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Montag, 27. Juli 2015

Solidaritätserklärung des GBR der WELTBILD/Jokers-Filialen


Wir geben hier ein Solidaritätsschreiben des Gesamtbetriebsrats der Filialorganisation WELTBILDplus/Jokers an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von LesensArt wieder:
Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
am Donnerstag haben wir erfahren, dass die LesensArt Rüdiger Wenk GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat. Auch wenn die Entwicklung der vergangenen Wochen bereits befürchten ließ, dass etliche Arbeitsplätze gefährdet sind, so hat diese Nachricht natürlich auch bei uns große Bestürzung und Sorge hervorgerufen.

Auch wenn wir durch den Verkauf der Filialen getrennt wurden, so waren wir doch die letzten Monate durch viele Gemeinsamkeiten geeint: die Sorge um die Zukunft der Arbeitsplätze; der  Kampf für die Umsetzung zukunftsfähiger Konzepte; das Beharren auf der Durchsetzung der Arbeitnehmerrechte. All die arbeitgeberseitig gebrochenen Versprechen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Sanierung mit ins Boot zu holen und Know-how und Potential derjenigen zu nutzen, die tagtäglich in den Filialen stehen und die Kundenbedürfnisse am besten kennen.  
Lieber Gesamtbetriebsrat, fassungslos macht uns in diesem Zusammenhang vor allem, dass Ihr von der Beantragung des Insolvenzverfahrens aus der Presse erfahren musstet. Dies ist sicherlich der Höhepunkt der Missachtung eurer Rechte - und ein Negativbeispiel für den Umgang mit Betriebsräten!  
Doch wir wissen, dass Ihr auch in dieser Situation stark bleibt und alle notwendigen Maßnahmen einleiten werdet, um die Interessen der durch euch vertretenen Arbeitnehmer_innen auch weiterhin bestmöglich zu wahren. Und unabhängig davon, was die Zukunft bringt: Letztendlich geht es auch darum, Aufklärungsarbeit zu leisten und zu verhindern, dass die Verantwortlichen zukünftig die Möglichkeit haben, derart destruktiv und rücksichtslos zu agieren - unabhängig davon, welche Namen die Verantwortlichen tragen.  
Auch wir wissen momentan nicht, welche Konsequenzen das derzeitige Geschehen auf unsere Zukunft haben wird und wie sich die noch vorhandenen Verflechtungen zwischen den Unternehmen nun gegebenenfalls auswirken werden.  
Doch unabhängig davon, welche Wege nun bei euch und uns zu gehen sind: Lasst uns diesen Weg auch weiterhin aufrecht und solidarisch gehen!   

Mit kollegialen Grüßen, Euer Gesamtbetriebsrat 

Donnerstag, 23. Juli 2015

LesensArt pleite: Was wird aus den 350 MitarbeiterInnen?


Leider keine Überraschung: Die LesensArt GmbH von Rüdiger Wenk meldete gestern Insolvenz an. Das berichtet heute der buchreport.

Wenk hatte erst im Februar rund 70 Filialen von WELTBILDplus übernommen. Seine LesensArt GmbH hatte ein Stammkapital von 25.000 Euro. Mit der Übernahme der WELTBILD-Standorte wurde LesensArt gleichsam über Nacht zum drittgrößten Buchhändler der Republik.

Dafür hat Wenk vor allem defizitäre Filialen in Centern mit besonders hohen Mieten übernommen. Sein Sanierungskonzept umfasste gerade mal anderthalb DIN A4-Seiten. Branchenkenner zweifelten sofort an der Seriosität des Geschäftsmodells. Der Betriebsrat in Augsburg warnte vor dem Verkauf und fürchtete, das eigentliche Ziel des Deals sei die billige Entsorgung von MitarbeiterInnen ohne Sozialplan. Trotzdem verkaufte Walter Droege die Filialen samt Belegschaft an den dubiosen Geschäftsmann aus Ahaus.

Bizarres Geschäftsgebaren mit Cowboyhut

Danach mehrten sich Meldungen über bizarre Vorgänge bei LesensArt: Eine Büroadresse, für die Wenk keinen Mietvertrag hatte. Ein Berater, der mit Cowboyhut vor die Presse trat und seinen Namen nicht verraten wollte. Ein Immobilienmakler, der Mietverträge neu verhandeln sollte, aber angeblich Hausverbot in den meisten Centern hat. Der „Cowboy“ – Bernhard Ludwig Winkelhaus mit Namen, wie schließlich herauskam – der Filialleiter zur Übernahme ihrer Filialen drängte und gegen hohe Gebühren Kredite vermitteln wollte…

Schließlich die Weigerung vieler Vermieter, die Mietverträge für die Filialen auf Wenk zu überschreiben. Mit der Folge, dass WELTBILD bis heute die meisten der teuren Mieten bezahlen muss. Am Ende Schließungen im Wochentakt, oft ohne Ankündigung, gleichsam „über Nacht“ und die Freistellung des Personals…

Offener Brief an Walter Droege blieb ohne Antwort

Über all das hat der Gesamtbetriebsrat der LesensArt die Öffentlichkeit informiert und sich schließlich in einem Offenen Brief an Walter Droege, Patrick Hofmann und Arndt Geiwitz mit der Bitte um Hilfe gewandt. Vergeblich: Der Brief blieb ohne Antwort.

Jetzt die Pleite. Wie und ob sich die Insolvenz auf WELTBILD auswirkt, ist noch unklar. Für die 350 KollegInnen, die Walter Droege und Rüdiger Wenk vertraut hatten, sind die Folgen jedenfalls fatal: Sie stehen vor dem Nichts.

Freitag, 26. Juni 2015

Offener Brief des Gesamtbetriebsrats von LesensArt


Sehr geehrter Herr Patrick Hofmann, 
Sehr geehrter Herr Walter Droege, 
Sehr geehrter Herr Arndt Geiwitz,

wir – der Gesamtbetriebsrat der LesensArt Rüdiger Wenk GmbH – schreiben Ihnen heute stellvertretend für die gesamte Belegschaft der 67 ehemaligen Weltbild Buchhandlungen, die im Februar von Ihnen an Rüdiger Wenk verkauft wurden. Leider bleibt uns nur dieses ungewöhnliche Mittel der Kommunikation, da alle anderen Versuche, Sie auf unsere verzweifelte Lage aufmerksam zu machen, und Sie für unser Schicksal zu interessieren, von Ihrer Seite unbeantwortet blieben.

Von Verzweiflung sprechen wir nicht leichtfertig. Wir könnten auch Fassungslosigkeit, tiefe Enttäuschung und völlige Hoffnungslosigkeit hinzufügen. Die Mitarbeiter - immerhin noch über 350 Kollegen und Kolleginnen (viele von ihnen mit Familie und Kindern) - der ehemaligen Weltbild Buchhandlungen sind zwischen Hammer und Amboss geraten und werden seit Wochen rücksichtslos zerrieben.

Auf der einen Seite stehen unsere neuen Eigentümer LesensArt, die sich zu keiner Zeit nach dem Verkauf an das uns und Ihnen durch den Unternehmensberater B.L. Winkelhaus von der GUO Berlin vorgestellte Konzept gehalten haben. Wie es sich uns heute darstellt, war das Geschäftsmodell von Beginn an nicht auf den Betrieb einer Buchhandlung, sondern lediglich auf deren Weiterverkauf ausgerichtet. Nach minimalen Investitionen in die ehemaligen Weltbild Filialen, wurden die verkauften Filialen mehreren Filialleitern und Filialleiterinnen geradezu zum Weiterverkauf aufgedrängt: Hierzu sollten private Kredite in Höhe von rund 100.000,00 € aufgenommen werden. Die Filialleiter/innen sollten ihre Filialen kaufen bevor Mietverträge neu verhandelt bzw. der eigentliche Sanierungsprozess überhaupt begonnen hatte.

Als dies nicht funktionierte, weil die Verträge den Mitarbeitern unseriös und vor allem überteuert erschienen, begann ein psychologischer Kleinkrieg:

Ohne Information des Wirtschaftsausschusses oder des Gesamtbetriebsrates, ohne jegliche Verhandlungen der vertraglich vereinbarten Strukturkommission, ohne jegliche Verhandlung zu Interessenausgleich und Sozialplan werden Filialen geschlossen oder weiterverkauft (z.B. an eine andere Firma, an der Herr Winkelhaus beteiligt ist).

Drei LesensArt Buchhandlungen und viele Mitarbeiter sind den Herren Wenk und Winkelhaus schon zum Opfer gefallen und täglich werden es mehr, da weitere Schließungen, Verkäufe und Untervermietungen an Dritte anstehen.

Auf der anderen Seite stehen Sie, Weltbild, unsere alten Eigentümer und Geschäftsführer, die scheinbar mit Unterzeichnung des Kaufvertrages jegliches Interesse an uns verloren haben und auch jede Verantwortung für uns von sich weisen.

Und doch bestimmt Weltbild weiter über unsere Zukunft: Mit Unterzeichnung des Kaufvertrages wurden wir alle in unseren Buchhandlungen - laienhaft ausgedrückt - illegale Untermieter. Die Vermieter wurden von Ihnen über den Verkauf der Buchhandlungen monatelang nicht informiert, und als dann doch endlich die Kommunikation mit ihnen gesucht wurde, haben Sie nachweislich in mehreren Fällen nicht etwa versucht, die Zustimmung der Vermieter zum Übergang des Mietverhältnisses auf die LesensArt GmbH zu erlangen, sondern haben vielmehr die Auflösung des Vertrages bzw. die Untervermietung an einen 1-Euro Shop angestrebt.

Damit besiegelt Weltbild unser aller Schicksal, das letztendlich nur bedeuten kann, dass alle verkauften Filialen abgewickelt werden – völlig im Gegensatz zu der Fürsorgepflicht, die doch ein Arbeitgeber gegenüber seinen Arbeitnehmern nach dem Gesetz hat, und die auch in Bezug auf einen Verkauf gilt. Das Grundgesetz spricht sogar davon, dass Eigentum verpflichtet – daher bitten wir Sie sehr eindringlich, sich Ihrer Verantwortung für uns nicht zu entziehen, sondern uns zu helfen.
Wir – die noch verbliebenen Mitarbeiter der ehemaligen Weltbild Buchhandlungen – stehen heute vor einer mehr als ungewissen Zukunft.

Die Mitarbeiter der Firma LesensArt sind immer noch bereit das ursprüngliche Sanierungskonzept umzusetzen, denn wir glauben an die Zukunft des stationären Buchhandels. Die ersten kleinen Schritte hierzu sind getan, helfen Sie uns nun auch den Rest des Weges zu gehen!

Der Gesamtbetriebsrat der LesensArt Rüdiger Wenk GmbH

Mittwoch, 22. April 2015

WELTBILD-Pressestelle versucht Öffentlichkeit zu täuschen


Das Augsburger Arbeitsgericht hat heute beschlossen, den Betriebsrat in eine Einigungsstelle zu schicken. Der BR hat bereits angekündigt, gegen diesen Beschluss Rechtsmittel einzulegen. Die Pressestelle der WELTBILD Retail GmbH hat das Urteil zum Anlass genommen, heute eine bewusst irreführende Pressemitteilung herauszugeben. Darin heißt es unter anderem: "Darstellungen, wonach bei Weltbild 300 Stellen abgebaut werden sollen, sind falsch." Es ginge nur noch um einen Personalabbau von 60 Stellen, behauptet die Pressestelle.

Das ist eine verzerrte Darstellung: WELTBILD Retail GmbH und ALSO Logistics Services GmbH bilden einen gemeinsamen Betrieb, für den ein einziger Betriebsrat zuständig ist. Das ist vertraglich bei der Überleitung festgelegt worden, genauso wie eine gemeinsame Führungsvereinbarung. Das wissen die Beteiligten auf Arbeitgeberseite sehr wohl und haben dementsprechend auch die Einigungsstelle für den gemeinsamen Betrieb vor Gericht beantragt.

Entlassungen werden wahrheitswidrig kleingerechnet

Jetzt öffentlich etwas anderes zu behaupten, ist reine Taktik, um die Anzahl der geplanten Entlassungen wahrheitswidrig kleinzurechnen. Wir bleiben bei unserer Darstellung, dass in der Retail rund 100 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Die 60, von denen die Pressestelle spricht, sind rechnerische Vollzeitstellen, d. h. zwei 50%-Teilzeitbeschäftigte besetzen eine rechnerische Vollzeitstelle. Es sind also auf jeden Fall mehr Menschen betroffen als rechnerische Vollzeitstellen. Dazu kommt die Tatsache, dass derzeit vor allem hochqualifizierte Fachkräfte das Unternehmen verlassen (z. B. ITler und Marketeers), die selbstverständlich mit gleich qualifizierten Fachleuten ersetzt werden müssen, während im Bereich der SachbearbeiterInnen wie ursprünglich geplant gekündigt werden soll.

Im Bereich der Logistik stehen weiterhin 200 Arbeitsplätze auf der Streichliste. Macht zusammen 300 Arbeitsplätze.

Desweiteren spricht die Pressestelle von derzeit 1.372 Beschäftigten in der "Weltbild Gruppe (ohne Logistik)". Damit werden die MitarbeiterInnen in den Filialen mit in die Berechnung einbezogen. Die Filialen sind wiederum in einer eigenen GmbH aufgehängt, bilden aber im Gegensatz zur ALSO keinen gemeinsamen Betrieb mit der Retail. Während die Pressestelle also einerseits spaltet, was tatsächlich zusammengehört, zieht sie auf der anderen Seite etwas zusammen, was nicht vergleichbar ist: In den Filialen sind zum überwiegenden Teil Teilzeitkräfte und Aushilfen beschäftigt  – im übrigen sämtlich ohne tarifgebundene Arbeitsverträge. Also auch wieder ein Rechentrick, um die Zahl der 60 rechnerischen Vollzeitstellen möglichst klein erscheinen zu lassen.

Geändert hat sich gar nichts. Die Darstellung der Pressestelle ist falsch und eine unseriöse Augenwischerei, um die Belegschaft zu spalten und die Öffentlichkeit über den wahren Sachverhalt zu täuschen.

Freitag, 30. Januar 2015

Information zu den Gesprächen mit der Geschäftsführung


Folgende Stellungnahme hat der Betriebsrat von Weltbild/ALSO heute im Betrieb als Flugblatt verteilt:
Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
wie erwartet und angekündigt haben die Gespräche der letzten beiden Tage keine konkreten Ergebnisse gebracht. 
Der Betriebsrat hat nicht über Entlassungen verhandelt. Es gibt keine Namenslisten oder Entwürfe dafür. 
Die ver.di war nicht mit am Tisch. Das heißt: es wurde nicht über Tarifbedingungen (Arbeitszeit, Urlaub, Entgelt usw.) gesprochen. 
Die Positionen sind unverändert: Der Arbeitgeber fordert in Summe rund 400 Entlassungen. Davon wären sämtliche Abteilungen und alle Hierarchien betroffen. Der Betriebsrat fordert einen Strategiewechsel, z. B. die Rückkehr zum Konzept Weltbild 2.0, das unser Unternehmen in der jetzigen Größe erhalten könnte. 
Die Abkehr von Weltbild 2.0 war eine bewusste unternehmerische Entscheidung von Walter Droege. Jetzt zeigt sich, dass durch die brutale Kostensenkung das Geschäftsmodell von WELTBILD bis in seine Grundfesten erschüttert wurde. Der Arbeitgeber verlangt, dass wir diese unternehmerische Fehlentscheidung mit unseren Arbeitsplätzen und Gehältern bezahlen. Der Betriebsrat erwartet, dass die Verursacher des Desasters Verantwortung übernehmen und jetzt umsteuern.  
Außerdem sind weiterhin Sachfragen offen. So fehlen zum Beispiel eine betriebswirtschaftlich durchgerechnete Mittelfrist-Planung, klare Aussagen zur Gewichtung unserer Sortimente und Entscheidungen über die Zukunft der Handelsmarken Jokers und Kidoh. Große Differenzen gibt es auch über die Ausrichtung unserer zukünftigen Marketing-Strategie. 
Zur Klärung dieser Punkte wurden weitere Termine vereinbart. Wenn diese Gespräche stattgefunden haben, werden wir euch sofort über die Ergebnisse informieren.

Euer Betriebsrat
Nach den zwei Tage dauernden Gesprächen mit dem Augsburger Betriebsrat hat sich am Freitag vormittag der Konzernbetriebsrat (KBR) mit der Geschäftsführung getroffen. Der KBR besteht aus Julia Käding (Filiale Jokers), Christian Augustin (Weltbildplus) sowie Dolores Sailer (Vorsitzende) und Timm Boßmann (beide vom BR Augsburg). Damit vertritt der KBR sowohl die KollegInnen in den Filialen, als auch die Beschäftigten in Augsburg.

Bei der Sitzung des KBR mit der GF wurde der Zusammenhang der geplanten Maßnahmen aus Konzernsicht beleuchtet und die Frage von Zuständigkeiten angesprochen. Konkrete Ergebnisse hat das leider nicht gebracht. Immerhin sind einige Ursachen für das katastrophale Weihnachtsgeschäft in den Filialen jetzt klarer erkennbar.

Montag, 26. Januar 2015

Droeges Kahlschlag: 400 Jobs bei WELTBILD bedroht


Am Freitag hat die Geschäftsleitung der ALSO Logistics dem Betriebsrat ihr Restrukturierungskonzept vorgestellt: 120 Vollzeitstellen sollen wegen schlechter Umsätze entfallen. Umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen gefährden zusätzlich 40 - 60 Jobs. Weitere 30 KollegInnen werden mit Kündigung bedroht, um Urlaubskürzungen und die Erhöhung der Wochenarbeitszeit durchzusetzen. In Summe sind damit in der Logistik rund 200 Vollzeitstellen in Gefahr.

Im November hatte die Geschäftsführung der WELTBILD Retail bereits angekündigt, rund 200 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen zu wollen. Als Grund wurden sinkende Umsätze genannt. Diese sind durch die massive Senkung des Werbeetats aber selbst verursacht worden.

Der Umsatzrückgang schlägt nun direkt auf die Auftragslage der Logistik durch. Deshalb sollen dort weitere 120 Vollzeitstellen gestrichen werden. Nach dem Willen von Hermann Scharl und Hans Schmitz-Wenzel von ALSO sollen tatsächlich hauptsächlich Vollzeitbeschäftigte gehen. JahresteilzeitlerInnen werden geschont, weil sie flexibler einsetzbar sind.

Insgesamt geht es bei Retail und ALSO um 400 Arbeitsplätze

Parallel läuft in der Logistik ein umfangreiches Rationalisierungsprogramm an. Das Ziel: kürzere Durchlaufzeiten und niedrigere Stückkosten, um die Logistik als Dienstleister für andere Unternehmen attraktiv zu machen. So soll das angekündigte Drittgeschäft ins Haus geholt werden. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Die Dienstleistung für Dritte ist auch Teil des vom Betriebsrat unterstützten WELTBILD-2.0-Konzepts. Eine schnellere Auslieferung ist wichtig, um neue KundInnen zu gewinnen und wieder zu wachsen. Die bessere Auslastung soll die Kosten für WELTBILD senken und Arbeitsplätze sichern.

Betriebsspaltung als Ziel

Während der Betriebsrat aber immer WELTBILD als Ganzes  im Blick hat, geht es den   ALSO-Managern einseitig um die Rendite des Logistikbereichs. WELTBILD ist für sie nur ein möglicher Kunde unter vielen. Das heißt: wenn die Akquise des Drittgeschäfts misslingt oder WELTBILD durch das Wirken von Patrick Hofmann und Sikko Böhm weiter Umsatz verliert, werden mit der Rationalisierung weitere Arbeitskräfte überflüssig. Hans Schmitz-Wenzel und Hermann Scharl nennen eine Zahl „zwischen 40 und 60“.

Hinter den am Freitag vorgestellten Plänen wird sichtbar, dass es dem Mehrheitsgesellschafter Droege mittelfristig um eine Spaltung des Betriebs in Augsburg geht. Damit wäre der Weg frei für eine deutliche Verschlechterung der Tarife in der Logistik. Schon jetzt fordern die ALSO-Manager eine höhere Wochenarbeitszeit und weniger Urlaubstage. Um das durch-zusetzen, haben sie als Gegenwert weitere 30 Vollzeitstellen genannt.

Die Gewerkschaft ver.di und der Betriebsrat lassen sich aber nicht erpressen. Wir stehen weiterhin für den gemeinsamen Betrieb in Augsburg und fordern die Umsetzung des WELTBILD-2.0-Konzepts. Der derzeitige Kurs von Walter Droege bedeutet ein Sterben auf Raten.

Ausverkauf: 70 Filialen weg

Wie katastrophal sich das aktuelle Missmanagement auswirkt, wurde am Freitag nachmittag nochmals deutlich. Am Rande des Infotreffens wurde dem Betriebsrat mitgeteilt, dass sich Walter Droege zum Verkauf von 70 unrentablen WELTBILDplus-Filialen entschlossen habe. Schon wieder weniger Aufträge für die Logistik…

Erste Berichte in der Presse

Augsburger Allgemeine: 400 Jobs und 70 Filialen in Gefahr: Droht Weltbild ein Kahlschlag?

Buchreport: Sterben auf Raten

Süddeutsche Zeitung: Weltbild könnte bis zu 70 Filialen verkaufen

Bayerischer Rundfunk: Weltbild auf dem Weg zum Kahlschlag

Montag, 28. April 2014

WeltbildPlus: 53 Filialen schließen, 293 MitarbeiterInnen müssen gehen, GBR verhandelt Transferangebot und Abfindungen


Jetzt steht fest, wie es bei WeltbildPlus weitergeht: von bundesweit 220 Filialen werden 53 geschlossen. Von den Schließungen sind 293 MitarbeiterInnen betroffen (von insgesamt ca. 1.300). 179 MitarbeiterInnen, die derzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, erhalten das Angebot, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. 114 geringfügig Beschäftigte (450-Euro-Kräfte) erhalten eine Abfindung.

Der Gesamtbetriebsrat (GBR) von WeltbildPlus hat unter dem Vorsitz von Julia Käding (Jokers Lüneburg) engagiert und nachhaltig verhandelt. So ist es den KollegInnen gelungen, die Gesamtzahl der Schließungen nach unten zu korrigieren. Nach den Plänen der Geschäftsführung waren 15 weitere Filialen von der Schließung bedroht, also 68 statt 53 Filialen.

Im Zuge des Interessenausgleichs wurden außerdem zahlreiche Maßnahmen mit der Geschäftsführung vereinbart, welche die verbleibenden Standorte nachhaltig stärken sollen: Zum Beispiel erweiterte Entscheidungskompetenzen auf Filialebene, ein Qualifizierungsprogramm für MitarbeiterInnen sowie eine stärkere Verzahnung mit dem Online-Geschäft in Augsburg. Diese Maßnahmen sollen die Umsätze in den Filialen erhöhen und so die Arbeitsplätze auch langfristig sichern.

Welche Filialen schließen zuerst?

Die ersten 24 Filialen schließen bis zum Juli dieses Jahres. Betroffen sind die WeltbildPlus-Standorte Aachen (Aachen-Arkaden), Bayreuth, Berlin (Alexa), Bochum (Uni-Center), Dinslaken, Dresden (Elbe-Park), Düren, Hanau, Hilden, Ingolstadt, Kulmbach, Lübeck, München (MIRA), Offenbach, Oldenburg (Lange Straße 51), Stuttgart (Cannstatter Carré und Schwaben-Galerie), Ulm, Weiterstadt (Loop 5) und Worms; sowie die Jokers-Filialen in Rostock, Leipzig (Marktgalerie), Mainz und eine der beiden Heidelberger Filialen. Bei den übrigen 29 Läden stehen die genauen Schließungstermine noch nicht fest, die betroffenen MitarbeiterInnen wurden aber bereits informiert.

Transfergesellschaft und Sozial-Auswahl

Im Rahmen des Interessenausgleichs wurden geographische Wirtschaftsräume definiert, innerhalb derer eine Sozial-Auswahl nach festgelegten Kriterien getroffen wird. Dazu zählen unter anderem Lebensalter, Betriebszugehörigkeit, Anzahl unterhaltspflichtiger Kinder, Schwerbehinderten-Status etc.. Aufgrund dieser Sozial-Auswahl ist es möglich, dass weniger schutzbedürftige MitarbeiterInnen einer weiter bestehenden Filiale gehen müssen, wenn sich diese im selben Wirtschaftsraum mit einer zu schließenden Filiale befindet und in dieser MitarbeiterInnen mit einer höheren sozialen Punktzahl von Arbeitsplatzverlust bedroht wären.

Den Betroffenen wird in der Regel eine 12-monatige Transfergesellschaft angeboten. Ausnahmen gibt es bei befristeten Arbeitsverträgen und in dem Fall, dass KollegInnen erst sehr kurz bei WeltbildPlus beschäftigt sind.

Während der Teilnahme an der Transfermaßnahme werden 85% des bisherigen pauschalierten Nettolohns ausbezahlt, bzw. 90% bei Netto-Einkommen unter 1.400 Euro, bzw. 1.700 Euro mit unterhaltspflichtigen Kindern im Haushalt. Wer weniger als 1.000 Euro Netto im Monat verdient hat, erhält bis zu 100%.

Abfindungen für 450-Euro-Kräfte

Nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte können nach Gesetzeslage nicht an einer Transfermaßnahme teilnehmen. Sie erhalten Abfindungen im Rahmen des Insolvenzrechts. Das heißt, die Abfindung darf insgesamt maximal 2,5 Monatsgehälter betragen. Die genauen Modalitäten der Abfindungen sind noch nicht final verhandelt, wir berichten, wenn der Sozialplan unterzeichnet wurde.

Bewertung

Die verhandelten Maßnahmen zur sozialen Absicherung der Betroffenen sind unter Berücksichtigung der Insolvenz-Situation sehr gut. Der GBR von WeltbildPlus hat zäh und mit Erfolg verhandelt. Die Grundlage für diesen Erfolg bilden die Verhandlungsergebnisse in Augsburg. Hier ist es den MitarbeiterInnen im Schulterschluss mit Betriebsrat und Gewerkschaft gelungen, die Kirche als Gesellschafterin öffentlich in die Pflicht zu nehmen und so einen Standard zu setzen, von dem jetzt auch die betroffenen MitarbeiterInnen in den Filialen profitieren.

Trotzdem reicht das Ergebnis in Summe nicht an den Augsburger Sozialtarifvertrag heran. Grund hierfür ist die fehlende tarifliche Bindung von WeltbildPlus, die eine weitergehende Absicherung mit tarifvertraglichen Werkzeugen unmöglich machte. Einmal mehr zeigt sich damit, von welch existentieller Bedeutung die gewerkschaftliche Bindung gerade in Krisensituationen ist.

Weitere Fragen 

Allen Filialen sind heute ausführliche Mitteilungen des GBR und der Geschäftsleitung per Mail zugestellt worden. Darunter ein 15-seitiger Katalog mit Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir hier im Blog keine Fragen zu den Details der Vereinbarungen beantworten können. Bitte wendet euch an die örtlichen Betriebsrätinnen bzw. den GBR von WeltbildPlus. Diese KollegInnen beraten euch gerne und im Einzelfall sicher kompetenter als es die Blog-Redaktion leisten kann.

Donnerstag, 24. April 2014

Presse spekuliert: Wie geht es weiter bei WeltbildPlus?


Derzeit verhandeln der Gesamtbetriebsrat, die Geschäftsführung und die Insolvenzverwaltung der Filialkette Weltbildplus über ein zukunftssicherndes Sanierungskonzept und die soziale Absicherung der MitarbeiterInnen in den Filialen.

Offizielle Aussagen gibt es von keiner Seite, da noch nichts unterschrieben ist. Trotzdem erschienen heute einige Presseberichte zum Thema:
  
Augsburger Allgemeine

Süddeutsche Zeitung

buchreport

Mittelbayerische Zeitung

Wir berichten hier im Blog, wenn ein verbindliches Ergebnis der Verhandlungen vorliegt. 

Übrigens wird auch über mögliche Investoren weiter spekuliert:

Wer kauft WELTBILD?

Montag, 3. März 2014

Konzernbetriebsrat: "Filial-Schließungen gefährden Digital-Geschäft"


Nach der Trennung von Hugendubel wurde letzte Woche der Konzernbetriebsrat neu konstituiert. In dem Gremium vertreten jetzt je zwei Betriebsrätinnen der Verlagsgruppe in Augsburg und von WELTBILDplus die Interessen der Beschäftigten auf Konzernebene. 

Unser BR entsendet wie in der Vergangenheit Dolores Sailer und Timm Boßmann, von Plus kommen Julia Käding (Filiale Jokers Lüneburg, GBR-Vorsitzende von WELTBILDplus) sowie Christian Augustin (Filiale Essen) dazu. In der konstituierenden Sitzung am Freitag wurde Timm Boßmann zum Vorsitzenden des KBR und Julia Käding zu seiner Stellvertreterin gewählt.

Timm Boßmann neuer KBR-Vorsitzender

Mit Blick auf das Multichannel-Konzept von WELTBILD kommt dem Konzernbetriebsrat jetzt eine besonders wichtige Aufgabe zu: "Wir glauben, dass die Filialen ein unverzichtbarer Bestandteil des Geschäftsmodells von WELTBILD sind. Wenn die Gruppe erfolgreich verkauft werden soll, müssen wir ein flächendeckendes und funktionierendes Filialsystem haben", sagt Boßmann. Darüber sei man sich grundsätzlich auch mit dem Insolvenz-Verwalter einig. Strittig sind dagegen die zahlreichen Filial-Schließungen, die Arndt Geiwitz derzeit gemeinsam mit Plus-Geschäftsführer Gunther Gerlach plant.

"Die Umsatzentwicklung darf nicht das einzige Entscheidungskriterium sein", so Boßmann. Die Rentabilität einzelner Filialen hänge nicht nur vom Standort ab. Vielmehr habe es in der Vergangenheit zahlreiche Fehlentscheidungen des Managements gegeben, die immer mehr Filialen in die finanzielle Schieflache gebracht hätten. "Wenn wir dort nichts ändern, dann sind die geplanten Schließungen nur der Anfang vom Ende der gesamten Kette", ist sich der KBR-Vorsitzende sicher.

Sortiment und Beratung sind die Erfolgsfaktoren

Boßmann sieht die richtigen Hebel woanders: "Die Sortiment-Auswahl ist entscheidend und wir müssen es schaffen, dass unsere Filialen von den KundInnen wieder als Buchhandlungen mit Beratungs-Kompetenz wahrgenommen werden." Dafür brauche es gute Leute, die auch vor Ort Entscheidungen treffen dürften. Derzeit kranke das System WELTBILDplus auch an zu vielen Führungsebenen.

Bevor deutschlandweite Schließungen beschlossen würden, müssten viele Fragen geklärt werden: "Das Konzept von Roland Berger für die Gruppe muss bekannt sein und diskutiert werden. Wir müssen über die Gemeinkosten-Anteile, die an WELTBILD in Augsburg abgeführt werden, reden; genauso wie über das Management und die Verwaltung in München", fordert Boßmann. Zentral sind für ihn aber die Pläne eines möglichen Investors: "Durch Filial-Schließungen, die auf Milchmädchen-Rechnungen basieren, wird möglicherweise der Wert des gesamten Gruppe beschädigt und wir werden für mögliche Käufer weniger attraktiv." Bevor ein Investor sich geäußert habe, seien die geplanten Schließungen "grob fahrlässig".

Horror-Szenario Marktbereinigung

Wenn Plus jetzt sturmreif geschossen werde, könnten Investoren auf den Plan treten, die nur eines wollen: sich unliebsame Konkurrenz vom Hals schaffen, fürchtet Boßmann: "Wenn die Filialen getrennt vom Rest der Gruppe an einen Mitbewerber verkauft werden, macht der nur eins: den Rest auch noch zu!" Damit würde über 100 Arbeitsplätzen in Augsburg die Existenzberechtigung auf einen Schlag entzogen: Filialbelieferung, Category-Management, Filialmarketing sowie Stellen in der IT und der Personalabteilung.

Deshalb sieht der Konzernbetriebsrat das Plan-Insolvenzverfahren bei WELTBILDplus auch sehr kritisch. Das Insolvenzrecht sei ein zweischneidiges Schwert: "Wir fürchten, das ist ein Schachzug, um über die kurzfristige Kündigung von Mietverträgen möglichst viele Beschäftigte möglichst schnell und möglichst billig loszuwerden", sagt Boßmann. Stattdessen sollte das Insolvenzrecht genutzt werden, um Mieten an attraktiven Standorten zu senken und so ein möglichst großes Filialnetz in Summe wieder in die Gewinnzone zu führen.

Filial-Schließungen gefährden Digital-Geschäft

"Wir wissen, dass unser TOLINO besonders gut in den Filialen verkauft wird", bringt Boßmann ein weiteres Argument für die Filialen ins Spiel. Der E-Book-Reader sei beratungsintensiv, viele KundInnen wollten das Gerät in die Hand nehmen und vor dem Verkauf erklärt bekommen. Boßmann sieht den Absatz des Readers und die Umsätze im Digital-Geschäft durch die geplanten Schließungen in Gefahr. "Es ist ganz einfach: Ohne TOLINO gibt es keine E-Book-Umsätze, auch deshalb brauchen wir die Filialen – und zwar viele und überall in Deutschland. WELTBILD und WELTBILDplus sind eine Einheit, das muss auch unter Kostengesichtspunkten viel ganzheitlicher betrachtet werden als es Insolvenzverwaltung und die Plus-Geschäftsführung derzeit tun."

Donnerstag, 6. Februar 2014

KBR: "Wir brauchen eine Lösung für die ganze Gruppe"


Der Konzernbetriebsrat WELTBILD/DBH hat sich auf seiner heutigen Sitzung in Augsburg intensiv mit der Lage beschäftigt und die Frage diskutiert, welche Auswirkungen der Insolvenzantrag der Mutter auf die beteiligten Töchterunternehmen haben wird.

Die enge Belieferungs- und Leistungsverflechtung innerhalb der Gruppe und die bestehenden Finanzierungsbeziehungen bergen natürlich immer die Gefahr von Anschlussinsolvenzen.  Der Konzernbetriebsrat begrüßt es sehr, dass die katholischen Gesellschafter der Weltbild Verlagsgruppe GmbH  ihrer Verantwortung für die gesamte Gruppe gerecht werden und durch eine schnelle und unbürokratische Bereitstellung von Massekrediten die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs unterstützen.
 
Die Beschäftigten halten zusammen – der Konzernbetriebsrat von links nach rechts: Christian Augustin & Julia Käding (Weltbildplus), Timm Boßmann & Dolores Sailer (VG Weltbild), Bianca Bassenberg & Michael Winter (DBH Warenhaus/Karstadt), Antje Winneke & Uwe Kramm (Hugendubel).
Nachdem nun die Fortführung des Geschäftsbetriebes vorerst gewährleistet ist, und damit für die Tochtergesellschaften  Anschlussinsolvenzen zunächst verhindert werden konnten, ist es nun Zeit, eine Gesamtlösung auf Konzernebene anzustreben, die die Fortführung der Gruppe und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze ermöglicht.

• Der KBR erwartet vom Insolvenzverwalter Herrn Geiwitz und seinem Team alles zu tun, um den Erhalt der Gruppe zu gewährleisten und einen Ausverkauf der Marken unter allen Umständen zu verhindern.

• Wir werden als betriebliche Interessenvertretung  unseren Beitrag leisten, den Zusam¬men¬halt der Weltbild-Beschäftigten über die bestehenden Unterneh-mensgrenzen hinweg zu unterstützen und den Schulterschluss mit der Gewerkschaft ver.di zu suchen.

• Eine nachhaltige Lösung und einen sozialverträglichen Weg aus der Krise kann es nur  in enger Abstimmung mit allen Konzernunternehmen und allen Mitbe-stim¬mungsgremien geben.

Dafür stehen wir als Konzernbetriebsrat ein und dafür kämpfen wir.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Na, geht doch: Erster Bezirks-BR bei WELTBILDplus/Jokers


Erstmals hat sich jetzt der komplette Bezirk Rhein-Ruhr von WELTBILDplus einen eigenen Betriebsrat gewählt. An dieser Wahl ist besonders erfreulich und bemerkenswert, dass dort endlich auch die Vierer-Filialen unmittelbar von einem Betriebsrat vertreten werden.

Die Rechtlosigkeit der Kolleginnen und Kollegen in den Vierer-Filialen war und ist der GBR-Vorsitzenden Nicole Molthan immer ein Stachel im Fleisch gewesen – und Antrieb für die stetige Aufforderung zu Betriebsratswahlen.
Wie die Wahl im Bezirk Rhein-Ruhr funktioniert hat? Ganz einfach: Die Kolleginnen und Kollegen haben zusammengehalten und sich gemeinsam gegen den Druck des Arbeitgebers gewehrt.

Geschäftsführung versuchte Druck auszuüben

Der Arbeitgeber wollte anfänglich den Wahlvorstand nicht anerkennen und hat die KollegInnen in mehr als deutlichen Worten aufgefordert, ihr Amt niederzulegen. Der Wahlvorstand ist aber weder zurückgeschreckt noch zurückgetreten und hätte die Gültigkeit seines Amtes als Wahlvorstand und die geplante Betriebsratswahl für den Bezirk notfalls gerichtlich klären lassen.
Soweit ist es dann jedoch nicht gekommen. Der Arbeitgeber hat eingelenkt und den Wahlvorstand akzeptiert. Dieser konnte dann endlich seinen Job machen. Und den hat er verdammt gut gemacht!

Da es sich um eine Bezirkswahl handelte, hatte der Wahlvorstand viel zu tun. Allein die Stimmenauszählung war natürlich aufwendiger als es bei einer Betriebsratswahl für nur eine Filiale der Fall ist. Aber die Wahl hat jetzt stattgefunden und es gibt nunmehr den ersten Betriebsrat auf Bezirksebene.

Beschäftigte haben sich durchgesetzt

Großen Respekt! Für eure Zähigkeit, euer Durchhaltevermögen und euren Mut. Wir hoffen, dass euer Beispiel Schule macht und eine Signalwirkung für die noch unschlüssigen Kolleginnen und Kollegen hat.

Der Gesamtbetriebsrat heißt euch recht herzlich willkommen und freut sich auf eine produktive Zusammenarbeit. Herzlichen Glückwunsch nochmals und gutes Gelingen bei euren ersten Schritten als Betriebsrat.

Gratulation und Tusch :-)

Montag, 26. August 2013

Geschäftsführung erpresst Betriebsrat von Jokers-Filiale


Wenn sich Ferien-Pläne ändern oder wichtige geschäftliche Termine anstehen, verschiebt mensch schon mal einen Urlaub. Keine große Sache, eigentlich… ein neuer Urlaubsantrag genügt im Allgemeinen.

Außer es steht die Schließung der "eigenen" Filiale bevor und mensch ist zudem auch noch BetriebsrätIn. Der BR hat nämlich mitzureden, wer wie und zu welchen Bedingungen auf die Straße gesetzt wird.

Das ist unbequem für den Arbeitgeber. Und so kann die Verschiebung eines geplanten Urlaubs plötzlich Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Verhandlungen um einen Sozialplan/Interessenausgleich werden.

Darum erhielt die Betriebsrätin einer demnächst schließenden JOKERS-Filiale kürzlich diese Antwort auf ihre Bitte um Urlaubsverschiebung:

Sehr geehrte Frau XY, 
wir möchten Ihnen in Rücksprache mit Hr. Brettschneider[*] folgende Rückmeldung geben: 
wir stimmen Ihrem Antrag auf Urlaubsverschiebung zu, sofern Sie sich bereit erklären, beigefügte Verhandlungsvereinbarung zu akzeptieren.  
Um zügige und ergebnisorientierte Verhandlungen zu gewährleisten, wird auf diesem Weg der zeitliche Ablauf der Verhandlungen Interessenausgleich & Sozialplan geregelt. 
Für den Fall, dass Sie mit der Vereinbarung nicht einverstanden sind, werden wir die Urlaubsverschiebung nicht gewähren. 
Bitte geben Sie uns bis zum Freitag, 23.08.2013 schriftliche Rückmeldung. 
Vielen Dank. 
Mit freundlichen Grüßen
…

Mit dieser unverblümten Erpressung zeigt die Geschäftsführung von Weltbildplus/Jokers, dass ihr jedes Mittel Recht ist, um die eigenen Interessen gegen die MitarbeiterInnen durchzusetzen. Ein unwürdiger Tiefpunkt in der Zusammenarbeit zwischen Betriebsräten und GF, den mensch so tumb und dreist höchstens aus dem Discounter-Milieu kennt. Ist WELTBILD schlimmer als SCHLECKER? Was meinen Sie? Nutzen Sie gerne die Kommentar-Funktion in diesem Blog. 

*Dirk Brettschneider ist als Geschäftsführer für die Jokers-Filialen innerhalb der Weltbildplus Medienvertriebs GmbH zuständig. Weitere Geschäftsführer sind Dr. Jürgen Höllermann, Hans-Jürgen Junker und Jochen Laabs. Die Weltbildplus Medienvertriebs GmbH ist Teil der DBH, die zu gleichen Teilen den Hugendubel-Erben Maximilian und Nina Hugendubel sowie der katholischen Verlagsgruppe Weltbild in Augsburg gehört.

Samstag, 24. August 2013

Zündende Idee bei Weltbildplus: "Feuer unterm Hintern"


Die Filialkette Weltbildplus/Jokers kämpft seit Jahren mit sinkenden Umsätzen und steigenden Mieten. 2009 holte die Geschäftsführung unter Stefan Höllermann zum Befreiungsschlag aus und setzte gleichsam über Nacht 322 MitarbeiterInnen auf die Straße.

Wie führt man eine erfolgreiche Buchhandlung?
Die Beseitigung des beratenden Personals sorgte überraschender Weise nicht für mehr Umsatz in den Buchhandlungen. Also zentralisierte man die Titelauswahl für Weltbildplus und die Jokers-Filialen in Augsburg und arbeitet in den Läden heute überwiegend mit Aushilfen. Die KollegInnen haben wenig Mitspracherecht bei den Titeln, die sie den KundInnen vor Ort anbieten. Regale einräumen und abkassieren, das reicht nach Ansicht der Geschäftsführung für die erfolgreiche Führung einer Buchhandlung aus.

"Wie machen einen Bestseller"
Oder doch nicht? Kürzlich hat das verbliebene Rest-Personal Verkaufsschulungen absolvieren müssen und gelernt, wie Spitzentitel mit Macht an den Leser bzw. die Leserin gebracht werden. Um einen Anreiz zu geben, hat man die Druckverkaufe mit einem pfiffigen Wettbewerb "Wir machen einen Bestseller" verbunden.

Damit wurde zumindest der Ehrgeiz der sogenannten "RegionalleiterInnen" geweckt, die mit Adlerblick und Taschenrechner darüber wachen, dass "ihre" Filialen" bei dem Wettbewerb gut abschneiden. Und wenn die "Bestseller" keine werden wollen? Dann wird der Druck eine Ebene tiefer an die "BezirksleiterInnen" weitergereicht, die ihrerseits Druck auf die MitarbeiterInnen machen sollen.

So motiviert man MitarbeiterInnen
Wie man das macht? Dazu lesen Sie am besten dieses E-Mail, das eine Regionalleiterin an ihre BezirksleiterInnen geschrieben hat, um die KollegInnen zu Spitzenleistungen zu motivieren. Uns hat die Stelle am besten gefallen, an der die Führungskraft mit Abbruch ihres Urlaubs droht, denn "Jetzt ist Schluss mit Lustig":

Hallo liebe Bezirksleiter,
Frau … hat Ihnen heute die aktuelle "Wir machen einen Bestseller"Auswertung gemailt. 
Sicher im Gesamtvolumen ein Grund zur Freude, da in 9 Tagen fast schon das Umsatzvolumen anderer Aktionsmonate erreicht wird, die Einzelbetrachtung sieht aber für mich ganz, ganz anders aus. 
Bitte beschäftigen Sie Sich detailliert mit den Ergebnissen in Ihrem Bezirk. Es gibt nach wie vor Filialen die nicht mal ein Exemplar pro Tag verkaufen. ( Kopfschütteln) 
Hier findet kein aktives Verkaufen statt, hier werden die Kunden nicht angesprochen, hier war Ihre Schulung zum Thema Kundenansprache und aktives Verkaufen völlig wirkungslos. Diese Verkaufszahlen erreicht die Filiale einfach nur durch die Präsentation des Titels irgendwo im Laden. 
Ehrlich gesagt bin ich von den Filialen mit Abverkäufen unter 9 Exemplaren enttäuscht, 0 Verkäufe ( 7 Filialen ) machen mich fassungslos. Was ist mit dem Versprechen alles wird gut sobald wir unseren Wunschtitel anbieten dürfen? 
Spricht man hier nicht mit dem Kunden?
Haben die Mitarbeiter Angst?
Hat die Filiale keine Umsatzprobleme?
Interessiert sich hier keiner für den Wettbewerb?
Haben die Mitarbeiter den Arbeitsauftrag verstanden?
Warum ignorieren die Mitarbeiter Ihre Anweisungen? 
Wenn wir uns nicht Ende des Monats anhören wollen, dass der Norden im Gegensatz zum Süden das Thema weder ernst nimmt noch in der Lage ist gescheit ans Laufen zu bringen, muss jetzt sofort etwas geschehen. Der Countdown bis zum Monatsende läuft bereits. 
Sie kennen mich gut genug um zu wissen das Druck nicht mein bevorzugter Führungsstil ist und ich immer für eine andere Wahl der Mittel bin, in diesem aktuellen Fall scheinen gute Worte, Überzeugungsarbeit und Schulung aber nicht das geringste zu helfen. 
Jetzt ist Schluss mit Lustig, machen Sie Ihren Filialen mal "Feuer unterm Hintern", (wie immer freundlich und korrekt aber unmissverständlich). Die Region Nord wird trotz Landau in diesem Monat besser als der Süden abschneiden, sonst komme ich vorzeitig aus dem Urlaub zurück. 
Bitte kontakten Sie schnellstmöglich jede Ihrer Filiale persönlich und konfrontieren Sie mit Ihrem Zwischenergebnis, vereinbaren Sie konkrete Maßnahmen was ab sofort zu tun ist. 
Melden Sie mir bis Ende dieser Woche ob Sie jede Filiale erreicht haben. 
Ab dem 15.07  möchte ich beim Kaffee in Lissabon sitzend ganz fest überzeugt sein, dass wir Bestseller machen. 
@ Die Bestände in einigen Filialen sind ebenfalls ein Graus
Soweit das Motivations-Mail der Vorgesetzten. Was meinen Sie? Nutzen Sie gern unsere Kommentar-Funktion.

Freitag, 16. August 2013

Warum Betriebsräte in Krisenzeiten so wichtig sind


„Strukturwandel“, „Rückbau“, „Filialschließungen“, „elektronische Medien“, „Versandhandel“, „Mieterhöhungen“… Das sind nur einige Schlagwörter, mit denen sich bei Weltbildplus – der Filialkette von Weltbild – seit geraumer Zeit schon auseinandersetzen muss. Die Zukunft insbesondere des stationären Buchhandels ist ungewiss und wirft an jedem Standort die Frage nach der Wirtschaftlichkeit auf.

Die Filialschließungen oder Verkleinerungen mit entsprechendem Personalabbau innerhalb unseres Konzernes nehmen rasant an Fahrt auf. Alleine bei Weltbildplus/Jokers werden seit Dez. 2012 nach derzeitigem Kenntnisstand 24 Filialen geschlossen bzw. sind schon dicht. Dass der Wandel sich nur schwer bremsen lässt ist ebenso gewiss wie die Tatsache, dass die Arbeitsmarktsituation im Buchhandel alles andere als rosig aussieht und eine Besserung ist nicht in Sicht.

JedeR muss sich fragen: Was tun?
Welche Konsequenzen zieht ihr persönlich daraus? Die Augen verschließen und den Kopf in den Sand stecken? Auf die Kündigung warten? Um dann gegebenenfalls nach jahrelanger Betriebszugehörigkeit mit nichts als einem warmen Händedruck in die Arbeits- und Perspektivlosigkeit zu gehen?

Nein! Denn es gibt Alternativen: Die Wahl eines Betriebsrates ist der erste Schritt zum selbstbestimmten Handeln und stellt die Weichen für eine verbesserte Ausgangssituation. Zumindest für die Filialen, die mit fünf oder mehr KollegInnen besetzt sind.

Der BR kann Schließungen nicht verhindern…
Ein Betriebsrat wird die Schließung einer Filiale in aller Regel leider nicht verhindern können, da er keine wirtschaftlichen Mitbestimmungsrechte hat. Aber in Filialen mit Betriebsrat wird es zumindest einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geben, wenn der Ernstfall eintritt und die Filiale vom Arbeitgeber geschlossen wird. In Filialen ohne Betriebsrat wird es nie einen Sozialplan (z.B. Abfindungen) geben, da dieser nur zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber verhandelt werden kann. Einen Rechtsanspruch auf Abfindungen bei Kündigung gibt es in Deutschland nicht.

…aber die Nachteile deutlich abmildern
Die wirtschaftlichen Nachteile, die mit einer betriebsbedingten Kündigung einhergehen, können mit einem Sozialplan zumindest abgemildert werden. Nicht nur monetär durch Abfindungen, sondern auch durch die Chance auf Wiedereinstellung zu den alten Vertragsbedingungen in einer Filiale, die ggf. in der Nähe neu eröffnet oder Weiterbeschäftigung in einer anderen Filiale mit Fahrtkostenersatz oder durch einen Kostenzuschuss für Transferagenturen, in denen dann unter anderem neue berufliche Perspektiven entwickelt werden können. Und so weiter und so fort…

Und auch in Filialen, die noch nicht unmittelbar von der Schließung bedroht sind, nimmt der Betriebsrat weitreichenden Einfluss, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Durch die Mitbestimmung bei Themen wie Dienstpläne, Urlaub, Arbeitsschutz, Schulungen etc. rücken eure Interessen in den Fokus.

Früher wissen, was los ist
Außerdem muss der Arbeitgeber seine Planungen mit dem Betriebsrat besprechen und ihn umfassend informieren. Die KollegInnen mit Betriebsrat erfahren z.B. sehr früh, ob der Arbeitgeber die Filiale schließen will oder ob er Personal abbauen will.

Dienstag, 9. April 2013

KBR macht Druck auf Arbeitgeber in Augsburg und München


Der Konzernbetriebsrat (KBR) ist die gesetzlich verankerte Plattform zum Informationsaustausch zwischen den Belegschaftsvertretungen der Konzernteile und ein Gremium für die strategische Zusammenarbeit der (Gesamt-)Betriebsräte. Derzeit sind VertreterInnen von Hugendubel, Weltbildplus, den Karstadt-Filialen und der Augsburger Verlagsgruppe im KBR vertreten. Die Zusammenarbeit der Interessenvertretungen untereinander funktioniert gut. Anders sieht es auf der Arbeitgeberseite aus: Die Geschäftsführungen in Augsburg und München erklären sich wechselseitig für nicht zuständig und lassen den KBR so regelmäßig ins Leere laufen.

Letzte Chance für außergerichtliche Einigung
Der KBR hat in den vergangenen Monaten mehrfach und nachdrücklich versucht, eineN AnsprechpartnerIn der Geschäftsführung auf Konzernebene benannt zu bekommen. Vergeblich. Erst die Ankündigung einer Klage auf Einsicht in den Gesellschaftervertrag zwischen Hugendubel und Weltbild hat jetzt Bewegung in das leidige Thema gebracht. Für die nächste KBR-Sitzung, die Mitte April in Augsburg stattfindet, erwarten die MitarbeitervertreterInnen einen verbindlichen Vorschlag der Arbeitgeber. "Sonst werden die gesetzlich verbrieften Rechte eben per Gerichtsbeschluss durchgesetzt", kündigt die stellvertretende KBR-Vorsitzende Dolores Sailer klare Konsequenzen an. Die Arbeitgeber haben jetzt eine letzte Chance, den Konflikt ohne Rechtsanwälte und die damit verbundenen Kosten beizulegen. 

Konzernweite Mitarbeiter-Zeitung geplant 
Um die KollegInnen in den Filialen regelmäßig über Neuigkeiten aus den Konzernteilen zu informieren, wird der KBR in Kürze eine gemeinsame Mitarbeiter-Zeitung herausbringen. Die Zeitung wird mehrmals im Jahr erscheinen und Berichte aus den unterschiedlichen Filialorganisationen und der Verlagsgruppe in Augsburg bündeln. 

"Mit der Zeitung wollen wir den Blick der KollegInnen in den Filialen auf das große Ganze erweitern",  erklärt KBR-Mitglied Timm Boßmann. "Jede Entscheidung, wie zum Beispiel die Schließung einzelner Filialen, steht in einem Konzern-Kontext – auch wenn die Arbeitgeber uns etwas anderes weismachen wollen. Wenn wir Arbeitsbedingungen verbessern und Arbeitsplätze sichern wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Die Schaffung von Transparenz und Wissen ist der erste notwendige Schritt in die richtige Richtung."

Weitere Schließungen bei Weltbildplus und Jokers
Auch in diesem Jahr werden die Verantwortlichen der DBH wieder zahlreiche Jokers- und Plus-Filialen schließen. Welche Standorte konkret betroffen sind, ist noch nicht vollständig bekannt. Auf jeden Fall stehen Schließungen in Bremen, Regensburg, Heidelberg und Augsburg auf dem Plan der Geschäftsführung. Insgesamt werden in 2013 wohl rund 20 Filialen dicht gemacht. 

Umso unverständlicher, dass es derzeit keine weiteren Betriebsratswahlen in den Plus- bzw. Jokers-Filialen gibt. Nur Betriebsräte vor Ort können angemessene Sozialpläne durchsetzen und die Folgen der Schließungen wenigstens etwas abfedern.

Gut verhandelt: Schließungen bei Karstadt liefen für MitarbeiterInnen glimpflich ab
Als gutes Beispiel mag die erfolgreiche Arbeit der Betriebsräte bei der DBH-Warenhaus gelten. Mehrere Filialen in Karstadt-Häusern wurden in jüngster Zeit geschlossen. Die Belegschaftsvertretung hat in allen Fällen gute Bedingungen für die MitarbeiterInnen erreicht, die zwischen einer Übernahme durch Karstadt oder angemessenen Abfindungen wählen konnten. Zum Teil wurden sogar zusätzliche Geldtöpfe für soziale Härtefälle verhandelt. Wenn man wirklich will, ist vieles möglich – aber ohne Betriebsrat geht gar nichts!

Weiland ist jetzt Hugendubel
Bei Hugendubel wurde die Integration der Weiland-Filialen abgeschlossen. Die DBH hat die traditionsreiche norddeutsche Buchhandelskette in den letzten Jahren schrittweise übernommen und in die Hugendubel-Organisation eingegliedert. Das hatte bereits den Verlust von Arbeitsplätzen in der Lübecker Weiland-Zentrale zur Folge. In den nächsten Monaten werden auch Filialen geschlossen: zum Beispiel in Guben, Husum und Neubrandenburg.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Betriebsratswahlen bei Weltbildplus gehen weiter

Der Gesamtbetriebsrat von Weltbildplus/Jokers hat vergangene Woche wieder Wahlvorstände für mehrere Filialen benannt. Falls noch weitere Filialen einen Betriebsrat haben möchten, weil sie erkannt haben, daß sie bei dem Verkauf von Weltbild und der dann möglicherweise stattfindenen Zerschlagung, Umstrukturierung etc. ziemlich schutzlos dastehen werden:

Dann bitte unbedingt bis zum 19.12.11 beim GBR melden, damit wir für euch noch die Teilnahme an der im Januar in Kassel stattfindenen Wahlvorstandsschulung organisieren können.

Später eingehende Anfragen sind selbstverständlich auch möglich, nur wird das dann mit der Schulung im Januar aus organisatorischen Gründen nicht mehr klappen. Im nächsten Jahr können bei Bedarf aber wieder neue Wahlvorstandsschulungen stattfinden.

Der GBR weist nochmals eindringlich darauf hin:

EINE BR WAHL OHNE WAHLVORSTAND IST NICHTIG!!!

Diese Wahl hätte keinen Bestand, wäre vor jedem Arbeitsgericht anfechtbar. Erspart euch unnötige Konflikte, Unsicherheiten und Zeitverzögerungen und sorgt für einen ordnungsgemäßen Ablauf der BR Wahl.

Der GBR von Weltbildplus ist dabei behilflich.

Montag, 12. Dezember 2011

Betriebsratswahlen bei Weltbildplus: bald 8 weitere Betriebsräte

Eine Mitteilung vom Gesamtbetriebsrat Weltbildplus:

Der Gesamtbetriebsrat (GBR) von Weltbildplus hat letzte Woche auf einer außerordentlichen Sitzung 6 neue Wahlvorstände benannt. Zwei Wahlvorstände hatten sich bereits vorher gebildet. Diese Kolleginnen und Kollegen möchten aktiv ihre Arbeitsbedingungen mitgestalten. Zudem haben sie den ersten Schritt in Richtung Zukunftssicherung getan.

Alle Vereinbarungen, die der GBR im Hinblick auf Interessenausgleich, Beschäftigungssicherung und Sozialplan erzielen sollte, gelten originär erstmal nur für die Filialen mit Betriebsrat. Deshalb sollten sich alle MitarbeiterInnen jetzt ganz ernsthafte Gedanken machen, ob und wie sie einen Betriebsrat in ihrer Filiale installieren können. Diesbezügliche Fragen beantwortet der GBR sehr gern: gbr-welt-bild-plus@web.de

Wenn ihr an der Wahlvorstandsschulung im Januar in Kassel teilnehmen möchtet und die formalen Voraussetzungen in der Filiale habt, könnt ihr euch noch bis zum 19.12. beim GBR melden. Die nächsten Wahlvorstandsschulungen finden dann erst wieder im Laufe des nächsten Jahres statt..

Filialen ohne BR stehen passiv und machtlos da, wenn es zu einer Spaltung des Unternehmens kommt.

Die Augsburger Kolleginnen und Kollegen vom Betriebsrat der Verlagsgruppe Weltbild erwarten wichtige Entscheidungen über den Verkauf von Weltbild bereits in den nächsten Wochen. Die entscheidenen Weichen werden jetzt gestellt. Also auch für uns in den Filialen höchste Zeit, uns richtig aufzustellen.

Der BR von Weltbild in Augsburg kann nichts für die Filialen tun

Es sei nochmals darauf hingewiesen: Der Betriebsrat der Verlagsgruppe Weltbild ist zuständig für die Kolleginnen und Kollegen in Augsburg. Diese haben auch einen Tarifvertrag, nämlich den Tarifvertrag für Buchhandel und Verlage in Bayern. Das hat sonst kein einziges Bundesland. In den anderen Bundesländern gilt der jeweilige „Einzelhandelstarifvertrag“. Hinter den Kolleginnen und Kollegen in Augsburg steht unsere Gewerkschaft ver.di. Nur ver.di und die Tarifkommission darf mit dem Arbeitgeber über einen Zukunftstarifvertrag verhandeln.

Wer davon profitieren möchte, sollte sich jetzt bei ver.di organisieren: online Mitglied werden

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