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Sonntag, 31. Januar 2016

Neues zur ALSO-Logistik – ein Beitrag von Augsburg TV

Nach der harten Entlassungswelle vor Weihnachten, bei der mehr als die Hälfte der Logistik-KollegInnen ihren Job verloren haben, bleibt die Lage angespannt. 


Die verbleibenden Mitarbeiter sind weiterhin in Sorge um eine dauerhafte Fortführung. Groß ist die Verunsicherung und groß ist das Misstrauen. So äußert sich eine Kollegin anonym in einem Fernsehbericht vom 22.01.2016. Es fehlt an positiven Signalen und glaubhaft vermittelter Motivation. Hier wäre die Insolvenzverwaltung in der Pflicht, die aber selbst nicht vor Ort ist.


Quelle: Augsburg TV


Ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck findet dafür im Beitrag von Augsburg TV klare und kritische Worte: Es sei an der Zeit von Seiten der Logistik-Insolvenzverwaltung, den Umbau konsequent anzugehen und die Mitarbeiter durch gute Personalführung auf diesem Weg mitzunehmen, um wieder ein erfolgreiches Geschäft betreiben zu können.



Quelle: Augsburg TV

Montag, 20. Juli 2015

Heute im Fernsehen: Wie Arbeitgeber versuchen, Betriebsräte fertigzumachen


Mobbing, Sabotage, Kündigung – Betriebsräte im Visier der Arbeitgeber


Ein Film von Frank Gutermuth und Wolfgang Schoen

Das Erste, Montag, 20. Juli 2015, 22.50 – 23.35 Uhr Vorschau-Video 

Pinnow in der Uckermark. Heike Becker, ehemals Sicherheitsingenieurin bei Haticon, einem Unternehmen für Solartechnik, ist auf dem Weg zu einem Privatdetektiv. Der hatte sie ausspioniert im Auftrag ihres ehemaligen Arbeitgebers. Warum? Weil sie sich als Betriebsrätin bei Haticon engagieren wollte. Nun will sie wissen, welche Daten er über sie gesammelt hat. Ob er Fotos von ihren Kindern gemacht hat. Wie tief er in ihr Privatleben eingedrungen ist. Heike Becker ist nur ein Beispiel für das, was Menschen drohen kann, die Betriebsräte sind oder werden wollen.

„Die Unternehmer haben sich einen Raum geschaffen, in dem sie sanktions- und straflos agieren können“, konstatiert Werner Rügemer, Autor einer jüngst veröffentlichten Studie zum Thema. Und diese Studie zeigt: Angriffe auf Betriebsräte sind keine Einzelfälle, sondern ein längst praktiziertes System. Eine ganze Branche professioneller Dienstleister aus PR-Agenturen, Wirtschaftsdetekteien und Anwaltskanzleien ist entstanden, um gegen Betriebsräte vorzugehen, oder sie aus dem Unternehmen zu drängen.

Das Betriebsverfassungsgesetz gibt es seit 1952. Exakt wird hier festgelegt, wann und wie das Recht auf einen frei gewählten Betriebsrat besteht. Doch das Gesetz ist häufig nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt ist. „Also nach unserer Erfahrung ist es so, dass dieser Straftatbestand der Be- und Verhinderung von Betriebsräten der Straftatbestand in der Bundesrepublik Deutschland ist, der am allerwenigsten überhaupt verfolgt wird“ so Werner Rügemer.

Das hat auch Torben Ackermann am eigenen Leib erfahren. Er gründet mithilfe der Gewerkschaft NGG im mittelständischen Unternehmen Götz Brot eine eigene Liste zur Betriebsratswahl. Aber in Waldbüttelbrunn bei Würzburg sind Gewerkschaftsvertreter im Betriebsrat nicht willkommen. Das wird Ackermann am eigenen Leib erfahren und am Ende gehen müssen.

Die Politik schaut weg

Die Justiz, so zeigen die Recherchen, verfolgt diese Straftatbestände oft nur halbherzig. Meist werden Ermittlungen nach Zahlung geringer Geldbeträge eingestellt. Auch die Gewerkschaften haben darauf bislang keine angemessene Antwort: „Man hat natürlich eine Politik des Ausgleichs, der Nicht-Konfrontation, der Verständigung mit der Arbeitgeberseite. In vieler Hinsicht ist die Gewerkschaft eine Lobbyorganisation geworden“, sagt der Arbeitsrechtsexperte Prof. Wolfgang Däubler. Und die Politik? Sieht keinen Handlungsbedarf.

Für die betroffenen Betriebsräte allerdings steht häufig ihre Existenz auf dem Spiel, viele werden krank unter diesem Druck. Denn zimperlich sind die Methoden nicht, die zur Verhinderung von Betriebsräten dienen: Mobbing, Rufmord, Ausspähung des Privatlebens, Verleumdungen, Lügen, falsche Abmahnungen, erfundene Kündigungsgründe, unrechtmäßige Kündigungen.

Engagement für andere Menschen wird bestraft

Heike Becker ist an ihrer Betriebsratstätigkeit fast zerbrochen. Sie verlor ihren Job, ihre Reputation und zeitweise auch ihre Gesundheit. „Die Gedankenschleifen sind nicht mehr weg gegangen, ich habe die ganze Zeit nachdenken müssen über das, was die mir antun.“ Dabei musste die Alleinerziehende mit ihrem Job ihre Eltern und ihre beiden Kinder ernähren. Ihre Söhne sagen heute, der Einsatz ihrer Mutter für andere Menschen wurde bestraft.

Mobbing, Sabotage und Kündigung von drei Betriebsräten werden in der Dokumentation „Die Story im Ersten“ stellvertretend für viele erzählt. Die Politik hat das mit zu verantworten. Denn flexiblere Arbeitsverhältnisse erschweren die betriebliche Mitbestimmung. Diese aber ist ein hohes Gut. Solange sich diese Missstände nicht ändern, werden Unternehmen auch in Zukunft gegen Betriebsräte vorgehen. Mit allen Mitteln.

Weitere Sendetermine

Mittwoch, 7. November 2012

Edeka/Netto: Lohndumping und Gewerkschaftsbashing


Viele Beschäftigte der EDEKA-Tochter Netto Markendiscount berichten von ständigem Arbeitsdruck, der viele KollegInnen krank macht, Leistungskontrolle, unbezahlten Überstunden und Ausbeutung von Auszubildenden. Auch bei Edeka selbst werden die Arbeitsbedingungen immer schlechter.

Darüber berichtete jetzt auch das ZDF: Bericht von Frontal21 ansehen.

Dagegen setzen sich immer mehr KollegInnen bundesweit zur Wehr. Am Freitag, den 28.09. sind die ver.di-Aktiven aus Essen an die Öffentlichkeit gegangen, um die Arbeitsbedingungen anzuprangern und Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu stellen.

Die Forderungen der Gewerkschaft sind: 
  1. Einhaltung der Netto-eigenen Stundenvorgaben. Netto hat eine Vorgabe, in der geregelt wird, wie viel Zeit eine Filiale bei einem bestimmten Umsatz pro Woche bekommt. Diese Liste wird beständig unterlaufen. Wir fordern ihre Einhaltung
  2. Als zweiten Schritt: Überprüfung, ob diese Vorgaben für die Arbeit in den Filialen ausreichen.
Wir fordern damit nur, dass Netto sich an seine eigenen Standards hält. Dass die Geschäftsleitung dazu bisher jede Diskussion verweigert ist ein Skandal.

Wie können Sie die KollegInnen bei Netto unterstützen?

1. E-Mail-Aktion: Über das ver.di-Blog www.neulich-bei-netto.de können Sie die KollegInnen bei Netto direkt unterstützen. Schreiben Sie eine E-Mail an die Netto-Geschäftsleitung, um sich hinter die Forderung der KollegInnen zu stellen.

2. Machen Sie die KollegInnen im Netto-Markt um die Ecke auf die Homepage aufmerksam, damit immer mehr KollegInnen Interesse bekommen aktiv zu werden.

Donnerstag, 26. Juli 2012

ZALANDO im Shitstorm nach ZDF-Bericht

Wer gestern die Zoom-Reportage über ZALANDO und AMAZON im ZDF gesehen hat, weiß worüber sich Tausende jetzt im Internet aufregen: miserable Arbeitsbedingungen, Mini-Löhne (7,01 Euro!) und zum Pinkeln müssen hunderte Mitarbeiter in einen Container mitten in der Versandhalle.

Das Online-Fachmagazin Meedia berichtet über die Entrüstung der KundInnen:

ZALANDO im Shitstorm

Die Reaktion der ZALANDO-Geschäftsführung zeigt: Massiver öffentlicher Druck ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, wenn MitarbeiterInnen angemessene Arbeitsbedingungen fordern. Arbeitgeber sollten sich gut ansehen, was passiert, wenn die Wut der KundInnen erstmal entfesselt ist.

Ab heute kann man die ZDF-Reportage hier angucken.

Wer ZALANDO die Meinung sagen will, findet das Unternehmen in Facebook.

Kritische Informationen der ver.di über Amazon finden Sie im Amazon-ver.di-Blog.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Achtung: heute um 22:45 Fernseher einschalten!

Heute Abend um 22:45 Uhr kommt im ZDF eine Reportage über die Arbeitsbedingungen bei online-Versandhäusern wie Amazon und Zalando: ZDF-Zoom: "Gnadenlos billig"

»Die Kunden schreien vor Glück, heißt es in mancher Werbung. Viele Mitarbeiter hingegen sind weniger glücklich. In riesigen Logistikzentren arbeiten für Zalando, Amazon und Co. tausende Beschäftigte, viele als Zeitarbeiter. Sie packen Pakete nahezu rund um die Uhr. Gezahlt wird oft nur der gesetzliche Mindestlohn.
Experten kritisieren, dass sich die Arbeitswelt in Deutschland drastisch verändert habe. Es gebe viel häufiger eine Kombination von harter Arbeit mit besonders schlechten Arbeitsbedingungen. ZDFzoom blickt hinter die Kulissen einer boomenden Branche: Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in Deutschland im Online-Versandhandel auf 34 Milliarden Euro.«
Quelle: Programmhinweis des ZDF

Unter dem Link oben findet ihr ab morgen die Sendung auch zum "Nachgucken" im Internet. 

Wer die Sendung gesehen hat, kann gern das Kommentarfeld unter diesem Beitrag nutzen, um mit den KollegInnen zu diskutieren. Wir sind jedenfalls sehr gespannt…

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.