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Mittwoch, 19. August 2015

Belegschaft fassungslos nach ALSO-Statement: "Es ist eine Schande!"


Die ALSO Deutschland GmbH lässt derzeit über eine Public-Relations-Agentur eine Stellungnahme zu den Vorgängen in Augsburg verbreiten. Darin wird ein völlig verzerrtes Bild der Voraussetzungen für die Übernahme der WELTBILD Logistik durch die ALSO gezeichnet. Die ALSO Deutschland gehört mehrheitlich der Droege Gruppe, die nach der Insolvenz in 2014 auch die Mehrheit des WELTBILD-Versandhandels übernommen hat. ALSO wirft Betriebsrat und Gewerkschaft vor, die Zukunft der Logistik durch "irrationalen und destruktiven Widerstand verspielt" zu haben. Das ist Unsinn. Die Interessenvertretung der Belegschaft nimmt hier dazu Stellung. 

Klaus Warbruck, Wirtschafts-Sachverständiger des Betriebsrats: "Die wirtschaftliche Situation der Logistik war Herrn Droege vor seinem Einstieg bestens bekannt. Es bestand Einigkeit mit dem Betriebsrat, der Gewerkschaft und dem Insolvenzverwalter Herrn Geiwitz darüber, dass die Logistik unterausgelastet ist. Aus dieser Unterlast resultiert das Kostenproblem und aus nichts anderem. Deshalb wurde das Personal in der Logistik vor der Übergabe an Droege um 50% reduziert. Das war für den Betriebsrat und die Gewerkschaft ein sehr schmerzhafter Schnitt, den wir aber mitgetragen haben, um die Logistik nachhaltig zukunftsfähig zu machen. So war es auch mit Herrn Droege abgesprochen. Er seinerseits hat dafür zugesagt, zusätzliches Geschäft aus der ALSO-Gruppe in Augsburg zu platzieren. Aus dieser Kombi – Personalreduzierung einerseits, Zusatzgeschäft andererseits – bestand der Sanierungsplan."

Peter Fitz, Vorsitzender des Betriebsrats: "Nur weil wir mit Herrn Droege diese Vereinbarung treffen konnten, hat er den Zuschlag für die Übernahme des Unternehmens bekommen. Andere interessierte Investoren hatten zwar Konzepte für WELTBILD, wussten aber offensichtlich nichts mit der Logistik anzufangen und hatten vor allem keine andere Logistik-Firma, von der Aufträge umleitbar gewesen wären. Für unsere Logistik hat Droege keinen Cent bezahlt, obwohl sie mit Grundstücken, Gebäuden und Technik hohe Sachwerte beinhaltet. Sein Teil des Deals wären das Zusatzgeschäft und die dafür erforderlichen Investitionen gewesen. Darüber bestand bei Vertragsabschluss auf beiden Seiten Klarheit."

So fährt Walter Droege WELTBILD/ALSO gegen die Wand

Was aber hat Herr Droege dann getan? Die Tarifverhandlungen mit der ver.di haben seine Anwälte platzen lassen. Ein Manager, der konkrete Schritte zur Ermöglichung des Drittgeschäfts geplant hat, wurde entlassen. Danach war die Augsburger Logistik über Monate führungslos, bis Reiner Wenz an Bord kam, dessen Biographie als Abwicklungsmanager ohne jede Logistik-Expertise Bände spricht.

In der Einigungsstelle haben die VertreterInnen von Droege konkrete Vorschläge schriftlich vorgelegt, darunter einen Interessenausgleich in dem ein Stellenabbau von ca. 150 Stellen in der Logistik detailliert beschrieben ist und einen Sozialplan, der dem Tarifsozialplan von 2014 entspricht. Das war der Verhandlungsstand nach der ersten Sitzung der E-Stelle Mitte Juli. Er hätte die Möglichkeit einer vernünftigen Einigung geboten. Stattdessen hat es der Arbeitgeber in der Einigungsstelle auf ein Scheitern der Verhandlungen angelegt. Peter Fitz: "Als die Vertreter von Droege gemerkt haben, dass eine Einigung unter der sehr guten Moderation von Einigungsstellen-Vorsitzendem Holger Dahl in greifbare Nähe rückte, hat Herr Droege die Notbremse gezogen und die Augsburger ALSO-Logistik in die Insolvenz geschickt. Als wir in der E-Stellen-Sitzung am 31.7. für den Teilbetrieb WELTBILD eine Einigung mit der Geschäftsführung ausgehandelt hatten – nämlich ein Freiwilligenprogramm zur Personalreduzierung – hat er die Finanzierung verweigert und die Vereinbarung über Nacht per Telefon kassiert."

Timm Boßmann, ver.di-Betriebsgruppensprecher bei WELTBILD/ALSO: "Aus unserer Sicht lässt dieses destruktive Verhalten nur einen Schluss zu: Herr Droege will sich mit uns nicht einigen, darum chaotisiert er die Verhandlungen und wird immer dann aktiv, wenn Ergebnisse sichtbar werden. Bis heute kam kein einziger konstruktiver Vorschlag aus Düsseldorf, sondern ausschließlich Störfeuer. Alle Verträge, die wir vor der Übernahme mit Herrn Droege geschlossen haben, um den Weg der Sanierung verbindlich zu beschreiben, hat dieser gebrochen. Nichts wurde eingehalten, aber im Wochenrhythmus immer neue Forderungen aus Düsseldorf. So führt man keine Verhandlungen, wenn man ein Interesse an einer Einigung hat!"

Thomas Gürlebeck, ver.di-Sekretär für den Handel in Augsburg: "Der Milliardär Walter Droege bereichert sich auf Kosten der Allgemeinheit. Durch die Planinsolvenz wälzt er die Lohnkosten auf die Arbeitsagentur und die Sozialversicherungsträger ab. Die Beschäftigten und der Steuerzahler sollen Millionen-Gewinne in Düsseldorf finanzieren. Dagegen wird sich die Gewerkschaft ver.di weiterhin mit allen Mitteln stemmen."

Dolores Sailer, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats von WELTBILD: "Die Unterstellung der ALSO, der Betriebsrat und die Gewerkschaft hätten eine Einigung verhindert, ist Unsinn. Die Krokodilstränen, die hier produziert werden ("Zu unserem sehr großen Bedauern!") sind unverschämt angesichts der Erbarmungslosigkeit, mit der Herr Droege Hunderte Familien der schnellen Gewinnabschöpfung seiner Investition opfert. Wir, MitarbeiterInnen und Interessenvertretung, sind gleichermaßen fassungslos mit welcher Kaltschnäuzigkeit ein milliardenschwerer Unternehmer Existenzvernichtung im großen Stil betreibt. Es ist eine Schande! Die Vorwürfe der ALSO weisen wir auf das Schärfste zurück."

Alle gemeinsam wünschen sich, dass Walter Droege wieder zu Verstand kommt und endlich eine vernünftige Lösung mit dem Betriebsrat gemeinsam sucht. Vielleicht trägt die öffentliche Wahrnehmung dazu bei. Wenn Walter Droege WELTBILD/ALSO platt macht, wird das keinesfalls lautlos und ohne öffentlichen Widerstand der Belegschaft über die Bühne gehen.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Presseschau vom 16. Juli 2015


Weltbild Retail und ALSO warten auf das Ergebnis der Einigungsstelle. 


Augsburger Allgemeine: Was aus Weltbild wurde

                                     Weltbild-Logistik: 150 Stellen wackeln

buchreport: Brodeln unter der Oberfläche

boersenblatt: Ex-Weltbild Logistik vor Stellenabbau



Verraten und verkauft - oder war's andersherum?
Das Trauerspiel um die ehemaligen Weltbildfilialen.

Süddeutsche Zeitung: Anderes Weltbild

Augsburger Allgemeine: Ausverkauf bei Lesensart

buchreport: Harsche Kritik an Weltbild-Management





Freitag, 3. Juli 2015

Einigungsstelle – worum geht es, wie funktioniert das?


Mit dem Instrument der Einigungsstelle versucht Walter Droege bei Retail und ALSO die Massenentlassungen zu erzwingen, die der Betriebsrat bislang erfolgreich verhindert hat. Es geht um insgesamt rund 300 Arbeitsplätze: ca. 100 in der Verwaltung und ca. 200 in der Logistik.

Der Betriebsrat stellt sich weiter mit guten Argumenten gegen den Personalabbau: Walter Droege hat die Verträge, die im Rahmen des Betriebsübergangs nach der Insolvenz ausgehandelt wurden, nicht eingehalten. Walter Droege hat Retail und ALSO gegeneinander ausgespielt und so zielgerichtet eine Situation hergestellt, die Entlassungen notwendig erscheinen lassen, die es aber nicht sind. Hätte Walter Droege die Verträge, die er unterschrieben hat, eingehalten, wäre die Situation eine völlig andere:  WELTBILD/ALSO könnte längst auf einem guten Weg sein.

Kostensenkung statt Strategie

Mit der einseitigen Fixierung auf Massenentlassungen zur Kostensenkung hat das Management seine eigentlichen Aufgaben sträflich vernachlässigt: So liegt bis heute kein belastbares Konzept vor, das die ursprünglich vereinbarte "WELTBILD 2.0"-Strategie ersetzen könnte. Deshalb hat der Betriebsrat auch den Gang in die Einigungsstelle verweigert.

Walter Droege hat die Einigungsstelle daraufhin gerichtlich einsetzen lassen. Sie besteht aus einem Vorsitzenden (Holger Dahl) und je 5 BeisitzerInnen auf Seiten der ArbeitnehmerInnen bzw. des Arbeitgebers.

So läuft das Verfahren ab

Zunächst präsentieren beide Seiten ihre jeweiligen Argumente. Der Vorsitzende bringt eigene Vorschläge ein, um eine Annäherung der Parteien zu erzielen. Diese werden von beiden Lagern diskutiert und fließen gegebenenfalls in einen Lösungsentwurf ein, über den dann abgestimmt wird. Dabei ist der Vorsitzende zunächst neutral. Da die Parteien meist geschlossen votieren, ergibt sich in der Regel keine Mehrheit.

Weitere Runden nach diesem Schema sind möglich. Kommt es im Verlauf dieses Prozesses zu keiner Annäherung, kann der Vorsitzende nach eigenem Gutdünken an der nächsten Abstimmung teilnehmen und führt mit seiner Stimme eine Entscheidung herbei.

Das Verfahren ist auf Wikipedia detailliert und mit allen Rechtsfolgen beschrieben.

Freitag, 8. Mai 2015

Betriebsrat lehnt Einigungsstelle weiter ab


Heute hat der Rechtsanwalt des Betriebsrats des gemeinsamen Betriebs von WELTBILD Retail und ALSO Logistics Beschwerde gegen den Beschluss des Augsburger Arbeitsgerichts eingelegt. 

Die Interessenvertretung lehnt die Einigungsstelle weiter ab. „Mit diesem Instrument versucht der Arbeitgeber Tatsachen zu schaffen, statt mit dem Betriebsrat auf dem Verhandlungsweg gemeinsam Lösungen zu suchen“, begründet BR-Vorsitzender Peter Fitz die Beschwerde. Bislang habe der Arbeitgeber keine schlüssige Alternative für das  Weltbild 2.0-Konzept vorlegen können, das Grundlage für die Übernahme von WELTBILD durch die Droege-Gruppe gewesen sei.

Desperate Führung

„In den Gesprächen haben wir eine desperate Führung erlebt, die selbst nicht weiß, wohin die Reise gehen soll“, klagt ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. „Die Betriebsteile Retail und Logistik fahren unterschiedliche Strategien, die sich im Ergebnis teilweise widersprechen und so die Situation weiter verschlimmern. Wir fordern ein gemeinsames Vorgehen, das Umsatz und Aufträge steigert und so die Arbeitsplätze bei Retail UND ALSO dauerhaft sichert.“

In beiden Betriebsteilen halte Walter Droege die Fäden in der Hand und spiele Retail und ALSO gegeneinander aus, werfen die Betriebsräte dem Mehrheitsgesellschafter vor. „Wenn die Verhandlungen Erfolg haben sollen, ist es unumgänglich, dass Droege als Entscheider mit an den Tisch kommt“, fordert Peter Fitz. „Derzeit schieben sich Führungskräfte, die selbst nichts entscheiden dürfen, gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Das bringt uns nicht weiter.“ 

Droege muss mit an den Tisch

„Im gemeinsamen Betrieb muss dort verhandelt werden, wo die Entscheidungsebenen zusammengeführt werden“, betont auch BR-Rechtsanwalt Michael Huber und verweist auf entsprechende europäische Richtlinien, die auch vor deutschen Arbeitsgerichten rechtsverbindlich gelten. Um dem ziellosen Hin-und-her in den Gesprächen ein Ende zu machen, fordert der Betriebsrat deshalb auch, die Zahl der Beisitzer in einer  Einigungsstelle auf zwei zu reduzieren. Der Arbeitgeber hatte ursprünglich sieben Beisitzer verlangt, war damit aber schon vor dem Augsburger Arbeitsgericht gescheitert, das fünf Beisitzer für ausreichend hält.

Wir berichten, wenn der Verhandlungstermin vor dem Münchner Landesarbeitsgericht feststeht.  

Mittwoch, 22. April 2015

WELTBILD-Pressestelle versucht Öffentlichkeit zu täuschen


Das Augsburger Arbeitsgericht hat heute beschlossen, den Betriebsrat in eine Einigungsstelle zu schicken. Der BR hat bereits angekündigt, gegen diesen Beschluss Rechtsmittel einzulegen. Die Pressestelle der WELTBILD Retail GmbH hat das Urteil zum Anlass genommen, heute eine bewusst irreführende Pressemitteilung herauszugeben. Darin heißt es unter anderem: "Darstellungen, wonach bei Weltbild 300 Stellen abgebaut werden sollen, sind falsch." Es ginge nur noch um einen Personalabbau von 60 Stellen, behauptet die Pressestelle.

Das ist eine verzerrte Darstellung: WELTBILD Retail GmbH und ALSO Logistics Services GmbH bilden einen gemeinsamen Betrieb, für den ein einziger Betriebsrat zuständig ist. Das ist vertraglich bei der Überleitung festgelegt worden, genauso wie eine gemeinsame Führungsvereinbarung. Das wissen die Beteiligten auf Arbeitgeberseite sehr wohl und haben dementsprechend auch die Einigungsstelle für den gemeinsamen Betrieb vor Gericht beantragt.

Entlassungen werden wahrheitswidrig kleingerechnet

Jetzt öffentlich etwas anderes zu behaupten, ist reine Taktik, um die Anzahl der geplanten Entlassungen wahrheitswidrig kleinzurechnen. Wir bleiben bei unserer Darstellung, dass in der Retail rund 100 Arbeitsplätze in Gefahr sind. Die 60, von denen die Pressestelle spricht, sind rechnerische Vollzeitstellen, d. h. zwei 50%-Teilzeitbeschäftigte besetzen eine rechnerische Vollzeitstelle. Es sind also auf jeden Fall mehr Menschen betroffen als rechnerische Vollzeitstellen. Dazu kommt die Tatsache, dass derzeit vor allem hochqualifizierte Fachkräfte das Unternehmen verlassen (z. B. ITler und Marketeers), die selbstverständlich mit gleich qualifizierten Fachleuten ersetzt werden müssen, während im Bereich der SachbearbeiterInnen wie ursprünglich geplant gekündigt werden soll.

Im Bereich der Logistik stehen weiterhin 200 Arbeitsplätze auf der Streichliste. Macht zusammen 300 Arbeitsplätze.

Desweiteren spricht die Pressestelle von derzeit 1.372 Beschäftigten in der "Weltbild Gruppe (ohne Logistik)". Damit werden die MitarbeiterInnen in den Filialen mit in die Berechnung einbezogen. Die Filialen sind wiederum in einer eigenen GmbH aufgehängt, bilden aber im Gegensatz zur ALSO keinen gemeinsamen Betrieb mit der Retail. Während die Pressestelle also einerseits spaltet, was tatsächlich zusammengehört, zieht sie auf der anderen Seite etwas zusammen, was nicht vergleichbar ist: In den Filialen sind zum überwiegenden Teil Teilzeitkräfte und Aushilfen beschäftigt  – im übrigen sämtlich ohne tarifgebundene Arbeitsverträge. Also auch wieder ein Rechentrick, um die Zahl der 60 rechnerischen Vollzeitstellen möglichst klein erscheinen zu lassen.

Geändert hat sich gar nichts. Die Darstellung der Pressestelle ist falsch und eine unseriöse Augenwischerei, um die Belegschaft zu spalten und die Öffentlichkeit über den wahren Sachverhalt zu täuschen.

Freitag, 27. Februar 2015

Update zur Karstadt Story


Wir hatten im November 2014 über Karstadt berichtet.

Damals bestand, ähnlich wie bei Weltbild mit Droege, noch die Hoffnung, dass Benko eine Art "weißer Ritter" wäre und Karstadt mit einem klaren Konzept und notwendigen Investitionen wieder auf die Erfolgsspur bringen würde.

Aber auch hier sieht es so aus, als ob die Wirtschaft eben ein Haifischbecken wäre, in dem ein verwundetes Tier nicht aufgepäppelt, sondern gnadenlos zerrissen und aufgefressen wird, egal was vorher für Flötentöne gesäuselt wurden.

Die ver.di Zeitschrift Publik berichtet, hier nur ein Auszug.

Neuer Besitzer mit altem Konzept

Wieder drastische Einschnitte auf Kosten der Beschäftigten
(Gudrun Giese)

Mit der Veräußerung der letzten Anteile an den Premium-, Sport- und Warenhäusern von Nicolas Berggruen an René Benko und seine Signa-Holding im August kam leise Hoffnung auf. Doch bei der Aufsichtsratssitzung am 23. Oktober wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Häuserschließungen und Entlassungen sind einmal mehr zentrale "Ideen" des neuen Managements, um Karstadt zu "retten".

"Statt genaue Ursachenforschung zu betreiben, warum Karstadt in der Krise ist, wird überstürzt die Entscheidung gefällt, einzelne Filialen zu schließen und in weiteren Filialen noch mehr Personal abzubauen", sagt Stefanie Nutzenberger aus dem ver.di-Bundesvorstand. Bis zu 300 Arbeitsplätze werden dadurch vernichtet. Der neue Vorstand will weitere 2 000 Stellen in den Warenhäusern und der Essener Zentrale streichen.

Die Betriebsräte der Filialen hätten fortlaufend Vorschläge für strategische Korrekturen gemacht, ohne Erfolg. Die Pläne für Schließungen und Personalabbau seien ohne Kenntnis der Beschäftigten und der Arbeitnehmervertretungen entwickelt worden. Die Betriebsräte und ver.di fürchten, dass der Abbau mit den jetzt angekündigten Einschnitten nicht beendet ist. 

 In den derzeit 83 Karstadt-Häusern geht derweil die Angst um. "Manche Kollegin zittert schon, wenn ein Kunde sie nur auf die aktuelle Situation anspricht. Die meisten wollen keinesfalls auffallen, um nicht ihren Arbeitsplatz zu riskieren." "Es geht nicht, immer weiter auf Geld, Freizeit und Sozialleistungen zu verzichten."

Genau das will die neue Geschäftsleitung den derzeit 17 .000 Beschäftigten zumuten: Keine Rückkehr zur Tarifbindung, Verlängerung der Arbeitszeit und Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das 2014 dank der ver.di-Tarifkommission gezahlt wird. Neue Konzepte sollen laut Vorstandschef Fanderl 2015 umgesetzt werden; wie die aussehen, ist noch unbekannt. Fest steht, dass Benko aus einem Teil seines neuen Besitzes schon ordentliche Gewinne zieht: Laut Immobilien-Zeitung sollen derzeit 22 der 122 Karstadt-Immobilien im Besitz der Benko-Firma Signa sein. Bei den Premiumhäusern KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger erhöhte er Anfang des Jahres die Mieten; laut Süddeutscher Zeitung um mehr als 20 Millionen für die nächsten fünf Jahre. Auch in den weiteren Häusern der Signa-Gruppe wurden die Mieten heraufgesetzt.

Die ver.di Zeitschrift Publik berichtet weiter:

Die Zukunft bleibt ungewiss

Schlechtere Arbeitsverträge angeboten

Wie es weitergeht mit den verbliebenen Karstadt-Warenhäusern und ihren 20.000 Beschäftigten, das war auch Ende Januar unklar. Fest steht, dass Eigentümer René Benko Fakten beim Kerngeschäft schafft: Seine Signa-Holding übernimmt die Immobilien der Premiumhäuser KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger sowie die Karstadt-Häuser in der Stuttgarter Innenstadt und am Kurfürstendamm. Das Stuttgarter Haus gehört zu den Filialen, die in diesem Jahr geschlossen werden. ver.di hatte Benko schon bei der Schließungsankündigung vorgeworfen, hier lediglich ein Haus in bester Lage für eine Vermietung an Filialbetriebe nutzen zu wollen. 20 weitere Karstadt-Immobilien übernimmt Benkos Partner Beny Steinmetz; Benko werde sie anschließend mieten, hieß es in einem Pressebericht.

Beschäftigte berichten, dass sie neue Arbeitsverträge zu schlechteren Konditionen unterzeichnen sollen. Statt der klassischen Verkaufstätigkeit "offeriert" Karstadt ihnen, künftig nur noch Ware zu "verräumen". Wer Personal im Verkauf einsparen wolle, "setzt das Format Warenhaus aufs Spiel", sagt Arno Peukes von ver.di. Die Beschäftigten sollten sich keinesfalls zu Vertragsänderungen nötigen lassen. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über Karstadts Zukunft stagnieren derweil.

Gudrun Giese


Auch in der süddeutschen Zeitung ist Karstadt Thema. 

Für uns leidgeprüfte Weltbild-Mitarbeiter ist dieses Instrumentarium nur allzu vertraut.
Fillialen werden geschlossen oder verkauft, die Personalkosten sollen durch Entlassungen, Einsparungen und durch Herabstufung von Mitarbeitern reduziert werden.
Benkos Firma hat immerhin 1 (einen) Euro für Karstadt gezahlt !
Da kann ja nicht viel schief gehen, vielleicht sollte man auch mal bei solchen Gelegenheiten mitbieten !

Für Karstadt liegt ein 32-seitiges "Zukunftskonzept" vor.
Im Gegensatz zur Süddeutschen Zeitung dürfen wir das in Gänsefüßchen setzen...
Es sollen fast 1600 Mitarbeiter abgebaut werden.
Fast jeder zweite Abteilungsleiter soll das Unternehmen verlassen.
In den Filialen soll eine komplette Führungsebene gestrichen werden.
Die Warenhäuser werden unterschiedlich gewichtet, nach Umsatz und Bedeutung, es gibt sogenannte Kopffilialen und sogenannte Anhängefilialen, für die die Leiter der Kopffilialen mitverantwortlich sein sollen.

Mitarbeiter sollen in Einräumteams abgestuft werden und nur noch nach Logistiktarif bezahlt werden, bis zu 1100 Mitarbeiter wären laut ver.di betroffen und hätten Lohneinbußen von ca. 300 Euro.
Die Produktivität wäre geringer als bei der Konkurrenz.
Grundbesetzung soll nur noch ein Mitarbeiter pro Etage sein !
Warum man dann nicht gleich online bestellen würde, ist intern noch nicht ausdiskutiert worden.
Die Schaufensterdeko wird vereinfacht, weniger Kassen, der Aufwand beim Abkassieren soll minimiert werden, es soll weniger Meetings und Telefonkonferenzen geben.

Wer sich von den Weltbildmitarbeitern noch ein bisschen Sarkasmus und schwarzen Humor aufgespart hat, müsste jetzt eigentlich anfangen zu wiehern bei dieser kreativen Sammlung von Maßnahmen, das kommt einem doch irgendwie bekannt vor.

Es geht nur um Einsparungen an allen Fronten, ein Konzept, warum Kunden bei Karstadt einkaufen sollten, ist nicht zu erkennen, die Vorschläge der Mitarbeiter werden ignoriert.

Einen treffenden Kommentar zu Karstadt findet man bei der Augsburger Allgemeinen.

Montag, 24. November 2014

BR will Wachstum und Umsatz statt Schrumpf-Kur von Droege


Kurswechsel der Geschäftsführung wirft viele Fragen auf

Nach der sehr emotionalen Auseinandersetzung in den letzten zwei Wochen trafen sich BR und GF am Mittwoch zu einem Informationsaustausch. Die Geschäftsführung stellte neue strategische Überlegungen vor. Gleichzeitig erklärte sie die Inhalte zum Betriebsgeheimnis.

Soviel kann und muss trotzdem gesagt werden: Die neuen Überlegungen weichen in wesentlichen Punkten vom Weltbild 2.0-Konzept der Unternehmensberatung Roland Berger ab. Teile des Konzepts fehlen, andere wurden stark verändert.

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Schrumpf-Kur von Droege

Weil die GF den BR zum Stillschweigen verdonnert hat, müssen wir hier vereinfachen und können nur soviel sagen: Im Kern sieht der Droege-Plan eine weitere Schrumpfung des Unternehmens vor. Patrick Hofmann und Sikko Böhm begründen das mit dem Ausbleiben von Umsätzen, die Roland Berger vorherberechnet hatte.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Im Weltbild 2.0- Konzept waren konkrete Schritte ab Juli 2014 geplant. Weil sich der Investoren-Prozess verzögerte, sind diese nicht umgesetzt worden. Somit blieben zwangsläufig auch die positiven Effekte auf den Umsatz aus. Daraus die Forderung nach Personalabbau abzuleiten ist sachlich unsinnig. Zielführend wäre, jetzt zu investieren und konkrete Maßnahmen für mehr Umsatz einzuleiten. Das hat der Betriebsrat am Mittwoch auch von der Geschäftsführung und dem Vertreter von Droege aus Düsseldorf eingefordert.

Was sagt SchneiderGeiwitz?

Der Abgesandte des Insolvenzverwalters, Oliver Brückner, hörte ebenfalls aufmerksam zu: Minderheitsgesellschafter Arndt Geiwitz war im Vorfeld nicht in die Pläne der Geschäftsführung eingeweiht worden. Das dürfte auch zu einigen Irritationen hinter den Kulissen geführt haben. Brückner kündigte an, dass sich die InsoV intensiv mit dem Papier der Geschäftsführung  auseinandersetzen werde.

Betriebsrat bohrt nach

Die VertreterInnen des BR hinterfragten sechs Stunden lang sehr kritisch Werbe-Budgets, Marketingansätze und geplante Struktur-Änderungen. So haben wir zunächst einen groben Überblick gewonnen.

In der Folge tun sich jetzt sehr viele weitere Fragen auf. Der Betriebsrat will genau wissen: • Welche Umsatzerwartungen verbindet die GF mit den angedachten Maßnahmen? • Welche Kostenstruktur steht dem gegenüber?

Außerdem wollen wir die Gesamtschau auf die einzelnen Abteilungen hinunter gebrochen sehen. So wollen wir zum Beispiel wissen: • Wie viele TexterInnen und GrafikerInnen erstellen künftig welche Werbemittel? • Wer pflegt die IT-Systeme und unterstützt KollegInnen bei Computer-Fragen? • Welche Aufgaben fallen im Bereich Controlling weg? • Wie sollen komplizierte Debitoren-Themen kundenfreundlich gelöst werden? • Wie sichern wir uns gute Platzierungen in den Suchmaschinen? • Was geschieht mit den MitarbeiterInnen der Bereiche, die ausgegliedert werden sollen? Usw. usf.

ALSO als nächstes Thema

Am Ende wurden Folgetermine vereinbart. Der BR erwartet Antworten auf die Fragen zur Retail und will außerdem wissen, welche Folgen der Kurs der GF für den Betriebsteil Logistik hat. Auch in diesem Zusammenhang wird es sicher viele Diskussionen geben. Und es bleibt selbstverständlich dabei: Bevor nicht alles besprochen ist, gibt es mit dem Betriebsrat keine Verhandlungen über einen weiteren Personalabbau.

Montag, 17. November 2014

Geschäftsführer Marketing verlässt WELTBILD


Gerade sechs Wochen ist es her, dass Dr. Gerd Robertz von buecher.de zu WELTBILD Retail in die Geschäftsführung wechselte. Dr. Robertz war verantwortlich für die Produktauswahl und das Marketing bei WELTBILD. In beiden Bereichen sind viele Hausaufgaben zu machen. Damit war Robertz' Position auch von großer Bedeutung für den erfolgreichen Wiederaufbau der WELTBILD-Gruppe. 

Dr. Gerd Robertz (Pressefoto Weltbild) 
Heute hat Dr. Robertz sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt und kehrt auf seine Position bei buecher.de zurück. Geschäftsführer Sikko Böhm soll die Führung von Marke und Vertrieb bis auf weiteres übernehmen. Böhm bleibt außerdem für den Bereich Projekte und Prozesse verantwortlich. Erfahrungen im Bereich Markenführung sind dem öffentlich zugänglichen Werdegang Böhms aber nicht zu entnehmen.

Warum geht Dr. Robertz?

Die Nachricht kam heute Mittag per E-Mail völlig überraschend für die Belegschaft. Viele sehen das Ausscheiden Dr. Robertz' mit großer Sorge. Die verbleibende Geschäftsführung nennt "persönliche Gründe" als Erklärung für Dr. Robertz' Ausstieg. Die MitarbeiterInnen von WELTBILD vermuten dagegen, dass Dr. Robertz' den Schrumpfungskurs des Geschäftsführers Patrick Hofmann fachlich nicht mittragen konnte und wollte.

Der Ausstieg des Marketing-Geschäftsführers nach nur sechs Wochen darf als Fanal verstanden werden: Der WELTBILD-Zug rollt mit Lokführer Hofmann an der Spitze in die völlig falsche Richtung!

Donnerstag, 13. November 2014

Betriebsversammlung Weltbild 12.11.2014


Wieder einmal hatten wir eine Betriebsversammlung, in der wir uns über Arbeitsplatzbedrohung und Probleme unterhalten mussten, statt über Erfolge, Gewinne und Erfolgsprämien.
Doch dieses Mal wäre das nicht notwendig gewesen, wenn der Investor Herr Droege sein Wort halten würde und die Geschäftsführung die Geschäfte führen würde, statt sie zu verhindern.
Geschäftsverhinderer oder Geschäftsvernichter wäre die richtigere Bezeichnung für diese Herren, so war der Tenor der Versammlung.

Mehrere Male wurde die Forderung laut, statt dreier unfähiger Geschäftsführer fordern wir einen, der sich mit dem Handel auskennt und das Konzept Weltbild 2.0 weiter fortführt.
Diese drei Geschäftsführer und auch der Herr Droege hielten es übrigens nicht für nötig, sich den Fragen der Mitarbeiter zu stellen, sie blieben trotz Einladung der Betriebsversammlung fern, sie kommunizieren lieber über die Presse mit ihren Mitarbeitern.



Der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz eröffnete die Versammlung.

In der letzten Betriebsversammlung jubelten wir noch über den Einstieg von Droege, heute sieht das ganz anders aus.
Droege sagte damals, es werde keine weiteren Entlassungen geben, er möchte Ruhe in dem Laden, Weltbild vernünftig fortführen und er sehe großes Potential in diesem Unternehmen.

Die Übernahme hat sich von Anfang Juli bis Anfang Oktober verzögert.
Das hat Umsatz gekostet, es wurden Werbemaßnahmen reduziert, was automatisch mit weniger Aufträgen einhergeht.
Am 1.10. hat die neue Geschäftsführung übernommen, es gab mehrere Treffen des Betriebsrats mit der Geschäftsführung und bis heute haben wir keine konkreten Aussagen über ein Konzept für Weltbild.
Die Geschäftsführung ist heute nicht anwesend trotz Einladung.

Die Geschäftsführung hat in vielen Abteilungen für Unruhe gesorgt, viele Mitarbeiter haben schon freiwillig das Haus verlassen.
Wo will die Geschäftsführung hin ?
Der Betriebsrat bekam die Aussage, 160 Vollarbeitsplätze sollen abgebaut werden, das sind ca. 200 Mitarbeiter wegen Teilzeitarbeitsplätzen, aber ohne einen Plan, wie Weltbild weitergeführt werden soll.
Man muss vermuten, die Geschäftsführer kennen das Geschäft nicht, ihnen sind nicht einmal die Betriebsvereinbarungen im Detail bekannt.

Die Werbung wurde eingeschränkt, ein TV-Spot wurde abgesagt, die Absage verursacht sicher auch Kosten.
Es liegt kein gemeinsames Konzept für Weltbild Retail und die Logistik (Also) vor.
Das Konzept der Geschäftsführung, welches sie nach außen tragen, besteht aus Überschriften wie kundennah, schnell, digital - keine Inhalte, ohne Substanz !
Ein Personalabbau ohne Konzept ist mit dem Betriebsrat nicht zu machen.
Peter Fitz stinkt es, dass die Geschäftsführung nicht hierher kommt und mit uns spricht.

Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di folgte als nächster Redner.
Wir haben alle zusammen Weltbild gerettet und brauchen niemanden von extern, der uns sagt, wie Weltbild dasteht.
Droege hat gewusst, was er kauft, es ist nicht fair, jetzt so zu tun, als ob der aktuelle Stand eine Überraschung wäre.
Die drei Geschäftsführer kommunizieren nicht mit der Belegschaft, sondern über die Presse.

Diejenigen, die die Krise verschärft haben, bleiben jetzt der Betriebsversammlung fern.
Es ist kein Manager mit Handels-Expertise an Bord.
"Bescheidenheit üben" war im Interview mit der Augsburger Allgemeinen für Patrick Hofmann der Grund für die Absage des TV-Spots zum Weihnachtsgeschäft.
Das ist dummes Zeug.

Digitalisierung und Newsletter sprechen die Online-Junkies an, die von einem Angebot zum nächsten hüpfen.
Die Geschäftsführung läuft nachts durch die Räume, um die Lichter auszuschalten.
Das sind nicht die richtigen Manager.
Das Feld sollte freigemacht werden für richtige Manager mit Expertise.

Die zweite Chance für Weltbild wurde in der Insolvenz erarbeitet und dann kam der Investor.
Die Umsetzung des mit Roland Berger erarbeiteten Konzepts Weltbild 2.0 sollte ab 1.7.2014 starten, durch die Verzögerung im Investor-Prozess wäre es jetzt der 1.10.2014 gewesen, nun müsste es losgehen.

Es hört sich alles sehr nach Luftnummern an.
Ein Personalabbau ohne Zukunftsperspektive für Weltbild wird vom Betriebsrat und ver.di nicht mitgetragen, das muss dann über das Arbeitsgericht laufen.

Es ist Unterstützung von uns allen nötig.
Die Mitarbeiter müssen den überbezahlten Managern Nachhilfe geben und kritisch sein.

Niemand sollte meinen, wenn 200 Mitarbeiter gehen, dass dann der Arbeitsplatz sicher wäre.
Keiner weiß, was Droege vorhat.
Der hat sich darüber aufgeregt, dass man ihn im Flugblatt als Milliardär bezeichnet hat.
Es wurde eine Klage auf Schadensersatz angedroht.
Die Geschäftsführung bedroht den Betriebsrat mit Schadensersatzforderungen, wenn dieser die Belegschaft informiert.
Wir lassen uns nicht den Mund verbieten, wenn es darauf ankommt, sammeln wir.
Wir lassen uns diesen Umgang nicht gefallen.

Unsere Botschaft ist: wir wollen statt drei Geschäftsführer nur einen, aber diese drei müssen alle weg.
Wir brauchen jemanden, der den Schneid hat, auch zu werben.
Wir wollen, dass die Entscheider hierher kommen und sich unseren Fragen stellen.

Anschließend informierte Peter Fitz weiter.
Die Antwort von Herrn Droege auf die Einladung zu Betriebsversammlung war, dass er sich nicht in die konkreten operativen Einzelmaßnahmen einmischen würde und volles Vertrauen in die neue Geschäftsführung habe.
Sein Stichwort war "Corporate Governance".
Am 19.11.2014 ist der nächste Termin zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung, in der Hoffnung, dass ein tragfähiges Konzept vorgestellt wird. Dieses sollte sich an das vorhandene Konzept halten.
Überschriften reichen als Konzept nicht.

In der folgenden Diskussion gab es diverse Beiträge.
In der ersten Jahreshälfte soll es nur einen Katalog geben, nämlich zu Ostern !
Wir sehen hier niemanden mehr, der überflüssig wäre.
Wir haben die Schnitte schon hinter uns, wir haben nur noch die Hälfte Mitarbeiter und sind überzeugt davon, dass der Laden bei weiterem Personalabbau nicht mehr funktionsfähig ist.

Wir sind motiviert und müssen für Umsatz GEGEN diese Geschäftsführung sorgen !
Wir haben die Erwartung, dass wir zusammenhalten und uns nicht auseinander dividieren lassen !
Die Insolvenzverwaltung ist nicht amüsiert über die Entwicklung.
Wir hätten die besten Voraussetzungen - mit einer anderen Geschäftsführung !

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Bossmann führte fort.
Es sind nur Floskeln: schnell, flexibel, kundennah, Online, Katalog, Ausbau der Filialen - es ist davon nichts zu sehen.
Alle sind schon jetzt bis oben hin voll mit Arbeit, wie soll das die Hälfte der Mitarbeiter machen ?
Es gibt Druck der Geschäftsführung, Filialen zu schließen - von wegen neue Filialen aufmachen !
Multichannel ist das, was wir können und was Amazon nicht kann !
Der Tolino wird vor allem in den Filialen verkauft.

In der Zeitung (Interview Augsburger Allgemeine mit den Geschäftsführern) wurde schlicht Unsinn erzählt.
Stichworte Familie und Kinder - aber von Kidoh ist nichts zu hören.
Stichwort Bescheidenheit als Begründung, den TV-Spot nicht zu senden: die Aussage wäre "wir sind wieder da" - was ist daran falsch ?
Stichworte Millionen Kataloge: es werden 3 Millionen Kataloge versendet, früher waren das 15 Millionen, das bringt natürlich dann auch nur einen Bruchteil des Umsatzes !
Der Satz von Patrick Hofmann in der Augsburgen Allgemeinen zur Sicherheit der Arbeitsplätze bei Weltbild ist eine Unverschämtheit.
Wir müssen jetzt alle zusammenhalten und bei Aktionen müssen alle Gesicht zeigen und auf die Straße gehen !

In der folgenden Diskussion gab es verschiedene Wortbeiträge.
Für Droege ist das der erste Konflikt mit einer arbeitsamen und wehrhaften Belegschaft.
Wir können uns gut vorstellen, dieses Mal mit 15 Bussen nach Düsseldorf zu fahren !
Wir müssen die Kameraden dazu bringen, das zu tun, was Händler machen: Umsatz !
Wir brauchen eine Rückmeldung von den KollegInnen, wenn irgendwo ein mieses Spiel gespielt wird.
Wir diskutieren zu diesem Zeitpunkt über keine personellen Maßnahmen mit der Geschäftsführung.

Die Kirche ist außen vor, die Geschäftsführung muss das Geld für personelle Maßnahmen selbst aufbringen.
Auch bei Paragon wäre die Kirche außen vor, nur ohne Investor wären wir alle in die Transfergesellschaft gegangen, dann aber ohne Abfindung.
Der Bestandschutz (Besitzstandwahrung) gilt für ein Jahr, außer es wird ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen.
Im Rahmen der Übernahme darf es keine Entlassungen geben.
Eine betriebsbedingte Kündigung ist durch den Betriebsübergang nicht geschützt, daher wird mit weniger Umsatz argumentiert.
Weder Betriebsrat noch ver.di haben dieses Gesetz gemacht !

Die Tarifverhandlungen wurden jedesmal abgesagt oder abgebrochen.
Es gab keine vernünftigen Verhandlungen, man fragt sich, was das für Leute sind und fühlt sich an die Grundschule erinnert.

Frage: Frau Fink hätte gesagt, dass Gedis bis 2016 für Aufnahmen zur Verfügung stünde.
Antwort: Das ist faktisch falsch, am besten bei Frau Fink nachfragen !
Laut Aussage Personalabteilung hätten wir nichts schriftlich.
Aber wir wollen zum heutigen Zeitpunkt auch gar nicht über Kündigungen sprechen !
Wir wollen, dass Weltbild 2.0 durchgeführt wird !

Lasst uns zusammenstehen und nach vorne sehen, statt zu resignieren !
Lasst uns diesen Droege aus Düsseldorf daran hindern, dass er einfach unseren Laden zumacht !


Freitag, 7. November 2014

Droeges Kahlschlagorgie in der Presse


Seit einem Jahr kämpfen die MitarbeiterInnen von WELTBILD für das Unternehmen und ihre Arbeitsplätze. Wenn Walter P. J. Droege unsere Firma beerdigen will, wird das keinesfalls lautlos vonstatten gehen. 

Schon jetzt berichtet die Presse bundesweit über die geplante Kahlschlagorgie des Düsseldorfer Milliardärs, der sich im Sommer noch als "Weltbild-Retter" feiern ließ:

Süddeutsche Zeitung: "So wütend war die Belegschaft noch nie"

Buchreport: "Droege will uns auspressen"

Augsburger Allgemeine: 200 Beschäftigten droht Entlassung – Gewerkschaft spricht von Skandal

Boersenblatt: "Droege hat uns von vorne bis hinten belogen" (mit Stellungnahme Droege & GF)

Süddeutsche Zeitung: Weltbild will 200 Leute feuern

Die Welt: Neuer Ärger bei Weltbild – Betriebsrat spricht von 200 Entlassungen

Mittelbayerische: Betriebsrat: Weltbild baut 200 Jobs ab

Donnerstag, 6. November 2014

Weihnachten mit Walter Droege: 200 KollegInnen vor dem Rausschmiss


Dieses Flugblatt hat der WELTBILD-Betriebsrat heute in Augsburg verteilt:

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Droege fährt Umsätze 
zurück und fordert
Massenentlassungen 
im Bereich Retail 


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit Anfang Oktober beobachten wir alle das fragwürdige Handeln der neuen Geschäftsführung. Die Herren Hofmann, Böhm und Dr. Robertz sind nicht in der Lage, das Unternehmen voranzubringen und werden von Droege in Düsseldorf ferngesteuert.

Nach wie vor fehlen Konzept, Struktur und Führung. Stattdessen werden kleinliche Sparmaßnahmen angeordnet und Werbemaßnahmen zurückgefahren. Ware, die wir dringend brauchen, wird nicht bestellt.

Offenbar folgt die Geschäftsführung nicht dem Konzept WELTBILD 2.0 sondern einem eigenen Plan: die gezielte Verkleinerung des Unternehmens und neue Massenentlassungen im Auftrag von Droege.

Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat jetzt aufgefordert, einen Interessenausgleich über ca. 200 Entlassungen zu schließen. 100 von uns sollen vor Weihnachten gehen, weitere 100 im Februar. Das wäre fast die Hälfte der jetzt noch Beschäftigten im Bereich Retail.

Wir wurden von vorne bis hinten belogen: Droege plant keinen langfristigen Invest. Der Milliardär aus Düsseldorf will WELTBILD auf Kosten der ArbeitnehmerInnen auspressen und persönlich möglichst schnell möglichst hohe Profite einfahren.

Das skrupellose Vorgehen in der Retail lässt uns auch für die Entwicklungen in der Logistik Schlimmes fürchten. Am kommenden Mittwoch treffen wir uns zu einer Betriebsversammlung, um gemeinsam das weitere Vorgehen zu diskutieren. Einladung folgt.


Montag, 3. November 2014

Die Karstadt-Story


Die ver.di-Zeitschrift Publik hat in der aktuellen Ausgabe Karstadt zu einem der Themen gemacht.
Gerne nehmen wir das Thema auf und versuchen Rückschlüsse für uns als Weltbild zu ziehen.

Zunächst einige Auszüge aus dem Artikel:
Karstadt wurde am 14. Mai 1981 als "Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft Karstadt" von Rudolf Karstadt gegründet.
Bis 1931 sind es schon 89 Filialen geworden.

Mitte 1999 fusionieren die Karstadt AG und das Versandhaus Quelle zur KarstadtQuelle AG mit insgesamt 113.000 Beschäftigten und einem Börsenwert von 3,3 Milliarden Euro.
2003 verzeichnet der Konzern einen Gesamtumsatz von 15,2 Milliarden Euro, einen Vorsteuergewinn von 464 Millionen Euro und einen Börsenwert von 2,3 Milliarden Euro. Insgesamt gibt es noch 101.000 Beschäftigte.

Die Krise beginnt schleichend und erreicht 2004 einen vorläufigen Höhepunkt. Der Konzern rutscht in die Miesen. Die Beschäftigten leisten durch Verzicht auf Sonderleistungen mit 745 Millionen Euro einen erheblichen Sanierungsbeitrag. 5500 der noch rund 100.000 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. Ver.di handelt Sanierungstarifverträge mit Standort- und Beschäftigungssicherung aus.

Die Umsätze gehen weiter zurück. Nach weiteren Verkäufen und Umstrukturierungen bekommt die neue Holding für KarstadtQuelle den Namen "Arcandor". Auch der restliche Immobilienbesitz wird verkauft: Im März 2008 gehen 49 Prozent des Grundbesitzes an Highstreet; Karstadt ist nun Mieter in den ehemals eigenen Warenhäusern.
Die 75 Hertie-Häuser gehen in die Insolvenz und werden ein Jahr später geschlossen.

Im Juni 2009 reicht Arcandor einen Antrag auf Insolvenz ein.
Verhandlungen über Sanierungsbeiträge beginnen; die Tarifkommission stimmt einem Sanierungstarifvertrag zu, wonach die nunmehr nur noch rund 28.000 Karstadt-Beschäftigten bis zum 31. August 2012 jährlich auf rund 50 Millionen Euro Sonderzahlungen und mehr verzichten; dafür handelt ver.di die Sicherung von Standorten und Beschäftigtenzahl aus. Das Versandhaus Quelle wird aufgelöst; einzelne Karstadt-Filialen werden geschlossen. Es bleiben 120 Häuser.

Karstadt soll 2010 an einen Investor verkauft werden.
Am 7. Juni erhält Nicolas Berggruen für 1 Euro den Zuschlag. Karstadt wird in drei eigenständige Geschäftsbereiche aufgeteilt: 83 Warenhäuser, 26 Sportfilialen, drei Premiumhäuser.

Mit Auslaufen des Sanierungstarifvertrages kehrt Karstadt zum 1. September 2012 in die Tarifbindung zurück. Die Beschäftigten bezahlen die Managementfehler der Vergangenheit und Gegenwart mit dem Abbau von 2000 der jetzt nur noch 24.400 Stellen bis Ende 2014.

Im Mai 2013 kündigt Karstadt die Tarifflucht an. ver.di und Betriebsräte demonstrieren und fordern Nicolas Berggruen zu Investitionen bei Karstadt auf, was nicht passiert. Berggruen hat jedoch von Karstadt für die Namensrechte Millionen kassiert, die Karstadt in Form von Lizenzgebühren zahlen musste.

Im Dezember 2012 kauft der österreichische Investor René Benko mit seiner Signa-Gesellschaft für 1,1 Milliarden Euro von Highstreet 17 Karstadt-Immobilien, darunter das KaDeWe. Zuvor war Signa mit dem Projektentwickler Centrum für 250 Millionen bei Oberpollinger und einem Karstadt-Sporthaus in München eingestiegen.
Im Herbst 2013 übernimmt Benko für 300 Millionen Euro je 75,1 Prozent am operativen Geschäft der Premiumhäuser und an Karstadt-Sport; die restlichen Anteile an diesen Sparten und 100 Prozent der 83 Warenhäuser bleiben bei Berggruen.

Neue Karstadt-Chefin wird Anfang 2014 Ex-Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt. Sie hört nach fünf Monaten auf, weil Berggruen nicht bereit ist, in Karstadt zu investieren.

Am 14. August übernimmt René Benkos Signa für 1 Euro die restlichen Anteile an Premium, Karstadt-Sport und allen Warenhäusern. Ver.di und die Karstadt-Betriebsräte fordern den neuen Eigentümer zu substanziellen Investitionen und zum Erhalt von Häusern und Arbeitsplätzen auf.

Der komplette Text steht hier.

In der Handelsbeilage zu Ver.di-Publik finden sich die Forderungen von ver.di zu Karstadt.

Im Auszug:
Ver.di fordert ein schlüssiges und nachhaltiges Zukunftskonzept für die Warenhäuser, das von den neuen Eignern mit den notwendigen Investitionen ausgestattet wird.
Nach dem fluchtartigen Abgang von Nicolas Berggruen, der u.a. über Lizenzeinnahmen für die Namensrechte viele Millionen Euro aus Karstadt herausgezogen hat, sich selbst dort aber finanziell nur geringfügig engagierte, ist eine seriöse und zukunftsorientierte Unternehmensleitung überfällig.

Der komplette Text steht hier.

Inzwischen gibt es schon wieder neue Nachrichten über Karstadt.
Nach zusammen 300 Millionen Euro Verlusten in den Geschäftsjahren 2011/2012 und 2012/2013 hat das Unternehmen 2013/2014 weitere Verluste gemacht.

Der neue Warenhaus-Chef Stephan Fanderl will mit der Belegschaft über mögliche Zugeständnisse verhandeln.
"Wir müssen über Einsparungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sprechen und darüber, die Tarifpause über 2015 hinaus zu verlängern", sagte Fanderl dem "Handelsblatt" (Freitag).
Weitere Filialen sollen geschlossen und 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Nach erfolgter Sanierung will Signa in den kommenden Jahren in dreistelliger Millionenhöhe in Karstadt investieren.
Zum Beispiel sollen alle Filialen eine Lebensmittelabteilung und Restaurants bekommen.

Was können wir aus dieser Karstadt-Story lernen ?

Für den Niedergang werden Konkurrenten mit preiswerten, schnell wechselnden Kollektionen, Konkurrenten mit einem attraktiveren Erscheinungsbild und der boomende Online-Handel mit verantwortlich gemacht.
Die vier Jahre Berggruen werden als verlorene Jahre bezeichnet, weil in dieser Zeit viel zu wenig investiert wurde.
Man hätte versuchte, Karstadt mit Gewalt ein jugendlicheres Image zu verpassen und auf neue trendige Marken gesetzt.
Andererseits wurden ganze Sortimentsbereiche wie Elektronik aufgegeben.
Die ältere Stammkundschaft wurde vergrault, aber neue Kunden nicht genügend dazu gewonnen.

Einiges davon haben wir bei Weltbild auch durchexerziert.
Wir haben unser Sortiment reduziert, um dann staunend festzustellen, dass der Umsatz sinkt.
Das hat uns Halff als geplant verkauft, wie er auch gegen Ende die Verluste als geplant bezeichnet hat.
Komisch bloß, dass wir dann wegen der geplanten Verluste pleite gegangen sind.
Da hat er wohl die Geduld der Kirche überschätzt.

Ganz klar ist, dass es gute und weniger gute Investoren gibt, um es mal höflich zu formulieren.
Natürlich muss Benko auch erst mal noch beweisen, dass er besser als Berggruen ist und wirklich investieren will.
Aber immerhin hat er schon einiges Geld in die Hand genommen, um letztendlich bei Karstadt einzusteigen, während Berggruen anscheinend ganz gut abkassiert hat und im Plus aus der Geschichte herauskommt.

Wir bei Weltbild haben nach langer und zermürbender Suche einen Investor namens Droege gefunden.
Er wurde in einer Nacht- und Nebelaktion überraschend aus dem Hut gezogen, nachdem ebenso überraschend kurz vor dem Abschluss Paragon abgesagt wurde.
Eine der ersten Amtshandlungen der neuen von Droege eingesetzten Geschäftsführung ist die Ankündigung von weiterem Stellenabbau, genaueres ist noch nicht bekannt.

Wir hätten uns positive Nachrichten gewünscht, darauf müssen wir weiter warten.
Ein Investor sollte, wie der Name schon sagt, investieren - von nichts kommt nichts, das sieht man bei Karstadt.
Wird ein Unternehmen in Schieflage nur verwaltet, so wird es immer weniger.
Wir wünschen uns auch, dass es ein Miteinander wird und kein Gegeneinander, auf der einen Seite die Geschäftsführung, auf der anderen Seite die Belegschaft.

Mit Entlassungen, Kürzungen oder Streichungen bei den wenigen freiwilligen Leistungen, die Weltbild gewährt und Streichungen bei den Gehältern wird das Miteinander nicht gerade gefördert.
Man erreicht damit höchstens, dass jeder, der noch eine Möglichkeit dazu sieht, die Firma verlässt.
Das ist dann eine Abwärtsspirale, wie man an Karstadt sieht: weniger Mitarbeiter und keine Investitionen führt zu weniger Umsatz und Gewinn, was dann wieder zu neuen Einsparmaßnahmen mit weiterem Umsatzrückgang führt.
Ich bin gespannt, wann wir statt mit rückwärtsgerichtetem Sparkurs endlich Schlagzeilen mit neuen Ideen und Produkten machen.

Die aktuelle Entwicklung beunruhigt inzwischen die komplette Belegschaft und den Betriebsrat.
Wichtige Werbemaßnahmen für das Weihnachtsgeschäft und geplante Einstellungen werden abgesagt, es soll über Tarife verhandelt werden, dann wird das abgesagt, dann soll über die Führungsstruktur verhandelt werden, dann wird das auch wieder abgesagt, wegen geheimer anderer Aktivitäten (s. vorangegangenen Artikel).
So haben wir uns den neuen Investor nicht vorgestellt.
Wir hatten gedacht, nach den Monaten der Quälerei kehrt jetzt Ruhe ein und es geht aufwärts.




Montag, 29. September 2014

Gerüchteküche: Gersthofen


Die Süddeutsche berichtete letzte Woche über die aktuellen Entwicklungen bei WELTBILD und spekulierte über einen Umzug der Verwaltung.

Dazu stellen wir fest: Die Idee, die Verwaltung nach Gersthofen in das KUKA-Gebäude zu verlegen, stammt noch aus der "Paragon-Zeit". Derzeit ist die Verwaltung auf fünf Gebäude aufgeteilt, das ist nicht optimal. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass auch der neue Eigentümer sich Gedanken über das Thema macht.

Umzug nur im Einvernehmen mit dem BR

Das hat der Betriebsrat vorhergesehen und in der Betriebsvereinbarung "BV Umzug" festgeschrieben, dass ein (Teil-)Umzug nur im Einvernehmen mit der MitarbeiterInnen-Vertretung erfolgen kann. Derzeit liegen dem Betriebsrat keine entsprechenden Anfragen der Geschäftsleitung vor. Wir rechnen nicht vor dem zweiten Halbjahr 2015 mit einer Konkretisierung von Umzugsplänen.

Samstag, 20. September 2014

WELTBILD Logistik und WELTBILD Retail bleiben EIN Betrieb


Mehrere Zeitungen, z. B. die FAZ und die NZZ, haben am Freitag gemeldet, dass der IT-Logistiker ALSO die WELTBILD-Logistik "gekauft" hat.

Das ist richtig, aber kein Grund zur Sorge. Das Vorgehen ist mit Betriebsrat und Gewerkschaft abgesprochen. ALSO gehört mehrheitlich der Droege-Gruppe. Es handelt sich nur um eine gesellschaftsrechtliche Konstruktion, die auch WELTBILD Vorteile bringt.

Rechtlich gibt es zukünftig zwei GmbH's, praktisch ändert sich aber nichts: Der gemeinsame Betrieb von WELTBILD Logistik und WELTBILD Retail bleibt im vollen Umfang bestehen.

Das haben Betriebsrat und Gewerkschaft auch vertraglich abgesichert.

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