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Montag, 27. Januar 2014

WELTBILD-Beschäftigte besuchen die Bischöfe bei ihrer Konferenz in Würzburg

ver.di-Pressemitteilung, 27. Januar 2014

„Wir sind hier, wir sind laut, 
weil man uns die Zukunft klaut!“


Würzburg/Augsburg, 27.01.2014. Die Beschäftigten der insolventen Verlagsgruppe WELTBILD kämpfen weiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Heute morgen demonstrierten rund 100 MitarbeiterInnen vor dem Würzburger Kloster Himmelspforten, in dem der Ständige Rat der Bischofskonferenz tagt. Unter anderem stehen Beratungen über WELTBILD auf der Tagesordnung.

Demo-Auftakt in Würzburg
„Die Bischöfe haben uns in der schwärzesten Stunde allein gelassen“, klagt Timm Boßmann, ver.di-Sprecher bei WELTBILD. Der Buchhändler aus Augsburger leide seit Jahren unter der Uneinigkeit seiner katholischen Gesellschafter. Die einander widerstrebenden Interessen der 
Eigentümer hätten erheblich dazu beigetragen, dass WELTBILD am 10. Januar Insolvenz angemeldet hatte. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Ständigen Rats der Bischofskonferenz am 9. Januar, die angeschlagene Gruppe nicht wie geplant mit Sanierungsgeldern zu unterstützen.

Gerade dieser Ständige Rat tagt jetzt wieder in Würzburg. Aber heute wollen die Beschäftigten nichts dem Zufall überlassen und machen sich vor dem Kloster Himmelspforten mit Sprechchören bemerkbar: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, schallt es durch den Wintermorgen.

Die Bischöfe werden laut und herzlich begrüßt.
Feste Zusagen gibt es bis jetzt nur für Hugendubel

„Eigentum verpflichtet, sagt das Grundgesetz“, erinnert Thomas Gürlebeck, ver.di-Sekretär für den Handel in Augsburg und fordert: „Das muss in besonderem Maße für kirchliche Unternehmer gelten.“ Betriebsrat und Gewerkschaft wollen sich nicht mit den wolkigen Versprechungen „sozialer Abfederung“ abspeisen lassen: „Das Geld muss in den Erhalt der Arbeitsplätze und nicht in deren Abbau investiert werden.“

Immerhin zwei Bischöfe stellen sich dem Gespräch mit ihren Mitarbeitern: Bischof Konrad Zdarsa aus Augsburg (mit Hut) und Kardinal Reinhard Marx. Um verbindliche Zusagen haben sich die Kirchenfürsten ab herumgedrückt. Stattdessen gab es öffentliche Schelte für die Geschäftsführung.
Die jüngst vom Erzbistum München und Freising zugesagten 20 Millionen seien für den Buchhändler Hugendubel bestimmt, der über eine Holding mit WELTBILD verbunden ist, berichtet 
Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz. Die 15 Millionen Soforthilfe des Augsburger Bischofs Zdarsa seien dagegen noch nicht sicher, sondern müssten heute erst abgesegnet werden. „Im Übrigen ist das nur ein Bruchteil des ursprünglich zugesagten Sanierungsbeitrags, den wir dringend brauchen, wenn die Arbeitsplätze in Augsburg eine Zukunft haben sollen“, macht Fitz deutlich.

Für diese Zukunft setzen die Beschäftigten sich vehement ein. Die Stimmung ist kämpferisch: „Wir lassen die Bischöfe nicht mehr in Ruhe“, verspricht einer der Kollegen in die Mikrofone der JournalistInnen, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist sind.

Die TeilnehmerInnen verabschieden sich gestärkt und selbstbewusst: "Wir kämpfen weiter!"


Montag, 20. Januar 2014

Mitmachen! Ver.di startet "Katholische Wochen" für WELTBILD


In den letzten Tagen ist viel geredet und noch mehr geschrieben worden über die Situation bei WELTBILD. Dabei kamen vor allem die "offiziellen" VertreterInnen der Belegschaft, des Unternehmens und der katholischen Gesellschafter zu Wort.

Heute geben wir Ihnen die Gelegenheit, selbst das Wort an die verantwortlichen Bischöfe zu richten. 

Wir haben dafür die Form der "Fürbitte" gewählt. Fürbitten sind ein fester Bestandteil des katholischen Gottesdienstes. Die Gemeinde bittet dabei in einem gemeinschaftlichen Gebet um Hilfe für andere Menschen, die in Not sind.

Zusammen mit einem katholischen Geistlichen haben wir diese Fürbitten verfasst:

Wir bitten für die verzweifelten Menschen bei Weltbild in Augsburg, die nicht wissen, wie es jetzt mit ihnen weitergeht. Wir bitten für ihre Familien, besonders für die Kinder, die nicht verstehen, warum Mutter und Vater so niedergeschlagen sind. Wir bitten für all jene, die durch Sorge krank geworden sind und nun keine Kraft mehr haben, ihren Alltag zu leben. 
Wir bitten um Frieden unter den Führern der Kirche, die sich zerstritten haben. Wir bitten für die Weisheit der Bischöfe, dass sie erkennen, was sie mit ihrer Entscheidung angerichtet haben. Wir bitten für die Kraft der Kirche, jetzt Verantwortung zu übernehmen für die Menschen, die sich ihr als Arbeitnehmer anvertraut haben.  
Wir bitten für die Entschlossenheit derjenigen, die ahnen, dass etwas furchtbar falsch gelaufen ist. Wir bitten für ihren Mut, die Stimme der Menschlichkeit im Kreise der Bischöfe zu erheben. Wir bitten um Wegweisung für die Ratlosen, die gerade nicht wissen, wie sie einen neuen Anfang für die Zukunft von Weltbild finden sollen.  
Wir bitten für die verzweifelten Menschen bei Weltbild in Augsburg, dass sie neue Hoffnung fassen, weil die Kirche sie in der Not nicht allein lässt.

Kopieren Sie diesen Text und schicken Sie ihn per E-Mail an die Bischöfe, die als Gesellschafter bei WELTBILD beteiligt sind:

vvd@dbk.de; generalvikariat@bistum-essen.de; bgv@bistum-fulda.de; info@ordinariat-freiburg.de; info@bistum-eichstaett.de; pressestelle@erzbistum-muenchen.de; sekr.bischof@bistum-muenster.de; bischoeflicher.sekretaer@bistum-passau.de; sekretariat.bischof@bistum-regensburg.de; biptrier@bgv-trier.de; generalvikariat@bistum-wuerzburg.de; bistum-aachen@bistum-aachen.de; generalvikariat@bistum-augsburg.de; generalvikariat@erzbistum-bamberg.de

Gerne können Sie auch noch ein paar persönliche Worte an Ihren Bischof hinzufügen.

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Die Beschäftigten des WELTBILD Verlags bedanken sich für Ihre Unterstützung.

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.