz verliert.

Betriebsrat und Gewerkschaft sorgen mit Aktionen für Futter für die Presse und haben gezielt persönliche Kontakte zu wichtigen Blättern aufgebaut. Deshalb reagieren die Bischöfe, deshalb stehen weiterhin fast täglich neue Berichte in den Medien. Das heißt: Wir werden öffentlich wahrgenommen. "Wir kommen vor", und an uns kommen Kirche und Geschäftsführung nicht vorbei. Das ist ein Erfolg, den wir in diesem Blog dokumentieren und wöchentlich Links zu den aktuellen Pressemitteilungen online stellen.

Ausführliches Interview mit Betriebsgruppen-Sprecher Timm Boßmann und dem Augsburger ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck in der Augsburger Stadtzeitung und der Aichacher Zeitung.

Passauer Neue Presse: Lange Gespräche zur Zukunft der Weltbild-Mitarbeiter

n-tv: Katholische Kirche spielt auf Zeit

Hier ein Auszug aus einem Artikel der Fachzeitschrift werben&verkaufen:

»Am Ziel, den Verlag zu veräußern, halte die Kirche aber uneingeschränkt fest. Einen Verkauf in den kommenden zwei Jahren bezeichnet Zollitsch gegenüber "dpa" als realistisch. "Aber sicherlich nicht als Schnellschuss in den nächsten Monaten." Ein Aus des Verlags und ein drastischer Abbau der Arbeitsplätze sollen verhindert werden. "Wir müssen das im Interesse der Mitarbeiter im Blick haben", sagt der Freiburger Erzbischof. "Wir haben eine soziale und menschliche Verantwortung." Nach Angaben von Zollitsch hat es bereits vor vier Jahren konkrete Verhandlungen mit Kaufinteressenten gegeben; diese seien jedoch ohne Ergebnis beendet worden. Ein Verkauf des Verlags werde Zeit in Anspruch geben, da es aufgrund seiner Größe nicht allzu viele mögliche Käufer gebe.«
Bitte genau lesen: "Ein AUS und der DRASTISCHE Abbau von Arbeitsplätzen" sollen laut Zollitsch verhindert werden. Wir dagegen wollen vier Jahre Sicherheit für ALLE Arbeitsplätze!

Mittlerweile über 200 Kommentare im Forum der Augsburger Allgemeinen

Börsenblatt: Kein Schnellschuss beim Weltbild-Verkauf

Süddeutsche Zeitung: Betriebsrat fordert vierjährige Existenzsicherung aller Mitarbeiter

"Immer Ärger mit dem Sex" – süffisanter SPIEGEL-Artikel über Weltbilds jüngste Neuerwerbung, den Online-Kiosk Pubbles.

Fortsetzung folgt…

Montag, 12. Dezember 2011

Bilder und Botschaften von der Betriebsversammlung am Montag

Die Weltbild-Belegschaft will wissen, wie ihre Zukunft aussieht. Der Betriebsrat trug dem riesigen Interesse Rechnung und mietete zur Betriebsversammlung kurzerhand die Schwabenhalle. Die Beschäftigten kamen mit eigens gecharterten Bussen zum Messegelände.

Am Eingang empfingen die KollegInnen plakative Aussagen von Papst Benedikt. Die Belegschaft will wissen: Sind das bloß Lippenbekenntnisse, oder nimmt es die Kirche mit ihren sozialen Verpflichtungen ernst? Die Stimmung ist gut, die KollegInnen selbstbewusst: "Gemeinsam werden wir es schaffen!"

Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz am Rednerpult. Er berichtete, was BR und Gewerkschaft in wenigen Tagen auf die Beine gestellt haben: Tarifkommission und Verhandlungsdelegation stehen, der Zukunftstarifvertrag liegt unterschriftsreif vor. Die MitarbeiterInnen werden laufend in Betriebsversammlungen und über dieses Blog informiert. Der Arbeitskreis Öffentlichkeit hat zahlreiche Pressekontakte hergestellt und sorgt für Berichterstattung in den Medien. Eine ver.di-Betriebsgruppe mobilisiert die Belegschaft: Das Potential zum Arbeitskampf steht. Es hängt von der Geschäftsführung ab, was als nächstes geschieht.

Die eingeladenen Bischöfe Marx und Zdarsa hatten den Weltbild-MitarbeiterInnen einen Korb gegeben. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Josef Trutt füllte die Lücke auf seine Weise: Den Zukunftstarifvertrag hatte er als Nikolaus nicht dabei. Aber Tausende von Postkarten, die von MitarbeiterInnen unterschrieben demnächst auf den Schreibtischen der Bischöfe landen werden.



Wer nicht kommen will, muss lesen. Mit diesen Postkarten macht die Weltbild-Belegschaft deutlich, was sie zu Recht erwarten darf: einen Zukunftstarifvertrag, der Arbeitsplätze und Tarife sichert. So sieht das übrigens auch Hans Gilg, der als Gastredner der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) einen Gastauftritt hatte: "Ihr habt Weltbild groß gemacht. Mein Weihnachtswunsch ist der Zukunftstarifvertrag für euch – weil ihr ihn euch verdient habt!" (Zum Vergrößern auf das Bild klicken.)


Die vollbesetzte Schwabenhalle: ein ungewohnter Anblick für Uwe Kramm, der als Vorsitzender des Konzernbetriebsrats Weltbild/DBH von München zur Betriebsversammlung gekommen war. Er versprach bestmögliche Unterstützung der KollegInnen in den Filialen bei Aktionen im Kampf um den Zukunftstatrifvertrag. Die Absicherung ist für Filialen und Stammhaus gleichermaßen wichtig. Kramm wies auf die enge Verflechtung von DBH und Weltbild hin. In Augsburg hängen zum Beispiel 70 Arbeitsplätze in der Filialbelieferung sowie ganze Abteilungen in Marketing und IT von der Fortführung des Filialgeschäfts ab. Umgekehrt wissen die KollegInnen in rund 300 Filialen bundesweit, das ohne Weltbild der Vorhang fällt: "Wir müssen diesen Kampf gemeinsam führen!" 


Ver.di-Landessekretär Stefan Kraft ist der Verhandlungsführer der Tarifkommission. Er ging deutlich gestärkt aus der Betriebsversammlung hervor: "Heute haben Sie mit den Füßen abgestimmt und sind zu dieser Veranstaltung gekommen. Das zeigt dem Arbeitgeber, wie wichtig Ihnen der Zukunftstarifvertrag ist." Kernpunkt des ZTV ist laut Kraft die Patronatserklärung in §10: Hier wird unmissverständlich geregelt, dass der neue Eigentümer die Zusagen der jetzigen Inhaber einhalten muss: "Das wird Herr Halff den Kaufinteressenten eben beibringen müssen." Ob der Zukunftstarifvertrag unterschrieben wird, hängt laut Kraft vor allem von der Belegschaft ab: "Freiwillig werden die Arbeitgeber uns nur eines geben: NICHTS! Es wird passieren, was Sie zulassen." Am Ende der Versammlung traten mehrere KollegInnen spontan in die Gewerkschaft ver.di ein. 

Dienstag, 29. November 2011

Was Sie persönlich tun können, um unsere Arbeitsplätze zu sichern

Im Weltbild-ver.di-Blog verlinken wir regelmäßig die neuesten Pressemeldungen zum Thema Weltbild Verkauf. Alle Online-Medien bieten unter ihren Artikeln die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen. In vielen Fällen gibt es sogar eigene Diskussionsforen.

Wenn Sie Gewerkschaft und Betriebsrat im Kampf um unsere Arbeitsplätze unterstützen wollen: Klinken Sie sich ein und hinterlassen Sie Ihre Kommentare und Diskussionsbeiträge auf den Seiten der Online-Magazine.

Am besten loggen Sie sich mit einer neutralen E-Mail-Adresse bei diesen Medien ein, legen einen unverfänglichen Nutzer-Account an und diskutieren öffentlich mit. Sorgen Sie dafür, das unsere Forderungen nicht ungehört bleiben, sondern das Netz überschwemmen:

• Die Bischöfe müssen sich ihrer Verantwortung für 6.500 MitarbeiterInnen stellen
Wir wollen einen Zukunftstarifvertrag, der folgendes absichert:
• Keine betriebsbedingten Kündigungen in den nächsten Jahren nach dem Verkauf
• Keine Zerschlagung des Konzerns
• Der Standort Augsburg bleibt erhalten
• Garantie der Tarifverträge für alle MitarbeiterInnen (37,5-Stunden-Woche, 30 Tage Urlaub, volle Gehälter etc.)
• Alle Betriebsvereinbarungen werden übernommen

Wenn Sie mögen, machen Sie auch noch deutlich, was Sie von Gesellschaftern halten, die Investitionen in Waffenfabriken für moralisch vertretbar halten, aber eine Goldgrube des Buchhandels wegen 0,017% Erotik-Titeln verscherbeln wollen.

Sie leisten damit einen ganz wichtigen Beitrag zur Kampagne von Gewerkschaft und Betriebsrat.

Hier die neuesten Meldungen:

Augsburger Allgemeine: "Weltbild-Mitarbeiter fürchten Verkauf an Heuschrecken

boersenblatt.net: "Betriebsrat: der Verantwortung gerecht werden"

BILD: "Die Mitarbeiter dürfen es ausbaden"

Augsburger-Skandal-Zeitung: "Hätte Bischof Mixa auch so gehandelt?"

Buchreport: "Die Vorgeschichte der Weltbild-Erotik-Affäre"

FAZ: "Das katholische Weltbild"

Mittwoch, 23. März 2011

BPW-Aktionstag zum »equal pay day« in Augsburg

Der BPW (Business and Professional Women) ist eine internationale Organisation, die sich weltweit für die Chancengleichheit berufstätiger Frauen einsetzt. Zum »equal pay day« am 25. März führt der BPW Germany, Club Ausgburg – gemeinsam mit anderen Einrichtungen und Verbänden – einen Aktionstag durch.

Aktionstag

Laut der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes
(Destatis) vom 12. November 2009 „haben Frauen in
Deutschland im Jahr 2008 mit durchschnittlich 14,51 Euro
pro Stunde 4,39 Euro weniger als ihre männlichen
Kollegen verdient. Damit lag der Gender Pay Gap, das
heißt der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen
Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, wie
bereits in den Vorjahren konstant bei 23%.“

Gemeinsam stark

Sie denken vielleicht: „Das ist eben so. Was kann man
da schon tun?“. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir
stark“ haben sich der BPW-Club Augsburg, der Katho-
lische Deutsche Frauenbund, Diözesanverband Augsburg,
und die Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg zusam-
mengetan. Wir laden Sie zu einem informativen, unter-
haltsamen und spannenden Aktionstag ein.

Kino und mehr …

Erleben Sie in dem unterhaltsamen Kinofi lm „We want
sex“, was Frauen erreichen können, wenn sie zusammen-
halten. Erfahren Sie, was Veilchen und Rosen mit Karriere
zu tun haben und diskutieren Sie mit Frauen aus unter-
schiedlichsten Arbeitsbereichen über Ihre Erfahrungen
zu den Themen Frauen, Beruf und Bezahlung.

Vielen Dank!

Unser herzlicher Dank gilt Frau Anita Conradi, (Gleich-
stellungsstelle der Stadt Augsburg), Frau Gertrud
Grießer (Kreissparkasse Augsburg), Herrn Franz Fischer
(THALIA Kino und Kaffeehaus) und allen Referent/innen
für die tolle Unterstützung bei der Organisation dieses
Aktionstages.


Programm:


15:00 Uhr Begrüßung (THALIA Kino, Obstmarkt 5)

15:15 Uhr Film „We want sex“
Die historische Auseinandersetzung um Sex Equality,
die den englischen Frauen 1970 ein Gleichstellungs-
gesetz bescherte, schildert WE WANT SEX als ver-
gnüglichen Geschlechterkampf. Regisseur Nigel Cole
ergreift bedingungslos Partei für die Weiblichkeit
und schafft das Kunststück, ein komplexes Thema
mit spielerischer Leichtigkeit zu behandeln.
Ermäßigter Eintrittspreis: 5,00 Euro

17:30 Uhr Empfang im Annahof 4 (Seminarraum)

18:00 Uhr Selbstmarketing
„Warum sollen wir uns für Sie entscheiden?“
„Woher sollen wir wissen, dass Sie gut sind?“
„Wer sind Sie eigentlich?“
Bei diesen Fragen verstummen viele Frauen. Machen
Sie aus sich eine Marke und zeigen Sie, dass Sie und
Ihr Angebot etwas ganz Besonderes sind.
Anne Brack • marketing & werbung • Augsburg

18:30 Uhr Gleiches Geld für gleiche Arbeit
Überall in Europa verdienen Frauen weniger als
Männer. In Deutschland beträgt die Lohnlücke 23
Prozent. Damit liegt die Bundesrepublik im euro-
päischen Vergleich auf dem fünftletzten Platz. Im
Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die
Bundesregierung verpfl ichtet, die Lohnlücke bis zum
Jahr 2020 auf 10 Prozent zu reduzieren. Dies kann
nur in präziser Kenntnis der Ursachen der Entgelt-
unterschiede gelingen.
Dr. Simone Strohmayr, SPD-Landtagsfraktion

19:00 Uhr Diskussionsrunde mit Frauen aus Wirtschaft,
Politik, Kirche und Kultur.

19:30 Uhr Netzwerken

Kontakt: BPW Club Augbsburg e. V., Susanne Feile, Tel. (08 21) 4 86 66 53
info@bpwclub-augsburg.de, www.bpwclub-augsburg.de

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