Dienstag, 27. Oktober 2009

Die "10 Gebote" von Weltbild – Teil 3


In diesem Blog stellen wir in lockerer Folge die Unternehmensleitlinien vor, wie sie 2003 von der Geschäftsführung verkündet wurden. Dabei überprüfen wir kritisch, ob die "10 Gebote" von Weltbild auch eingehalten werden. Die vorangegangenen Teile dieser Serie können Sie hier nachlesen und gerne auch kommentieren: Teil 1 Teil 2

§3 Unser Angebot
Leitmedium unseres Angebots ist das Buch, das uns unverwechselbar macht und von dem wir in hohem Maße unsere Kompetenz und Glaubwürdigkeit beziehen.
Die anderen Kaufmedien wie CDs, Videos und DVDs, Software, Games, Kalender, Gesellschaftsspiele, Sammlereditionen und Zeitschriften sind ebenfalls Kernsortiment.
Dies wird ständig um attraktive Versandsortimente, in medienaffinen Bereichen rund um Haus und Familie, erweitert: Hobby und Freizeit, Praktisches und Nützliches, Schule und Beschäftigung, Dekoration und Geschenk. Alle Angebote berücksichtigen konsequent die Qualitätserwartung der Kunden.

Schön wär's – wir meinen:

Unverwechselbar ist am Weltbild-Angebot zur Zeit leider gar nichts. Von einer besonderen Kompetenz bei der Auswahl der Artikel ist wenig zu spüren. Die Buchangebote, die ohnehin nur noch rund 50% des Katalogs ausmachen, sind vollkommen austauschbar und werden nach Marktforschungs-Ergebnissen ausgesucht. Überraschungen? Trendsetter-Angebote? Titel, die wirklich nur Weltbild anbietet? Im Katalog suchen unsere KundInnen vergebens. Und im Internet heißt es lapidar: "Wir haben alles".

Im Non-Book-Bereich wird dagegen fleißig experimentiert: von Kleinmöbeln über Motorroller bis hin zur Wurst. Alles findet seinen Platz im Katalog des "Katholischen Buchversenders". Ob sich unsere KundInnen in diesem Wirrwarr noch zurecht finden? Die Umsatzzahlen sprechen dagegen.

Die Qualität? "Hauptsache billig!" Das ist heute die einzige Antwort auf die "Qualitätserwartung der Kunden".

Unser Fazit:

Einige wenige (wie Amazon) haben wirklich "alles" – und technische Lösungen gefunden, wie sie ihren Kunden ein riesiges Sortiment zugänglich machen können, ohne selbst ein finanzielles Risiko zu laufen. Andere (wie Quelle) haben alles auf "alles" gesetzt und verloren.

Warum laufen die Weltbild-Strategen überlegenen Konkurrenten hinterher bzw. setzen auf überholte Konzepte? Im Marketing-Sprech nennt man das "me-too-Positionierung", und BWL-StudentInnen lernen schon im ersten Semester, das es so nicht geht.

Die frühere Stärke von Weltbild lag im mit viel Sachkenntnis und feinem Gespür ausgesuchten, klar abgegrenzten Angebot. Service und Versand kamen aus einer Hand, nämlich von hochmotivierten MitarbeiterInnen aus Augsburg. Darauf konnten sich unsere KundInnen verlassen. Weltbild kannte (und schätzte) seine Zielgruppe. Der Katalog war in vielen Haushalten ein gern gesehener Gast. Heute trommeln wir wie eine Drückerkolonne gegen die Haustür und wundern uns, wenn es heißt "Wir kaufen nichts!"

Wir MitarbeiterInnen würden uns wünschen, dass sich Weltbild wieder auf seine alten Tugenden zurückbesinnt. Dazu muss man Atem holen und genau nachdenken, was unsere Kunden 2010 - 2020 von uns erwarten. Keine leichte Aufgabe. Dafür braucht man Ideen, Durchhaltevermögen und ein langfristiges Ziel. Vielleicht brauchen wir dafür mittlerweile sogar Hilfe von außen. Aber neue Geschäftsführer mit McKinsey-Meriten, denen außer Personalabbau eh nichts einfällt, helfen in dieser Situation bestimmt nicht weiter!

Montag, 26. Oktober 2009

Interne Versetzung – es kann auch gutgehen!


Vor einigen Tagen haben wir darüber berichtet, wie KollegInnen unter Druck gesetzt werden, die im Zuge der Restrukturierung auf neue Arbeitsplätze versetzt wurden. Jetzt hat sich eine KollegIn bei uns gemeldet, der/die glücklicherweise positive Erfahrungen gemacht hat. Wir veröffentlichen diesen Beitrag hier vollständig im Original:

In diesem Jahr haben unangenehme und teils wenig einleuchtende Unternehmensentwicklungen stattgefunden. Das will ich nicht schön reden, aber dennoch sollte auch etwas Positives nicht unerwähnt bleiben.

Neben den Kündigungen gab es auch einige interne Versetzungen innerhalb des Unternehmens. Jetzt kann ich natürlich nur aus eigener Erfahrung sprechen. Andere mögen es anders empfunden haben. Aber eine solche Versetzung kann durchaus auch neue Perspektiven eröffnen. Ich war geschockt und fand es sehr schade, aus einem guten Team herausgerissen zu werden und das vertraute Kollegen- und Arbeitsumfeld verlassen zu müssen. Aber ich habe auch gemerkt, dass man in der neuen Abteilung sehr gut aufgenommen werden kann.

Insbesondere weil mittlerweile viele Weltbildler um ihre Jobs fürchten und anfangen, sich darüber, wie es weitergehen mag, Gedanken zu machen. Von daher bringen die Kollegen jemandem, der von einer Versetzung betroffen ist, erfreulich viel Zuspruch entgegen. Und natürlich auch, weil sie sich über Unterstützung freuen. Denn durch die Stellenstreichungen ist das Arbeitsaufkommen generell ja nicht weniger geworden, sondern nimmt für die verbleibenden Mitarbeiter oft noch zu.

Eine interne Versetzung ist, sofern die Arbeit vergleichbar ist und keiner üblen Degradierung gleichkommt, die bessere Alternative zu einer Kündigung. Weltbild sollte sich, meiner Ansicht nach, verstärkt bemühen, solche Alternativen zu suchen und anzubieten, bevor man gute Mitarbeiter vor die Tür setzt.

Wir freuen uns mit dem/der KollegIn, und hoffen, dass die Geschäftsführung dieses positive Feedback als Ansporn nimmt: Suchen Sie nach ernsthaften Alternativen zur Entlassung! Und gewähren Sie den KollegInnen jede Unterstützung und die nötige Zeit, sich auf ihren neuen Arbeitsplätzen zurecht zu finden! Die Kraft unseres Unternehmens liegt in seinen MitarbeiterInnen.

Und an Sie, liebe KollegInnen, hier noch einmal der Aufruf: Beteiligen Sie sich an diesem Blog! Verfassen Sie selbst Kommentare oder schreiben Sie ein Mail an den Betriebsrat: wb-betriebsrat@web.de Jeder Beitrag ist willkommen. Das Weltbild Verdi Infoblog gibt Ihnen eine Stimme!

Betriebsversammlung am Dienstag – offene Fragen willkommen!


Am morgigen Dienstag lädt der Betriebsrat zur Betriebsversammlung ein. Das ist der richtige Zeitpunkt, um kritische Fragen loszuwerden. Wenn Sie diese Fragen nicht selbst im großen Kreis stellen möchten, übernimmt das Ihr Betriebsrat für Sie.

Nutzen Sie diese Gelegenheit und schicken Sie Ihre Fragen und Diskussionsbeiträge an wb-betriebsrat@web.de.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem folgende Punkte:

Tätigkeitsbericht des Betriebsrats
Aktuelles zum Projekt GRAziL (Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes)
Der Weltbildhaustarifvertrag zur Altersteilzeit (Stefan Kraft, Ver.di)
Geschäftsbericht (Carel Halff, Leitender Geschäftsführer)

Die Teilnahme an der Betriebsversammlung zählt zur Arbeitszeit. Niemand darf Ihnen die Teilnahme verwehren – auch nicht indirekt durch das Ansetzen wichtiger Konferenzen o.ä.. Die Betriebsversammlung hat arbeitsrechtlich Vorrang!

Wir freuen uns auf Ihre zahlreiche Teilnahme und viele kritische Fragen!

Freitag, 23. Oktober 2009

Neuer Service: Infoblog jetzt mit RSS-Feed


Sie möchten sofort informiert werden, wenn im Weltbild Verdi Infoblog ein neuer Artikel online steht? Sie wollen wissen, ob es neue Kommentare zu den Beiträgen gibt? Dann können Sie ab sofort unseren kostenlosen RSS-Feed-Service nutzen. Die entsprechenden Buttons finden Sie oben in der linken Spalte dieser Website.

RSS (Really Simple Syndication) ist ein Service auf Webseiten, der, ähnlich einem Nachrichtenticker, die Überschriften mit einem kurzen Textanriss und einen Link zur Originalseite enthält. Die Bereitstellung von Daten im RSS-Format bezeichnet man auch als RSS-Feed (engl. to feed – im Sinne von versorgen, einspeisen, zuführen). Er liefert dem Leser, wenn er einmal abonniert wurde, automatisch neue Einträge. (Die vollständige Erklärung können Sie bei Wikipedia nachlesen.)

Diese Einträge können Sie in allen modernen Browser (z.B. Firefox) oder speziellen Feedreadern (z.B. Bloglines) anzeigen lassen. Sie können sich Aktualisierungen per E-Mail schicken lassen oder auf Ihrem Handy anzeigen.

Zugegeben: RSS-Feeds sind etwas für versierte Internet-NutzerInnen, und die Nutzung ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber LeserInnen, die viele Blogs verfolgen, und die Übersicht behalten wollen, schätzen diesen Service umso mehr. Nachdem wir einige Anfragen von unseren KollegInnen aus dem IT-Bereich erhalten haben, wollen wir ihnen diese moderne Technik natürlich nicht vorenthalten. Viel Spaß - wir halten Sie auf dem Laufenden!

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Aus für die Quelle: Missmanagement kostet mindestens 4.000 KollegInnen den Job!


Nun ist es also doch passiert: Die Quelle macht dicht. Nicht einmal vier Monate lang hat der staatliche Massekredit über 50.000.000 Euro das sinkende Dickschiff des deutschen Versandhandels über Wasser halten können. Ab 1. November stehen mindestens 4.000 KollegInnen auf der Straße. Experten rechnen mit dem Verlust von vielen hundert weiteren Arbeitsplätzen in den nächsten Monaten bei Dienstleistern und Lieferanten.

Der Untergang der Quelle ist ein Paradebeispiel für Misswirtschaft und Manager-Größenwahn. Erst 2005 hatte Thomas Middelhoff den Vorstandsvorsitz bei Quelle übernommen. Dabei hatte der smarte Manager weder Erfahrung im Einzelhandel noch als Sanierer kränkelnder Konzerne, zu denen die Quelle schon damals gehörte.

Bis 2002 hatte "Big T" mit dem Vermögen der Bertelsmänner spielen dürfen. Eigentlich sollte er in Gütersloh das Online-Geschäft ausbauen, und den Medienversand im Netz voranbringen. Stattdessen spekulierte er auf Teufel komm' raus - teilweise durchaus erfolgreich - bis es dem alten Mohn zu bunt wurde und er den Lautsprecher nach nur vier Jahren vor die Tür setzte. Wir erinnern uns: bertelsmann-online (bol) wurde zum Rohrkrepierer, der Club wird derzeit brutal restrukturiert, viele Ableger in Europa wurden schon dicht gemacht. Middelhoff störte das wenig: Er ging mit einer fetten Abfindung.

Dieser Mann sollte nun die Quelle retten? Statt für Umsätze und Gewinne zu sorgen, verpasste Middelhoff dem Konzern erstmal für viel Geld neue Namen: Arcandor bzw. Primondo. Er spielte weiter mit dem Geld, dass die MitarbeiterInnen über Jahrzehnte erwirtschaftet hatten, kaufte Firmen hinzu, ließ sich am Ende gar auf windige Immobiliengeschäfte ein, für die er sich demnächst womöglich vor Gericht verantworten muss. Im Dezember letzten Jahres schließlich verlässt Middelhoff die Quelle bzw. Arcandor. Der Turnaround sei geschafft, verkündet er großspurig. In Wirklichkeit ist der Untergang nicht mehr aufzuhalten.

Die Angebotspolitik stimmt nicht, Synergien zwischen Warenhäusern und Versand? Fehlanzeige. Und im Internet kommt der größte deutsche Versender auch nicht voran. Die Manager kriegen den Moloch Arcandor einfach nicht in den Griff, können oder wollen die strategischen Fehlentscheidungen nicht korrigieren. Die MitarbeiterInnen verzichten auf ihre Gehälter, schließlich springt sogar der Staat ein. Am Ende hat es nichts genutzt.

Jetzt ist Weltbild mit 1.940.000.000 Euro Jahresumsatz der Branchenprimus. Bleibt zu hoffen, dass unsere Manager darüber nicht größenwahnsinnig werden, sondern aus den Fehlern der Quelle lernen und in Augsburg die richtigen Weichen stellen. Der rigide Sparkurs, den die Geschäftsführung derzeit fährt, ist jedenfalls eine wenig unternehmerische Antwort auf die Veränderungen in der Versandhandelslandschaft.

Interessante Artikel zur Quelle-Pleite:




Montag, 19. Oktober 2009

Wie erkenne ich Mobbing??


Jeder kennt den Begriff und verwendet ihn. Aber was ist Mobbing eigentlich genau?
Für „Mobbing“ gibt es keine gesetzliche Definition, wie es etwa bei der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz (vgl. §2 Abs. 2 Beschäftigtenschutzgesetz) der Fall ist. Es gibt eine Reihe das Phänomen beschreibender, meist arbeitswissenschaftlicher Begriffsbestimmungen, bei denen das zum Ausdruck kommt, was Mobbing letztendlich ausmacht: die Verbundenheit einzelner Handlungen durch ein unsichtbares „Band“. Insoweit kann Mobbing durchaus mit einer Perlenkette verglichen werden: Ist die einzelne Perle auch noch so unbedeutend, so wächst ihr Wert mit dem Hinzukommen weiterer Perlen, wobei der Faden die Verbindung zwischen den einzelnen Perlen herstellt.

Definition des Bundesarbeitsgerichts: Mobbing ist das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte.

Motive der Mobber und Folgen für die Gemobbten
Für eine Repräsentativstudie wurden Mobbingbetroffene nach den Motiven gefragt, die nach ihrer Einschätzung zu Mobbing geführt haben. Hier die Antworten:

Ich wurde gemobbt, weil ich ... bzw. wegen ... (Mehrfachnennungen waren möglich)
• unerwünschte Kritik geäußert habe (60,1 %)
• als Konkurrenz empfunden wurde (58,9 %)
• der/die Mobber neidisch auf mich war/waren (39,7 %)
• es Spannungen zwischen mir und meinem Vorgesetzten gab (39,4 %)
• meiner starken Leistungsfähigkeit (37,3 %)
• ein Sündenbock gesucht wurde (29,1 %)
• meines Arbeitsstils 28,5 %...
• der/die Mobber meinen Arbeitsbereich an sich ziehen wollte/ wollten 24,8 %...
• meiner angeblich unzureichenden Leistungen 23,3 %...
• neu in die Abteilung/Gruppe gekommen bin 22,1 %...
• meines persönlichen Lebensstils 17,7 %...
• eine Mann bzw. eine Frau bin 12,5 %...
• meines Aussehens 9,1 %...
• meiner Nationalität 3,8 %...
• meiner sexuellen Orientierung 2,3 %
• Sonstige Motive 28,2 %
• Ich weiß nicht, weshalb ausgerechnet ich gemobbt wurde 7,9 %

Fühlen Sie sich gemobbt??
Machen Sie den Mobbing Test und lesen Sie bitte auch die Auswertung durch!

Zum Mobbing-Check hier klicken.

Sollte sich bei dem Test heraustellen, das Sie gemobbt werden, machen Sie sofort einen Termin beim Betriebsrat. Warten Sie keinen Tag länger, denn Mobbing macht krankt und hört nicht von selber auf. Sie erreichen uns während unserer Bürozeiten von Mo. bis Fr. zwischen 7-17 Uhr unter den Durchwahlnummern im Haus: -2450; -4950; -4722; -9518

Noch eine Seite mit Beratungsstellen und Infos rund um das Thema Mobbing finden Sie hier: Mobbing-Web

Sonntag, 18. Oktober 2009

Ergebnis der Umfrage "Wie gefallen Ihnen die neuen Plus-Filialen?"


Nachdem einige Plus-Filialen ein neues Design verpasst bekamen, feierte die Geschäftsführung das gleich als großen Erfolg. Aus der jüngeren Vergangenheit wissen wir ja, was von diesen Verlautbarungen zu halten ist. Wir wollten deshalb von Ihnen wissen, wie Sie persönlich die Umgestaltung finden.

Die Meinungen in der Belegschaft sind geteilt:

40% finden das neue Laden-Konzept überzeugend, und meinen "Das bringt neue Kunden!"
31% finden das neue Filial-Outfit schlecht: "Das kostet sinnlos Geld!"
13% meinen "Scheußlich – schlimmer als das alte Konzept!"
13% halten das Redesign für irrelevant: "Das hätte man genauso gut lassen können!"

In unserer neuen Umfrage möchten wir wissen: Wie motiviert gehen Sie heute an die Arbeit?

Im Juli vergangenen Jahres ließ Focus die Bombe vom – klammheimlich verhandelten – Weltbild-Verkauf platzen. Seit Anfang des Jahres durchkämmt die Unternehmensentwicklung alle Abteilungen und setzt KollegInnen auf die Straße. Sicher hat das auch Auswirkungen auf Ihre persönliche Arbeitsmotivation. Stimmen Sie mit ab und zeigen Sie der Geschäftsführung, welche langfristigen Folgen Geheimnistuerei und eine rücksichtslose Personalpolitik haben.

Samstag, 17. Oktober 2009

Die Kirche und die Finanzethik


Während die Unternehmensentwicklung bei Weltbild in McKinsey-Manier den Besen schwingt, hält unser Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Donaubauer christliche Reden vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Über den Vortrag "Brauchen wir eine neue Finanzethik?" berichtete die AZ kürzlich:
Auch die Kirche sei den Bedingungen der Wirtschaft unterworfen und beispielsweise vor Entlassungen in der Zukunft nicht gefeit. Auch die Leiharbeit im Weltbildverlag, von einigen Zuhörern deutlich kritisiert, sei moralisch vertretbar. „Man kann der Kirche und dem Weltbild-Verlag nicht vorwerfen, dass sie sich legaler Möglichkeiten bedienen, damit das Unternehmen weiter existieren kann. Wenn die Firma das nicht tun würde und dadurch schließen müsste, würden Tausende ihren Arbeitsplatz oder ihre Verdienstmöglichkeiten verlieren - das wäre unethisch.
Wie ist das zu verstehen? Die Kultur des Maßhaltens, langfristige Ziele, der Mensch im Mittelpunkt (…) und was unser Oberboss sonst Salbungsvolles gefordert hat, gelten offenbar nur so lange als erstrebenswert, bis es ans Eingemachte geht: an das Geld der Kirche. Dann ist Schluss mit Predigen und der gesetzliche Rahmen ersetzt den christlichen Anspruch! Schlimm, wie wenig Selbstbewusstsein die Kirche als moralische Instanz noch hat – und peinlich, wenn Donaubauer meint, das durch "Gespräche und Öffentlichkeitsarbeit" auch noch verbreiten zu müssen!

Den kompletten Artikel kann man hier nachlesen und im AZ-Forum kommentieren: Augsburger Allgemeine

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Nach der Restrukturierung – einE KollegIn berichtet


Die Zeit der großen Aufregung in unserer Abteilung ist vorbei. Die Karawane der Unternehmensentwickler ist weitergezogen – und hat gottlob nur geringe Schäden hinterlassen. Wir alle wurden ein bisschen durchgemischt, haben neue Aufgaben hinzubekommen, und im Endeffekt jetzt (natürlich) mehr Arbeit auf dem Tisch als vorher.

Trotzdem beschwert sich kaum jemand. Warum bloß?

Grund Nr. 1: Alle sind froh, dass sie noch einen Arbeitsplatz bei WB haben.

Grund Nr. 2: Die gebetsmühlenartig von unseren kleinen, großen und ganz großen Chefs vorgetragenen Aussagen a) und b).

Aussage a): Die Arbeit ist ja weniger geworden. Die Projekte x,y und z wurden gecancelt und außerdem produzieren wir ja sowieso weniger Output als im vorigen Geschäftsjahr…

Aber die Wahrheit ist: Das war bestenfalls eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt X. Inzwischen sind aber die Projekte a,b, und c neu hinzugekommen – und das Projekt n hat sich im Umfang verdoppelt… Und das alles bei deutlich reduziertem Personal (Elternzeit, Versetzungen, zusätzliche, neue Aufgaben).

Wie wird das alles bewältigt? Durch Überstunden (siehe Zeitkontosalden) und Outsourcing (freie Mitarbeiter).

War das der Zweck der Übung? Ist das wirklich kostendämpfend?

Aussage b): Die technischen Fortschritte, Synergien und Standardisierungen sowie besonders die Programmerweiterung »easy going« lässt uns alle doppelt so schnell arbeiten – bei gleichbleibender Qualität…

Aber die Wahrheit ist: Bei unseren Standardisierungen gibt es mehr Ausnahmen als Standards, die eine vermeintliche Zeitersparnis glatt wieder wegfressen. Und die neuen Programme machen hauptsächlich dadurch von sich reden, dass sie erwartet oder unerwartet »downtime« feiern und alle 14 Tage eine neue Version installiert werden muss. Immer öfter hört man im Kollegenkreis die Aussage: "Früher ging's leichter und schneller."

Fazit: Wir haben weniger Leute und mehr Arbeit. Und das Tollste ist:
Wir fühlen uns gut dabei!

(Jedenfalls bis die ersten umkippen: Burnout, Bandscheibenvorfall, Kreislaufkollaps und Co. lassen grüßen.)

Und wie seht ihr das? Schreibt uns hier, wie die Arbeit in eurer Abteilung läuft.

Samstag, 10. Oktober 2009

Bei Umstrukturierung in eine andere Abteilung versetzt!


Ist die Versetzung tatsächlich als eine neue Chance zu sehen, oder ist der neue Arbeitsplatz ein Schleudersessel? Das fragen sich viele KollegInnen, die vor die Wahl gestellt werden: Kündigung oder Arbeitsplatzwechsel.

Hierzu gibt es einen konkreten Fall, in dem die Kolleginnen nur schleppend eingearbeitet, im Team nicht wirklich aufgenommen und integriert wurden. Auf Fehler, die ihnen unterlaufen sind, wurden sie nicht von den Kollegen hingewiesen, sondern bei der Vorgesetzten „angeschwärzt“!!

Diese „Fehler“ sollten ihnen dann zum Verhängnis werden, wenn es nach der Personalabteilung und der Vorgesetzten gegangen wäre: Es wurde ihnen ein „Angebot“ gemacht mit Abfindung zu gehen, einen Arbeitsplatz mit mehr als einer Lohngruppe Verlust anzunehmen, oder es würde ihnen eine Abmahnung erteilt werden und dann noch eine, wenn sie weiterhin Fehler machen würden. Dann müssten sie sowieso gehen!!

Nach Einschalten des Betriebsrates stellte sich heraus, dass die Fehler nicht einmal genau zuortenbar auf Personen waren. Es gab natürlich keine Abmahnung, da kein Grund da war und die Kolleginnen sind weiter auf ihrem Arbeitsplatz.

Nun gibt es eine neue Strategie gegen die Kolleginnen! Sie schaffen das Pensum angeblich nicht. Der wurde so hoch geschraubt, dass es nicht zu schaffen ist.

Der Betriebsrat unterstützt die Kolleginnen natürlich weiterhin, damit sie sich nicht entmutigen lassen und nicht aufgeben, obwohl sie einem enormen Druck ausgesetzt sind.

Es stellt sich hier die Frage, wie ernst es dem Unternehmen damit war, den Kolleginnen den Arbeitsplatz zu sichern. Es sieht wohl eher danach aus, dass sie auf Umwegen doch aus dem Haus „komplimentiert“ werden. Zudem glauben wir, dass es damit zu tun hat, dass es sich um Kolleginnen handelt, die in Teilzeit arbeiten, und dies dem Arbeitgeber ein „Dorn“ im Auge ist.

Wir wollen hier nicht pauschalisieren, jedoch finden wir es schon erwähnenswert, wie mit langjährigen Kolleginnen hier im Hause umgegangen wird.

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.