Geschäftsführung spürt Druck durch Aktionen der Belegschaft
Unsere Demo zum Dom und die Forderung nach Vertretung im Aufsichtsrat haben Carel Halff nach eigenen Worten "überrascht". Die Geschäftsführung spürt die Entschlossenheit der MitarbeiterInnen und hat einige Zugeständnisse gemacht. In zentralen Punkten liegen die Positionen aber immer noch weit auseinander. Außerdem verzögert die Geschäftsführung die Verhandlungen mit merkwürdigen Spielchen. Deshalb müssen die Aktionen wohl weitergehen.
Entgegen ihrer Ankündigung am Ende der ersten Verhandlungsrunde legte die Geschäftsführung am Dienstag nichts Schriftliches vor. Dabei hatte die Kommission dem Verhandlungspartner auf dessen Bitte extra eine weitere Woche Zeit eingeräumt, um einen sauberen Entwurf vorzulegen. Trotzdem waren die BelegschaftsvertreterInnen gezwungen, sich die Vorschläge der Arbeitgeber in Stichworten mitzunotieren. Die Tarifkommission ließ sich auf das Spielchen ein, um wenigstens von ihrer Seite alles für einen zügigen Abschluss zu tun. Eine zielführende Verhandlung war so aber kaum möglich.
Mehrstündige Verhandlungen
Trotzdem kamen im Laufe der zähen Gespräche einige Punkte heraus, bei denen wir zu einer Einigung kommen könnten. Der Erhalt der Tarife und der Betriebsvereinbarungen wird von der Geschäftsführung akzeptiert. Einigkeit herrscht auch bei den Regelungen, welche die Auszubildenden betreffen. Ebenso sollen Entlassungen ausgeschlossen werden, die sich bei Weltbild aus dem Verkauf von Beteiligungen ergeben könnten. Hier enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon.
Zwei wesentliche Knackpunkte
Zum einen ist dies die Fassung des Kündigungsschutzes. Die Geschäftsführung will lediglich auf "Kündigungen wegen Verkauf" verzichten, und das auch nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Kündigungen, die der Geschäftsführung aus anderen "betriebsbedingten" Gründen notwendig erscheinen, sollen ohne Einschränkung ausgesprochen werden können. Hier werden wir ganz klare Regeln finden müssen, um das eine vom anderen zu unterscheiden. Eine Möglichkeit wäre, diese betriebsbedingten Kündigungen von der Zustimmung des Betriebsrates abhängig zu machen. Das lehnt die GF aber bisher ab.
Der zweite Punkt, in dem die Vorstellungen weit auseinander gehen, ist die Dauer der Beschäftigungssicherung. Hier fordert ver.di unverändert vier Jahre Arbeitsplatzsicherheit ab dem Datum des Verkaufs.
Die Tarifparteien vereinbarten weitere Verhandlungen innerhalb der nächsten 14 Tage.
Zur ver.di-Tarifkommission gehören: Stefan Kraft (Verhandlungsführer), Thomas Gürlebeck, Peter Fitz, Josef Trutt, Visnja Bernhard, Dolores Sailer, Peter Reichert-Meißl, Peter Hellriegel und Timm Boßmann.
Am Montag erscheint der neue "Picker" mit weiteren Hintergrund-Informationen.
Freitag, 27. Januar 2012
Ver.di erringt Teilerfolge in zähen Tarifverhandlungen
Mittwoch, 29. Dezember 2010
Heiße Diskussion um Kidoh-Umfrage
Selten hat ein Picker-Artikel soviel Resonanz ausgelöst, wie die Veröffentlichung der Kidoh-Umfrage. Das ist erfreulich. Zumal das Echo in Summe positiv ist: das haben nicht nur die BetriebsrätInnen erfahren, die den Picker persönlich verteilt haben, sondern das belegen auch die vielen zustimmenden Rückmeldungen im BR-Büro.
Der Gesprächsbedarf ist offenbar riesig. Das zeigt auch die rege und kontroverse Diskussion in diesem Gewerkschafts-Blog. Innerhalb des Kidoh-Teams gibt es sehr unterschiedliche Wahrnehmungen bezüglich der Arbeitsbedingungen. Allein das ist schon ein wichtiger Beleg dafür, dass hier etwas grundsätzlich nicht stimmt!
Zur Kritik an Fragebogen und Auswertung
Ärgerlich sind die pauschalen Unterstellungen, der Fragebogen sei nicht richtig ausgewertet worden. Es wurden 30 Fragebögen verschickt, davon kamen 20 zurück und wurden nach zwei Wochen ausgewertet. Eine Antwortquote von 66% ist gut und bringt repräsentative Ergebnisse. Das kann jeder bestätigen, der sich ein bisschen mit Statistik beschäftigt hat. Die Antworten kamen genau zur Hälfte von Tarif-MitarbeiterInnen und AT-lern. Auch das beweist, dass es sich keinesfalls um einige wenige Unzufriedene handelt.
Einige KollegInnen monieren, die Fragen und Antworten seien tendenziös gestellt. Richtig ist aber, dass bei vielen Fragen schlicht Fakten abgefragt wurden, z.B. die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden. Die Stimmung in der Abteilung konnte jedeR anhand einer Skala von 1 bis 10 bewerten. Bei allen anderen Fragen gab es immer eine absolut positive und eine extrem negative Antwortmöglichkeit. Dazwischen waren Aussagen platziert, die in ihrer Bewertung zwischen den beiden Polen lagen. Wenn die Stimmung bei Kidoh tatsächlich so fantastisch wäre, wie uns einige KommentatorInnen hier weismachen wollen, hätte der Fragebogen durchaus die Möglichkeit geboten, das in der Umfrage zum Ausdruck zu bringen. Die Ergebnisse sehen aber nun mal anders aus. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Deshalb muss sich bei Kidoh dringend etwas ändern!
Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Um diese Veränderungen in Gang zu setzen, hat der Betriebsrat parallel zu der Umfrage auch andere Maßnahmen ergriffen. So wurde die Geschäftsleitung von Kidoh aufgefordert, ein aktuelles Abteilungs-Organigramm inklusive klarer Vertretungsregelungen beizubringen. Dazu wurden auch Stellenbeschreibungen der einzelnen MitarbeiterInnen eingefordert. Auf dieser Grundlage und unter Einbeziehung der Umfrageergebnisse werden Anfang des Jahres Gespräche zwischen dem Betriebsrat, der Personalleitung und der Geschäftsleitung von Kidoh stattfinden. Der BR hat einen umfangreichen Forderungskatalog vorbereitet, um die Situation bei Kidoh für alle MitarbeiterInnen nachhaltig zu verbessern.
Die Umfrage ist also nur der Auftakt für einen lange überfälligen Veränderungsprozess. Dass dieser '"Startschuss" etwas laut geraten ist, liegt in erster Linie an den Umfrageergebnissen selbst, die auch für den BR überraschend negativ waren. Neben den bereits veröffentlichten Fakten gibt es viele weitere Ergebnisse, die belegen, dass die Geschäftsleitung den gemeinsamen, kooperativen Rahmen verlassen hat. Wenn die Geschäftsführung zusieht, wie in einem Bereich Gesetze systematisch verletzt werden, zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz, muss der Betriebsrat einschreiten. Erst wenn ein Konsens über die Mindestbedingungen vernünftiger Arbeit hergestellt ist, können Betriebsrat und Geschäftsleitung gemeinsam und konstruktiv an einer nachhaltigen Verbesserung der Situation arbeiten. Darauf freuen wir uns!
Freitag, 19. November 2010
Alle Jahre wieder: Logistiker parken am Ende der Welt
Welche Lösungen gibt es?
Alle Jahre wieder gibt es das gleiche Problem, zum Weihnachtsgeschäft werden die Parkplätze knapp!
Die Parkplätze gegenüber des Weltbild-Parkplatzes sind auch weggefallen, da der Mieter gewechselt, und der neue Mieter Verbotsschilder montiert hat.
Plätze weiter dezimieren. Jetzt haben sich Mitarbeiter mit einer Unterschriftenaktion an den
Betriebsrat gewandt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und eine Lösung der
Probleme zu erreichen. Der BR hat dies zum Thema für den Jour Fixe mit der Geschäftsleitung gemacht und nachgefragt!
Der Arbeitgeber ist leider nicht verpflichtet, Parkplätze zu Verfügung zu stellen. Hr . Strüning und Hr . Haugg wollen aber Schilder installieren, worauf stehen soll: „Parken nur für Berechtigte, unberechtigt geparkte Autos werden abgeschleppt“, so sollen zumindest die „Fremdparker“ abgeschreckt werden.
Die GL prüft auch, ob das Drehkreuz nach beiden Richtungen begehbar gemacht werden kann, damit sich Frauen sicherer fühlen.
Mittwoch, 17. November 2010
BR und GL testen neue Form der Zusammenarbeit
Freitag, 12. November 2010
Grünpflanzen und regelmäßige Gesprächsrunden verbessern das Klima im Contact Center
Ergebnisse erfolgreicher Betriebsratsarbeit
Auch im Contact Center (ehemals Call Center) an der Aindlinger Straße haben die Bemühungen des Betriebsrats jetzt „Früchte getragen” – und zwar in mehrfacher Hinsicht!
Auf breiter Front wurde eine große Zahl Grünpflanzen in das bisher eher spartanisch wirkende Großraumbüro gestellt. Bislang hatte es nur an einzelnen Stellen Pflanzen gegeben, so dass sich die KollegInnen jetzt erst noch etwas an den neuen „Dschungel“ gewöhnen müssen.
Laut Untersuchungen wirken sich Grünpflanzen äußerst positiv auf die Psyche (55%) wie auch auf das gesamte Raumklima aus (30%). Staubreduktion wird mit immerhin 8%, Schallreduktion mit 6% und Schadstoffabbau noch mit 1% in ihrer Wirkung angegeben. Zahlreiche gesundheitliche Beschwerden der Beschäftigten gehen laut einer norwegischen Studie signifikant zurück, unter anderem Müdigkeit und trockener Hals (30%), Husten (37%) sowie trockene und gereizte Haut (23%).
Die Umsetzungen im Rahmen des Projekts GRAZIL haben auch dazu geführt, dass im gesamten Haus CCC (Customer Care Center) neuerdings monatliche Gesprächsrunden eingeführt wurden. Die einzelnen MitarbeiterInnen können sich hierbei mit all ihren Problemen am Arbeitsplatz bzw. im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit und natürlich mit Vorschlägen und Anregungen zur Verbesserung einbringen.
Einer dieser Vorschläge aus dem Kreis der Teilnehmer wurde bereits umgesetzt: Neben der üblichen Handwaschlotion auf den Toiletten gibt es jetzt auch ein Desinfektionsmittel mit Rückfetter für bessere Hygiene. Was der Geschäftsleitung sinnvoll und finanzierbar erscheint,
wird zur Verbesserung der Situation am Arbeitsplatz und des Wohlbefindens der MitarbeiterInnen durchaus auch eingeführt.
Dienstag, 17. August 2010
Druckfrische Infos vom Betriebsrat: Heute erscheint der neue Picker

• Tarifverhandlungen 2010 – warum die Gewerkschaft das Angebot der Arbeitgeber nicht annehmen kann.• SAP-Einführung bei Weltbild – eine erste Bilanz des Betriebsrats.• Nach der Elternzeit – wie Weltbild mit rückkehrenden Müttern umgeht.• Schweißausbrüche und Zähneklappern – das Klima im Neubau.
Montag, 26. Juli 2010
Ab heute gibt's den neuen "Picker"
