WELTBILD: Einst Vorzeigeunternehmen der katholischen Kirche und Europas größter Buchversender. 2014 die spektakuläre Pleite. Dann übernahm der Milliardär Walter Dröge das Ruder und fuhr mit der verbliebenen Belegschaft Schlitten. Hunderte weitere KollegInnen verloren ihren Job und ständig wechselnde Geschäftsführer verstrickten sich in eine Dauerfehde mit dem Betriebsrat. Seit März 2019 ist es wieder ruhiger. Das Unternehmen ist stabil, GF und BR bemühen sich um eine konstruktive Zusammenarbeit.
Die Deutsche Post plant groß angelegtes Outsourcing
Während wir bei Weltbild noch auf einen Beschluss des Landesarbeitsgerichts in Müchen über die Einsetzung einer Einigungsstelle warten, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind derzeit auch in anderen Branchen an der Tagesordnung. Neben den viel diskutierten Streiks bei der Bahn und den Kitas tobt auch bei der Post ein harter Arbeitskampf.
Dabei steht die Deutsche Post wirtschaftlich glänzend dar. Im 2. Quartal 2014 präsentiert sie einen Gewinnzuwachs um 6% auf 654 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auch der milliardenschware Umsatz wurde deutlich gesteigert. Das weckt natürlich Lust auf mehr. Es wird angekündigt, die Gewinne in den kommenden Jahren weiter in die Höhe zu schrauben.
Gewinne steigern durch Tarifflucht
Wo nimmt man das Geld her? Natürlich von den Mitarbeitern. Tausende Post-Mitarbeiter sollen künftig in ganz Deutschland in 49 neu gegründeten Regionalgesellschaften zu niedrigeren Konditionen arbeiten. Ein klarer Fall von Tarifflucht nach Ansicht von ver.di. Es gibt bestehende Verträge, die nun unterlaufen werden sollen, durch die Neugründung von Firmen außerhalb des Tarifsystems. Außerdem ist es ein klarer Bruch des Vertrages zum "Ausschluss der Fremdvergabe", der zwischen ver.di und der Post besteht, und der klare Grenzen für den Umfang von Fremdvergabe an andere Firmen vorgibt.
Foto: ver.di
Gewerkschaft reagiert heftig auf den Vertragsbruch
Ausgesprochen scharf fällt somit die Forderung der Gewerkschaft bei den derzeitigen Tarifverhandlungen mit der Deutschen Post AG aus: Eine verkürzte Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich für die Post-Beschäftigten oder das Aufgeben der Outsouring-Pläne. Seit April/Mai eskaliert der Konflikt. Die Gespräche führen zu keinem Ergebnis. Mehrere Warnstreiks finden statt. Am 1. April legen 10.000 Zusteller vorübergehend die Arbeit nieder. Mitte April und Anfang Mai kommt es in den deutschen Paketzentren zu einem flächendeckenden Warnstreik. Mitte des Monats streiken noch einmal 7.000 Brief- und Paketzusteller.
Foto: ver.di
Einschüchterungsversuche der Post
Mittlerweile hat ver.di beim Arbeitsgericht Bonn eine einstweilige Verfügung beantragt gegen die Deutsche Post AG, weil sie versucht Beamte als Streikbrecher einzusetzen und Mitarbeiter unter Druck setzt, sich nicht an den Streiks zu beteiligen. Über diese unlauteren Einschüchterungs-Praktiken hatte bereits das Wirtschaftsmagazin WISO in einem Fernsehbeitrag (18.05.2015) berichtet.
Der nächste Verhandlungstermin zeischen ver.di und der Post findet Anfang Juni in Berlin statt. Wir wünschen den KollegInnen und Kollegen viel Erfolg!
Seit das Unternehmen "Weltbild" im Oktober 2014 von dem Milliardenschweren Investor Walter Droege übernommen wurde, hat sich einiges verändert.
Die Aufteilung in die beiden Betriebsteile Weltbild Retail und ALSO Logistics hat die Belegschaft und ihre Interessen auch inhaltlich in zwei Lager geteilt.
Es zeichnet sich im letzten halben Jahr ein deutlicher, sehr beunruhigender Trend ab - das Auftragsvolumen nimmt ab und Anzahl an Minusstunden im Logistik-Bereich nimmt bedrohlich zu.
Die Unsicherheit in der Belegschaft wächst an
Die Veränderungen haben nicht nur dazu geführt, dass innerhalb der Belegschaft großer Unmut über die Führung des Unternehmens herrscht, sondern auch dazu, dass die Angst um den eigenen Arbeitsplatz täglich zunimmt.
Viele der KollegInnen im Bereich Logistik knacken demnächst die Minusstundengrenze, das Geschäftsjahr neigt sich zu Ende und man weiß überhaupt nicht, wie man der Ansammlung der Minusstunden entgegenwirken kann.
Selbst freiwillig geleistete 6.te Tage reichen nicht mehr, Stunden aufzubauen.
Regelungen im Betrieb
In der Betriebsvereinbarung über die flexible Jahresarbeitszeit in den Logistik-Bereichen Warenzentrum und Versand vom 01.11.2013 wird unter dem Punkt 7.1 das Arbeitszeitkonto geregelt.
Diese Regelung besagt:
"Für Vollzeitmitarbeiter darf der Saldo auf dem Arbeitszeitkonto maximal 150 Plusstunden bzw. 50 Minusstunden im Abrechnungszeitraum betragen.
Für Jahresteilzeitmitarbeiter darf der Saldo maximal 35 Minusstunden zum Ende des Abrechnungszeitraums betragen.
Für Jahresteilzeitmitarbeiter darf der Saldo maximal 250 Plusstunden zum Ende des Abrechnungszeitraums betragen, wenn der Median der Vollzeitmitarbeiter der entsprechenden Abteilung im Plus ist."
Vorschlag der Geschäftsführung
Aus der Betriebsvereinbarung geht hervor, dass die MitarbeiterInnen maximal 50 Minusstunden ansammeln dürfen.
Da nun ein Großteil der Belegschaft im Logistik-Bereich diese Grenze in Kürze überschreiten wird, schlägt die Geschäftsführung vor, die Anzahl der Minusstunden im Abrechnungszeitraum auf 90 auszuweiten.
Was bei erster Betrachtung als großzügiges Angebot seitens der Geschäftsführung scheinen mag, ist es - realistisch betrachtet - nicht.
Was passiert, wenn ich mein Arbeitszeitkonto nicht ausgleichen kann?
Der noch ausstehende Spruch der Einigungsstelle (bereits im Blog berichtet) und die daraus erwarteten Entlassungen führen zwangsläufig zu Fragen.
Was passiert, wenn ich mein Arbeitszeitkonto im Abrechnungszeitraum nicht ausgleichen kann? Muss ich damit rechnen, dass ich im Falle einer Kündigung, auf einen Teil meines Gehalts verzichten muss, um mein AZK auszugleichen?
Das sagt das Gesetz
Eine Antwort auf diese Fragen liefert das BGB.
In § 615 BGB heißt es:
"Kommt der Diensthabende mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleistete Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein. (...)"
Das bedeutet:
Kommt der/die vertragstreue MitarbeiterIn ihren Vertragsverpflichtungen - pünktliche Anwesenheit am Arbeitsplatz - nach und ist zur Arbeitsleistung bereit, muss die Arbeitzuweisung und -einteilung durch den Arbeitergeber erfolgen. Dies wird im Arbeitsrecht in der Regel als "Fixschuld" angesehen.
Kann der Arbeitgeber also die bereitgestellte Arbeitsleistung nicht annehmen, so kommt er in Verzug und die daraus resultierenden Minusstunden gehen zu Lasten des Arbeitgebers.
Position des Betriebsrates
Auf Nachfrage der Redaktion betont der BR, dass man dem Vorschlag der Geschäftsführung zur Erhöhung der Minusstunden auf 90 nicht zustimmen wird.
Da die Thematik in der Betriebsvereinbarung bereits eindeutig geregelt ist, werde man sich auch an die bindende Regelung halten.
Eine Erhöhung der Minusstunden würde die Problematik nicht lösen und man erhöhe zudem den psychischen Druck auf die Beschäftigten. Dies wiederum wirkt sich negativ auf den reibungsfreien Arbeitsablauf ab, da zu befürchten sei, dass die KollegInnen dem permanenten Druck nicht standhalten können.
Fürsorgepflicht für die ArbeitnehmerInnen
Auch wenn einzelne KollegInnen einen Weg gefunden haben, mit dieser prekären Situation umzugehen, ist ein Teil der Belegschaft nicht mehr in der Lage, ein natürliches Ventil zum Abbau des täglich zunehmenden Drucks zu finden.
Stress am Arbeitsplatz, begleitet von permanenten Existenzängsten wirken sich letztlich auch auf das private Umfeld aus.
Der Griff zu Psychopharmaka scheint der einzige Ausweg zu sein. Das Abrutschen in eine Depression vorprogrammiert.
Dies darf und kann nicht sein.
Nach §4 Nr.1 ArbSchG ist der Arbeitgeber verpflichtet, "die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird."
Gesunde Arbeit sieht anders aus.
Für Fragen zum Thema "Minusstunden" steht der Betriebsrat zur Verfügung.
Auch der gewerkschaftliche Rechtsschutz kann von Mitgliedern zu Rate gezogen werden.
Quellen:
Betriebsvereinbarung über die flexible Jahresarbeitszeit in den Logistik-Bereichen Warenzentrum und Versand (die BV kann auf Nachfrage im BR-Büro eingesehen werden)
Unsere exklusive Serviceleistung für Mitglieder in ver.di Bayern
Pflege Immer mehr Menschen sind betroffen Die Zahl der Menschen, die pflegebedürftig sind, hat sich in den letzten JJahren auf fast 2,5 Millionen erhöht. Fast 70 % der BEtroffenen werden zu Hause gepflegt. Leider kann es jeder treffen Pflegebedürftig kann jede/jeder werden: Ob im hohen Alter oder in jungen Jahren durch einen Unfall oder Krankheit. Schnelle Hilfe ist notwendig Tritt ein Pflegefall ein, ist schnelle Hilfe gefragt. Viele Fragen stellen sich, vieles ist zu organisieren. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist die Situation alles andere als leicht. Die richtige Anlaufstellen Es gibt umfangreiche Hilfe aus unterschiedlichen BEreichen. Die richtige Anlaufstelle schnell und zuverlässig zu finden, ist wichtig. ver.di bietet Hilfe Deshalb hat ver.di Bayern das Projekt "Hilfe bei Vorsorge und Pflege" ins Leben gerufen, mit dem wir unseren Mitgliedern in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen und ihnen helfen, die richtigen Anlauf- und Beratungsstellen zu finden. Vorsorge Frühzeitig handeln Jeder/Jede kann durch Krankheit, Unfall oder Alter in die Lage kommen, wichtige Fragen nicht mehr beantworten und Entscheidungen nicht mehr treffen zu können. Vorsorge kann helfen Rechtzeitige Vorsorge kann helfen, auch in Lebenslagen, in denen man seine Angelgenheiten nicht mehr selbst regeln kann, selbstbestimmter zu leben. Vollmachten und Verfügungen Mit Vorsorgevollmachten und Betreuungs- oder Patientenverfügungen kann jede/jeder schon jetzt Entscheidungen für die Wechselfälle des Lebens treffen. Wie entscheiden? Trotzdem gibt es viel zu bedenken. Bereits für die Entscheidung braucht es Informationen und wer sich zu entscheiden hat, braucht Anlaufstellen. ver.di bietet Hilfe Auch hier wollen wir mit dem Projekt "Hilfe bei Vorsorge und Pflege" unsere ver.di Mitglieder unterstützen. Sie erhalten von uns Informationen für Ihre Vorsorge-Entscheidungen und wir helfen Ihnen, die richtigen Anlaufstellen und die notwendige Formulare zu finden.
Neue Mitgliederleistung in ver.di Bayern
Nur für ver.di Mitglieder Mitgliederleistungen stehen, wie Sie wissen, nur für ver.di Mitgliedern zu. Sie haben sich organisiert und finanzieren mit ihren Mitgliedsbeiträgen unsere Arbeit. Unser neues Angebot "Hilfe bei Vorsorge und Pflege" geht über die satzungsgemäßige Leistung hinaus. Neue Wege gehen Mit unserem angebot "Hilfe bei Vorsorge und Pflege" erweitern wir unsere umfangreichen Mitgliederleistungen und wollen damit neue Wege gehen. Diese Leistung steht ihnen schon jetzt zur Verfügung. Unterstützung ist uns wichtig Damit wollen wir Sie in einer sehr schwierigen Situation unterstützen und erste Hilfestellung leisten. Wir sammeln Erfahrungen Gleichzeitig sammeln wir Erfahrungen, wie wir Sie in Ihrer schwierigen Situation unterstützen können und wie wir unsere Unterstützung noch verbessern können. Sie durch die vielfältigen Beratungsangebote zu begleiten, ist dabei unser primäres Anliegen.
So funktioniert es...
Ehrenamtliche Hilfe Qualifizierte ehrenamtliche KollegInnen mit Kompetenz und Erfahrunghelfen Ihnen im Projekt "Hilfe bei Vorsorge und Pflege" weiter. Sie zeigen Ihnen die richtigen Anlaufstellen und wo Sie die wichtigen und richtigen Informationen bekommen. Ein Anruf genügt Schnelle und unkomplizierte Hilfe ist uns wichtig. Deshalb reicht bereits ein Anruf bei Ihrem zuständigen ver.di Bezirk (Augsburg: 0821/279540) und wir helfen Ihnen weiter. Wir freuen uns Wir freuen uns über Ihren Anruf und wenn wie Ihnen bie schwierigen Fragen und in schwierigen Lebensituationenweiter helfen können. Denn es gilt der wichtige gewerkschaftliche Grundsatz: Gemeinsam sind wir mehr!
Wer hart arbeitet und dafür das staatliche Betreuungsangebot wahrnimmt, will und muss sich darauf verlassen können, dass seine Kinder dort auch unter optimalen Bedingungen versorgt und gefördert werden. Menschen, auf deren Schultern diese Verantwortung liegt, können nicht zu Billiglöhnen verheizt werden. Ver.di fordert bundesweit für die Beschäftigten des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes eine grundsätzliche Aufwertung ihrer Berufe durch eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale im Tarifvertrag. Indirekt würden auch die Beschäftigten bei freien und kirchlichen Trägern davon profitieren, da sich diese Einrichtungen häufig am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientieren. Seit Montag hat die Gewerkschaft die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zum Streik aufgerufen. Es geht nicht um Geld allein, es geht darum, einen Berufsstand gemäß seiner realen Bedeutung entsprechend aufzuwerten. Die Kernaufgabe ist nicht mehr nur mit den "Kleinen" zu spielen, die pädagogischen Anforderungen haben sich für Erzieherinnen in den letzten Jahren deutlich erhöht: Sprachförderung, Begabungsförderung, Inklusion, naturwissenschaftlich-technische Frühförderung, sowie Bewegungserziehung. Dieser ständig wachsenden Verantwortung, steht allerdings keine angemessene Vergütung gegenüber. Die Kinder sollen auf die Anforderungen der Grundschule adäquat vorbereitet werden, wieso liegt aber die Entlohnung, bei ähnlichem Kompetenzprofil so weit unter dem von Grundschullehrerinnen? Das Einstiegsgehalt für eine Erzieherin liegt derzeit – nach vier bis fünf Jahren Ausbildung, in der Fachschulzeit zudem ohne Ausbildungsvergütung – bei 2.366,68 Euro brutto monatlich. Dieser Betrag bezieht sich allerdings auf eine Vollzeittätigkeit. Bundesweit arbeiten jedoch mehr als 60 Prozent aller Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst nur in Teilzeit, vor allem weil Vollzeitstellen gar nicht erst angeboten werden. Das bedingt zwangsläufig einen Zweit- oder Drittjob. Viele der Frauen – über 90 Prozent der Beschäftigten in Kinderbetreuungseinrichtungen sind weiblich – gehen neben ihrer regulären Beschäftigung kellnern, putzen oder räumen Regale im Einzelhandel ein, weil sie mit dem, was sie für ihre wichtige Arbeit als Lohn erhalten, nicht über die Runden kommen. Von der Theke in die Kita, dann zu Lidl! So darf vorschulische Förderung nicht aussehen. Aber die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) leugnet bisher jeden generellen Aufwertungsbedarf. Sie hat in fünf Verhandlungsrunden ein verhandlungs-fähiges Angebot verweigert und stattdessen lediglich punktuell und vage „vielleicht“ für „einige wenige“ kleinere Verbesserungen in Aussicht gestellt. Am Ende trifft der Streik diejenigen, die auf eine Betreuung angewiesen sind, also berufstätige Eltern, die mitunter schwer ins Rotieren geraten, um die Kleinen während der Arbeit versorgt zu bekommen. Auf deren Rücken wird der Streit letztlich ausgetragen. Aber es bedarf hier der Solidarität, um nach oben ein entsprechendes Signal zu senden, dass es dringend notwendig ist, die Leistung, die von den Erzieherinnen gefordert wird, auch finanziell gerecht zu entlohnen. Nur wer sich fair behandelt und entsprechend wertgeschätzt fühlt, ist in der Lage die an ihn gestellten Anforderungen adäquat umzusetzen.
heute stellen wir Euch das nächste Seminar aus dem ver.di-Bildungsprogramm für die Mitglieder vor.
Nähere Infos finden sich auch unter www.verdi-bildungsportal.de.
Zur Erinnerung:
ver.di hat für die Mitglieder ein umfangreiches Bildungsprogramm, meist kostenlos und meist mit Fahrtkostenzuschuss.
Organisieren am Konflikt - So funktionieren Kampagnen im Betrieb
vom 19.06.2015 bis 21.06.2015 in Brannenburg
Beginn: Freitag um 18 Uhr
Ende: Sonntag nach dem Mittagessen
Veranstaltungsnummer: 15/30/374
Seminarinhalt:
In den letzten Jahren haben die Gewerkschaften aufgrund schwindender Mitgliederzahlen bei betrieblichen und tariflichen Auseinandersetzungen an Durchsetzungskraft verloren. Durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen, die gezielt an betrieblichen Konflikten und den Problemen der Beschäftigten ansetzen, kann der gewerkschaftliche Einfluss gestärkt werden.
Betriebliche Kampagnen brauchen aktive Mitglieder, die mit eigenen Aktionen auf Missstände aufmerksam machen und für ihre Ziele und Interessen eintreten. Wenn es uns gelingt, auf diesem Weg Menschen für unsere Ideen zu begeistern, können wir auch neue Mitglieder gewinnen. Damit betriebliche Kampagnen erfolgreich sind, müssen sie jedoch gut organisiert und geplant werden.
Dieses Seminar soll euch dabei unterstützen, betriebliche Konflikte zu erkennen und davon ausgehend eine Kampagne im Betrieb zu planen und umzusetzen.
Themen in diesem Seminar sind:
Welche Themen und Konflikte eignen sich für betriebliche Kampagnen?
Von der Idee zum Ziel: Kampagnen planen und erfolgreich umsetzen
Wie kann ich die Belegschaft bei einem Konflikt im Betrieb hinter mich bringen?
Wie können mit Kampagnen die Interessen der Beschäftigten durchgesetzt werden?
Welche (neuen) Kommunikationsmethoden eigenen sich hierfür und wie kann ich sie zielgerichtet einsetzen?
Facebook, Twitter und Co. - die Rolle und Bedeutung von sozialen Netzwerken in der Kampagnenarbeit
Heute hat der Rechtsanwalt des Betriebsrats des gemeinsamen Betriebs von WELTBILD Retail und ALSO Logistics Beschwerde gegen den Beschluss des Augsburger Arbeitsgerichts eingelegt.
Die Interessenvertretung lehnt die Einigungsstelle weiter ab. „Mit diesem Instrument versucht der Arbeitgeber Tatsachen zu schaffen, statt mit dem Betriebsrat auf dem Verhandlungsweg gemeinsam Lösungen zu suchen“, begründet BR-Vorsitzender Peter Fitz die Beschwerde. Bislang habe der Arbeitgeber keine schlüssige Alternative für das Weltbild 2.0-Konzept vorlegen können, das Grundlage für die Übernahme von WELTBILD durch die Droege-Gruppe gewesen sei.
Desperate Führung
„In den Gesprächen haben wir eine desperate Führung erlebt, die selbst nicht weiß, wohin die Reise gehen soll“, klagt ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. „Die Betriebsteile Retail und Logistik fahren unterschiedliche Strategien, die sich im Ergebnis teilweise widersprechen und so die Situation weiter verschlimmern. Wir fordern ein gemeinsames Vorgehen, das Umsatz und Aufträge steigert und so die Arbeitsplätze bei Retail UND ALSO dauerhaft sichert.“
In beiden Betriebsteilen halte Walter Droege die Fäden in der Hand und spiele Retail und ALSO gegeneinander aus, werfen die Betriebsräte dem Mehrheitsgesellschafter vor. „Wenn die Verhandlungen Erfolg haben sollen, ist es unumgänglich, dass Droege als Entscheider mit an den Tisch kommt“, fordert Peter Fitz. „Derzeit schieben sich Führungskräfte, die selbst nichts entscheiden dürfen, gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Das bringt uns nicht weiter.“
Droege muss mit an den Tisch
„Im gemeinsamen Betrieb muss dort verhandelt werden, wo die Entscheidungsebenen zusammengeführt werden“, betont auch BR-Rechtsanwalt Michael Huber und verweist auf entsprechende europäische Richtlinien, die auch vor deutschen Arbeitsgerichten rechtsverbindlich gelten. Um dem ziellosen Hin-und-her in den Gesprächen ein Ende zu machen, fordert der Betriebsrat deshalb auch, die Zahl der Beisitzer in einer Einigungsstelle auf zwei zu reduzieren. Der Arbeitgeber hatte ursprünglich sieben Beisitzer verlangt, war damit aber schon vor dem Augsburger Arbeitsgericht gescheitert, das fünf Beisitzer für ausreichend hält.
Wir berichten, wenn der Verhandlungstermin vor dem Münchner Landesarbeitsgericht feststeht.
Ihr Arbeitspensum ist kaum mehr zu schaffen, schon gar nicht in der regulären Arbeitszeit. Sie arbeiten am Limit, kommen aber den selbstgesteckten Zielen nicht mehr hinterher. Der Druck wächst, in Ihrer Abteilung und zwischen den Kollegen, aber es ist nirgendwo Land in Sicht.
Wenn Ihnen diese Situation merkwürdig bekannt vorkommt, sind Sie vielleicht längst ein Opfer indirekter Steuerung geworden.
Dabei handelt es sich um eine ganz perfide Methode der Unternehmen ihre Mitarbeiter so zu manipulieren, dass diese scheinbar freiwillig und autonom handeln, unter dem Strich aber eng an einem unsichtbaren Gängelband geführt werden.
Früher herrschte in Betrieben eine klare Anweisungshirarchie von oben nach unten, wobei die oben festgelegten und formulierten Anweisungen nach unten in die einzelnen Abteilungen zur Ausführung weitergegeben wurden. Es herrschte ein klares System von Befehl und Gehorsam, das die Arbeitnehmer deutlich vom Management abgrenzte. Der maximal zu erzeugende Druck konnte über die Solidarität in der Belegschaft und durch Regelungen mit dem Betriebsrat bzw. den Druck der Gewerkschaften begrenzt werden. Heute wird versucht, und das oft sehr erfolgreich, diese Regularien zu unterlaufen.
Unternehmen öffnen sich den oft chaotischen, sich immer schneller veränderten globalen Märkten. Aus diesen destilliert sich die Führung mehr oder weniger abstrakte Wertgrößen und Zielvorgaben, die an die Beschäftigten durchgereicht werden. Aber egal, wie die Vorgaben formuliert sind, sie orientieren sich ausschließlich am Unternehmensgewinn.
Parallel dazu wird den einzelnen Abteilungen und Teams mehr und mehr "unternehmerische" Kompetenz zugestanden. Sie werden zu sich selbst steuernden teilautonomen Einheiten gemacht, die sich im Rahmen der Vorgaben ihre Nahziele selbst setzen und den Weg zu deren Erreichung festlegen. Diese Eigenverantwortlichkeit ist dabei der motivierende Faktor.
Als Treibstoff, der diesen Prozess in Gang hält und die Leistung immer weiter erhöht, werden bewusst Konkorrenzsituationen geschaffen, die permanenten Druck auf die einzelnen Teams ausüben. Sei es der Vergleich mit anderen Abteilungen, anderen Betrieben oder der Androhung eines kostengünstigen Outsourcings. Unter dem Strich steht also immer der Kostenfaktor, die Rentabilität und Effektivität der Abteilung.
Besonders tragisch daran ist, dass die einzelnen Teams die Vorgaben als ihre eigenen Ziele ansehen und so alles daran setzen diese auch zu erreichen, egal zu welchem Preis. Das führt zwangsläufig dazu, dass wesentlich mehr gearbeitet wird als es die jeweiligen Arbeitsverträge vorsehen und mit der Angst vor dem Scheitern auch der Druck im Team zunimmt. Kollegen, die das nicht mitmachen wollen, werden bedrängt, das Team nicht im Stich zu lassen. Gewerkschaftliche Errungenschaften und Vereinbarungen mit dem Betriebsrat werden plötzlich als lästige Hemmnisse für den eigenen Erfolg angesehen. Kollegen nehmen Arbeit mit nach hause, arbeiten ausgestempelt weiter oder kommen krank zur Arbeit, weil sie überzeugt sind es ginge nicht ohne sie. Dies führt früher oder später zwangsläufig zu psychischer Erschopfung, bis hin zum Burnout. Nicht ohne Grund nehmen Erkrankungen in diesem Bereich stetig zu.
Das System der Verlagerung von Verantwortung in die einzelnen Abteilungen, zu den Leuten, die besonders nah an den jeweiligen Abläufen sind, könnte sich für beide Seiten, Beschäftigte und Unternehmen, duchaus positiv auswirken, wenn die gesetzten Ziele nur halbwegs realistisch wären. Mitarbeiter sind ja bereit und motiviert sich für den Betrieb eigenverantwortlich zu engagieren und so mehr zu geben als im klassischen Befehl- und Kontrollsystem, allerdings sollte dies nicht bis zur völligen Selbstaufgabe gehen. Erreichbare Ziele oder eine ausreichende Mitarbeiterzahl wären also das Gebot der Stunde. Gebt dem Esel, der den Karren zieht einfach mal die Karotte, anstatt sie immer nur unerreichber vor dessen Nasen zu plazieren!
Ein Management, das aber nur Gewinnmaximierung und Kostenminimierung im Sinn hat, wird weiterhin manipulativ die Mitarbeiter ausbeuten, solange diese sich das gefallen lassen. Erkenne deinen Feind! Es müssen Wege gefunden werden zusammen mit der Gewerkschaft oder dem Betriebsrat dieses System zu kippen. Es ist paradox, dass hochmotivierte Mitarbeiter immer wieder an den unerreichbaren Vorgaben scheitern.
Fakt ist traurigerweise, dass alles zu geben heute nich mehr ausreicht um seinen Job zu behalten, wenn die Auflösung der Abteilung kurzfristig den Unternehmensgewinn erhöht.
Wer also nicht absolut darauf steht, verarscht und ausgebeutet zu werden, sollte dringend seine Arbeitssituation analysiren, um nicht in der Indirekten-Steuerungs-Falle verheizt zu werden.
Trotz strömenden Regens zogen rund 1.000 GewerkschafterInnen am 1. Mai vom Gewerkschaftshaus am Katzenstadel durch die Augsburger Innenstadt. Das geplante Familienfest auf dem Rathausplatz fiel aufgrund des miesen Wetters leider aus.
Die Transparente der WELTBILD-MitarbeiterInnen waren ein beliebtes Motiv für FotografInnen und Kamerateams. Viele KollegInnen der DGB-Gewerkschaften sagten spontan Unterstützung bei kommenden ver.di-Aktionen gegen den Kaputtspar-Kurs von Walter Droege zu: "Wir lassen nicht zu, dass Droege unser WELTBILD kaputt macht!"
Dieses Jahr feiern wir zum 125. Mal den 1. Mai.
Der sogenannte "Tag der Arbeit" ist der Feiertag für alle Gewerkschafter, der in vielen bundesdeutschen Städten mit Feierlichkeiten begangen wird.
Nicht immer gab es Grund zum Feiern.
Kriege, politische Verfolgungen bis hin zur totalen Zerschlagung - unseren gewerkschaftlichen Vorvätern waren viele Steine in den Weg gelegt worden.
Doch Dank ihres unzähmbaren Willens und ihrer Beharrlichkeit, ist es uns 125 Jahre später noch möglich, diesen Feiertag zu begehen und weiterhin für faire Arbeitsbedingungen zu kämpfen - damit auch unsere nachfolgenden Generationen noch gute Arbeit haben.
Programm des 1. Mai 2015 in Augsburg
9:30 Uhr Ökumenischer Impuls am Wertachbrucker Tor
9:45 Uhr Sammeln des Demozugs vor dem Gewerkschaftshaus, Am Katzenstadel
10:00 Uhr Abmarsch
10:40 Uhr Ankunft des Demozugs auf dem Rathausplatz mit den Gruppen Sambamania und Sambattac
10:45 Uhr Begrüßung durch den DGB-Regionsgeschäftsführer Helmut Jung
10:55 Uhr Grußworte der Stadt Augsburg
11:05 Uhr Beitrag der DGB-Jugend
11:20 Uhr Gastredner: Frank Werneke, stellv. Bundesvorsitzender von ver.di, zuständig für Druck,
Medien und Industrie
11:50 Uhr Schlusswort von Helmut Jung
11:55 Uhr Gemeinsames Lied: Brüder zur Sonne zur Freiheit
12:00 Uhr Prämierung der Sieger des Malwettbewerbs, Tarifsong der ErzieherInnen, Musik von
Linus Förster und die Schadensbegrenzer sowie dem Männerchor Bismarck-Frohsinn,
Jonlage, Artistik und Humor von Magic Fabio
Für Kinderbetreuung ist während der gesamten Veranstaltung gesorgt
15:00 Uhr Ende der Veranstaltung, Verabschiedung durch Helmut Jung
Mit dem Maiabzeichen können am 1. Mai 15 alle Verkehrsmittel der AVV in den Tarifzonen 10 und 20 kostenfrei benutzt werden.
Die Maiabzeichen können gegen Abgabe von 1 Euro im BR-Büro bzw. bei den Gewerkschaften am Aktionstag erworben werden.
Was haben die Gewerkschaften in 125 Jahre erreicht?
Vieles ist für uns heutzutage in der Arbeitswelt selbstverständlich.
Dass wir in bezahlten Urlaub gehen können, zum Beispiel oder dass wir auch im Krankheitsfall weiterhin unsern Lohn beziehen.
16 - Stunden - Arbeitstage können und wollen wir uns nicht mehr vorstellen - für unsere Vorfahren jedoch war das tägliche Routine. Zum Glück hat sich vieles verändert - Dank dem Kampfgeist unserer Vorväter und stärker gewordenen Gewerkschaften.
Mitbestimmung in Betrieben und Unternehmen
Die zwei wesentlichen Formen sind die betriebliche und die Unternehmensmitbestimmung. In der betrieblichen Mitbestimmung vertreten die von der Belegschaft gewählten Betriebsräte die Interessen der KollegInnen gegenüber dem Arbeitgeber.
Bei der Unternehmensmitbestimmung sitzen die ArbeitnehmervertreterInnen in den Aufsichtsräten und haben Mitbestrimmungsrechte.
Dadurch ist es möglich, Einfluss auf die Unternehmensentwicklung zu nehmen. Nachhaltigkeit statt reiner profitorientierter Unternehmenspolitik.
Fünf-Tage-Woche
Der Klassiker unter den Mai-Plakaten.
"Samstags gehört Vati mir" von 1956
Die Fünf-Tage-Woche mit freien Wochenenden war ein harter Kampf, der die Lebensqualität verbesserte und für faire Arbeitsbedingungen sorgte.
Für die meisten von uns heute selbstverständlich.
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
1956/57 erkämpfte in einem 16-wöchigen Streik die IG Metall die Lohfortzahlung im Krankheitsfall für Arbeiter.
Da Angestellte im Krankeheitsfall besser gestellt waren als Arbeiter, forderte der DGB seit 1954 die Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer.
Erst 1970 trat die volle gesetzliche Gleichstellung von ArbeitnehmerInnen und Angestellten im Krankheitsfall in Kraft.
40-Stunden-Woche und Acht-Stunden-Tag
1955 stand der 1 Mai unter dem Motto "Fünf Tage sind genug, für eine 40-Stunden-Woche".
IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall vereinbarten 1957 die stufenweise Einführung der 40-Stunden-Woche. Ein Ergebnis, welches auch für andere Branchen wegweisend war. 1965 wird die 40-Stunden-Woche in der Druckindustrie, 1967 in der Metallindustrie per Tarifvertrag eingeführt.
Nach siebenwöchigem Streik und Aussperrung erkämpfte die IG Metall 1984 den Einstieg in die 35-Stunden-Woche.
Bezahlter Jahresurlaub und Urlaubsgeld
Der bezahlte Jahresurlaub ist ein erfolgreich bestrittener Kampf der Gewerkschaften.
Nach dem WK II fanden sich in einigen Landesverfassungen das Recht auf zwei Wochen Mindesturlaub.
Als 1963 das Bundesurlaubsgesetz geschaffen wurde, hatten alle ArbeitnehmerInnen einen Mindesturlaubsanspruch von 3 Wochen zugesichert bekommen.
Bereits vorher hatten Gewerkschaften Urlaub und Urlaubsgeld in Tarifverträgen geregelt.
Kündigungsschutz und Beschäftigungssicherung
Damit der Arbeitgeber nicht einfach nach Lust und Laune einstellen und kündigen kann, verdanken wir dem Einsatz der Gewerkschaften.
In den Hattenheimer Gesprächen von 1950 setzten die Gewerkschaften die Schaffung eines gesetzlichen Kündigungsschutzes durch. Durch die betriebliche Mitbestimmung wird die Willkür noch weiter eingedämmt - der BR redet mit.
Auch die Beschäftigungssicherung, etwa durch Einsatz von Kurzarbeit oder Investitionsprogrammen, sorgt dafür, dass der Arbeitsplatz auch krisenbedingt meist erhalten werden kann.
Mindestlohn und soziale Sicherheit
Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der Mindestlohn von 8,50 Euro. Ein Erfolg, an dem wir weiter arbeiten müssen, damit dieser ohne Ausnahmen kontrolliert und umgesetzt wird.
Doch bereits vor der Einführung des Mindestlohns, setzten sich die Gewerkschaften für eine kontinuierliche Einkommenssteigerung ein - durch Abschluss von Tarifverträgen.
Der Kampf gegen prekäre Arbeitsbedingungen, wie etwa durch Leiharbeit oder Werksvertäge, oder die Gleichstelleung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz und beim Einkommen stehen ganz oben auf den TO-DO-Listen der Gewerkschaften.
Denn ein "zwei Klassen Denken" soll endgültig aus den Köpfen aller verbannt werden.
Aber auch die Leistungen der Sozialversicherung, wie gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung müssen immer wieder neu verteidigt und verhandelt werden.
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Tödliche Unfälle oder schwere Verletzungen am Arbeitsplatz kommen im Vergleich zu Früher seltener vor, Dank dem unnachgiebigen Einsatz der Gewerkschaften gegen körperliche und gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz.
Neben Unfallprävention und -nachsorge, bedeutet Arbeits- und Gesundheitsschutz heutzutage, Beschäftigte vor psychischen Belastungen und Stress zu schützen.
Dies ist eines der zentralen Themen der diesjährigen Maifeierlichkeiten.
Gute Bildung und Ausbildung
Die Gewerkschaften haben maßgeblich daran mitgearbeitet, dass Ausbildungsberufe nicht willkürlich von Arbeitgebern selbst aufgestellt werden können oder durch den Gesetzgeber vorgegeben werden. Sie setzen sich in Berufsbildungs- und Prüfungsausschüssen für eine gute und faire berufliche Bildung ein.
Ebenso ist die berufliche Weiterbildung ein gewerkschaftliches Kernthema.
Gute Studienbedingungen werden vor allem von der Gewerkschaftsjugend mitgestaltet. Dazu bestehen in vielen Betrieben Betriebsvereinbarungen.
Engagement für Frieden, gegen Rassismus und Diskriminierung
Gewerkschaften waren in den früheren Zeiten bei Weitem nicht so anerkannt und etabliert, wie sie das heute sind.
Viele GewerkschafterInnen wurden in den Anfängen verfolgt und inhaftiert. In der Nazi-Zeit, in der die Gewerkschaften zerschlagen wurden, bezahlten etliche GewerkschafterInnen ihr Engagement sogar mit ihrem Leben.
Nach Ende des zweiten Weltkriegs sahen sich die wiedergegründeten freien Gewerkschaften im DGB deshalb dem Einsatz für den Frieden und dem Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Faschismus besonders verpflichtet.
Gerade jetzt mehr, denn je.
Quellen:
a3 Kultur - Sonderveröffentlichung in Kooperation mit dem DGB Schwaben: 125 Jahre Maifeiertag
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