Donnerstag, 28. Februar 2013
KPS in den Startlöchern!
Eine neue Software soll die Katalogproduktion bei Weltbild zukunftsfähig machen...
In diesen Tagen steigen Einkauf und Werbung auf das KPS (Katalog-Produktions-System) um. Auch auf den Bereich Produktion wird mit dieser Umstellung mehr Arbeit zukommen. Das neue System soll die gute alte WBMS ersetzen und wurde wohl notwendig im Zuge der großen SAP Einführung im Hause Weltbild.
Was ist an dem neuen System nun besser als an dem alten? Es wird mit SAP kompatibel sein!
Welche Vorteile es allerdings in der täglichen Arbeit mit sich bringen soll, wurde noch nicht näher kommuniziert. Um Genaueres zu erfahren, wird man die Schulungen abwarten müssen.
Kidoh allerdings führte das neue System bereits als Vorreiter ein. Wenn man dem Flurfunk glauben schenken darf, hat das einige Nerven gekostet und der Teufel steckte oftmals im Detail. Nicht ohne Grund wurde der Einführungs-Termin bereits mehrfach nach hinten verschoben.
Aber Kinderkrankheiten gibt es bekanntlich bei jeder neuen Software. Und in Zeiten, in denen der Begriff "Change Management" groß geschrieben wird, sollte man Neuerungen gegenüber stets aufgeschlossen sein. Schließlich befindet sich die gesamte Buchbranche im Umbruch. Da dürfte die Umstellung von einer Software auf die andere die geringste Herausforderung darstellen.
Wir drücken allen Kolleginnen und Kollegen auf die das neue System zukommt die Daumen für einen möglichst reibungslosen Einstieg. Eine deutlich höhere Arbeitsbelastung ist in den ersten Wochen und Monaten bereits absehbar. Hoffentlich wird das von Unternehmensseite personell wie organisatorisch hinreichend berücksichtigt und abgefedert!
Teilt uns gerne eure Erfahrungen mit dem neuen System mit und schreibt sie als Kommentar ins Blog.
Donnerstag, 10. Mai 2012
Betriebsversammlung: viele Erfolge und ehrgeizige Pläne
Das muss es auch mal geben! Nachdem der Zukunftstarifvertrag unterschrieben und von den Bischöfen gesiegelt worden ist, traf sich die WELTBILD-Belegschaft zu einer sehr harmonischen und gut gelaunten Betriebsversammlung.
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| Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz berichtete von Erfolgen der täglichen BR-Arbeit, die in den letzten Monaten im Schatten des Themas »Zukunftstarifvertrag« kaum wahrgenommen wurden. |
Erfolgsmeldungen des Betriebsrats
BR-Vorsitzender Peter Fitz berichtete von den anderen Projekten, die der Betriebsrat in jüngster Zeit zufriedenstellend abgeschlossen hat:
- Die Betriebsvereinbarung zur Reduzierung von Leiharbeit bei WELTBILD wurde konsequent umgesetzt. Damit sind über 450 neue, feste Arbeitsplätze geschaffen worden. In einigen Wochen im Jahr sind überhaupt keine LeiharbeiterInnen im Versand beschäftigt. Ein beispielloser Erfolg, den es in keinem anderen Versandhandelsunternehmen gibt.
- Ebenfalls positiv: Die Umstellung auf SAP kostet keine Arbeitsplätze in der IT. Ursprünglich wollte die Geschäftsführung rund 80 ES-9000-ProgrammiererInnen nach Einführung von SAP "dabei helfen, neue Jobs außerhalb des Unternehmens zu finden". Mit einer Betriebsvereinbarung und viel Kleinarbeit in der täglichen Mitbestimmung ist jetzt für alle KollegInnen aus dem Bereich gesorgt.
- Last but not least: seit die Kantine von WELTBILD direkt betrieben wird, schmeckt das Essen und wird von den meisten MitarbeiterInnen ausdrücklich gelobt. Kompliment an den neuen Koch!
Neue Arbeitszeitregelung für die Verwaltung
Eine neue Baustelle für den Betriebsrat ist die Arbeitszeitregelung im Verwaltungsbereich. Diese muss dringend überarbeitet werden. Peter Hellriegel und Peter Reichert-Meissl machten die täglichen Probleme der aktuellen Regelung mit einem gelungenen und äußerst amüsanten Sketch deutlich. Danach stellten sie das "Ampelmodell" des Betriebsrats vor: klar, praktisch und eigenverantwortlich – as sind einige Schlagworte zu diesem Thema. In Kürze werden wir hier ausführlicher berichten.
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| Wie immer sehr gut besucht: Am Montag kamen rund 1.000 KollegInnen zu den beiden Betriebsversannlungen. |
Betriebliches Eingliederungs-Management
Die Mitglieder des Gesundheits-Ausschusses Johannes Ihmenkamp und Tanja Sedlmeier sowie die Schwerbehinderten-Vertreterin Gaby Schäfer berichteten von Fortschritten beim betrieblichen Gesundheitsmanagement. Schwerpunkt ihrer vielstimmig vorgetragenen Präsentation war das sogenannte BEM (= Betriebliches Eingliederungs-Mangement). Das ist eine gesetzliche Regelung, die greift, wenn einE MitarbeiterIn länger als sechs Wochen innerhalb der letzten zwölf Monate krankgeschrieben war. Hier sorgt der BR dafür, dass diese neue gesetzliche Regelung bei WELTBILD im Sinne der Belegschaft ausgelegt wird und nicht etwas zum Druckmittel der Chefs verfremdet wird.
Neue Jugend- und Auszubildenden-Vertretung gewählt
Auf der Betriebsversammlung stellten sich Jessica Uhl, Ramona Ratschker und Lisa Wiedenmann als frisch gewählte JAV vor. Dazu gibt es hier in Kürze einen eigenen Bericht mit Foto. Wir wünschen den mutigen jungen Kolleginnen viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit!
Bericht der Geschäftsführung
Carel Half berichtete der Belegschaft von einem betriebswirtschaftlich abwechslungsreichen Geschäftsjahr. Den Schwerpunkt legte er auf die vielen Investitionen, mit denen WELTBILD seine Marktposition im (Versand-)Buchhandel ausbaut. Insbesondere im Bereich eBooks ist die Verlagsgruppe Spitze: Über eine Viertelmillion verkaufte Geräte und ein Angebot von mehr als 180.000 elektronischen Büchern sichern WELTBILD eine prominente Stellung im Buchmarkt der Zukunft. Direkten Konkurrenten wie THALIA (200.000 Euro Verlust im letzten Geschäftsjahr) haben große Schwierigkeiten, entlassen bereits Leute (NECKERMANN will 50% der Belegschaft kündigen) oder planen grundlegenden Veränderungen (OTTO-Gruppe). Carel Halff ist sich sicher, dass WELTBILD die Weichen bereits heute richtig gestellt hat: "Ich sehe sehr zuversichtlich in die Zukunft, wir haben ein großes Potential!"
Tarifrunde 2012: ver.di fordert 6 Prozent mehr Lohn
Die Stichworte "Investitionen" und "Potential" kamen der Betriebsrätin Dolores Sailer gerade recht. Als Mitglied der ver.di-Tarif-Kommission forderte sie in einer sehr pointierten Rede: "Investieren Sie in die MitarbeiterInnen von WELTBILD: Wir haben dieses Unternehmen aufgebaut und wir sind das Potential für eine erfolgreiche Zukunft!" Die Gewerkschaft fordert 6% mehr Lohn (mindestens 110 Euro in den unteren Gehaltsgruppen) und 55 Euro mehr für die Auszubildenden bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das entsprechende ver.di-Flugblatt wird in den nächsten Tagen im Betrieb verteilt.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Neuigkeiten über die SAP-Einführung ?
Man hat hier schon lange nichts mehr darüber gehört.
Letztes Jahr gab es eine Teileinführung für Finanzbuchhaltung und Artikelverwaltung, was für daran Unbeteiligte geräuschlos über die Bühne ging.
Im Sommer diesen Jahres 2012 soll als erstes komplett Kidoh über SAP abgewickelt werden, die anderen Firmen sollen 2013 folgen.
Funktioniert erstmal Kidoh vollständig und effizient über SAP, so dürften die größten Hürden genommen sein und eine Einführung in den anderen Firmen nur noch eine Wiederholung der bereits geübten Abläufe sein.
Vorausgesetzt, es gibt nicht zu viele Spezialitäten, bei denen man sich darauf geeinigt hat, das braucht man bei Kidoh nicht, aber bei Weltbild dann schon.
Kidoh ist also sozusagen die Generalprobe für Weltbild.
Außerdem haben die Mitarbeiter dann ein knappes Jahr Zeit, sich mit dem kompletten System und den Abläufen vertraut zu machen, bevor es ins Massengeschäft geht.
Der Zeitplan steht.
Er wird wohl erst auf Herz und Nieren geprüft werden, wenn die produktionsnahen Tests beginnen.
Hier wird sich herausstellen, wie sauber und vollständig gearbeitet wurde.
Einen Zeitplan kann man ziemlich lange einhalten, in dem man zu den definierten Terminen das Vereinbarte abliefert, aber eben nicht so detailliert, wie es eigentlich notwendig wäre.
Die Wahrheit tritt dann erst ans Licht, wenn die ersten Abläufe funktionieren sollen.
Oder, wenn auch unter Zeitdruck getestet wird, wenn das ganze bereits produktiv genutzt wird.
Eine übliche Vorgehensweise – wir haben noch einige Unebenheiten, die wir noch abschleifen müssen – wäre dann die übliche Sprachregelung. Schon mal gehört ?
Aber man sollte nicht allzu schwarzsehen.
Das ist nicht die erste SAP-Einführung und es ist auch keine Weltbild-Spezialität und kein Hexenwerk für eine Software, eine Artikelbestellung entgegenzunehmen, die Versendung zu unterstützen, eine Rechnung zu erstellen und aufzupassen, dass der Kunde auch zahlt.
Das machen tausende von Shops im Internet, das werden wir auch mit SAP schaffen.
Es wird am Anfang rumpeln und knirschen, es wird einige Dinge geben, die nicht mehr so gut wie früher sind, aber es werden weiterhin Pakete die Firma verlassen.
Weltbild wird besser verkaufbar sein, wenn es mit SAP läuft.
Ideal wäre ein Verkaufszeitpunkt kurz nach der SAP-Einführung, dann kann sich der neue Besitzer mit den Anfangsschwierigkeiten herumschlagen und trägt das Risiko der Einführung.
Wir bereiten uns auch insofern auf die Umstellung vor, dass wir wegen der Kirche schon mal das Sortiment kräftig einschränken, wie man so liest.
Dann muss SAP erstmal nicht so viele Aufträge verarbeiten.
Für den Käufer wird es aber schwer, das angeschlagene Image von Weltbild („Zensur durch die Kirche“) wieder herzustellen.
Aber vielleicht heißen wir ja dann auch anders, mit einem kleinen Weltbild in Klammern.
Apropos Image.
Da gab es ja noch die Großrechner-Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze durch die SAP-Einführung von der Geschäftsführung knallhart abgeschafft werden sollten.
Die Aussage war, man hat nicht vor, die Mitarbeiter auf SAP umzuschulen.
Die Aussage war, man muss Stellen abbauen, um die notwendigen Einsparungseffekte zu erzielen.
Das sind doch mal nette Aussagen für ein kirchliches Unternehmen !
Das nur noch mal zur Erinnerung, falls noch jemand Illusionen über kirchliche Unternehmen oder die Geschäftsführung von Weltbild haben sollte.
Wie ist die Lage bezüglich der Mitarbeiter ?
Wie die Post in den Fachabteilungen abgehen wird, dazu kann man jetzt noch nichts sagen.
Diese sind nicht so unmittelbar und unverblümt bedroht worden wie die Großrechner-Mitarbeiter.
Im Großrechnerbereich sind inzwischen wider Erwarten ganze Abteilungen in den SAP-Bereich übernommen worden.
Offensichtlich ist es doch möglich, auch ohne SAP-Erfahrung in diesen Bereich zu wechseln.
Jemanden mit gesundem Menschenverstand wundert das auch nicht, denn die so genannten SAP-Experten sind auch nicht auf Bäumen herangewachsen, sondern kommen von Unternehmen, die ihre Mitarbeiter schulen und das nicht anderen Firmen überlassen.
Ironischerweise hängen ausgerechnet die Großrechner-Programmierer noch ziemlich in der Luft, obwohl sie als Programmierer mit wechselnden Programmiersprachen, Betriebssystemen und Entwicklungsumgebungen vertraut und somit flexibel sind.
Es gibt nach wie vor keine konkreten offiziellen Aussagen, wer sich nach der SAP-Einführung wo wieder finden wird, auf der Straße oder in einer anderen Abteilung.
Das vor dem Hintergrund, dass die zugesagte Sperrfrist für Kündigungen Ende Juni 2012 ausläuft.
Langjährige Mitarbeiter haben eine lange Kündigungsfrist.
Das heißt, der Moment der Wahrheit kann jetzt bald kommen.
Und es kann nur einen Grund geben, warum man langjährige Mitarbeiter nicht durch feste Zusagen motiviert, den Großrechner noch bis zum Schluss zu betreuen und die SAP-Einführung nach besten Kräften zu unterstützen.
Weil man sie eben nicht übernehmen will.
Mal abgesehen davon, dass man das dankenswerter Weise klipp und klar auch gesagt und nicht verschwiegen hat (s.o.).
Wie geht es den Mitarbeitern damit ?
Ein paar haben schon erfolgreich die Abteilung gewechselt.
Dann gibt es vermutlich einige, wie immer, die ihr Scherflein schon im Trockenen haben, oder das zumindest meinen.
Dann gibt es welche, denen wahrscheinlich Hoffnung gemacht wird, ohne dass sie etwas Festes in der Hand haben.
Der Rest wird irgendwo zwischen Resignation, Abwarten oder dem Hoffen, etwas anderes zu finden, stehen.
Aber das könnte übel ins Auge gehen.
Programmierer zwischen Mitte 40 und Mitte 50 werden nicht gerade händeringend gesucht.
Obwohl sie noch zwischen 10 und 20 Jahren Berufsleben vor sich haben, das ist ein Zeitraum, in dem ein SAP-Experte oder Shop-Programmierer drei- bis fünfmal die Firma wechselt.
Der Betriebsrat hat Kollegen aus diesem Bereich dringend empfohlen, sich auf ausgeschriebene Stellen bei Weltbild zu bewerben.
Wie schon vor längerem erwähnt, es spielt keine Rolle, ob man die Anforderungen hundertprozentig erfüllt.
Diese Anforderungen sind mit Absicht so formuliert, damit sich Interne nicht trauen, sich darauf zu bewerben und damit sie leicht abgelehnt werden können.
Der Betriebsrat hat Möglichkeiten, interne Bewerbungen zu unterstützen.
Er hat hier auch schon vielfältig interveniert und einen großen Teil dazu beigetragen, dass so viele KollegInnen aus dem Großrechner-Bereich SAP-Jobs bekommen haben.
Und, mancher mag es schon gar nicht mehr hören, aber das macht nichts:
Die Gewerkschaft Verdi ist nicht unser Feind, es nichts Verwerfliches an einer Gewerkschaftsmitgliedschaft, sondern es ist unser gutes Recht, dort einzutreten und zu verhindern, dass die Arbeitgeber willkürlich mit uns umspringen (siehe auch wieder oben).
So hat Verdi z.B. dem Betriebsrat bei der Betriebsvereinbarung zu SAP beratend beigestanden.
Nur die Gewerkschaften stehen zwischen uns und frühkapitalistischen Zuständen.
Wer von den Betroffenen zum Geschriebenen etwas beitragen möchte, nutze doch bitte den Kommentar-Link unter diesem Beitrag oder übersendet uns Informationen oder Beiträge direkt an blogredaktion@web.de.
Dienstag, 17. August 2010
Druckfrische Infos vom Betriebsrat: Heute erscheint der neue Picker

• Tarifverhandlungen 2010 – warum die Gewerkschaft das Angebot der Arbeitgeber nicht annehmen kann.• SAP-Einführung bei Weltbild – eine erste Bilanz des Betriebsrats.• Nach der Elternzeit – wie Weltbild mit rückkehrenden Müttern umgeht.• Schweißausbrüche und Zähneklappern – das Klima im Neubau.
Mittwoch, 28. Juli 2010
SAP-Spezialisten verzweifelt gesucht – gleichzeitig wird die eigene Belegschaft verprellt!
Während der Weltbild-Betriebsrat mit der Geschäftsführung um eine Betriebsvereinbarung zur SAP-Einführung und einen angemessenen Interessenausgleich für die von Entlassung bedrohten MitarbeiterInnen ringt, lesen die KollegInnen aus der IT die Stellenanzeigen auf monster.de . Dieser Beitrag erreichte die Redaktion vergangene Woche:
Weltbild intensiviert die SAP-Stellensuche: Inzwischen werden Mails von monster.de schon oben und unten mit Weltbild-Bannern flankiert, in welchen für das sogenannte "SAP-Competence-Center" geworben wird.
Es scheint nicht leicht zu sein, SAP-Personal zu finden, zumal in Augsburg offensichtlich ein bis zwei weitere größere Unternehmen die identischen SAP-Positionen zu besetzen haben.
Andererorten wird natürlich auch SAP-Personal gesucht, z.B. in Städten wie München, bekanntermaßen nicht weit weg von Augsburg.
Und warum sollte jemand, der gut verdient, wie ein SAP-Berater zum Beispiel, in Augsburg anheuern, wenn er es auch in München machen kann? Zumal, wenn er erfährt, dass Weltbild nichts davon hält, eigenes Personal fortzubilden, sondern lieber neue Leute einstellt, die das erforderliche Wissen schon mitbringen und dafür bestehendes IT-Personal entlassen will, kurioserweise, um Kosten zu sparen, als ob SAP-Berater billiger wären?
Da wird man wohl noch manchen Kompromiss machen müssen, was die Anforderungen an die Neueinstellungen betrifft und letztlich nicht die erträumte Zauber-Mannschaft zusammenbekommen, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die auch nur mit Wasser kochen und noch Jahre brauchen werden, bis sie das Weltbild-Geschäft, das Weltbild-Personal und die Weltbild-Mentalität verstehen werden.
Und diese Jahre, in denen Weltbild mit sich selbst beschäftigt ist, werden die Konkurrenz freuen - von Amazon hört man einen Umsatzrekord nach dem anderen, von tausenden Neueinstellungen ganz zu schweigen.
Dienstag, 6. Juli 2010
Fairness und Respekt - und das SAP-Projekt
Das sind zwei Begriffe, die vor allem im Sport eine sehr gewichtige Rolle spielen. Gerade aktuell zur Fussball-WM. Ohne Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner läuft ein Spiel schnell aus dem Ruder, wird gefoult und beleidigt. Das Ergebnis sind dann viele gelbe, manchmal aber auch die rote Karte. Die Spieler repräsentieren auch ein Land, und sind nicht nur zum Selbstzweck oder zum eigenen Vergnügen auf dem Platz.
Manchmal habe ich das Gefühl, das auch bei uns im Hause Weltbild diese beiden Begriffe völlig in den Hintergrund getreten sind. Bei den Betroffenen Mitarbeitern bricht des öfteren mal der Frust durch, man sucht nach jeder sich bietenden Möglichkeit, der Geschäftsführung den Spiegel vorzuhalten, wie unfair und respektlos doch mit der Belegschaft umgegangen wird:
Wenn Mitarbeiter dann in den entsprechenden großen Stellen- und Immobilienportalen die neu ausgeschriebenen Angebote finden, und sogar Ihre eigenen Büros schon zur Vermietung angeboten werden, ist der Frust natürlich groß. Man traut der GL nicht mehr, man fühlt sich als Spielball und fragt sich, was wohl als nächstes kommt. Man publiziert das untereinander an schwarzen Brettern, es findet sich der eine oder andere Kommentar wieder, der dann deutlich übertrieben der eigentlichen Sache nicht mehr gerecht wird.
Leider hat es die GL versäumt, von Anfang an mit wirklich offenen Karten zu spielen und eine ehrliche Informationspolitik zu betreiben. Infos verspätet tröpfchenweise herauszugeben und FIT-Internas (WIKI) sind da nicht genug! Diesen Schuh muss sie sich anziehen! Keiner von uns lebt in einer rosa Wolke! Jeder ist realistisch genug zu wissen, dass die GL ein legitimes Recht hat, das Unternehmen so zu verändern, wie es die wirtschaftlichen Umstände erfordern! Dazu gehört auch ein Wechsel der IT-Landschaft, oder das Abstoßen unwirtschaftlicher Immobilien, wenn entsprechender passender (!) Ersatz vorhanden ist.
Diese Informationen gehören aber aus Respekt und Fairness vorab der betroffenen Belegschaft mitgeteilt. Ein naives „pssst, nichts weitersagen!“, aber es trotzdem der ganzen Welt (!) per Internet publik zu machen, ist lächerlich. Eine faire und offene Informationspolitik heißt: „Ich respektiere Dich, ich will Dir nichts verheimlichen, ich gebe Dir rechtzeitig die Möglichkeit, Dich darauf einzustellen.“ So wäre viel Ärger von vornherein vermieden worden, die Stimmung deutlich besser.
Nachdem ja immer noch viele Fragen offen sind, was die Zukunft der Belegschaft und damit das Schicksal jedes einzelnen und die von Weltbild allgemein (Gespenst „Verkauf“ lebt immer noch!) anbelangt, wäre ein erster Schritt in diese Richtung jetzt dringend nötig, damit der faire Umgang miteinander nicht völlig untergeht. Und deshalb zu Guter Letzt zur Erinnerung nochmal Zitate aus dem eigenen Unternehmensbild von Weltbild:
Punkt 8,2: „Wir sind transparent gegenüber dem Kunden, der Öffentlichkeit und untereinander. Punkt 10: „Alles, was wir sind, sind wir durch unsere Mitarbeiter. Alles, was wir ändern, verbessern oder erneuern wollen, setzt informierte und motivierte Mitarbeiter voraus.“
Oder: Wollen wir weiter gegeneinander Stimmung machen, oder können wir es schaffen, eine tiefgreifende Umwälzung im Unternehmen im GEGENSEITIGEN Respekt so gut wie möglich durchzuführen ?
Ein Altgedienter
Dienstag, 15. Juni 2010
IT-Versammlung: Stand der Verhandlungen zur SAP-Einführung
Vorsitzender Peter Fitz erläuterte die Strategie des Betriebsrats, der gemeinsam mit einem SAP-Spezialisten, Willi Ruppprecht vom Nürnberger IMU-Institut, mit der Geschäftsführung verhandelt.
"Knackpunkte" bei den Verhandlungen sind
• Die Festschreibung einer Beschäftigungsgarantie, also dass es für einen definierten Zeitraum keine betriebsbedingten Kündigungen im Zusammenhang mit der SAP-Einführung geben darf. Hier wird noch über den Zeitrahmen verhandelt, der aus Sicht des Betriebsrats verlängert werden soll.
• Eine verbindliche Regelung, wie SAP-Stellen zukünftig besetzt werden sollen. Hier fordert der Betriebsrat, dass alle Stellen zunächst ausschließlich intern ausgeschrieben werden. Nur wenn sich keine internen BewerberInnen finden, die – wenn nötig auch nach Schulungen – die Aufgaben erfüllen können, will der BR einer externen Ausschreibung zustimmen.
• Der Geltungsbereich der Betriebsvereinbarung: Insbesondere die Paragraphen zu Schulungen und Arbeitsplatzsicherung sollen für ganz Weltbild gelten, nicht nur für die IT. Der Betriebsrat geht davon aus, dass nach der erfolgreichen Einführung im gesamten Unternehmen Jobs zur Disposition stehen werden.
Was können die betroffenen KollegInnen tun?
Die BetriebsrätInnen Visnja Bernhard, Timm Boßmann und Josef Trutt wiesen im Laufe der Versammlung mehrfach darauf hin, wie wichtig interne Bewerbungen sind. Nur wenn zu jeder Stelle Bewerbungen aus dem Hause eingehen, kann der BR auf die Besetzung durch KollegInnen dringen und externe BewerberInnen ablehnen.
Timm Boßmann ermutigte die KollegInnen: "Ihr bringt etwas mit, was kein Externer hat: die genaue Kenntnis des Hauses Weltbild, unseres Geschäftsfeldes und der internen Abläufe." Auch Josef Trutt empfahl, auf die eigenen Stärken zu vertrauen: "Ihr seid alle hochkarätige Spezialisten. Bewerbt euch!" Visnja Bernhard forderte zu mehr Mut und Entschlossenheit auf: "Es gibt keinen Grund, nicht zu kämpfen!"
In der aktuellen Situation ist es von entscheidender Bedeutung, der Geschäftsführung zu zeigen, dass man an seinem Job hängt und willens ist, sich für dessen Sicherung einzusetzen. Nur wenn die Belegschaft dem Betriebsrat den Rücken stärkt, kann dieser Druck aufbauen und ein optimales Verhandlungsergebnis erzielen. Massenhafte Bewerbungen auf die ausgeschriebenen Stellen sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.
Eine andere Möglichkeit ist z.B. die Beteiligung an diesem Blog. Schicken Sie Ihre Beiträge an wb-betriebsrat@web.de und nutzen Sie die Kommentarfunktionen unter den Artikeln. Damit die Geschäftsführung sich bewegt, braucht es nicht nur einen engagierten Betriebsrat, sondern auch den Druck der Belegschaft.
Für den persönlichen Schutz, insbsondere die Rechtsvertretung im Kündigungsfall, ist die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di der beste Weg.
Montag, 7. Juni 2010
Workshop am 15. Juni: So geht's weiter mit SAP
- Vorstellung der Betriebsvereinbarung zur Einführung von SAP, aktueller Verhandlungsstand
- Fragen an den Betriebsrat und dessen Fachberater Willi Ruppert vom Münchner IMU-Institut
- Verschiedenes (Themenvorschläge und Fragen bitte per Mail an den Betriebsrat)
Mittwoch, 26. Mai 2010
Betriebsversammlung: "Sehr harter Anpassungsprozess – wer sich nicht ändert, geht!"
• Nachverhandlung der Betriebsvereinbarung zur Leistungsprämie. Nach dem derzeitigen System kommen an VTJ und VTA völlig unterschiedliche Prämien heraus, obwohl die KollegInnen in beiden Bereichen gleichermaßen hart arbeiten. Der BR verhandelt jetzt eine neue Berechnungsgrundlage. Die Prämien werden rückwirkend ab dem 1.4.2010 gezahlt.• Betriebsvereinbarung zur Einführung von SAP. Der BR beschwerte sich darüber, dass er entgegen den Regelungen im Betriebsverfassungsgesetz viel zu spät von der Geschäftsleitung über das Großprojekt informiert wurde. Mittlerweile erhält der BR aber Einblick in die Projektdokumentation und begleitet den Prozess sehr kritisch. Auch unter Einbeziehung versierter externer Berater. Ziel des BR ist eine Betriebsvereinbarung mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung und eines fairen Interessenausgleichs. Leider zeigt sich die Geschäftsleitung gerade bei diesen Punkten noch sehr wenig kooperativ. Der Betriebsrat stellt sich auf harte Verhandlungen ein: "Wir wollen, dass unsere hochqualifizierten KollegInnen aus dem Bereich ES9000 auch nach 2014 noch einen sicheren Arbeitsplatz haben." Das weitere Vorgehen stimmt der BR mit den Betroffenen auf einer Abteilungsversammlung am 15. Juni ab.• Betriebsvereinbarung zur Videoüberwachung. Die Außenbereiche des Himmer-Komplexes und des Logistikzentrums werden aus Sicherheitsgründen mit Kameras überwacht. Der BR hat durchgesetzt, dass diese Überwachung nur außerhalb der Arbeitszeiten stattfinden darf und dass Pausenbereiche grundsätzlich geschwärzt werde. Einzige Ausnahme: Der etwas abgelegenen Mitarbeiter-Parkplatz an der Pfaffenhofener Straße. Hier sollen die Kameras zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen sowie der dort geparkten privaten Fahrzeuge ständig laufen.• Betriebsvereinbarung Mitarbeiter-Ausweise. Die neuen Ausweise dienen der Zugangskontrolle und der vereinfachten Abrechnung der Rabatte, die MitarbeiterInnen im Buchladen erhalten. Der Ausweis ist deshalb ständig bei sich zu tragen und bei allen Einkäufen vorzulegen. JedeR MitarbeiterIn darf pro Jahr 1080,- Euro Rabatt steuerfrei nutzen. Der jeweilige Stand des persönlichen "Rabatt-Kontos" ist im Personalbüro oder bei den Vorgesetzten zu erfragen. Darüber hinaus wird jedeR informiert, wenn er/sie die Steuerschwelle überschreitet.Da die neuen Ausweise mit RFID-Chips ausgestattet sind, war es dem Betriebsrat besonders wichtig, dass diese nicht zur Mitarbeiter-Überwachung missbraucht werden, z.B. durch die Erstellung von Bewegungsprofilen. Hier hat sich der BR auch durchgesetzt und mit der Geschäftsführung entsprechende Vereinbarungen ausgehandelt und technische Vorkehrungen getroffen, die das ausschließen. Den Wortlaut dieser BV kann jedeR MitarbeiterIn in Lotus Notes nachlesen oder im BR-Büro einsehen.• Einen weiteren schönen Erfolg erzielte der BR bezüglich der Entlohnung der WerkstudentInnen. Die KollegInnen erhalten im ersten und zweiten Beschäftigungsjahr bis zu 1 Euro mehr pro Stunde, eine Steigerung von rund 9 Prozent! (Über Details werden wir demnächst in diesem Blog berichten.)
• Etliche Maßnahmen aus den Workshops wurden bereits umgesetzt, z.B. zur Verbesserung der Arbeitskleidung, der Klimaregelung an den Arbeitsplätzen, der Schleusen-Dämmung, verbesserter Hygiene und dem systematischen Wechsel von belastenden und weniger belastenden Tätigkeiten ("Job-Rotation")• Verhandelt wird derzeit unter anderem über besonders weiche "Service-Schuhe", angemessene Unterweisungen und die maximale Arbeitszeit in Lager/Versand. Die körperlich schwer arbeitenden KollegInnen in Lager/Versand sind einhellig der Meinung: "9 Stunden sind zuviel!" Der BR hat hier den klaren Auftrag der Belegschaft über eine Verbesserung der Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit zu verhandeln.• Auch wenn das Projekt GRAzil seine Wurzeln in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für ZeitarbeiterInnen hat: Die getroffenen Vereinbarungen kommen allen KollegInnen zu Gute und werden in Zukunft auch für den Angestelltenbereich ausgearbeitet.
• Erhöhung um 4,5% der Löhne und Gehälter, mindestens jedoch 80 Euro• Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 40 Euro• Bei einer Laufzeit von 12 Monaten ab dem 1. April 2010• Der Manteltarifvertrag muss unverändert geschlossen werden
Dienstag, 18. Mai 2010
Betriebsratssitzung vom 12. Mai 2010
1. Arbeitsabläufe VTA bzw. Betriebsvereinbarung:
Der Betriebsrat beklagte, über Entwicklungen bei veränderten Arbeitsabläufen nicht informiert worden zu sein. Beispielsweise bei Problemen mit Störzetteln und technischen Fehlern im Zusammenhang mit Prämien sei die Betriebsvereinbarung nicht konsequent umgesetzt worden.
Eine korrekte Einhaltung der Betriebsvereinbarung soll eingefordert werden, entsprechende Gespräche sollen folgen.
Im Bereich Lager/Versand soll zudem ein Fahrplan für Führungskräfte-Entwicklung konkretisiert und umgesetzt werden. Inhaltliche Schwerpunkte werden u.a sein: Arbeitsrecht, Mitarbeitergespräche, Motivation, Fehlzeiten, Arbeitsplatzsicherheit …
2. WBMS
Insider-Informationen deuten darauf hin, dass die Ablösung der WBMS (eine von Weltbild speziell entwickelte Datenbank-Software für Werbung und Einkauf) geplant ist. Eine Auslagerung der Datenbank erscheint als nicht ausgeschlossen.
Der Betriebsrat erklärte, bislang nicht über das Thema informiert worden zu sein und sieht ein Risiko für Arbeitsplätze – insbesondere, wenn eine Anbindung an SAP erfolgen würde. Zu diesen Fragen/Themen soll bei Herrn Dr. Beer von der Geschäftsführung konkret nachgefragt werden.
3. SAP-Betriebsvereinbarung
Der Betriebsrat diskutierte über einen neuen (vierten) Betriebsvereinbarungs-Entwurf zur SAP-Einführung. Es wurde festgestellt, dass – ohne vorherige Information bzw. Absprache – von der Geschäftsführung mehrere zentrale bzw. wichtige Textpassagen herausgestrichen worden sind.
Eine Abstimmung im Betriebsrat führte dann zu dem Beschluss, die alte BV-Fassung beizubehalten – und über das »Komplettpaket« (inkl. Punkt »Interessenausgleich) weiter zu verhandeln. Die Feinabstimmung soll im IT-Ausschuss und in dem vom BR ernannten Verhandlungsgremium erfolgen.
Beschlossen wurde auch, dass der Arbeitskreis IT den aktuellen Vorschlag der Geschäftsführung im Detail durcharbeiten soll.
4. Kamera-Überwachung
Die im gewerblichen Bereich von der Geschäftsführung gepanten Kamera-Standorte und Blickwinkel wurden anhand von Fotos überprüft. Bis auf einen Standort, wo die Sicherheit der Beschäftigten Vorrang hat, sollen sämtliche Kameras nur nach Dienstschluss eingeschaltet werden dürfen, da ansonsten Persönlichkeitsrechte von Kolleginnen und Kollegen sowie Weltbild-Besuchern verletzt werden könnten.
5. Öffentlichkeitsarbeit, »Picker«
Der Arbeitskreis »Öffentlichkeitsarbeit« präsentierte einen Handzettel bzw. Aushang, der den Betriebsrat mit seinen wichtigsten Arbeitszielen vorstellt. Das Infoblatt mit dem Titel »Der neue Betriebsrat packt es an« – plus ein erstes, kompaktes Info über die BR-Ausschüsse – soll in den nächsten Tagen in allen Unternehmensbereichen verteilt bzw. ausgehängt werden (in DIN A4- und A3-Form).
Eine erste, detailliertere Broschüre über die Arbeit in den BR-Ausschüssen und
-Arbeitskreisen ist in Arbeit. Sie wird gleichzeitig die Premiere des neuen BR-Kommunikations-Mediums »Picker« sein. Der »Picker« wird das gute alte »Wellblech« ablösen!
Freitag, 16. April 2010
Betriebsrat bekommt eigene Homepage
• Nach zahlreichen Beschwerden aus den Reihen der LeiharbeitnehmerInnen bezüglich Arbeitsbedingungen und Abrechnungen hat der BR direkt mit der verantwortlichen Leiharbeitsfirma gesprochen. Der Personaldienstleister hat Verbesserungen zugesichert und gemeinsam mit dem BR die Grundlagen für ein offenes und faires Beschwerdemanagement gelegt.
• Nachdem das Prämiensystem im Versand noch nicht zufrieden stellend funktioniert, wird der Betriebsrat nachverhandeln und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Dazu folgt hier in Kürze ein eigener Bericht.
• Zur geplanten Einführung elektronischer Mitarbeiter-Ausweise hat der BR mit der Geschäftsleitung eine Betriebsvereinbarung ausgehandelt. Damit werden die Rechte und der Datenschutz der Belegschaft sichergestellt. Die BV ist jetzt unterschriftsreif und wird demnächst im Infoboard veröffentlicht.
• Um die Interessen der Belegschaft bei der SAP-Einführung fachgerecht vertreten zu können, hat der BR einen Berater vom Münchner IMU-Institut an Bord geholt. Herr Willi Rupprecht wird den BR künftig bei Verhandlungen und bei der Bewertung der Projektentwicklung fachlich unterstützen.
• Gemeinsam mit Willi Rupprecht hat der hat der BR einen Vorschlag für eine Betriebsvereinbarung erarbeitet, die am Freitag der Geschäftsleitung übergeben wurde. Dabei geht es in erster Linie um Arbeitsplatzsicherung, Schulungsansprüche und Datenschutz für die Mitarbeiterinnen sowie die Festschreibung betrieblicher Mitspracherechte des BR bei allen wichtigen Entscheidungen im Zuge der SAP-Einführung.
• Der Arbeitskreis Öffentlichkeit hat ein eigenes Logo für den Betriebsrat entwickelt, das künftig im Schriftverkehr und bei allen Veröffentlichungen eingesetzt wird. Derzeit wird das "Wellblech" überarbeitet. Das Infoblatt des Betriebsrats erhält einen neuen Namen und soll zukünftig monatlich erscheinen. Nächster Schritt ist eine eigene Homepage des Betriebsrats. Hierfür laufen die Vorbereitungen. Ziel des Arbeitskreises Öffentlichkeit ist eine regelmäßige, zeitnahe und umfassende Information der Belegschaft über alle wichtigen Themen.
• Nächste Woche zieht sich der Betriebsrat zu einer Arbeitsklausur zurück. Dabei werden die wichtigsten Ziele der MitarbeiterInnen-Vertretung festgelegt und ein Aktionsplan für die kommenden zwei Jahre erarbeitet.
Donnerstag, 15. April 2010
Einladung zum Treffen mit ver.di: SAP – der Stand der Dinge
"Was kann ich tun, um meinen Arbeitsplatz zu sichern?" Seit dem offiziellen Start des »FIT-Projektes« (Einführung von SAP) am 01.03. erreichen Betriebsrat und Gewerkschaft täglich Fragen, Meinungen und Stellungnahmen der betroffenen IT-KollegInnen. Deshalb trifft sich die ver.di-Betriebsgruppe regelmäßig mit den betroffenen KollegInnen aus der IT.
Bei nächsten Treffen soll schwerpunktmäßig erörtert werden:
• Wie liefen die drei Info-Veranstaltungen für IT-Mitarbeiter ab?
• Was steht im Entwurf zur Betriebsvereinbarung »Einführung SAP«?
• Was sind die nächsten Schritte?
Ort: verdi-Haus am Katzenstadel, Sitzungszimmer
Beginn: 18:00 Uhr
Über Ihr (Euer) Kommen und Engagement
freut sich die verdi-Betriebsgruppe.
(Brezen und Getränke werden freundlicherweise wieder von verdi spendiert.)
Freitag, 9. April 2010
Weltbild-IT: "Wenig Geld, wenig Schulung, wenig Anerkennung, kein Dank, viel Arbeit!"
Wie fühlt sich eigentlich so ein Mitarbeiter der Weltbild-IT, wenn er nach 10-20 Jahren treuen Diensten so schäbig abgeschoben werden soll ?In dieser langen Zeit wurde die Umdrehungsgeschwindigkeit immer größer, ein Projekt jagte das nächste, schließlich wurden Projekte nach halber Fertigstellung schon durch das nächst-wichtigere Projekt ersetzt und einer ungewissen Zukunft überlassen.Merkwürdigerweise liefen die Geschäfte gut und die Kunden waren zufrieden, als man sich noch die nötige Zeit für saubere Arbeit nahm. Aber das ist lange her.Und je gieriger die Jagd nach mehr Umsatz wurde, desto mehr Menschen beschäftigten sich damit, Präsentationen und Papiere zu erstellen und andere zu organisieren und zu verwalten und desto geringer wurden die Gewinne.Die Gewinne schrumpften, obwohl die Mitarbeiter geringstmöglichst entlohnt wurden, 3, 2, 1, 0 heißen die Prozentzahlen, die es bei Weltbild in den letzten Jahren gab.Schulung, ein Fremdwort für Weltbild-IT-Mitarbeiter.Während bei anderen Firmen jährliche Weiterbildung zum festen Programm gehört, arbeitet Weltbild nach dem Motto, wenn Schulung für die tägliche Arbeit nötig ist, dann geht einer hin und erzählt es dann den anderen.Oder es kommt jemand für einen Tag ins Haus.Oder man verkürzt willkürlich eine 2 Tage Schulung auf 1,5 Tage.So kann man hier 10-20 Jahre als IT-Mitarbeiter arbeiten, ohne je viel mehr als 2 Tage Excel-Schulung gehabt zu haben.Oder man entläßt die bisherigen Mitarbeiter und stellt neue ein, die die Schulung woanders bekommen haben.Das sind so die Randbedingungen, unter denen hier gearbeitet wird: wenig Geld, wenig Schulung, wenig Anerkennung, kein Dank, viel Arbeit.Wer sich jetzt fragt, was arbeiten die Leute dann so lange bei Weltbild ? Der Fisch stinkt zwar vom Kopf, aber die Menschen sind in Ordnung. Wir hatten ein gutes Betriebsklima und Augsburg quillt auch nicht grad über vor freien IT-Jobs.Ja, man war trotz den ungünstigen Randbedingungen zufrieden und hat Spaß an der Arbeit gehabt und sich angestrengt, alles gut zu machen und den Laden am Laufen zu halten.Aber die aufgrund der vergangenen Entlassungsaktionen nicht ganz unerwartete schäbige Behandlung durch die Geschäftsführung läßt die Anstrengungen der vergangenen Jahre in einem anderen Licht erscheinen. Jeder, der der Firma etwas geschenkt hat und etwa unentgeltlich Überstunden gemacht hat, darf sich in seinen eigenen Hintern beißen! Oder am Wochenende oder im Urlaub gearbeitet hat!Oder auf das Geschwätz der Vorgesetzten hereingefallen ist, man müsse, um das Projekt termingericht realisieren zu können, eben ein paar Monate über das normale Maß hinaus Leistung bringen.Wie fühlt man sich jetzt ?Es sind ja schon einige Beiträge im Blog erschienen.Man sollte meinen, daß ein Manager, der noch ein bißchen Grips übrig hat, versucht, die Wogen zu glätten, um das Geschäft von Weltbild nicht in Gefahr zu bringen, SAP-Einführung hin oder her.Wär ja kein großer Aufwand, die paar Leute innerhalb von über 2 Jahren im SAP-System oder drumherum unterzubringen. Aber nein, glaubt es oder nicht, es herrscht Schweigen im Wald. Bis auf ein paar Einflussnahmeversuche auf Verdi und Betriebsrat, den Blog zu unterbinden, hört man von den Herren nichts.Nichts ?Doch, ein mageres Statement, ein paar Zeilen, gut versteckt, haben wir doch bekommen. Die Herren Halff, Beer, Driever und Heinrich haben sich mühsam dazu durchgerungen, den Mitarbeitern gute Arbeit in Vergangenheit und heute zuzusprechen. Der danach folgende Teil sinngemäß übersetzt: dummerweise müßte sich der eine oder andere mehr oder weniger stark neu orientieren, so ist halt das Geschäft.Meine Herren, jetzt geht es mir doch gleich viel besser ! Jetzt mache ich für Euch die nächsten Jahre mit Freude die Drecksarbeit, während ich zusehen kann, wie neu eingestellte Leute meine Aufgaben übernehmen !Danke für die teilnehmenden und hilfreichen Worte !Also wie fühlt man sich ?Stinkwütend ! Und die Wut wird immer größer, je länger man keine akzeptable Lösung von der Geschäftsführung angeboten bekommt !Es kostet Überwindung, in die Arbeit zu gehen und es kostet Überwindung, etwas sinnvolles zu tun !Man könnte sich krank schreiben lassen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gefühlschaos, Depression, zittrige Hände, Herzklopfen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit dürften wohl die gängigen Symptome in dieser Situation sein.Von denen sicher jeder hier, vielleicht nicht alle, aber einige hat.Man sollte wirklich zum Arzt gehen, statt jeden Tag den Bildschirm anzustarren und auf den Abend zu warten. Bevor man noch etwas Dummes macht.Meine Herren, der Punkt ohne Wiederkehr ist bald erreicht und das Band bald endgültig zerschnitten.Die erste zentrale Person hat schon gekündigt.Wenn noch ein paar gehen, dann steht ihr mit heruntergelassenen Hosen da !Kein SAP und kein betreutes Ist-System.Was mir ein boshaftes Vergnügen bereiten würde.
Montag, 29. März 2010
SAP-Spezialisten dringend gesucht!
An alle SAP-Spezialisten
Die Geschäftsführung von Weltbild sucht dringend nach Ihnen!Freuen Sie sich auf ein Arbeitsumfeld, daß von Jahrzehnten an Gemeinsamkeit und Freude an der Arbeit geprägt ist. Das ist Ihnen zu langweilig? Friede, Freude, Eierkuchen ist nichts für Sie? Keine Angst, die Geschäftsführung hat nicht nur Ihnen, nicht nur der IT, sondern allen Mitarbeitern für die Zukunft ein vergnügungsfreies Arbeiten versprochen.Genießen Sie den Zusammenhalt der Weltbild-IT, er bedeutet Jahrzehnte an gemeinsamem Aufbau, Entwicklung und Erfolg. Sie denken nicht so langfristig? Das ist Ihnen zu viel Verpflichtung? Sie sind mehr der Typ für die kurze, schnelle Aktion?Keine Angst, die Geschäftsführung von Weltbild versichert, dass der Verkauf von Weltbild nicht vom Tisch ist. Und wer sich Weltbild leisten kann, hat eine eigene IT. Sie sind hier also genau richtig. Belasten Sie sich nicht mit Gedanken, was Sie mit einer großen Abfindung anfangen sollen. So lange sind Sie nicht hier.
Die Versicherungen der Geschäftsführung genügen Ihnen nicht? Sie haben den Blog gelesen? Keine Angst, es geschieht alles im Auftrag der Kirche! Die Geschäftsführung unternimmt nichts ohne die Zustimmung der Gesellschafter.Weltbild steht für Heim, Kinder- und Familienfreundlichkeit. Sie sind kein Weichei und mögen keine Verhätschelungen? Keine Angst, das aktuelle Vorgehen der Geschäftsführung zeigt, daß dies nicht für die eigenen Mitarbeiter gilt.Sie haben nicht nur den Blog gelesen, sondern auch den Internetauftritt von Weltbild selbst? Und dort den Satz gefunden: "Die Orientierung an Werten ist Maßstab"? Sie sind eher der harte Söldnertyp und haben jetzt Angst, dass die langjährigen Mitarbeiter nicht Ihretwegen entlassen werden? Hey, es werden SAP-Fachleute gesucht! Sie wissen doch, dass selbst die Fachabteilungen in wenigen Jahren nur noch ein Schatten ihrer selbst sein werden.Sind Sie der Richtige für eine solche Mission? Schaffen Sie es in kurzer Zeit Weltbild FIT für den Verkauf zu machen? Ist das Ihre Herausforderung?Willkommen in der Weltbild-ITMorituri te salutant!
Freitag, 26. März 2010
"Tut was! Tut es jetzt! Laßt Euch nicht einlullen!"
Liebe Kollegen/-innen,
vielen Dank, daß Ihr zum Verdi-Treff so zahlreich erschienen seid!
Ich empfand unser Treffen als sehr positiv und informativ.
Und ich habe als Ergebnis mitgenommen, daß wir, wenn wir uns gewerkschaftlich organisieren und bereit sind, für unsere Interessen zu streiken, unsere Ziele erreichen können:
- Reduktion der SAP-Neueinstellungen auf ein Minimum, z.B. eine Person je Modul/Aufgabe statt drei.
- statt dessen Übernahme und Schulung der eigenen IT-Mitarbeiter für diese Aufgaben.
- Schulung der Mitarbeiter, die nicht zu SAP übernommen werden können, für andere Aufgaben
- Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter, die von der Umstellung betroffen sind und jetzt noch bis zur Übernahme des SAP-Systems hier den Betrieb aufrecht erhalten sollen
Diese Ziele sollten eigentlich selbstverständlich sein und es ist schon traurig, daß man dafür kämpfen muß.
Dieser Vorgang hat jetzt schon Auswirkungen auf die Motivation der internen Mitarbeiter, nicht nur in der IT, und auf externe Bewerber und Kunden.
Denn es sollte sich hier keiner sicher sein, daß er nicht als nächstes dran ist.
Es gibt noch viel Einsparpotential in den Fachabteilungen und in den anderen IT-Abteilungen.
Auch ist Weltbild outsourcing in den verschiedensten Bereichen noch nie abgeneigt gewesen.
Das Management ist wirklich schlecht beraten worden, wie so ein Übergang für alle Beteiligten positiv vollzogen werden kann und man kann nur hoffen, daß die Verantwortlichen für diese mißliche Situation die Quittung dafür bekommen.
Allerdings zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, daß dieses Management schon öfters nicht davor zurückgeschreckt ist, Mitarbeiter, auch langjährige, abzubauen und auch dort keine Möglichkeit sah, diese im Unternehmen anderweitig unterzubringen.
Sehr bezeichnend, daß ein Unternehmen der katholischen Kirche so vorgeht.
Zurück zur gewerkschaftlichen Organisation:
Wir können wirklich Hilfe von allen Seiten gebrauchen, von denen wir sie bekommen können.
Der Beitrag ist von der Steuer absetzbar und es ist Rechtsschutz inbegriffen.
Ein Monat länger Gehalt durch die Gewerkschaft erreicht, entspricht zehn Jahren Gewerkschaftsbeitrag!
Das sind so die rationalen Argumente für die logischen IT-ler.
Davon abgesehen würden wir 60 Stunden die Woche arbeiten, hätten keinen Urlaubsanspruch und müsssten Kohle zum Heizen mitbringen, ohne Gewerkschaft.
D.h. wir könnten auch ein bißchen was davon zurückgeben, selbst wenn eine Mitgliedschaft und ein Streik nicht unsere beste Chance wäre, diese Situation in unserem Interesse zu klären.
Tut was! Tut es jetzt! Laßt Euch nicht einlullen!
Man weiß jetzt schon, wieviele Personen man braucht und welche!
Das sind die 15 Personen, die per Anzeige gesucht werden !
Da braucht man keine Blueprint-Phase, um zu definieren, wieviele Personen ein SAP-System betreuen sollten.
Wer jetzt noch keine Zusage hat, der sollte davon ausgehen, daß auch keine mehr kommt.
Und wer jetzt nicht aktiv wird, braucht in 1-2 Jahren auch nicht zu jammern, wenn ihm die Personalabteilung die Luft abschnürt und ihm mitteilt, daß leider trotz intensiver Suche im Unternehmen keine Möglichkeit besteht, ihn weiter zu beschäftigen.
Freitag, 19. März 2010
Zum verdi-Infoabend für IT-KollegInnen am 18.03.10
Alle? Na ja, nicht ganz.
Immerhin rund 20 KollegInnen aus dem durch die SAP-Einführung zunächst vorrangig betroffenen IT-Bereich hatten nach Feierabend den Weg zum Gewerkschaftshaus am Katzenstadel gefunden.
Viele? Oder doch (zu) wenige? Entscheiden Sie selbst.
Ich denke: mindestens ein guter Anfang.
Immerhin handelt es sich bei den IT-Spezialisten nicht um die klassische Gewerkschaftsklientel. Es sind – auch nach eigenem Bekunden – traditionell Leute, die mit Betriebsrat und Gewerkschaft wenig am Hut haben, und meist auf einzelvertragliche Regelungen und Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber setzen (müssen).
Das Thema SAP sorgt naturgemäß für größte Unruhe und Sorgen in der Belegschaft.
Wird es meinen Job in 1 oder 2 Jahren noch geben?
Das ist die alles beherrschende Frage in den Köpfen der Kollegen.
Was kann ich selbst tun, um meinen Arbeitsplatz bei Weltbild zu sichern, was können Betriebsrat und Gewerkschaft für mich tun?
Betriebsrat setzt zusätzliche Info-Veranstaltungen durch
Die Vertreter der Betriebsgruppe informierten zunächst über ihren Stand der Dinge, über die laufenden Gespräche mit der Geschäftsleitung und dem Projektleiter Herrn Heinrich.
Als ersten kleinen Erfolg der Betriebsrats-Arbeit konnten sie den KollegInnen berichten, dass in Verhandlungen mit Herrn Heinrich und Herrn Seher für die IT-KollegInnen eine »Basis-Infoveranstaltung SAP« durchgesetzt werden konnte. An drei Terminen (7./9. und 16. April) besteht für die IT-Mannschaft Gelegenheit, direkt mit den SAP-Beratern der Firma Ciber ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.
Wir raten dringend, diese Termine möglichst zahlreich und aktiv wahrzunehmen!
Betriebsvereinbarung in Vorbereitung
Gewerkschaftssekretär Berthold Schleidt, der Gastgeber am Katzenstadel, gab in der Folge einen kompakten Überblick über Handlungsmöglichkeiten bei SAP-Einführungen von Betriebsrat einerseits und Gewerkschaft andererseits. Der Weltbild-Betriebsrat erarbeitet aktuell eine Betriebsvereinbarung zum Thema SAP-Einführung, in der relevante Fragen wie Qualifizierungskonzept, Berechtigungsvergabe, Datenschutz u.v.m. geregelt werden sollen. Hierzu hat sich der BR einen eigenen SAP-Experten vom IMU-Institut, das speziell Arbeitnehmervertretungen berät, an Bord geholt.
Beschäftigungssicherung über Tarifvertrag
Das wichtigste Thema Arbeitsplatzsicherheit, sprich Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen in Zusammenhang mit der SAP-Einführung, lässt sich allerdings im Rahmen einer Betriebsvereinbarung (BV), so Schleidt, nur sehr unzureichend regeln.
Hier würde ein eigener Tarifvertrag (Haus-TV, Sozial-TV, Zukunfts-TV) wesentlich mehr Möglichkeiten und Rechtssicherheit bieten. Ein Tarifvertrag lässt sich jedoch nur auf der starken Mitgliederbasis durchsetzen: wo keine Mitglieder, da kein Vertrag.
Für die Verhandlung und Durchsetzung eines TV seien schließlich immer Arbeitskampfmaßnahmen notwendig.
Verdi-Mann Schleidt riet, ebenso wie die Vertreter der verdi-Betriebsgruppe, über das Thema Gewerkschaftsbeitritt nachzudenken.
Am Ende des Abends verabredete man, regelmäßig Kontakt miteinanderaufzunehmen und sich in ca. 4 – 5 Wochen spätestens wiederzutreffen.
Montag, 15. März 2010
MitarbeiterInnen meinen: SAP kostet Arbeitsplätze!
• 57% befürchten: SAP kostet in erster Linie Arbeitsplätze• 35% hoffen: SAP macht Weltbild erfolgreicher• 20% sehen massive Nachteile für die "Töchter" Jokers und Kidoh sowie die Länder (CH & AT)• 12% bezweifeln, dass der Kraftakt überhaupt gelingt, und rechnen mit dem Scheitern von "Projekt FIT"(mehrere Antworten waren möglich)
• Beschäftigungsgarantie für alle ES-ProgrammiererInnen• Aktive Beteiligung aller betroffenen MitarbeiterInnen• Einbindung der Töchter und Länder in die Entscheidungsprozesse• Mitsprache des Betriebsrats bei allen wesentlichen Entscheidungen
Betriebsrat befasst sich vorrangig mit SAP-Einführung
Nach einer kurzen Zusammenfassung betrieblicher Ausschussarbeit hat der Betriebsrat in seiner letzten Sitzung am Mittwoch das Thema ‚Außertarifliche Zulagen‘ erörtert.
Noch letztes Jahr hatte die Geschäftsleitung vor, die übertariflichen Zulagen (Urlaubsgeld, Essenszuschuss, etc.) zu kürzen bzw. zu streichen. Das ist am Widerstand des Betriebsrats und der Gewerkschaft ver.di gescheitert. Jetzt will die Geschäftsführung für die bestehenden MitarbeiterInnen alles beim Alten lassen, neue KollegInnen aber zu deutlich schlechteren Konditionen einstellen. Hier wird der Betriebsrat weiter hart verhandeln. Um die rechtliche Grundlage zu klären, wurde ein Rechtsanwalt zur Beratung hinzugezogen.
Einen großen Teil der Beratungen des Betriebsrats nahm das Thema SAP-Einführung ein: für die BR-Mitglieder wird es Seminare geben, damit diese sich intensiv mit der Materie und ihren betrieblichen Auswirkungen befassen können, und zwar ein erstes zweitägiges bereits am 22. und 23. März.
Darüber hinaus treffen sich in Kürze, und zwar am 18.03., Kolleginnen und Kollegen der IT-Abteilung zu einem offenen Meinungsaustausch, der auch für weitere Informationen seitens des Betriebsrats genutzt wird. Durch die Geschäftsführung initiiert gab es bereits eine ‚Kickoff‘-Veranstaltung, auf der sich ausführlich die Fa. Ciber mit ihren Vorstellungen zur Einführung des SAP-Systems vorstellte.
Ein weiteres Treffen mit Herrn Dr. Beer von der Geschäftsleitung und Herrn Heinrich als Koordinator für die SAP-Einführung ist für den 24. März anberaumt.
Montag, 8. März 2010
SAP: Nicht jammern - aktiv werden!
»SAP – Oje, oje!?!«Donnerstag, 18.03.2010verdi-Haus am Katzenstadel, SitzungszimmerBeginn: 18:00 Uhr
Freitag, 5. März 2010
"Warum Mittelmaß für Weltbild?"
Weltbild und SAP - eine lange GeschichteAls vor 20 Jahren Weltbild von mittlerer Datentechnik auf einen Großrechner umgestellt hat, was Weltbild den Aufstieg zu einem Milliardenunternehmen überhaupt erst ermöglicht hat, wurde auch SAP als eine der Alternativen erwogen –und verworfen.Die Begründung der Geschäftsführung in der Versammlung am 29.1. im Kuppelsaal, dass SAP soviel moderner sei als die von Weltbild selbst seit damals entwickelte Software, ist also schlichtweg falsch. SAP war längst vorher etabliert, und weiterentwickelt wurden beide.Als Herr Nestler, damals Leiter der Weltbild - IT, "gegangen ist", wurde von Herrn Driever den Mitarbeitern der Zentralsysteme versichert, dass keine Veränderungen geplant seien. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage hat er sehr viel später selbst zur Überprüfung frei gegeben: Als er Herrn Baars, den neuen Leiter der IT, nach dem Interregnum von ihm selbst, im Kuppelsaal vorgestellt hat, sagte er wörtlich "dass man Jahre nach jemanden gesucht hätte, der die Umstellung auf SAP stemmt" und dass man denke, ihn in Herrn Baars gefunden zu haben. Die Planung war also damals schon erfolgt.(Und die Vermutung, dass SAP damals schon das erste Opfer gefordert hat, und dass die Entlassung von Herrn Nestler damit zusammenhing, dass er sich auch gestemmt hat, aber gegen SAP, liegt nahe.)Auf jeden Fall wurde laut Herrn Driever also damals schon lange jemand für die Umstellung auf SAP gesucht. Die große Untersuchung durch mehrere Unternehmensberatungen, was für Weltbild richtig sei, kam erst danach! Diese Untersuchung war also wohl kaum ein Überblick, welche Möglichkeiten gibt es, und welche wäre für Weltbild die beste, sondern auf ein Ziel gerichtet: SAP. Und SAP musste wieder verworfen werden.Die Weltbildsoftware hat Weltbild zum Erfolg geführt; sie ist nicht veralteter als SAP selbst; die Großrechnerkosten sind mehr oder weniger konstant. (Und wäre Erfolg nicht auch sonst einen gewissen Preis wert? Erfolg bedeutet ja, ich mache es gerade nicht so wie die anderen. Weshalb also sich mit den anderen vergleichen?) Laut Geschäftsführung müssen die Fachabteilungen in Zukunft unter schlechteren Bedingungen arbeiten, von nur noch 80% der Leistungsfähigkeit war jetzt schon die Rede; die dann fehlenden Antwortzeiten der ES9000 waren noch gar nicht einbezogen; damit wird nicht nur die Leistungsfähigkeit der Software abgebaut, sondern von ganz Weltbild...Warum mit einer Standardsoftware Weltbild zum Standard, d.h. zum Mittelmaß herunterbringen?Welche Interessen stecken hinter der SAP-Einführung? Sind es banale Machtpositionskämpfe? Hat sich jemand vor langer Zeit mit SAP zu sehr festgelegt und muß jetzt das Fahrzeug mit Gewalt ins Unglück steuern? Aber die "Driver" solcher Fahrzeuge haben ja Übung im gewinnbringenden Wechsel. Die Fahrzeuge gehören ihnen ja nicht, und der Schrott bleibt anderen.Oder laufen auch andere Dinge schon länger? Heißt FIT einfach nur fit für den Verkauf von Weltbild?(Natürlich bedeutet FIT eigentlich "Fu.. the IT", nur für die, die sich noch wundern, warum i und t großgeschrieben werden. Die Geschäftsführung hat halt in der Behandlung der Mitarbeiter nicht die christliche Gesinnung, die einem kirchlichen Unternehmen wohl anstünde. Wäre vielleicht mehr Publicity wert.)Warum also mit einer Standardsoftware Weltbild zum Mittelmaß herunterbringen? Bei seiner Erfolgsgeschichte?Die Zukunft von Weltbild kann es nicht sein. Das ist am 29.1. im Kuppelsaal sehr deutlich geworden. Denn dann hätte man sich wenigstens bei der letzten Untersuchung ein objektives Bild von allen Möglichkeiten gemacht. Es hätte eine echte Analyse stattgefunden. Was man findet, wenn man ein paar kleinere gleichartige Anbieter mit SAP vergleicht, ist vorher klar: der Große ist am größten, und damit scheinbar am sichersten.Wäre es um Weltbild gegangen, hätte man zu aller erst den erfolgreichsten Konkurrenten, Amazon, sonst immer das große Vorbild, gründlich unter die Lupe genommen und in allen Details festgestellt, welche für Weltbild erfolgversprechend wären, und natürlich auch, welche nicht.Aber man wüsste es! Die Reaktion der Geschäftsführung am 29.1. auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum hatte aber deutlich gezeigt, dass keinerlei entsprechende Erkenntnisse gesammelt wurden. Nicht mal oberflächliche Informationen.Nun, SAP ist wohl seit sehr langem eine beschlossene Sache. Die Untersuchungen dienten nie dazu, festzustellen, was Weltbild weiterhin auf seinem Erfolgskurs hält. Sondern nur dazu herauszufinden, ob die Einführung von SAP endlich nicht mehr von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Was nichts darüber aussagt, was tatsächlich passieren wird. Und jede objektiv am Erfolg orientierte Untersuchung hätte dabei wohl nur gestört.Was sind die wirklichen Gründe? Warum Mittelmaß für Weltbild? Warum SAP?



