Am Freitag hat die Geschäftsleitung der ALSO Logistics dem Betriebsrat ihr Restrukturierungskonzept vorgestellt: 120 Vollzeitstellen sollen wegen schlechter Umsätze entfallen. Umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen gefährden zusätzlich 40 - 60 Jobs. Weitere 30 KollegInnen werden mit Kündigung bedroht, um Urlaubskürzungen und die Erhöhung der Wochenarbeitszeit durchzusetzen. In Summe sind damit in der Logistik rund 200 Vollzeitstellen in Gefahr.
Im November hatte die Geschäftsführung der WELTBILD Retail bereits angekündigt, rund 200 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen zu wollen. Als Grund wurden sinkende Umsätze genannt. Diese sind durch die massive Senkung des Werbeetats aber selbst verursacht worden.
Der Umsatzrückgang schlägt nun direkt auf die Auftragslage der Logistik durch. Deshalb sollen dort weitere 120 Vollzeitstellen gestrichen werden. Nach dem Willen von Hermann Scharl und Hans Schmitz-Wenzel von ALSO sollen tatsächlich hauptsächlich Vollzeitbeschäftigte gehen. JahresteilzeitlerInnen werden geschont, weil sie flexibler einsetzbar sind.
Insgesamt geht es bei Retail und ALSO um 400 Arbeitsplätze
Betriebsspaltung als Ziel
Während der Betriebsrat aber immer WELTBILD als Ganzes im Blick hat, geht es den ALSO-Managern einseitig um die Rendite des Logistikbereichs. WELTBILD ist für sie nur ein möglicher Kunde unter vielen. Das heißt: wenn die Akquise des Drittgeschäfts misslingt oder WELTBILD durch das Wirken von Patrick Hofmann und Sikko Böhm weiter Umsatz verliert, werden mit der Rationalisierung weitere Arbeitskräfte überflüssig. Hans Schmitz-Wenzel und Hermann Scharl nennen eine Zahl „zwischen 40 und 60“.
Hinter den am Freitag vorgestellten Plänen wird sichtbar, dass es dem Mehrheitsgesellschafter Droege mittelfristig um eine Spaltung des Betriebs in Augsburg geht. Damit wäre der Weg frei für eine deutliche Verschlechterung der Tarife in der Logistik. Schon jetzt fordern die ALSO-Manager eine höhere Wochenarbeitszeit und weniger Urlaubstage. Um das durch-zusetzen, haben sie als Gegenwert weitere 30 Vollzeitstellen genannt.
Die Gewerkschaft ver.di und der Betriebsrat lassen sich aber nicht erpressen. Wir stehen weiterhin für den gemeinsamen Betrieb in Augsburg und fordern die Umsetzung des WELTBILD-2.0-Konzepts. Der derzeitige Kurs von Walter Droege bedeutet ein Sterben auf Raten.
Ausverkauf: 70 Filialen weg
Wie katastrophal sich das aktuelle Missmanagement auswirkt, wurde am Freitag nachmittag nochmals deutlich. Am Rande des Infotreffens wurde dem Betriebsrat mitgeteilt, dass sich Walter Droege zum Verkauf von 70 unrentablen WELTBILDplus-Filialen entschlossen habe. Schon wieder weniger Aufträge für die Logistik…
Erste Berichte in der Presse
Augsburger Allgemeine: 400 Jobs und 70 Filialen in Gefahr: Droht Weltbild ein Kahlschlag?
Buchreport: Sterben auf Raten
Süddeutsche Zeitung: Weltbild könnte bis zu 70 Filialen verkaufen
Bayerischer Rundfunk: Weltbild auf dem Weg zum Kahlschlag




