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Montag, 15. Juli 2019

Gewerkschaft goes Kino


Die gemeinsame Filmreihe des Liliom Kinos und der Gewerkschaft IGBCE geht in die zweite Runde. Am 25.07. haben Gewerkschaftsmitglieder wieder freien Eintritt im Liliom Lichtspielhaus. 


Gezeigt wird der französische Spielfilm "Der Wert des Menschen" aus dem Jahr 2015, der bei den Filmfestspielen in Cannes prämiert wurde mit dem Preis für den besten Darsteller.

Wir weisen im verdi-Blog gerne auf diese Filmreihe hin, weil ein privat geführtes, engagiertes Programmkino mit gewerkschaftlicher Unterstützung gesellschaftlich relevante Filme zeigt und dabei Raum für Diskussionen über die moderne Lebens- und Arbeitswelt bietet.




Bilder: IGBCE









Sonntag, 23. Dezember 2018

Rückblick auf ein turbulentes Jahr bei WELTBILD


Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, 

wir haben ein weiteres turbulentes Jahr bei WELTBILD hinter uns gebracht – und Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben uns dabei begleitet. 

2018 haben wir einiges zusammen erlebt: • eine vorgezogene Betriebsratswahl, bei der die ver.di-Liste mit rund 70% der Stimmen ein starkes Mandat für die nächsten vier Jahre erhalten hat • einen weiteren, unsinnigen Personalabbau, den der Betriebsrat zwar nicht völlig verhindern, aber wenigstens stoppen konnte • eine Fülle von Gerichtsverfahren, in denen die RichterInnen der Interessenvertretung in wesentlichen Punkten Recht gaben…

Was wir vermisst haben

Aber wir haben auch vieles vermisst: • den wertschätzenden Umgang mit den Beschäftigten, die mit ihrem Einsatz den Laden am Laufen halten • Maßnahmen zur Senkung der nachgewiesenen psychischen Belastungen, mit denen die Arbeit bei WELTBILD verbunden ist  • einen nachvollziehbaren und konsistenten Plan, wie das Management WELTBILD in eine erfolgreiche Zukunft führen möchte…

Stattdessen verrannte sich die Geschäftsführung in wechselnden Projekten, die niemals fertig werden, und eröffnete immer wieder neue Nebenkriegsschauplätze. Die prägende Auseinandersetzung in diesem Jahr war ohne Zweifel der Versuch des Arbeitgebers, den Betriebsratsvorsitzenden vor die Tür zu setzen. Mit an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen, für die es keinen einzigen Beweis gab, zog die Geschäftsführung vor Gericht und scheiterte vollständig. Stattdessen erzeugte die ehrverletzende Attacke eine bundesweite Welle der Solidarität mit dem Betriebsrat von WELTBILD.

Danke an alle UnterstützerInnen

Zeit also, um allen UnterstützerInnen Danke zu sagen: Den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb, die ihren Betriebsrat die ganze Zeit gestützt haben; den haupt- und ehrenamtlichen FunktionärInnen der ver.di, die bundesweit für Solidarität geworben haben; den gewerkschaftlichen Bildungsträgern, allen voran dem Bildungszentrum „Haus Brannenburg“; den anderen DGB-Gewerkschaften in Augsburg für ihre Mobilisierung zu den Gerichtsdemos; der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und der Betriebsseelsorge für ihren praktischen und persönlichen Beistand; und den vielen, vielen FreundInnen, Bekannten und Unbekannten, Kundinnen und Kunden, die mit ihrer Teilnahme dem Protest gegen Betriebsratsmobbing Gesicht und Stimme gegeben haben.

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben und ein gesundes, glückliches und kämpferisches Neues Jahr! 

Dienstag, 24. Juli 2018

BR-Kündigung vor Gericht: Keine Beweise und Zweifel am Kündigungsgrund


Vor dem Augsburger Arbeitsgericht ging es gestern laut und bunt zu. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu einer Solidaritäts-Kundgebung für den Betriebsratsvorsitzenden von WELTBILD aufgerufen. Rund 70 KollegInnen und VertreterInnen anderer DGB-Gewerkschaften sowie der Betriebsseelsorge kamen zur Unterstützung und setzten ein starkes Signal.

Stopp, Herr Sailer! Betriebsrats-Mobbing passt nicht in unser WELTBILD.

In seiner Begrüßung bezog sich ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck auf eine Mail, die vor dem Termin von der Geschäftsführung an alle MitarbeiterInnen von WELTBILD gesendet wurde: Man habe gar nicht anders reagieren können, nachdem man von besorgten Mitarbeitern über die angeblichen Verfehlungen des Betriebsratsvorsitzenden informiert worden sei, hieß es darin. "Doch!", rief Thomas Gürlebeck; "Natürlich hätte man anders reagieren können. Da wo ich herkomme, spricht man erstmal miteinander, bevor man auf Grund von irgendwelchen Verdächtigungen aktiv wird." In der Tat hat die Geschäftsführung bis heute nicht mit dem Betriebsratsvorsitzenden über die Vorwürfe gesprochen, stattdessen treiben Geschäftsführer Christian Sailer und Personalchef Manfred Ries die Kündigung bei Gericht weiter voran.

WELTBILD hat keine Beweise für Vorwürfe

Aber es durfte schwierig werden, den Betriebsratsvorsitzenden aufgrund haltloser Unterstellungen zu feuern. Arbeitsrichter Markus Nieberle-Schreiegg ließ gestern deutlich durchblicken, dass er die Beweislage als außerordentlich dünn einschätzt und darüber hinaus Bedenken hat, ob der Vorwurf an sich überhaupt die Entlassung eines Betriebsrats rechtfertigen könnte: „Selbst wenn die Äußerung so gefallen sein sollte, habe ich erhebliche Zweifel, ob es nicht eine Abmahnung getan hätte“, zitiert die Augsburger Allgemeine den Richter.

Thomas Gürlebeck bringt es auf den Punkt: „In dem gestrigen Gütetermin kam sehr schnell heraus, dass die WELTBILD-Geschäftsführung keinen einzigen Beweis für die geplante Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden hat. Bei solchen Anschuldigungen keinen einzigen Beweis beizubringen, macht einen fassungslos." So sieht es auch der Anwalt des Betriebsratsrats, Rüdiger Helm aus München: "Im Moment klingt mir das alles recht seifig… sehr, sehr unkonkret und möglicherweise erfunden."

Darum gibt es für Thomas Gürlebeck auch nur eine vernünftige Reaktion des Arbeitgebers: "Klug wäre, wenn die Geschäftsleitung ein Zeichen setzt, von der geplanten Kündigung Abstand nimmt und sich beim Betriebsratsvorsitzenden entschuldigt!“ Wer die Verbocktheit von Christian Sailer und Manfred Ries kennt, glaubt indes nicht an solch erwachsenes Verhalten.

Soli-Bündnis gegründet

Deshalb hat die ver.di im Rahmen der Kampagne „Finger weg von unserem Betriebsrat“ nun auch noch ein Soli-Bündnis ins Leben gerufen. Innerhalb kürzester Zeit haben sich Kolleginnen und Kollegen aus unzähligen Betrieben und DGB Gewerkschaften mit dem Betriebsratsvorsitzenden solidarisch erklärt. Unter anderem der ver.di Landesbezirksvorstand, der ver.di Landesfachbereichsvorstand Handel, der DGB Bezirksvorstand, der ver.di Bezirksvorstand Augsburg, die AfA Augsburg, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, die katholische Betriebsseelsorge Deutschland.

Weitere Informationen zu dem gestrigen Gütetermin am Augsburger Arbeitsgericht finden Sie in der Augsburger Allgemeinen und einem Fernsehbeitrag von Augsburg TV.

Mittwoch, 18. Juli 2018

Kommenden Montag: Solidaritätskundgebung vor dem Arbeitsgericht


Das Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD geht weiter. Wie berichtet hat die WELTBILD-Geschäftsführung die Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats zur Kündigung seines Vorsitzenden beim Arbeitsgericht beantragt. Am kommenden Montag, 23. Juli 2018, um 10:15 Uhr tagt das Gericht in Augsburg zum ersten Mal zu diesem Thema.

Die Gewerkschaft ver.di ruft vor dem Gerichtstermin zu einer Solidaritätskundgebung auf. „Es ist erschreckend mit welcher Aggressivität die WELTBILD Geschäftsführung um den Düsseldorfer Gesellschafter Dröge gegen den Betriebsratsvorsitzenden vorgeht. Am liebsten hätte man ihn nach altem „Gutsherrenstil“ einfach an die Luft gesetzt. Die haltlosen Behauptungen werden sich als Rohrkrepierer der Geschäftsleitung rausstellen. Auf Grund der vielen Solidaritätsbekundungen aus vielen Betrieben und allen Bereichen der Gesellschaft wollen wir dies auch auf einer Solidaritätskundgebung vor dem Gericht zeigen. Es ist ja leider nicht das erste Mal in Augsburg, dass ein Unternehmen einen Betriebsrat mit unlauteren Mitteln aus dem Job drängen will. Die Augsburger Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sind bei solchen Angriffen immer solidarisch auf Seiten der Arbeitnehmervertreter“, erklärt der zuständige ver.di Sekretär, Thomas Gürlebeck.

Betriebsräte sind Schutzschild der Beschäftigten

„BetriebsrätInnen sind vor allem bei solch aggressiven Geschäftsführungen die letzte Schutzmauer für die Beschäftigten. Sie sorgen dafür, dass Rechte im Betrieb nicht nur auf dem Papier existieren, sondern auch durchgesetzt werden. Gelingt es Arbeitgebern aktive BetriebsrätInnen zu erledigen, erledigen sich damit auch vielfach die Schutzrechte der Beschäftigten,“ führt Hubert Thiermeyer, Fachbereichsleiter Handel in ver.di Bayern aus.

Zeichen setzen vor dem Augsburger Arbeitsgericht

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft auf zu einer 
Demo vor dem Arbeitsgericht, Frohsinnstraße 2
Montag, den 23.7.2018, ab 9:30 Uhr 
Das Motto der Demo ist: „Finger weg von unserem Betriebsrat“. Kommt massenhaft und setzt ein starkes Zeichen für die Mitbestimmung im Betrieb!

Montag, 9. Juli 2018

Betriebsrats-Mobbing bei WELTBILD


Die Nachricht traf die ohnehin gebeutelte Restbelegschaft bei WELTBILD wie ein Guss kaltes Wasser: Der Betriebsratsvorsitzende soll fristlos gekündigt werden. Der direkte Angriff auf die demokratisch gewählte Interessenvertretung ist ein weiterer Tiefpunkt in der Auseinandersetzung um die Sanierung des ehemaligen Vorzeigeunternehmens. Nach einer Betriebsversammlung am Montag unterzeichneten die anwesenden Beschäftigten eine Unterstützungserklärung für ihren BR-Vorsitzenden: „Finger weg von unserem gewählten Betriebsrat!“.

Denn bei WELTBILD läuft schon lange nichts mehr rund. Im vergangenen Jahr hatte Gesellschafter Walter Droege aus Düsseldorf die Schließung der Logistik in Augsburg gegen den erbitterten Widerstand des Betriebsrats durchgesetzt. Seither kämpft der Versandhändler mit massiven internen Problemen. Die Beschäftigten sind ratlos angesichts der irrlichternden Strategie der Unternehmensführung.

Und nun das: Der langjährige Betriebsrat war erst Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit im Amt bestätigt worden. Im Februar kündigte die Geschäftsführung einen weiteren Personalabbau an, dem sich der Betriebsrat entschlossen entgegenstellte. Nachdem der Arbeitgeber gemerkt hat, dass er gegen den kompetenten und engagierten Betriebsrat nicht durchkommt, greift er nun zu schmutzigen Tricks.

Schmutzige Tricks der Geschäftsführung, um den Betriebsrat loszuwerden

„Es ist typisch, was hier die Geschäftsführung von WELTBILD vorhat. Um die planlosen Strategien des Gesellschafters, Herrn Dröge aus Düsseldorf, gegen jede Vernunft und den Willen der Belegschaft durchzusetzen, will man den Betriebsratsvorsitzenden auf ganz schäbige Art und Weise aus dem Unternehmen entsorgen. Mit schmutzigen Tricks und ehrverletzenden Behauptungen will man den starken und beschäftigtenorientierten Betriebsrat einschüchtern und schwächen. Die Geschäftsführung will so Angst und Verunsicherung im Unternehmen schüren, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken und weiter die Arbeitnehmerrechte massiv einzuschränken“, erklärt der zuständige ver.di Sekretär, Thomas Gürlebeck.

„Der Vorwurf an den Betriebsratsvorsitzenden er habe aktiv zu Straftaten angestiftet ist skandalös und sucht seines Gleichen. Wir werden uns das nicht bieten lassen. Ab heute werden wir mit einer Postkartenaktion, die direkt an den Geschäftsführer Herr Sailer gerichtet ist, die Kampagne „Finger weg von unserem Betriebsrat" starten. Wir werden die Kundinnen und Kunden von WELTBILD informieren, wie mit Arbeitnehmerrechten und insbesondere mit Betriebsräten bei WELTBILD umgegangen wird. Die WELTBILD-Geschäftsführung und der Gesellschafter Walter Dröge sind gut beraten, wenn sie diese Sauerei stoppen,“ ergänzt Gürlebeck.

Dienstag, 29. Mai 2018

Wer ist schuld an der schlechten Stimmung bei WELTBILD?


Die Geschäftsführung ist sauer auf den Betriebsrat. Sie wirft der gewählten Vertretung der Beschäftigten vor, sie verbreite „schlechte Stimmung“ und schädige den Ruf von WELTBILD als Arbeitgeber. Wegen der negativen Berichte in diesem Blog falle es der Personalabteilung zunehmend schwerer, neue MitarbeiterInnen für WELTBILD zu gewinnen…

Dazu haben wir drei Dinge zu sagen:

1. Die Gewerkschaft ver.di ist Betreiber dieses Blogs, nicht der Betriebsrat; und der Betriebsrat bestimmt auch nicht über die Redaktion.

2. Die „schlechte Stimmung“ entsteht nicht durch Berichte in diesem Blog. Die Stimmung bei WELTBILD ist schlecht, weil Beschäftigte schlecht behandelt werden.

3. Wer keine neuen MitarbeiterInnen rekrutieren kann, muss vernünftig mit den vorhandenen KollegInnen umgehen. Wenn dieses Blog dazu beiträgt, ist schon viel erreicht.

Wir werden den Arbeitgeber WELTBILD weiter kritisch begleiten. Die GeschäftsführerInnen Christian Sailer und Angela Schünemann haben es selbst in der Hand, ob Schlechtes über WELTBILD im Internet steht. Der einfachste Weg, das zu verhindern, ist: fair sein, die MitarbeiterInnen wertschätzen und sich an die Spielregeln der gesetzlichen Mitbestimmung halten.

Last but not least: auch ein Personalchef Manfred Ries tut am Ende nur das, was die Geschäftsführung ihm aufträgt. Bei Christian Sailer und Angela Schünemann liegt die Verantwortung, und da geht sie auch nicht weg, wenn man dem Betriebsrat Vorwürfe macht.

Freitag, 22. Dezember 2017

Die Blog Redaktion wünscht Frohe Weihnachten


Alle Jahre wieder – geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Für die Blog Redaktion wie auch für Weltbild. Wir wollen gar nicht erst anfangen, all das aufzuzählen, was sich 2017 ereignet hat. Die großen Jahresrückblicke überlassen wir lieber dem Fernsehen. Dort kennt man sich mit Glamour besser aus.


An dieser Stelle möchten wir uns bei allen treuen und fleißigen Blog Leserinnen und Lesern bedanken, die unsere vergnügungssteuerfreien Beiträge gelesen haben. Meist ist das, was drin steht, weit entfernt von der Komfort-Wohlfühlzonen-Blase unseres Wirtschaftswunder-Landes. Wen wundert's? Aber manchmal gibt es zwischendurch zum Glück auch Positives zu vermelden.

Frohe Weihnachten


Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern, allen ehemaligen und aktuellen Kolleginnen und Kollegen ein schönes, ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben! 

Und weil der Jahreswechsel sich wie immer unmittelbar anschließt: Euch allen auch einen guten Rutsch ins neue Jahr!



Foto: Kris de Curtis / This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.



Mittwoch, 5. April 2017

Weltbild Betriebsrat stellt sich neu auf


Heute fand eine konstituierende Sitzung des Weltbild Betriebsrates statt. 


Die Schließung der ALSO-Logistik Ende März hat leider auch direkte Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Arbeitnehmer-Vertretung bei Weltbild. Denn ein halbes Dutzend der Betriebsräte war nach der erzwungenen Aufspaltung des Betriebes vertraglich bei der ALSO-Logistik beschäftigt und hat ebenso wie über 250 weitere Kolleginnen und Kollegen Ende letzten Monats ihren Arbeitsplatz verloren.

Darunter auch der langjährige Vorsitzende Peter Fitz, der bereits in der letzten Betriebsversammlung in den Hallen der Logistik in Lechhausen seinen Rücktritt erklärt hat. (Wir haben hier im Blog darüber berichtet.) Ein herber Verlust, dass so viele engagierte Betriebsräte nun bei der Gedis gelandet sind. Sie alle, und insbesondere auch Peter Fitz als Betriebsratsvorsitzender, haben sich gerade in der schwierigen Zeit der Insolvenz und der Droege Übernahme leidenschaftlich für die gesamte Belegschaft und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze eingesetzt.


Neuer Vorsitzender: Timm Bossmann 


Für die verbleibende Amtszeit hat das Gremium mit großer Mehrheit den bisherigen Stellvertreter und ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Bossmann zum neuen Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt.


Zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde Dolores Sailer. 


Ersatzmitglieder rücken nach.
Automatisch rücken nun folgende Ersatzmitglieder als Vollmitglieder ins Gremium nach:

Dirk Neu
Sara De Santi
Sabine Rath
Jürgen Puschmann
Peter Hellriegel

Außerdem wurde auch der sogenannte Betriebsausschuss per Wahl neu besetzt. (§27 BetrVG)
Dieser umfasst neben dem Vorsitzenden und der Stellvertreterin 3 weitere Betriebsräte. Der Ausschuss führt die laufenden Geschäfte des Betriebsrates für die es keine besonderen Beschlüsse des BRs braucht, z.B. die Vorbereitung der Sitzungen, Erledigung des Schriftverkehrs, organisatorische Aufgaben, Entgegennahme von Anträgen, Besprechungen mit dem Arbeitgeber u.a.

Neben Timm Bossmann und Dolores Sailer gehören künftig dem Betriebsausschuss an:
Josef Trutt, Sara De Santi und Dirk Neu

Gemischte Gefühle im Gremium

Einerseits ist es ein großes Glück, dass der Betriebsrat bei Weltbild personell so breit aufgestellt ist, dass er die Lücken, die durch die ALSO-Schließung verursacht wurden, schließen konnte. Andererseits macht gerade diese Sitzung wieder deutlich, wie massiv die Auswirkungen von Droeges Unternehmenspolitik auf die Belegschaft und ihre Arbeitnehmervertreter bis zum heutigen Tage sind.


Freitag, 8. Juli 2016

Der Weltbild-Schnäppchenmarkt ist Geschichte


Once upon a time ... in Lechhausen 





Es gibt viele positive Umschreibungen für den Wandel:

Die Zeiten ändern sich

Fortschritt braucht Veränderung etc. etc.

Oft bedeutet der sogenannte "Wandel" aber leider einfach nur eine Schließung.

So geschehen jetzt mit dem Weltbild Lagerverkauf.

Zugegeben: Hübsch war er nicht. Aber im Stadtteil Lechhausen kennt ihn jeder. Und auch in der gesamten Stadt Augsburg kennen ihn sehr viele Menschen. Vorbei ist nun das gewohnte Bild, in dem die Kunden bereits vor der Öffnung vor der Tür Schlange stehen und später die Einkaufswagen und Kofferräume ihrer Autos voll packen mit günstigen Schnäppchen aus dem Weltbild-Sortiment ...  

Am 30. Juni 2016 hat der Weltbild Lagerverkauf endgültig seine Türen geschlossen.

Was die Unternehmensführung lediglich als kleine Fußnote in einer internen Mitteilung erwähnte, ist bitter für die Mitarbeiter, die dort beschäftigt waren. Und mit der Schließung des Schnäppchenmarktes verliert Weltbild auch zunehmend seine sichtbare Verankerung am Stammsitz Augsburg.





Zwar gibt es immer wieder Bekundungen von Seiten der Geschäftsführung, man wolle an einem wie auch immer gearteten Outlet-Konzept festhalten. Doch konkrete Pläne wurden bislang nicht verkündet. Wie so oft bleibt vieles reine Spekulation. Das wirft aber die Frage auf: Wo werden die technisch intakten Retouren, Bücher-Mängelexemplare und Restbestände zukünftig verkauft? Immerhin stellt ein solcher Abverkauf für Weltbild einen wichtigen Bestandteil in der Verwertungskette dar, auf den man eigentlich nicht verzichten kann.



Mittwoch, 18. Mai 2016

Ein Trümmerhaufen


Was am Ende übrig bleibt? Zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz hat es nach außen den Anschein, als habe das Unternehmen sich erst einmal vorübergehend stabilisiert. 

Die Kunden bekommen weiterhin den Weltbild Katalog.
Sie bestellen im Online Shop.
Sie finden noch rund 90 Filialen quer über Deutschland verteilt.
Auch für Kunden in Österreich und der Schweiz ist die Marke weiterhin präsent.

Alles in Ordnung also? Keineswegs ... 
Natürlich bemerkenswert, dass das Unternehmen überhaupt noch existiert. Kaum jemand hätte dem Versandhändler damals im Jahr 2014 zugetraut, die ersten Monate der Pleite zu überstehen. Aber in Ordnung ist die Weltbild-Welt deshalb noch lange nicht.

Der nach den schmerzhaften Personaleinschnitten übrig gebliebene kleine Rest der Belegschaft bangt weiterhin um die Zukunft, angesichts einer weitgehend undurchschaubaren Unternehmenspolitik aus dem Hause Droege.

Ein Stimmungsbild über die aktuelle Lage bei Weltbild vermittelt ein Bericht auf domradio.de vom 29.04.2016 nach Eindrücken des Betriebsseelsorgers Erwin Helmer, der immer wieder in Augsburg vor Ort ist und viele Gespräche mit den Beschäftigten geführt hat.




"Ein Trümmerhaufen"

Weltbild war einmal das Aushängeschild des katholischen Verlagswesens in Deutschland. 2014 ging das Unternehmen pleite, die Kirche zog sich zurück. Seelsorger kümmern sich noch immer um die verbliebenen Mitarbeiter.

Das ehemals katholische Unternehmen mit Sitz in der Fuggerstadt hat heute - gut zwei Jahre nach seinem Absturz - nur noch einen Bruchteil seiner Belegschaft.

Wer in den Betrieb hineinhört, bekommt einen Eindruck von den Enttäuschungen bei Weltbild. Von Chaos ist die Rede, von einem infamen Umgang mit den Beschäftigten. "Die Leute sind überarbeitet", sagt Verdi-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. "Wir kriegen eine höhere Krankheitsrate, weil die Leute fertig sind." Der katholische Betriebsseelsorger Erwin Helmer nennt den Umgangsstil der Geschäftsleitung "unsäglich". Für Betriebsratschef Peter Fitz ist der neue Besitzer Walter P. Droege schlicht eine "Heuschrecke".

"Belogen" 
Nach einer ersten Entlassungswelle kam Droege. Der Milliardär erwarb die Mehrheit der Anteile, spaltete die Logistik ab und steckte sie in die von ihm kontrollierte Also-Group. Droege versprach Konsolidierung. "Wir wurden von vorne bis hinten belogen", so die Gewerkschafter. Ein Jahr nach der Insolvenz waren mehr als die Hälfte der vormals 2.300 Arbeitsplätze in der Zentrale weg, 90 von 250 Filialen dicht. Heute habe Weltbild ohne Logistik 1.300 Mitarbeiter, davon 400 in Augsburg, so eine Firmensprecherin. Der Betriebsrat weiß von 350.

Die Also-Logistik ging im Sommer 2015 in die Insolvenz. Darauf habe die Geschäftsleitung "mit Gewalt gedrängt", sagt Boßmann. Als die Mitarbeiter erfuhren, dass Droege eine bereits erzielte Einigung über Nacht gekippt hat, blickte Helmer in blasse Gesichter, sah Entsetzen in den Augen, Tränen. Der Seelsorger schrieb Briefe an den Milliardär und bekam keine Antwort. Im Dezember der nächste Schlag, 240 weitere Logistiker verloren ihre Jobs. Inzwischen ist klar, dass Also in Augsburg zum Jahresende 2016 zumacht. Auch die restlichen 210 Mitarbeiter der abgespalteten Logistik stehen dann auf der Straße.

Seelsorger Helmer und seine beiden Kollegen versuchen, Mut zu machen, die Mitarbeiter zu stärken, vorschnellen Trost zu vermeiden. "Ob Christen, Muslime oder Atheisten, sie haben alle mit uns geredet." Wichtig sei: "Wie kriege ich Distanz zu dieser brenzligen Situation, die viele kaputt und krank gemacht hat?" Vor der Betriebsversammlung fährt einer wie verrückt auf dem Gabelstapler durch die Hallen. Ein anderer ist fast dankbar für seine Entlassung: "Ich hätt's eh nicht länger ausgehalten. Ich muss da raus." Eine Kollegin tapfer: "Ich war immer ein Stehauf-Männchen." Helmer nennt sie Stehauf-Frauchen.

"Man blickt sich um und sieht auf einen Trümmerhaufen", so Fitz. Doch Betriebsrat und Gewerkschaft geben nicht auf. Mit der Kirche ist man im Reinen. "Wir haben uns gekloppt mit denen", sagt Boßmann, "aber ohne sie hätten wir den Fortbestand bis jetzt nicht geschafft." In der Tat federten die Bistümer damals mit einer Millionen-Geldspritze nicht nur soziale Härten ab. Sie verhinderten auch, dass das Geschäft in der Insolvenzphase völlig einbrach.

Millionen treue Kunden 

Noch lebt Weltbild: Das Haus ist Nummer zwei im Onlinebuchhandel und Rangdritter im Gesamt-Buchmarkt. "Millionen von Kunden sind dem Unternehmen treu geblieben", macht sich eine Firmensprecherin Mut.


Ergänzung in eigener Sache: 
Als Gewerkschafter sind wir 2014 mit öffentlichen Aktionen und auch in diesem Blog die Kirche tatsächlich hart angegangen. Was durchaus notwendig gewesen ist, um bestimmte Entscheidungen zu bewirken. Wir sehen aber auch mit Respekt, dass die Kirche daraufhin zu einem Konsens bereit gewesen ist. Sie war gesprächsbereit und hat ihre Zusagen vertrauenswürdig und verlässlich eingehalten. Das unterscheidet sie ganz wesentlich von dem heutigen Firmeneigentümer. Nur durch einen Kirchenkredit konnte Weltbild die ersten Monate der Insolvenz überleben. Sie ermöglichte erhebliche Transfermaßnahmen und Abfindungen. Und ihre Seelsorger sind heute noch wichtige Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte der Beschäftigten. Gerade dem Seelsorger-Team rechnen wir das persönlich hoch an, weil sie in der heißen Konfliktphase quasi "zwischen den Stühlen" saßen und sich einiges von uns haben anhören müssen, was sicher keine einfache Situation für sie gewesen ist.


Mittwoch, 22. Juli 2015

Gratulation: 1.000.000 Seitenaufrufe beim Weltbild-ver.di-Blog


Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Weltbild, 

eine Million Besucherinnen und Besucher auf den Seiten eures Weltbild-Blogs – das ist ein Ereignis und Ergebnis engagierter Gewerkschaftsarbeit über viele Jahre hinweg. Chapeau!

Was vor Jahrzehnten das Schwarze Brett, die Betriebszeitung und Flugblätter zu gewährleisten hatten, eine betriebliche Öffentlichkeit, sieht im Zeitalter der Digitalisierung nicht nur anders aus, es funktioniert auch anders. Ihr habt die neuen Möglichkeiten der digitalen Technologien frühzeitig erkannt und 2009 für eure Gewerkschaftsarbeit die Konsequenz gezogen: www.weltbild-verdi.de war Pionierarbeit. Ein innovatives Medium für Antworten auf die Fragen und Probleme, die Kolleginnen und Kollegen bei Weltbild bewegen – und davon hat es in den vergangenen Jahren weiß Gott mehr als genug gegeben.

Frank Bsirske, Vorsitzender der ver.di
Unsere Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat einen starken, neuen Kommunikationskanal eröffnet, der weit über diesen einen Betrieb hinaus ausstrahlt. Das habt ihr tatkräftig unterstützt – vielen Dank auch für diese Art von gelebter Solidarität. Mittlerweile haben wir es auf eine stattliche Blog-Familie gebracht, die insgesamt rund fünf Millionen Seitenaufrufe stark ist.

Das Weltbild-ver.di-Blog wird ausschließlich von Aktiven im Betrieb betreut. Über 750 Artikel wurden geschrieben, die zu annähernd 5.000 Kommentaren ermuntert haben. Hier zeigt sich die neue „Lebensweise“ eines Weblogs gegenüber den herkömmlichen Medien der Betriebsöffentlichkeit des Printzeitalters. Die per Internet ausgelösten Dynamiken haben zur Weiterführung des Betriebs nach der Insolvenz beigetragen, somit Arbeitsplätze retten geholfen und die Vielfalt in der Verlags- und Vertriebslandschaft gestärkt.

Sicher habt ihr noch so manche schwierige Wegstrecke vor euch, für die ich euch bei der Gelegenheit schon mal viel Kraft und Erfolg wünsche.

Doch für den Moment gibt es etwas zu feiern – den millionenfachen Erfolg eures Weblogs – herzlichen Glückwunsch dazu!

Euer Frank Bsirske
Berlin, 22. Juni 2015

Dienstag, 1. Juli 2014

Anderes Spielfeld – gleiches Problem


Aus der Seele gesprochen: Per Mertesacker nach dem Sieg gegen Algerien im Achtelfinale.



Mittwoch, 6. November 2013

"Netiquette" = Regeln für Kommentare in diesem Blog


Aus gegebenem Anlass hat die Blog-Redaktion heute beschlossen, Regeln für Kommentare aufzustellen. Solche Regeln sind üblich und werden im Internet-Jargon auch "Netiquette" genannt.

Ihr findet diese Regeln dauerhaft in der linken Navigationsleiste bzw. hier: Netiquette

Gerne können wir weiter über Sinn und Unsinn eines solchen Regelwerks diskutieren. Dazu bitte das Kommentarfeld direkt unter der Netiquette nutzen.

Unter den aktuellen Artikeln zur Situation bei WELTBILD bitte nur Kommentare zum jeweiligen Thema abgeben.

Danke für euer Verständnis sagt

Eure Blog-Redaktion


Freitag, 9. August 2013

Wir machen Sommerpause



Der Gewerkschafter schläft nie!

Er springt morgens schon mit geputzten Zähnen aus dem Bett!

Er malt jeden Abend nach der Arbeit Transparente für den nächsten Streik!

Alles nur Legenden …






Der gemeine Gewerkschafter ist ein Mensch wie jeder andere auch. Und so freut er sich wie alle anderen auf den Sommer. Mittlerweile haben die Schulferien begonnen und bei Weltbild sieht man die Hallen, Gänge und Flure leerer werden. Warum sollten dann ausgerechnet die Blogger weiter schreiben bis die Tasten glühen?

Die Blog-Redaktion legt im August eine kleine Pause ein. Bis zum Ende des Monats wird es etwa nur einen Beitrag pro Woche geben – denn ganz ohne Lesefutter wollen wir euch dann doch nicht lassen.

Seit Beginn des Jahres haben wir über viele Themen berichtet: Betriebsversammlungen, die Arbeit des Betriebsausschusses, die Betriebsratsgründung beim Konkurrenten amazon in Graben, über Streiks im Einzelhandel, steigenden Stress im Job, die Fortbildungs-Situation bei Weltbild, die Jugend-Auszubildenden-VertreterInnen, die verdi-Mitglieder-Versammlung von Weltbild u.v.m.

Jetzt wollen auch wir mal die Sonne genießen und es auskosten, wenn Petrus einmal im Jahr gute Laune zeigt!

Wir wünschen allen Blog-LeserInnen und fleißigen Kommentare-SchreiberInnen einen schönen Urlaub und sehen uns hoffentlich gut erholt im September wieder hier auf dieser Seite.

 





Samstag, 4. Mai 2013

Film ab zum 1. Mai


Die OrganisatorInnen hatten gezittert. Aber am Ende blieb Augsburg am 1. Mai vom Regen verschont. So zogen rund 1.500 TeilnehmerInnen gut gelaunt vom Moritzplatz zur Mai-Feier des DGB auf der Freilichtbühne. Unser kleiner Film zeigt den Marsch und Ausschnitte der Redebeiträge unseres ver.di-Betriebsgruppensprechers Timm Boßmann von Weltbild. Sehen Sie selbst:



Einige der Bilder im Film haben wir mit freundlicher Genehmigung von Peter Feininger verwendet, der mit www.forumaugsburg.de einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung linker Gruppen in Augsburg leistet. Schauen Sie sich die Seite ruhig einmal an.

Freitag, 26. April 2013

Seh'n wir uns am 1. Mai?


Unser Tag der Arbeit beginnt in Augsburg um 9:30 Uhr mit einem Demonstrationszug vom Moritzplatz zum Roten Tor.

10:15 bis 12:00 Uhr: 1.-Mai-Feier des DGB auf der Freilichtbühne, 

bei der auch unser ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann für WELTBILD auf der Bühne stehen wird. Seine Forderung an die PolitikerInnen im Superwahljahr: 

Schmutzkonkurrenz gefährdet Arbeitsplätze – Gute Arbeit fördern statt bestrafen! 


Mai-Demonstration 2012: Nicht nur vor den Wahlen zeigen GewerkschafterInnen, was sie von der Politik erwarten.
Weitere Themen der Kundgebung: Gute Arbeit; sichere Rente; soziales Europa. Dazu ein Zitat aus dem Flugblatt der Gewerkschaften: 
"Die Bundesregierung verweist stolz darauf, dass die Krise die Menschen in Deutschland bislang nicht erreicht hätte. Das stimmt sicher für die Superreichen, deren Gewinne durch die Steuerzahler in der Finanzkrise gerettet wurden.  Von den Beschäftigten arbeitet aber jede/r Fünfte hierzulande für einen Lohn, der ein gutes Leben verhindert. Jede zweite Frau und jeder dritte Mann arbeiten in unsicheren Arbeitsverhältnissen wie Minijobs oder Leiharbeit. Europaweit werden öffentliches Eigentum  privatisiert, Sozialleistungen gekürzt und die Löhne gesenkt. Solange die Kapitalmärkte die Entscheidungen der Politik bestimmen, wird es keine soziale Gerechtigkeit in Deutschland und in Europa geben."
Das komplette Veranstaltungsprogramm können Sie hier ansehen und herunterladen: 1.-Mai-Flyer (4 Seiten PDF).


Samstag, 23. März 2013

Was macht eigentlich der Betriebsausschuss?


Mitsprache bei Einstellungen und Kündigungen, bei Versetzungen, Beförderungen und Gehaltsänderungen. Verhandeln von Betriebsvereinbarungen, die Vorbereitung der BR-Sitzungen. Planen der Betriebsversammlungen und die Organisation des BR-Büros. All das gehört zu den Aufgaben des Betriebsausschusses (BA).

Der Betriebsausschuss ist sozusagen die Geschäftsführung des Betriebsrats. Jede Menge Arbeit also. Deshalb tritt der BA jeden Donnerstag um halb zehn im BR-Büro zusammen. Die Sitzungen dauern oft genug bis in den Nachmittag hinein.

Seine Mitglieder werden am Anfang der Legislaturperiode innerhalb des Betriebsrats gewählt. Neben den beiden Vorsitzenden Peter Fitz und Josef Trutt sind fünf weitere KollegInnen ordentliche Mitglieder des Betriebsausschusses: Visnja Bernhard, Dolores Sailer, Hedwig Zogler, Peter Reichert-Meissl und Timm Boßmann. StellvertreterInnen sind Rose Martin, Raimund Wegemer, Michael Haugg und Johannes Ihmenkamp.

Der Betriebsausschuss bei der Arbeit. Von links nach rechts: Hedwig Zogler, Visnja Bernhard, Dolores Sailer, Peter Fitz, Timm Boßmann, Michael Haugg.

Ohne Gesetze geht nichts
Wenn der BA tagt, liegen meist Gesetzbücher und juristische Kommentare auf dem Tisch: Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitsschutzgesetz, Teilzeit- und Befristungsgesetz, Arbeitszeitgesetz, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Mutterschutzgesetz u.v.a.m.. Diese Gesetze sind die Grundlage der Mitbestimmung durch den BA.

Zum Beispiel bei den sogenannten "personellen Einzelmaßnahmen". Vor jeder Einstellung oder Versetzung muss die Geschäftsführung die Zustimmung des Betriebsrats einholen. Ohne Einverständnis geht nichts, der Arbeitgeber müsste seine Maßnahme vor Gericht durchsetzen. Und würde das sicher auch tun, wenn der BA seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Denn im Gesetz ist sehr genau geregelt, unter welchen Umständen der BR nein sagen kann. Zum Beispiel dann, wenn eine Versetzung Nachteile oder Risiken für KollegInnen birgt, wenn ein befristeter Arbeitsvertrag nicht den gesetzlichen Regelungen entspricht oder wenn bei einer Neueinstellung interne Bewerbungen nicht berücksichtigt wurden. Deshalb prüft der BA jeden Einzelfall sorgfältig und muss alle Einwände schriftlich und rechtssicher formulieren. Eine einmal erteilte Zustimmung kann nicht zurückgenommen werden.

Grenzen der Mitbestimmung
Weit weniger Macht hat der Betriebsausschuss leider bei Kündigungen. Er muss lediglich "angehört" werden, wie es im Gesetz heißt. Im Klartext bedeutet das: Der BA kann einen Widerspruch formulieren, den der Arbeitgeber zu den Akten nimmt - und den oder die KollegIn trotzdem rausschmeißt. Klagen gegen eine Kündigung kann immer nur der oder die Betroffene selbst, am besten mit Hilfe der Gewerkschaft. Vor Gericht kommt dann freilich auch der Widerspruch des BAs auf den Tisch. So sind auch in diesem Fall sehr gute arbeitsrechtliche Kenntnisse Voraussetzung für den Schutz der MitarbeiterInnen.

Manchmal gelingt es dem Betriebsausschuss auch, im letzten Moment eine drohende Kündigung abzuwenden. Das geht aber nur über Gespräche mit der Personalabteilung. Da ist einiges Verhandlungsgeschick von Nöten und ein Überblick über das gesamte Unternehmen: Zum Beispiel, um einen anderen Arbeitsplatz für KollegInnen zu finden, die betriebsbedingt gekündigt werden sollen.

Recherchieren, vorbereiten, aufschreiben
Jede Sitzung des Betriebsausschusses wird protokolliert, die Mitschrift im Intranet für die anderen BR-Mitglieder zur Verfügung gestellt. Denn der BA handelt immer nur im Auftrag des gesamten Betriebsrats, der zum Beispiel die oben geschilderten personellen Einzelmaßnahmen per Geschäftsordnung an den BA delegiert hat.

Weitere Aufgaben sind die Genehmigung von Schulungen für BR-Mitglieder, das Recherchieren von Informationen zur Vorbereitung der BR-Sitzungen und die Abwicklung des umfangreichen Schriftverkehrs mit der Geschäftsführung. Letztlich muss jede Aktion des Betriebsrats schriftlich niedergelegt werden, um im Falle einer juristischen Auseinandersetzung gewappnet zu sein. Dabei gilt es gesetzliche Fristen zu beachten, rechtlich eindeutige Vereinbarungen zu formulieren und am Ende alles so zu archivieren, das der BR bei Bedarf schnell darauf zurückgreifen kann. Wie gesagt: jede Menge Arbeit...

Mittwoch, 16. Januar 2013

Kanzlerin lobt die Arbeit der Gewerkschaften


Ein solches Lob ist wohl mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Oder? Mal sehen...

Am Dienstag war Angela Merkel zu Besuch bei Michael Sommer, dem Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

In der WELT war danach Folgendes zu lesen:
"Kanzlerin Angela Merkel hat die Gestaltungsmacht der Gewerkschaften und ihrer Mitglieder gewürdigt. "Ohne unsere Tarifautonomie würde Deutschland heute nicht so dastehen, wie es dasteht. Und eine starke Säule sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im DGB organisiert sind", sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag bei der Vorstandsklausur des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin."
Und im FOCUS liest man:
"Merkel sagte den Spitzen des Deutschen Gewerkschaftsbundes am Dienstag Unterstützung im Kampf gegen unlautere Bedingungen für Arbeitnehmer in sogenannten Werkverträgen zu…"
Das ist einerseits sehr erfreulich. Immerhin zeigt dieses Lob von unerwarteter Seite den hohen Stellenwert der Gewerkschaften im gesellschaftspolitischen Leben Deutschlands auf. Und das Lob würdigt auch das Engagement der Gewerkschaftsmitglieder. Es bezeugt einmal mehr, dass es sich dabei nicht um fehlgeleitete Spinner oder sozialromantische Schwärmer handelt, sondern um Menschen, die einen wesentlichen Beitrag zum verantwortungsvollen gesellschaftlichen Zusammenleben leisten.

Auch DGB-Chef Sommer fand seinerseits lobende Worte für die Kanzlerin. Das konnte man im HANDELSBLATT nachlesen:
„Frau Merkel betont immer wieder die Bedeutung von Tarifautonomie, Mitbestimmung und Kündigungsschutz und macht zaghafte Schritte in Richtung gesetzlicher Mindestlohn.“
Aber Vorsicht!
Es ist ja durchaus schön, wenn man sich mal ein wenig gebauchpinselt fühlt. Doch wie steht es zum Beispiel um die Videoüberwachung am Arbeitsplatz. Ein derzeit anstehender Gesetzesentwurf soll die heimliche Überwachung verbieten, öffnet aber gleichzeitig einer offenen Überwachung Tür und Tor.

Hierbei, so DGB-Chef Sommer, werde sich erst wirklich zeigen, wie ernst die Kanzlerin es meine mit der Respektierung von Arbeitnehmerrechten.

Auch bei wohlmeinenden, schmeichelnden Worten gilt also weiterhin: Augen und Ohren offen halten und stets auf der Hut bleiben!

Dienstag, 16. Oktober 2012

Vorstellung der Ver.di-Vertrauensleute auf der Betriebsversammlung



Liebe KollegInnen,
 
auf der Betriebsversammlung am 9.10.12 sind die Ver.di-Vertrauensleute vorgestellt worden.
Anbei nochmal zum Nachlesen die Präsentation.


Eure Vertrauensleute       


Jürgen Puschmann, Dirk Neu, Tim Miller, Helene Vollrath, Timm Boßmann, Manuela Natterer (v.l.n.r.)


Was die Vertrauensleute für dich tun können

• AnsprechpartnerInnen Eurer Gewerkschaft in den Abteilungen
• Rat & Hilfe bei Problemen am Arbeitsplatz
• Vernetzung und Unterstützung der ver.di-Mitglieder im Betrieb
• Informationen über Arbeitnehmerrechte und gewerkschaftliche Aktivitäten
• Gemeinsam Arbeitsbedingungen verbessern

Was Vertrauensleute und Betriebsrat unterscheidet





Was die Vertrauensleute bisher unternommen haben

• Regelmäßige monatliche Treffen
• Unterstützung der Aktionen im Zusammenhang mit dem Zukunftstarifvertrag
• Versand des ZTV an alle Mitglieder
• Unterstützung des Betriebsrats im Bereich Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Logos & Buttons)
• Vorbereitung der Entgelt-Tarifrunde 2012: Transparente, Aktionsplanung (17.10.2012)


Was wir uns für die Zukunft vorgenommen haben

• Gemeinsame Schulungen, erstmals Ende Oktober 2012
• Solidarität und Organisationsgrad im Betrieb stärken: „Alle ziehen an einem Strang!“
• Mehr Transparenz im Betrieb: offener Informationsaustausch auf regelmäßigen Mitgliederversammlungen
• Weitere Vertrauensleute gewinnen


Ihr seid eingeladen!
Regelmäßiger VL-Treff an
jedem 3. Dienstag im Monat
um 19:00 Uhr im Kappeneck (Jakobervorstadt)

Weitere Informationen unter
www.weltbild-verdi.de 



 

Montag, 13. Februar 2012

Jetzt online: ver.di-Blog von METRO München Pasing

Die Erfolgsgeschichte der betrieblichen ver.di Blogs setzt sich fort. Vergangene Woche ist der neue ver.di Blog bei Metro C&C München Pasing an den Start gegangen. Ihr erreicht ihn unter:

http://metro-041-verdi.blogspot.com/

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.