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Freitag, 26. Juni 2015

Konzernbetriebsrat: "Viele Probleme, keine Lösungen"


"Entgegen der Jubelmeldungen der Pressestelle brennt es nach wie vor an allen Ecken und Enden im Konzern", fasste Vorsitzende Dolores Sailer nach der Sitzung des Konzernbetriebsrats am Mittwoch zusammen. "Die Geschäftsführung versucht die hausgemachten Probleme einseitig auf Kosten der Belegschaft zu lösen. Das wird nicht funktionieren, weil nach wie vor tragfähige Konzepte fehlen."

Der Konzernbetriebsrat (KBR) setzt sich aus VertreterInnen aller Mitbestimmungsgremien im Konzern zusammen und hat derzeit vier Mitglieder. Dolores Sailer und Timm Boßmann vertreten den gemeinsamen Betriebsrat von WELTBILD Retail und ALSO Logistik in Augsburg; Julia Käding und Christian Augustin sind Abgesandte des Gesamtbetriebsrats (GBR) der WELTBILDplus-Filialen. In Kassel erörterten sie die Lage der verschiedenen Konzernteile.

WELTBILDplus: Notverkauf an LesensART brachte nicht die gewünschte Entspannung

Die Umsätze von rund 80% der Filialen liegen weiterhin deutlich unter Vorjahr. Lediglich jene 20% der Buchläden, die unter dem Jokers-Logo laufen, lassen eine Trendwende erkennen. Für den Filial-GBR ist das ein deutlicher Hinweis, dass mehr Mitbestimmung der FilialleiterInnen bei der Sortimentsauswahl der richtige Weg ist.

Bei Jokers haben die MitarbeiterInnen vergleichsweise freie Hand, was sie in ihren Filialen anbieten. Bei WELTBILDplus hingegen wird weiter um die Sortimentsauswahl gestritten, die aus Sicht der GF zu wesentlichen Teilen über eine zentrale Warenzuteilung geregelt werden soll. Das war im Zuge der mehrfachen Verkleinerung des Filialnetzes aber ausdrücklich anders mit dem GBR vereinbart worden. Jedoch fühlen sich Teile des Managements offenbar nicht mehr an entsprechende Interessenausgleiche und Betriebsvereinbarungen gebunden und fordern erneut zu Verhandlungen auf. Der bereits seit langem verhandelte Personalschlüssel wird ebenfalls nicht umgesetzt, und auch über der Umsetzung der vereinbarten Qualifizierungsmaßnahmen steht ein großes Fragezeichen. GBR-Vorsitzende Julia Käding beklagt zudem die mangelhafte Kommunikation der Geschäftsführung mit dem GBR:"Wir denken, dass ein verbindlicher Umgang miteinander und eine vernünftige Unternehmenskultur die Voraussetzungen für jeden möglichen Erfolg in der Zukunft sind. Davon sind wir aktuell leider noch weit entfernt."

Große Sorge bereitet dem Konzernbetriebsrat auch die Situation in den Filialen, die an den undurchsichtigen Unternehmer Rüdiger Wenk in Ahaus im Zuge eines Notverkaufs verscherbelt wurden. Aufgrund eines dilettantischen Konstruktionsfehlers im Verkaufsprozess, gehen die Mietverträge weiter zu Lasten von WELTBILDplus. Deshalb werden jetzt andere Untermieter für die LesensART-Flächen gesucht. So wie es sich momentan abzeichnet, wird wohl  eine Vielzahl der Filialen  zeitnah schließen. In den anderen Standorten versucht Wenk-Berater Bernhard Ludwig Winkelhaus die FilialleiterInnen mit Druck zur Übernahme ihrer Filialen im Rahmen eines Franchise-Vertrags zu "überreden". Es ist denkbar, dass die betroffenen MitarbeiterInnen unter diesen Umständen nachträglich dem Betriebsübergang widersprechen und Weiterbeschäftigungsansprüche gegenüber WELTBILDPlus geltend machen. Die Mietzahlungen, die WELTBILDplus weiter leisten muss, drücken in jedem Fall auf die Liquidität des Unternehmens und gefährden konkret das nächste Weihnachtsgeschäft. Siehe dazu auch den Offenen Brief des GBRs von LesensART weiter unten.

WELTBILD Retail: Strategisch schlecht aufgestellt

Auch in der Augsburger Zentrale herrscht Frust innerhalb der Belegschaft: Die Sortimentsstrategie bleibt unklar und widersprüchlich. Die Bereiche Buch und Non-Media agieren intern gegeneinander und das Zukunftsgeschäft mit Tolino und eBooks bleibt auf der Strecke.

Die Werbebudgets sind weiter viel zu niedrig angesetzt. So schöpft WELTBILD seine Kunden-Potentiale bei weitem nicht aus und riskiert sehenden Auges die rasante Entwertung des eigenen Adressbestandes. Mit dem Notverkauf der Filialen wurde der dritte Absatzkanal möglicherweise irreparabel beschädigt, außerdem fehlen die dort generierten Aufträge schmerzhaft in Augsburg.

Durch die fortgesetzten Fehlentscheidungen des Investors Walter P. Droege sinkt der Unternehmenswert weiter, und es wird immer schwieriger, Partner für das Weihnachtsgeschäft zu finden, das mit Millionen von Euro vorfinanziert werden muss. Es ist nach wie vor unklar, ob der Warenkreditversicherer Euler Hermes die Verträge mit WELTBILD erneuert, und welche Banken WELTBILD in Zukunft finanzieren. Dazu gibt es keine offiziellen Aussagen der Geschäftsführung gegenüber dem Betriebsrat, sondern nur widersprüchliche Gerüchte im Flurfunk.

ALSO Logistik: Wo bleibt das Drittgeschäft?

Das Versprechen Walter P. Droeges, er könne und wolle die Augsburger Logistik mit Aufträgen aus der ALSO-Gruppe wieder aufpäppeln, war vor einem Jahr ausschlaggebend für den Zuschlag an den  Düsseldorfer Milliardär. Auf dieses sogenannte "Drittgeschäft" warten die Augsburger KollegInnen aber bis heute vergeblich. Die Situation in der Logistik ist grotesk: MitarbeiterInnen werden bei voller Bezahlung nach Hause geschickt, weil es fast nichts mehr zu tun gibt. Und mit Reiner Wenz wurde ein neuer Geschäftsführer an Bord geholt, dem nach zwei Pleiten mit einer Wurstfabrik und einem Tütensuppenhersteller ein unguter Ruf als Abwicklungsmanager vorauseilt. Dafür spricht auch, dass Wenz über keinerlei Expertise im Bereich Logistik verfügt.

Der Logistikstandort in Augsburg gehört mit dem erst vor zehn Jahren erbauten Hochregallager und dem 2013 fertiggestellten S-Shuttle zu den modernsten Versandzentren in Europa. Aber alle Bänder stehen still, wenn man keinen Umsatz machen will: Die Entscheidung Walter Droeges, den Umsatz der Retail Ende 2014 substantiell zurückzunehmen, um so schneller zurück in die Gewinnzone zu kommen, erweist sich als fatal.

Die absehbare Folge dieser Entscheidung, die vom BR immer wieder kritisiert worden war: Von einem auf den anderen Tag fehlten Tausende Aufträge. Seither kämpft ALSO mit den Folgen der Unterauslastung. Im Februar folgte die Notschlachtung des Filialbetriebs. Damit brachen weitere bedeutende Auftragskontingente gleichsam über Nacht weg. Aber nicht genug: Seither kauft Retail bevorzugt Ware ein, die von Großhändlern im Auftrag von WELTBILD direkt an die EndkundInnen ausgeliefert wird. Ein weiterer Dolchstoß in den Rücken der Logistik. "Die Lage in der Logistik hat nichts mit einer Verkettung unglücklicher Umstände zu tun", stellt Timm Boßmann klar. "Alles wurde in Düsseldorf entschieden. Die Auswirkungen bewusst in Kauf genommen."

Alle Versuche des Betriebsrats gegenzusteuern, werden von der ALSO-Geschäftsführung unterlaufen: Es gibt nach wie vor kein erkennbares Bemühen, Drittgeschäft zu akquirieren oder Aufträge aus der ALSO-Gruppe nach Augsburg umzuleiten. Obwohl der Arbeitgeber bereits im November erkannt hatte, dass Veränderungen der IT und einige Umbauten nötig wären, um Logistikdienstleistungen über das WELTBILD-Geschäft hinaus anbieten zu können, ist bis heute nichts in dieser Richtung geschehen. Im Gegenteil: Der frühere Geschäftsführer Hans Schmitz-Wenzel, der entsprechende Projekte nach Wahrnehmung des Betriebsrats vorantrieb, hat das Unternehmen im Februar unter ungeklärten Umständen plötzlich verlassen. Nachfolger Reiner Wenz ist fachlich offenkundig überfordert und verweigert zudem jede Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. Daran droht jetzt auch die Umsetzung eines Sicherheitskonzepts zu scheitern, das für Zollbehörden, Versicherungen und potentielle Logistik-Kunden gleichermaßen wichtig ist.

Der Betriebsrat in Augsburg pocht nach wie vor auf die mit Walter Droege geschlossenen Vereinbarungen. "Das Drittgeschäft war von Anfang an ein zentraler Bestandteil des Fortführungskonzepts. In diesem Zusammenhang wurden Zusagen gemacht und Investitionen versprochen", erinnert Timm Boßmann. "Die aktuellen Probleme sind hausgemacht. Die Situation der Logistik würde sich sofort substantiell ändern, wenn Drittgeschäft käme. Dafür müsste unser Investor lediglich die Vereinbarungen einhalten." Deshalb werden das Drittgeschäft bzw. die Schaffung der nötigen Voraussetzungen dafür zentrale Punkte der Arbeitnehmerseite in der Einigungsstelle sein.

Freitag, 30. Januar 2015

Information zu den Gesprächen mit der Geschäftsführung


Folgende Stellungnahme hat der Betriebsrat von Weltbild/ALSO heute im Betrieb als Flugblatt verteilt:
Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
wie erwartet und angekündigt haben die Gespräche der letzten beiden Tage keine konkreten Ergebnisse gebracht. 
Der Betriebsrat hat nicht über Entlassungen verhandelt. Es gibt keine Namenslisten oder Entwürfe dafür. 
Die ver.di war nicht mit am Tisch. Das heißt: es wurde nicht über Tarifbedingungen (Arbeitszeit, Urlaub, Entgelt usw.) gesprochen. 
Die Positionen sind unverändert: Der Arbeitgeber fordert in Summe rund 400 Entlassungen. Davon wären sämtliche Abteilungen und alle Hierarchien betroffen. Der Betriebsrat fordert einen Strategiewechsel, z. B. die Rückkehr zum Konzept Weltbild 2.0, das unser Unternehmen in der jetzigen Größe erhalten könnte. 
Die Abkehr von Weltbild 2.0 war eine bewusste unternehmerische Entscheidung von Walter Droege. Jetzt zeigt sich, dass durch die brutale Kostensenkung das Geschäftsmodell von WELTBILD bis in seine Grundfesten erschüttert wurde. Der Arbeitgeber verlangt, dass wir diese unternehmerische Fehlentscheidung mit unseren Arbeitsplätzen und Gehältern bezahlen. Der Betriebsrat erwartet, dass die Verursacher des Desasters Verantwortung übernehmen und jetzt umsteuern.  
Außerdem sind weiterhin Sachfragen offen. So fehlen zum Beispiel eine betriebswirtschaftlich durchgerechnete Mittelfrist-Planung, klare Aussagen zur Gewichtung unserer Sortimente und Entscheidungen über die Zukunft der Handelsmarken Jokers und Kidoh. Große Differenzen gibt es auch über die Ausrichtung unserer zukünftigen Marketing-Strategie. 
Zur Klärung dieser Punkte wurden weitere Termine vereinbart. Wenn diese Gespräche stattgefunden haben, werden wir euch sofort über die Ergebnisse informieren.

Euer Betriebsrat
Nach den zwei Tage dauernden Gesprächen mit dem Augsburger Betriebsrat hat sich am Freitag vormittag der Konzernbetriebsrat (KBR) mit der Geschäftsführung getroffen. Der KBR besteht aus Julia Käding (Filiale Jokers), Christian Augustin (Weltbildplus) sowie Dolores Sailer (Vorsitzende) und Timm Boßmann (beide vom BR Augsburg). Damit vertritt der KBR sowohl die KollegInnen in den Filialen, als auch die Beschäftigten in Augsburg.

Bei der Sitzung des KBR mit der GF wurde der Zusammenhang der geplanten Maßnahmen aus Konzernsicht beleuchtet und die Frage von Zuständigkeiten angesprochen. Konkrete Ergebnisse hat das leider nicht gebracht. Immerhin sind einige Ursachen für das katastrophale Weihnachtsgeschäft in den Filialen jetzt klarer erkennbar.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Geschäftsführung 
 lässt Gespräche mit 
 dem BR platzen


Am heutigen Donnerstag sollte ein weiterer Informationsaustausch mit der Geschäftsführung stattfinden. Die Arbeitgeberseite ließ den seit Wochen vereinbarten Termin platzen, indem sie den Augsburger Betriebsrat grob brüskierte. Was ist passiert?

Ende letzter Woche hat die GF ohne jede Rücksprache beschlossen, den Konzernbetriebsrat (KBR) zu der Besprechung hinzuzuziehen, zu der Peter Fitz als Vorsitzender des gemeinsamen Betriebsrats von Weltbild Retail und ALSO Logistics eingeladen hatte. Das Augsburger Gremium machte umgehend deutlich, dass der KBR  bei dem Termin nichts verloren habe. Es standen keine Themen auf der Tagesordnung, die den Konzern (also auch Weltbildplus) betroffen hätten:
"Nachdem wir (BR & GF in Augsburg) in den vergangenen Wochen ziemlich Mühe hatten, eine gemeinsame Gesprächsbasis herzustellen, halten wir die Anwesenheit eines weiteren Gremiums nicht für zielführend und bitten Sie, die KollegInnen wieder auszuladen. Eventuell können wir zu einem späteren Zeitpunkt unsere Gespräche – wo es allen Beteiligten sinnvoll erscheint – zusammenführen. Dazu müsste aber auch der KBR zunächst einen  gemeinsamen Standpunkt erarbeiten und durch Beschlüsse absichern. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine gemeinsame Gesprächsbasis und lehnen die Erweiterung unseres Kreises am Donnerstag ausdrücklich ab."
Zur großen Überraschung des Augsburger Gremiums beharrte die Geschäftsführung jedoch auf der Teilnahme des KBR. Das interpretiert der Augsburger BR so, dass der Arbeitgeber den Versuch unternimmt, die Verhandlungen über den Stellenabbau in Augsburg auf ein externes Gremium zu verschieben. Dabei dürfte folgende Überlegung ausschlaggebend sein: Der Augsburger BR hat im Interessenausgleich zum Betriebsübergang unter anderem zwei Ansprüche vertraglich gesichert: 1. Über Entlassungen kann erstmals im Januar 2015 verhandelt werden. 2. Bevor Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, müssen zunächst alle anderen Möglichkeiten erwogen und ausgeschöpft werden, z. B.: Kurzarbeit, Altersteilzeit, zeitweise Verleihung von Weltbild-MitarbeiterInnen in auftragsschwachen Zeiten, Freiwilligenprogramme etc.

Der Konzernbetriebsrat hat dagegen keinerlei Verträge mit dem Arbeitgeber geschlossen und damit eine ungleich schwächere Verhandlungsposition. Das weiß auch der KBR und hat im solidarischen Schulterschluss mit den KollegInnen in Augsburg auf das Ansinnen der GF reagiert:
"Der KBR hat erfahren, dass wir gegen den ausdrücklichen Willen des gemeinsamen Betriebsrats der Weltbild Retail GmbH & Co. KG und der ALSO Logistics Services GmbH in Augsburg zu dem Informationstermin am Donnerstag eingeladen worden sind. Das halten wir für schlechten Stil der Geschäftsführung.
Unsere Teilnahme ist dem Arbeitgeber offenbar so wichtig, dass er die KollegInnen in Augsburg brüskiert und ein Platzen der Gespräche riskiert. Daraus können wir nur schließen, dass wir in Augsburg nicht als Gäste einer Informationsveranstaltung geladen wurden, sondern dass mit uns verhandelt werden soll.
Das können wir ohne intensive Vorbereitung und entsprechende Beschlüsse im KBR nicht leisten. Deshalb sagen wir den Termin hiermit ab."
Für den Fortgang der geplanten Restrukturierungen bedeutet das Platzen des Termins, dass die Gespräche erst im Januar fortgesetzt werden können. Nachdem der Arbeitgeber zunächst den Eindruck höchsten Zeitdrucks vermittelte, ist die Torpedierung der Gespräche von dieser Seite überraschend.

Andererseits reiht sie sich ein in die Absage der Tarifverhandlungen und die Aufgabe der Verhandlungen über unsere Betriebsvereinbarungen. In beiden Fällen waren Gewerkschaft und Betriebsrat grundsätzlich bereit, über einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmerseite konstruktiv zu verhandeln. Die Geschäftsführung aber ist entweder nicht willens oder nicht in der Lage, diese Bälle aufzunehmen. Erstaunlich – wie so vieles in den letzten Wochen…

Donnerstag, 5. Juni 2014

Wer macht jetzt was im neu gewählten Betriebsrat?


Zu Beginn seiner vierjährigen Amtszeit konstituiert sich der Betriebsrat und wählt seine Sprecher, die Mitglieder für verschiedene Ausschüsse und die Abgesandten in andere Gremien. Die ersten Ergebnisse der Konstituierung stehen fest:

Vorsitz

Peter Fitz und Timm Boßmann (Stellvertreter)

Freistellungen

Gemäß § 38 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) kann ein 15-köpfiger Betriebsrat mindestens drei Betriebsratsmitglieder komplett freistellen. Bei Weltbild sind dies: Visnja Bernhard, Timm Boßmann und Josef Trutt.

Betriebsausschuss

Der Betriebsausschuss (BA) führt die laufende Geschäfte des Betriebsrats gemäß § 27 BetrVG. Der BA besteht aus den Vorsitzenden und drei weiteren BR-Mitgliedern. Neben Peter Fitz und Timm Boßmann gehören dem Betriebsausschuss Visnja Bernhard, Dolores Sailer und Josef Trutt an.

Konzernbetriebsrat

In §§ 54 - 59 BetrVG wird der Konzernbetriebsrat geregelt. Der Betriebsrat der Verlagsgruppe Weltbild und der Gesamtbetriebsrat von WeltbildPlus entsenden jeweils zwei BetriebsrätInnen. Für Weltbild sind dies: Dolores Sailer und Timm Boßmann, als Ersatz ist Visnja Bernhard gewählt worden.

Arbeitszeit-Ausschuss (gewerblich)

Dieser Ausschuss trifft sich zweimal wöchentlich, um die Arbeitszeiten und Schichtpläne für Logistik und Lager/Versand mit der Geschäftsleitung abzustimmen. Er wacht über die Einhaltung der entsprechenden Betriebsvereinbarungen. Diesem Ausschuss gehören Michael Haugg, Visnja Bernhard und Helene Vollrath an. Ersatzmitglieder sind Kathrin Wullinger und Ludmilla Katzmeier.

Beirat der Transfergesellschaft

Dieser Beirat besteht gemäß Tarifvertrag aus zwei BetriebsrätInnen, zwei MitarbeiterInnen der Insolvenzverwaltung und der Projektleiterin von Gedis, Ulrike Knörle. Der Beirat überwacht den Etat und trifft sich einmal im Monat. Dolores Sailer und Timm Boßmann vertreten hier weiterhin die Interessen der ArbeitnehmerInnen im Auftrag des Betriebsrats.

Es werden noch weitere Ausschüsse und Arbeitskreise gebildet, die bestimmte Themenbereiche für den Betriebsrat betreuen, z. B. Informationen sammeln und/oder Betriebsvereinbarungen vorbereiten.

Wir berichten, wenn diese Ausschüsse und Arbeitskreise gebildet wurden.

Montag, 3. März 2014

Konzernbetriebsrat: "Filial-Schließungen gefährden Digital-Geschäft"


Nach der Trennung von Hugendubel wurde letzte Woche der Konzernbetriebsrat neu konstituiert. In dem Gremium vertreten jetzt je zwei Betriebsrätinnen der Verlagsgruppe in Augsburg und von WELTBILDplus die Interessen der Beschäftigten auf Konzernebene. 

Unser BR entsendet wie in der Vergangenheit Dolores Sailer und Timm Boßmann, von Plus kommen Julia Käding (Filiale Jokers Lüneburg, GBR-Vorsitzende von WELTBILDplus) sowie Christian Augustin (Filiale Essen) dazu. In der konstituierenden Sitzung am Freitag wurde Timm Boßmann zum Vorsitzenden des KBR und Julia Käding zu seiner Stellvertreterin gewählt.

Timm Boßmann neuer KBR-Vorsitzender

Mit Blick auf das Multichannel-Konzept von WELTBILD kommt dem Konzernbetriebsrat jetzt eine besonders wichtige Aufgabe zu: "Wir glauben, dass die Filialen ein unverzichtbarer Bestandteil des Geschäftsmodells von WELTBILD sind. Wenn die Gruppe erfolgreich verkauft werden soll, müssen wir ein flächendeckendes und funktionierendes Filialsystem haben", sagt Boßmann. Darüber sei man sich grundsätzlich auch mit dem Insolvenz-Verwalter einig. Strittig sind dagegen die zahlreichen Filial-Schließungen, die Arndt Geiwitz derzeit gemeinsam mit Plus-Geschäftsführer Gunther Gerlach plant.

"Die Umsatzentwicklung darf nicht das einzige Entscheidungskriterium sein", so Boßmann. Die Rentabilität einzelner Filialen hänge nicht nur vom Standort ab. Vielmehr habe es in der Vergangenheit zahlreiche Fehlentscheidungen des Managements gegeben, die immer mehr Filialen in die finanzielle Schieflache gebracht hätten. "Wenn wir dort nichts ändern, dann sind die geplanten Schließungen nur der Anfang vom Ende der gesamten Kette", ist sich der KBR-Vorsitzende sicher.

Sortiment und Beratung sind die Erfolgsfaktoren

Boßmann sieht die richtigen Hebel woanders: "Die Sortiment-Auswahl ist entscheidend und wir müssen es schaffen, dass unsere Filialen von den KundInnen wieder als Buchhandlungen mit Beratungs-Kompetenz wahrgenommen werden." Dafür brauche es gute Leute, die auch vor Ort Entscheidungen treffen dürften. Derzeit kranke das System WELTBILDplus auch an zu vielen Führungsebenen.

Bevor deutschlandweite Schließungen beschlossen würden, müssten viele Fragen geklärt werden: "Das Konzept von Roland Berger für die Gruppe muss bekannt sein und diskutiert werden. Wir müssen über die Gemeinkosten-Anteile, die an WELTBILD in Augsburg abgeführt werden, reden; genauso wie über das Management und die Verwaltung in München", fordert Boßmann. Zentral sind für ihn aber die Pläne eines möglichen Investors: "Durch Filial-Schließungen, die auf Milchmädchen-Rechnungen basieren, wird möglicherweise der Wert des gesamten Gruppe beschädigt und wir werden für mögliche Käufer weniger attraktiv." Bevor ein Investor sich geäußert habe, seien die geplanten Schließungen "grob fahrlässig".

Horror-Szenario Marktbereinigung

Wenn Plus jetzt sturmreif geschossen werde, könnten Investoren auf den Plan treten, die nur eines wollen: sich unliebsame Konkurrenz vom Hals schaffen, fürchtet Boßmann: "Wenn die Filialen getrennt vom Rest der Gruppe an einen Mitbewerber verkauft werden, macht der nur eins: den Rest auch noch zu!" Damit würde über 100 Arbeitsplätzen in Augsburg die Existenzberechtigung auf einen Schlag entzogen: Filialbelieferung, Category-Management, Filialmarketing sowie Stellen in der IT und der Personalabteilung.

Deshalb sieht der Konzernbetriebsrat das Plan-Insolvenzverfahren bei WELTBILDplus auch sehr kritisch. Das Insolvenzrecht sei ein zweischneidiges Schwert: "Wir fürchten, das ist ein Schachzug, um über die kurzfristige Kündigung von Mietverträgen möglichst viele Beschäftigte möglichst schnell und möglichst billig loszuwerden", sagt Boßmann. Stattdessen sollte das Insolvenzrecht genutzt werden, um Mieten an attraktiven Standorten zu senken und so ein möglichst großes Filialnetz in Summe wieder in die Gewinnzone zu führen.

Filial-Schließungen gefährden Digital-Geschäft

"Wir wissen, dass unser TOLINO besonders gut in den Filialen verkauft wird", bringt Boßmann ein weiteres Argument für die Filialen ins Spiel. Der E-Book-Reader sei beratungsintensiv, viele KundInnen wollten das Gerät in die Hand nehmen und vor dem Verkauf erklärt bekommen. Boßmann sieht den Absatz des Readers und die Umsätze im Digital-Geschäft durch die geplanten Schließungen in Gefahr. "Es ist ganz einfach: Ohne TOLINO gibt es keine E-Book-Umsätze, auch deshalb brauchen wir die Filialen – und zwar viele und überall in Deutschland. WELTBILD und WELTBILDplus sind eine Einheit, das muss auch unter Kostengesichtspunkten viel ganzheitlicher betrachtet werden als es Insolvenzverwaltung und die Plus-Geschäftsführung derzeit tun."

Donnerstag, 6. Februar 2014

KBR: "Wir brauchen eine Lösung für die ganze Gruppe"


Der Konzernbetriebsrat WELTBILD/DBH hat sich auf seiner heutigen Sitzung in Augsburg intensiv mit der Lage beschäftigt und die Frage diskutiert, welche Auswirkungen der Insolvenzantrag der Mutter auf die beteiligten Töchterunternehmen haben wird.

Die enge Belieferungs- und Leistungsverflechtung innerhalb der Gruppe und die bestehenden Finanzierungsbeziehungen bergen natürlich immer die Gefahr von Anschlussinsolvenzen.  Der Konzernbetriebsrat begrüßt es sehr, dass die katholischen Gesellschafter der Weltbild Verlagsgruppe GmbH  ihrer Verantwortung für die gesamte Gruppe gerecht werden und durch eine schnelle und unbürokratische Bereitstellung von Massekrediten die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs unterstützen.
 
Die Beschäftigten halten zusammen – der Konzernbetriebsrat von links nach rechts: Christian Augustin & Julia Käding (Weltbildplus), Timm Boßmann & Dolores Sailer (VG Weltbild), Bianca Bassenberg & Michael Winter (DBH Warenhaus/Karstadt), Antje Winneke & Uwe Kramm (Hugendubel).
Nachdem nun die Fortführung des Geschäftsbetriebes vorerst gewährleistet ist, und damit für die Tochtergesellschaften  Anschlussinsolvenzen zunächst verhindert werden konnten, ist es nun Zeit, eine Gesamtlösung auf Konzernebene anzustreben, die die Fortführung der Gruppe und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze ermöglicht.

• Der KBR erwartet vom Insolvenzverwalter Herrn Geiwitz und seinem Team alles zu tun, um den Erhalt der Gruppe zu gewährleisten und einen Ausverkauf der Marken unter allen Umständen zu verhindern.

• Wir werden als betriebliche Interessenvertretung  unseren Beitrag leisten, den Zusam¬men¬halt der Weltbild-Beschäftigten über die bestehenden Unterneh-mensgrenzen hinweg zu unterstützen und den Schulterschluss mit der Gewerkschaft ver.di zu suchen.

• Eine nachhaltige Lösung und einen sozialverträglichen Weg aus der Krise kann es nur  in enger Abstimmung mit allen Konzernunternehmen und allen Mitbe-stim¬mungsgremien geben.

Dafür stehen wir als Konzernbetriebsrat ein und dafür kämpfen wir.

Freitag, 30. August 2013

Ein Konzern = ein Gehalt 
für den gleichen Job?


Normalerweise nimmt man an, dass alle vergleichbaren Angestellten innerhalb eines Konzerns nach einem einheitlichen Entgelttarif bezahlt werden. Jedes Unternehmen hat seine eigene Entgeltstaffelung. Manche Betriebe haben einfach „alte“ Tarif-Strukturen des Vorgängers übernommen.

Die Verlagsgruppe Weltbild in Augsburg zahlt nach dem Entgelttarifvertrag Buchhandel und Verlage in Bayern. Ebenso Hugendubel in München. Nur zahlt Hugendubel das nicht überall. Auch bei den anderen Unternehmen gibt es Unterschiede nach Bundesland. Diese Liste lässt sich für alle Unternehmen innerhalb des Konzerns beliebig weiterführen.

Durch dieses Durcheinander gibt es unterschiedliche Bezahlungen für den gleichen Job. Und das obwohl wir alle Bücher verkaufen!

Unterschiede schon am Anfang
Als Beispiel haben wir BuchhändlerIn bzw. MedienverkäuferIn rausgesucht. Hier beträgt der Differenz satte 465 € pro Monat für im Prinzip den gleichen Job. Es wird in manchen Betrieben 40 Std./Woche (z. B. Weltbildplus) und in anderen 37,5 Std./Woche (z. B. Hugendubel München) gearbeitet. Daraus ergibt sich ein Stundenlohn von 8,93 € bei WeltbildPlus und von 11,82 € bei Hugendubel. Ein Unterschied von 2,89 €! Das hört sich zwar im Moment nicht viel an, aber auf Monate gerechnet schon.


Mini-Jobber, ab 6,27 € pro Stunde
Bei Weltbildplus und der Wohlthat‘schen werden auch gerne sogenannten Mini-Jobber eingesetzt. Je nach Bundesland wird unterschiedlich bezahlt, bis zu € 7,63. Dies ist immer noch unter den Forderungen der Gewerkschaften von einem Mindestlohn von 8,50 €.

Ein Tarif für Alle!
Das geht aber nicht von alleine. Tarife können nur Arbeitgeber und Gewerkschaften abschließen. Hierzu brauchen wir aber Mitglieder, die z.B. durch Aktionen die Gewerkschaften bei den Forderungen unterstützen. Fragen Sie Ihren Betriebsrat, uns oder IhreN GewerkschaftssekretärIn, was Sie machen können.

Freitag, 16. August 2013

Warum Betriebsräte in Krisenzeiten so wichtig sind


„Strukturwandel“, „Rückbau“, „Filialschließungen“, „elektronische Medien“, „Versandhandel“, „Mieterhöhungen“… Das sind nur einige Schlagwörter, mit denen sich bei Weltbildplus – der Filialkette von Weltbild – seit geraumer Zeit schon auseinandersetzen muss. Die Zukunft insbesondere des stationären Buchhandels ist ungewiss und wirft an jedem Standort die Frage nach der Wirtschaftlichkeit auf.

Die Filialschließungen oder Verkleinerungen mit entsprechendem Personalabbau innerhalb unseres Konzernes nehmen rasant an Fahrt auf. Alleine bei Weltbildplus/Jokers werden seit Dez. 2012 nach derzeitigem Kenntnisstand 24 Filialen geschlossen bzw. sind schon dicht. Dass der Wandel sich nur schwer bremsen lässt ist ebenso gewiss wie die Tatsache, dass die Arbeitsmarktsituation im Buchhandel alles andere als rosig aussieht und eine Besserung ist nicht in Sicht.

JedeR muss sich fragen: Was tun?
Welche Konsequenzen zieht ihr persönlich daraus? Die Augen verschließen und den Kopf in den Sand stecken? Auf die Kündigung warten? Um dann gegebenenfalls nach jahrelanger Betriebszugehörigkeit mit nichts als einem warmen Händedruck in die Arbeits- und Perspektivlosigkeit zu gehen?

Nein! Denn es gibt Alternativen: Die Wahl eines Betriebsrates ist der erste Schritt zum selbstbestimmten Handeln und stellt die Weichen für eine verbesserte Ausgangssituation. Zumindest für die Filialen, die mit fünf oder mehr KollegInnen besetzt sind.

Der BR kann Schließungen nicht verhindern…
Ein Betriebsrat wird die Schließung einer Filiale in aller Regel leider nicht verhindern können, da er keine wirtschaftlichen Mitbestimmungsrechte hat. Aber in Filialen mit Betriebsrat wird es zumindest einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geben, wenn der Ernstfall eintritt und die Filiale vom Arbeitgeber geschlossen wird. In Filialen ohne Betriebsrat wird es nie einen Sozialplan (z.B. Abfindungen) geben, da dieser nur zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber verhandelt werden kann. Einen Rechtsanspruch auf Abfindungen bei Kündigung gibt es in Deutschland nicht.

…aber die Nachteile deutlich abmildern
Die wirtschaftlichen Nachteile, die mit einer betriebsbedingten Kündigung einhergehen, können mit einem Sozialplan zumindest abgemildert werden. Nicht nur monetär durch Abfindungen, sondern auch durch die Chance auf Wiedereinstellung zu den alten Vertragsbedingungen in einer Filiale, die ggf. in der Nähe neu eröffnet oder Weiterbeschäftigung in einer anderen Filiale mit Fahrtkostenersatz oder durch einen Kostenzuschuss für Transferagenturen, in denen dann unter anderem neue berufliche Perspektiven entwickelt werden können. Und so weiter und so fort…

Und auch in Filialen, die noch nicht unmittelbar von der Schließung bedroht sind, nimmt der Betriebsrat weitreichenden Einfluss, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Durch die Mitbestimmung bei Themen wie Dienstpläne, Urlaub, Arbeitsschutz, Schulungen etc. rücken eure Interessen in den Fokus.

Früher wissen, was los ist
Außerdem muss der Arbeitgeber seine Planungen mit dem Betriebsrat besprechen und ihn umfassend informieren. Die KollegInnen mit Betriebsrat erfahren z.B. sehr früh, ob der Arbeitgeber die Filiale schließen will oder ob er Personal abbauen will.

Dienstag, 13. August 2013

Weiland: Kurze Geschichte 
eines Niedergangs


Es war einmal ein mittelständisches Buchhandelsunternehmen mit über 30 Filialen. Das hieß Weiland. Es wurde 1848 gegründet und beglückte Bücherfreunde über viele Jahre mit einem ausgewählten Buchsortiment, vielen sehr motivierten und engagierten Buchhändlerinnen und Buchhändlern an ausgewählten Standorten, hauptsächlich im Norden unseres Landes.

Im guten Glauben, im besten Sinne für sich und seine Beschäftigten zu  handeln und für ein Fortbestehen dieses Familienunternehmens zu sorgen, beschloss Herr Henning Hamkens, einstmaliger Inhaber Weilands und Nachfahre der Weiland-Familie, sein Unternehmen an die DBH zu verkaufen. Seine Bedingung an die DBH und sein Versprechen an die MitarbeiterInnen war, dass alles so bleiben sollte, wie es seiner Firmenpsychologie und der Art dieses Unternehmen zu führen, entsprach. Weiland sollte weiterhin Weiland heißen, alle KollegInnen ihren Arbeitsplatz behalten, Herr Hamkens weiterhin Geschäftsführer sein. usw. Traumarbeitsbedingungen gab es allerdings unter Herrn Hamkens Führung auch schon nicht mehr. Vor einigen Jahren führte er die 40 Stundenwoche ohne Lohnausgleich ein, trat aus dem Arbeitsgeberverband aus und zahlte seit dem nur noch an den Tarif angelehnt, seit dem gab es für die Weilandbeschäftigten nur noch marginale Gehaltserhöhungen.

Nach und nach bekamen die MitarbeiterInnen den neuen Wind aus München zu spüren. Die Veränderungen begannen zunächst langsam, aber Schritt für Schritt wurden sie ein wenig mehr. Zunächst wurde das Weiland-Zentrallager abgeschafft, fast zeitgleich bekamen die großen Filialen Mengen an Stapeltiteln von München zentral aufs Auge gedrückt. Regalmeterweise wurden Bücher durch DVDs ersetzt. Im Nonbooksortiment erfreuten Kerzenleuchter, Kehrbesen, Raumsprays und Keramikhasen und vieles mehr das Auge.

Dann platzte vor ziemlich genau einem Jahr platzte die Bombe: Den Weiland-FilialleiterInnen und Betriebsräten wurde offenbart, dass „Multichannel“ nun das neue Zauberwort sei, dicht gefolgt von „Integration“; weshalb Weiland leider in Hugendubel umbenannt werden müsse. Mit Multichannel „Schulungen“ sollten alle WeiländerInnen auf den neuen Kurs gebracht werden. Damit war eine Verschmelzung von Weiland und Hugendubel nicht nur eingeleitet, sondern bereits in vollem Gange.

Zeitgleich wurde mitgeteilt, dass die Zentralen Dienste in Lübeck aufgelöst werden müssten. Das betraf sowohl die langjährigen MitarbeiterInnen der Buchhaltung, als auch die KollegInnen der Marketingabteilung. Mit der Nachricht, die Weiland Bestellanstalt WBA (die Logistikzentrale in Hamburg) schließen zu wollen, wartete man vorsichtshalber noch ein wenig. Im Herbst letzten Jahres wurde dann auch deren Schließung bekannt gegeben, ebenso wie en passant „ein paar“ Filialschließungen angekündigt wurden: Neubrandenburg, Guben, Heide und Husum. Die WBA, Husum, Neubrandenburg und Guben haben inzwischen ihre Pforten für immer schließen müssen. Dank der Betriebsräte vor Ort konnten für die betroffenen KollegInnen in der Lübecker Zentrale, der WBA und der Filiale Husum in einem Sozialplan Abfindungen erreicht werden und ein Teil der Kolleginnen und Kollegen in neue Jobs gebracht werden.

Es ist vollbracht: seit Ende letzten Jahres heißen alle ehemaligen  Weiland-Filialen Hugendubel, wurden aus „WeiländerInnen“ Hugendubel- MitarbeiterInnen.

Nicht erst seit gestern befindet sich der Buchhandel in einer schwierigen Lage, gibt es doch den großen Internetkonkurrenten namens Amazon, der uns gewaltig das Wasser abgräbt und der gesamten Branche hohe Umsatzrückgänge beschert. Die Folgen dieser Entwicklung werden alle „Ex-WeiländerInnen“ in diesem Jahr besonders zu spüren bekommen. Allein für die Filialen im Norden ist geplant, eine große Anzahl von Vollzeitstellen abzubauen.

Aber die Belegschaft ist nicht machtlos: Bei diesen Entwicklungen ist es umso wichtiger, zusammenzuhalten und schnell überall Betriebsräte zu wählen! Dadurch wird die Geschäftsleitung erst gezwungen, frühzeitig über die ihre Pläne zu informieren und überhaupt zu verhandeln. Es ist noch nicht zu spät! Jetzt seid Ihr am Zug!

Dienstag, 9. April 2013

KBR macht Druck auf Arbeitgeber in Augsburg und München


Der Konzernbetriebsrat (KBR) ist die gesetzlich verankerte Plattform zum Informationsaustausch zwischen den Belegschaftsvertretungen der Konzernteile und ein Gremium für die strategische Zusammenarbeit der (Gesamt-)Betriebsräte. Derzeit sind VertreterInnen von Hugendubel, Weltbildplus, den Karstadt-Filialen und der Augsburger Verlagsgruppe im KBR vertreten. Die Zusammenarbeit der Interessenvertretungen untereinander funktioniert gut. Anders sieht es auf der Arbeitgeberseite aus: Die Geschäftsführungen in Augsburg und München erklären sich wechselseitig für nicht zuständig und lassen den KBR so regelmäßig ins Leere laufen.

Letzte Chance für außergerichtliche Einigung
Der KBR hat in den vergangenen Monaten mehrfach und nachdrücklich versucht, eineN AnsprechpartnerIn der Geschäftsführung auf Konzernebene benannt zu bekommen. Vergeblich. Erst die Ankündigung einer Klage auf Einsicht in den Gesellschaftervertrag zwischen Hugendubel und Weltbild hat jetzt Bewegung in das leidige Thema gebracht. Für die nächste KBR-Sitzung, die Mitte April in Augsburg stattfindet, erwarten die MitarbeitervertreterInnen einen verbindlichen Vorschlag der Arbeitgeber. "Sonst werden die gesetzlich verbrieften Rechte eben per Gerichtsbeschluss durchgesetzt", kündigt die stellvertretende KBR-Vorsitzende Dolores Sailer klare Konsequenzen an. Die Arbeitgeber haben jetzt eine letzte Chance, den Konflikt ohne Rechtsanwälte und die damit verbundenen Kosten beizulegen. 

Konzernweite Mitarbeiter-Zeitung geplant 
Um die KollegInnen in den Filialen regelmäßig über Neuigkeiten aus den Konzernteilen zu informieren, wird der KBR in Kürze eine gemeinsame Mitarbeiter-Zeitung herausbringen. Die Zeitung wird mehrmals im Jahr erscheinen und Berichte aus den unterschiedlichen Filialorganisationen und der Verlagsgruppe in Augsburg bündeln. 

"Mit der Zeitung wollen wir den Blick der KollegInnen in den Filialen auf das große Ganze erweitern",  erklärt KBR-Mitglied Timm Boßmann. "Jede Entscheidung, wie zum Beispiel die Schließung einzelner Filialen, steht in einem Konzern-Kontext – auch wenn die Arbeitgeber uns etwas anderes weismachen wollen. Wenn wir Arbeitsbedingungen verbessern und Arbeitsplätze sichern wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Die Schaffung von Transparenz und Wissen ist der erste notwendige Schritt in die richtige Richtung."

Weitere Schließungen bei Weltbildplus und Jokers
Auch in diesem Jahr werden die Verantwortlichen der DBH wieder zahlreiche Jokers- und Plus-Filialen schließen. Welche Standorte konkret betroffen sind, ist noch nicht vollständig bekannt. Auf jeden Fall stehen Schließungen in Bremen, Regensburg, Heidelberg und Augsburg auf dem Plan der Geschäftsführung. Insgesamt werden in 2013 wohl rund 20 Filialen dicht gemacht. 

Umso unverständlicher, dass es derzeit keine weiteren Betriebsratswahlen in den Plus- bzw. Jokers-Filialen gibt. Nur Betriebsräte vor Ort können angemessene Sozialpläne durchsetzen und die Folgen der Schließungen wenigstens etwas abfedern.

Gut verhandelt: Schließungen bei Karstadt liefen für MitarbeiterInnen glimpflich ab
Als gutes Beispiel mag die erfolgreiche Arbeit der Betriebsräte bei der DBH-Warenhaus gelten. Mehrere Filialen in Karstadt-Häusern wurden in jüngster Zeit geschlossen. Die Belegschaftsvertretung hat in allen Fällen gute Bedingungen für die MitarbeiterInnen erreicht, die zwischen einer Übernahme durch Karstadt oder angemessenen Abfindungen wählen konnten. Zum Teil wurden sogar zusätzliche Geldtöpfe für soziale Härtefälle verhandelt. Wenn man wirklich will, ist vieles möglich – aber ohne Betriebsrat geht gar nichts!

Weiland ist jetzt Hugendubel
Bei Hugendubel wurde die Integration der Weiland-Filialen abgeschlossen. Die DBH hat die traditionsreiche norddeutsche Buchhandelskette in den letzten Jahren schrittweise übernommen und in die Hugendubel-Organisation eingegliedert. Das hatte bereits den Verlust von Arbeitsplätzen in der Lübecker Weiland-Zentrale zur Folge. In den nächsten Monaten werden auch Filialen geschlossen: zum Beispiel in Guben, Husum und Neubrandenburg.

Freitag, 30. November 2012

Miteinander packen wir es: Hugendubler streiken nach Betriebsversammlung


Gemeinsam erreichen wir mehr im Tarifkampf. Ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann
fuhr zwischen zwei Einätzen als Streikposten bei Weltbild auf die Betriebsversammlung von Hugendubel
in München. Er grüßte die KollegInnen von den Streikenden in Augsburg und forderte sie in einer
eindringlichen Rede zum Mitstreiken auf. Berichte zum anschließenden Warnstreik bei Hugendubel im
Hugendubel-ver.di-Blog.

Montag, 10. September 2012

Neues aus dem KBR Weltbild/DBH

Die Filialen haben es schwer, viele wählen jetzt Betriebsräte 

Die Sitzungen des Konzernbetriebsrats sind in der Regel vergnügungsfrei. Die KollegInnen aus den Filialen berichten von wachsenden Schwierigkeiten und schlechten Geschäften. Viele fürchten um ihre Arbeitsplätze.

DBH schließt 6 Karstadt-Buchflächen

Die jüngste Hiobs-Botschaft: Im Juni wurden sechs Buchflächen an Karstadt zurückgegeben. Eine weitere soll 2013 folgen. Hintergrund: Karstadt setzt in seinen Häusern neue Schwerpunkte und wollte drei Flächen anders nutzen. Die Geschäftsführung der DBH Warenhaus nutzte die Gelegenheit und trennte sich von vier weiteren Flächen.

Bereits im März wurde unsere Betriebsrätin Dolores Sailer zur stellvertretenden Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats WELTBILD/DBH gewählt. Sie vertritt die Belange der Augsburger Belegschaft zusammen mit Timm Boßmann auf Konzernebene.

Betriebsrat setzte sich durch 

Obwohl der Betriebsrat der DBH Warenhaus erst im Mai von den geplanten Schließungen im Juni informiert wurde, setzte er eine gute Lösung für die 35 betroffenen KollegInnen durch: Alle konnten wählen, ob sie eine Abfindung gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit akzeptieren oder von Karstadt in einem anderen Bereich des jeweiligen Warenhauses weiterbeschäftigt werden.

Der größere Teil der KollegInnen hat sich für Karstadt entschieden. Kein Wunder: Karstadt ist tarifgebunden und zahlt z. T. mehrere hundert Euro pro Monat mehr als die DBH Warenhaus.

Wohlthat: Rahmensozialplan 

Von den verbliebenen acht Wohlthat-Filialen in Berlin (die neunte schloss Ende Juni), wurden zwei von Jokers übernommen, zwei sollen extern verkauft werden, eine weitere kaufen MitarbeiterInnen unter Umständen selbst.

Die letzten Filialen schließen 2013. Für diese hat der Wohlthat-BR einen Rahmensozialplan abgeschlossen, der die Existenz der KollegInnen wenigstens eine Zeitlang absichert (bis 0,8 Gehälter pro Beschäftigungsjahr).

Weltbild-Plus: Jetzt 20 Betriebsräte 

In der Organisation von Weltbildplus/Jokers-Filialen schießen neue Betriebsräte wie Pilze aus dem Boden. 20 wurden in den letzten 18 Monaten gewählt. Die Betriebsräte bei Plus hatten es besonders schwer, weil sich die Geschäftsführung mit Händen, Füßen und teils unsauberen Mitteln gegen die Mitbestimmung der Belegschaft wehrte.

In der letzten Zeit, so berichtete die stellv. GBR-Vorsitzende Julia Käding, sei die Zusammenarbeit aber besser geworden. Offenbar haben die Verantwortlichen eingesehen, dass sie sich den Betriebsräten auf Dauer nicht widersetzen können.


Montag, 7. Mai 2012

Hugendubel-Demo: "Keine Menschenopfer auf dem Altar der Rendite"

"Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan." (Matthäus 7,7). Die Belegschaft von Hugendubel klopfte am Samstag vergeblich an die Tür des Dieners Gottes auf Erden: Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hatte wieder einmal keine Zeit für seine Schäfchen.
Die Belegschaft von Hugendubel braucht einen Sozialtarifvertrag. Filialschließungen und Flächenverkleinerungen gefährden die wirtschaftliche Existenz hunderter MitarbeiterInnen. Darum hat der Betriebsrat von Hugendubel Erzbischof Kardinal Marx um Hilfe gebeten. Die Erzdiözese München-Freising ist einer der größten Anteilseigner der Verlagsgruppe Weltbild. Dieser gehören 50% der DBH und damit auch 50% von Hugendubel. Deshalb sehen die BuchhändlerInnen in München "ihren" Bischof in der Verantwortung. Die Bitten der Belegschaft brachten bisher kein konkretes Ergebnis. Marx betonte mehrmals die grundsätzliche soziale Verantwortung seiner Kirche, ließ sich aber nicht einmal zu einem Gespräch mit den weltlichen MitarbeiterInnen herab. Auch Einladungen zu Betriebsversammlungen von Hugendubel folgte er nicht. Deshalb kam am Samstag "die Herde zum Hirten".



Mit Spruchbändern und Schildern machte die Belegschaft von Hugendubel in München deutlich, was sie von "ihrem" Bischof erwartet.
Erzbischof Kardinal Marx ließ sich nicht sehen. Er weile auf einem anderen Termin auswärts, ließ der Münchner Kirchenfürst per Pressemitteilung ausrichten. Er fühle sich auch nicht zuständig, denn die Kirche sei kein Gesellschafter von Hugendubel, für die Kette sei vielmehr der Hugendubel-Erbe Maximilian Hugendubel als geschäftsführender Geselschafter zuständig. Er solle sich bitte um die Anliegen der Belegschaft kümmern. Das ist nicht nur eine ziemlich eklektizistische Interpretation der Eigentumsverhältnisse, sondern steht zudem in krassem Widerspruch zur sonst üblichen Argumentation der Kirche. Wenn es um die Rechte von MitarbeiterInnen geht, betonen die Kirchenfürsten stets die weltanschauliche Basis ihrer Unternehmen und nehmen "Tendenzschutz" für ihre Firmen in Anspruch. Vielleicht ist das aber auch nur die besondere katholische Auslegung von Matthäus 24, 6: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." Da sucht man sich dann eben den aus, der gerade besser passt ;-)


Weltbild-BetriebsrätInnen begleiteten den Protest der KollegInnen von Hugendubel. BR-Vorsitzender Peter Fitz ermunterte die Belegschaft gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaft Druck zu machen.
Nachdem die KollegInnen von Hugendubel unseren Marsch zum Augsburger Bischof unterstützt hatten, übten am Samstag auch Weltbild-BetriebsrätInnen praktische Solidarität. Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz hielt eine kurze Rede, in der er von unseren Erfahrungen im Kampf um den Zukunftstarifvertrag berichtete und betonte, dass die Unterstützung der Belegschaft die Voraussetzung des Erfolges von Betriebsrat und Gewerkschaft sind. Am Ende der gut einstündigen Kundgebung übergab der Vorsitzende des Hugendubel-Betriebsrat ein Schreiben der Belegschaft an den Pressesprecher des Kardinals. Weitere Bilder und Berichte über die Aktion finden Sie auch im Hugendubel-ver.di-Infoblog. Ganz besonders lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Rede des Bachmann-Preisträgers Norbert Niemann: "Wir Schriftsteller brauchen euch!" Niemann betonte die Vermittler-Funkton des Buchhandels für literarische Inhalte und übte deutliche Kritik an der Verflachung des Programms nicht nur bei Hugendubel.

Montag, 30. April 2012

Hugendubel Demonstration am 5. Mai zu Bischof Marx

Samstag, 5. Mai, 10:30 - 11:30, Kardinal-Faulhaber-Str. 7
Als wir bei WELTBILD um unseren Zukunftstarifvertrag gekämpft haben, haben uns auch die Münchner KollegInnen unterstützt. Etliche waren bei unserer Demo zum Dom im Januar dabei.


Jetzt marschieren die Hugendubler zu IHREM Bischof. Er soll sie bei ihren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag für Hugendubel unterstützen. Im Angesicht fortlaufender Filial-Schließungen bzw. -Verkleinerungen brauchen die KollegInnen dringend die Sicherheit eines Tarifvertrages. Darüber verhandeln sie bereits seit 2 Jahren mit der Geschäftsführung ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Und auch von Kardinal Marx war außer weicher Worte nichts zu hören, geschweige denn zu sehen.


Das soll sich ändern. Unterstützt unsere KollegInnen bei ihrer Kundgebung vor dem Bischofspalais in der Münchner Innenstadt am kommenden  


Samstag, 5. Mai 
10:30 - 11:30 Uhr 
Kardinal-Faulhaber-Str. 7 (Nähe Literaturhaus/Salvatorplatz) 
U-Bahn-Station Odeonsplatz 


Weitere Infos im Hugendubel-ver.di-Blog. Seh'n wir uns?


Donnerstag, 9. Februar 2012

Weltbild-BR zu Gast bei Hugendubel-Betriebsversammlung

Während wir in Augsburg bereits in die dritte Verhandlungsrunde über den Zukunftstarifvertrag gehen, herrscht in München noch Ruhe. Am Montag haben Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz und Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann als Gäste an der Hugendubel-Betriebsversammlung teilgenommen. Peter Fitz informierte über unsere Forderungen und den aktuellen Verhandlungsstand. Timm Boßmann berichtete von den vielfältigen Aktionen in Augsburg, mit denen wir Geschäftsführung und Kirche schon spürbar unter Druck gesetzt haben.


Zur Betriebsversammlung von Hugendubel kamen nur 80 KollegInnen. Bei 400 Angestellten in München ein bisschen schwach.

Uwe Kramm, BR-Vorsitzender von Hugendubel, machte deutlich, dass der Weltbild-Verkauf entgegen den Beruhigungsversuchen der Geschäftsführung sehr wohl schwerwiegende Folgen für die DBH-MitarbeiterInnen haben könnte. Er nannte in seiner Rede zahlreiche Beispiele für die enge Verflechtung zwischen Hugendubel/DBH und Weltbild:
»• Ohne einen konkurrenzfähigen Internetauftritt geht es für ein größeres Handelsunternehmen heute gar nicht mehr. Und die Basis für hugendubel.de ist die technische Plattform von Weltbild. Um im Internet reüssieren zu können, ist Hugendubel also auf Weltbild angewiesen.
• Wichtige Umsatzpotentiale realisieren wir bei Hugendubel, weil der Lieferant unserer Ware Weltbild ist. Sei es das Musiksortiment, seien es DVDs oder die Restauflagen von Jokers. Für die Belieferung durch Jokers haben wir unser MA-Zentrallager aufgegeben.
• Größe bedeutet Marktmacht und eine bessere Verhandlungsposition gegen¸ber Verlagen und Anbietern von Non-Books. Ohne die DBH und damit Weltbild könnte Hugendubel nicht die sehr guten Konditionen durchsetzen, die wir im Augenblick genieflen.
• Die Finanzierung des Unternehmens läuft über die DBH/Weltbild. Kapital beschafft sich Hugendubel über die Konzernmutter. Allein täte sich unsere Firma damit viel schwerer.«
Außerdem wies Kramm darauf hin, dass bereits jetzt zahlreiche Hugendubel-Filialen geschlossen oder verkleinert würden, z.B. das Flaggschiff in Berlin Tauentzien, die Filiale in Kassel und das Stammhaus am Salvatorplatz. Deshalb fordert ver.di seit Jahren einen Sozialtarifvertrag für die MitarbeiterInnen. Geschäftsführer Thomas Nitz ist weiterhin nicht zu Verhandlungen über einen solchen Tarifvertrag bereit. Er bot auf der Versammlung lediglich an, den mit dem BR vereinbarten Sozialplan zu verlängern.

Weltbild-BR-Vorsitzender Peter Fitz berichtete von den Fortschritten in Augsburg und machte klar: »Ihr müsst gemeinsam kämpfen, wenn ihr etwas erreichen wollt.«

Viel zu unverbindlich, fand Uwe Kramm und wurde darin im Laufe der Versammlung von zahlreichen Wortmeldungen unterstützt. Kramm verwies mehrmals auf Weltbild und die kämpferische Belegschaft in Augsburg:
»Mit gutem Zureden werden wir allerdings genau so wenig weiterkommen wie bisher. Deshalb lohnt sich der Blick zu Weltbild.
Hatte Herr Halff zunächst wenig Verständnis für die Forderung nach einem Zukunftstarifvertrag, wurden er und die Bischöfe als Gesellschafter durch das engagierte Auftreten der Weltbild-Beschäftigten schnell eines Besseren belehrt. Betriebsversammlung folgte auf Betriebsversammlung, es gab eine Postkartenaktion und sogar einen Protestmarsch zum Augsburger Dom!
Nur so funktioniert es: Das Schicksal in die eigenen Hände nehmen, dem Arbeitsgeber klarmachen, was man will, Taten statt Worte.
Nur wer beständig am Ball bleibt, wird seinem Ziel näherkommen!«
Einen ausführlichen Bericht und zahlreiche Kommentare finden Sie auch auf dem Hugendubel-ver.di-Blog und beim Buchreport.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Konzernbetriebsrat tagt in Augsburg

Am 12. Januar tagte der Konzernbetriebsrat (KBR) Weltbild/DBH in Augsburg. Weil Dolores Sailer und Timm Boßmann Ende letzten Jahres neu zu dem Gremium kamen, standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Der Vorsitz bleibt weiter in den bewährten Händen von Uwe Kramm und Antje Krüger (stellvertretende Vorsitzende). Beide KollegInnen sind bei Hugendubel beschäftigt.

Es wurde diesmal auch ein Konzernbetriebsrat-Ausschusses gewählt. Ein langes Wort, aber ein Gremium mit interessanten Möglichkeiten. Neben den beiden Vorsitzenden sind Norbert Baro (BR DBH Warenhaus), Timm Boßmann (BR Verlagsgruppe Weltbild) und Nicole Molthan (GBR Weltbildplus) in diesem Ausschuss Mitglied.

Dieses Gremium kann, laut Betriebsverfassungsgesetz, die Aufgaben eines Wirtschaftsausschusses übernehmen. Wirtschaftliche Informationen sind für die Arbeit des Konzernbetriebsrates von entscheidender Bedeutung, speziell auch in der jetzigen Situation. Der KBR hat dies in seiner Sitzung beschlossen und gleichzeitig die Geschäftsführung aufgefordert, zu diesem Zweck eine Vereinbarung zu treffen.

Das war nicht alles auf der Sitzung. Selbstverständlich haben die Konzernbetriebsrats-Mitglieder sich ausgetauscht über die Stimmung innerhalb des Konzerns wegen dem Damokles-Schwert „Verkauf“. In allen Bereichen (WeltbildPlus-, Jokers-, Hugendubel-, DBH-Warenhaus-, Wohlthatsche- und Weiland-Filialen) Unsicherheit, wie es nach den Verkauf weitergeht.

Die Gesamtbetriebsräte werden jetzt auch in den Filialen mobilisieren, damit die KollegInnen vor Ort unseren Kampf um den Zukunftstarifvertrag unterstützen.

Ein Erfolg war auch zu vermelden: in Kürze werden über 20 Plus-Filialen jeweils einen Betriebsrat haben. Nur gemeinsam sind wir stark.

Am 2.2. trifft sich der KBR in Hannover wieder.

Dienstag, 29. November 2011

MitarbeiterInnen von Weltbild und DBH organisieren sich bundesweit


Die Verlagsgruppe Weltbild in Augsburg und die Deutsche Buchhandel (DBH) in München bilden seit Jahren einen Konzern. Das hat ganz aktuell auch wieder Weltbild Geschäftsführer Carel Halff im Interview mit der Wirtschaftswoche bestätigt:
"Weltbild und Hugendubel arbeiten längst so eng verzahnt wie eine Firma, auch hier gilt das zuvor Gesagte."
Dem setzen die Betriebsräte der Unternehmen Weltbild, Weltbildplus, Hugendubel, Weiland, DBH Warenhaus (Karstadt) und Wohlthat Berlin jetzt einen Konzernbetriebsrat entgegen, wie ihn das Betriebsverfassungsgesetz (§ 54 Betr.VG) vorsieht. 

Als hätten wir's geahnt: Bereits Ende Oktober haben sich die Betriebsräte und Gesamtbetriebsräte der Unternehmensgruppe zu einer Sitzung als  KONZERNBETRIEBSRAT WELTBILD/DBH in Hannover getroffen. Für Augsburg wurden Dolores Sailer und Timm Boßmann mit einstimmigem Beschluss des Weltbild-BRs in das Gremium entsandt. Der KBR bündelt Informationen, koordiniert Aktionen und kann die Interessen der MitarbeiterInnen in allen Unternehmenszweigen noch besser durchsetzen. Gemeinsam fordern sie den Zukunftstarifvertrag für alle MitarbeiterInnen.

Ein Konzernbetriebsrat (KBR) ist in erster Linie eine Plattform zum Austausch von Informationen und zur Koordination gemeinsamer Aktionen. Grundsätzlich gilt: Was auf Betriebsebene entschieden werden kann, wird auch dort – also vom eigenen Betriebsrat – beschlossen. Der Konzernbetriebsrat kann die Beschlüsse des BR nicht toppen. Unter bestimmten Umständen kann ein KBR aber in die Rolle der Gewerkschaft eintreten und Tarifverträge abschließen. 

Kurz: Mit einem Konzernbetriebsrat haben wir einfach noch ein paar Möglichkeiten mehr, die wir in der aktuellen Situation nutzen werden, um den Zukunftstarifvertrag für alle MitarbeiterInnen im Konzern Weltbild/DBH durchzusetzen.

Die nächste Sitzung des KBR findet aus aktuellem Anlass am Freitag in Augsburg statt. Das Weltbild-ver.di-Blog wird über die Ergebnisse des Treffens berichten.


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