Am 31. Januar 2018 findet die Betriebsratswahl bei Weltbild statt.
Wir stellen euch alle 16 Kandidaten der Liste 1 "Gute Arbeit" vor.
Timm Boßmann, 51 Jahre
WELTBILD: Einst Vorzeigeunternehmen der katholischen Kirche und Europas größter Buchversender. 2014 die spektakuläre Pleite. Dann übernahm der Milliardär Walter Dröge das Ruder und fuhr mit der verbliebenen Belegschaft Schlitten. Hunderte weitere KollegInnen verloren ihren Job und ständig wechselnde Geschäftsführer verstrickten sich in eine Dauerfehde mit dem Betriebsrat. Seit März 2019 ist es wieder ruhiger. Das Unternehmen ist stabil, GF und BR bemühen sich um eine konstruktive Zusammenarbeit.
Ein anstrengender Tag liegt hinter den Mitgliedern des Wahlvorstands und den vielen freiwilligen WahlhelferInnen. Der mehrwöchige Wahlkampf der KandidatInnen von vier unterschiedlichen Listen hat Früchte getragen: lange Schlangen vor den Wahllokalen und körbeweise Briefwahlunterlagen zeigen, wie wichtig den Weltbild-MitarbeiterInnen der neue Betriebsrat ist.
Als um 18 Uhr die letzten Abstimmungsräume schließen, fängt die Arbeit erst richtig an: sechs große Wahlurnen werden aufgeschlossen, weit über 1.000 Stimmzettel müssen von ihren Umschlägen befreit und gezählt werden. Gegen 19:30 Uhr verkündet Josef Trutt als Vorsitzender des Wahlausschusses die Ergebnisse.
Die Wahlbeteiligung ist noch höher als vor vier Jahren. Im Angestelltenbereich sind sogar zweistellige Zuwächse zu verzeichnen. Damit geht der neue Betriebsrat deutlich gestärkt in die nächste Amtsperiode. Dafür ein dickes Danke an alle WählerInnen, die ihr Recht auf Mitbestimmung wahrgenommen haben!
Eindeutiger Sieger der Wahl ist die Gewerkschaftsliste von ver.di: Die Liste, auf der in diesem Jahr auch sehr viele Angestellte angetreten sind, erhält über 70% der gültigen Stimmen.
Darauf folgt die Liste namens "Betriebsratswahl 2010" von Tina Ederer und Michael Haugg, die beide im neuen Betriebsrat vertreten sein werden. An dritter Stelle die Liste "Contra......" von Rosemarie Martin, die als "Einzelkämpferin" ein exzellentes Ergebnis erzielt hat und zukünftig eine starke Position im Betriebsrat einnehmen wird. Die vierte Liste "LZ Wegemer" landete auf dem letzten Platz: Spitzenkandidat Raimund Wegemer eroberte den 13. Sitz im Betriebsrat.
Die Stimmen wurden gemäß Betriebsverfassungsgesetz nach den Grundsätzen der Verhältniswahl ausgezählt und ergeben folgende Platzierungen:
1. Peter Fitz (758 Stimmanteile)
2. Visnja Bernhard (379 Stimmanteile)
3. Josef Trutt (253 Stimmanteile)
4. Hedwig Zogler-Hasanaj (190 Stimmanteile)
5. Peter Reichert-Meissl (152 Stimmanteile)
6. Tina Ederer (136 Stimmanteile)
7. Dolores Sailer (126 Stimmanteile)
8. Timm Boßmann (107 Stimmanteile)
9. Rosemarie Martin (97 Stimmen)
10. Lyudmila Katzmeier (95 Stimmanteile)
11. Peter Neidlinger (84 Stimmanteile)
12. Charmaine Müller (76 Stimmanteile)
13. Raimund Wegemer (69 Stimmanteile)
14. Michael Ferentschik (68,9 Stimmanteile)
15. Michael Haugg (68 Stimmanteile)
16. Sabine Rath (63 Stimmanteile)
17. Johannes Ihmenkamp (58 Stimmanteile)
(Die Stimmanteile ergeben sich aus der Division der Gesamtstimmen für eine Liste durch die Platzierungsnummer des oder der KandidatIn.)
Alle KandidatInnen bedanken sich für das entgegengebrachte Vertrauen. Die konstituierende Sitzung des neuen Betriebsrats findet am Freitag statt. Wir werden Sie in diesem Blog über die Arbeit des Betriebsrats wie gewohnt auf dem Laufenden halten.
DANKE FÜR IHRE STIMME !!!

Die Entscheidungsstrukturen im Unternehmen werden immer intransparenter. Sogar Führungskräfte werden über die strategischen Unternehmensziele im Unklaren gelassen. Die Geschäftsführung trifft einsame Entscheidungen und drückt diese von oben knallhart durch. Kompetente und fleißige MitarbeiterInnen werden an Entscheidungen nicht beteiligt, sondern KritikerInnen einfach aufs Abstellgleis geschoben. So entstehen die Fehler, die unser Unternehmen in die Schieflage bringen und unser aller Jobs gefährden.
Die Gewerkschaftsliste tritt ein für flache Hierarchien und Mitspracherecht. Wir wollen ein betriebliches Vorschlagswesen einführen. Die MitarbeiterInnen müssen endlich wieder gehört und ernst genommen werden!
Wann haben Sie Ihre letzte Gehaltserhöhung bekommen? Jedes Jahr meldet Weltbild neue Umsatzrekorde. Nur wenn’s ums Geld geht, ist plötzlich von Krise die Rede. Das ist ungerecht! Der Betrieb erwartet Leistung – zu Recht. Wir fordern gutes Geld für gute Arbeit: Wer viel arbeitet, soll sich auch etwas leisten können!
Deshalb kämpft die Gewerkschaftsliste für gerechte Gehaltsstrukturen, vernünftige Eingruppierungen und angemessene Prämien.
Bis zur Rente dauert’s immer länger. Wer täglich 140% Leistung bringen muss, hat keine Chance, den Ruhestand gesund zu erreichen. Statt Rente gibt’s am Ende bloß Hartz IV! Nicht nur die Knochenarbeit in Lager/Versand macht krank. Auch im Büro leiden immer mehr an Überforderung und Stresskrankheiten.
Deshalb fordern wir Rücksicht auf kranke KollegInnen und die Ausweitung des Präventionsprojekts GRAzil auf den Angestelltenbereich.
Durch den Wegfall von Arbeitsplätzen steigt die Arbeitslast. Die Aufgaben werden trotz gegenteiliger Versprechungen nicht weniger. Die Folge: Stress und Überstunden ohne Ende. Wir meinen: Alle MitarbeiterInnen haben ein Recht auf planbare Freizeit und ein Leben mit Familie und Freunden. Die 37,5-Stunden-Woche ist keine Kann-Bestimmung, sondern im Tarif festgeschriebenes Anrecht der Belegschaft!
Deshalb kämpft die Gewerkschaftsliste für eine vernünftige und faire Arbeitszeitvereinbarung.
Kinder sind – auch im katholischen Unternehmen Weltbild – immer noch Auslöser für einen Karriere-Knick. Werdende Mütter fürchten um ihren Job, nach der Elternzeit ist die frühere Arbeitsstelle oft weg. Es fehlen familienfreundliche Teilzeitregelungen und Aufstiegschancen lösen sich mit der Schwangerschaft Luft auf.
Deshalb fordern wir fordern eine vorausschauende Personalplanung. Die Gleichstellung von Frauen und Müttern muss Unternehmensziel werden!
Weltbild beschäftigt je nach Saison bis zu 850 LeiharbeitnehmerInnen. Die Bezahlung ist miserabel, ihre rechtliche Situation prekär. Oft erfahren die KollegInnen erst morgens, ob, wann und wo sie eingesetzt werden.
Die Gewerkschaftsliste fordert gleiches Geld für gleiche Arbeit und klare Regelungen zur Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis. Dafür wollen wir mit der Geschäftsführung eine eigene Betriebsvereinbarung aushandeln.
Seit dem Scheitern der ersten Verkaufsrunde wird ein knallhartes Kostenprogramm durchgezogen: Nicht um Arbeitsplätze zu sichern, sondern um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen. Das ist unfair! Bis heute sagt die Geschäftsführung nicht, wie es wirklich um das Unternehmen steht.
Deshalb verlangen wir Einsicht in die Geschäftszahlen und ein umfassendes Mitspracherecht bei allen Maßnahmen, die Arbeitsplätze gefährden könnten.
Wir haben viel vor! Unterstützen Sie die Gewerkschaftsliste, damit wir uns für Sie stark machen können. Wir kämpfen für Ihren Job, Ihr Geld und Ihre Rechte.
Helfen Sie uns, damit wir Ihnen helfen können!









• Verbesserungen bei der Heizung und Lüftung zur Schaffung eines besseren Raumklimas in den BetriebsstättenNeben diesen Maßnahmen sieht Visnja Bernhard aber weiteren Bedarf für Verbesserungen:
• Einsatz von technischen Hilfsmitteln zur Erleichterung schwerer körperlicher Arbeiten
• ein Informationskonzept zur Optimierung der internen Kommunikation z. B. bei Teambesprechungen und zur Integration von Mitarbeiter-Vorschlägen
• ein Schulungspaket für die Weiterbildung von Vorgesetzten zur Verbesserung des Führungsverhaltens
• Arbeitszeiten – mehr freie Wochenenden"Das können MitarbeiterInnen und Betriebsrat nur gemeinsam durchsetzen", betonte Bernhard. "Alleine geht nix!" "Guter Arbeitsschutz braucht gute Vereinbarungen", präzisierte Tatiana Fuchs abschließend. Und die fänden ihren Niederschlag letztlich in guten Tarifverträgen.
• Arbeitsdruck – Gesundheit vor Auslieferung
• Lärmbelastung – Spezialisten einsetzen
• Hitze/Kälte – weitere Lösungen müssen gefunden werden