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Donnerstag, 5. November 2020

Hamburger Retourenbetrieb (Otto-Group) soll geschlossen werden

Die Beschäftigten des Hamburger Retourenbetriebes der Otto-Group (Hermes Fulfilment) brauchen unsere solidarische Unterstützung!

Wir befinden uns derzeit in einer harten Auseinandersetzung um den Erhalt der Arbeitsplätze im Retourenbetrieb der Hermes Fulfilment (Otto-Logistik) in Hamburg.

Der Vorstand der Otto-Group hat angekündigt das Hamburger Retourenlager in Bramfeld in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu schließen und die Abwicklung der Retouren nach Polen und Tschechien zu verlagern.

Betroffen von dieser Entscheidung sind 840 Beschäftigte und deren Angehörigen.

Für Frauen in Teilzeit sowie die große Anzahl älteren Beschäftigten bedeutet diese Entscheidung nicht nur ihren Arbeitsplatz zu verlieren, sondern auch der soziale Absturz mit ungewissem Ausgang.

14 Jahre haben sie Lohnverzicht und Entbehrungen hingenommen, in der Hoffnung und den Versprechungen, so ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Nun droht vielen von ihnen die Arbeitslosigkeit.

 Wer wie die Otto-Group sich verpflichtet hat und in der Öffentlichkeit damit wirbt, die soziale Verantwortung für ihre Beschäftigten zu übernehmen, darf so nicht handeln ohne unglaubwürdig zu werden!

Wir fordern gemeinsam mit den Beschäftigen, dass das Unternehmen seine eigenen Werte ernst nimmt und den Schließungsbeschluss sofort zurückzieht.

Zur solidarischen Unterstützung dieser Forderung haben wir  unter: http://chng.it/ftcqZQ2Gs8 eine Online-Petition an den Otto-Vorstand gestartet.

Vielen Danke für Eure Unterstützung.

Freitag, 8. Juli 2016

Der Weltbild-Schnäppchenmarkt ist Geschichte


Once upon a time ... in Lechhausen 





Es gibt viele positive Umschreibungen für den Wandel:

Die Zeiten ändern sich

Fortschritt braucht Veränderung etc. etc.

Oft bedeutet der sogenannte "Wandel" aber leider einfach nur eine Schließung.

So geschehen jetzt mit dem Weltbild Lagerverkauf.

Zugegeben: Hübsch war er nicht. Aber im Stadtteil Lechhausen kennt ihn jeder. Und auch in der gesamten Stadt Augsburg kennen ihn sehr viele Menschen. Vorbei ist nun das gewohnte Bild, in dem die Kunden bereits vor der Öffnung vor der Tür Schlange stehen und später die Einkaufswagen und Kofferräume ihrer Autos voll packen mit günstigen Schnäppchen aus dem Weltbild-Sortiment ...  

Am 30. Juni 2016 hat der Weltbild Lagerverkauf endgültig seine Türen geschlossen.

Was die Unternehmensführung lediglich als kleine Fußnote in einer internen Mitteilung erwähnte, ist bitter für die Mitarbeiter, die dort beschäftigt waren. Und mit der Schließung des Schnäppchenmarktes verliert Weltbild auch zunehmend seine sichtbare Verankerung am Stammsitz Augsburg.





Zwar gibt es immer wieder Bekundungen von Seiten der Geschäftsführung, man wolle an einem wie auch immer gearteten Outlet-Konzept festhalten. Doch konkrete Pläne wurden bislang nicht verkündet. Wie so oft bleibt vieles reine Spekulation. Das wirft aber die Frage auf: Wo werden die technisch intakten Retouren, Bücher-Mängelexemplare und Restbestände zukünftig verkauft? Immerhin stellt ein solcher Abverkauf für Weltbild einen wichtigen Bestandteil in der Verwertungskette dar, auf den man eigentlich nicht verzichten kann.



Montag, 14. März 2016

Seltener Gast: Insolvenzverwalter Kebekus verkündet Schließung in Augsburg


Heute Nachmittag hat der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Dr. Frank Kebekus die Belegschaft der WELTBILD-Logistik zu einer MitarbeiterInnen-Versammlung zusammengerufen. Kebekus teilte den KollegInnen mit, dass sie ALLE am 31.12.2016 ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

Kebekus versuchte darzustellen, dass die Entscheidung über die Schließung vor allem von zwei Faktoren abhängig sei: 1. WELTBILD hat sich entschieden, zukünftig auf eine externe Auslieferung zu setzen; 2. die ALSO als Eigentümer der Gebäude habe der Logistik leider gekündigt.

Kebekus und Hofmann haben nichts getan

Betriebsratsvorsitzender Fitz stellte umgehend richtig: Im Interessenausgleich über die Massenentlassungen im Dezember letzten Jahres war vereinbart worden, dass WELTBILD und Insolvenzverwaltung alles unternehmen, um die Logistik mit verringertem Personal langfristig zu erhalten. Allerdings habe weder die Geschäftsführung von WELTBILD, zuständig wäre Patrick Hofmann gewesen, noch die Insolvenzverwaltung, irgendwelche Schritte in Richtung Fortführung unternommen. Die Insolvenzverwaltung sei in den letzten Monaten nicht einmal vor Ort gewesen, monierte Fitz: "Die haben uns total über den Tisch gezogen!"

Kebekus und Hofmann verwehrten sich gegen diese Darstellung. Aber es gelang keinem der Manager, auch nur ansatzweise darzustellen, was sie für den Erhalt der Logistik tatsächlich getan haben wollen.

Neue Rekord-Gewinne bei der ALSO

Was auf der MitarbeiterInnen-Versammlung nicht thematisiert wurde: Jüngst hat die ALSO neue Umsatz- und Gewinnrekorde gemeldet. Der Umsatz stieg 2015 um fast 8% auf 7,8 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern um knapp 11% auf 91 Millionen vor Steuern. Vor diesem Hintergrund ist es umso schäbiger, dass die ALSO trotz einer Haftungsverpflichtung die künftig arbeitslosen KollegInnen von WELTBILD mit nur 2 Millionen abspeist. Deshalb wird es für die Betroffenen nur eine 9-monatige Transfermaßnahme geben und dabei auch nur 80% des früheren Gehalts.

MitarbeiterInnen billig entsorgt

Viele KollegInnen haben über 20 Jahre lang für WELTBILD gearbeitet haben. Wenn sie Anfang nächsten Jahres billig entsorgt sein werden, wird die ALSO ihren geplanten Hungerlohn-Handy-Hub in den ehemaligen WELTBILD-Hallen eröffnen und weitere Millionen verdienen. Über die Familien, die dabei ihre Existenzgrundlage verlieren, spricht 2017 kein Mensch mehr.

Stattdessen bedankte sich Hofmann für die geleistete Arbeit und kündigte ein "kleines Incentive" an, wenn alle fleißig weiterarbeiten. Dr. Kebekus wünschte den KollegInnen "Alles Gute".

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