Dienstag, 14. Oktober 2014
Späte Einsicht: Katholische Verleger beklagen WELTBILD-Verkauf
Jetzt sinken die Auflagen katholischer Verlage:
Bericht von DomRadio Köln
Haben wir am Ende doch mehr Bibeln als Pornos verkauft?
Donnerstag, 17. Juli 2014
Presseschau 16.7.2014
Die Neuigkeiten über Weltbild haben erwartungsgemäß ihren Weg in die Presse gefunden.
Boersenblatt: Droege ist neuer Investor bei Weltbild
SZ: Finanzinvestor Droege steigt bei Weltbild ein
Samstag, 10. Mai 2014
Donnerstag, 3. April 2014
Mitarbeiterversammlung Weltbild 2.0 - Weltbild startet neu durch als erfolgreicher Multi-Channel Händler
Am 3.4.2014 fand um 10 Uhr eine Mitarbeiterversammlung im Kuppelsaal statt, in der die Mitarbeiter über die aktuellen Entwicklungen, das Konzept "Weltbild 2.0" und die neue Organisationsstruktur informiert wurden.
"Weltbild startet neu durch als erfolgreicher Multi-Channel Händler" war die Kernbotschaft.
Der Insolvenzverwalter Herr Geiwitz machte den Mitarbeitern von Weltbild ein großes Kompliment für ihren Einsatz.
Wir erfinden das Unternehmen neu und müssen es rentabel machen.
Das ist ein Kraftakt für alle Beteiligten, aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Es gibt eine Berechtigung für unser Unternehmen auf dem Markt und so sehen es auch die Investoren.
Der Investorenprozess läuft gut, es gibt verbindliche Angebote und intensive Diskussionen über Konditionen.
Der Gläubigerausschuss steht einstimmig hinter dem Vorgehen.
Anschließend führte Herr Gerlach in die neue Organisationsstruktur ein.
Weltbild hat viele Kunden, viele Lieferungen an Kunden, viele stationäre Verkäufe, viele Produkte und eine hohe Bekanntheit.
Wir stehen also vom Fundament her sehr gut da.
Die Bereiche in denen wir uns verbessern wollen, ist der Fokus auf die Kunden, die Sortimentspolitik, das Marketing und die Senkung der Kosten von Verwaltung, Fulfillment und Logistik.
Er führte im weiteren noch näher aus, wie wir diese Ziele erreichen können und welche Maßnahmen wir in näherer und fernerer Zukunft ergreifen werden, um die Marktposition von Weltbild zu stärken.
Im nächsten Punkt der Tagesordnung stellten die Mitglieder des Projektboards die neue Organisationsstruktur vor, wobei jeder den Bereich erläuterte, für den er zukünftig zuständig ist.
Zusammenfassend war die Aussage der Veranstaltung:
wir haben einen Plan, wir sind bereit, uns dafür einzusetzen, wir haben eine gute Basis, wir werden gebraucht, man glaubt an uns und gemeinsam schaffen wir das !
Sonntag, 16. Februar 2014
Insolvenzen bei anderen Betrieben
Wie sind Insolvenzen bei anderen Betrieben verlaufen ?
Aktuell (30.1.2014) hat auch die Firma "Strauss Innovation" Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens gestellt.
Das heißt, sie steht kurz vor der Insolvenz und hat im Gegensatz zu uns die alternative Variante gewählt, was der Geschäftsführung erlaubt, die Fäden in der Hand zu behalten.
Die Warenhauskette hat ca. 1400 Mitarbeiter und knapp 100 Filialen.
Sie hatten 2008 schon mal einen Sparkurs gefahren und 15 Filialen und 430 Stellen abgebaut.
Diesen Versuch haben sich die Bischöfe bei uns gespart und gleich die für sie kostengünstigere Insolvenz gewählt.
Es mag ein Vorteil sein, wenn die Geschäftsführung im Amt bleibt, weil der Insolvenzverwalter eigentlich nur das Geld der Gläubiger sichern soll.
Andererseits hat die Geschäftsführung in der Regel den Karren in den Dreck gefahren, welchen Sinn das hat, wenn sie das noch drei Monate länger machen darf, ist für mich fraglich.
Schon 2009 ist uns Quelle vorangegangen.
Während Otto überlebt hat, ist Quelle zusammengebrochen und kein Rettungsversuch gelang.
2012 war Neckermann dran.
Hier wurde der Investitionsstau dafür verantwortlich gemacht, dass sich kein Interessent fand.
Zumindest das Argument dürfte bei uns nicht ziehen, wir haben eher zu viel investiert...
Wenn man nach abgewendeten Insolvenzen sucht, findet man die Städtischen Theater Chemnitz, hier haben die 452 Mitarbeiter durch einen Lohnverzicht die Insolvenz verhindert.
Oder den Pralinenhersteller Sawade aus Berlin (50 Mitarbeiter), der einen neuen Eigentümer fand und ohne Entlassungen fortgeführt werden soll.
Dann gibt es da eine IVG Immobilien AG, die auch 2013 vor der Insolvenz stand.
Die Schulden waren etwas höher als bei Weltbild: ca. 6,4 Milliarden (!) Euro.
Die Gesellschafter und die beteiligten Banken einigten sich hier aber im Gegensatz zu unserem Fall.
Man gewinnt den Eindruck, auch aus der Finanzkrise, dass je größer der Betrag ist, desto eher wird eine Lösung gefunden.
2011 wurde die Insolvenz des Holzverarbeiters Pfleiderer abgewendet. Die Aktionäre, Banken und Hedgefonds mussten Einbussen hinnehmen und Banken und Hedgefonds übernahmen die Kontrolle über die Firma und stellten weitere Kredite in Aussicht.
Löwe wurde nach monatelangen Verhandlungen von einem Sammelsurium von neuen Eigentümern übernommen. Was mit den Mitarbeitern geschieht, ist noch unklar.
Rosenthal wurde 2010 durch den Einstieg eines neuen Eigentümers gerettet.
Man sieht, es gibt nicht nur Schlecker, Praktiker und Quelle.
Mit genügend Energie, Verstand, Verantwortungsgefühl und gutem Willen bei Eigentümern und Banken lassen sich Lösungen finden, um Unternehmen für die Zukunft zu wappnen.
Ich behaupte, in unserem Falle fehlt es bisher mindestens an gutem Willen, sowohl bei den Eigentümern, als auch bei der ehemaligen Geschäftsführung, verstärkt durch den "Krisenmanager" Schultheis.
Es ist absolut unglaublich, dass die Herren Geschäftsführer arrogant und kaltschnäuzig zu den Bischöfen gehen und kurz mal das Doppelte an Zuschuss verlangen, und das mit einer 24 Stunden Frist.
Es ist wortwörtlich sträflich, keinen Plan B und C in der Tasche zu haben.
Plan B:
Wenn 130 Millionen für 3 Jahre reichen, dann hätten doch die 65 Millionen 1,5 Jahre gereicht, wieso also Insolvenz anmelden ????
Plan C:
Wir nehmen uns x Monate Zeit (x irgendwo zwischen 6 und 12), die Firma zu verkaufen, notfalls zu verschenken oder eine Mitgift dazu zu geben, und solange wird sie am Leben erhalten, damit ihr Wert erhalten bleibt.
Hier wäre der Aufwand nochmals geringer als 65 Millionen.
Herr lass Hirn herabregnen !
Montag, 10. Februar 2014
Betriebsversammlung 7.2.2014
Am 7.2.2014 um 13 Uhr fand unsere gut besuchte Betriebsversammlung im Himmergebäude statt.
Eingeladen waren alle Weltbildmitarbeiter gemeinsam, dem Aufruf folgten ca. 1500 Kollegen und Kolleginnen.
Der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz begrüßte die anwesenden Gäste der Gewerkschaft, der Arbeitsagentur, der Insolvenzverwaltung und der Betriebsseelsorge und ehrte Frau Manuela Martin, die bei Radio Fantasy eine kostenlose Werbeaktion für Weltbild erreicht hat.
Laut Fitz sei die Lage so ernst wie nie und er hoffe, der Letzte habe begriffen, worum es gehe.
In der Folge stellten der Ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Bossmann und Peter Fitz die Ereignisse der letzten Monate chronologisch dar:
März/April 2013 - Restrukturierung/Entlassungen im Bereich Musik/Eigenproduktion
März 2013 – Restrukturierung/Entlassungen im Bereich Ideenshop/Kalender
Juli 2013 – Restrukturierung/Versetzungen in den Bereichen Data Capture und Incoming-Mail
22.8.13 – GF informiert den Wirtschaftsausschuss über Restrukturierungs-Pläne in den Bereichen LDZ, Produktion und CCC.
9.9.2013 - FAZ berichtet über angeblich drohende WELTBILD-Insolvenz
Die Geschäftsführung beschwichtigt, sie habe alles unter Kontrolle, der Umbau solle über natürliche Fluktuation und ohne Entlassungen erfolgen.
19.09.2013 Betriebsversammlung in Gersthofen
• unsere Botschaften:
• 50% Personalreduktion bei Buch-Produktion & LDZ
• über 100 befristet angestellte ehemalige LeiharbeiterInnen müssen gehen
• CCC wird aktuell überprüft, alles denkbar bis hin zum Outsourcing
• höchste Gefahr für alle Katalogbereiche: Programm, Werbung, Marketing, Katalog-Produktion
• Halff: „Mit Verlaub, das ist Quatsch“
20.09.2013 - Bekanntgabe Personalreduktion in der Buch-Produktion.
23.09.2013 - Bekanntgabe Personalreduktion im LDZ.
26.09.2013 - BR widerspricht sämtlichen betriebsbedingten Kündigungen in den Bereichen Produktion und LDZ.
Der Betriebsrat möchte ein Verbesserungskonzept erstellen.
8.10.2013 - Es werden Verbesserungsvorschläge für das CCC an die Geschäftsführung übergeben.
Aber die Geschäftsführung verfolgt die Strategie, alle 140 Mitarbeiter im CCC sollen ihre Stellen verlieren.
Die Geschäftsführung hat den Betriebsrat systematisch getäuscht und belogen, die Mitarbeiter des CCC werden von der GF diffamiert, die GF geht vor Gericht, ein absolutes Novum im Umgang mit dem Betriebsrat bei Weltbild.
26.10.2013 - Trauermarsch zum Dom: „Weltbild verliert sein Gesicht“ – leider nur 100 TeilnehmerInnen von Weltbild, die anderen sind UnterstützerInnen aus dem Kreise der Gewerkschaft und von politischen Parteien.
Es wird eine Hilfe von 15 Millionen Euro vom Bistum Augsburg angekündigt.
4.11.2013 - Der neue Restrukturierer Schultheis sucht den Nordstern, Wasser unter dem Kiel und hält nach Klippen Ausschau.
2.12.2013 - Der Vermittlungsversuch der Bundesagentur für Arbeit scheitert final. Der Anwalt des Arbeitgebers
lässt die Verhandlungen mit dem Hinweis auf Sicherung der Prozessaussichten platzen.
13.12.2013 - Weltbild hat 100 Millionen Verlust in einem Jahr gemacht. Die Belegschaftsvertreter schlagen eine Planinsolvenz mit Schutzschirmverfahren vor, die Geschäftsführung lehnt ab, es sei noch genug Geld vorhanden.
19.12.2013 - Der Betriebsrat unterliegt in 2. Instanz vor dem Landesarbeitsgericht in München. Es wird eine Einigungsstelle eingesetzt, vor der über einen Interessenausgleich für die KollegInnen im CCCverhandelt werden soll.
vor Weihnachten 2013 - Es gibt ein Sanierungskonzept mit einem geplanten Aufwand von 65 Millionen Euro.
nach Weihnachten 2013/ 7.1.2014/ 9.1.2014 - Schultheis verlangt plötzlich 135 Millionen, die Gesellschafter lassen sich nicht erpressen.
10.1.2014: Die Geschäftsführung reicht Antrag auf Insolvenz ein.
Ein enger Kreis wird von der GF informiert, dann ist die GF wie vom Erdboden verschluckt.
Lager/ Versand bleibt ohne Information durch die GF, am Nachmittag verteilt der Betriebsrat die Information per Flugblatt.
Erst um 17:00 wird der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Dr. Beer informiert, er weiß es schon aus dem Radio...
13.1.2014 - Der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz teilt den Mitarbeitern auf Versammlungen mit, dass das oberste Ziel der Insolvenzverwaltung wäre, die Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen.
Betriebsrat und Gewerkschaftsvertreter sprechen vor der Presse von einer moralischen Bankrotterklärung der Kirche.
14.1.2014 - Es beginnt eine Pressekampagne, um Druck auf die Kirche auszuüben.
Der Betriebsrat und Geweitz wollen das gesamte Unternehmen erhalten.
15.1.2014 - Betriebsversammlung in der Sporthalle am Wittelsbacher Park. Es kommen aber nur rund 1.000 von 2.200 betroffenen MitarbeiterInnen.
20.1.2014 - Eine Mailingaktion zwingt die Server der Ordinariate in die Knie.
23.1.2014 - Chief-Destruction-Officer Schultheis geht.
27.01.2014 - In der Nacht bricht eine Delegation von Weltbild-MitarbeiterInnen nach Würzburg auf. Die ver.di hat zwei Busse bestellt, einer bleibt mangels TeilnehmerInnen leer in Augsburg zurück. Die Beschäftigten demonstrieren vor dem Kloster Himmelspforten in Würzburg.
28.1.2014 - erste verbindliche Zusagen über 65 Millionen.
30.1.2014 - Peter Fitz, Timm Bossmann und Dolores Sailer zu Gast bei der Betriebsversammlung von Hugendubel.
Die KollegInnen dort werden von ihrer Geschäftsführung nach Strich und Faden belogen. Angeblich habe man nichts von der geplanten Herauslösung von Hugendubel aus dem Konzern gewusst. Wir wissen mittlerweile, dass entsprechende Planungen im Mai letzten Jahres begonnen haben. Der BR wurde genauso wenig informiert wie der Wirtschaftsausschuss oder der KBR – aus unserer Sicht ein klarer Rechtsbruch der Geschäftsführung.
Nach der Darstellung der Ereignisse erhielt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz das Wort:
Dank der Mithilfe der Belegschaft hätten wir schon viel erreicht.
Es hätte Stimmen gegeben, Weltbild würde bei einer Insolvenz zerbrechen wie Quelle.
Das sei mitnichten der Fall, alle Lieferanten belieferten Weltbild weiter, obwohl die Lieferanten auch nicht mit einer Insolvenz gerechnet hätten.
Die Tolino-Allianz stehe weiter zu Weltbild, obwohl sie Weltbild aus der Allianz schmeißen könnten.
Das Bistum Augsburg habe einen Massekredit von 15 Millionen zur Verfügung gestellt.
Die Umsätze seien nach anfänglichen Rückgängen um 30 % schon wieder bis -5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen.
Wenn es nur um Weltbild Augsburg ginge, könnte man in Verkaufsgespräche gehen.
Im DBH-Strang wären wir nur Gesellschafter und hätten leider nur eine passive Rolle.
Es sei wichtig, möglichst viele Absatzwege zu erhalten, schon wegen der Abgrenzung zu Amazon.
Die Politik dürfte das nicht zulassen, wegen der Systemrelevanz von Weltbild.
Hugendubel versuche, sich abzuspalten, stehe aber einem Gesamtverkauf offen gegenüber.
Herr Geiwitz verspüre Ungeduld gegenüber Hugendubel, es würde zu lange dauern, wir seien in Augsburg fertig und hätten eigene Konzepte für Investoren erstellt, das sei online in einem Datenraum für Investoren.
Es müsse schnell Rechtssicherheit bezüglich der DBH hergestellt werden.
Herr Gewitz stellt auch das Zahlenmaterial der Geschäftsführung in Frage, weil aus 65 Millionen 135 Millionen geworden sind.
Sie seien mit Hochdruck daran, neues Zahlenmaterial zu entwickeln.
Es gäbe zwei Konzepte:
Konzept 1 ist die große Lösung, alles bleibt zusammen, er redet diesbezüglich mit mindestens einem Investor.
Konzept 2 geht davon aus, dass sich Hugendubel separiert, aber viel mit Weltbild zusammen macht.
Ansonsten keine Zerfledderung in einzelne Teile, auch zusammen mit den österreichischen und schweizer Töchtern.
Es soll möglichst viel erhalten bleiben, auch möglichst viele Arbeitsplätze.
Aber: es sind Sanierungsmaßnahmen nötig, um eine Chance am Markt zu haben und Weltbild zu einem beweglichen und leistungsstarken Unternehmen zu machen.
Beide Konzept weisen Gewinne aus, das heißt, Weltbild muss in der Lage sein, Gewinne zu machen, damit es verkauft werden kann.
Sie hätten etwas Neues kreiert, die Geschäftsführung wäre nicht glücklich darüber, es wären jetzt Anregungen von der der Belegschaft und dem Betriebsrat erwünscht.
Es wäre sinnvoller, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, statt dass es dann in zwei Jahren wieder Probleme geben würde.
Herr Geiwitz habe sehr viele Interessenten für Weltbild, auch Kenner der Branche.
Selbst bei Kündigungen gäbe es Sozialmaßnahmen mit Hilfe der Kirche.
Ende Februar wollen wir das erste unverbindliche Angebot haben.
Ende März soll es ein Konzept geben, welches möglichst viel von Weltbild erhalten soll.
Anschließend ergänzte Peter Fitz noch, dass das CCC wieder ganz von vorne betrachtet wird und wir im 3 Wochen Turnus Betriebsversammlungen veranstalten werden.
Im folgenden sprach Hubert Thiermeyer, der Landesleiter ver.di Handel:
Er wäre immer wieder bei Insolvenzen tätig.
Er habe Respekt und Anerkennung für uns, wie wir weiter kämpfen und zusammenstehen.
Es gibt klare Worte von der Gewerkschaft und der Arbeitnehmervertretung: es ist die größte Krise für Weltbild und es steht alles auf dem Spiel.
Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Führung in Krisen den Betriebsrat nicht beteiligt.
Der Betriebsrat wurde nicht ernst genommen und nicht informiert.
Die Gesellschafterstruktur sei nicht entscheidungsfähig.
Die Entwicklung am 10.1.2014 (Insolvenzanmeldung) sei eine panische Reaktion gewesen.
Das Kontrollgremium Aufsichtsrat bei Weltbild verdiene den Namen nicht, er hat seine Funktionen nicht wahr genommen und den Betriebsrat nicht beteiligt.
Wir alle tragen die Folgen, das hat auch dramatische Auswirkungen auf alle Arbeitnehmer in Augsburg, es wird Druck auf Löhne und Mitarbeiter geben.
Daher muss die Region mit einbezogen und solidarisiert werden, leider haben das noch nicht alle Verantwortlichen in Augsburg erkannt.
Man kann entweder in Angststarre verfallen oder sich engagieren und beherzt handeln, das Schicksal selbst in die Hand nehmen, auf sich selbst vertrauen und es nicht Dritten überlassen.
Engagiertes gemeinsames Handeln kann Weltbild retten.
Grabenkämpfe müssen ruhen, alle müssen gemeinsam zusammenarbeiten.
Wir müssen alle Partner nutzen, von der Politik bis zu den Kunden.
Wir müssen für jeden einzelnen Euro Umsatz alles tun und zusammen mit Hr. Geiwitz ein nachhaltiges Konzept für eine Lösung entwickeln.
Es ist eine gute klare stimmige Führung nötig, sie muss anders aufgestellt sein als bei Weltbild bisher.
Engagiert bedeutet: öffentlich sein, z.B. die FCA-Aktion, Aufkleber, Pins etc.
Die Kirche hat das Geld nicht freiwillig gegeben, sondern wegen des öffentlichen Drucks und unserer Aktionen.
Es wird uns kein Euro geschenkt, alles muss erkämpft werden.
So ist Ministerpräsident Seehofer zum größten Weltbild-Fan geworden !
Er kauft sofort online bei Weltbild ein, hat sich einen Pin angesteckt und zu unserem Transparent dazu gestellt !
Wir nehmen jeden Strohhalm und jeden Verbündeten an.
Einer der wichtigsten Partner ist der Insolvenzverwalter, er kämpft auch für die Zukunft von Weltbild.
Trotzdem werden Sanierungsmaßnahmen notwendig sein, um Weltbild nachhaltig auf einen positiven Kurs zu bringen.
Das Ziel ist, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten und alle anderen so gut wie möglich zu unterstützen.
Wir müssen selbst kämpfen, dann erfahren wir auch Unterstützung.
Zum Abschluss eine Bitte von Hubert Thiermeyer:
er hat sehr viele soziale solidarische kollegiale Haltung bei den Weltbild-Mitarbeitern kennengelernt. Beibehalten !
Als letzter Redner stand Thomas Gürlebeck, ver.di-Sektetär Handel, am Pult:
Wir müssen deutlich zusammenstehen !
Er mache Reklame für uns, überall, auch bei Amazon !
Selbst ein Amazonmanager hielte das für eine Katastrophe für Augsburger, es sei ein Wettbewerber nötig.
Wir waren nur eine kleine Partisanengruppe bisher, 50 Leute beim Bischof in Würzburg, bisher hat das gereicht.
Aber irgendwann reichen 50 Aktive in der Auseinandersetzung nicht mehr.
WIR müssen Gesicht zeigen, die Presse will Menschen sehen !
Als erste, aber hoffentlich nicht letzte Aktion mit (fast) allen Weltbild-Mitarbeitern bildeten wir anschließend ein Herz im Hof.
Donnerstag, 26. September 2013
Presseschau
Zur Zeit ist die Presse wieder voll mit Meldungen über Weltbild.
Zu verdanken haben wir das zunächst der Insolvenz-Meldung aus der FAZ, welche das öffentliche Interesse wieder auf Weltbild gelenkt hat.
Wie inzwischen allseits bekannt, hat die Geschäftsführung von Weltbild passend zu dieser Meldung beschlossen, im Unternehmen Stellen abzubauen.
Über Umfang und Art und Weise dieser Maßnahme haben wir auf der Betriebsversammlung leider nichts konkretes von Herrn Halff erfahren.
Im Gegensatz dazu hat der Betriebsrat ein Konzept präsentiert, wie wir unsere Firma wieder voran bringen können.
Was schreibt die Presse über uns (sortiert nach Erscheinungsdatum rückwärts, die aktuellsten zuerst):
http://www.sueddeutsche.de/medien/verlag-in-der-krise-wie-die-bischoefe-um-weltbild-ringen-1.1779777
http://www.domradio.de/themen/bischofskonferenz/2013-09-25/bischoefe-beraten-ueber-zukunft-des-weltbild-verlages
http://www.handelsblatt.com/economy-business-und-finance-weltbild-betriebsrat-bittet-bischoefe-um-hilfe-fuer-kirchenverlag/8839316.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Mitarbeiter-appellieren-an-die-Bischoefe-id27128322.html
http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/unternehmen-weltbild-betriebsrat-bittet-bischoefe-um-hilfe-fuer-kirchenverlag_aid_1110641.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Eigentuemer-sind-sich-ueber-Zukunft-von-Weltbild-nicht-einig-id27128592.html
http://www.boersenblatt.net/638061/
http://www.onlinepc.ch/index.cfm?page=104029&artikel_id=40625
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/verlagsgruppe-in-der-krise-das-katholische-weltbild-12584257.html
http://www.sueddeutsche.de/bayern/krise-beim-weltbild-verlag-hiobsbotschaften-in-augsburg-1.1775551
http://www.augsburger-allgemeine.de/meinung/Kommentare/Bischoefe-duerfen-nicht-schweigen-id27073272.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Bei-Weltbild-waechst-der-Druck-auf-die-Kirche-id27066387.html
Donnerstag, 20. Juni 2013
Weltbild sortiert schwule Literatur aus
Weltbild hat es mal wieder geschafft, negative Schlagzeilen zu produzieren.
Innerhalb kürzester Zeit konnte man in allen Medien, von Spiegel über Stern bis Süddeutsche und Augsburger Allgemeine usw. lesen, dass Weltbild schwule Liebesgeschichten aussortiert hat.
Diese haben offensichtlich keinerlei Bezug zu Pornos, sondern sind anscheinend einfach nur Liebesgeschichten.
Es heißt sogar, dass Weltbild alle Bücher des betreffenden Verlages aus dem Programm nehmen würde.
Dass solche Negativ-Schlagzeilen geschäftsschädigend sind, steht wohl außer Frage.
Wir haben es uns jetzt schon mit den strengen Katholiken verdorben, weil wir angeblich "Pornos" verkaufen.
Wir haben es uns mit allen verdorben, die etwas gegen Buchzensur haben, da sollten wir Deutschen sehr empfindlich sein.
Wir haben es uns mit allen verdorben, die etwas gegen die katholische Kirche haben und dort nichts einkaufen wollen, denn vor dem sogenannten "Porno-Skandal" wussten sicherlich viele Kunden gar nicht, wem Weltbild gehört.
Jetzt haben wir auch noch alle Kunden verärgert, die es nicht mögen, wenn man die Menschen nach ihren sexuellen Vorlieben sortiert und kategorisiert.
Was kommt als nächstes ?
Wir könnten versuchen, die emanzipierten Frauen zu verärgern, da könnten wir auch noch eine Menge Kunden vergraulen.
Zurück zum Anfang: hat das wirklich Weltbild gemacht ?
Haben das die vielen fleißigen Mitarbeiter gemacht, die auch bei Widrigkeiten mit großen Einsatz die Firma voranbringen wollen ?
Nein, natürlich nicht.
Man weiß nicht, wer das genau bestimmt, was aussortiert wird.
Ob das die Schere im Kopf ist, die im vorauseilenden Gehorsam im Sinne des Herrn arbeitet.
Oder ob die Anweisung direkt von "oben" kommt, von den katholischen Besitzern von Weltbild.
Falls das so ist, sollte man auch Ross und Reiter nennen und klar stellen, dass nicht Weltbild aussortiert, sondern der Herr Bischof sowieso wünscht, dass das Buch XYZ von Weltbild nicht verkauft wird !
Was ist eigentlich mit der Stiftung los ?
Würden wir dann immer noch der Zensur unterliegen ?
Wie lange braucht man eigentlich, um ein paar Unterlagen zu gestalten ?
Da ist ja der Flughafen in Berlin noch schneller fertig.
Mir kommt das langsam wie eine Verzögerungstaktik zum St. Nimmerleins Tag vor, um entweder alles beim Alten zu lassen oder Weltbild doch noch zu verkaufen, wenn es ein passendes Angebot gibt, was ich für die wahrscheinlichere Variante halte.
Falls das das Ziel ist, sollte man mit dem Zensurtheater aufhören, denn mit jeder Negativschlagzeile sinkt der Kaufpreis !
Donnerstag, 28. Juni 2012
Zukunftstarifvertrag bleibt
Auch nach der Umwandlung von WELTBILD in eine Stiftung bleiben alle Rechte der MitarbeiterInnen gewahrt
Die Ankündigung der Bischofskonferenz, die Verlagsgruppe WELTBILD in eine Stiftung zu überführen, hat auf den Fluren des Augsburger Unternehmens für reichlich Gesprächsstoff gesorgt: Was bedeutet das für uns? Welches Arbeitsrecht gilt zukünftig? Was ist mit den Vereinbarungen aus dem Zukunftstarifvertrag?
Betriebsrat und GewerkschaftsvertreterInnen haben einen Fragenkatalog aufgestellt und mit dem Vorstandsvorsitzenden Carel Halff diskutiert. Sie erlebten einen sehr entspannten Geschäftsführer, der alle Fragen offen beantwortete:
1. Der Zukunftstarifvertrag bleibt bestehen. Insbesondere an der Mitwirkung bei wirtschaftlichen Entscheidungen durch den Wirtschaftsausschuss des Betriebsrats wird nicht gerüttelt. Die Regelungen zur Beschäftigungssicherung bis Ende 2014 gelten weiter.
2. Die Arbeitnehmerrechte werden nach der Überführung in eine Stiftung in keinster Weise beschnitten. WELTBILD bleibt eine GmbH, auch wenn der neue Eigentümer eine Stiftung sein wird. Das Betriebsverfassungsgesetz gilt somit ohne Einschränkungen.
3. Bevor die Überführung in eine Stiftung abgeschlossen ist, rechnet die Geschäftsführung mit komplexen Entscheidungsfindungen. Diese werden sich auch aufgrund der besonderen kirchlichen Strukturen über mehrere Monate hinziehen. Der folgende Prozess der Umwandlung bedarf der Genehmigung von Staat und Finanzamt, was ebenfalls Monate dauern dürfte.
Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz war nach den Gesprächen erleichtert: „Die Stiftungslösung ist eine stabile Basis für erfolgreiche Geschäfte und bietet so gute Perspektiven für die Belegschaft.“
Timm Boßmann, Betriebsgruppen-Sprecher der ver.di, freute sich vor allem über das Bekenntnis der Geschäftsführung zum Zukunftstarifvertrag: „Dieser Tarifvertrag ist über Monate von der Belegschaft erkämpft worden. Es ist für beide Seiten nur von Vorteil, wenn die Vereinbarungen weiter gelten!“
Quelle: Pressemitteilung von ver.di am 28. Juni 2012
Presseschau: Was MitarbeiterInnen in der Zeitung lesen (müssen)
Frankfurter Allgemeine
Buchreport
Münchner Merkur
Handelsblatt
Hessische/niedersächsische Allgemeine
Der Spiegel
Augsburger Allgemeine
Und was bedeutet das für die Belegschaft? Konkret?
Mittwoch, 27. Juni 2012
Nicht überraschend, aber sehr plötzlich: WELTBILD wird Stiftung!
Eben erfahren wir, dass die Überführung von WELTBILD in eine katholische Stiftung offenbar beschlossene Sache ist. Auch Geschäftsführer Carel Halff hat das nach Presseberichten bestätigt: Domradio.de.
An und für sich eine positive Nachricht. Zu klären wird aber sein, warum der Betriebsrat das aus der Presse erfahren muss, obwohl Halff mehrmals öffentlich versprochen hat, die Belegschaft im Zusammenhang mit dem Verkauf stets zu informieren. Ganz schlechter Stil!
Donnerstag, 10. Mai 2012
Betriebsversammlung: viele Erfolge und ehrgeizige Pläne
Das muss es auch mal geben! Nachdem der Zukunftstarifvertrag unterschrieben und von den Bischöfen gesiegelt worden ist, traf sich die WELTBILD-Belegschaft zu einer sehr harmonischen und gut gelaunten Betriebsversammlung.
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| Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz berichtete von Erfolgen der täglichen BR-Arbeit, die in den letzten Monaten im Schatten des Themas »Zukunftstarifvertrag« kaum wahrgenommen wurden. |
Erfolgsmeldungen des Betriebsrats
BR-Vorsitzender Peter Fitz berichtete von den anderen Projekten, die der Betriebsrat in jüngster Zeit zufriedenstellend abgeschlossen hat:
- Die Betriebsvereinbarung zur Reduzierung von Leiharbeit bei WELTBILD wurde konsequent umgesetzt. Damit sind über 450 neue, feste Arbeitsplätze geschaffen worden. In einigen Wochen im Jahr sind überhaupt keine LeiharbeiterInnen im Versand beschäftigt. Ein beispielloser Erfolg, den es in keinem anderen Versandhandelsunternehmen gibt.
- Ebenfalls positiv: Die Umstellung auf SAP kostet keine Arbeitsplätze in der IT. Ursprünglich wollte die Geschäftsführung rund 80 ES-9000-ProgrammiererInnen nach Einführung von SAP "dabei helfen, neue Jobs außerhalb des Unternehmens zu finden". Mit einer Betriebsvereinbarung und viel Kleinarbeit in der täglichen Mitbestimmung ist jetzt für alle KollegInnen aus dem Bereich gesorgt.
- Last but not least: seit die Kantine von WELTBILD direkt betrieben wird, schmeckt das Essen und wird von den meisten MitarbeiterInnen ausdrücklich gelobt. Kompliment an den neuen Koch!
Neue Arbeitszeitregelung für die Verwaltung
Eine neue Baustelle für den Betriebsrat ist die Arbeitszeitregelung im Verwaltungsbereich. Diese muss dringend überarbeitet werden. Peter Hellriegel und Peter Reichert-Meissl machten die täglichen Probleme der aktuellen Regelung mit einem gelungenen und äußerst amüsanten Sketch deutlich. Danach stellten sie das "Ampelmodell" des Betriebsrats vor: klar, praktisch und eigenverantwortlich – as sind einige Schlagworte zu diesem Thema. In Kürze werden wir hier ausführlicher berichten.
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| Wie immer sehr gut besucht: Am Montag kamen rund 1.000 KollegInnen zu den beiden Betriebsversannlungen. |
Betriebliches Eingliederungs-Management
Die Mitglieder des Gesundheits-Ausschusses Johannes Ihmenkamp und Tanja Sedlmeier sowie die Schwerbehinderten-Vertreterin Gaby Schäfer berichteten von Fortschritten beim betrieblichen Gesundheitsmanagement. Schwerpunkt ihrer vielstimmig vorgetragenen Präsentation war das sogenannte BEM (= Betriebliches Eingliederungs-Mangement). Das ist eine gesetzliche Regelung, die greift, wenn einE MitarbeiterIn länger als sechs Wochen innerhalb der letzten zwölf Monate krankgeschrieben war. Hier sorgt der BR dafür, dass diese neue gesetzliche Regelung bei WELTBILD im Sinne der Belegschaft ausgelegt wird und nicht etwas zum Druckmittel der Chefs verfremdet wird.
Neue Jugend- und Auszubildenden-Vertretung gewählt
Auf der Betriebsversammlung stellten sich Jessica Uhl, Ramona Ratschker und Lisa Wiedenmann als frisch gewählte JAV vor. Dazu gibt es hier in Kürze einen eigenen Bericht mit Foto. Wir wünschen den mutigen jungen Kolleginnen viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit!
Bericht der Geschäftsführung
Carel Half berichtete der Belegschaft von einem betriebswirtschaftlich abwechslungsreichen Geschäftsjahr. Den Schwerpunkt legte er auf die vielen Investitionen, mit denen WELTBILD seine Marktposition im (Versand-)Buchhandel ausbaut. Insbesondere im Bereich eBooks ist die Verlagsgruppe Spitze: Über eine Viertelmillion verkaufte Geräte und ein Angebot von mehr als 180.000 elektronischen Büchern sichern WELTBILD eine prominente Stellung im Buchmarkt der Zukunft. Direkten Konkurrenten wie THALIA (200.000 Euro Verlust im letzten Geschäftsjahr) haben große Schwierigkeiten, entlassen bereits Leute (NECKERMANN will 50% der Belegschaft kündigen) oder planen grundlegenden Veränderungen (OTTO-Gruppe). Carel Halff ist sich sicher, dass WELTBILD die Weichen bereits heute richtig gestellt hat: "Ich sehe sehr zuversichtlich in die Zukunft, wir haben ein großes Potential!"
Tarifrunde 2012: ver.di fordert 6 Prozent mehr Lohn
Die Stichworte "Investitionen" und "Potential" kamen der Betriebsrätin Dolores Sailer gerade recht. Als Mitglied der ver.di-Tarif-Kommission forderte sie in einer sehr pointierten Rede: "Investieren Sie in die MitarbeiterInnen von WELTBILD: Wir haben dieses Unternehmen aufgebaut und wir sind das Potential für eine erfolgreiche Zukunft!" Die Gewerkschaft fordert 6% mehr Lohn (mindestens 110 Euro in den unteren Gehaltsgruppen) und 55 Euro mehr für die Auszubildenden bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das entsprechende ver.di-Flugblatt wird in den nächsten Tagen im Betrieb verteilt.
Montag, 30. April 2012
Hugendubel Demonstration am 5. Mai zu Bischof Marx
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| Samstag, 5. Mai, 10:30 - 11:30, Kardinal-Faulhaber-Str. 7 |
| Als wir bei WELTBILD um unseren Zukunftstarifvertrag gekämpft haben, haben uns auch die Münchner KollegInnen unterstützt. Etliche waren bei unserer Demo zum Dom im Januar dabei. Jetzt marschieren die Hugendubler zu IHREM Bischof. Er soll sie bei ihren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag für Hugendubel unterstützen. Im Angesicht fortlaufender Filial-Schließungen bzw. -Verkleinerungen brauchen die KollegInnen dringend die Sicherheit eines Tarifvertrages. Darüber verhandeln sie bereits seit 2 Jahren mit der Geschäftsführung ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Und auch von Kardinal Marx war außer weicher Worte nichts zu hören, geschweige denn zu sehen. Das soll sich ändern. Unterstützt unsere KollegInnen bei ihrer Kundgebung vor dem Bischofspalais in der Münchner Innenstadt am kommenden
Samstag, 5. Mai
10:30 - 11:30 Uhr
Kardinal-Faulhaber-Str. 7 (Nähe Literaturhaus/Salvatorplatz)
U-Bahn-Station Odeonsplatz
Weitere Infos im Hugendubel-ver.di-Blog. Seh'n wir uns? |
Montag, 26. März 2012
Verkauf vs. Stiftung
Immer wieder wird in den Medien berichtet, dass die Bischöfe eine Stiftungslösung prüfen oder sogar fordern. Da kommt der Verdacht auf, dass die Kirche keinen Käufer findet. Warum? Wir wissen es nicht.
Die Augsburger Allgemeine hatte am Wochenende online berichtet, dass das Landeskomitee der Katholiken ein Stiftung für die Mitarbeiter fordert. Was ist aber eine Stiftung und was wären die Folge für uns?
Quelle Wikipedia:
Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Dabei wird in der Regel das Vermögen auf Dauer erhalten, und die Destinatäre können nur in den Genuss der Erträge kommen. Stiftungen können in verschiedenen rechtlichen Formen und zu jedem legalen Zweck errichtet werden. Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinnützigen Zwecken.
In unserem Fall kommen da nur zwei Stiftungsformen in Frage: eine kirchliche Stiftung oder eine unternehmensverbundene Stiftung. Bei beiden Formen hat die Kirche immer noch die Entscheidungshoheit bei Weltbild, zwar in Hintergrund aber dennoch. Sprich: die Kirche kann weiterhin das Programm bestimmen. Was das für Folgen haben kann, können wir uns lebhaft vorstellen. Das Programm muss attraktiv bleiben für unsere Kunden. Auch die Bibel hat "pornografische" und "gewalttätige" Stellen. Wird die Bibel dann auch gestrichen, so wie manch anderen Titel jetzt schon nicht mehr im Programm sind?
Wir, die MitarbeiterInnen, und auch der Betriebsrat werden diese Entwicklung mit Argus-Augen beobachten. Wir werden uns wehren, wenn ein Verkauf oder eine Stiftung schlimme Folgen für uns hat.
Freitag, 23. März 2012
Zukunftstarifvertrag: Jetzt fehlt nur noch der Segen der Bischöfe
Gestern hat der Aufsichtsrat der Verlagsgruppe dem Zukunftstarifvertrag zugestimmt, den die Gewerkschaft ver.di mit Geschäftsführer Carel Halff ausgehandelt hat. Nun steht nur noch die Unterschrift der katholischen Gesellschafter aus, denen das Unternehmen gehört.
Nachdem prominente Bischöfe wie Kardinal Marx immer wieder öffentlich die soziale Verantwortung der Kirche gegenüber den MitarbeiterInnen betont hatten, hält Verhandlungsführer Stefan Kraft von ver.di deren Zustimmung für eine Formsache: „Wir gehen davon aus, dass die Bischöfe im April unterschreiben“, sagte Kraft gegenüber unserer Redaktion.
Auch Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz zeigte sich sehr erleichtert: „Seit die Bischöfe im November letzten Jahres den Verkauf der Verlagsgruppe angekündigt hatten, herrschte große Unsicherheit im Unternehmen. Jetzt bekommt die Belegschaft endlich, was sie verdient: Arbeitsplatzgarantie und Sicherheit für ihre Familien.“
Der Zukunftstarifvertrag sichert alle Arbeitsplätze in Augsburg bis Ende 2014. Sämtliche Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelten in vollem Umfang weiter. Über einen Wirtschaftsausschuss wird die Mitwirkung des Betriebsrats beim Verkaufsprozess gesichert.
„Wir haben unsere wesentlichen Forderungen durchgesetzt“, erklärte ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. „Diesen Erfolg verdanken wir dem Mut und der Entschlossenheit der Belegschaft!“ Die Augsburger Mitarbeiter hatten sich an zahlreichen Aktionen der Gewerkschaft beteiligt, unter anderem an einem großen Demonstrationszug zum Dom im Januar. „Der Zukunftstarifvertrag ist der Beweis, wie wichtig eine starke gewerkschaftliche Organisierung ist. Er zeigt, was Arbeitnehmer auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erreichen können, wenn sie gemeinsam handeln.“
Montag, 12. März 2012
Verlagsgruppe Weltbild Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2009 bis zum 30.06.2010
Freitag, 9. März 2012
Nach 4. Verhandlung: Zukunftstarifvertrag zum Greifen nah
Gewerkschaft ver.di sieht tragfähigen Kompromiss zur Beschäftigungssicherung.
Die Verhandlungen um den Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Die Gewerkschaft ver.di setzt wesentliche Forderungen der Beschäftigten durch. Der neue Tarifvertrag soll ab Unterschrift bis zum 31.12.2014 gelten.
• Alle Arbeitsplätze sollen ab jetzt für 32 Monate gesichert werden. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen im Zusammenhang mit dem Verkauf geben.
• Der Standort Augsburg bleibt bis mindestens Ende 2014 erhalten.
• Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelten in vollem Umfang weiter.
• Auszubildende werden übernommen, die Anzahl der Ausbildungsplätze darf nicht reduziert werden.
• Über einen Wirtschaftsausschuss wird die Mitwirkung des Betriebsrats beim Verkaufsprozess gesichert.
Für die Beschäftigungssicherung wurde eine besondere Schutzklausel verhandelt: Diese bedeutet, dass betriebsbedingte Kündigungen nur über eine richterliche Einigungsstelle durchgesetzt werden können. In diesem Zusammenhang gibt es noch eine letzte juristische Frage, welche die WELTBILD-Geschäftsführung mit ihren Anwälten klären möchte.
Von der Gewerkschaft ver.di liegen zu dieser juristischen Frage zwei mögliche Lösungen auf dem Tisch. „Aus unserer Sicht sind die Verhandlungen beendet“, stellte Verhandlungsführer Stefan Kraft klar. „Wir erwarten die Unterschrift der Geschäftsführung im Laufe der nächsten Woche.“ Danach sind die Bischöfe dran, die den Vertrag mit ihren Unterschriften ratifizieren müssen. Dann wird sich zeigen, ob die Bischöfe zu ihren vielfachen öffentlichen Versprechungen stehen!
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Dienstag, 28. Februar 2012
Doppelter Druck auf die Deutsche Bischofskonferenz
Seit Montag tagt die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Regensburg. Die Beschäftigten von WELTBILD haben sich mit einem Offenen Brief an die Gesellschafter in Erinnerung gebracht. Unterschrieben haben stellvertretend für die Belegschaft 18 Mitglieder des Betriebsrats und ver.di-Vertrauensleute. Hier dokumentieren wir den Offenen Brief im Wortlaut.
Parallel haben unsere KollegInnen bei Hugendubel 400 Protest-Postkarten an Kardinal Marx geschickt. Ausführlicher Bericht über diese gelungene Aktion im Hugendubel-ver.di-Blog.
Bitte nehmen Sie unsere Sorgen ernst und schenken Sie uns und unseren Familien eine sichere ZukunftIn der Presse hat der Offene Brief bereits erste Resonanzen ausgelöst:
Hochwürdige Exzellenzen, sehr geehrte Bischöfe,
die meisten von uns arbeiten seit vielen Jahren – zum Teil seit Jahrzehnten – für WELTBILD. In dieser langen Zeit haben wir alles gegeben, um aus einem kleinen Zeitschriftenverlag den Marktführer im deutschen Buchhandel zu machen.
Wir respektieren Ihren Beschluss, die Verlagsgruppe WELTBILD zu verkaufen. Aber wir haben auch Angst: Angst um unsere Arbeitsplätze, Angst um die Sicherheit unserer Familien und Angst um die Arbeitsbedingungen, die wir als Mitarbeiter eines christlichen Unternehmens bisher hatten. Wir haben Angst um unsere Zukunft.
Deshalb verhandeln wir seit fast drei Monaten um einen Zukunftstarifvertrag, der unsere Leistung am Aufbau Ihres Unternehmens berücksichtigt. In vielen Punkten sind wir uns mit Ihrem Beauftragten, Herrn Carel Halff, schon einig: der Standort Augsburg soll erhalten bleiben, genauso Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Auch unsere Auszubildenden sollen übernommen werden. Das sind wichtige Fortschritte.
Bei dem wichtigsten Punkt – Beschäftigungssicherung – kommen wir dagegen gar nicht weiter. Die Geschäftsführung möchte sich angesichts schwieriger Marktbedingungen gern alle Wege offen halten und will nicht auf die Möglichkeit betriebsbedingter Kündigungen verzichten. Das mag man aus unternehmerischer Sicht verstehen; die Menschen im Betrieb verstehen es nicht.
Wir haben WELTBILD aufgebaut. Wir sind sicher, dass Sie einen würdigen Käufer finden können, der den Kolleginnen und Kollegen bei WELTBILD für vier Jahre ihre Arbeitsplätze garantiert. Mag sein, dass Sie als Eigentümer unter diesen Voraussetzungen einen etwas geringeren Verkaufspreis erzielen. Aber wir meinen: Das haben wir uns in den letzten 30 Jahren verdient.
Bitte unterstützen Sie unser Anliegen und machen Sie Ihren Einfluss gegenüber dem Aufsichtrat und der Geschäftsführung geltend. Wir brauchen einen Zukunftstarifvertrag, der diesen Namen verdient.
Vergelt’s Gott und herzliche Grüße von
2100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei WELTBILD
Radio Vatikan: WELTBILD-Mitarbeiter erinnern an soziale Verantwortung
KathWeb – Erzbischof Zollitsch: "Wir wollen eine gute Zukunft für die Mitarbeiter."
Domradio.de: "Dialogprozess, Weltbild, Syrien"
Börsenblatt: Weltbild-Mitarbeiter fordern Jobgarantie
Der Buchreport berichtet auch über die Postkarten-Aktion unserer KollegInnen bei Hugendubel, die gleichzeitig durchgeführt wurde.
Im Hugendubel-ver.di-Blog wurde ebenfalls ausführlich über die Postkarten-Aktion berichtet.
Freitag, 24. Februar 2012
Wird WELTBILD nun doch nicht verkauft?
Ein Artikel der FAZ vom vergangenen Donnerstag sorgt für publizistischen Wirbel. Die FAZ hatte geschrieben, die Bischöfe suchten einen "dritten Weg" anstelle des Verkaufs. So wollten sie ihrer Verantwortung gegenüber den MitarbeiterInnen von WELTBILD gerecht werden. Auch der buchreport hatte bereits über die mögliche Wende im Verkaufsprozess berichtet.
Hier eine kleine Presseschau, was die Katholischen Presseorgane von dieser Option halten:
kath.net: Kommt doch Reform statt Verkauf?
Kathweb: Bischofskonferenz beurteilt nächste Woche "Optionen"
Pro (Christliches Medienmagazin): Quao vadis, Weltbild?
katholisch.de: Weltbild-Verkauf steht auf dem Prüfstand
Radio Vatikan: Bischöfe reden über Weltbild
Die Süddeutsche weist auf das grundsätzliche Dilemma hin
Wie beurteilen Sie die Option eines quasi "innerkirchlichen" Verkaufs? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion.
Donnerstag, 23. Februar 2012
Neues aus der Presse
Der Verkauf ist noch immer ein Thema in der Presse:
Marx hebt nochmal die besondere Verantwortung gegenüber uns hervor
Pfarrer Martin Battert hält ein Faschingpredigt, wo auch Weltbild in vorkommt
Ein neuer Plan für Weltbild?
Deutsche Bischofskonferenz tagt in Regensburg, da wird Weltbild auch ein Thema sein








