Donnerstag, 21. Juni 2018
IT-Ausschuss startet mit dem Arbeit
Das Thema ist in aller Munde: In den vergangenen Tagen hat sicherlich jeder privat irgendwelche Mails erhalten wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung. Manchmal muss man etwas anklicken, eine Antwort-Mail schicken oder auch gar nichts machen, weil man lediglich informiert wird.
Aber wie ist es im Berufsleben und in der Arbeit? Auch hier gibt es jede Menge Daten, die erhoben werden. Und was ist, wenn ich als Mitarbeiter einer Firma mit diesen Daten zu tun habe? Bin ich dann haftbar oder ist nur der Chef haftbar? Wie schaut es mit entsprechenden Schulungen aus?
Fragen über Fragen. Damit diese beantwortet werden können, hat der Weltbild-Betriebsrat eine IT-Ausschuss gegründet. Dem IT-Ausschuss gehören Dirk Neu, Dolores Sailer, Jürgen Puschmann und Roland Baqué an. In den nächsten Tage wird sich der Ausschuss mit einem IT-Berater treffen, um sich über dieses umfangreiche und wichtige Thema näher zu informieren. Ziel ist es u.a. eine Datenschutz-Betriebsvereinbarung zu schließen, die zum Beispiel den Anspruch auf Schulungen regelt u.a.m.
Freitag, 28. Oktober 2016
Aus dem Empire verstoßen
Es war einmal in der IT...
Eine leider wahre und traurige Geschichte über eine IT-Firma, in der rund 30 Mitarbeiter den Versuch, einen Betriebsrat zu gründen, mit ihrer Kündigung bezahlten, eine knappe Mehrheit der Mitarbeiter sich gegen die Gründung eines Betriebsrats aussprach und dann fast die Hälfte der Belegschaft ohne Sozialplan, den der Betriebsrat hätte einfordern können, gekündigt wurde...
siehe auch ver.di publik: Aus dem Empire verstoßen
IT-BRANCHE: Der Onlinespiele-Produzent Goodgame Studios entlässt fast die Hälfte seiner Belegschaft
Witzige Welten bauen bei Goodgame - ein paar Beschäftigte können das noch
FOTO: HENNING BODE/LAIF
Von Petra Welzel
Am 19. August 2016, einen Tag, nachdem die Geschäftsführung des größten deutschen Onlinespiele-Produzenten Goodgame Studios Massenentlassungen wegen "Umstrukturierungen" bekanntgegeben hatte, schrieb einer der Entlassenen im Netz über die Arbeitsatmosphäre: "An sich war sie gut, aber durch die Massenentlassungen gerade auf dem Tiefpunkt." Und zum Stichwort Vorgesetzte: "Die direkten Vorgesetzten waren okay, das Gesamtmanagement, das 40 Leute einstellt und zwei Wochen später mehrere hundert inklusive der 40 entlässt, dagegen nicht." Der Entlassene, der anonym bleibt, zählt zu jenen 40 Beschäftigten, die im Juni ihren Arbeitsvertrag unterschrieben, Anfang August anfingen zu arbeiten und Mitte des Monats schon wieder gekündigt waren. Das an sich ist schon ein Skandal. Dass am Ende nahezu die Hälfte der Belegschaft, nämlich rund 500 von insgesamt 1.111 Beschäftigten, ihren Job verliert, ein noch viel größerer.
Erst Ende 2015 hatten rund 30 Goodgame-Beschäftigte den Versuch, in ihrem Unternehmen einen Betriebsrat zu gründen, mit ihrer Kündigung bezahlt (ver.di publik 1_2016). Dass die Geschäftsführung seinerzeit alles unternahm, um einen Betriebsrat zu verhindern, sodass sich im Januar 2016 eine knappe Mehrheit gegen eine Wahl aussprach, war - wie sich jetzt zeigt - kalkuliert. Die Entlassungen waren längst geplant, ein Betriebsrat, der einen Sozialplan hätte einfordern können, wäre da nur im Weg gewesen. Stattdessen wurde lediglich ein Mitarbeiter-Komitee eingerichtet, das jetzt Aufhebungsverträge und Abfindungsangebote abnickt.
Bente Brandt, ver.di-Sekretärin im Fachbereich Telekommunikation & IT bei ver.di Hamburg und Nord, verteilte am 23. August vor der Onlinespiele-Schmiede Flyer mit Informationen und bot Hilfe an. "Es war so, wie wir es schon in der Branche kennen: Es gibt diejenigen, die verängstigt sind, nicht dabei gesehen werden wollen, dass sie mit uns sprechen. Dann diejenigen, die sagen, die schon wieder. Und die, die dankend ablehnen und sagen, wir kümmern uns selbst." Dennoch sind anschließend einige zu ver.di in die Beratung gekommen. Und ein paar sind auch bei ver.di eingetreten.
Mehr Anfragen aus der Branche
Bente Brandt verzeichnet zudem viel mehr Anfragen zu Betriebsratsgründungen und Beratungen aus der IT-Branche seit den Entlassungen bei Goodgame. "Viele wissen gar nicht, welche Rechte und Möglichkeiten sie mit einem Betriebsrat haben. Das war für sie immer etwas Altmodisches in ihrer modernen Arbeitswelt." Tatsächlich entlassen auch andere Onlinespiele-Produzenten, so das Berliner Unternehmen Wooga sowie GameDuell und Aeria Games. Ein Betriebsrat passt vielleicht nicht in die Welt von "Empire", dem erfolgreichsten Goodgame-Spiel, in der Welt der Beschäftigten sollte er besser nicht fehlen. Er hätte ins Gefecht mit der Geschäftsführung treten können.Freitag, 25. März 2016
Arbeiten in der Wolke
So könnte die Arbeit der Zukunft aussehen
Wir schreiben das Jahr 2020. Die Arbeitswelt hat sich gewaltig verändert. Die Menschen sind fast ausschließlich "Cloud Worker". Festanstellungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Die Unternehmen heuern, je nach Bedarf, ihre Arbeitskräfte über ein virtuelles Netzwerk an. Was mit der IT-Branche begann, betrifft nun nahezu alle Berufsgruppen. Ein Heer von Freelancern kämpft mit weltweiter Konkurrenz um Aufträge. Die Folge: Preisdumping. Heute verdienen die Leute ein Drittel von dem, was noch vor 10 Jahren gezahlt wurde. Ein Science Fiction über die gigantische Entwertung von Arbeit.
Montag, 16. Februar 2015
Hochseilakt – Leben und Arbeiten in der IT-Branche
Gemeinhin assoziiert man mit der IT-Branche einen Wirtschaftszweig, der für seine guten Arbeitsbedingungen bekannt ist: überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten und selbstbestimmtes Arbeiten prägen für gewöhnlich die öffentliche Wahrnehmung und machen die Branche zum Leitbild moderner Arbeit.
Doch wie die meisten Dinge hat auch das Arbeiten in der IT-Branche Schattenseiten, die sich gerade jenen erschließen, die mit der Branche in Verbindung stehen. Wie aber sieht es wirklich aus? Die Gewerkschaft ver.di hat bereits 2009 einen Reader veröffentlicht, in dem „Insider“ zu Wort kommen: Betriebsräte, WissenschaftlerInnen und GewerkschaftsvertreterInnen.
Durch die unterschiedlichen Perspektiven wird es möglich, die wesentlichen Aspekte von IT-Arbeit zu beleuchten und Informationen aus Wissenschaft und Praxis bereitzustellen, ohne dabei auf der theoretischen Ebene zu verharren. Im Ergebnis ist ein Reader entstanden, der anstrebt, durch die Vielfalt seiner Artikel den Ansprüchen an fundierte Informationen und praxisrelevante Erkenntnisse gerecht zu werden und hoffentlich auch einen Beitrag dazu zu leisten, die Arbeit in der IT-Branche noch besser zu machen.
Hier kannst du den Reader lesen und herunterladen: Hochseilakt – Leben und Arbeiten in der IT-Branche
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Donnerstag, 16. Oktober 2014
Schöne neue IT-Welt?
Die Arbeitsbedingungen in der IT haben sich auch bei WELTBILD gravierend geändert. In der Insolvenz wurde der gesamte Bereich grundlegend umgebaut. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Aus diesem Anlass dokumentieren wir hier einen Bericht aus der aktuellen ver.di-Mitglieder-Zeitung "publik".
Neue Sonderauswertung zu den Arbeitsbedingungen in der IT-Dienstleistungsbranche
von Marion Lühring
Die ver.di-Initiative Gute Arbeit setzt sich für gute Arbeitsbedingungen ein. "Dabei gilt der Grundsatz: Was gute Arbeit ist, das beurteilen die Beschäftigten. Sie sind die Experten", sagt der Leiter des ver.di-Bereichs Innovation und Gute Arbeit, Hans-Joachim Schulz. "Damit die Arbeitsbedingungen besser werden, müssen die Beschäftigten mehr Gehör finden." Die Ergebnisse dieser Befragungen gibt ver.di in der Publikationsreihe "Arbeitsberichterstattung aus Sicht der Beschäftigten" bekannt.
Unter Druck
Frisch aus der Druckerei liegt eine von ver.di in Auftrag gegebene Sonderauswertung über die Arbeitsbedingungen in der IT-Dienstleistungsbranche vor. Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, die Beschäftigten zu befragen: Bislang hatten IT-Berufe in der Öffentlichkeit nämlich einen guten Ruf, doch dieses Bild kann nicht bestätigt werden. IT-Berufe galten als kreativ, geprägt von hoher Freiheit, gutem Einkommen und geringer körperlicher Belastung. Inzwischen aber ist das Arbeiten am Wochenende keine Ausnahme mehr, lebenslanges Lernen ist Pflicht und der Stress am Arbeitsplatz groß.
Die Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten in IT-Berufen sind zwar weiterhin höher als in anderen Branchen und die Einkommen werden besser bewertet als in der Gesamtwirtschaft, doch die Arbeitsintensität und Anforderungen haben stark zugenommen. Privatleben und Beruf verschwimmen immer mehr. Das zeigt die Sonderauswertung, die auf Datenmaterial der Repräsentativerhebungen des DGB-Index Gute Arbeit aus den Jahren 2012 und 2013 fußt. Befragt wurden Beschäftigte in der Programmierung, in der Beratertätigkeit, in der Software-Wartung, Datenverarbeitung, beim Hosting und dem Erstellen von Webportalen.
Im Schnitt bewerten Beschäftigte bei IT-Dienstleistern ihre Arbeit, gemessen an den Maßstäben des DGB-Index, mit 62 Punkten; das entspricht dem unteren Mittelfeld. Jeder Zweite, der seine Arbeit als schlecht empfindet, kann sich nicht vorstellen, bis zur Rente durchzuhalten. Kein Kriterium erreicht im Schnitt die Schwelle zu guter Arbeit. Selbst Einkommen und Rente erlangen nur 52 Punkte, liegen also knapp über schlechter Arbeit. Die besten Bewertungen bekommen der Sinn der Arbeit (76 Punkte) und körperliche Anforderungen (70 Punkte). Ab 80 Punkten wäre die Arbeit gut.
Für die IT-Dienstleistungsbranche stellt sich die Frage, mit welchen Arbeitsbedingungen man künftig die hochqualifizierten Experten im Betrieb halten will und wie man die einfacheren, stärker standardisierten Jobs dieser uneinheitlichen Branche besser gestalten kann. Umfangreiche Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten, gute Führungsqualitäten, eine gute Betriebskultur sowie eine sichere Zukunft sind der richtige Weg hin zu guter Arbeit, so die Erfahrung der ver.di-Initiative Gute Arbeit.
Die Studie kannst du hier lesen und herunterladen: Branchenbericht IT 2012/2013
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Donnerstag, 28. Februar 2013
KPS in den Startlöchern!
Eine neue Software soll die Katalogproduktion bei Weltbild zukunftsfähig machen...
In diesen Tagen steigen Einkauf und Werbung auf das KPS (Katalog-Produktions-System) um. Auch auf den Bereich Produktion wird mit dieser Umstellung mehr Arbeit zukommen. Das neue System soll die gute alte WBMS ersetzen und wurde wohl notwendig im Zuge der großen SAP Einführung im Hause Weltbild.
Was ist an dem neuen System nun besser als an dem alten? Es wird mit SAP kompatibel sein!
Welche Vorteile es allerdings in der täglichen Arbeit mit sich bringen soll, wurde noch nicht näher kommuniziert. Um Genaueres zu erfahren, wird man die Schulungen abwarten müssen.
Kidoh allerdings führte das neue System bereits als Vorreiter ein. Wenn man dem Flurfunk glauben schenken darf, hat das einige Nerven gekostet und der Teufel steckte oftmals im Detail. Nicht ohne Grund wurde der Einführungs-Termin bereits mehrfach nach hinten verschoben.
Aber Kinderkrankheiten gibt es bekanntlich bei jeder neuen Software. Und in Zeiten, in denen der Begriff "Change Management" groß geschrieben wird, sollte man Neuerungen gegenüber stets aufgeschlossen sein. Schließlich befindet sich die gesamte Buchbranche im Umbruch. Da dürfte die Umstellung von einer Software auf die andere die geringste Herausforderung darstellen.
Wir drücken allen Kolleginnen und Kollegen auf die das neue System zukommt die Daumen für einen möglichst reibungslosen Einstieg. Eine deutlich höhere Arbeitsbelastung ist in den ersten Wochen und Monaten bereits absehbar. Hoffentlich wird das von Unternehmensseite personell wie organisatorisch hinreichend berücksichtigt und abgefedert!
Teilt uns gerne eure Erfahrungen mit dem neuen System mit und schreibt sie als Kommentar ins Blog.
Mittwoch, 28. Juli 2010
SAP-Spezialisten verzweifelt gesucht – gleichzeitig wird die eigene Belegschaft verprellt!
Während der Weltbild-Betriebsrat mit der Geschäftsführung um eine Betriebsvereinbarung zur SAP-Einführung und einen angemessenen Interessenausgleich für die von Entlassung bedrohten MitarbeiterInnen ringt, lesen die KollegInnen aus der IT die Stellenanzeigen auf monster.de . Dieser Beitrag erreichte die Redaktion vergangene Woche:
Weltbild intensiviert die SAP-Stellensuche: Inzwischen werden Mails von monster.de schon oben und unten mit Weltbild-Bannern flankiert, in welchen für das sogenannte "SAP-Competence-Center" geworben wird.
Es scheint nicht leicht zu sein, SAP-Personal zu finden, zumal in Augsburg offensichtlich ein bis zwei weitere größere Unternehmen die identischen SAP-Positionen zu besetzen haben.
Andererorten wird natürlich auch SAP-Personal gesucht, z.B. in Städten wie München, bekanntermaßen nicht weit weg von Augsburg.
Und warum sollte jemand, der gut verdient, wie ein SAP-Berater zum Beispiel, in Augsburg anheuern, wenn er es auch in München machen kann? Zumal, wenn er erfährt, dass Weltbild nichts davon hält, eigenes Personal fortzubilden, sondern lieber neue Leute einstellt, die das erforderliche Wissen schon mitbringen und dafür bestehendes IT-Personal entlassen will, kurioserweise, um Kosten zu sparen, als ob SAP-Berater billiger wären?
Da wird man wohl noch manchen Kompromiss machen müssen, was die Anforderungen an die Neueinstellungen betrifft und letztlich nicht die erträumte Zauber-Mannschaft zusammenbekommen, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die auch nur mit Wasser kochen und noch Jahre brauchen werden, bis sie das Weltbild-Geschäft, das Weltbild-Personal und die Weltbild-Mentalität verstehen werden.
Und diese Jahre, in denen Weltbild mit sich selbst beschäftigt ist, werden die Konkurrenz freuen - von Amazon hört man einen Umsatzrekord nach dem anderen, von tausenden Neueinstellungen ganz zu schweigen.
Montag, 12. Juli 2010
Geschäftsführung reagiert auf "Picker"-Artikel
Dienstag, 6. Juli 2010
Fairness und Respekt - und das SAP-Projekt
Das sind zwei Begriffe, die vor allem im Sport eine sehr gewichtige Rolle spielen. Gerade aktuell zur Fussball-WM. Ohne Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner läuft ein Spiel schnell aus dem Ruder, wird gefoult und beleidigt. Das Ergebnis sind dann viele gelbe, manchmal aber auch die rote Karte. Die Spieler repräsentieren auch ein Land, und sind nicht nur zum Selbstzweck oder zum eigenen Vergnügen auf dem Platz.
Manchmal habe ich das Gefühl, das auch bei uns im Hause Weltbild diese beiden Begriffe völlig in den Hintergrund getreten sind. Bei den Betroffenen Mitarbeitern bricht des öfteren mal der Frust durch, man sucht nach jeder sich bietenden Möglichkeit, der Geschäftsführung den Spiegel vorzuhalten, wie unfair und respektlos doch mit der Belegschaft umgegangen wird:
Wenn Mitarbeiter dann in den entsprechenden großen Stellen- und Immobilienportalen die neu ausgeschriebenen Angebote finden, und sogar Ihre eigenen Büros schon zur Vermietung angeboten werden, ist der Frust natürlich groß. Man traut der GL nicht mehr, man fühlt sich als Spielball und fragt sich, was wohl als nächstes kommt. Man publiziert das untereinander an schwarzen Brettern, es findet sich der eine oder andere Kommentar wieder, der dann deutlich übertrieben der eigentlichen Sache nicht mehr gerecht wird.
Leider hat es die GL versäumt, von Anfang an mit wirklich offenen Karten zu spielen und eine ehrliche Informationspolitik zu betreiben. Infos verspätet tröpfchenweise herauszugeben und FIT-Internas (WIKI) sind da nicht genug! Diesen Schuh muss sie sich anziehen! Keiner von uns lebt in einer rosa Wolke! Jeder ist realistisch genug zu wissen, dass die GL ein legitimes Recht hat, das Unternehmen so zu verändern, wie es die wirtschaftlichen Umstände erfordern! Dazu gehört auch ein Wechsel der IT-Landschaft, oder das Abstoßen unwirtschaftlicher Immobilien, wenn entsprechender passender (!) Ersatz vorhanden ist.
Diese Informationen gehören aber aus Respekt und Fairness vorab der betroffenen Belegschaft mitgeteilt. Ein naives „pssst, nichts weitersagen!“, aber es trotzdem der ganzen Welt (!) per Internet publik zu machen, ist lächerlich. Eine faire und offene Informationspolitik heißt: „Ich respektiere Dich, ich will Dir nichts verheimlichen, ich gebe Dir rechtzeitig die Möglichkeit, Dich darauf einzustellen.“ So wäre viel Ärger von vornherein vermieden worden, die Stimmung deutlich besser.
Nachdem ja immer noch viele Fragen offen sind, was die Zukunft der Belegschaft und damit das Schicksal jedes einzelnen und die von Weltbild allgemein (Gespenst „Verkauf“ lebt immer noch!) anbelangt, wäre ein erster Schritt in diese Richtung jetzt dringend nötig, damit der faire Umgang miteinander nicht völlig untergeht. Und deshalb zu Guter Letzt zur Erinnerung nochmal Zitate aus dem eigenen Unternehmensbild von Weltbild:
Punkt 8,2: „Wir sind transparent gegenüber dem Kunden, der Öffentlichkeit und untereinander. Punkt 10: „Alles, was wir sind, sind wir durch unsere Mitarbeiter. Alles, was wir ändern, verbessern oder erneuern wollen, setzt informierte und motivierte Mitarbeiter voraus.“
Oder: Wollen wir weiter gegeneinander Stimmung machen, oder können wir es schaffen, eine tiefgreifende Umwälzung im Unternehmen im GEGENSEITIGEN Respekt so gut wie möglich durchzuführen ?
Ein Altgedienter
Dienstag, 15. Juni 2010
IT-Versammlung: Stand der Verhandlungen zur SAP-Einführung
Vorsitzender Peter Fitz erläuterte die Strategie des Betriebsrats, der gemeinsam mit einem SAP-Spezialisten, Willi Ruppprecht vom Nürnberger IMU-Institut, mit der Geschäftsführung verhandelt.
"Knackpunkte" bei den Verhandlungen sind
• Die Festschreibung einer Beschäftigungsgarantie, also dass es für einen definierten Zeitraum keine betriebsbedingten Kündigungen im Zusammenhang mit der SAP-Einführung geben darf. Hier wird noch über den Zeitrahmen verhandelt, der aus Sicht des Betriebsrats verlängert werden soll.
• Eine verbindliche Regelung, wie SAP-Stellen zukünftig besetzt werden sollen. Hier fordert der Betriebsrat, dass alle Stellen zunächst ausschließlich intern ausgeschrieben werden. Nur wenn sich keine internen BewerberInnen finden, die – wenn nötig auch nach Schulungen – die Aufgaben erfüllen können, will der BR einer externen Ausschreibung zustimmen.
• Der Geltungsbereich der Betriebsvereinbarung: Insbesondere die Paragraphen zu Schulungen und Arbeitsplatzsicherung sollen für ganz Weltbild gelten, nicht nur für die IT. Der Betriebsrat geht davon aus, dass nach der erfolgreichen Einführung im gesamten Unternehmen Jobs zur Disposition stehen werden.
Was können die betroffenen KollegInnen tun?
Die BetriebsrätInnen Visnja Bernhard, Timm Boßmann und Josef Trutt wiesen im Laufe der Versammlung mehrfach darauf hin, wie wichtig interne Bewerbungen sind. Nur wenn zu jeder Stelle Bewerbungen aus dem Hause eingehen, kann der BR auf die Besetzung durch KollegInnen dringen und externe BewerberInnen ablehnen.
Timm Boßmann ermutigte die KollegInnen: "Ihr bringt etwas mit, was kein Externer hat: die genaue Kenntnis des Hauses Weltbild, unseres Geschäftsfeldes und der internen Abläufe." Auch Josef Trutt empfahl, auf die eigenen Stärken zu vertrauen: "Ihr seid alle hochkarätige Spezialisten. Bewerbt euch!" Visnja Bernhard forderte zu mehr Mut und Entschlossenheit auf: "Es gibt keinen Grund, nicht zu kämpfen!"
In der aktuellen Situation ist es von entscheidender Bedeutung, der Geschäftsführung zu zeigen, dass man an seinem Job hängt und willens ist, sich für dessen Sicherung einzusetzen. Nur wenn die Belegschaft dem Betriebsrat den Rücken stärkt, kann dieser Druck aufbauen und ein optimales Verhandlungsergebnis erzielen. Massenhafte Bewerbungen auf die ausgeschriebenen Stellen sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.
Eine andere Möglichkeit ist z.B. die Beteiligung an diesem Blog. Schicken Sie Ihre Beiträge an wb-betriebsrat@web.de und nutzen Sie die Kommentarfunktionen unter den Artikeln. Damit die Geschäftsführung sich bewegt, braucht es nicht nur einen engagierten Betriebsrat, sondern auch den Druck der Belegschaft.
Für den persönlichen Schutz, insbsondere die Rechtsvertretung im Kündigungsfall, ist die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di der beste Weg.
Montag, 14. Juni 2010
SAP-Einführung bei Weltbild - Baars startet Charme-Offensive
Baars startet Charme-OffensiveIn monster.de sind neue Stellenangebote für SAP-Stellen aufgetaucht. Offensichtlich war die bisherige mehrmonatige Suche nach passenden Kandidaten noch nicht sehr erfolgreich.Was die potentiellen Kandidaten nicht wissen: das bisherige IT-Team, welches das aktuelle ERP-System von Weltbild betreut, darf nicht SAP lernen, sondern soll dem Sparen von IT-Kosten geopfert werden. Es gibt kein konkretes Angebot für das bisherige Team, sie sollen das ERP-System noch bis zum Ende betreuen und dann möglichst geräuschlos verschwinden.Ein Vorgang, für den unser Betriebsrat noch keinen vergleichbaren Fall gefunden hat, bei "normalen" Firmen werden die Mitarbeiter selbstverständlich auf SAP umgeschult. Keine gute Firmenpolitik, keine guten Aussichten für die neuen Mitarbeiter, sie werden dann wohl auch ausgetauscht werden, wenn SAP mal nicht mehr gebraucht wird.Bei so einer Firma arbeitet man nicht wirklich gerne, die Mitarbeiter nach Belieben heuert und feuert, statt sie auszubilden. Zumal der Verkauf von Weltbild nicht vom Tisch ist, und wer weiß, ob der Käufer nicht schon sein eigenes SAP-Team hat.Von den mickrigen bis komplett ausgefallenen Gehaltserhöhungen der letzten Jahre, dem Versuch die Arbeitszeiten mit "Vertrauensarbeitszeit" unbezahlt auszudehnen und dem Ausbau der variablen Gehaltsbestandteile, die von Zielerreichung und Firmenerfolg abhängen, ganz zu schweigen.Zurück zur Charme-Offensive. Ein Bildchen vom IT-Leiter Herrn Baars, um Weltbild ein Gesicht zu geben? Die Anzeigentexte klingen schon sehr zynisch für jemanden, der gerade "eingespart" wird: "Begeisterung für das Weltbild-Geschäft", "dass sich bei uns unwöhnliche Menschen engagieren - von denen jeder einzelne fachlich und persönlich wahrgenommen wird", "ihren Fingerabdruck hinterlassen", "viel bewegen ... Anspruchsvolle Aufgabe ... hohe Lebensqualität", "umfassende Verantwortung ... viel bewegen ... aktiv vorantreiben ... einmalige Chance ... dynamisch durchstarten", "richtigen Schritt auf Ihrem Karriereweg" Das lohnt sich garantiert für Sie, Weltbild als Arbeitgeber gründlich in Augenschein zu nehmen! (sagt die Annonce).Aber schauen Sie genau hin, denn wir "Alten" dachten auch mal, einen guten Arbeitgeber gefunden zu haben. Ja schade Weltbild, schon ein paar Monate versäumt, die eigenen Leute auf SAP auszubilden und gezwungen, die Stellen bei Weltbild wie Waschmittel oder eher Sauerbier im Internet anzupreisen!Anscheinend gibt es noch bessere Angebote? Man kann halt nicht Kosten einsparen und gleichzeitig erfahrene Berater einstellen wollen. Wie die Rechnung aufgehen soll, das soll mir mal einer erklären.
Montag, 7. Juni 2010
Workshop am 15. Juni: So geht's weiter mit SAP
- Vorstellung der Betriebsvereinbarung zur Einführung von SAP, aktueller Verhandlungsstand
- Fragen an den Betriebsrat und dessen Fachberater Willi Ruppert vom Münchner IMU-Institut
- Verschiedenes (Themenvorschläge und Fragen bitte per Mail an den Betriebsrat)
Freitag, 16. April 2010
Betriebsrat bekommt eigene Homepage
• Nach zahlreichen Beschwerden aus den Reihen der LeiharbeitnehmerInnen bezüglich Arbeitsbedingungen und Abrechnungen hat der BR direkt mit der verantwortlichen Leiharbeitsfirma gesprochen. Der Personaldienstleister hat Verbesserungen zugesichert und gemeinsam mit dem BR die Grundlagen für ein offenes und faires Beschwerdemanagement gelegt.
• Nachdem das Prämiensystem im Versand noch nicht zufrieden stellend funktioniert, wird der Betriebsrat nachverhandeln und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Dazu folgt hier in Kürze ein eigener Bericht.
• Zur geplanten Einführung elektronischer Mitarbeiter-Ausweise hat der BR mit der Geschäftsleitung eine Betriebsvereinbarung ausgehandelt. Damit werden die Rechte und der Datenschutz der Belegschaft sichergestellt. Die BV ist jetzt unterschriftsreif und wird demnächst im Infoboard veröffentlicht.
• Um die Interessen der Belegschaft bei der SAP-Einführung fachgerecht vertreten zu können, hat der BR einen Berater vom Münchner IMU-Institut an Bord geholt. Herr Willi Rupprecht wird den BR künftig bei Verhandlungen und bei der Bewertung der Projektentwicklung fachlich unterstützen.
• Gemeinsam mit Willi Rupprecht hat der hat der BR einen Vorschlag für eine Betriebsvereinbarung erarbeitet, die am Freitag der Geschäftsleitung übergeben wurde. Dabei geht es in erster Linie um Arbeitsplatzsicherung, Schulungsansprüche und Datenschutz für die Mitarbeiterinnen sowie die Festschreibung betrieblicher Mitspracherechte des BR bei allen wichtigen Entscheidungen im Zuge der SAP-Einführung.
• Der Arbeitskreis Öffentlichkeit hat ein eigenes Logo für den Betriebsrat entwickelt, das künftig im Schriftverkehr und bei allen Veröffentlichungen eingesetzt wird. Derzeit wird das "Wellblech" überarbeitet. Das Infoblatt des Betriebsrats erhält einen neuen Namen und soll zukünftig monatlich erscheinen. Nächster Schritt ist eine eigene Homepage des Betriebsrats. Hierfür laufen die Vorbereitungen. Ziel des Arbeitskreises Öffentlichkeit ist eine regelmäßige, zeitnahe und umfassende Information der Belegschaft über alle wichtigen Themen.
• Nächste Woche zieht sich der Betriebsrat zu einer Arbeitsklausur zurück. Dabei werden die wichtigsten Ziele der MitarbeiterInnen-Vertretung festgelegt und ein Aktionsplan für die kommenden zwei Jahre erarbeitet.
Donnerstag, 15. April 2010
Einladung zum Treffen mit ver.di: SAP – der Stand der Dinge
"Was kann ich tun, um meinen Arbeitsplatz zu sichern?" Seit dem offiziellen Start des »FIT-Projektes« (Einführung von SAP) am 01.03. erreichen Betriebsrat und Gewerkschaft täglich Fragen, Meinungen und Stellungnahmen der betroffenen IT-KollegInnen. Deshalb trifft sich die ver.di-Betriebsgruppe regelmäßig mit den betroffenen KollegInnen aus der IT.
Bei nächsten Treffen soll schwerpunktmäßig erörtert werden:
• Wie liefen die drei Info-Veranstaltungen für IT-Mitarbeiter ab?
• Was steht im Entwurf zur Betriebsvereinbarung »Einführung SAP«?
• Was sind die nächsten Schritte?
Ort: verdi-Haus am Katzenstadel, Sitzungszimmer
Beginn: 18:00 Uhr
Über Ihr (Euer) Kommen und Engagement
freut sich die verdi-Betriebsgruppe.
(Brezen und Getränke werden freundlicherweise wieder von verdi spendiert.)
Freitag, 9. April 2010
Weltbild-IT: "Wenig Geld, wenig Schulung, wenig Anerkennung, kein Dank, viel Arbeit!"
Wie fühlt sich eigentlich so ein Mitarbeiter der Weltbild-IT, wenn er nach 10-20 Jahren treuen Diensten so schäbig abgeschoben werden soll ?In dieser langen Zeit wurde die Umdrehungsgeschwindigkeit immer größer, ein Projekt jagte das nächste, schließlich wurden Projekte nach halber Fertigstellung schon durch das nächst-wichtigere Projekt ersetzt und einer ungewissen Zukunft überlassen.Merkwürdigerweise liefen die Geschäfte gut und die Kunden waren zufrieden, als man sich noch die nötige Zeit für saubere Arbeit nahm. Aber das ist lange her.Und je gieriger die Jagd nach mehr Umsatz wurde, desto mehr Menschen beschäftigten sich damit, Präsentationen und Papiere zu erstellen und andere zu organisieren und zu verwalten und desto geringer wurden die Gewinne.Die Gewinne schrumpften, obwohl die Mitarbeiter geringstmöglichst entlohnt wurden, 3, 2, 1, 0 heißen die Prozentzahlen, die es bei Weltbild in den letzten Jahren gab.Schulung, ein Fremdwort für Weltbild-IT-Mitarbeiter.Während bei anderen Firmen jährliche Weiterbildung zum festen Programm gehört, arbeitet Weltbild nach dem Motto, wenn Schulung für die tägliche Arbeit nötig ist, dann geht einer hin und erzählt es dann den anderen.Oder es kommt jemand für einen Tag ins Haus.Oder man verkürzt willkürlich eine 2 Tage Schulung auf 1,5 Tage.So kann man hier 10-20 Jahre als IT-Mitarbeiter arbeiten, ohne je viel mehr als 2 Tage Excel-Schulung gehabt zu haben.Oder man entläßt die bisherigen Mitarbeiter und stellt neue ein, die die Schulung woanders bekommen haben.Das sind so die Randbedingungen, unter denen hier gearbeitet wird: wenig Geld, wenig Schulung, wenig Anerkennung, kein Dank, viel Arbeit.Wer sich jetzt fragt, was arbeiten die Leute dann so lange bei Weltbild ? Der Fisch stinkt zwar vom Kopf, aber die Menschen sind in Ordnung. Wir hatten ein gutes Betriebsklima und Augsburg quillt auch nicht grad über vor freien IT-Jobs.Ja, man war trotz den ungünstigen Randbedingungen zufrieden und hat Spaß an der Arbeit gehabt und sich angestrengt, alles gut zu machen und den Laden am Laufen zu halten.Aber die aufgrund der vergangenen Entlassungsaktionen nicht ganz unerwartete schäbige Behandlung durch die Geschäftsführung läßt die Anstrengungen der vergangenen Jahre in einem anderen Licht erscheinen. Jeder, der der Firma etwas geschenkt hat und etwa unentgeltlich Überstunden gemacht hat, darf sich in seinen eigenen Hintern beißen! Oder am Wochenende oder im Urlaub gearbeitet hat!Oder auf das Geschwätz der Vorgesetzten hereingefallen ist, man müsse, um das Projekt termingericht realisieren zu können, eben ein paar Monate über das normale Maß hinaus Leistung bringen.Wie fühlt man sich jetzt ?Es sind ja schon einige Beiträge im Blog erschienen.Man sollte meinen, daß ein Manager, der noch ein bißchen Grips übrig hat, versucht, die Wogen zu glätten, um das Geschäft von Weltbild nicht in Gefahr zu bringen, SAP-Einführung hin oder her.Wär ja kein großer Aufwand, die paar Leute innerhalb von über 2 Jahren im SAP-System oder drumherum unterzubringen. Aber nein, glaubt es oder nicht, es herrscht Schweigen im Wald. Bis auf ein paar Einflussnahmeversuche auf Verdi und Betriebsrat, den Blog zu unterbinden, hört man von den Herren nichts.Nichts ?Doch, ein mageres Statement, ein paar Zeilen, gut versteckt, haben wir doch bekommen. Die Herren Halff, Beer, Driever und Heinrich haben sich mühsam dazu durchgerungen, den Mitarbeitern gute Arbeit in Vergangenheit und heute zuzusprechen. Der danach folgende Teil sinngemäß übersetzt: dummerweise müßte sich der eine oder andere mehr oder weniger stark neu orientieren, so ist halt das Geschäft.Meine Herren, jetzt geht es mir doch gleich viel besser ! Jetzt mache ich für Euch die nächsten Jahre mit Freude die Drecksarbeit, während ich zusehen kann, wie neu eingestellte Leute meine Aufgaben übernehmen !Danke für die teilnehmenden und hilfreichen Worte !Also wie fühlt man sich ?Stinkwütend ! Und die Wut wird immer größer, je länger man keine akzeptable Lösung von der Geschäftsführung angeboten bekommt !Es kostet Überwindung, in die Arbeit zu gehen und es kostet Überwindung, etwas sinnvolles zu tun !Man könnte sich krank schreiben lassen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gefühlschaos, Depression, zittrige Hände, Herzklopfen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit dürften wohl die gängigen Symptome in dieser Situation sein.Von denen sicher jeder hier, vielleicht nicht alle, aber einige hat.Man sollte wirklich zum Arzt gehen, statt jeden Tag den Bildschirm anzustarren und auf den Abend zu warten. Bevor man noch etwas Dummes macht.Meine Herren, der Punkt ohne Wiederkehr ist bald erreicht und das Band bald endgültig zerschnitten.Die erste zentrale Person hat schon gekündigt.Wenn noch ein paar gehen, dann steht ihr mit heruntergelassenen Hosen da !Kein SAP und kein betreutes Ist-System.Was mir ein boshaftes Vergnügen bereiten würde.
Montag, 29. März 2010
SAP-Spezialisten dringend gesucht!
An alle SAP-Spezialisten
Die Geschäftsführung von Weltbild sucht dringend nach Ihnen!Freuen Sie sich auf ein Arbeitsumfeld, daß von Jahrzehnten an Gemeinsamkeit und Freude an der Arbeit geprägt ist. Das ist Ihnen zu langweilig? Friede, Freude, Eierkuchen ist nichts für Sie? Keine Angst, die Geschäftsführung hat nicht nur Ihnen, nicht nur der IT, sondern allen Mitarbeitern für die Zukunft ein vergnügungsfreies Arbeiten versprochen.Genießen Sie den Zusammenhalt der Weltbild-IT, er bedeutet Jahrzehnte an gemeinsamem Aufbau, Entwicklung und Erfolg. Sie denken nicht so langfristig? Das ist Ihnen zu viel Verpflichtung? Sie sind mehr der Typ für die kurze, schnelle Aktion?Keine Angst, die Geschäftsführung von Weltbild versichert, dass der Verkauf von Weltbild nicht vom Tisch ist. Und wer sich Weltbild leisten kann, hat eine eigene IT. Sie sind hier also genau richtig. Belasten Sie sich nicht mit Gedanken, was Sie mit einer großen Abfindung anfangen sollen. So lange sind Sie nicht hier.
Die Versicherungen der Geschäftsführung genügen Ihnen nicht? Sie haben den Blog gelesen? Keine Angst, es geschieht alles im Auftrag der Kirche! Die Geschäftsführung unternimmt nichts ohne die Zustimmung der Gesellschafter.Weltbild steht für Heim, Kinder- und Familienfreundlichkeit. Sie sind kein Weichei und mögen keine Verhätschelungen? Keine Angst, das aktuelle Vorgehen der Geschäftsführung zeigt, daß dies nicht für die eigenen Mitarbeiter gilt.Sie haben nicht nur den Blog gelesen, sondern auch den Internetauftritt von Weltbild selbst? Und dort den Satz gefunden: "Die Orientierung an Werten ist Maßstab"? Sie sind eher der harte Söldnertyp und haben jetzt Angst, dass die langjährigen Mitarbeiter nicht Ihretwegen entlassen werden? Hey, es werden SAP-Fachleute gesucht! Sie wissen doch, dass selbst die Fachabteilungen in wenigen Jahren nur noch ein Schatten ihrer selbst sein werden.Sind Sie der Richtige für eine solche Mission? Schaffen Sie es in kurzer Zeit Weltbild FIT für den Verkauf zu machen? Ist das Ihre Herausforderung?Willkommen in der Weltbild-ITMorituri te salutant!
Freitag, 26. März 2010
"Tut was! Tut es jetzt! Laßt Euch nicht einlullen!"
Liebe Kollegen/-innen,
vielen Dank, daß Ihr zum Verdi-Treff so zahlreich erschienen seid!
Ich empfand unser Treffen als sehr positiv und informativ.
Und ich habe als Ergebnis mitgenommen, daß wir, wenn wir uns gewerkschaftlich organisieren und bereit sind, für unsere Interessen zu streiken, unsere Ziele erreichen können:
- Reduktion der SAP-Neueinstellungen auf ein Minimum, z.B. eine Person je Modul/Aufgabe statt drei.
- statt dessen Übernahme und Schulung der eigenen IT-Mitarbeiter für diese Aufgaben.
- Schulung der Mitarbeiter, die nicht zu SAP übernommen werden können, für andere Aufgaben
- Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter, die von der Umstellung betroffen sind und jetzt noch bis zur Übernahme des SAP-Systems hier den Betrieb aufrecht erhalten sollen
Diese Ziele sollten eigentlich selbstverständlich sein und es ist schon traurig, daß man dafür kämpfen muß.
Dieser Vorgang hat jetzt schon Auswirkungen auf die Motivation der internen Mitarbeiter, nicht nur in der IT, und auf externe Bewerber und Kunden.
Denn es sollte sich hier keiner sicher sein, daß er nicht als nächstes dran ist.
Es gibt noch viel Einsparpotential in den Fachabteilungen und in den anderen IT-Abteilungen.
Auch ist Weltbild outsourcing in den verschiedensten Bereichen noch nie abgeneigt gewesen.
Das Management ist wirklich schlecht beraten worden, wie so ein Übergang für alle Beteiligten positiv vollzogen werden kann und man kann nur hoffen, daß die Verantwortlichen für diese mißliche Situation die Quittung dafür bekommen.
Allerdings zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, daß dieses Management schon öfters nicht davor zurückgeschreckt ist, Mitarbeiter, auch langjährige, abzubauen und auch dort keine Möglichkeit sah, diese im Unternehmen anderweitig unterzubringen.
Sehr bezeichnend, daß ein Unternehmen der katholischen Kirche so vorgeht.
Zurück zur gewerkschaftlichen Organisation:
Wir können wirklich Hilfe von allen Seiten gebrauchen, von denen wir sie bekommen können.
Der Beitrag ist von der Steuer absetzbar und es ist Rechtsschutz inbegriffen.
Ein Monat länger Gehalt durch die Gewerkschaft erreicht, entspricht zehn Jahren Gewerkschaftsbeitrag!
Das sind so die rationalen Argumente für die logischen IT-ler.
Davon abgesehen würden wir 60 Stunden die Woche arbeiten, hätten keinen Urlaubsanspruch und müsssten Kohle zum Heizen mitbringen, ohne Gewerkschaft.
D.h. wir könnten auch ein bißchen was davon zurückgeben, selbst wenn eine Mitgliedschaft und ein Streik nicht unsere beste Chance wäre, diese Situation in unserem Interesse zu klären.
Tut was! Tut es jetzt! Laßt Euch nicht einlullen!
Man weiß jetzt schon, wieviele Personen man braucht und welche!
Das sind die 15 Personen, die per Anzeige gesucht werden !
Da braucht man keine Blueprint-Phase, um zu definieren, wieviele Personen ein SAP-System betreuen sollten.
Wer jetzt noch keine Zusage hat, der sollte davon ausgehen, daß auch keine mehr kommt.
Und wer jetzt nicht aktiv wird, braucht in 1-2 Jahren auch nicht zu jammern, wenn ihm die Personalabteilung die Luft abschnürt und ihm mitteilt, daß leider trotz intensiver Suche im Unternehmen keine Möglichkeit besteht, ihn weiter zu beschäftigen.
Freitag, 19. März 2010
Zum verdi-Infoabend für IT-KollegInnen am 18.03.10
Alle? Na ja, nicht ganz.
Immerhin rund 20 KollegInnen aus dem durch die SAP-Einführung zunächst vorrangig betroffenen IT-Bereich hatten nach Feierabend den Weg zum Gewerkschaftshaus am Katzenstadel gefunden.
Viele? Oder doch (zu) wenige? Entscheiden Sie selbst.
Ich denke: mindestens ein guter Anfang.
Immerhin handelt es sich bei den IT-Spezialisten nicht um die klassische Gewerkschaftsklientel. Es sind – auch nach eigenem Bekunden – traditionell Leute, die mit Betriebsrat und Gewerkschaft wenig am Hut haben, und meist auf einzelvertragliche Regelungen und Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber setzen (müssen).
Das Thema SAP sorgt naturgemäß für größte Unruhe und Sorgen in der Belegschaft.
Wird es meinen Job in 1 oder 2 Jahren noch geben?
Das ist die alles beherrschende Frage in den Köpfen der Kollegen.
Was kann ich selbst tun, um meinen Arbeitsplatz bei Weltbild zu sichern, was können Betriebsrat und Gewerkschaft für mich tun?
Betriebsrat setzt zusätzliche Info-Veranstaltungen durch
Die Vertreter der Betriebsgruppe informierten zunächst über ihren Stand der Dinge, über die laufenden Gespräche mit der Geschäftsleitung und dem Projektleiter Herrn Heinrich.
Als ersten kleinen Erfolg der Betriebsrats-Arbeit konnten sie den KollegInnen berichten, dass in Verhandlungen mit Herrn Heinrich und Herrn Seher für die IT-KollegInnen eine »Basis-Infoveranstaltung SAP« durchgesetzt werden konnte. An drei Terminen (7./9. und 16. April) besteht für die IT-Mannschaft Gelegenheit, direkt mit den SAP-Beratern der Firma Ciber ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.
Wir raten dringend, diese Termine möglichst zahlreich und aktiv wahrzunehmen!
Betriebsvereinbarung in Vorbereitung
Gewerkschaftssekretär Berthold Schleidt, der Gastgeber am Katzenstadel, gab in der Folge einen kompakten Überblick über Handlungsmöglichkeiten bei SAP-Einführungen von Betriebsrat einerseits und Gewerkschaft andererseits. Der Weltbild-Betriebsrat erarbeitet aktuell eine Betriebsvereinbarung zum Thema SAP-Einführung, in der relevante Fragen wie Qualifizierungskonzept, Berechtigungsvergabe, Datenschutz u.v.m. geregelt werden sollen. Hierzu hat sich der BR einen eigenen SAP-Experten vom IMU-Institut, das speziell Arbeitnehmervertretungen berät, an Bord geholt.
Beschäftigungssicherung über Tarifvertrag
Das wichtigste Thema Arbeitsplatzsicherheit, sprich Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in Zusammenhang mit der SAP-Einführung, lässt sich allerdings im Rahmen einer Betriebsvereinbarung (BV), so Schleidt, nur sehr unzureichend regeln.
Hier würde ein eigener Tarifvertrag (Haus-TV, Sozial-TV, Zukunfts-TV) wesentlich mehr Möglichkeiten und Rechtssicherheit bieten. Ein Tarifvertrag lässt sich jedoch nur auf der starken Mitgliederbasis durchsetzen: wo keine Mitglieder, da kein Vertrag.
Für die Verhandlung und Durchsetzung eines TV seien schließlich immer Arbeitskampfmaßnahmen notwendig.
Verdi-Mann Schleidt riet, ebenso wie die Vertreter der verdi-Betriebsgruppe, über das Thema Gewerkschaftsbeitritt nachzudenken.
Am Ende des Abends verabredete man, regelmäßig Kontakt miteinanderaufzunehmen und sich in ca. 4 – 5 Wochen spätestens wiederzutreffen.
Montag, 15. März 2010
MitarbeiterInnen meinen: SAP kostet Arbeitsplätze!
• 57% befürchten: SAP kostet in erster Linie Arbeitsplätze• 35% hoffen: SAP macht Weltbild erfolgreicher• 20% sehen massive Nachteile für die "Töchter" Jokers und Kidoh sowie die Länder (CH & AT)• 12% bezweifeln, dass der Kraftakt überhaupt gelingt, und rechnen mit dem Scheitern von "Projekt FIT"(mehrere Antworten waren möglich)
• Beschäftigungsgarantie für alle ES-ProgrammiererInnen• Aktive Beteiligung aller betroffenen MitarbeiterInnen• Einbindung der Töchter und Länder in die Entscheidungsprozesse• Mitsprache des Betriebsrats bei allen wesentlichen Entscheidungen
Betriebsrat befasst sich vorrangig mit SAP-Einführung
Nach einer kurzen Zusammenfassung betrieblicher Ausschussarbeit hat der Betriebsrat in seiner letzten Sitzung am Mittwoch das Thema ‚Außertarifliche Zulagen‘ erörtert.
Noch letztes Jahr hatte die Geschäftsleitung vor, die übertariflichen Zulagen (Urlaubsgeld, Essenszuschuss, etc.) zu kürzen bzw. zu streichen. Das ist am Widerstand des Betriebsrats und der Gewerkschaft ver.di gescheitert. Jetzt will die Geschäftsführung für die bestehenden MitarbeiterInnen alles beim Alten lassen, neue KollegInnen aber zu deutlich schlechteren Konditionen einstellen. Hier wird der Betriebsrat weiter hart verhandeln. Um die rechtliche Grundlage zu klären, wurde ein Rechtsanwalt zur Beratung hinzugezogen.
Einen großen Teil der Beratungen des Betriebsrats nahm das Thema SAP-Einführung ein: für die BR-Mitglieder wird es Seminare geben, damit diese sich intensiv mit der Materie und ihren betrieblichen Auswirkungen befassen können, und zwar ein erstes zweitägiges bereits am 22. und 23. März.
Darüber hinaus treffen sich in Kürze, und zwar am 18.03., Kolleginnen und Kollegen der IT-Abteilung zu einem offenen Meinungsaustausch, der auch für weitere Informationen seitens des Betriebsrats genutzt wird. Durch die Geschäftsführung initiiert gab es bereits eine ‚Kickoff‘-Veranstaltung, auf der sich ausführlich die Fa. Ciber mit ihren Vorstellungen zur Einführung des SAP-Systems vorstellte.
Ein weiteres Treffen mit Herrn Dr. Beer von der Geschäftsleitung und Herrn Heinrich als Koordinator für die SAP-Einführung ist für den 24. März anberaumt.

