Donnerstag, 6. August 2015

Gewerkschaftliches Bildungsprogramm: Überzeugen statt überreden


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute stellen wir Euch das nächste Seminar aus dem ver.di-Bildungsprogramm für die Mitglieder vor.

Nähere Infos finden sich auch unter www.verdi-bildungsportal.de.

Zur Erinnerung:
ver.di hat für die Mitglieder ein umfangreiches Bildungsprogramm, meist kostenlos und meist mit Fahrtkostenzuschuss.


Überzeugen statt überreden - Gesprächsführung für Vertrauensleute und Aktive


vom 09.10.2015 bis 11.10.2015 in Beilngries/Paulushofen

Beginn: Freitag um 18 Uhr
Ende: nach dem Mittagessen
Veranstaltungsnummer: 15/30/377

Seminarinhalt:

Wir haben gute Argumente, die für eine Mitgliedschaft in ver.di sprechen.
Diese müssen auch gekonnt an den Mann und die Frau gebracht werden.
Doch immer die richtigen Worte zu finden, ist gar nicht so einfach.
Wollen wir doch die Menschen von unseren Ideen überzeugen, so dass sie mit uns gemeinsam für unsere Ideale kämpfen.

Themen in diesem Seminar sind:
  • Wie kann ich gewerkschaftliche Ziele und Positionen überzeugend darstellen?
  • Wie wecke ich hierbei das Interesse der Zuhörer_innen?
  • Wie gehe ich mit Gewerkschaftsgegnern und Nörglern um?
  • Wie kann ich schlagfertig auf Gegenargumente antworten?
  • Wie kann ich mit Inhalt und Ausdruck mein Ziel erreichen?
  • Praktische Übungen zum Überzeugen und Argumentieren







Mittwoch, 5. August 2015

Solidaritätsschreiben des Gesamtbetriebsrats der Filialen


Uns hat ein Solidaritätsschreiben des Gesamtbetriebsrats der Filialen Jokers und Weltbild erreicht:


Liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Augsburger BR, 


während wir noch damit beschäftigt waren, die Nachricht von der Insolvenz unserer ehemaligen KollegInnen von LesensArt zu verdauen, erreichte uns die Nachricht von der Planinsolvenz der ALSO Logistik.


Schnell folgte die nüchtern-emotionslose Nachricht der Geschäftsführung, dass das Filialsystem nicht „betroffen“ sei - doch natürlich ist die Betroffenheit auch bei uns sehr hoch: schließlich teilen wir nicht erst seit gestern die Sorge um die Zukunft unser aller Arbeitsplätze.
Aus eigener Erfahrung wissen wir ja auch, wie belastend eine derartige Situation nicht nur für die betroffenen ArbeitnehmerInnen, sondern auch für deren privates Umfeld ist.

Die Entwicklung der letzten Jahre hat vor allem eins gezeigt: nie war es wichtiger als jetzt die Betriebsratsarbeit engagiert, motiviert, angstfrei, solidarisch und kämpferisch zu gestalten. Alle Steine aus dem Weg zu räumen und auch dann nicht zu resignieren, wenn es auf den ersten Blick aussichtslos erscheint. Sich seine Rechte notfalls juristisch zu erkämpfen anstatt vorschnell darauf zu verzichten. Sich permanent fortzubilden und sich nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen.

Bei aller Ungewissheit ist eines gewiss: All diese Eigenschaften und Kompetenzen werden euch nun weiterhelfen, auch in dieser Situation die Interessen der durch euch vertretenen ArbeitnehmerInnen bestmöglich zu wahren und unterstützt durch die Gewerkschaft Stärke zu zeigen!

Wir wünschen euch dabei viel Kraft und Erfolg.

Mit kollegialen Grüßen

Euer Gesamtbetriebsrat der Filialen Jokers und Weltbild

Diese Worte gelten nicht nur für den Betriebsrat , sondern auch für uns Mitarbeiter. Der Blogredaktion sagt vielen Dank.

Dienstag, 4. August 2015

Droege boykottiert Einigung zwischen GF und BR


Auf der Betriebsversammlung von WELTBILD und ALSO in Augsburg erlebten die Beschäftigten des gemeinsamen Betriebs heute ein Wechselbad der Gefühle. Einleitend berichtete BR-Vorsitzender Peter Fitz vom Ergebnis der Einigungsstelle am Freitag. Betriebsrat und Geschäftsführung war es nach Monate langem Ringen gelungen, zumindest für den Bereich WELTBILD eine gemeinsame und tragfähige Lösung zu finden: ein freiwilliges Ausstiegsprogramm für die KollegInnen im kaufmännischen Bereich sollte betriebsbedingte Kündigungen unnötig machen.



Gestern wurden die Beratungen von Freitag fortgesetzt und die Eckpunkte des Freiwilligen-Programms gemeinsam mit Rechtsanwältinnen konkretisiert. Sogar die Arbeitsagentur kam am Nachmittag mit an den Verhandlungstisch und sagte eine Finanzierung über Transferkurzarbeitergeld (KuG) zu.

Die Eckpunkte des Freiwilligen-Programms bei WELTBILD

• Niemand muss gehen, der nicht gehen will.
• Wer freiwillig aussteigt, erhält die Sozialplanleistungen, die 2014 vereinbart wurden: 12 Monate Transfergesellschaft und eine gedeckelte Abfindung von maximal 45.000 Euro.
• Zielgröße des Stellenabbaus über das Freiwilligen-Programm sind 50 Vollzeitstellen. Es steht eine deutlich größere Bandbreite an "ausstiegsfähigen" Stellen zur Verfügung.
• Im Ergebnis kann jedeR gehen, wenn sein bzw. ihr Ausscheiden betrieblich organisierbar ist. Aber niemand hat einen Rechtsanspruch auf einen Ausstieg.
• Um das sinnvoll und diskret zu organisieren, wird eine paritätische Kommission gebildet, in der die Geschäftsführung und der Vorsitz des Betriebsrats gleichberechtigt vertreten sind.

Das war das Ergebnis von gestern Abend. Heute morgen informierte Geschäftsführer Patrick Hofmann den Betriebsrat, dass es kein OK von Düsseldorf gebe. Er sah sich heute außerstande, die verbindlichen Zusagen von gestern zu halten. Droege hatte in der Nacht per Telefon den mühsam errungenen Kompromiss kassiert.



Nichts desto trotz präsentierte Hofmann gemeinsam mit Geschäftsführer Sikko Böhm auf der Betriebsversammlung Erfolg versprechende Wirtschaftszahlen. Im Betriebsteil WELTBILD sei man auf einem guten Weg.

Bei ALSO stehen die Zeichen weiter auf Sturm

Gänzlich anders die Situation im Logistikbereich ALSO: Völlig überraschend hatte die Geschäftsführung von ALSO drei Tage vor dem Termin der Einigungsstelle einen Insolvenzantrag gestellt. Der Grund: Walter Droege hatte als Mehrheitsgesellschafter der Muttergesellschaft "ALSO Deutschland" dem Betrieb in Augsburg von heute auf morgen die Finanzierung entzogen. (Wir berichteten.) So will der Düsseldorfer Milliardär Massenentlassungen und die Auflösung der gültigen Tarifverträge mit Gewalt durchdrücken. "Das ist eine Sauerei und Missbrauch des Insolvenzrechts!", brachte ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck die Vorwürfe der Gewerkschaft auf den Punkt. "Wir werden genau überprüfen, ob sich Droege hier noch im Rahmen der Gesetze bewegt, oder ob die Bereicherung auf Kosten der Allgemeinheit einen illegalen Akt darstellt." (Presseerklärung der ver.di)



"Durch die vorsätzlich herbeigeführte Insolvenz der Logistik, gefährdet Walter Droege den gemeinsamen Betrieb von WELTBILD und ALSO in Augsburg!", entrüstete sich auch Peter Fitz: "Das ist ebenso unverantwortlich wie unverständlich, weil wir am Freitag in der Einigungsstelle bewiesen haben, dass tragfähige Lösungen gemeinsam möglich sind."

"Mit dem Eintritt in die Insolvenz verunmöglicht Droege jede vernünftige Einigung", führte Gürlebeck aus. "Diejenigen, die unter einem Arbeitsplatzverlust am meisten zu leiden haben, sollen jetzt gleichsam nackig auf die Straße gesetzt werden", erklärte Gürlebeck und kündigte konsequenten und öffentlichkeitswirksamen Widerstand gegen das "rücksichtslose und menschenverachtende" Vorgehen des Düsseldorfer Investors an.

Samstag, 1. August 2015

Einigungsstelle


Der Termin vor der Einigungsstelle hat am Freitag wie geplant stattgefunden. Der Betriebsrat berichtet auf der Betriebsversammlung am kommenden Dienstag. Vorher gibt es keine Pressestatements. Die Belegschaft wird als erste erfahren, was besprochen wurde.

Dienstag, 28. Juli 2015

ver.di: "Droege macht Kasse auf Kosten der Allgemeinheit"


Die offizielle Presse-Mitteilung der ver.di:

Heute Morgen hat Reiner Wenz, Geschäftsführer der ALSO Logistic Services, einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt. Der Logistik-Dienstleister bildet einen gemeinsamen Betrieb mit der WELTBILD in Augsburg. Beide Unternehmen gehören mehrheitlich dem Düsseldorfer Milliardär Walter P. Droege. Er hatte das Unternehmen erst im September 2014 von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz übernommen.

Aus Sicht der Gewerkschaft ver.di wurde die erneute Insolvenz gezielt herbeigeführt: „Das ist der Versuch des Milliardärs Walter Droege, sich auf Kosten der Allgemeinheit weiter zu bereichern“, sagt Thomas Gürlebeck, ver.di-Sekretär für den Handel in Augsburg. „Droege wälzt alles auf den Steuerzahler ab: Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld, Sozialversicherungen.“

„Das der ALSO-Konzern, zu dem auch die Augsburger Logistik gehört, zeitgleich mit dem Insolvenzantrag, gestiegene Jahresgewinne von über 36 Millionen Euro meldet und im gleichem Atemzug die Augsburger Verluste von ca. 4 Millionen im ersten Halbjahr als Grund für die Insolvenz angibt, ist skandalös“, sagt Gürlebeck. Grund genug für Gewerkschaftssekretär Gürlebeck misstrauisch zu werden: „Wir werden das Insolvenzverfahren genau beobachten. Wenn Droege in seiner Gier die Grenzen der Legalität überschreitet, wird das nicht folgenlos bleiben.“

Bei WELTBILD/ALSO in Augsburg sind die Menschen schockiert. Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz: „Die Kolleginnen und Kollegen haben in der schwierigen Situation seit der ersten Insolvenz ihr Letztes gegeben. Die Leute sind einfach nur noch fertig und enttäuscht: Niemand versteht, wie Walter Droege das einfach so mit ihnen machen kann.“ Fitz weiter: “Das die Geschäftsführung von ALSO es bis heute nicht umsetzen wollte, mandantenfähig zu werden sowie das zwingend erforderliche Drittgeschäft in Augsburg zu platzieren, ist die größte Ursache dieser Insolvenz. Keinerlei tragfähige Geschäfte wurden dem Betriebsrat vorgestellt, die die Zukunft des Unternehmens gesichert hätten. Die Vorschläge der Arbeitnehmerseite wurden abgetan. Dafür, dass die Manager dazu entweder nicht willens oder in der Lage waren, sollen jetzt die Lageristen mit ihrer Existenz bezahlen.“

Zumal die Insolvenz aus Sicht der Belegschaft nicht nachvollziehbar ist: „Es ist ja nicht so, dass die ALSO in Augsburg ohne Vermögen dasteht. Ihr gehören Gebäude und Maschinen im Millionenwert“, berichtet ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann.

Ver.di und Betriebsrat werden, wie auch schon in der Vergangenheit, alles daran setzen, die Zukunft der Beschäftigten in Augsburg als Ganzes zu sichern. Weltbild Retail und ALSO Logistic sind ein Gemeinschaftsbetrieb und können nur gemeinsam existieren und erfolgreich sein.

Augsburg, den 28.07.2015

Droeges nächster Schachzug: ALSO-Logistik planvoll in die Pleite


Heute morgen informierte ALSO-Geschäftsführer Reiner Wenz den Betriebsrat über den Insolvenzantrag unserer Logistik. Die ALSO AG verweigert der Augsburger Tochter jede weitere Finanzierung. 

Gleichzeitig meldet eben diese ALSO AG ein Umsatz-Plus von 11,9 % gegenüber Vorjahr auf insgesamt 3,67 Milliarden Euro Umsatz. Auch der Gewinn vor Steuern stieg trotz der Verluste in Augsburg von 30,5 Mio. auf 36,2 Mio. Dem gegenüber stehen Verluste bei ALSO in Augsburg von 4 Mio. im ersten Halbjahr. Die  Insolvenz ist damit eine freie Entscheidung der Gesellschafter der ALSO AG, deren Kopf und Mehrheitsgesellschafter Walter Droege ist.

Parallelen zwischen LesensArt und ALSO

Nach der undurchsichtigen Insolvenz bei LesensArt ist die Plan-Insolvenz von ALSO der nächste Schritt im Masterplan von Droege. Der Milliardär verfolgt offenbar weiter das Ziel, den Markenkern von WELTBILD zu isolieren und daraus schnellen Gewinn zu ziehen. So wurde die Insolvenz der ALSO gezielt herbeigeführt: 1. Durch das Abziehen der Aufträge von WELTBILD, indem das Werbebudget extrem reduziert und gleichzeitig der Einkauf bei Großhändlern forciert wurde, die selbst ausliefern. 2. Durch die Verhinderung des Drittgeschäfts, indem dafür notwendige und bereits vereinbarte Investitionen nicht getätigt wurden.

Der Zeitpunkt kurz vor dem nächsten Treffen der Einigungsstelle legt die Vermutung nahe, dass Droege um den Sozialplan herumkommen möchte, den seine VertreterInnen in der Einigungsstelle bereits vorgelegt hatten. Dieser Entwurf enthielt genau dieselben Regelungen, die von der Gewerkschaft im Sozialtarifvertrag 2014 ausgehandelt worden waren. Möglicherweise versucht Droege nun eine ähnliche Taktik wie beim Verkauf der WELTBILD-Filialen an LesensArt und der darauf folgenden Pleite: Die Mitarbeiterinnen und deren Familien sind dem Milliardär keinen Euro wert.

Wie geht es die nächsten Wochen weiter?

PLAN-Insolvenz heißt, dass die Geschäftsführung (Reiner Wenz) im Amt bleiben soll, unterstützt durch den Sachwalter einer Insolvenzverwaltung, der ihn im Namen der Gläubiger kontrolliert. Der Betrieb wird aufrecht erhalten. Derzeit kümmert sich ein  Anwalt aus Düsseldorf um die Organisierung des Insolvenzgeldes. Eigentlich wäre heute die Gehaltszahlung fällig gewesen, voraussichtlich müssen die KollegInnen der ALSO mit einer 1 Woche Verzögerung rechnen. Grundsätzlich ist das Einkommen der Menschen für 3 Monate gesichert.

Der Betriebsrat hat heute wenige Stunden nach dem Gespräch mit Wenz eine erste  Betriebsversammlung durchgeführt und die KollegInnen über die Ereignisse informiert. Fest steht bereits, dass Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck von ver.di die Ansprüche der Belegschaft im einzurichtenden Gläubiger-Ausschuss vertreten wird. Alles weitere ist momentan offen. Der Betriebsrat wird sich mit seinen Beratern und Anwälten besprechen und auch Kontakt mit Arndt Geiwitz aufnehmen. Zunächst muss ausgelotet werden, was realistische Ziele und Möglichkeiten in dieser schwierigen Situation sind, dann wird sofort die Belegschaft informiert. Der Termin für die Betriebsversammlung am kommenden Dienstag bleibt deshalb bestehen.

Migrationsausschuss ver.di Augsburg stellt sich vor


Am 29. Juni 2015 wurde in Augsburg der Migrationsausschuss gegründet. Wir sind 8 ver.di-Mitglieder, die sich für gleiche Rechte und Chancen sowie gegen Diskriminierung in Betrieben, Institutionen und Verwaltungen einsetzen. 
von li. nach re: Ellen Blom, Dolores Sailer (Vorsitz), Roland Baqué, Orhan Öztürk, Frédéric Zucco, Ibrahim Yarasir, Sara De Santi (stellv. Vorsitz) und Rahmi Yarasir (nicht auf dem Bild)
Unsere erste Aktion war die Beteiligung am Sommerfest des Integrationsbeirates am 18. Juli auf dem Rathausplatz. Wir hatten hier einen Infostand aufgebaut. Dieser wurde nach einem kleinen Regenschauer vormittags sehr gut besucht.



Gefragt waren Flyer über die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen. Hier bietet Tür an Tür e.V. Beratung an. Auch die Flyer des DGBs über Mindestlohn in verschiedenen Sprachen waren sehr begehrt. Dass die DGB-Mindestlohn-Hotline mehrere Sprachen anbietet, wussten viele nicht. Deswegen hier nochmal die Info:

Die DGB-Mindestlohn-Hotline: 0391/4088003 (zum Festnetztarif) ist von Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr sowie von Samstag von 9 bis 16 Uhr zu erreichen. Die KollegInnen bieten folgende Sprachen an: Deutsch, Englisch, Türkisch, Bulgarisch, Mazedonisch, Polnisch, Kroatisch, Rumänisch, Serbisch und Ungarisch.

Dies war gewiss nicht unsere letzte Aktion, sondern der Auftakt. Weitere Aktionen werden hier rechtzeitig bekannt gegeben.

Montag, 27. Juli 2015

Solidaritätserklärung des GBR der WELTBILD/Jokers-Filialen


Wir geben hier ein Solidaritätsschreiben des Gesamtbetriebsrats der Filialorganisation WELTBILDplus/Jokers an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von LesensArt wieder:
Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
am Donnerstag haben wir erfahren, dass die LesensArt Rüdiger Wenk GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat. Auch wenn die Entwicklung der vergangenen Wochen bereits befürchten ließ, dass etliche Arbeitsplätze gefährdet sind, so hat diese Nachricht natürlich auch bei uns große Bestürzung und Sorge hervorgerufen.

Auch wenn wir durch den Verkauf der Filialen getrennt wurden, so waren wir doch die letzten Monate durch viele Gemeinsamkeiten geeint: die Sorge um die Zukunft der Arbeitsplätze; der  Kampf für die Umsetzung zukunftsfähiger Konzepte; das Beharren auf der Durchsetzung der Arbeitnehmerrechte. All die arbeitgeberseitig gebrochenen Versprechen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Sanierung mit ins Boot zu holen und Know-how und Potential derjenigen zu nutzen, die tagtäglich in den Filialen stehen und die Kundenbedürfnisse am besten kennen.  
Lieber Gesamtbetriebsrat, fassungslos macht uns in diesem Zusammenhang vor allem, dass Ihr von der Beantragung des Insolvenzverfahrens aus der Presse erfahren musstet. Dies ist sicherlich der Höhepunkt der Missachtung eurer Rechte - und ein Negativbeispiel für den Umgang mit Betriebsräten!  
Doch wir wissen, dass Ihr auch in dieser Situation stark bleibt und alle notwendigen Maßnahmen einleiten werdet, um die Interessen der durch euch vertretenen Arbeitnehmer_innen auch weiterhin bestmöglich zu wahren. Und unabhängig davon, was die Zukunft bringt: Letztendlich geht es auch darum, Aufklärungsarbeit zu leisten und zu verhindern, dass die Verantwortlichen zukünftig die Möglichkeit haben, derart destruktiv und rücksichtslos zu agieren - unabhängig davon, welche Namen die Verantwortlichen tragen.  
Auch wir wissen momentan nicht, welche Konsequenzen das derzeitige Geschehen auf unsere Zukunft haben wird und wie sich die noch vorhandenen Verflechtungen zwischen den Unternehmen nun gegebenenfalls auswirken werden.  
Doch unabhängig davon, welche Wege nun bei euch und uns zu gehen sind: Lasst uns diesen Weg auch weiterhin aufrecht und solidarisch gehen!   

Mit kollegialen Grüßen, Euer Gesamtbetriebsrat 

Betriebsversammlung: Einigungsstelle und wirtschaftliche Lage


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Freitag, 31. Juli, findet die zweite Sitzung der Einigungsstelle statt. Am Montag, 3. August, tritt der Wirtschaftsausschuss zusammen. Wir möchten euch ganz aktuell und umfassend informieren und laden deshalb zur Betriebsversammlung ein:

Dienstag, 4. August, 
10:00 Uhr
Halle Deutsche Papier 
(Steinerne Furt 75)

Tagesordnung: 

  • Bericht über die Verhandlungen in der Einigungsstelle 

  • Darstellung der wirtschaftlichen Lage durch die Geschäftsführung 
  • 
Das meint die Gewerkschaft (Thomas Gürlebeck, ver.di) 




Donnerstag, 23. Juli 2015

LesensArt pleite: Was wird aus den 350 MitarbeiterInnen?


Leider keine Überraschung: Die LesensArt GmbH von Rüdiger Wenk meldete gestern Insolvenz an. Das berichtet heute der buchreport.

Wenk hatte erst im Februar rund 70 Filialen von WELTBILDplus übernommen. Seine LesensArt GmbH hatte ein Stammkapital von 25.000 Euro. Mit der Übernahme der WELTBILD-Standorte wurde LesensArt gleichsam über Nacht zum drittgrößten Buchhändler der Republik.

Dafür hat Wenk vor allem defizitäre Filialen in Centern mit besonders hohen Mieten übernommen. Sein Sanierungskonzept umfasste gerade mal anderthalb DIN A4-Seiten. Branchenkenner zweifelten sofort an der Seriosität des Geschäftsmodells. Der Betriebsrat in Augsburg warnte vor dem Verkauf und fürchtete, das eigentliche Ziel des Deals sei die billige Entsorgung von MitarbeiterInnen ohne Sozialplan. Trotzdem verkaufte Walter Droege die Filialen samt Belegschaft an den dubiosen Geschäftsmann aus Ahaus.

Bizarres Geschäftsgebaren mit Cowboyhut

Danach mehrten sich Meldungen über bizarre Vorgänge bei LesensArt: Eine Büroadresse, für die Wenk keinen Mietvertrag hatte. Ein Berater, der mit Cowboyhut vor die Presse trat und seinen Namen nicht verraten wollte. Ein Immobilienmakler, der Mietverträge neu verhandeln sollte, aber angeblich Hausverbot in den meisten Centern hat. Der „Cowboy“ – Bernhard Ludwig Winkelhaus mit Namen, wie schließlich herauskam – der Filialleiter zur Übernahme ihrer Filialen drängte und gegen hohe Gebühren Kredite vermitteln wollte…

Schließlich die Weigerung vieler Vermieter, die Mietverträge für die Filialen auf Wenk zu überschreiben. Mit der Folge, dass WELTBILD bis heute die meisten der teuren Mieten bezahlen muss. Am Ende Schließungen im Wochentakt, oft ohne Ankündigung, gleichsam „über Nacht“ und die Freistellung des Personals…

Offener Brief an Walter Droege blieb ohne Antwort

Über all das hat der Gesamtbetriebsrat der LesensArt die Öffentlichkeit informiert und sich schließlich in einem Offenen Brief an Walter Droege, Patrick Hofmann und Arndt Geiwitz mit der Bitte um Hilfe gewandt. Vergeblich: Der Brief blieb ohne Antwort.

Jetzt die Pleite. Wie und ob sich die Insolvenz auf WELTBILD auswirkt, ist noch unklar. Für die 350 KollegInnen, die Walter Droege und Rüdiger Wenk vertraut hatten, sind die Folgen jedenfalls fatal: Sie stehen vor dem Nichts.

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